Gender- und Diversity-Management in Unternehmen. Ein kurzes Beispielprojekt


Einsendeaufgabe, 2014

6 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Die IT-Ideenschmiede ComputerMaus hat sich zum Ziel gesetzt, der ungleichen Verteilung von „Männlein/Weiblein“ in Unternehmen entgegen zu wirken und ein innovatives und chancengleiches Umfeld zu schaffen. Um als Paradebeispiel für ein faires und gleichberechtigtes Miteinander zu fungieren, orientieren wir uns unter anderem an dem schwedischen Modell1 zur Gleichstellung und Gleichstellungspolitik zwischen Männer und Frauen.

„Die international inzwischen gebräuchliche Definition von Gleichstellung wurde maßgeblich von Schweden und den nordischen Ländern geprägt und bedeutet, dass Frauen und Männer dieselben Rechte, Pflichten und Chancen in allen Bereichen des öffentlichen und privaten Lebens haben.“2

- Einerseits strebt dieses Modell die Gleichberechtigung und vollwertige Einbindung der Frau in die Arbeitswelt an, andererseits sollen präventive Gesundheitsmaßnahmen für Männer in anspruchsvollen Stellen geschaffen werden und auch Männer in klassischen Frauenberufen gefördert werden.
- Es wird versucht, Kompetenzen, Kenntnisse und Erfahrungen beider Geschlechter einzubeziehen und somit eine win-win-Situation zu kreieren.
- Laut dem Schwedischen Modell bedeutet Gleichstellung nicht gleich zu sein, sondern den gleichen Wert zu haben. Es wird besonders darauf hingewiesen, dass Gleichstellung einen Grundstein der Demokratie bildet und das es ohne tatsächliche Gleichstellung von Männern und Frauen keine wirkliche Demokratie geben wird.
- Um Gleichstellung in allen Lebensbereichen gewährleisten zu können, sieht das Schwedische Modell sechs Teilziele vor:

1. gleiche Verteilung von Macht und Einfluss zwischen Männern und Frauen
2. gleiche Möglichkeiten zur ökonomischen Unabhängigkeit
3. gleiche Verantwortung für Kinder und Haushalt
4. Freiheit von geschlechterbezogener Gewalt
5. gleiche Bedingungen und Voraussetzungen für Männer und Frauen für Arbeit, Unternehmenstätigkeit, Entwicklungs- und Karrieremöglichkeiten im Beruf
6. gleicher Zugang zur Ausbildung und gleiche Möglichkeiten zur Entwicklung von persönlichen Ambitionen, Interessen und Talenten

Für das Unternehmen ComputerMaus stehen die Punkte 5 und 6 im Fokus aller Überlegungen, da dieser in einem hohen Ausmaß mit den Unternehmenszielen korrelieren. Europaweit betrachtet nimmt Schweden den Vorreiterrolle in Bezug auf „Gleichstellung zwischen Männern und Frauen“ ein. Der Vorsprung auf die Länder Österreich und Deutschland hat sich in den letzten 15 Jahren drastisch erhöht.3 Jedoch finden sich auch in unserem geografischen Raum bereits erfolgreich implementierten Pilotprojekte.

Hierzu haben wir uns eingehend mit dem deutschen Fahrzeug-und Motorenhändler „Bosch Engineering GmbH“ beschäftigt, der als Vorbild im Bereich des Gender-Diversity-Managements für den deutschsprachigen Raum gilt.4 5

- An zehn Standorten beschäftigt Bosch rund 283.500 MitarbeiterInnen (Stand 2010) aus 42 Nationen und profitiert von den unterschiedlichsten kulturellen Einflüssen. Durch das Zusammenspiel von vielfältigen Anschauungen und Mentalitäten, stellt Bosch kundenzentrierte und marktorientierte Arbeitsweisen sicher.
- Gender Diversity bildet einen Grundgedanken des Unternehmens. Da die Technologiebranche aktuell einem Wandel unterzogen wird und auch Frauen vermehrt ihr Interesse diesem Gebiet kundtun, ist Bosch darin bestrebt, auf den Markt der Zukunft zu reagieren. Da Frauen eine große und wachsende Stellung im Unternehmen einnehmen, setzt Bosch auf gezielte Weiterbildungsmaßnahmen für weibliche Führungskräfte – ohne dabei jedoch bestimmte Quoten gerecht zu werden.
- Um die Bosch Engineering GmbH für Frauen und internationale BewerberInnen noch attraktiver zu machen, wurde 2004 der „Verein für Beruf & Familie“ gegründet und 2008 eine „Charta der Vielfalt“ unterzeichnet. Des Weiteren bietet Bosch seit 2010 ein eigenes „Business women’s program“ als auch einen „girl’s campus“ an, um speziell junge Frauen einen praxisnahen Einblick in die Welt der Technik zu gewähren.
- Neben der Frauenförderung hat sich Bosch zum Ziel gesetzt, seine MitarbeiterInnen bestmöglich durch alle Lebenslagen zu begleiten. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bildet eine wichtigen Punkt in der 2007 eigens dafür eingerichteten Abteilung „Zentrastelle für Diversity“. Die Arbeitgeberattraktivität und MitarbeiterInnenbindung soll durch demografisch angepasste Stellen, Arbeitszeitflexibilisierung und Kinderbetreuung sicher gestellt werden.

Teilzeitmodelle, welche auf die aktuelle Lebenssituation von MitarbeiterInnen angepasst werden, sollen die Freude am Job auch in kritischen Lebenssituationen sicherstellen.

- Da es sich bei der Bosch GmbH um ein Unternehmen handelt, welches weltweit tätig ist, bietet Bosch seinen Angestellten auch internationale Karrieremöglichkeiten. Bei Entsendung von MitarbeiterInnen ins Ausland legt Bosch Wert darauf, intakte Familien zu unterstützen und den Umzug als auch das Leben in einem neuen Land zu angenehm wie möglich zu gestallten. Mit Hilfe von Sprachkursen, interkulturellen Familienseminare, bezahlung von internationalen Schulen und Heimreisen sollen bei Karrieresprünge ins Ausland auch ein intaktes Familienleben sicher gestellt werden.
- Bosch fördert die Work-Life-Ballance und teilt die Meinung, dass MitarbeiterInnen sich nur dann auf die Arbeit konzentrieren können, wenn die Familie voll versorgt ist. Durch geeignet Rahmenbedinnungen möchte das Unternehmen Arbeit und Freizeit miteinander verbinden. Dazu bietet Bosch Betriebskindergärten, Vaterkarenz und Papamonate, die Möglichkeit von Home-Office und flexible Arbeitszeiten an. Durch dieses Entgegenkommen zielt Bosch darauf ab, als Arbeitgeber auch für famlilienorientierte Menschen, im Speziellen für Frauen, attraktiv zu sein.

Im weiteren Verlauf werden nun unserer Zielsetzung entsprechend die wichtigsten Schlüssefaktoren bzw. Erfolgskriterien des „Schwedischen Modells“ als auch der „Bosch Engineering GmbH“ herausgefiltert und auf ihre Anwendbarkeit bei ComputerMaus überprüft.

Wie bereits erwähnt, bilden die Punkte 5 und 6 der Teilziele des Schwedischen Modells eine solide Ausgangsbasis für eine erfolgreiche Implementierung des „Gender-Diversity-Managements“ bei ComputerMaus.

Durch den anonymen Bewerbungslauf möchten wir sicherstellen, dass die gleichen Bedingungen und Voraussetzungen für Männer als auch Frauen geschaffen werden.

In Bezug auf Entwicklungs- und Karrieremöglichkeiten sieht ComputerMaus vor, die interne Personalentwicklung ohne Präferenzen für ein Geschlecht auszurichten.

Der Fokus soll auf die Eigenschaften bzw. Fähigkeiten der PERSON gerichtet werden, unabhängig vom Geschlecht. Dadurch wird von einer bestimmten Geschlechterquote Abstand genommen. Das Ziel besteht NICHT darin, ein Quote von 50:50 zu generien, sondern die richtigen Personen an der richtigen Stelle einzusetzen, ohne dabei auf das Geschlecht zu achten. Durchaus streben wir jedoch an, das Interesse von Frauen für die IT-Branche zu wecken.

Durch soziale Einrichtungen wie z. B.: Errichtung eines Betriebskindergartens, flexible Arbeitszeitmodelle und Förderprogramme zur Aus- bzw. Weiterbildung soll die Möglichkeit zur Entwicklung von persönlichen Ambitionen, Interessen und Talenten geschaffen werden. Dies soll in Anpassung an die jeweilige Lebenssituation jeder einzelnen MitarbeiterIn geschehen.

Die gesetzten Maßnahmen sollen dazu beitragen, dass die Firma ComputerMaus als Arbeitgebermarke attraktiviert wird und somit für MitarbeiterInnen als auch für potenzielle BewerberInnen als fairer und sozialer Betrieb wahrgenommen wird.

[...]


1 Vgl. Stepanek, 2006, S. 1f.

2 Stepank, 2006, S.2

3 Vgl. Stepanek, 2006, S.3f.

4 Vgl. http://www.uni-mannheim.de / Stand vom 25.05.2014

5 Vgl. http://www.bosch-engineering.de / Stand vom 25.05.2014

Ende der Leseprobe aus 6 Seiten

Details

Titel
Gender- und Diversity-Management in Unternehmen. Ein kurzes Beispielprojekt
Hochschule
Ferdinand Porsche FernFH
Note
1,7
Autor
Jahr
2014
Seiten
6
Katalognummer
V948298
ISBN (eBook)
9783346290304
Sprache
Deutsch
Schlagworte
gender-, diversity-management, unternehmen, beispielprojekt
Arbeit zitieren
Corinne Reiser (Autor), 2014, Gender- und Diversity-Management in Unternehmen. Ein kurzes Beispielprojekt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/948298

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Gender- und Diversity-Management in Unternehmen. Ein kurzes Beispielprojekt



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden