Exil in den USA 1933-1945


Referat (Ausarbeitung), 1997
4 Seiten

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Thema: Exil in den USA 1933-1945

- Flucht in die USA gestaltet sich meist als sehr schwierig, Hilfe bietet das "Emergency Rescue Committee" in New York in Zusammenarbeit mit anderen Exilanten
- in die USA fliehen primär nicht nur Schriftsteller, sondern auch Journalisten und Publizisten
- rasche Amerikanisierung, private, berufliche und gesellschaftliche Integration, wie auch Flexibilität und Ausdauer, waren ein Muß, um seine Arbeit fortführen zu können
- unterschiedliche Grade der Anpassung
- Versuch, sich in den vorhandenen Medienmarkt zu integrieren --> amerikanische, fremdsprachige oder auslandsdeutsche Publikationen, Pressedienste oder Rundfunkprogramme
- eigene Publikationen gründen
- Chance, amerikanisches oder selten sogar auch deutschamerikanisches Publikum zu erreichen: organisierte Vortragsreisen ("lecture tours") zu allen nur denkbaren Gruppen, Vereinen, Colleges, Universitäten und Kirchengemeinden
- Tätigkeitsfeld emigrierter Journalisten meist bei der Exilpresse, trotz schlechter finanzieller Bedingungen, weil es eine relativ hohe Anzahl an Publikationen gab und der Einstieg am leichtesten schien

Einstieg in den amerikanischen Medienmarkt:

- aufgrund der ganz anderen medialen Struktur praktisch keine Chancen
- Mitarbeit nur für weitgehend Amerikanisierte möglich
- privatwirtschaftlicher Medienmarkt --> keine Möglichkeiten für dezidierte Linke oder gar Kommunisten (keine finanziellen Mittel, kein Publikum, keine Absatzmärkte; außer der kommunistischen Exilpresse)

- Unterkommen in verwandten Arbeitsbereichen, z.B. Forschungsinstitute, Universitäten und Colleges, Museen, Archive, Verlage

hier noch die besten Aussichten für Exilierte, weil

- berufliches Selbstverständnis am ehesten wie in der Heimat
- publizistische Nebenbeschäftigung möglich
- Anknüpfung an frühere wissenschaftliche Ausbildung oder Spezialgebiet
- manche Exilierte waren gezwungen, vorübergehend oder sogar dauerhaft fachfremde Tätigkeiten anzunehmen, meist handwerklicher oder kaufmännischer Natur; schriftstellerische oder journalistische Arbeit war in einem solchen Fall, wenn überhaupt, nur an freien Tagen oder nachts möglich
- Prominenz bedeutete keine Hilfe auf dem Arbeitsmarkt - seltsamerweise sind einige der prominentestem Journalisten der Weimarer Zeit beruflich gescheitert oder erheblich deklassiert worden, wie der frühere Chefredakteur der "Vossischen Zeitung", Georg Bernhard, oder der Theaterkritiker und Publizist Julius Bab

Amerikaner waren von früherer Berühmtheit nicht beeindruckt, besonders auch, wenn die Exilanten sich nicht anpassen konnten oder wollten

- Exilanten unternehmen auch Versuche, amerikanische Politik zu beeinflussen bzw. Amerika zum Eingriff in den Krieg zu bewegen, sowie auch von Amerika aus auf Deutschland Einfluß zu nehmen

Beispiele: Thomas Manns Radiosendungen nach Deutschland; Paul Tillich und Reinhold Niebuhr gründen im Frühjahr 1944 das "Council for a Democratic Germany"; Universitäten schließen sich zusammen zum "Universities Committee on Postwar International Problems"; Aufsatz von Wilhelm Sollmann mit dem Thema "How to Deal with Germany" (SOLLMANN, Wilhelm: "How to Deal with Germany" in einem Nachdruck von World Affairs, Band 105, Nr.2, Juni 1942, S. 82-86)

- nach Amerikas Eintritt in den Krieg (Dezember 1941) werden deutschsprachige Kurzwellendienste zur Inlands- und Auslandspropaganda errichtet

dringendes Bedürfnis an Emigranten als sprach- und landeskundige Berater und als Verfasser von Analysen und vertraulichen Berichten für den Geheimdienst

- anerkannteste deutsche Persönlichkeit in den USA: Dr. Thomas Mann

- Beispiel Ferdinand Bruckner

- Bemühungen, im Filmbetrieb oder in der Theaterszene der USA Fuß zu fassen
- Versuche, in englischer Sprache zu publizieren, amerikanische Themen aufzunehmen oder sich sogar an die Bedingungen des Broadway-Theaters anzupassen
- Versuch, durch die dramatische Gestaltung der amerikanischen Geschichte im Sinne von der Befreiung von nicht legitimierter Herrschaft auf die deutsche Situation hinzuweisen

Literaturliste

PANKAU, Johannes G.: "Amerikanische Geschichte als Paradigma der Befreiung - der Zusammenhang von politischer Wirkungsabsicht und kultureller Aneignung in Ferdinand Bruckners Exildramen 'Die Namenlosen von Lexington' und 'Simon Bolivar'" in PFANNER, Helmut F. (Hrsg.): "Kulturelle Wechselbeziehungen im Exil - Exile Across Cultures"; Bouvier, Bonn 1986. S.151-163

SCHNEIDER, Sigrid: "Deutsche Journalisten und Publizisten im New Yorker Exil: interkulturelle Kommunikationsprozesse und ihre beruflichen Folgen" in ebenda, S. 294-305

LANGKAU-ALEX, Ursula: "'Erziehungsdiktatur' oder 'Erziehung durch Demokratie?' Zum Konzeptionswandel im amerikanischen Exil nach 1940" in ebenda, S. 329-342

WINKLER, Michael (Hrsg.): "Deutsche Literatur im Exil 1933-1945"; Reclam, Stuttgart 1977

CAZDEN, Robert E.: "German Exile Literature in America 1933-1950"; American Library Association, Chicago 1970

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Details

Titel
Exil in den USA 1933-1945
Autor
Jahr
1997
Seiten
4
Katalognummer
V94826
Dateigröße
397 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Exil
Arbeit zitieren
Kirk (Autor), 1997, Exil in den USA 1933-1945, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94826

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