Die Riesterrente. Eine Betrachtung der Wertentwicklung im Vergleich mit einem Aktiensparplan


Hausarbeit, 2020

17 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung
1.1 Bezug zur aktuellen Situation
1.2 Problemstellung
1.3 Ziel der Arbeit

2. Die Alterssicherung in Deutschland

3. Das Konzept der Riesterrente
3.1 Riester-Zulagen
3.2 Steuerliche Vorteile

4. Die Riesterrente
4.1 Die Anlageformen der Riesterrente
4.2 Die Besonderheiten der Riesterrente

5. Die Betrachtung eines Aktiensparplan zur Altersvorsorge

6. Vergleichende Gegenüberstellung

7. Fazit & Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Beispielhafte Wertentwicklung einer Anlage von 100 € monatlich

1. Einleitung

1.1 Bezug zur aktuellen Situation

Gerade in der aktuellen Corona-Krise wird das, nahezu alle Bevölkerungsgruppen betreffende, Problem der Altersarmut besonders deutlich, viele Rentner haben bisher ihre Rente mit einem Minijob aufgestockt, in der aktuellen Krise sind jedoch viele dieser Minijobs weggefallen.

Im Zuge des demographischen Wandels und den damit verbundenen Rentenreformen wurde das Rentenniveau immer weiter abgesenkt. So erhält ein Durchschnittsrentner heutzutage eine Rente von knapp 906 € (Versicherungsbote, 2019), hierauf müssen allerdings noch Steuern und Kranken- sowie Pflege-versicherungsbeiträge gezahlt werden. Sodas, oftmals weniger als 850 € zum Leben bleiben. Viele Rentner sind auf weitere Alterseinkünfte angewiesen, um ihrem Lebensunterhalt zu bestreiten. Nicht wenige müssen sogar staatliche Unterstützung, wie z.B. die Grundsicherung in Anspruch nehmen.

Daher ist es heutzutage nahezu unerlässlich, privat für das Alter vorzusorgen. Um einen zusätzlichen Anreiz hierfür zu schaffen, hat der Staat im Jahr 2001, die sogenannte Riesterrente, benannt nach dem damaligen Bundesarbeitsminister Walter Riester, verabschiedet. Sie sollte vor allem Geringverdienern und kinderreichen Familien eine private Altersvorsorge durch die staatliche Förderung erst ermöglichen, denn oftmals stehen diesen Personenkreis geringe finanzielle Möglichkeiten zur Altersvorsorge zur Verfügung. Einerseits gibt es staatliche Zulagen für jeden Sparer und jedes Kindergeld berechtigte Kind sowie unter bestimmten Voraussetzungen steuerliche Nachlässe in der Ansparphase. Die Riesterrente sollte eine zweite Säule der Altersvorsorge darstellen und durch die Erzielung von hohen Renditen an den Kapitalmärkten die Altersarmut zurückdrängen sowie, die Rentenlücke schließen.

1.2 Problemstellung

Bis heute wurde insgesamt über 16 Millionen Riesterverträge abgeschlossen (Bundesministerium für Arbeit und Soziales, 2020). Doch viele dieser Verträge sind beitragsfrei gestellt oder werden nur unzureichend bespart. Dies liegt größtenteils daran, dass die Riester-Rente in vielen Teilen der Bevölkerung einen sehr schlechten Ruf hat. Sie gilt als kostenintensiv und renditeschwach (Wais, 2020). Vielmehr hat sie den Ruf lediglich den Versicherungsgesellschaften hohe Einnahmen zu ermöglichen. (Epoch Times, 2018) Sie ist eins der komplexesten Anlageprodukte für Privatanleger. Über 29 Paragrafen im Einkommenssteuergesetz widmen sich der Riesterrente.

1.3 Ziel der Arbeit

In dieser Arbeit wird insbesondere die mögliche Wertentwicklung der Riester-Rente unter Berücksichtigung, der gesetzlich vorgeschriebenen Beitragsgarantie betrachtet und diese, mit der Wertentwicklung eines Aktiensparplan als Form der Altersvorsorge verglichen. Im Vorfeld werden die Grundzüge der Alterssicherung in Deutschland umrissen und das Konzept der Riester-Rente neben den Hintergründen ihrer Entstehung thematisiert. Im Hauptteil der Arbeit folgt dann eine Betrachtung des Aktiensparplans zur Altersvorsorge sowie anschließend eine Gegenüberstellung unter dem Augenmerk der Wertentwicklung. Abschließend werden die Ergebnisse in einem Fazit zusammengefasst und hierbei einige Ideen zur Optimierung der Riesterrente angebracht.

2.Die Alterssicherung in Deutschland

Für viele Deutsche ist die gesetzliche Rente die wichtigste Stütze der Altersversorgung. Alle Arbeitnehmer und Auszubildenen, wie auch viele selbstständige sind dort pflichtversichert. Auch in Zeiten von Krankheit, Arbeitslosigkeit oder der Pflege von Angehörigen bzw. der Kindererziehung besteht dort eine Pflichtversicherung. (Deutsche Rentenversicherung Bund, 2017)

Die Finanzierung der Rentenversicherung erfolgt im sogenannten Umlageverfahren, das heißt die laufenden Ausgaben für die Rentner von heute zum Hauptteil aus den laufenden Beitragseinnahmen von Arbeitgebern und Arbeitnehmer und einem Bundeszuschuss finanziert. In den kommenden Jahren wird sich die Anzahl der Rentenbezieher im Verhältnis zu der Zahl der Beitragszahler weiter erhöhen. Um vor diesem Hintergrund die Finanzierung der Renten auch langfristig sicher zu stellen, ist es in den vergangenen Jahrzehnten zu verschiedenen Reformen gekommen. Unter anderem wurde die Formel zur jährlichen Anpassung der Renten um einen Nachhaltigkeitsfaktor und einen Beitragssatzfaktor ergänzt. Die Zahl der Rentner und Rentnerinnen nimmt schneller zu als die Zahl der Beitragszahler und Beitragszahlerinnen, so reduziert der Nachhaltigkeitsfaktor den Anstieg der Renten. (Weinacht & Schnmidt, 2012) Zusätzlich wird die Anpassung der Renten über den Beitragssatzfaktor eingeschränkt, wenn die Rentenversicherungsbeiträge steigen. Dieser Beitragsfaktor sorgt dafür, dass die Renten bei einer Anhebung des Beitragssatzes nicht unverhältnismäßig steigen. Die Einbeziehung dieses Nachhaltigkeitsfaktors lässt das Rentenniveau jährlich abnehmen. Das Rentenniveau sinkt so jährlich von derzeit 48 % auf langfristig 43 % des Durchschnittsbruttoeinkommens. (Financescout 24, kein Datum)

Heutzutage kommen auf einen Rentner ungefähr drei Beitragszahler. Im Jahre 1990 waren es noch fünf Beitragszahler pro Rentner und im Jahre 2050 wird das Verhältnis vermutlich bei 1:1 liegen. Die Entwicklung dieses Verhältnisses umreißt das Problem des Generationenvertrags. Der Generationenvertrag besagt, dass die heutigen Rentner von derzeitigen Erwerbstätigen versorgt werden und die derzeit Erwerbstätigen wiederum einen Anspruch auf eine Rente durch die nachfolgenden Generationen erwarten darf. (Bundeszentrale für politische Bildung, kein Datum)

Durch den demographischen Wandel wird die Last der Rentenfinanzierung auf immer weniger Beitragszahler bei immer mehr Leistungsempfängern verteilt. Um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen, wurde sowohl der Beitragssatz angehoben und als auch das Rentenniveau gesenkt. Um das aktuelle Rentenniveau dauerhaft zu erhalten, würde mittelfristig eine deutliche Erhöhung des Beitragssatzes zur Rentenversicherung von derzeit 18,6 % auf wohl über 25 % unvermeidbar sein oder der Bundeszuschuss zur Rentenversicherung müsste deutlich angehoben werden. Dieser liegt bereits jetzt über 100 Mrd. € (Werner, 2020). In den nächsten Jahren wird die Politik sich zunehmend mit einer Neustrukturierung der gesetzlichen Rentenversicherung befassen müssen. Im Zuge der Sozialgarantie der maximale Beitragssatz bei 20 % bis 2025 verankert, die restlichen Kosten werden aus dem Bundeshaushalt übernommen. (Werner,2020)

3. Das Konzept der Riesterrente

Um die Bevölkerung zur zusätzlichen Altersvorsorge zu animieren, hat der Staat unter anderem eine staatlich geförderte private Altersvorsorge auf den Weg gebracht, die sogenannte Riesterrente.

Unter dem umgangssprachlichen „Riestern“ versteht man das Ansparen eines frei wählbaren Betrags im Rahmen der staatlich geförderten Altersvorsorge. Dabei kommt es nicht auf den Turnus1 der Zahlung an. Die Absicht für das Alter vorzusorgen, wird mit einer Förderung unterstützt. Diese Förderung kann sowohl aus Zulagen als auch Steuervorteilen bestehen und ist abhängig von der Höhe des Vorjahreseinkommens sowie dem gezahlten Beitrag.

3.1 Riester-Zulagen

Bei den Riester-Zulagen unterscheidet man zwischen der Grundzulage und der Kinderzulage (Deutsche Rentenversicherung Bund Zentralestelle für Altersvorsorgevermögen, 2020).

Grundzulage: Für jedes Beitragsjahr kann eine Zulage gewährt werden. Voraussetzung dafür ist, dass unter Berücksichtigung der staatlichen Zulagen mindestens 4 % von dem Vorjahresarbeitsentgelts, mindestens der aber der Mindesteigenbeitrag von derzeit 60 €, eingezahlt werden, Sofern die 4% des Vorjahresarbeitsentgelts unter Berücksichtigung des Zulagenanspruchs verbeitragt werden, wird die volle Grundzulage von derzeit 175 € gewährt. Sofern ein geringerer Beitrag eingezahlt wird, fließt die Zulage nur anteilig im Verhältnis der 4 % Quote. (Deutsche Rentenversicherung Bund Zentralestelle für Altersvorsorgevermögen, 2020)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Kinderzulage: Wenn der Sparer mindestens für ein Kinder kindergeldberechtigt ist, besteht zusätzlich Anspruch auf eine Kinderzulage. Diese Zulagenanspruch besteht allerdings nur bei einem Elternteil. Bei Elternpaaren, die miteinander verheiratet sind und nicht dauerhaft voneinander getrennt leben, kommt es zu einer Zuordnung der Kinderzulage bei der Mutter. Auf Antrag der Mutter und des Vaters besteht die Möglichkeit die Kinderzulage auf den Vater zu übertragen. Pro Kind, das bis Ende 2007 geboren wurde, gewährt der Staat 185 Euro Riester-Zulage. Für Kinder, die ab 2008 geboren wurden, bekommt man pro Kind 300 Euro pro Jahr. Auch hier erfolgt eine anteilige Gutschrift sofern die 4 % Grenze nicht erreicht wird. (Deutsche Rentenversicherung Bund Zentralestelle für Altersvorsorgevermögen, 2020)

Für unter 25-Jährige ist ein einmaliger ein Berufseinsteigerbonus in Höhe von derzeit 200 € vorgesehen. Dies wird wie die anderen Zulagen allerdings an die Erfüllung der 4 % Grenze gebunden.

Nachfolgend wird die 4 % Grenze in Form einer Berechnung ausführlich erläutert.

Beispiel Berechnung

Frank S. (2 Kinder, 2011 und 2014 geboren) hat im Beitragsjahr 2019 insgesamt 35.000 Euro rentenversicherungspflichtiges Arbeitseinkommen erzielt.

Seine Ehefrau hat der Übertragung der Kinderzulagen auf ihn zugestimmt.

Das heißt: Um sich die maximale staatliche Förderung zu sichern, sollte Frank mindestens 785 Euro pro Jahr oder rund 66 Euro im Monat auf sein Riester-Konto einzahlen. Tabelle1: Beispielrechnung Zahlt er weniger als den Mindesteigenbeitrag, dann erhält er die Riester-Grundzulage sowie mögliche Riester-Kinderzulagen anteilig erhalten. Bei einer Zahlung von 392,50 € erhielte er nur 300 € Kinderzulage und 87,5 € Grundzulage.

Daher empfiehlt es sich in der Praxis am Ende eines jeden Jahres die Beitragszahlung und den Zulagenanspruch mit dem Arbeitseinkommen zu vergleichen, um so den vollen Zulagenanspruch zu realisieren.

3.2 Steuerliche Vorteile

Neben den Zulagen profitieren die Riester-Sparer unter Umständen auch von steuerlichen Vergünstigungen, die können die Zahlungen auf das Riester-Konto können in der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden.

Wie hoch der Steuervorteil durch die Riester-Rente ausfällt, ist von individuellen Einkommensteuersatz abhängig. Dabei werden die möglichen Zulagen miteingerechnet. Die Höhe Ihres Steuervorteils ist in Steuerbescheid zu finden. (Deutsche Rentenversicherung Bund Zentralestelle für Altersvorsorgevermögen, 2020)

Das Finanzamt nimmt bei jedem Riester-Sparer automatisch eine sogenannte Günstigerprüfung vor, dass heißt das der Zulagenanspruch einer möglichen Steuererstattung gegenüberstellt wird und ermittelt was für den Steuerpflichtigen günstiger ist.

Vereinfacht lässt sich sagen, dass vor allem Gutverdiener ohne Kinder (also nur mit einem Anspruch auf Grundzulage) von dem steuerlichen Vorteil profitieren. Die steuerliche Förderung wird allerdings nur bei einer maximalen Einzahlung von 2100 € inklusive der Zulagen gewährt, sodass die maximale steuerbegünstigte Einzahlung 1925 € beträgt, sofern kein weiterer Zulagenanspruch besteht.

Personen mit vielen Kindern, welche vielleicht sogar nur in Teilzeit oder auf Minijob-Basis arbeiten, profitieren von einer massiven staatlichen Zulage. Oftmals reicht dann die Aufwendung des Mindesteigenanteils von 60 €, um ein Vielfaches des eingezahlten an Zulagenanspruch zu erwerben.

Allerdings können nur folgende Personengruppen in den Genuss der Riester-Förderung gelangen: Arbeitnehmer, Beamte, Richter, Amtsträger, Bezieher von Entgeltersatzleistungen, rentenversicherungspflichte Selbstständige, sowie geringfügig Beschäftigte, die keine Befreiung von der Rentenversicherung beantragt haben. Sie gelten als unmittelbar zulageberechtigt. (Deutsche Rentenversicherung Bund Zentralestelle für Altersvorsorgevermögen, 2020)

Daneben gibt es noch eine mittelbare Zulageberechtigung, zum Beispiel für verheiratete Hausfrauen oder Hausmänner, welche keiner Erwerbstätigkeit nachgehen oder erwerbsgeminderte Personen.

4. Die Riesterrente

4.1 Die Anlageformen der Riesterrente

Die Riesterrente kann nur in bestimmten Verträgen mit zertifiziertem Anbieter und geprüften Anlageformen angelegt werden.

So gibt es zum einen den Banksparplan, hier wird das Geld auf einem Bankkonto bei einem sehr geringen Zinssatz angelegt. Bei dieser Anlageform sind angesichts des aktuellen Niedrigzinsniveaus kaum Renditemöglichkeiten vorhanden.

Des Weiteren besteht die Möglichkeit des Abschlusses einer Riester-Rentenversicherung. Bei dieser Form fallen allerdings oft sehr hohe Abschluss- und Verwaltungskosten an, welche die Rendite oftmals erheblich schmälern. Die Versicherungsgesellschaft garantiert hier, bei entsprechender Beitragszahlung, eine bestimmte Rentenhöhe. Oftmals wird dann allerdings nur ein kleiner Teil des Kapitals durch die Versicherung in Aktienfonds angelegt. Es besteht daneben auch die Möglichkeit des Abschlusses einer klassischen Lebensversicherung, hier liegt die Garantieverzinsung derzeit bei 0,9 % (Riester Rente Lexikon, kein Datum)

Die Dritte und beliebteste Form ist der Riesterfondsparplan, hier wir der Sparbetrag in einem Fond angelegt und kann so an der Entwicklung der Börse teilhaben und langfristige Renditen erzielen. Allerdings wird oftmals nur ein sehr risikoreduzierter Fond aufgrund der Beitragsgarantie gewählt.

[...]


1 Rhythmus der Zahlung (Monatlich oder jährlich)

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Die Riesterrente. Eine Betrachtung der Wertentwicklung im Vergleich mit einem Aktiensparplan
Hochschule
Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach
Note
2,0
Autor
Jahr
2020
Seiten
17
Katalognummer
V948037
ISBN (eBook)
9783346292391
ISBN (Buch)
9783346292407
Sprache
Deutsch
Schlagworte
riesterrente, eine, betrachtung, wertentwicklung, vergleich, aktiensparplan
Arbeit zitieren
Christian Cremers (Autor:in), 2020, Die Riesterrente. Eine Betrachtung der Wertentwicklung im Vergleich mit einem Aktiensparplan, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/948037

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