Das Leben in der Stadt und auf dem Land

Unterschiede in Infrastruktur und demographischem Wandel


Ausarbeitung, 2020

11 Seiten

Chris K. (Autor)


Leseprobe

Inhalt

Der ländliche Raum in Deutschland
Der Stadt- Land-Vergleich: zwei Welten
Demographischer Wandel im ländlichen Raum

Mobilität
Die Zukunft der Mobilitätssicherung

Eine Methode für die Arbeit mit Schülern: Denken lernen mit Geographie
Kompetenzen, welche die SuS erlernen, wenn sie sich mit dem Mobilitätsproblem im ländlichen Raum auseinandersetzen

Quellen

Der ländliche Raum in Deutschland

Diese Ausarbeitung durchleuchtet die Disparitäten (Unterschiede) zwischen städtischen und ländlichen Räumen, wie beispielsweise in der mobilen Infrastruktur. Sie erläutert aktuelle Entwicklungen in der Dynamik des ländlichen und städtischen Raumes. Darüber hinaus wird die Zukunft der Mobilität im ländlichen Raum diskutiert. Abschließend wird eine Methode der didaktischen Vermittlung präsentiert.

Der Stadt- Land-Vergleich: zwei Welten

Die städtischen und ländlichen Lebensverhältnisse in Deutschland drohen auseinanderzudriften. „Lebten um 1900 nur rund 13 Prozent der Weltbevölkerung in Städten, waren es 2010 bereits mehr Menschen in urbanen Ballungszentren als auf dem Land. Bis Mitte dieses Jahrhunderts werden nach Prognosen der Vereinten Nationen sogar gut zwei Drittel der Erdbewohner in Stadtregionen gezogen sein.“ (Schubert 2018: bpb.de). Es leben somit – auch in Deutschland – wesentlich mehr Menschen in Städten als auf dem Land. Dennoch ist die Anzahl der schrumpfenden Städte kontinuierlich angestiegen. Dies liegt im Wachstum und Schrumpfen von einzelnen Regionen begründet. Regionen mit dynamischen und innovativen Wirtschaftsclustern wachsen, während Regionen mit Altindustrie schrumpfen. Städte mit mehr als 500.000 Einwohnern sind wachsend, während Land-, Klein- und Mittelstädte Bevölkerung verlieren (vgl. Schubert 2018: bpb.de).

Nach der Jahrtausendwende sind viele Menschen aus dem Land zurück in die Städte gezogen. Man spricht von sogenannter Landflucht. In Zukunft werden in Deutschland die regionalen Differenzierungen zunehmen. Auch in Westdeutschland werden mehr Regionen schrumpfen. Auch das negative Bevölkerungswachstum und die niedrigen Fertilitätsraten sollten in Betracht gezogen werden, wenn es um schrumpfende Regionen geht. Dabei ist der demographische Wandel nirgendwo so ausgeprägt wie im ländlichen Raum. Die medizinische Versorgung und das kulturelle Angebot verschlechtern sich besonders in diesen Regionen. Kundschaften für Geschäfte, Banken und Kino werden weniger. Ländliche Regionen geraten so in eine Abwärtsspirale. Die kleinen Kommunen schreiben rote Zahlen, wenn Einkommens- und Gewerbesteuer sinken (vgl. Schubert 2018: bpb.de). „Beispiele aus Niedersachsen illustrieren die Vielfalt von Lebenslagen und gemeinschaftlichen Initiativen im Stadtumland und ländlichen Raum. In Estebrügge, inzwischen Ortsteil von Jork im Alten Land, ca. 50 Minuten von der Hamburger Innenstadt entfernt, gab es in den 1950er Jahren drei Schlachter, einen Fischhändler, zwei Schuster, eine Drogerie, zwei Friseure, drei Bäcker, vier Kolonialwarenläden und sechs Gaststätten. Geblieben sind in der Gemeinde mit derzeit ca. 2.100 Einwohnern zwei Gaststätten und zwei Läden. Vor allem Schule, Sport- und Schützenverein suchen der Ausdünnung der Geschäfte entgegenzuwirken und die Dorfgemeinschaft zu beleben. So wird die vormalige Bäckerei inzwischen von einer Initiative als (zeitweise geöffnetes) Café betrieben.“ (Schubert 2018: bpb.de).

Von EU-Ebene und im Raumordnungsgesetz ist die Gleichheit der Lebensverhältnisse im Bundesgebiet festgelegt. Viele Bürger sehen dies allerdings als Regelungen, die von oben herab diktiert werden. Doch welche Lösungen kann es geben? „Die zunehmende Ungleichheit regionaler Lebensbedingungen und die ausufernde Landflucht erfordern eine Neubewertung und veränderte Vorgaben für die Infrastruktur ländlicher Regionen. Das Festhalten am Status Quo und am Ziel „gleichwertiger Lebensbedingungen“ ist keine Option, sondern Umdenken und Erneuerung sind erforderlich. Der kaum vermeidbare „Rückzug aus der Fläche“ setzt räumliche Differenzierungen der Mindeststandards voraus. Es bleibt ein schwieriger Spagat der Politik, für die (weiter) schrumpfenden Gemeinden eine (teure) Infrastrukturgrundausstattung und gleichwertige Lebensbedingungen zu sichern und zugleich den wachsenden Städten hinreichende Mittel für Sicherstellung und Ausbau von Einrichtungen der Daseinsfürsorge bereit zu stellen (Henkel 2016). Unmut unter den sich „abgehängt“ fühlenden Dorfbewohnern macht sich breit und schlägt sich im Wahlverhalten nieder.“ (Schubert 2018: bpb.de). Auch sollte auf regionaler Ebene stärker eingegriffen werden, um einer Verelendung des ländlichen Raumes vorzubeugen: „Stadt-, Regional- und Ortsplanung sind notwendiger denn je als ein gesellschaftlicher Steuerungsprozess zu begreifen, der auch soziale Gestaltungen impliziert. Der ständige Umbau von Stadt und Land erfordert nicht weniger, sondern mehr Planung, die verstärkt Nachhaltigkeit und Resilienz einbezieht. (Groß-)Städte werden auch zukünftig eine zentrale Rolle bei der gesellschaftlichen Entwicklung spielen. Sie waren, sind und werden anpassungsfähige Systeme, Kristallisationspunkte und Motoren für wirtschaftlichen sozialen und kulturellen Wandel bleiben. Umgekehrt geht es nicht darum, Ideologien von Landromantik und Dorfidylle zu stärken, sondern mittels von „bottom up“-Strategien und Befähigungsmaßnahmen endogene Potentiale, auch des ländlichen Raumes, in eine zukunftsfähige Perspektive im Kontext gleicher Lebensbedingungen einzubinden.“ (Schubert 2018: bpb.de).

Jugendliche verstehen ihr Leben im ländlichen Raum keineswegs als negativ. Die Unterschiede der städtischen und ländlichen Lebensweisen nehmen die Jugendlichen als Positiv wahr, denn ihr Lebensentwurf bezieht sich auf städtisches und ländliches Leben gleichermaßen (vgl. Eisenbürger 2002: 36f.).

Demographischer Wandel im ländlichen Raum

„Zur Beschreibung des ländlichen Raums erfolgt eine Orientierung an den Raumabgrenzungs- bzw. Raumstrukturansätzen des Bundesamts für Bauwesen und Raumordnung (BBR) bzw. des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung. Als ländliche Räume werden in der vorliegenden Studie daraus abgeleitet alle Regionen in Deutschland bezeichnet, die eine Bevölkerungsdichte von unter 150 Einwohnern (Ew)/km2 aufweisen.“ (vgl. Brenck 2016: 17) Bundesweit nimmt der ländliche Raum eine Fläche von 65% im Jahr 2013 ein (vgl. Brenck 2016: 17).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Karte: vgl. Brenck 2016: 17)

Die Wirkung des Demographischen Wandels hat zur Folge, dass durch den Bevölkerungsrückgang und die Verschiebung in der Altersstruktur besonders ländliche Regionen leiden. Hier werden in Zukunft mehr alte und auch weniger Menschen leben (vgl. Brenck 2016: 17f.).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Karte: vgl. Brenck 2016: 18)

Die Einflussfaktoren des demografischen Wandels auf ländliche Räume sind die folgenden: Weiträumige Verteilung der Bevölkerung, Geringe Dichte an Einrichtungen der Daseinsvorsorge, Große Entfernung zwischen den Standorten, Hoher Aufwand für Bereitstellung von Waren, Versorgungs- und Dienstleistungen, Geringere Nachfrage als in dicht besiedelten Räumen und die Grenzen der Wirtschaftlichkeit sind meist schnell erreicht (vgl. Brenck 2016: 20).

Mobilität

„Der demographische Wandel stellt den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in ländlichen Regionen vor große Probleme. Das betrifft Jüngere und Ältere in gleichem Maße. Ist die öffentliche Mobilität eingeschränkt und damit unzureichend, wird das Leben auf dem Land unattraktiv; Ältere sind womöglich sogar gezwungen, in die Stadt zu ziehen.“ (Flath 2018: 22).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(vgl. König 2017: 2)

Mangelnde Mobilität und ÖPNV-Anbindung ist also eines der Hauptprobleme im ländlichen Raum. Dies liegt vor allem am demographischen Abwärtstrend. Dies führt zu Versorgungsproblemen strukturschwacher Regionen. Neben Mobilität ist auch Bildung, Energie und Gesundheit betroffen. Die Verkehrsanbindung ist ein wichtiges Kriterium, um älteren Menschen in ländlichen Regionen eine Verkehrsanbindung zu gewährleisten und auch jüngere Menschen in diesen Regionen zu halten (vgl. Flath 2018: 22). „Bei der Lösung von Mobilitätsproblemen sind auch ökologische Aspekte zu beachten. Es geht nicht nur darum, öffentliche Mobilität zu erhalten, sondern gleichzeitig darum, diese verträglich für Mensch und Umwelt im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung zu gestalten.“ (Flath 2018: 22). Dabei gibt es verschiedene Strategien zur Mobilitätssicherung. Im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung ist es von Bedeutung, dass das Auto als Hauptverkehrsmittel abgelöst wird. Dies geschieht heute beispielsweise durch Sammeltaxis, Bürgerbusse (Erweiterung der Strecke außerhab des ÖPNV), kombinierte Systeme (bsp. Bus + Leihfahrrad), Carsharing oder mobile Dienste (für Artztfahrten o.ä.) (vgl. Flath 2018: 22).

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Details

Titel
Das Leben in der Stadt und auf dem Land
Untertitel
Unterschiede in Infrastruktur und demographischem Wandel
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Autor
Jahr
2020
Seiten
11
Katalognummer
V949601
ISBN (eBook)
9783346288288
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Land, Mobilität, Abwanderung, Städte, Landflucht, Schule, Demographischer Wandel, Stadt, Leben, ÖPNV, Jugend, Geographie, Abwanderung vom Land, Unterschiede Stadt Land Unterricht, Schule Landflucht, Demographischer Wandel im Unterricht, Stadtentwicklung im Unterricht, Schule Geographie Stadt Land, Geographie Unterricht Stadt Land
Arbeit zitieren
Chris K. (Autor), 2020, Das Leben in der Stadt und auf dem Land, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/949601

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