Das Thema der hochsensiblen Menschen (kurz: HSP) beschäftigt mich nun seit ca. 5 Jahren. Damals las ich, im Rahmen meiner Beraterausbildung ein Buch von Dr. Samuel Pfeifer, mit dem Titel "Der sensible Mensch, Leben zwischen Begabung und Verletzlichkeit". Mein Interesse wurde schnell geweckt, da ich mich zum einen darin selber wiederfand und zum anderen merkte, dass wohl einige Menschen die zu mir in die Beratung kamen auch hochsensibel veranlagt sein könnten; und dass die Probleme, die sie im Leben hatten ev. auf diese Hochsensibilität zurückzuführen waren. Ich wurde neugierig und las weitere Literatur zum Thema. Vor allem die Bücher von Elaine N. Aron, die den Begriff der HSP geprägt hat. Danach verteilte ich Fragebögen, um die Menschen mit Hochsensibilität zu „finden“. Da hochsensible Menschen ja durchaus keine Seltenheit sind (ich komme noch darauf zu sprechen) wurde ich auch sofort fündig. Ich gründete eine Gesprächsgruppe für HSPs und konnte so weitere Erfahrungen sammeln. Das Wissen um die besondere Sensibilität einiger Menschen, und die daraus resultierenden Begabungen und Probleme, hat meine Beratertätigkeit, meine Arbeit als Reittherapeutin und mich selbst positiv verändert. Mit dieser Diplomarbeit möchte ich einen weiteren Personenkreis auf das Thema Hochsensibilität aufmerksam machen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition, Ursachen, Symptome
2.1. Definition von Hochsensibilität und HSP
2.2. Ursachen:
2.3. Auswirkungen: physisch, psychisch, sozial
2.4. Selbstmanagement für HSP
2.5. Wenn Hochsensibilität zur Krankheit wird
2.6. Hochsensibilität und Kindheit
2.7. Eine besondere Form von HSP – „high sensation seekers“
3. Beschreibung meiner Arbeit
4. Hochsensible Menschen (HSP) in der pferdegestützten Therapie
4.1 Ressourcen und Selbstwahrnehmung fördern
4.2 Frau R.
4.3 Frau H.
4.4. J.
4.5. Js.
4.6 T.
5. Reflexion meiner Arbeit mit HSP
6. Grenzen und Schwierigkeiten, kritische Bemerkungen
6.1 Empfindlichkeit oder Hochsensibilität?
7. Schlussbemerkung und Dank
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Anwendung der pferdegestützten Therapie bei hochsensiblen Menschen (HSP), um deren Ressourcen zu stärken, die Selbstwahrnehmung zu fördern und Strategien zur Bewältigung der Herausforderungen ihrer Hochsensibilität im Alltag zu entwickeln.
- Grundlagen, Ursachen und Symptome der Hochsensibilität
- Selbstmanagement-Strategien für den Alltag von HSP
- Therapeutische Interventionen in der Arbeit mit Pferden
- Fallbeispiele zur therapeutischen Begleitung von Kindern und Erwachsenen
- Abgrenzung von Hochsensibilität zu anderen Störungsbildern
Auszug aus dem Buch
4.1 Ressourcen und Selbstwahrnehmung fördern
Können HSP zu ihrer eigenen Sensibilität, mit allen Vor- und Nachteilen, stehen, ist das etwas sehr Heilsames. Damit dies gelingen kann, ist eine gute Selbstwahrnehmung wichtig. Diese ist in der pferdegestützten Therapie gut zu fördern durch Wahrnehmungsübungen und Übungen zur Stärkung des Selbstbildes. Hochsensible Menschen fühlen sich oft der Welt nicht zugehörig, wie „von einem anderen Stern“. Dies führt nicht selten zu Bemühungen sich den Anderen anzupassen; nicht so zu sein wie man ist und nicht so wahrzunehmen wie man wahrnimmt. Wer sich aber nicht rechtzeitig wahrnimmt, kann auch nicht gut für sich sorgen. Dies führt meist zu Energieverlust und Abgrenzungsproblemen.
Zu lernen, mit der Wahrnehmung bei sich zu bleiben und dennoch die Welt da draussen nicht aus den Augen zu verlieren, ist der Schlüssel für HSP um mit den eigenen Energien besser umgehen zu können und nicht geschwächt zu werden. Pferdegestützte Therapie ist immer auch körperorientierte Therapie und somit gut geeignet um die Körperwahrnehmung von HSP zu verbessern.
Folgende Übungen und Interventionen sind in der pferdegestützten Therapie mit hochsensiblen Menschen sinnvoll:
1. Sich selbst besser kennen lernen:
- Wahrnehmungsübungen am Pferd (fühlen, ertasten…) und auf dem Pferd
(Liftübung…)
2. Aussen- und Innenreize wahrnehmen:
- Achtsamkeitsübungen (was sehe, höre, rieche, spüre… ich?)
- Gelingt es mir, meinen Fokus auf etwas anderes zu lenken?
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Autorin beschreibt ihre persönliche Motivation und den Weg zur Auseinandersetzung mit dem Thema Hochsensibilität im Kontext der Reittherapie.
2. Definition, Ursachen, Symptome: Dieses Kapitel erläutert die wissenschaftlichen Grundlagen, Auswirkungen und die Entstehung des Begriffs sowie notwendige Abgrenzungen zu anderen Persönlichkeitsmerkmalen.
3. Beschreibung meiner Arbeit: Die Autorin stellt ihr therapeutisches Setting in der Schweiz und ihren Zugang zur Reittherapie als körperorientierte Methode vor.
4. Hochsensible Menschen (HSP) in der pferdegestützten Therapie: In diesem zentralen Teil werden spezifische therapeutische Ansätze sowie detaillierte Fallbeispiele von vier Klienten und einer Klientin dargestellt.
5. Reflexion meiner Arbeit mit HSP: Eine kritische Auseinandersetzung mit den Erfolgen, Herausforderungen und dem eigenen Erleben der therapeutischen Arbeit.
6. Grenzen und Schwierigkeiten, kritische Bemerkungen: Es werden die Grenzen des Konzepts Hochsensibilität aufgezeigt und eine notwendige Differenzierung zu psychischen Erkrankungen gefordert.
7. Schlussbemerkung und Dank: Die Arbeit schließt mit einer systemischen Einordnung der Hochsensibilität in der Natur und einem persönlichen Dank an Wegbegleiter.
Schlüsselwörter
Hochsensibilität, HSP, Reittherapie, pferdegestützte Therapie, Selbstwahrnehmung, Ressourcen, High Sensation Seekers, Psychologie, Achtsamkeit, Körperwahrnehmung, Abgrenzung, Selbstmanagement, Entwicklung, therapeutische Begleitung, Sensibilität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Abschlussarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beleuchtet die Rolle und die Bedürfnisse hochsensibler Menschen (HSP) und untersucht, wie pferdegestützte Therapie dazu beitragen kann, diese Menschen in ihrer besonderen Veranlagung zu unterstützen und zu stärken.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zu den Kernbereichen gehören das Verständnis der Hochsensibilität, das Selbstmanagement im Alltag, die Förderung der Körperwahrnehmung sowie die therapeutische Arbeit in Verbindung mit Pferden.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch pferdegestützte Therapie die Selbstwahrnehmung und das Selbstbild hochsensibler Klienten verbessert werden können, um einen gesünderen Umgang mit ihrer Sensibilität zu finden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um einen praxisorientierten Ansatz, der theoretisches Fachwissen mit einer qualitativen Analyse durch Fallbeispiele und Reflexionen aus der eigenen therapeutischen Praxis verbindet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Hochsensibilität und einen praktischen Teil, in dem konkrete Übungen sowie die Verläufe von Reittherapien bei verschiedenen Klienten dokumentiert werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Hochsensibilität (HSP), Reittherapie, Selbstwahrnehmung, Psychologie, Achtsamkeit und Abgrenzung.
Wie unterscheidet die Autorin zwischen Hochsensibilität und bloßer Empfindlichkeit?
Die Autorin betont, dass Hochsensibilität eine angeborene Begabung ist, während Empfindlichkeit oft eine erworbene, traumatisch oder krankheitsbedingte Reaktionsweise auf äußere Belastungen darstellt.
Warum sind Pferde als Partner in der Therapie für HSP besonders geeignet?
Pferde agieren als sensible Spiegel, die unmittelbar auf Körpersprache reagieren, und unterstützen hochsensible Menschen dabei, körperliche Wahrnehmung zu schulen und sich im Hier und Jetzt zu erden.
Was bedeutet der Begriff „High Sensation Seeker“ im Kontext der Arbeit?
Es handelt sich um eine spezielle Form der HSP, die trotz hoher Sensibilität aktiv nach neuen, intensiven Reizen sucht, was häufig zu inneren Konflikten und Widersprüchlichkeit im eigenen Erleben führt.
- Arbeit zitieren
- Birgit Hunkeler (Autor:in), 2010, Hochsensible Menschen in der Pferdegestützten Therapie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/948418