Gesellschaftskritische Ansätze: Brecht, Enzensberger


Seminararbeit, 1999

17 Seiten, Note: 1,7


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Inhaltsverzeichnis

I Einleitung

II Zur damaligen Situation des Rundfunks

III Bertolt Brecht: Radiotheorie
1 Neusachliche Phase
1.1 Radio - eine vorsintflutliche Erfindung?
1.2 Vorschläge für den Intendanten des Rundfunks
1.3 Verwertung von Kunst und Radio
1.4 Brechts ,,Radioexperiment", der Ozeanflug
2 Revolutionäre Phase
2.1 Rede über die Funktion des Rundfunks

IV Hans-Magnus Enzensberger: Baukasten zu einer Theorie der Medien
1 Hintergrund der Theorie
2 Aussage der Theorie

V Resümee
1 Kritik und Würdigung
2 Ausblicke in Bezug auf die ,,neuen Medien"

VI Literaturverzeichnis

I Einleitung

Als am 29. Oktober 1923 mit der Berliner Funkstunde das Radio offiziell seinen Betrieb aufnahm, begann in Deutschland eine neue Ära der Massenkommunikation. Konnten in den Jahrzehnten zuvor zwar schon durch diverse Printpublikationen und das Kino eine Vielzahl von Menschen erreicht werden, so waren dagegen die Möglichkeiten des in Deutschland frisch geborenen Rundfunks enorm. Im Laufe der Jahre nahm die Anzahl der Rundfunkteilnehmer derart zu, daß man eigentlich das erste Mal von wirklicher Massenkommunikation sprechen konnte.

Diese Entwicklung brachte allerdings ein altes Problem zurück ins Bewußtsein der gesellschaftskritischen, intellektuellen Linken: die Produktion der massenmedialen Inhalte verläuft eindimensional. Fertige Informationspakete, mit mehr oder weniger sinnvollem Inhalt, treffen auf ein Publikum, daß kaum eine Chance hat sich an der Produktion dieser Inhalte aktiv zu beteiligen. Da dies die Situation von Herrschenden und Beherrschten widerspiegelt, wurden die Rufe der Linken nach einer sozialistischen Theorie der Medien nach marxistischem Muster immer lauter. Ausgegangen war diese Kritik u.a. von Bertolt Brecht, der bereits ab 1927 in seiner Radiotheorie eine Demokratisierung der Medien forderte. 1970 nahm dann Hans-Magnus Enzensberger Brechts Thesen auf und unterstrich noch einmal die Notwendigkeit, den ,,Rundfunk von einem Distributions- in einen

Kommunikationsapparat zu verwandeln" (Brecht 1967, S. 134). In der folgenden Arbeit sollen nun die Positionen Brechts und Enzensbergers verdeutlicht werden. Nach einer kurzen Einführung in die Rundfunksituation der 20er und 30er Jahre wird die Brechtsche Radiotheorie ausführlich dargestellt werden, auf der das Hauptgewicht dieser Arbeit liegt. Anschließend wird die Theorie Enzensberger in ihrem chronologischen Kontext gesetzt und erläutert, wobei insbesondere die explizite Bezugnahme auf Brecht herausgearbeitet werden soll. Abschließend soll die Relevanz und Anwendbarkeit der beiden Theorien auf die ,,neuen Medien" gezeigt werden.

II Zur damaligen Situation des Rundfunks

Will man die kritischen Position Brechts in ihrer Totalität verstehen, so ist es unumgänglich die zur Zeit der Entstehung seiner Schriften herrschende Rundfunksituation zu betrachten.1 Zu Beginn dieses Jahrhunderts wurde die Übertragung von Nachrichten durch elektro- magnetische Wellen hauptsächlich zu militärischen Zwecken benutzt. Erst nach dem Ende des Krieges begann man die Nachrichtenübertragung auch der Zivilbevölkerung zur Verfügung zu stellen. So wurde, nach einigen Jahren des Testens, am 29. Oktober 1923 der Rundfunk in Deutschland als Massenmedium eröffnet. Dieses erste Radioprogramm, die Berliner Funkstunde mit dem Programm ,,Radio für alle", hatte die Zerstreuung und Unterhaltung der verarmten Arbeiterschaft zum Ziel, damit diese ,,glücklichen" Arbeiter mehr produzieren. Außerdem rechnete man damit, daß man die marode Wirtschaft durch den Absatz von Rundfunkempfängern werde ankurbeln können. Vor allem Angehörige der Arbeiterklasse konnten sich aber die teuren Radioapparate nicht leisten. Deshalb wurde am 10. April 1924 der erste sogenannte Arbeiter-Radio-Klub (ARK) gegründet, dem bald viele weitere folgten. Dort wurde vor allem das Know-how zum selbständigen Radiobau erlernt und ausgetauscht. Es dauerte allerdings nicht lande, bis diese Klubs begannen die bestehende politische Struktur des Programmschemas des herrschenden bürgerlichen Rundfunks zu kritisieren und eigene Arbeitersender zu fordern. Am 29. Februar schrieb der Schriftsteller Erich Mühsam in der Zeitschrift Arbeiterfunk:

,,Der Rundfunk wird ein sehr wertvolles Mittel zur Förderung des Selbstbewußtseins ... der Kultur des Proletariats werden, sobald er dem Monopol der bürgerlichen Klasse entzogen seien wird. Es gibt keine Tendenzlose Kunst, keine Tendenzlose Wissenschaft - es gibt überhaupt keine Tendenzlosigkeit. Die Benutzung des Rundfunks den Klassentendenzen des Proletariats vorenthalten, heißt den Rundfunk zur Waffe gegen das Proletariat zu machen. Das Proletariat hat Anspruch auf die Dienstbarmachung des Radios für seine eigene Sache unter vollständiger Befreiung von jeder bürgerlichen Zensur." (Mühsam 1928, zit. n. Ollmann 1997,)

Diese Forderungen wurden allerdings nicht von der ganzen Arbeiterbewegung geteilt. Der von der SPD dominierte Teil sprach sich für ein System der Mitbestimmung am bestehenden herrschenden Rundfunk aus, während der von der KPD dominierte Teil eine direkte Teilhabe forderte. Diese gegensätzlichen Forderungen führten am 1. Mai 1929, nach blutigen Auseinandersetzungen in Berlin, schließlich zur Spaltung der Arbeiterbewegung und damit zur Spaltung der Arbeiterradiobewegung.

Die Kritik am bürgerlich dominierten Rundfunk verstummte deshalb aber nicht. Eine große Zahl von Schriftstellern, Musikern und Linksintellektuellen nahmen an der Auseinandersetzung um die Gestaltung des Rundfunks teil. Dabei ist wiederum zu beachten, daß die eine Seite energisch eine Änderung der bestehenden Verhältnisse forderte (z.B. Erich Mühsam, Ernst Toller und Kurt Tucholsky), die andere Seite dagegen für eine konkrete Kooperation mit den Sendeanstalten war, um prägend auf das neue Massenmedium einwirken zu können. Dieser Seite gehörten unter anderem die Komponisten Paul Hindemith und Kurt Weill, sowie die Schriftsteller Walter Benjamin und Bertolt Brecht an (vgl. Filk 1998, S. 236). Die Entwicklung sollte aber in die entgegengesetzte Richtung fortlaufen. In den 30er Jahren wandelte sich, in den politischen Wirren der Weimarer Republik, der Rundfunk immer mehr zum reinen Propagandamittel. Das wird spätestens mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahre 1932 deutlich. Ab diesem Zeitpunkt wurde der Rundfunk gezielt dazu eingesetzt die Bevölkerung mit propagandistischen Inhalten zu beeinflussen. Nach dem 2. Weltkrieg entwickelte sich der Rundfunk dann im West- und Ostteil der Republik sehr verschieden. Das sozialistische System scheiterte aus den bekannten Gründen und der Kapitalismus entwickelte sich zur darwinistisch legitimierten Gesellschaftsform. An den Produktionsverhältnissen der Medien hat sich seither wenig geändert, was den kritischen Schriften Brechts und Enzensbergers zu trauriger Aktualität verhilft.

III Bertolt Brecht: Radiotheorie

Über die Person Bertolt Brechts (1898-1956) soll an dieser Stelle lediglich notiert werden, daß er wohl einer der berühmtesten und genialsten deutschen Schriftsteller und Dramaturgen dieses Jahrhunderts ist.

Die Erfindung des Radios und seine damit verbundene Einführung in Deutschland betrachtet Brecht gleichsam interessiert und skeptisch. Als er sich 1926 dem Marxismus zuwendet, manifestiert sich diese Haltung in einer Reihe von kritischen Schriften zum Rundfunk. 1927 beginnt er die ersten Teile dieser kritischen Schriften über den Rundfunk zu verfassen, die später unter dem Oberbegriff Radiotheorie zusammengefaßt wurden. Die Radiotheorie kann in 2 Hauptteile untergliedert werden, die neusachliche Phaseder Jahre 1927-1930, in der er den Rundfunk zwar schon kritisch bewertet, in der er aber dennoch Möglichkeiten sieht, konstruktiv an der Verbesserung mitzuwirken, und die revolutionären Phase von 1932, in der Brecht eine radikale Umformung des Rundfunksystems fordert. Insgesamt liegen 5 kurze Texte vor, die hier im Einzelnen vorgestellt werden sollen.

1 Neusachliche Phase

Wie bereits zuvor angedeutet, beschreibt die neusachliche Phase diejenigen Teile der Radiotheorie, die Bertolt Brecht zwischen 1927 und 1930 verfaßte. Sie besteht aus den Texten ,,Radio - eine vorsintflutliche Erfindung", ,,Vorschläge an den Intendanten des Rundfunks", ,,Über Verwertung" und ,,Erläuterungen zum Ozeanflug". Seine Position dem Rundfunk gegenüber kann in dieser Phase als gemäßigt angesehen werden. Er bezieht dem Rundfunk gegenüber zwar schon jetzt eine kritische Haltung, sieht aber dennoch Möglichkeiten, eine Verbesserung des Programmes durch aktive Mitarbeit zu erreichen. Die gemeinsame Rundfunkarbeit Brechts mit Ernst Hardt (1926 bis 1933 Leiter des Westdeutschen Rundfunks) in den Jahren 1926 bis 1929 belegen, daß Brecht durchaus gewillt war, seine Produktivkraft in den Dienst des Rundfunks zu stellen (vgl. Rollka 1971, S.145-146).

1.1 Radio - eine vorsintflutliche Erfindung?

Dieser 1927 entstandene, unveröffentlichte kurze Aufsatz, der die Radiotheorie einleitet, beschreibt Brechts anfängliche Skepsis gegenüber dem neuen Medium. Er spricht davon, daß das Radio nichts mitzuteilen habe, was es wert wäre anzuhören, da es sich in den Händen der Bourgeoisie befinde, die eigentlich nichts mitzuteilen habe. Er schreibt:

,,Ich wünsche sehr, daß diese Bourgeoisie zu ihrer Erfindung des Radios noch eine weitere Erfindung mache: eine, die es ermöglicht, das durch Radio Mitteilbare auch noch für alle Zeiten zu fixieren. Nachkommende Geschlechter hätten dann die Gelegenheit, staunend zu sehen, wie hier eine Kaste dadurch, daß sie es ermöglichte, das, was sie zu sagen hatte, dem ganzen Erdball zu sagen, es zugleich dem Erdball ermöglichte, zu sehen, daß sie nichts zu sagen hatte.

Ein Mann, der was zu sagen hat und keine Zuhörer findet, ist schlimm dran. Noch schlimmer sind Zuhörer dran, die keinen finden, der ihnen etwas zu sagen hat." (Brecht 1967, S.123)

Mit diesen zynischen Worten macht Brecht von vornherein klar, daß die gesellschaftlichen Umstände, also die Vorherrschaft des reichen Bürgertums, der eigentliche Grund für die schlechten Inhalte des Rundfunks sind und daß es damit gilt diese Umstände zu bekämpfen und zu beseitigen. Es sei aber noch einmal betont, daß Brecht in dieser Phase dennoch dazu bereit war mit den Produzenten des Rundfunks zusammenzuarbeiten, um eine Verbesserung herbeizuführen.

1.2 Vorschläge für den Intendanten des Rundfunks

Im Kontext der Zusammenarbeit ist der am 25. Dezember 1927 im Berliner Börsen Courier erschienene Zeitungsaufsatz ,,Vorschläge an den Intendanten des Rundfunks" zu sehen. Diesen Artikel richtet Brecht implizit an Ernst Hardt, den damaligen Intendanten des Westdeutschen Rundfunks, auf den er so positiv einzuwirken hofft.

Generell fordert er aus dem Radio eine wirklich demokratische Sache zu machen. Dies wäre für ihn zum damaligen Zeitpunkt durch ein Reihe von Verbesserungen am Programmkonzept zu erreichen.

Filk faßt diese Forderungen folgendermaßen zusammen:

,,Hinsichtlich des programmlichen Ansatzes benennt er drei Kriterien: Erstens soll der Rundfunk nicht allein vorproduzierte Sendungen ausstrahlen, sondern sich konsequent an den aktuellen Ereignissen ausrichten, was zudem auch einer effektiven und ökonomischen Nutzung der Einrichtung entspricht;

Zweitens soll er über die wirklichen Ereignisse berichten, worunter ausdrücklich Reichstagssitzungen, große Justizprozesse, nicht gestellte Interviews sowie Expertenbefragungen fallen;

Und drittens soll der Rundfunk hinsichtlich seiner Angebote für die Zuhörerschaft insbesondere durch Vorankündigungen überschaubar gestaltet werden. Der Berichterstattung schreibt Brecht somit eine hervorragende Bedeutung zu, während die Produktionen, die extra für den Rundfunk hergestellt werden, das Programm lediglich komplementieren sollen." (Filk 1998, S. 237)

Des weiteren fordert Brecht in dieser Schrift die ausführliche Vorstellung der Werke bedeutender Musiker, bzw. spezielle Produktionen dieser Musiker für das Radio. Im gleichen Atemzug macht er aber auf die schlechte Bezahlung aufmerksam, die bisher Künstlern für solche Produktionen bezahlt wurden. Als letzten Punkt verlangt er nach der Einrichtung eines Studios um Experimente durchführen zu können und, daß die Rundfunkanstalten öffentlich Rechnung darüber ablegen müssen, wozu sie die öffentlich zur Verfügung gestellten Geldern nutzen (vgl. Brecht 1967, S. 125-127).

1.3 Verwertung von Kunst und Radio

In dem vermutlich 1929 verfaßten Text ,,Über Verwertungen" geht Brecht der Frage nach, wie man Kunst und Radio überhaupt verwerten soll und stellt klar und deutlich fest: ,,Kunst und Radio sind pädagogischen Absichten zur Verfügung zu stellen." (Brecht 1967, S. 127) Er sieht die Chancen dazu allerdings ziemlich schlecht, da der Staat kein Interesse daran hat die Jugend zum Kollektivismus zu erziehen. Hier wird zum ersten Mal deutlich, daß er ein großes Potential zur Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse im Radio sieht: ,,Die Kunst muß dort einsetzen, wo der Defekt liegt." (Brecht 1967, S.128)

1.4 Brechts ,,Radioexperiment", der Ozeanflug

Der Ozeanflug ist sowohl eine literarische, als auch eine mediale Bearbeitung, in Form eines Hörspiels für Jugendliche, der Atlantiküberquerung des US-amerikanischen Piloten Charles Augustus Lindberghs. Inhaltlich beschreibt es den Überlebenskampf des Einzelnen gegen die übermächtige Natur, aus dem der Mensch letztendlich siegreich hervorgeht. Filk faßt die Handlung folgendermaßen zusammen:

,,Im Verlauf des Textes entwickelt sich eine dialogische Auseinandersetzung Lindberghs mit seinem Flugapparat: die Gefahren, Ängste und Entbehrungen des Transatlantikpiloten kommen zum Ausdruck und gipfeln ... im Überlebenskampf des einzelnen Menschen gegen die übermächtigen Naturkräfte. Somit avanciert das Stück zu einer Manifestation des unbändigen menschlichen Fortschrittsoptimismus, der alle nur erdenklichen Hindernisse zu überwinden vermag." (Filk 1998, S. 238)

Der Ozeanflug stellt eine völlig neue Verwendungsmöglichkeit des Radios dar, indem er eine theoretische Anleitung gibt, wie der Rundfunk aus einem Distributions- in einen Kommunikationsapparat zu verwandeln ist (vgl. Rollka 1971, S.151). Der Zuhörer soll nämlich durch eine aktive Teilnahme am Radio beteiligt werden. Brecht zeigt dies bei der ersten öffentlichen Aufführung des Stückes auf dem Musikfest Deutsche Kammermusik in Baden-Baden am 27. Juli 1929, indem er auf der einen Seite der Bühne den Apparat, bestehend aus dem Orchester und dem Chor, positioniert und auf der anderen Seite den Hörer in einem Zimmer darstellt. Der Apparat, der die Gesänge der Elemente und die Wasser- und Motorengeräusche erzeugt befand sich dabei in interaktiver Kommunikation mit dem Hörer, der die Rolle des Lindberghs spielt, indem er dessen Passagen mitliest und mitsingt. In diesem ,,pädagogischen Teil" (Brecht 1967, S. 129) wurde der Hörer tatsächlich, wenn auch praktisch nicht durchführbar, in das Radioprogramm einbezogen.

,,Brecht will dadurch eine Art Aufstand des Hörers erforderlich machen, um dadurch seine Aktivierung und seine Wiedereinsetzung als Produzent zu ermöglichen." (Rollka 1971, S.150)

2 Revolutionäre Phase

Die revolutionäre Phase beschließt die Brechtschen Radiotheorie. Sie beschreibt diejenigen Schriften zum Rundfunk, die im Jahre 1932, also kurz vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten, entstanden sind. Wie bereits erwähnt, geht Brechts Radiotheorie hier in ihren Forderungen noch einen Schritt weiter, indem sie radikal Veränderungen der Rundfunknutzung fordert.

2.1 Rede über die Funktion des Rundfunks

In seinem Aufsatz ,,Rede über die Funktion des Rundfunks", der 1932 auszugsweise in Heft 16 der ,,Blätter des hessischen Landestheaters Darmstadt" veröffentlicht wurde, verlangt Brecht radikal nach einer generellen Umgestaltung des Rundfunks und seiner Besitzverhältnisse. Vor dem Hintergrund, daß der Rundfunk nichts zu sagen habe und lediglich Stellvertreter des Theaters, der Oper und Konzertaufführungen ist, stellt Brecht die Frage nach dem Zweck des Radios. Er stellt dabei fest, daß der Rundfunk lediglich zuteilt und damit keinen vernünftigen Zweck besitzt. Um das Radio dennoch zu einem positiven Medium umzugestalten macht Brecht folgende Vorschläge:

,,Der Rundfunk ist aus einem Distributionsapparat in einen Kommunikationsapparat zu verwandeln. Der Rundfunk wäre der denkbar großartigste Kommunikationsapparat des öffentlichen Lebens, ein ungeheures Kanalsystem, das heißt, er wäre es, wenn er es verstünde, nicht nur auszusenden, sondern auch zu empfangen, also den Zuhörer nicht nur hören, sondern auch sprechen zu machen und ihn nicht zu isolieren, sondern in Beziehung zu setzen. Der Rundfunk müßte demnach aus dem Lieferantentum herausgehen und den Hörer als Lieferanten organisieren. Deshalb sind alle Bestrebungen des Rundfunks, öffentlichen Angelegenheiten auch wirklich den Charakter der Öffentlichkeit zu verleihen, absolut positiv." (Brecht 1967, S. 134)

Unter öffentlichen Angelegenheiten versteht er beispielsweise die Frage, was denn der Reichskanzler eigentlich mache und welche Aufgaben er hat. Von diesem erwartet er dazu außerdem öffentlich Stellungnahme. Vor allem aber fordert er einen Austausch zwischen Regierenden und Regierten in Form von Radio-Diskussionen über Themen von öffentlicher Bedeutung. Für Brecht würde das Radio eine Existenzberechtigung erhalten, wenn es nur verstünde, zur Veränderung der bestehenden gesellschaftlichen Verhältnisse beizutragen (vgl. Brecht 1967, S. 135).

Sein Ziel ist die Erhebung der gesamten Gesellschaft von ihrem passiven Konsumentenstatus in einen aktiven Produzentenstatus, er schreibt dazu:

,,Aber es ist keineswegs unsere Aufgabe, die ideologischen Institute auf der Basis der gegebenen Gesellschaftsordnung durch Neuerungen zu erneuern, sondern durch unsere Neuerungen haben wir sie zur Aufgabe ihrer Basis zu bewegen. Also für Neuerungen, gegen Erneuerung! Durch immer fortgesetzte, nie aufhörende Vorschläge zur besseren Verwendung der Apparate im Interesse der Allgemeinheit haben wir die gesellschaftliche Basis dieser Apparate zu erschüttern, ihre Verwendung im Interesse der wenigen zu diskutieren.

Undurchführbar in dieser Gesellschaftsordnung, durchführbar in einer anderen, dienen die Vorschläge, welche doch nur eine natürliche Konsequenz der technischen Entwicklung bilden, der Propagierung und Formung dieser anderen Ordnung." (Brecht 1967, S. 140)

Nirgends wird in Brechts Radiotheorie deutlicher, daß es ihm nur zweitrangig um eine Veränderung der Besitzverhältnisse am Rundfunk geht. Es geht ihm vielmehr um eine generelle Veränderung aller gesellschaftlicher Besitzverhältnisse, und damit um die Schaffung einer neuen Gesellschaftsordnung. Bedenkt man, daß Brecht sich seit 1926 intensiv mit dem Marxismus beschäftigte und bedenkt man weiter, daß der Text in einer politischen Phase entstand, in der sich eine Machtübernahme der Nationalsozialisten unmittelbar abzeichnete, so muß man den Aufruf Brechts eindeutig als Stellungnahme zum marxistisch geprägten Sozialismus sehen. Das Recht auf Mitbestimmung des Einzelnen bedeutet ja schließlich nichts anderes als tatsächlich praktizierter Kollektivismus, der im genauen Gegensatz zum zuvor in der Weimarer Republik praktizierten Kapitalismus steht. Seine Schriften zum Radio, insbesondere der revolutionäre Teil, können also durchaus als Propaganda für die von ihm favorisierte Gesellschaftsordnung, dem Sozialismus, gesehen werden, in dem er eine Überwindung der, durch das kapitalistische System entstandenen, Benachteiligungen des Proletariats sieht.

IV Hans-Magnus Enzensberger: Baukasten zu einer Theorie der Medien

Der am 11. November 1929 geborene und derzeit in München lebende Dichter und Schriftsteller Hans-Magnus Enzensberger ist in den intellektuellen Kreisen Deutschlands bekannt für seine kritischen Publikationen. Neben der Gründung der beiden linken Zeitschriften ,,Kursbuch" und ,,Transatlantik", die beide ein Forum der ,,Neuen Linken" darstellen, schrieb Enzensberger unzählige, meist gesellschaftskritsche, Artikel, Essays, Bücher und Gedichte, die weltweit von wichtigen Zeitungen gedruckt werden. Seine Thesen zur Mediensituation Deutschlands erschienen in dem im März 1970 herausgegebenen ,,Kursbuch" unter dem Titel ,,Baukasten zu einer Theorie der Medien". Im folgenden soll Enzensbergers Position verdeutlicht werden, vor allem aber die explizite Anlehnung an die Brechtschen Radiotheorie gezeigt werden, vor deren Hintergrund Enzensberger seine Weiterentwicklung einer ,,sozialistischen Theorie der Medien" (Enzensberger 1970, S.159) aufzeichnet.

1 Hintergrund der Theorie

Seit dem Erscheinen der Brechtschen Schrift ,,Rede über die Funktion des Rundfunks" waren 38 Jahre vergangen. In dieser Zeit verlor Deutschland einen Weltkrieg, erlebte die Nachkriegsbevölkerung u.a. den wirtschaftlichen Aufschwung der 50er Jahre und die Teilung der beiden deutschen Republiken. An den Produktionsverhältnissen der Medien im kapitalistischen Teil Deutschlands hat sich seit der Entstehungszeit der Brechtschen Radiotheorie allerdings wenig geändert. Die Forderungen Brechts hatten nach wie vor aktuelle Relevanz. Enzensberger griff die Thesen Brechts (und Benjamins) auf und führte sie weiter. Aus einer ähnlich sozialistisch-marxistischen Betrachtungsweise wie die Brechts, glaubt er an eine generelle Veränderung der Gesellschaft durch die Macht der Massenkommunikationsmittel. Genau wie Brecht beklagt er die Aufteilung der Bevölkerung in Regierende und Regierte und analog dazu in Produzenten und Konsumenten. Enzensberger macht in seiner Schrift also noch einmal deutlich, daß die von Brecht geforderten Veränderungen zum Wohle der Gesellschaft nicht nur nicht vollzogen wurden, sondern daß sogar eine Verschlimmerung der Situation eingetreten ist, die es schnellstens zu verbessern gilt.

2 Aussage der Theorie

Wie bereits zuvor angedeutet, besteht der Kernpunkt der Enzensbergerischen Kritik aus dem Vorwurf, daß es immer noch nicht gelungen sei, aus den Massenkommunikationsmitteln echte Kommunikationsmittel zu machen.2 3

Er geht sogar so weit zu behaupten, daß die modernen Massenmedien Kommunikation verhindern, indem sie so gut wie keine Wechselwirkung zwischen Sender und Empfänger zulassen. Dazu Enzensberger:

,,Dieser Sachverhalt läßt sich aber nicht technisch begründen. Im Gegenteil: die elektronische Technik kennt keinen prinzipiellen Gegensatz von Sender und Empfänger. Jedes Transistorradio ist, von seinem Bauprinzip her, zugleich auch ein potentieller Sender; es kann durch Rückkopplung auf andere Empfänger einwirken. Die Entwicklung vom bloßen Distributions- zum Kommunikationsmedium ist kein technisches Problem. Sie wird bewußt verhindert, aus guten, schlechten politischen Gründen." (Enzensberger 1970, S. 160)

Diese ,,politischen Gründe" sind für ihn die Tatsache, daß sich in der technischen Differenzierung von Sender und Empfänger auch die gesellschaftliche Differenzierung von herrschender und beherrschter Klasse widerspiegelt (vgl. Burkart 1998, S.507). Und natürlich hat die herrschende Klasse kein Interesse daran, durch eine Änderung des Status quo, ihren Herrschaftsanspruch zu gefährden. Um aber genau diesen Umstand ändern zu können, bedarf es einer Mobilisierung der Bevölkerung, die durch diese neue Produktivkraft die emanzipatorischen Möglichkeiten der Massenmedien freisetzt. Enzensberger spricht dabei konkret von kollektiver Produktion massenmedial verbreiteter Inhalte. Nicht der Einzelne soll als Amateur individuelle Bastelei betreiben, ,,sonder alle sollen sich an einem Programm für alle beteiligen" (Burkart 1998, S.509). Damit würden aus passiven, unkritischen und unpolitischen Konsumenten aktive Produzenten mit kollektiver Eigenverantwortung werden. Die Wandlung des Kommunikationsprozesses in echte Interaktion und damit die Überwindung des Privilegs der herrschenden Schichten wäre vollzogen.

Abschließend sei der Unterschied zwischen repressivem Mediengebrauch, wie er in kapitalistischen Gesellschaften üblich ist, und emanzipatorischem Mediengebrauch, wie er in sozialistischen Gesellschaften üblich sein sollte, tabellarisch gegenübergestellt:

Repressiver Mediengebrauch Emanzipatorischer Mediengebrauch Zentral gesteuertes Programm Dezentralisierte Programme Ein Sender, viele Empfänger Jeder Empfänger ein potentieller Sender Immobilisierung isolierter Individuen Mobilisierung der Massen Passive Konsumentenhaltung Interaktion der Teilnehmer, Feedback Entpolitisierungsprozeß Politischer Lernprozeß Produktion durch Spezialisten Kollektive Produktion Kontrolle durch Eigentümer oder Gesellschaftliche Kontrolle durch Bürokraten Selbstorganisation (Enzensberger 1970, S.173)

V Resümee

In diesem letzten Teil der vorliegenden Arbeit sollen die beiden Ansätze von Brecht und Enzensberger kritisch betrachtet, aber auch gebührend gewürdigt werden. Danach soll der aktuelle Bezug der Beiträge auf die ,,neuen Medien" am Beispiel Internet gezeigt werden.

1 Kritik und Würdigung

Derart subversive Thesen, wie sie in den zuvor umrissenen Texten aufgestellt werden, müssen sich natürlich einer breiten Kritik stellen. Insbesondere dann, wenn sie sich, wie in diesen Fällen, gegen ein aktives politisches System richten. So müssen sich beide Autoren immer wieder gefallen lassen, daß ihre jeweiligen Theorien utopisch sind. Hinzukommen die gemachten Erfahrungen der deutschen Bevölkerung mit dem sozialistischen System der DDR, das eben eher vor einer sozialistischen Gesellschaftsform abschreckt. Trotz alledem stellen die beiden Theorien einen nicht unbeachtlichen Beitrag zur Kommunikationshistorie dar, insbesondere der Text von Brecht. Beide Ansätze können außerdem als äußerst visionär angesehen werden. Ein weiterer wesentlicher Punkt ist die Erkenntnis, daß die Gesellschaft sowohl ökonomisch als auch ideologisch vom Mediensystem abhängt, was Brecht und Enzensberger noch einmal explizit hervorheben.

2 Ausblicke in Bezug auf die ,,neuen Medien"

Betrachtet man die immensen Kommunikationsmöglichkeiten, die sich durch das Internet ergeben haben, so drängt sich einem der Eindruck auf, die Forderungen Brechts und Enzensberger hätten sich verwirklicht. Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit ist es theoretisch möglich, daß Menschen von jedem Ort der Welt zu jeder Zeit miteinander kommunizieren. Jeder Mensch kann aufgrund der Möglichkeiten des Internets zum Produzenten werden. Ob damit aber der generelle Unterschied zwischen Produzenten- und Konsumententum aufgehoben ist bleibt zu bezweifeln. Betrachtet man die Kommunikationsformen die das Internet dem Benutzer ermöglichen, so fällt auf, daß der Großteil des Möglichen kaum oder gar nicht genutzt wird. Prinzipiell bietet das Internet in ,,newsgroups", sogenannten elektronischen Schwarzen Bretter, und in den verschiedenen ,,Chat-Foren" die Möglichkeit zur Interaktion. Diese Form der Kommunikation macht aber keineswegs den Hauptteil der Internetnutzung aus. Vielmehr werden ,,newsgroups" und ,,Chat-Foren" eher von einer kleiner Gruppen von Spezialisten genutzt. Der Großteil der Nutzer rezipiert lediglich die im Internet enthaltenen Informationen Anderer. Die Majorität der Inhalte wird also nach wie vor von einem kleinen, elitären Produzentenkreis erstellt. Dazu kommt die Kultivierung des Internets durch die Wirtschaft, die eine Vielzahl von Seiten zur Bewerbung ihrer Produkte nutzt.

Von der Aufhebung des Produktionsunterschiedes kann also keinesfalls die Rede sein. Das Eigentliche Ziel Brechts und Enzensbergers, die Gleichstellung der Gesellschaft durch eine Gleichstellung der Produktionsverhältnisse, ist auch durch das Internet nicht verwirklicht worden. Ebenso wie zu Brechts Zeiten die Möglichkeiten des Rundfunks nicht ausreichend genutzt wurden, werden heute die Möglichkeiten des Internet nicht ausgereizt. Ein Bertolt Brecht würde den Grund dafür sicherlich in der systemimmanenten Unterscheidung zwischen Herrschenden und Beherrschten sehen. Es ist ja aber tatsächlich so, daß die bestehenden gesellschaftlichen Verhältnisse eine Mediennutzung im Brechtschen und Enzensbergerischen Sinn nicht ermöglichen können. Zu festgefahren sind unsere Vorstellungen davon, wie ein soziopolitisches System auszusehen habe. Das das bestehende System nicht zur Zufriedenstellung aller beitragen und die sozialen Ungerechtigkeiten abbauen kann, dürfte aber jedem klar sein. Da die menschliche Entwicklungsgeschichte aber nicht vom Stillstand ausgeht, kann sicherlich mit einer dauernden Modifizierung aller uns bekannter Belange gerechnet werden. In diesem Kontext haben auch visionäre Thesen wie die von Brecht und Enzensberger durchaus ihre Berechtigung. Um aber auf die emanzipatorischen Möglichkeiten des Internets zurückzukommen, so muß gesagt werden, daß die Entwicklung, die dadurch ins rollen gebracht wurde kaum noch zu übersehen ist. Wer kann sich schon anhand der rasanten Fortschritte der Computertechnologien vorstellen, wie unser Alltag in den nächsten Jahrzehnten aussehen wird. Ein gesellschaftlicher Wandel im Brechtschen und Enzensbergerischen Sinn ist deshalb zumindest nicht auszuschließen. Vielleicht wächst die derzeitige Kluft zwischen den verschiedenen gesellschaftlichen Positionen ja tatsächlich durch das Internet zusammen. Vielleicht wird man irgendwann keinen Informationshierarchien mehr erkennen können, wenn allen alle Informationen zur Verfügung stehen. Voraussetzung dafür wäre allerdings, daß das Internet nicht mehr und mehr zur reinen elektronischen Werbetafel verkommt, auf der die wirklich interessanten Informationen nur noch schwierig, oder gar nicht zu finden sind. Ungeachtet aller Prognosen wird dieses Medium aber trotzdem zu einem entscheidenden gesellschaftlichen Wandel beitragen und die Menschheit in ein neues Jahrtausend, das Informationszeitalter, führen.

VI Literaturverzeichnis

BRECHT, Bertolt (1967): ,,Radiotheorie". In: Gesammelte Werke, Bd. 18. Frankfurt/Main: Suhrkamp, S. 117-134

BURKART, Roland (1998): Kommunikationswissenschaft. Grundlagen und Problemfelder. Umrisse einer interdisziplinären Sozialwissenschaft. Wien, Köln, Weimar: Böhlau, S. 507- 509

ENZENSBERGER, Hans-Magnus (1970): ,,Baukasten zu einer Theorie der Medien." In: Kursbuch 20, S. 159-186

FILK, Christian (1998): ,,Die nicht mehr ,,aristotelische" Medienkunst. Anmerkungen zu Bertolt Brechts Rundfunktheorie und -praxis (1927 bis 1932)." In: Rundfunk und Geschichte, 24. Jg., Nr. 4, S. 233-246

GROTH, Peter/Manfred Voigts (1976): ,,Die Entwicklung der Brechtschen Radiotheorie 1927-1932." In: FUEGI, John/Reinhold GRIMM/Jost HERMAND (Hrsg.): Brecht-Jahrbuch 1976. Frankfurt/Main: Suhrkamp, S. 9-42

MARESCH, Rudolf (1996): ,,Mediatisierung: Dispositiv der Öffentlichkeit 1800/2000." In: MARESCH, Rudolf (Hrsg.): Medien und Öffentlichkeit. Positionierung, Symptome, Simulationsbrüche. München: Boer, S. 9-29

OLLMANN, Helgo (1997): Die Rundfunksituation in der Bundesrepublik Deutschland. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Online im Internet: URL: http://home.wtal.de/ollmann/RUNDFUNKSITUATION/RUNDFUNKSITUATION.htm [Stand 28.02.1999]

ROLLKA, Bodo (1971): ,,Bertolt Brechts Radiotheorie." In: Rundfunk und Fernsehen, 19. Jg., Nr. 2, S. 145-154

[...]


1 Im Folgenden beziehe ich mich auf die Ausführungen von Helgo Ollmann (1997).

2 Im Folgenden beziehe ich mich auf die Ausführungen von Enzensberger (1970) S. 159-186.

3 Im Folgenden beziehe ich mich auf die Ausführungen von Burkart (1998) S.507-509.

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Details

Titel
Gesellschaftskritische Ansätze: Brecht, Enzensberger
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Institut für Kommunikationswissenschaft)
Veranstaltung
Proseminar 1: Modelle und Theorien der Massenkommunikation
Note
1,7
Autor
Jahr
1999
Seiten
17
Katalognummer
V94915
Dateigröße
427 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gesellschaftskritische, Ansätze, Brecht, Enzensberger, Ludwig-Maximilians-Universität, München, Institut, Kommunikationswissenschaft, Proseminar, Modelle, Theorien, Massenkommunikation, Dozentin, Barbara, Franz
Arbeit zitieren
Marc Mühldorfer (Autor), 1999, Gesellschaftskritische Ansätze: Brecht, Enzensberger, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94915

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