Ist die Aula ein geeignetes Medium für Werbung?


Seminararbeit, 1996

21 Seiten


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INHALTSVERZEICHNIS

1. Einleitung

2. Definition: "Rechtsextremismus"
2.1. Geschichte und Charakteristika der "Aula"

3. Untersuchungsdesign
3.1. Einleitung
3.2. Zusätzliche Fragestellungen
3.3. Methodische Vorgangsweise
3.3.1. Methode der Telefonbefragung
3.3.1.1. Vorteile der Telefonbefragung
3.3.1.2. Nachteile der Telefonbefragung
3.3.2. Gute Fragen - Gute Antworten
3.4. Auswahlverfahren

4. Untersuchungsergebnisse
4.1. Darstellung
4.2. Einteilung der Grundvaribalen
4.3. Graphik

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

7. Anhang

1. Einleitung

Die bislang vierte Briefbombenserie entsetzte das Land, der Briefbombenprozeß um Peter Binder und Franz Radl ist seit Wochen eines der wichtigsten Gesprächsthemen, die Politik der Freiheitlichen Partei Jörg Haiders entzweit die Nation Österreich - das Phänomen "Rechtsextremismus" gehört in unserem Heimatland mittlerweile zum Alltag.

Seit einigen Jahren versuchen engagierte und couragierte Journalisten1 definitiv in das "braune Netzwerk" einzudringen, scheitern jedoch immer wieder an der guten Organisation der rechtsextremen Kreise.

Wenn die Exekutivbeamten dann einen Teilerfolg vermelden können und einige in Sachen Wiederbetätigung straffällige Personen festnehmen, ist das meisten nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Den Machern im Hintergrund fällt es leicht, einige Sympathisanten, ihr Fußvolk, für d a s Ziel, was auch immer das im Endeffekt ist, zu opfern. Die wirklichen Köpfe im europäischen Rechtsextremismus zu finden, ist wohl eines der schwierigsten Dinge überhaupt. Die Herren im Nadelstreif, die wirtschaftlich die Fäden in der Hand halten, agieren für die Fahnder meist zu unauffällig. Ihre wahre Gesinnung wissen sie geschickt zu verbergen.

In Zeiten, in denen der Computer und alle damit verbundenen Errungenschaften zu einer bestimmenden Größe in unserem Alltag werden, machen Windows & Co. auch vor rechtsextremen Kreisen nicht halt. Laut neuestem Ermittlungsstand der Einsatztruppe zur Bekämpfung von Terrorismus ist die Chance, daß sich die "braunen Recken" die Anleitung zum Briefbomben-Bau via Internet auf den Bildschirmen geholt haben, als groß zu erachten. Die mangelnden Möglichkeiten, rechtliche Schritte gegen diese Umtriebe unternehmen zu können, läßt dieses neue Kommunikationsmittel für die "Wölfe im Schafspelz" zu einer Spielwiese der xenophobischen Perversionen werden.

Trotz all diesen technischen Errungenschaften sind Printmedien noch immer das wichtigste Verbreitungsmittel rechten Gedankengutes. Neben aggressiven Hetzblättern wie z.B. "Halt", "Sieg", "Gäck" gibt es auch "gemäßigte" wie die "Aula", die aber in den letzten Jahren in den Mittelpunkt des rechtsextremen Spektrums Österreich gerückt ist und sowohl in politisch-organisatorischer Hinsicht als auch in politisch- weltanschaulichen Belangen eine zentrale Funktion erlangt hat.2 Bevor aber die gewonnen Einblicke in die Werbetätigkeit in der "Aula" präsentiert werden, scheint es mir sinnvoll, den Begriff "Rechtsextremismus" zu definieren.

Darüber wird in Kapitel Zwei kurz eingegangen. Außerdem folgt in diesem Kapitel ein kurzer historischer und charakteristischer Abriß über die "Aula".

In Kapitel Drei wird auf das Untersuchungsdesign, die Methoden und die Fragestellungen eingegangen.

Die endgültigen Ergebnisse werden dann in Kapitel Vier graphisch aufgeschlüsselt und kommentiert.

Die gestellte Forschungsfrage soll dann im fünften und letzten Kapitel im Rahmen dieser wissenschaftlichen Untersuchung beantwortet werden.

Zu Dank bin ich all denen verpflichtet, die mir Unterlagen und Material sowie die Möglichkeit, diese Arbeit in dieser Form auf Papier zu bringen, zur Verfügung gestellt haben.

Besonders erwähnt seien der Parlamentsklub der ÖVP, Mag. Christian Krebs, Martina Linninger und ihr Team und das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands. Lob an die Bibliothek der Universität Wien für die prompte Aushebung des von mir benötigten Materials.

Dank an Hellfried Mayer als den Mann, der mir den Weg zum Journalismus gezeigt hat. Und vor allem an Tina - für alles.

2. Definition : "Rechtsextremismus"

Den Begriff "Rechtsextremismus" genau zu definieren, könnte für Wissenschaftler zu einer Lebensaufgabe werden, zu vielfältig sind die verschiedenen Gruppierungen in ihren Zielen, Vorhaben und Charakteristika. So ist unmöglich, eine idealtypische, definitive und endgültige Definition zum Begriff "Rechtsextremismus" abzugeben. Eine der meist verwendetsten Darstellungen der Grundstruktur von "Rechtsextremismus" stammt von Willibald I. Holzer3. Holzer ist der Meinung, daß Rechtsextremismus vor dem Hintergrund ideengeschichtlicher Entwicklungslinien und sozioökonomischer Funktionsspezifika als extreme Spielart des Konservativen erscheint, aber auch die Abgrenzung des Rechtsextremismus als Variante des Konservatismus aufgrund romantisierender Vergangenheitssicht zum Terminus "radikal" hat für Holzer Wichtigkeit. Der Radikale handelt "vernunftbezogener Aufklärung verpflichtet" immer im Bewußtsein vorhandener Realitäten, während das Handeln eines Extremisten durch überhöhte Ideale auf wissentlicher Fehleinschätzung von Vergangenheit und Gegenwart basiert. In Rechtsextremismus wird aber kein Synonym zu Neonazismus, Neofaschismus oder Kryptofaschsimus gesehen. Neofaschismus ist vielmehr eine Form von Rechtsextremismus.

Rechtsextreme Bestrebungen kennzeichnet ein völkischer Nationalismus, dessen Triebfeder ein elitäres rassistisches Denken ist. Nicht die Gemeinsamkeiten der Geschichte, der Kultur und insbesondere der Sprache bestimmen nach rechtsextremistischer Weltanschauung die Zugehörigkeit zu einem Volk und zu einer Nation, sondern allein die biologische Abstammung (Rassevolk, Rassenation). Das ideologische Feindbild wird durch Rassen- und Fremdenhaß (insbesondere gegen Türken, Juden und Farbige) aber auch durch Ablehnung von Sozialisten, Kommunisten, Studenten und Liberalen, Intellektuellen, Künstlern und kritischen Journalisten, Feministinnen, Freimaurern, nationalen Minderheiten, ja selbst ganzer Wissenschaften wie Psychologie, Soziologie, Politikwissenschaft und Zeitgeschichte geprägt.

2.1. Geschichte und Charakteristika der "Aula"

Die "Aula" wurde 1951 gegründet und erschien damals noch unter dem Namen "Der freiheitliche Akademiker - Mitteilungungsblatt des Akademikerverbandes Österreichs" und heißt seit 1952 "Aula".

Medieninhaber4: Freiheitlicher Akademikerverband Steiermark (48,4 %), Freiheitlicher Akademikerverband Wien-Niederösterreich-Burgenland (25 %), Freiheitlicher Akademikerverband Oberösterreich (8,3 %), Freiheitlicher Akadamikerverband Salzburg (8,3 %), Freiheitlicher Akademikerverband Tirol- Vorarlberg (5 %), Freiheitlicher Akademikerverband Kärnten-Osttirol (5 %).

Herausgeber und Verleger: Aula Verlag Ges.m.b.H.; für den Inhalt verantwortlich Dipl.Vw. Herwig Nachtmann

Die "Aula" fungiert als publizistische Kontaktbörse zwischen den Anhängern der Freiheitlichen Partei und etablierten Rechtsextremismus5. In diesem Medium kommen bekannte Rechtsextremisten, Altnazis, Weltkriegsveteranen ebenso zu Wort wie Freiheitliche und Konservative. In manchen Ausgaben finden sich auch Artikel von prominenten Wissenschaftlern und Politikern (z.B. ÖVP-Klubobmann Univ. Prof. Dr.

Andreas Khol)6, die eindeutig nicht dem rechtsextremen Lager zugerechnet werden können. Diese Artikel sind aber sehr oft "Raubartikel", d.h. Artikel, die in anderen Zeitungen erschienen sind und von den "Aula-Schriftleitern" einfach in das Blatt transkribiert werden.

In einer Stellungnahme zu den Briefbomben-Serien wies das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands auf Artikel und Leserbriefe in der "Aula hin, die "genau auf jene historischen Sachverhalte" eingegangen waren, von denen in den Bekennerschreiben die Rede ist.7

Die Leistungsstruktur, die Kontakte und Querverbindungen zu zahlreichen rechtsextremen Organisationen und Personen, vor allem aber die Schreibweise vieler "Aula"-Inserenten qualifizieren die "Aula" als rechtsextrem. Das heißt freilich nicht, daß alle Artikel und Verfasser als rechtsextrem anzusehen sind, da die "Aula" ein breites Spektrum von Neonazismus bis zu einem sich demokratisch verstehenden Deutschnationalismus und rechtskonservativen Positionen abdeckt.

3. Untersuchungsdesign

3.1. Einleitung

Bevor es überhaupt möglich war, ein konkretes Forschungsdesign zu erstellen, wurde das bereits vorhandene Wissen vertieft. Hier hat sich das Aufsuchen des Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, der Literaturdokumentation des ÖVP-Parlamentsklubs, der Universitäts- und Nationalbibliothek als besonders hilfreich erwiesen. In diesen Archiven und Bibliotheken wurde ein Einblick in die rechtsextremen Printmedien gewährt und so konnte ich hilfreiche Informationen - insbesondere im Hinblick auf die "Aula" - gewinnen.

Außerdem brachte das Studieren von Publikationen über die Methoden empirischer Sozialforschung entscheidende und nachhaltige Einflüsse auf den Forschungsverlauf. Nach der Lektüre dieser zahlreichen Hilfsmittel gelangte ich zu der zentralen wissenschaftlichen Fragestellung meiner Arbeit: "Ist die "Aula" ein geeignetes Medium für Werbung?"

3.2. Zusätzliche Fragestellungen

Um diese zentrale Forschungsfrage ("Ist die "Aula" ein geeignetes Medium für Werbung?") genauer zu erarbeiten, gliederte ich sie in vier Teilfragen:

Wodurch wurden Sie auf die "Aula" als Medium für Werbung aufmerksam?

Aus welchen Gründen werben Sie in der "Aula"?

Welche Zielgruppe glauben Sie damit zu erreichen? Stufen Sie die "Aula" als rechtes8 Medium ein?

3.3. Methodische Vorgangsweise

Bei methodische Vorgehen habe ich zuerst die Ausgaben der "Aula" in dem behandelten Zeitraum (Juni 1994 bis Dezember 1994) akribisch genau auf Werbungen aller Art durchgesehen, in die verschiedenen Branchen und Bundesländer aufgeteilt und dann die Methode der Telefonbefragung, als sich mir in diesem Fall als einzig sinnvolle erweisende, gewählt, da viele in der "Aula" werbenden Firmen in Oberösterreich, der Steiermark und Kärnten ansässig sind. Im anschließenden Unterkapitel soll die Methode der Telefonbefragung genauer behandelt werden.

3.3.1. Methode derTelefonbefragung

"Befragung bedeutet Kommunikation zwischen zwei oder mehreren Personen", meint Atteslander.9 So kurz kann man das wichtigste Charakteristika dieser empirisch-soziologischen Methode auf den Punkt bringen. "Durch verbale Stimuli (Fragen) werden verbale Reaktionen (Antworten) hervorgerufen: dies geschieht in bestimmten Situationen und wird geprägt durch gegenseitige Erwartungen. Die Antworten beziehen sich auf erlebte und erinnerte soziale Ergebnisse, stellen Meinungen und Bewertungen dar. "10

Im wesentlichen richtet sich die Lehre von der Frage auf drei einzelne Probleme11:

1. Wie ist die Frage zu formulieren?
2. Welche Art von Frage (und Antwortgabe) ist angemessen?
3. Warum wird die Frage gestellt?

Es geht aber nicht allein um die Frage, sondern auch um die Antworten, die eine Frage ermöglicht oder die man direkt vorgibt.12

Eine Antwort

sagt 1. nichts über die Gründe

hängt 2. vom Bezugsrahmen des Befragten ab

hängt 3. vom Informationsstand der befragten Person ab

hängt 4. von der Art der Frage ab

hängt 5. von der Anordnung der Frage ab

und bezieht sich 6. auf nur eine der Dimension der Frage13

Ein ganz wichtiger Aspekt bei der Befragung von Menschen ist der, daß niemand, weder Befrager noch Befragter ihr soziales Umfeld oder ihre Erlebnisse abschütteln können. Und so nimmt diese Tatsache einen nicht vorhersehbaren, unkalkulierbaren Einfluß in die Befragungen.

Die telefonische Befragung ist eine Variante der Befragung. Sie unterliegt zwei grundlegende Beschränkungen: der Einengung der Stichprobe auf Telefonbesitzer (Unterschicht unterrepräsentiert) und einer nur kurzen Befragungszeit.

3.3.1.1. Vorteile der Telefonbefragung

geringer Kostenaufwand14

rasche Durchführung möglich

der Intervieweinfluß ist reduziert

die Reaktionszeit ist kontrollierbar

Repräsentativität ist möglich

eine zentrale Interviewsteuerung ist möglich

3.3.1.2. Nachteile der Telefonbefragung

Dauer des Interviews ist beschränkt15

einfache Fragestellungen sind erforderlich

das Befragungsumfeld ist schwer kontrollierbar

die Anonymität kann für die Befragten problematisch sein

3.3.2. Gute Fragen - gute Antworten

Für ein Telefoninterview sind,16 wie oben bereits erwähnt, einfache Fragestellungen erforderlich. Zudem sollten die Fragen wie folgt konzipiert sein:

einfache Wörter, keine Fremdwörter enthalten

konkret, kurz und prägnant sein

leicht verständlich sein

sich auf den Sachverhalt beziehen

3.4. Auswahlverfahren

Insgesamt wurden alle 168 Inserate in sechs "Aula"-Ausgaben (Juni 1994 bis Dezember 1994) überprüft, wobei man aber nicht von 168 Befragten sprechen kann, denn mehrere Firmen haben ihr Inserat in jeder Ausgabe geschalten.

Die Untersuchung wurde im Oktober 1995 durchgeführt.

4. Untersuchungsergebnisse

4.1. Darstellung

Die telefonische Umfrage fand zwischen 11. und 16. Oktober 1995 statt. Die Grundgesamtheit stellten alle 168 in den "Aula"- Ausgaben Juni 1994 bis Dezember 1994 werbende Firmen dar. Firmen, die mehrfach werben, wurden aus der Befragung und den daraus resultierenden Ergebnissen nicht ausgeklammert.

Die Telefonnummern waren entweder im Werbetext angegeben oder wurden aus dem Telefonbuch gesucht. 148 Firmen beantworteten die Fragen, 20 lehnte eine Auskunft ab.

4.1. Einteilung der Grundvariablen

Bundesland

Wien

Niederösterreich Steiermark

Kärnten

Tirol

Salzburg

Oberösterreich

Burgenland/Vorarlberg

Bundesrepublik Deutschland

Branchen

Versicherung Stahl

Tischler Juwelier Druckerei Elektro

Sanitär Bank

Kunststofftechnik Immobilien

Baumeister/Architekt Autohandel

Textil

Apotheken Pharma

Technik

Buchhandel

Nahrung/Lebensmittel Service

Umwelt

Chemie

Kunst

4.3. Graphiken

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bei der geographischen Aufschlüsselung der Verteilung der "Aula"-Anzeigen im Zeitraum 6/94 bis 12/94 fällt auf, daß die meisten Anzeigen aus der Bundeshauptstadt kommen (28 %) und das Bundesland, in dem die "Aula" ihren Redaktionssitz hat (Steiermark) mit 18 % erst an zweiter Stelle kommt. Erstaunlich viele Werbungen kommen aus der Bundesrepublik Deutschland (6 %).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wie aus der Grafik ersichtlich ist, hat die "Aula" im Laufe von sechs Ausgaben mehr als die Hälfte an Anzeigenkunden eingebüßt. Vom Höchststand 40 Anzeigen (Juni 1994) ging es bis zum Tiefstand von 16 Anzeigen (Dezember 1994) rapide bergab.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Im Anbetracht dieser Grafik ist es umso interessanter, daß die Anzeigen so stark zurück gegangen sind, denn die Seitenzahl hat sich in den sechs Ausgaben kaum verändert und schwankt zwischen 36 und 44 Seiten. Und - der höchste Anzeigenstand (40) ist in einer Ausgabe mit 36 Seiten zu finden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Proportional zu den stark zurückgegangenen Anzeigen, ist auch der Anzeigenumsatz stark geschrumpft, wie die beiden vorhergegangenen Grafiken zeigen. Vom Höchststand 218.000 Schilling im Juni 1994 konnte der Monat Dezember 1994 nur mehr 88.800 Schilling an Anzeigenumsatz einbringen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Rund 65 % der Inserenten sind selbst "Aula"-Leser und wurden so auf die Idee gebracht, selbst einmal in der "Aula" zu werben. 13 % der Inserenten sind selbst (bei der F) poltisch aktiv.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Daß auf diese Frage fast 20 % antworteten, daß sie nur deshalb in der "Aula" werben, ist wirklich überraschend und fast ebenso viele machen "Freunden" mit "Aula"- Inseraten einen Gefallen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Fast die Hälfte aller Befragten stufen die"Aula" nicht als "rechtes" Medium ein...

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Fast 70 % der Inserenten glauben mit dem "Aula"-Inserat Akademiker und höhere Einkommensschichten zu erreichen, "weil dies sich`s leisten können und auch die "Aula" lesen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bei der Aufschlüsselung, welche Branchen in der "Aula" inserieren, sind die Druckereien mit 13 % voran, knapp gefolgt von den Apothekern (12 %) und Immobilienhändlern (11 %).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bei der Aufteilung der drei "inserentenstärksten" Bundesländer hat die Steiermark die Nase voran. Hier sind vor allem die Druckereien stark vertreten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

In Wien, dem zweitstärksten Inserenten-Bundesland, sind es vor allem die Immobilienhändler, die die "Aula" für das geeignete Medium halten, um Kunden zu werben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Und im drittstärksten Bundesland, Oberösterreich, ist die Technikbranche mit der Kunststofftechnikbranche gleich auf an der Spitze.

5. Fazit

Im Rahmen dieser wissenschaftlichen Arbeit habe ich einen sehr guten Einblick in die "Aula" als Werbemedium erhalten und meine die zentrale Forschungsfrage "Ist die "Aula" ein geeignetes Medium für Werbung" nach Abschluß meiner Befragungen beantworten zu können: "Ja".

Im Anbetracht dessen, daß die "Aula"-Leser durchwegs höher Gebildete oder Akademiker und außerdem sehr an Politik und an dem Agieren der Freiheitlichen Partei interessiert sind, stellt die "Aula" für die Inserenten doch ein ansprechendes Medium dar und wird durchaus von Akademiker genützt.

Etwas befremdet habe ich die großteils 1/2 seitigen Inserate der "Raiffeisenbank", der "Steiermärkischen", der "Grazer Wechselseitigen", der "Grazer Messe" und der "Ersten Allgemeinen Versicherung" registriert. Diese Inserate werden von einzelnen Filialen geschalten, worauf aber in den wenigsten Fällen hingewiesen wird. So springt dem nicht informierten Leser z.B. das österreichweit-bekannte Raiffeisen-Logo ins Gesicht, ohne daß er weiß, daß dies von einer kleinen Filiale in der Steiermark geschalten wurde.

Auf die Schwierigkeiten, die diese Arbeit mit sich bringen würde, war ich bereits vorbereitet und versucht, bei der Befragung den Inserenten klar zu machen, daß mich der textliche Inhalt und die Botschaft der "Aula" in keinster Weise interessiert und daß sich meine wissenschaftliche Arbeit nur um die Werbung in der "Aula" dreht. So konnte ich doch den Großteil aller Inserenten dazu bewegen, meine Fragen zu beantworten.

Nur die Apotheker wollte sehr oft keine Auskunft geben. Sehr auskunftswillig hingegen waren die Druckereibetriebe und die Juweliere.

Grundtenor aller werbenden Firmen: "Als "Aula"-Inserent hat man es nicht leicht (zu oft wird man ins "rechte" Licht gerückt), aber wir lassen uns trotzdem nicht unterkriegen."

6. Literaturverzeichnis

ATTESLANDER, Peter: Methoden der empirischen Sozialforschung (7. bearbeitete Auflage). Berlin, New York, 1993.

FRIEDRICHS, Jürgen: Methoden empirischer Sozialforschung (14. Auflage). Opladen, 1990.

LANGE, Astrid: Was die Rechten lesen. Fünfzig rechtsextreme Zeitschriften. Ziele, Inhalte, Taktik. München, 1993.

LINNINGER, Martina (Hg): Inwieweit ist die österreichische Bevölkerung über die Existenz rechtsextremer Zeitungen informiert?. Proseminararbeit, Wien, 1995.

KREBS, Christian: Wer finanziert "rechte", "nationale" bis rechtsextreme Medien?. In: Bestseller, November 1994, S. 50ff.

MARYSKA, Christian: Der österreichische Turnerbund 1952-1981. Zur Geschichte und Ideologie einer Sportorganisation unter besonderer Berücksichtigung der Bundesturnerzeitung. Diplomarbeit, Wien 1987.

PURTSCHELLER, Wolfgang: Aufbruch der Völkischen. Das braune Netzwerk. Wien 1993.

SCHARSACH, Hans-Henning: Haiders Kampf. Wien 1992.

STIFTUNG DOKUMENTATIONSARCHIV DES ÖSTERREICHISCHEN

SCHARSACH, Hans-Henning: Haiders Clan. Wie Gewalt entsteht. Wien, München, Zürich 1995.

WIDERSTANDES (Hg): Rechtsradikale Organisationen in Österreich. Wien 1977.

STIFTUNG DOKUMENTATIONSARCHIV DES ÖSTERREICHISCHEN

WIDERSTANDES (Hg.). Handbuch des Österreichischen Rechtsextremismus. Wien, 1993.

7. Anhang

Reaktion von ÖVP-Klubobmann Univ.Prof. Dr. Andreas Khol

[...]


1 z.B. Wolfgang Purtscheller, Hans-Henning Scharsach

2 Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Handbuch des Rechtsextremismus. S. 121f.

3 Dokumentationsarchiv, Handbuch, S. 11ff

4 Dokumentationsarchiv, Handbuch; S 119.

5 Scharsach, Hans-Henning: Haiders Clan. Wien 1995. S. 171f.

6 siehe Anhang

7 Scharsach, Clan, S. 171f.

8 Bei dieser Frage verwendete ich bewußt das Wort "rechtes" anstelle von "rechtsextremen" Medium, weil es in meiner Arbeit nicht hauptsächlich darum geht, die politische Tendenz der "Aula" zu erläutern (die aber ganz klar herauszulesen ist), sondern rein auf die Werbetätigkeit in diesem "rechten" Blatt einzugehen. In den Befragungen habe ich - auf diverse Anfragen der Firmen - "rechts" als "konservativ, national" definiert.

9 Atteslander, Peter: Methoden der empirischen Sozialforschung (7. bearbeitete Auflage). Berlin, New York, 1993. S. 126.

10 ebenda

11 Friedrichs, Jürgen: Methoden empirischer Sozialforschung (14. Auflage). Opladen, 1990. S. 194.

12 Friedrichs, Methoden, S. 192.

13 Friedrichs, Methoden, S. 193.

14 Linninger, Martina (Hg): Inwieweit ist die österreichische Bevölkerung über die Existenz rechtsextremer Zeitungen informiert. Prseminararbeit, Wien 1995. S. 12.

15 ebenda.

16 Linninger, Zeitungen, S. 13.

21 von 21 Seiten

Details

Titel
Ist die Aula ein geeignetes Medium für Werbung?
Hochschule
Universität Wien
Veranstaltung
Proseminar: Einführung in die Kommunikationswissenschaften
Autor
Jahr
1996
Seiten
21
Katalognummer
V94887
Dateigröße
496 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Anhang fehlt: Reaktion von ÖVP-Klubobmann Univ. Prof. Dr. Andreas Khol
Schlagworte
Aula, Medium, Werbung, Proseminar, Einführung, Kommunikationswissenschaften
Arbeit zitieren
Wilfried Lechner (Autor), 1996, Ist die Aula ein geeignetes Medium für Werbung?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94887

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