Ziel dieser Arbeit ist es, die Relevanz des frühen Wortschatzerwerbs offenzulegen und die Leser/innen für diesen Prozess und dessen Bedeutung zu sensibilisieren. Dabei liegt der Fokus auf den Faktoren, die sich positiv oder negativ auf die Wortschatzentwicklung auswirken. Diese sollen herausgearbeitet werden und als Grundlage für eine Förderung des kindlichen Wortschatzerwerbs dienen.
Die Relevanz des Themas ergibt sich aus dessen Einfluss auf die gesamte Entwicklung des Kindes. Eltern und Bezugspersonen sollten den typischen Ablauf der Wortschatzentwicklung kennen, um etwaige Probleme und Schwierigkeiten möglichst früh zu erkennen und geeignete Hilfsmaßnahmen zu setzen. Zudem ermöglicht ihnen dieses Wissen, das Kind in seinem Spracherwerb bestmöglich zu unterstützen und zu fördern.
Die Arbeit bietet einen Überblick über die Sprachentwicklung und kann als Anhaltspunkt dienen, eventuelle Abweichungen des kindlichen Spracherwerbs frühzeitig zu erkennen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen des Wortschatzerwerbs
2.1. Wortschatzerwerb im Überblick
2.2. Mentales Lexikon
3. Ablauf der Sprachentwicklung
3.1. Vorsprachliche Entwicklung
3.2. Ersten beiden Lebensjahre
3.2.1. Vokabelspurt
3.3. Kleinkindalter
3.4. Volksschulalter
4. Faktoren die den Wortschatzerwerb beeinflussen
4.1. Sensible Phasen und beobachtbare Phänomene
4.1.1. Über-/ Untergeneralisierung
4.1.2. Neologismen
4.2. Abweichungen erkennen und behandeln
5. Eigene Forschung
5.1. Forschungsergebnisse
6. Fazit
Zielsetzung und Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Komplexität des frühen Wortschatzerwerbs bei Kindern im Alter von null bis sechs Jahren aufzuzeigen und die Relevanz einer unterstützenden Umgebung für diesen Prozess zu verdeutlichen, um potenzielle Entwicklungsrisiken frühzeitig zu identifizieren.
- Grundlagen und Verlauf der Sprachentwicklung bei Kindern
- Einflussfaktoren wie das soziale Umfeld und individuelle Lernstrategien
- Bedeutung der frühen Sprachförderung und Identifikation von Auffälligkeiten
- Praktische Überprüfung theoretischer Annahmen durch eine eigene Befragung
Auszug aus dem Buch
3.1.Vorsprachliche Entwicklung
Die Sprachentwicklung beginnt bereits im Mutterleib. Dort reagiert der Fötus auf die sprachlichen Reize aus der Außenwelt, vor allem auf die Stimme der Mutter. Schon zu diesem Zeitpunkt ist er dazu fähig, Muttersprache von Nichtmuttersprache zu unterscheiden. Sobald das Kind auf der Welt ist, reagiert es vor allem auf kurze, einfache Sätze in einer höheren Tonlage. Wenn Bezugspersonen auf die Weise mit dem Baby sprechen, kann man das auch als Baby-Talk bezeichnen. Das Kind muss neben der Lautwahrnehmung begreifen, dass sich Wörter auf etwas beziehen und Gegenstände aus der Welt bezeichnen. Dazu müssen Bezugspersonen mit dem Kind sprechen und gleichzeitig auf die benannten Gegenstände zeigen. Das Kind sieht dabei zur Person, zum Gegenstand und wieder zur Person. Dieser Blick wird nach Zollinger (1997) als triangulärer/referenzieller Blickkontakt bezeichnet. Dadurch erfasst das Kind die repräsentative Funktion von Sprache. Zeigegesten spielen dabei eine wesentliche Rolle. Diese sind häufig Vorläufer von Worten. Die sprachliche Entwicklung wird sowohl von den Erfahrungen, dem zunehmenden Weltwissen als auch von der kognitiven Entwicklung begleitet. Wenn man von der Wortschatzentwicklung spricht, muss man sich darüber klar sein, dass dieser gesamte Prozess sehr komplex ist und viele Teilbereiche umfasst. Das Kind muss verschiedene Wissens- und Verarbeitungssysteme aktivieren, um Worte zu verarbeiten (vgl. Rupp, 2013, S. 2, 47ff.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert den Fokus auf den frühen Wortschatzerwerb und erläutert die Zielsetzung, die Bedeutung des Themas für die Entwicklung des Kindes aufzuzeigen.
2. Grundlagen des Wortschatzerwerbs: Dieses Kapitel behandelt die Definition des Wortschatzerwerbs als lebenslangen Prozess und erklärt die Struktur sowie Funktion des mentalen Lexikons.
3. Ablauf der Sprachentwicklung: Hier wird der Prozess von der vorsprachlichen Phase über den Vokabelspurt bis hin zum Schulalter detailliert nachgezeichnet.
4. Faktoren die den Wortschatzerwerb beeinflussen: Das Kapitel analysiert innere und äußere Einflüsse, inklusive sensibler Phasen, Wortneubildungen und Strategien zur Erkennung von Entwicklungsabweichungen.
5. Eigene Forschung: Die Autorin präsentiert eine empirische Untersuchung bei Eltern aus Linz, um theoretische Erkenntnisse zum frühkindlichen Wortschatz in der Realität zu reflektieren.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Relevanz der Sprachförderung zusammen und betont die Notwendigkeit, Kinder durch anregende Umgebungen in ihrem individuellen Spracherwerb zu begleiten.
Schlüsselwörter
Wortschatzerwerb, Sprachentwicklung, mentales Lexikon, Vorsprachliche Entwicklung, Vokabelspurt, Kleinkindalter, Neologismen, Sprachförderung, Sprachentwicklungsstörungen, Eltern-Kind-Interaktion, Fast mapping, Sprachliche Auffälligkeiten
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Grundlagen, dem Verlauf und den Einflussfaktoren des frühen Wortschatzerwerbs bei Kindern im Alter von null bis sechs Jahren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der Aufbau des mentalen Lexikons, Meilensteine der Sprachentwicklung, die Rolle von Bezugspersonen sowie der Umgang mit Sprachauffälligkeiten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, für die Komplexität der frühen Sprachentwicklung zu sensibilisieren und aufzuzeigen, wie wichtig eine gezielte sprachliche Unterstützung durch das Umfeld für das Kind ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einer eigenen kleinen Befragung von Eltern, deren Ergebnisse mit der Fachliteratur verglichen werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, den zeitlichen Ablauf der Entwicklung, Einflussfaktoren wie sensible Phasen und eine praktische Forschungsarbeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Wortschatzerwerb, Sprachförderung, mentales Lexikon, Vokabelspurt und die Rolle des sozialen Umfelds.
Was genau ist ein "Vokabelspurt"?
Der Vokabelspurt ist eine Phase, in der Kinder nach dem Erreichen von etwa 50 Wörtern einen besonders schnellen Zuwachs an neuen Vokabeln im aktiven Wortschatz zeigen.
Warum ist das "mentale Lexikon" so bedeutsam?
Es fungiert als organisierter Speicher für lexikalische Einheiten, der für den Sprachgebrauch und das Verstehen von Wortbedeutungen essenziell ist.
Welchen Einfluss hat der Kindergartenbesuch laut der Untersuchung?
Die Untersuchung deutet darauf hin, dass ein Kindergartenbesuch positiv auf die Kommunikationsfähigkeit und den Wortschatz wirkt, da Kinder dort vielfältigen Anregungen begegnen.
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- Hannah Keher (Author), 2018, Der frühe Wortschatzerwerb, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/948920