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Der Hexenhammer. Eine Kompilation als Ursache für den Hexenwahn?

Eine analytische Betrachtung

Titel: Der Hexenhammer. Eine Kompilation als Ursache für den Hexenwahn?

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2018 , 25 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Katharina Müller (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Hexenverfolgung – eine der wohl grausamsten Zeiten, die man sich vorstellen kann. Folter galt als eine der legitimen Methoden, Leid durchzog den Alltag. Irrtümlicherweise wird all dies häufig lediglich mit dem Mittelalter assoziiert, ist jedoch zeitlich in ihrem Kern der frühen Neuzeit/dem Humanismus zuzuordnen. Dabei liegen die Wurzeln des Glaubens an Magie noch viel tiefer, wie bereits die Etymologie des Wortes zeigt.
Dabei wird in der Forschung häufig der Hexenhammer als Ursache für diesen Wahn angeführt - auch für die Wende zum Weiblichen hin ist er bekannt. Aufgrund dessen stellt der Hexenhammer einen äußerst interessanten Untersuchungsgegenstand dar und die Fragestellung der vorliegenden Hausarbeit wird sich eben danach ausrichten: „Worin liegen die Wurzeln für den erheblichen Einfluss und Erfolg des Hexenhammers?“ Dabei liegt auch ein Augenmerk darauf, ob der Hexenhammer als Hauptursache oder Teilursache für den Hexenwahn zu sehen ist.

Da die Hexenverfolgung als ein gesamtgesellschaftliches Phänomen zu sehen ist, darf diese nicht lediglich auf den Inhalt eines Werkes reduziert betrachtet, sondern muss in den historischen Kontext eingebettet werden. Daher wird der erste Teil dieser Hausarbeit sich einer knappen theoretischen Grundlage widmen. In dem zweiten Teil, welcher lediglich vom Hexenhammer selbst ausgeht, erfolgt eine Analyse des Inhalts. Dabei wird Bezug auf die drei verschiedenen Teile des Hexenhammers genommen, welche vor Beginn der Analyse noch einmal genauer vorgestellt werden. Da der Hexenhammer besonders bekannt für die kausale Hinwendung zum Weiblichen ist, steht diese im Fokus der Analyse. Indes sollen die Frage, inwiefern die Idee der weiblichen Hexe Kramer entsprang und wie er es schaffte die breite Masse für seine Idee zu „begeistern“, ebenfalls Untersuchungsgegenstand sein. Dafür erfolgt eine genauere Betrachtung des argumentativen Vorgehens anhand einer Passage, welche gezielt auf Frauen als Hexen ausgerichtet ist. Weitergehend soll die Darstellung Kramers Hexereibegriffs sowie eine mögliche Akzentuierung darin herausgearbeitet und die Bedeutung auf der rechtswissenschaftlichen Ebene genauer dargestellt werden. In der Abschlussbetrachtung werden die beiden Teile letztendlich in Verbindung gebracht, um darauf aufbauend eine Schlussfolgerung ziehen zu können.

Leseprobe


Gliederung

1. Einleitung

2. Wurzeln des Hexenwesens und das gesellschaftliche Klima der Entstehungszeit

2.1 Das Konstrukt der Hexerei

2.2 Das Frauenbild des Mittelalters

3. Der Hexenhammer in einer analytischen Betrachtung

3.1 Kramers Darstellung des Hexereibegriffs

3.2 Argumentationsvorgehen und Frauenbild

3.3 Bedeutung auf rechtswissenschaftlicher Ebene

4. Abschlussbetrachtung – Rolle des Hexenhammers im Gesamtzusammenhang

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen für den erheblichen Einfluss und den Erfolg des Hexenhammers von Heinrich Kramer. Dabei wird analysiert, inwieweit das Werk als Haupt- oder Teilursache für den Hexenwahn anzusehen ist und wie Kramer durch ein spezifisches, auf das weibliche Geschlecht ausgerichtetes Argumentationsvorgehen eine breite Wirkung erzielen konnte.

  • Historische Entwicklung des Hexereibegriffs und dessen theologischer Rahmen
  • Analyse des mittelalterlichen Frauenbildes als Fundament für Kramers Thesen
  • Untersuchung von Kramers Argumentationsstrategien und dem scholastischen Vorgehen
  • Bedeutung des Hexenhammers für die rechtswissenschaftliche Praxis und Inquisition
  • Einordnung des Werkes als Teil eines gesamtgesellschaftlichen Phänomens

Auszug aus dem Buch

3.2 Argumentationsvorgehen und Frauenbild

Bereits der Titel des Hexenhammers und ein Blick in das Inhaltsverzeichnis verraten Kramers eindeutigen Fokus auf das weibliche Geschlecht. Zwar findet auch das Wort ‚Hexer‘ an einigen Stellen Platz, erscheint im Gegenzug zu seiner weiblichen Form jedoch sehr rar vertreten. So beinhaltet auch der lateinische Titel Malleus maleficarum die weibliche Form von ‚maleficus‘. Bereits anhand dessen lässt sich eine Fokussierung des weiblichen Geschlechts festmachen und ein gezieltes Vorgehen Kramers erahnen.

Ein genaueres Frauenbild lässt sich nun anhand der sechsten Frage über die Hexen selbst, die sich den Dämonen unterwerfen, ausmachen. Bereits zu Beginn leitet Kramer ein, dass viele allgemeine Fragen bezüglich dessen aufgeworfen würden. An dieser Stelle solle aufgrund des zu großen Umfangs allerdings ein Fokus darauf liegen, warum sich diese Art der Verruchtheit vorwiegend bei dem gebrechlichen Geschlecht fände. Gemäß der scholastischen Methode müsste Kramer nun Argumente für und gegen diese These anführen, um zu der Wahrheit zu gelangen. Jedoch erachtet Kramer eine Anführung der Gegenargumente als nicht notwendig. „Bezüglich des ersten Punktes […] frommt es nicht, Argumente für das Gegenteil herzuleiten, da außer den Zeugnissen der Schriften und glaubwürdiger (Männer) die Erfahrung selbst solche glaubwürdig macht“. Durch die Anführung der Erfahrung wird ebenfalls das scholastische Deduktionsprinzip verletzt. Es wird schnell klar, dass Kramer sein eigenes Interesse verfolgt und programmatisch vorgeht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die etymologischen Wurzeln des Hexenbegriffs und führt den Hexenhammer als eines der einflussreichsten Werke der Hexenlehre ein, dessen Erfolg wesentlich auf seiner Definition des Hexereibegriffs basiert.

2. Wurzeln des Hexenwesens und das gesellschaftliche Klima der Entstehungszeit: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung des Hexenglaubens nach, von frühen Dämonenvorstellungen über die Herausbildung der Inquisition bis hin zur zunehmenden Verfolgung im Spätmittelalter, und untersucht das frauenfeindliche Frauenbild dieser Epoche.

3. Der Hexenhammer in einer analytischen Betrachtung: Hier erfolgt die detaillierte inhaltliche und methodische Untersuchung des Werkes, wobei Kramers bewusste Umdeutung scholastischer Autoritäten, sein programmatischer Fokus auf Frauen und die Auswirkungen seiner Anleitung auf die juristische Hexenverfolgung analysiert werden.

4. Abschlussbetrachtung – Rolle des Hexenhammers im Gesamtzusammenhang: Das Fazit stellt fest, dass der Hexenhammer zwar ein geschlossenes, aber pseudowissenschaftliches Gedankensystem bietet, das den Nerv der Zeit traf, jedoch nicht als alleinige Hauptursache für den Hexenwahn, sondern als Beschleuniger in einem komplexen Gefüge historischer Faktoren zu sehen ist.

Schlüsselwörter

Hexenhammer, Malleus Maleficarum, Hexenverfolgung, Frauenbild, Scholastik, Heinrich Kramer, Dämonologie, Teufelspakt, Inquisition, Schadenszauber, Mittelalter, Hexenwahn, Frauenfeindlichkeit, Rechtswissenschaft, Glaubensgeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse des Hexenhammers von Heinrich Kramer und untersucht, warum dieses Werk einen solch enormen Einfluss auf die Hexenverfolgung der frühen Neuzeit ausüben konnte.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die historische Entstehung des Hexereibegriffs, die Rolle des mittelalterlichen Frauenbildes in der Rechtfertigung von Verfolgungen sowie die methodische und argumentationsstrategische Vorgehensweise des Verfassers.

Was ist das primäre Forschungsziel der Arbeit?

Das Ziel ist es zu klären, worin die Wurzeln für den Erfolg des Hexenhammers liegen und ob das Werk als Hauptursache oder lediglich als Katalysator für den Hexenwahn zu betrachten ist.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit nutzt eine analytische Betrachtungsweise, indem sie das Werk in seinen historischen Kontext einbettet und die Argumentationsmuster Kramers unter Anwendung der scholastischen Methodik kritisch hinterfragt.

Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der systematischen Analyse der drei Teile des Hexenhammers, wobei insbesondere Kramers Konstruktion einer weiblichen Hexe und die rechtswissenschaftliche Bedeutung seiner Forderungen für die juristische Praxis im Fokus stehen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Hexenhammer, Malleus Maleficarum, Frauenbild, Scholastik, Dämonologie und Inquisition charakterisiert.

Wie bewertet die Arbeit die Wissenschaftlichkeit von Kramers Vorgehen?

Die Analyse kommt zu dem Schluss, dass Kramer zwar scholastische Strukturen nutzt, diese jedoch programmatisch und intentional verfälscht, um seine eigene frauenfeindliche Agenda durch scheinbar wissenschaftliche Argumentation zu legitimieren.

Warum ist das Frauenbild im Mittelalter für die Arbeit so relevant?

Das Frauenbild ist essenziell, da Kramer dieses gezielt als Fundament nutzt, um Frauen als besonders anfällig für den Teufelsglauben und damit als Hauptschuldige der Hexerei darzustellen.

Welche Rolle spielt die Inquisition laut der Arbeit für das Werk?

Die Arbeit zeigt auf, dass Kramer die zuvor etablierten Disziplinarverfahren der Inquisition für seine Zwecke abänderte, um eine effizientere und für die Betroffenen verheerendere Durchführung von Hexenprozessen zu ermöglichen.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Hexenhammer. Eine Kompilation als Ursache für den Hexenwahn?
Untertitel
Eine analytische Betrachtung
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Note
1,3
Autor
Katharina Müller (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
25
Katalognummer
V948622
ISBN (eBook)
9783346287373
ISBN (Buch)
9783346287380
Sprache
Deutsch
Schlagworte
hexenhammer eine kompilation ursache hexenwahn betrachtung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Katharina Müller (Autor:in), 2018, Der Hexenhammer. Eine Kompilation als Ursache für den Hexenwahn?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/948622
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  25  Seiten
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