Römische und griechische Mythologie


Referat / Aufsatz (Schule), 1998
15 Seiten

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Römische und griechische Mythologie

Annette Ritter

Latein 9p

Die römische Religion

Allgemeine Charakteristik

Das Verhältnis der Römer zu den göttlichen Mächten wird charakterisiert durch den Begriff religio (Achtsamkeit, Rücksicht, Besorgnis). Die Götter geben sich zu erkennen durch ihr Wirken, durch ihre Handlungen.

Ursprünglich dachte man sich die ganze Natur beseelt (Animismus), jedes Geschehen war göttlichen Ursprungs und konnte als Fingerzeig, als Wink (numen) einer Gottheit oder einer göttlichen Macht verstanden werden, ja das Ereignis selbst, der Vorgang wird vergöttlicht (numen im weiteren Sinne -- göttlicher Wille, Gottheit). In spontanen, unwiederholbaren Geschehnissen tun sich "Augenblicksgötter" kund, in den einzelnen regelmäßig wiederkehrenden Vorgängen und bestimmten Bereichen des Lebens "Sonnengötter" (z. B. bei Bestellung de Ackers), aus der Zusammenfassung von Sonnengöttern leitend sich die "persönlichen" Götter ab. Sie alle fordern Beachtung. Der Römer ist bemüht, seine Beziehung zu den Göttern klar zu umreißen, er versteht sie als Vertrag mit genau bestimmten Pflichten und Rechten; religio ist "institia ergo deos". Genaue Erfüllung der Kultvorschriften sollte den einzelnen und dem Gemeinwesen das Wohlwollen der überirdischen Mächte sichern. Im römischen Kult herrschte daher strenger Formalismus, d.h. die sakralen Handlungen (Gebet, Opfer, Sühnehandlungen, Deutung von Vorzeichen u.a.) waren bis in einzelne festgelegt. Jeder Formfehler, jede Abweichung machte sie ungültig und erzwang Wiederholung der Handlung.

Neben dem privaten Kult, den der einzelne für sich selbst, für die Familie und Hausgemeinschaft der pater familias vollzog, stand der staatliche, diesen besorgten die offiziellen Priesterschaften, aber auch die Magistrate hatten priesterliche Funktionen: sie erkundeten in den Auspizien vor jeder wichtigeren Amtshandlung Zustimmung oder Ablehnung der Götter, sie entsühnten bei Seuchen, Hungersnot, merkwürdigen Naturereignissen die Bürgerschaft, leisteten im Namen der Gemeinde Gelübde, weihten Tempel und Altäre, veranstalteten Spiele usw. Religiöse Akte begleiteten alle staatlichen Unternehmungen.

Seine religiöse Haltung band einerseits den Römers an die überlieferten Vorstellungen von den Göttern und die ererbten Kultformen, erlaubte ihm aber andererseits Toleranz und Einführung neuer Götter und Verehrungsformen.

Geschichtlicher Überblick

Die Anfänge

Die Religion der bäuerlichen Bevölkerung Latiums enthielt viele primitiven Vorstellungen, die durch starre Tradition lange bewahrt wurden, häufig mißverstanden, entstellt und zuletzt innerlich überwunden. Der Animismus tut sich vor allem kund in den zahllosen "Sonnengöttern", die teils den Ablauf des menschlichen Lebens bestimmen, teils über das Gedeihen der Feldfrüchte und Herden wachen. Durch magische Handlungen suchte man ihre Hilfe zu gewinnen. Selbst Unbelebtes wurde beseelt (Animatismus) und göttlich verehrt (Fetischismus), z. B. Steine. Auch Spuren des damit verwandten Baum- und Tierkultes haben sich erhalten. Der Ahnenkult hatte seinen festen Platz im religiösen Leben. Die Toten erschienen bald als feindliche Wesen , bald als freundliche Geister.

Die republikanische Zeit: Einheimische und fremde Götter

Mit der Entstehung des Gemeinwesens trat neben den privaten der staatliche Kult. Viele ererbte Götter erhielten neue Aufgaben und Wirkungskreise. Vesta, die Beschützerin des privaten Herdfeuers, hütete nun auch den Herd des Staates; Mars, ehemals ein Fruchtbarkeitsgott, der die Fluren vor Schaden bewahrte, wurde zum Kriegsgott. Neben dem Genius, der den einzelnen schützte, trat der Genius populi Romani. Ähnliches geschah mit Juno: die Schutzgöttin der einzelnen Frau wurde zur Gemahlin Juppiters (Juno Regina) und Stifterin der Ehe erhöht. Unter den alten Stammes- und Staatsgöttern ragt hervor die Dreiheit (Trias) Juppiter, Mars, Quirinus, welche auf dem Palatin verehrt wurde. Sie machte später der Trias Juppiter, Juno, Minerva Platz, deren gemeinsamer Tempel auf dem Kapitol stand.

Der Kreis dieser einheimischen Götter (di ingentes) wurde früh erweitert durch neue, fremde Götter (die novensides). Sie wurden unter verschiedenen Umständen eingeführt, z. B. im Krieg, aus einer eroberten Stadt, wie die Juno von Veji, oder zur Abwendung von Unheil (von Seuchen). Neben etruskischen Göttern wie Minerva wurden viele griechische übernommen, oder deren Funktion auf einheimische Gottheiten übertragen; Juno wurde an Hera, Diana an Artemis angeglichen, Mercurius an Hermes, die italische Venus an Aphrodite usw. Das Verfahren, fremde den einheimischen Göttern gleichzusetzen, wird interpretatio Romana genannt.

In den beiden letzten Jahrhunderten der Republik drangen orientalische Kulte ein. Den Anfang machte die Verehrung der kleinasiatischen Göttermutter Magna Mater (auch Kybele genannt), ihr folgte Bacchus (Dionysus), dessen ausschweifende Feste durch Senatsbeschluß 186 v. Chr. verboten wurden und im 1. Jh. v. Chr. kam der Kult der ägyptischen Götter Isis und Osiris auf.

Neben Göttern wurden auch Kulthandlungen übernommen, z. B. bestimmte Formen der Mantik (Weissagung) von den Etruskern, die sog. disciplina Etrusca, worunter besonders die Eingeweideschau und die Beobachtung und Auslegung der Blitze fallen. Seine Herkunft verrät auch der ritus Graecus, gewisse Formen der Götterverehrung griechischen Ursprungs wie Verwendung von Kultbildern, Prozessionen, Bittgänge und Dankfeste, Speisung der Götterbilder, wobei den Statuen Speisen vorgesetzt wurden, nächtliche Feiern .

Der charakteristische italisch-römische Tempel ging von Etrurien aus, ist also ebenfalls fremder Herkunft.

Im 2. Jh. v. Chr. begann der Niedergang der altrömischen Religion, der Glaube an die alten Götter schwand unter dem Druck fremder Kulte, insbesondere der orientalische, die dem religiösen Bedürfnis der Menschen besser entsprachen; auch der Einfluß griechischer Philosophie und ihrer Kritik am traditionellen Götterglauben trugen dazu bei. Tempel und Priestertümer verfielen, der offizielle Kult bestand zwar weiter, jedoch nur aus Gründen des Herkommens.

Die Erneuerung der altrömischen Religion unter Augustus: der Kaiserkult

Der Beginn der Kaiserzeit ist charakterisiert durch die religiösen Reformen des Augustus. Nach seinem Willen sollte die erneuerte Religion der Väter die neue politische Ordnung stützen. Er ließ die verfallenen Tempel wiederherstellen und belebte fast vergessene Kulte und Priesterschaften; seit dem Jahre 12 v. Chr. war er Pontifex maximus und nach seinem Beispiel bekleidete fortan auf immer der Prinzeps dieser Priesterwürde. Dauernde Wirkung war den Maßnahmen des Augustus allerdings versagt. Die staatlichen Kulte behaupteten sich zwar nach außen hin, die alten Götter selbst aber waren tot. An ihre Stelle trat als eine Art Reichsreligion der Kaiserkult. Im Westen beschränkte er sich lange Zeit auf den verstorbenen Herrscher, der als "Divus" unter die Götter des Staatskultes eingereiht wurde, im Osten hingegen erhielt der Herrscher auf Grund langer einheimischer Tradition (Ägypten) schon zu Lebzeiten göttliche Ehren.

Die religiösen Strömungen der Kaiserzeit

Die religiöse Vorstellung der Gebildeten waren bestimmt von den Lehrren der griechischen Philosophie, im 1. und 2. Jh. n. Chr. vorwiegend von jenen der Stoiker und Epikurer, später von den Neuplatonikern. Unter dem einfachen Volk dagegen breiteten sich die orientalischen Religionen immer weiter aus. Ihre Anziehungskraft lag in Geheimlehren (Mysterien), die die Erlösungssehnsucht der Menschen befriedigten, vielfach auch in orgiastischen (ausschweifenden) Riten. Besondere Verehrung genossen Isis und der gleichfalls aus Ägypten stammende Serapis, die kleinasiatische Kybele (Magna Mater), ferner Mithras, ein iranischer Lichtgott, und der syrische Sonnengott (Baal), der im 3. Jh. n. Chr. als Sol invictus vorübergehend zum obersten Reichsgott erhoben wurde. Berührung, gegenseitig Beeinflussung und Vermischung dieser nebeneinander lebenden Religionen blieb nicht aus. Die verschiedenen Götter wurden schließlich als Erscheinungsformen einer einzigen Gottheit betrachtet (sog. religiöser Synkretismus). An diesem Vorgang hatte auch die philosophische Theologie des Neuplatonisums Teil. Weit verbreitet waren auch Aberglaube, Magie und Astrologie, welche gleichfalls aus dem Orient stammten.

Das Christentum lebte zunächst in den unteren Schichten der Bevölkerung: Gebildete wandten sich ihm in größerer Zahl erst zu, als es sich mit der anfangs von ihm abgelehnten und bekämpfen heidnischen Kultur und Bildung ausgesöhnt hatte. In Konflikt mit der Staatsmacht gerieten die Christen durch ihre Exklusivität. Die Unkenntnis ihrer Lehre gab Verleumdungen Nahrung und weckte besonders den Verdacht, sie seinen politische Verschwörer. Das Vorgehen des Staates gegen die Christen schwankte; Verfolgungen und relative Duldung unter einzelnen Herrschern wechselten. Zeitweilig wurde der Christ verfolgt, nur weil er Christ war, mitunter aus politischen Gründen, aus religiösen erst im 3. Jh. n. Chr., als die allgemeine Überzeugung ihnen die Schuld am Unglück des Reiches gab.

Da sie sich weigerten, den Göttern zu opfern, glaubte man, diese seien erzürnt. Das Edikt Konstantin (313 n. Chr.)) brachte die Duldung der christlichen Lehre und ihrer Anhänger, den endgültigen Sieg erst staatliche Unterstützung. Hauptgegner waren zuletzt der Mithraskult und die neuplatonische Philosophie, deren Heimstätte, die Akademie in Athen, 529 n. Chr. von Kaiser Justinian geschlossen wurde.

Römische Götter und griechische Mythen

Die Römer hatten offenbar einen eigenen Gott bzw. eigene Götter für nahezu jeden Gegenstand oder Tätigkeit von Bedeutung. So waren z. B. Consus (der Berger, dem der Schutz der geborgenen Feldfrüchte oblag, auch wenn sich nach Varros Meinung der Name von consilium, Rat, herleitete), Pales (Göttin der Schafherden und -hirten) und Robigus (er verhinderte den Getreidebrand) für landwirtschaftliche Belange zuständig; Ianus war der Gott der Türen, Tore und Durchgänge, Faunus der Gott alles Wilden, Silvanus der Gott der Wälder und des nicht bestellten Lands; daneben gab es zahlreiche andere Gottheiten, die anscheinend personifizierte Funktionen waren - für uns aber, und für die Römer, nur mehr Namen sind. Sie haben numen (göttliche Macht), aber keine individuelle Persönlichkeit.

Obgleich der Gottesdienst bei den Römern ausführlich und bis ins Detail festgelegt war und der Kalender das ganze Jahr hindurch von Priesterkollegien zu vollziehende Opfer und Riten zu Ehren der verschiedenen Götter vorsah, rankt sich nur um wenige Gottheiten irgendeine Geschichte, und selbst dann, wenn solche Geschichten darauf abzielen, den Kult oder die Funktion einer bestimmten Gottheit zu erklären, kommen die Götter selbst darin kaum vor.

Sollten die Römer jemals eine Mythologie über ihre Götter besessen haben, so ist sie unwiederbringlich verloren. Römischen Göttern mangelt es an persönlichen Abenteuern und Familienbanden: Was die wichtigsten Götter betrifft, so wurden sie einfach von den Griechen übernommen, wobei olympische und römische Gottheiten mehr schlecht als recht einander angeglichen wurden.

Die griechischen Hauptgötter waren KRONOS (Zeit), der von seinem Sohn Zeus gestürzt wurde; ZEUS, König der Götter und Wettergott; sein Bruder POSEIDON, Gott des Meeres und der Erdbeben;

HERA, die Königin des Himmels, Gemahlin (und Schwester) des Zeus, Göttin der Ehe und der Frauen; sowie Zeus´ andere Schwestern DEMETER (Göttin des Getreide und der Ernten) und HESTIA (Göttin des Herdes).

Zu diesen kommen die Kinder Heras, ARES (Kriegsgott) und HEPHAISTOS (Gott des Feuers und der Schmiedekunst), der mit APHRODITE verheiratet war. Sie war die Göttin der Liebe.

ATHENE, die Göttin der Weisheit, war die Tochter von Zeus und Metis. Andere Kinder des Zeus - von menschlichen Geliebten - waren die Zwillinge APPOLON (Gott der Musik, aber auch der Heilkunst, des Bogenschießens, der Herden und Hirten) und ARTEMIS, die mit wilden Tieren, Jagd und Jungfräulichkeit verbunden war.

HERMES, der Götterbote und Schutzpatron von Kaufleuten und Dieben, sowie der erst spät in die Reihen der Olympier aufgenommene DIONYSOS, der Gott des Weinens.

Einige (wenn auch nicht alle) dieser Götter setzten die Römer einfach mit Göttern aus ihrem Pantheon gleich, wobei sie nicht immer eine glückliche Hand bewiesen.

IUPPITER, NEPTUN, MARS VENUS und VESTA sind mehr oder weniger treffende Entsprechungen von Zeus, Poseidon, Ares, Aphrodite und Hestia; VULCANUS, der römische Gott des Feuers wird mit Hephaistos identifiziert, Artemis mit DIANA, einer Göttin der Wälder, wahrscheinlich aber auch des Mondes, der Frauen und der Geburt.

IUNO erscheint zwar historisch in Funktionen, die derjenigen der Hera sehr ähnlich sind, und besonders als Göttin der Frauen, doch war sie ursprünglich möglicherweise eine Göttin, die mit der Tüchtigkeit junger Krieger in Verbindung gebracht wurde.

Kronos fand keine zutreffende Entsprechung im römischen SATURN, ursprünglich vielleicht ein Fruchtbarkeitsgott. Ebenfalls eher überraschend ist die Gleichsetzung von MINERVA und Athene. Minerva war eine italische Göttin des Handwerks.

Für die Römer gehörte sie zum Trias ihrer Hauptgötter - Juppiter, Juno und Minerva-, die in einem Tempel auf dem Kapitol verehrt wurde.

MERKUR, mit Hermes gleichgesetzt, war wahrscheinlich ursprünglich gar kein römischer Gott, sondern lediglich ein im ersten Jahrzehnt des fünften vorchristlichen Jahrhunderts zusammen mit einigen andern Göttern von den Römern übernommener und umbenannter griechischer Gott. Zu den ersten , die in das römische Pantheon aufgenommen wurden, gehörten APOLLO (für den man kein römisches Äquivalent fand) als Gott der Heilkunst und der zum Gott erhobene Heros Herakles (den die Römer HERCULES nannten).

Rom zeigte sich im allgemeinen empfänglich für neue Götter und Göttinnen. Was die Römer aber tatsächlich von ihren hellensisierten Göttern hielten, läßt sich heute kaum mehr eruieren, da in den überlieferten Schriften die Geschichten nur noch literarische Motive oder Mittel darstellen.

Der Mythograph Hyginus

Die unter dem Namen Hygins erhaltenen Schriften. Es gibt zwei Werke, die den Namen des Hygins tragen, ein astronomisches und ein mythologisches Handbuch. Beide Werke stammen von einem Schriftsteller.

Das mythologische Handbuch. Es sind hier drei Teile auseinanderzuhalten: die Auszüge aus den Genealogien, Stammbäume der Götter und Heroen, das Sagenbuch mit Mythen der verschiedenen Sagenkreise, Zusammenstellungen nach den verschiedensten Gesichtspunkten nicht bloß der Mythologie, sondern auch der Geschichte, Literatur, Kunst und Geographie entnommen, ein unorganischer Anhang, der nichts mit Hygin zu tun hat. Dagegen sind, wie oben dargelegt wurde, die Genealogien und Sagen aus zwei Werken Hygins zusammengestellt, nicht vollständig, sondern nur im Auszug. Von den Genealogien ist dies von vornherein klar, da ja diese ursprünglich aus mehreren Büchern bestanden; aber auch bei dem Sagenbuch ist diese Annahme wahrscheinlich.

Das mythologische Handbuch war als vielbenutztes Hand- und Schulbuch im Laufe der Zeit manchen Veränderungen unterworfen. Es lag nahe, neue Stücke einzutragen, aber auch Kürzungen traten ein.

Das Werk bewegt sich ganz in der griechischen Welt und geht wohl in letzter Linie auf ein griechisches Original zurück.

Das mythologische Handbuch hat für uns einen sehr hohen Wert; besonders der Teil, der die Sagen enthält, ist für die Kenntnis der Stoffe der griechischen Tragödie ein unentbehrliches Hilfsmittel.

Der Mythograph Hygin hat vor 207 n. Chr. gelebt.

Übersetzung

Das Urteil des Paris

Juppiter soll, als Thetis Peleus heiratete alle Götter zum Hochzeitsmahl zusammengerufen haben, außer Eris, das heißt die Göttin der Zwietracht, welche, nachdem sie später überraschend gekommen war und zum Hochzeitsmahl nicht eingelassen wurde, welche von der Tür aus den Apfel in die Mitte warf und sagte, wer die Schönste sei solle ihn aufheben. Juno , Venus , Minerva begannen die Schönheit für sich zu beanspruchen, zwischen welchen ein großer Streit entstand. Daraufhin befahl Juppiter dem Mercur, daß er sie auf den Berg Ida zu Alexandros Paris hinabführe und ihm befehle zu entscheiden. Diesem versprach Juno, wenn er zu ihrem Gunsten entschieden hätte, daß er in allen Ländern regieren werde und daß er vor den übrigen als reich sich zeigen werde. Minerva versprach ihm, wenn sie von dort als Siegerin weggehe, daß er der Tapferste unter den Sterblichen sein werde und wissend in jeder Kunst. Venus aber versprach, daß sie ihm Helena, die Tochter des Tyndareos, die Schönste aller Frauen, in die Ehe gebe (zur Verbindung gebe). Paris zog das spätere Geschenk den früheren vor, und entschied, daß Venus die Schönste sei. Deswegen waren Juno und Minerva den Trojanern feindlich gesinnt. Alexander führte auf Veranlassung der Venus Helena von Sparta, vom Gastgeber Menelaos, nach Troja und hatte sie in der Verbindung (Ehe) zusammen mit den zwei Mägden Aethra und Thisadie, die ihm Kastor und Pollux als Kriegsgefangene zugewiesen hatten, einst Königinnen.

Anchises

Venus soll Anschises, den Sohn des Assaracus, geliebt haben und sie soll mit ihm geschlafen haben, von dem sie den Aeneas gebar. Sie schrieb ihm vor, dies nicht bei den Menschen zu verraten. Anchises erzählte dies den Tischgenossen unter Wein. Deshalb ist er vom Juppiter mit einem Blitz getroffen worden. Gewisse sagen, daß er durch seinen Tod umgekommen ist.

Odyssee

Odysseus , als er von Ilos in seine Heimat Ithaka zurückkehrte, ist er durch ein Unwetter zu den Kikonen verschlagen worden, deren Stadt Ismaros eroberte und als Beute auf die Gefährten verteilte. Von dort aus zu den Lotophagen, den am wenigsten schlechten Menschen, die die Lotusblume aßen, die eine aus Blättern gezeugt Blume. Und diese Art von Nahrung verschaffte eine so große Süße, daß diejenigen, die kosteten, darauf vergassen, nach Hause zurückzukehren. Als zwei Gefährten, die von Odysseus zu diesen geschickt worden waren, die von ihnen dargebotenen Pflanzen kosteten, vergaßen sie zu den Schiffen zurückzukehren. Diese führte Odysseus selbst gefesselt zurück. Von dort gelangte er zum Zyklopen Polyphemos, dem Sohn des Neptunus . Diesem war prophezeit worden, vom Seher Telemo, dem Sohn des Eurym, daß er sich davor hüte, daß er von Odysseus geblendet werde. Dieser hatte mitten in der Stirn nur ein Auge und fraß menschliches Fleisch. Nachdem dieser das Kleinvieh in die Höhle gebracht hatte, hat er einen gewaltigen Felsbrocken an die Öffnung gestellt. Dieser sperrte Odysseus mit den Gefährten ein und er begann seine Gefährten zu verzehren. Als Odysseus sah, daß er seiner Wildheit und Roheit nicht widerstehen könne, machte er ihn durch Wein , den er von Maron erhalten hatte, betrunken und er sagte, daß er Utis genannt werde. Als sie sein Auge mit einem brennenden Baumstamm ausbrannten, rief jener mit seinem Geschrei seine übrigen Zyklopen zusammen und sagte diesen aus der verschlossenen Höhle: Utis blendet mich. Jene glaubend, daß er den Spaßes wegen (aus Spaß) rede, ignorierten es.

Aber Odysseus band seine Gefährten an die Schafe und sich selbst an den Widder und so entkamen sie zu Aiolos, Sohn des Hellen, dem von Juppiter die Macht über die Winde gegeben worden ist. Dieser empfing Odysseus mit freiwilliger (offener) Gastlichkeit und er gab ihm Beutel, die voll waren mit Winde zum Geschenk. Als die Gefährten aber, die an Gold und Silber glaubten, die Schläuche bekommen hatten und mit ihm teilen wollten, lösten heimlich die Schläuche und die Winde flogen heraus. Er ist wieder zu Aiolos verschlagen worden, von dem er aber vertrieben wurde, weil Odysseus ein feindlichen Willen (Verhalten) der Götter zu haben schien. Er gelangte zu den Laestrygonas, deren König Antiphoes war <... er verschlang die Gefährten und zerstörte seine elf Schiffe, mit Ausnahme eines Schiffes, mit dem er, nachdem seine Gefährten verzerrt worden waren, auf die Insel Aia zu Kirke , der Tochter des Sol entkam, die nach Verabreichung eines Tranks die Menschen in wilde Tiere verwandelte. Zu dieser schickte er Eurylochos mit zwanzig Gefährten, die jene von der menschlichen Gestalt weg verwandelte. Der ängstliche Eurylochos, der nicht eingetreten war, floh von dort und berichtete es dem Odysseus, der sich allein zu ihr begab. Aber auf dem Marsch gab ihm Mercurius ein Heilmittel und zeigte, wie er Kirke täuschen solle. Nachdem dieser zu Kirke gekommen war und von ihr den Becher erhalten hat, warf er auf Geheiß des Mercurius das Heilmittel hinein, zückte das Schwert und drohte, daß er sie töten werde, wenn sie ihm nicht die Gefährten wiederherstelle. Da erkannte Kirke, daß dies nicht ohne Wille der Götter geschehen sei.

Nachdem der Eid gegeben worden war, daß sie nichts solches mehr machen werde, verwandelte sie dessen Gefährten wieder in die alte Gestalt, sie selbst schlief mit ihm, von dem sie zwei Söhne zeugte, Nausithous und Telegonus. Von dort brach er zum Avernosee auf, stieg in die Unterwelt hinab und fand dort seine Gefährten Elpenor, den er bei Kirke zurückgelassen hatte und fragte ihn auf welche Weise er dorthin gekommen sei. Diesem antwortete Elpenor, daß er betrunken über die Stiege gefallen sei und den Nacken gebrochen habe und er bat ihn, daß er ihn , wenn er in die Oberwelt zurückkehre, begrabe und ihm auf den Grabhügel das Steuerruder hinlege. Dort sprach der mit seiner Mutter Antikleia über das Ende seiner Irrfahrt. Dann kehrte er in die Oberwelt zurück, begrub den Elpenor und befestigte das Steuerruder so wie er gebeten hatte auf dem Grabhügel. Dann gelangte er zu den Sirenen , Töchter der Muse Melpomene und des Acholoos, die einen weiblichen oberen Teil hatten und einen unteren vogelartigen Teil. Deren Schicksal war es solange zu leben, solange kein Sterblicher, der ihren Gesang hörte, vorübergefahren sei. Odysseus, der von Kirke der Tochter von Sol gewarnt worden war, verstopfte den Gefährten die Ohren mit Wachs und befahl, daß er an den Mast gebunden werde und so fuhr er vorüber. So kam er zu Skyulla, der Tochter von Thypon , die einen oberen weiblichen Teil des Körpers hatte, den unteren Teil vom Leib eines Fisches und die sechs Hunde hatte , die aus ihr geboren waren . Diese verzehrte sechs Gefährten des Odysseus, die vom Schiff weggerissen worden waren. Er war auf die Insel Sizilien zum heiligen Vieh des Sol gekommen, welches brüllte als seine Gefährten sie im Topf (Kessel) kochten. Odysseus wurde von Teiresias gemahnt, das Vieh nicht anzurühren, und auch von Circe. Daher verlor er viele Gefährten. Er wurde zu Charybdis verschlagen, die drei Mal am Tag einschlürfte und drei Mal ausspeite. An dieser fuhr er auf Anordnung des Teiresias vorbei. Aber der Zorn den Sol blieb, weil dessen Vieh getötet worden war (nachdem er auf dessen Insel gekommen war und er auf Befehl desTeiresias verboten hatte, daß es getötet werde, stürzten sich die Gefährten auf das Vieh, als Odysseus schlief und als sie es daher kochten, gaben die Fleischstücke aus dem Kessel Gebrüll von sich).

Deswegen entbrannte Juppiter dessen Schiff mit einem Blitz. Irrend aus diesen Orten schwamm er nach einem Schiffbruch und nach Verlust der Gefährten auf die Insel Aeaeam. Hier lebte die Nymphe Kalypso , die Tochter des Atlas, die von der Gestalt des Odysseus gefangen, ihn ein ganzes Jahr zurückhielt und ihn nicht von sich weggehen lassen wollte bis Mercurius auf Befehl des Juppiters der Nymphe meldete, daß er sie entlassen soll. Nachdem er ein Floß gebaut hatte entließ ihn Kalypso ausgestattet mit allen Dingen. Dieses Floß zerstörte Neptun mit den Fluten, weil er seinen Sohn den Zyklopen des Augenlichts beraubt hatte.

Als er dann von den Fluten herumgetrieben wurde, gab ihm Leukothea , die wir Mutter Matuta nennen, die auf dem Meer ihr Leben verbringt, einen Gurt, durch den er sich die Brust fesselte, damit er nicht zugrunde hinabgehe. Nachdem er dies gemacht hatte, schwamm er weg. Dann kam er auf die Insel der Phaiaken und bedeckte sich nackt mit den Blättern von Bäumen, wo Nausikaa, die Tochter des Königs Alcinoos ein Gewand zum Fluß trug, um es zu waschen. Jener kam aus dem Unterholz hervor (entriß sich den Blättern) und bat sie, daß sie ihm Hilfe bringe. Jene bewegt vom Mitleid bedecke ihn mit einem Umhang und führte ihn zu ihrem Vater.

Jener schickte ihn, nachdem er gastfreundlich empfangen worden war und mit Geschenken ausgezeichnet worden war, in die Heimat Ihtaka. Der Zorn den Merkur verursachte wiederum ein Schiffbruch. Nach dem zwangisten Jahr kehrte er allein, nach Verlust der Gefährten, in die Heimat zurück. Als er von den Menschen nicht erkannt wurde und sein Haus betreten hatte, sah er die Freier, die Penelope für die Ehe anstrebten, wie sie den Königspalast belagerten und gab sich als Fremder (Gast) aus. Während seine Amme Euryklea die Füsse wusch, erkannte sie aus einer Narbe, daß es Odysseus sei. Danach tötete er die Freier mit Unterstützung der Minerva zusammen, mit dem Sohn Telemach und zwei Dienern mit Pfeilen.

(Deioneus zeugte Cephalus, Cephalus Arcesus, Arcisius Laertes, Laertes Odysseus, Odysseus von Kirke und Telegonos, von Penelope Telemachos; Telegonos von Penelope, der Gattin von Odysseus den Italus, der Italien nach seinen Namen benannt hat; von Telemachos stammt Latinus ab, der die lateinische Sprache nach seinem Namen benannt hatte.)

Telegonos

Telegonos, Sohn von Odysseus und Kirke, der von der Mutter ausgesandt wurde, den Vater zu suchen, wurde von einem Unwetter nach Ithaka verschlagen und begann dort, vom Hunger gezwungen, auf einem Feld zu plündern. Mit diesem kämpften Odysseus und Telemachos unwissend.

Odysseus ist von seinem Sohn Telegonos getötet worden, weil ihm prophezeit worden war, daß er sich beim Tod vor seinem Sohn in Acht nehmen solle. Nachdem er diesen erkannt hatte, wer er sei, kehrten sie auf Befehl der Minerva mit Telemachos und Penelope in die Heimat zurück, auf die Insel Aeaeam. Sie trugen den Toten Odysseus zu Kirke und übergaben ihn dort der Bestattung. Auf Geheiß derselben Minerva heirateten Telegonos Penelope und Telemachos Kirke. Von Kirke und Telemachos ist Latinus geboren, der nach seinem Namen der lateinischen Sprache seinen Namen gab. Von Penelope und Telegonos ist Italus geboren, der Italien nach seinem Namen benannte.

Interpretation durch K. Reinhardt

In der bunten Welt der Odyssee ist, Märchenhaftes und Volkstümliches, die heroische Weltanschauung der Ilias und manche soziale und kulturelle Vorstellung der jüngsten Vergangenheit zu einem "Weltganzen" vereinigt. Ursprünglich bestand Odysseus seine vielen Abenteuer mit einem einzigen Schiff. Die Flotte von zwölf Schiffen, die zum heroischen Stil besser paßt, ist Erfindung des Odysseedichters. Manche Abenteuer, wie die Sirenen, Skylla und Charybdis, Kirke und die Unterwelt, waren nur sinnvoll, wenn der Held auf einem Schiff fuhr. Bei dem Aiolos-Abenteuer ist O. zwar noch im Besitz der ganzen Flotte, aber auch spielt sich alles auf einem Schiff ab, und die übrigen elf mitfahrenden Schiffe sind an Schuld und Bestrafung dieser einen Schiffsbesatzung völlig unbeteiligt.

So hat der Dichter das Laistrygonen-Abenteuer, in dem die Flotte bis auf ein Schiff zugrunde geht, vielleicht nur erfunden, um für die restlichen Geschichten nicht mehr mit diesem überflüssigem Anhängsel belastet zu sein. Märchenhafte Züge dieses Abenteuers sind zum Teil durch die mit historischer Treue geschilderte Verfolgung und Vernichtung der Schiffe überdeckt.

Mit dem Lotophagen-Abenteuer befinden wir uns vollends im Märchenland. Daß Menschen durch Genuß einer Speise ihr Gedächtnis völlig oder teilweise einbüßen, ist ein beliebtes Märchenmotiv.

Das Zyklopen-Abenteuer stammt aus dem Bereich der über die ganze Welt verbreiteten Menschenfressergeschichten. Die Motive der Täuschung durch den Namen ("Niemand"), der Blendung des Riesen und der Flucht (mit Hilfe des Widders) kommen in diesen Geschichten wiederholt vor. In dem Ailos-Abenteuer haben wir eine alte Schiffersage vor uns. Das wahre Märchenland betritt O., als er auf der mythischen Insel Aiaia landet. Kirke ist die richtige Zauberin und Hexe, die Menschen in allerlei Tiere verwandeln kann, wobei sie die Erinnerung an ihr früheres Dasein mehr oder weniger verlieren. In der Odyssee wir allerdings nur die Verwandlung der Gefährten des O. vorgeführt. Wie es im Märchen gegen jeden Zauber ein Mittel gibt, so erhält O. von Hermes das Zauberkraut Moly, das ihn gegen die Künste der Hexe feit.

Das Sirenen-Abenteuer ist wohl als Schiffersage anzusprechen, die besonders gefährliche Stellen in der Nähe der Küste erklären wollte.

Der lange Aufenthalt des O. bei Kalypso entspricht dem in Heimkehrergeschichten üblichen Zug des langen Verweilens in der Fremde.

Als O. die Nymphe verlassen soll, stehen ihm keine Märchenhelfer bei, sondern dank seiner handwerklichen Geschicklichkeit entsteht das Floß, das bestimmt ist, ihn in die Heimat zu tragen.

Der Stoff der Odyssee ist die Geschichte des nach langen schweren Jahren und Irrfahrten in fremden Ländern endlich heimkehrenden Gatten.

Keine Garantie auf Vollständigkeit.

annette_ri@hotmail.com

15 von 15 Seiten

Details

Titel
Römische und griechische Mythologie
Veranstaltung
Lateinunterricht Klasse 9
Autor
Jahr
1998
Seiten
15
Katalognummer
V94808
Dateigröße
414 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Römische, Mythologie, Lateinunterricht, Klasse
Arbeit zitieren
Michael Hamel (Autor), 1998, Römische und griechische Mythologie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94808

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