Medienberichterstattung über Amokläufe und mögliche Konsequenzen

Ein kurzer Essay


Essay, 2012

10 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Am 22. Juli 2011 werden durch ein Attentat in Norwegen 77 Menschen getötet und zahlreiche teils schwer verletzt. Der Attentäter, ein zu diesem Zeitpunkt 32-jähriger Mann mit Namen An­ders Behring Breivik (A.B.B.), wird von Spezialeinsatzkräften ohne Gegenwehr noch am Tatort festgenommen.

Die im Vorfeld minutiös geplante Tat findet an drei Schauplätzen statt. An zwei dieser drei Schauplätze wurden die Tötungen vorgenommen, der dritte Schauplatz soll der Verbreitung einer Ideologie, der Ermutigung zu Nachfolgetaten und der Mythologisierung des Täters und seiner Taten dienen.

Der erste Schauplatz befand sich im Regierungsviertel Oslos. Dort zündete der Täter eine Bom­be, die acht Personen das Leben nahm. Im Anschluss daran begab sich Breivik zum zweiten Schauplatz auf die Fjordinsel Ut0ya. Er erschoss dort 69 Personen. Die meist jugendlichen Opfer hatten an einem jährlich stattfindenden Sommercamp der sozialdemokratischen Jugendorgani­sation AUF teilgenommen. Die dort durchgeführten Tötungen glichen teilweise Hinrichtungen. 56 Opfer wiesen aus nächster Nähe zugefügte tödliche Kopfverletzungen auf.

Weit vor der eigentlichen Tat verfasst der Täter rechtsextremer Gesinnung eine Art Manifest in englischer Sprache, welches mehr als 1500 Seiten umfasst. Darin erläutert er seine Beweggrün­de für die Tat und untermauert anhand von Quellen und Zitaten unter anderem rechtpopulisti­scher, islamfeindlicher und rechtsextremer Aktivisten seine Thesen. Am Tag der Tat versendet Breivik dieses Manifest per Email. Neben dem Zweck der Verbreitung seiner Ideologie stellt es aber auch eine Art Handbuch dar, in dem detailreich beschrieben wird, wie bei der Planung und Durchführung von nachfolgenden Operationen vorzugehen sei. Es finden sich darin z.B. Be­schaffungstipps für erforderliches Equipment wie Schuss- und Explosionswaffen, Hinweise, wie und wo der Schusswaffengebrauch trainiert werden kann sowie Hinweise auf potenzielle Op­fergruppen und -Regionen. Hinzu kommen detaillierte Verhaltensregeln, wie während der Pla­nung der Taten vorzugehen ist, um weder dem sozialen Umfeld noch Behörden aufzufallen so­wie Verhaltensregeln bei der Tatausführung, um einen reibungslosen Ablauf mit einer Höchstzahl an Opfern zu ermöglichen. Außerdem beschreibt Breivik Verhaltensregeln, die lange über das eigentliche Tatgeschehen hinaus wirken sollen. Dabei betont er explizit die Rolle der Medien und der Presse und wie diese genutzt werden sollen. Vor allem die Rolle der Medien während des Strafgerichtsprozesses sei dabei von besonderer Wichtigkeit, denn erst durch die Verhaftung und durch den Strafprozess würde durch die Aufmerksamkeit der Presse eine Aus­breitung der entsprechenden Propaganda möglich, wodurch eine umfassende Anzahl an Sym­pathisanten und Unterstützer zu bekommen sei. Fokussiert auf diese scheinbare Funktion der Medien, ist A.B.B. stets auf eine für seine Zwecke sinnvolle Selbstinszenierung bedacht. Kurze Zeit vor den Massenmorden stellt er teils bearbeitete Fotos von sich zum Download ins Inter­net. In seinem Manifest rät er Nachahmer dazu, alte und unvorteilhafte Bilder von sich zu lö­schen, neue Bilder von sich zu machen und sich durch Rasur und Solariumbesuche bestmöglich darauf abzulichten.

Trotz dieser Ausführungen schafft es Breivik, die Presse umfassend für seine Zwecke zu instru­mentalisieren. Seine selbstinszenierten Bilder gehen um Welt, sein Manifest ist bis zum heuti­gen Tag per Download verfügbar und der Prozess wurde rund um den Globus medial verfolgt oder sogar live übertragen.

Obwohl die Ausführung der Tat in einem solchen Ausmaß weltweit einmalig ist und politische Motive aufweist, sind dennoch Parallelen zu Amoktaten und School Shootings erkennbar, wie sie z.B. in Europa und den USA immer wieder auftreten. Diese Parallelen beziehen sich z.B. auf die Mehrfachtötungen durch Schusswaffen im öffentlichen Raum innerhalb eines Tatereignis­ses, auf das martialische Auftreten der Täter oder auf die ihnen zuteilwerdende mediale Auf­merksamkeit.

Von der Öffentlichkeit und auch von Seiten der Wissenschaft folgt dabei fast reflexhaft eine Diskussion darüber, welchen Anteil Medien und die Presse an solchen massiven Gewalttaten haben und ob diese Gewalttaten bei einer restriktiveren Handhabung von Medieninhalten ver­hindert werden könnten.

Hierbei kann zwischen zwei Diskussionsschwerpunkten unterschieden werden: Die Diskussion über die Wirkung von Medien mit gewaltdarstellenden Inhalten - vor allem die für besonders wirkungsmächtig gehaltenen audiovisuellen Medien sowie Videospiele - als auch eine Diskussi­on über die Folgen der Medienberichterstattung.

Das Augenmerk wird dabei vor allem auf Kinder und Jugendliche gerichtet. Diese gelten, da sie sich noch sehr stark in der (Persönlichkeits-)Entwicklung befinden, für mögliche negative Effek­te durch Medien als besonders gefährdet. Medien wird eine immer wichtiger werdende Soziali­sationsfunktion zugeschrieben, die neben Familie und Schule einen bedeutenden Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung haben. Denn - so eine zentrale Annahme - Kinder und Jugendli­che setzen sich aktiv mit ihrer durch Medien geprägten Umwelt auseinander, interpretieren diese und wirken aktiv auf sie ein, andererseits wiederum wirken und beeinflussen Medien in vielen Persönlichkeitsbereichen auf die Individuen zurück.1 Kinder und Jugendliche sollen so, um ihnen eine positive Persönlichkeitsentwicklung zu gewährleisten, vor negativen und schädi­genden Einflussfaktoren - und somit auch vor medialen - geschont werden.

Dem ersten Diskussionspunkt liegen unterschiedliche Thesen und Theorien zugrunde, die zu­sammengefasst besagen, dass Kinder und Jugendliche durch den Konsum gewaltdarstellender Medieninhalte ein desensibilisiertes Verhältnis zur Gewalt entwickeln und Hemmschwellen zur Akzeptanz und Anwendung von Gewalt abbauen, aggressives Verhalten erlernen und/oder an Empathievermögen verlieren.2 Die Wissenschaft ist sich dabei heute weitgehend einig, „(...) die Annahme einer generellen Ungefährlichkeit von Mediengewalt [wird] fast nicht mehr vertre­ten."3 Anhand zahlreicher Untersuchungen und Metastudien wird hinreichend deutlich, dass gewaltreiche Medieninhalte die Aggressivität ihrer Rezipienten zumindest kurzfristig steigern. Dies konnten beispielsweise die Psychologen P. Christensen und W. Wood (2007) in ihrer Meta­studie nachweisen.4 Nach wie vor gibt es nur wenige verlässliche Langzeitstudien, die langfristi­ge negative Effekte gewalthaltigen Medienkonsums ermitteln konnten. Diese liegen - wenn überhaupt - vorrangig für audiovisuelle Medieninhalte also TV- bzw. Videoformate vor. Zu­sammenfassend wurden kleine bis mittelstarke Zusammenhänge zwischen der Rezeption ge­waltdarstellender Medieninhalte und der Aggressivität ihrer Konsumenten beobachtet. Als be­sonders durch Negativeffekte von Mediengewalt aus Film und Fernsehen gefährdet gelten nach derzeitigen Erkenntnissen vorrangig junge männliche Personen mit hohem Konsum gewaltdar­stellender Medieninhalte, die sowohl in der Schule, als auch in der Familie reale Gewalt erfah­ren und gleichzeitig „realistisch anmutende bzw. heroisch dargebotene Medieninhalte konsu- mieren"5. Grundsätzlich wird immer wieder betont, dass Mediengewalt häufig lediglich als Ver­stärker oder Auslöser von bereits bestehendem aggressiven Verhalten fungiert. Neben zahlrei­chen anderen Ursachen, die zur Entstehung von Aggressivität beitragen, stellen gewaltreiche Medieninhalte somit einen eher begleitenden Faktor dar. Dementsprechend ist eine in vielfälti­ger Hinsicht differenzierte Betrachtung bei der Ergründung der Wirkung von Mediengewalt von Bedeutung. Denn die Wirkung auf Kinder und Jugendliche bzw. die Verarbeitung gewaltdarstel­lender Medieninhalte hängt von zahlreichen Faktoren ab, wie beispielsweise dem Geschlecht, der Persönlichkeit, dem Alter, der Familie, der Schule, der Regelmäßigkeit und der Dauer der Rezeption, von kognitiven Dispositionen oder auch nur von der momentanen Situation.6

Der zweite Diskussionsschwerpunkt bezieht sich auf die Medienberichterstattung, darauf, inwieweit durch eine umfassende und vorrangig täterzentrierte Berichterstattung vor allem Jugendliche beeinflusst und eventuell zu Folgetaten inspiriert werden. Außerdem auf den As­pekt, dass den Tätern durch die Aufmerksamkeit, die ihnen zuteil wird, ihrem Wunsch entspro­chen wird, im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen. Schließlich erwarten aber gerade auch Hinterbliebene und Überlebende, dass Rücksicht auf sie genommen wird. Denn diese werden bei einer intensiven Berichterstattung über die psychischen oder auch physischen Leiden des direkten Tatgeschehens hinaus nun auch in ihrem Alltag, beim Konsum jeglicher tagesaktueller Medien wiederkehrend und unkontrolliert mit dem Täter und der Tat konfrontiert. Eine selbst­gesteuerte Bewältigung des Geschehenen durch die direkt Betroffenen ist durch diese sogenannte sekundäre Viktimisierung nur begrenzt möglich. Vor allem der Fall A.B.B. hat dieses Problem abermals deutlich gemacht. Denn, so geben Überlebende und Hinterbliebene der Tat an, es war ihnen kaum mehr möglich einkaufen zu gehen, ohne dass der Massenmörder A.B.B. auf Titelblättern abgedruckt, teils mit Waffe und Kampfmontur, ihnen entgegenblickte.7

An dieser Stelle muss zunächst ausgeführt werden, dass es zahlreiche Untersuchungen gibt, die einen Einfluss der Medienberichterstattung auf Folgetaten festgestellt haben. Vor allem das School Shooting an der Columbine Highschool wird in diesem Zusammenhang als eine Art glo­bales Referenzsystem betrachtet. Unmittelbar nach der Tat in Columbine wurden Aufnahmen von Überwachungskameras der Schule medial weltweit verbreitet, die nach wie vor im Internet vorhanden sind und vielfach abgerufen werden. Einerseits sind darauf panisch flüchtende und sich schützende Schüler/-innen und Lehrer/-innen zu sehen und andererseits die beiden Täter, martialisch, überlegen und machtvoll sowie gleichzeitig amüsiert wirkend, wie sie durch die Schule schreiten. Der amerikanische Medienwissenschaftler Loren Coleman gibt an, „dass die Zahl von School Shootings nach dem massenmedial besonders intensiv verbreiteten Vorfall in Columbine 1999 noch einmal erheblich zugenommen hat“8. Während bis zu diesem Zeitpunkt über die USA hinaus kaum Amokläufe von Jugendlichen an Schulen zu verzeichnen waren, ha­ben sich Vorfälle dieser Art seither global vervielfacht. Zahlreiche nachfolgende Amoktäter ha­ben sich teilweise explizit auf die Columbine-Täter bezogen. Es wurde beispielsweise ihre Be­kleidung nachgeahmt, Aussagen rezitiert oder die ihnen zu Teil gewordene mediale Aufmerk­samkeit als Anreiz zur eigenen Tatumsetzung genannt. Außerdem fanden sich bei einer Vielzahl nachfolgender Täter unteranderem Bilddateien der Columbine-Täter auf ihren Rechnern. Zwar werden Untersuchungen auch angezweifelt, die einen deutlichen Zusammenhang der Medien­berichterstattung mit Nachfolgetaten von Amokläufen festgestellt haben, dennoch, die Tat an der Columbine Highschool hat durch ihre mediale Präsenz, gestützt durch das Bild- und Video­material der Überwachungskameras, im kollektiven Bewusstsein einen dominanten Abdruck hinterlassen.

Seit langem schon liegt in Deutschland weitgehender Konsens bezüglich der Berichterstattung über Suizide vor. Beispielsweise begehen durchschnittlich mehr als 1000 Personen jährlich bzw. ca. drei Personen täglich durch den Schienenverkehr in Deutschland Selbstmord. Hierüber fin­den sich allerdings in der Presse, trotz vorhandenem öffentlichen Interesses, keine oder kaum Informationen. Weder bei aktuellen Hinweisen zu Ausfällen von Zügen, U-Bahnen etc. noch bei Berichten über Einsätze der Polizei oder der Feuerwehr in den Polizeiberichten der lokalen Presse finden sich explizite Hinweise zu Selbstmorden. Im Novellierten Pressekodex des Deut­schen Presserats lautet es hierzu in der Richtlinie 8.5 zur Selbsttötung: „Die Berichterstattung über Selbsttötung gebietet Zurückhaltung. Dies gilt insbesondere für die Nennung von Namen und die Schilderung näherer Begleitumstände (,..)"9. Denn bereits in den 1970er Jahren konnten Studien in den USA Nachahmungen von Selbstmorden belegen, über die im Vornherein in der Presse ausführlich berichtet wurde. In nachfolgenden Studien wurde dabei vor allem deutlich, dass Nachahmungen in ihrer Auftretenswahrscheinlichkeit steigen, wenn sie auf einer realen Person/einem realen Ereignis basieren und die Nachahmenden Ähnlichkeiten aufweisen zu der Person, über die berichtet wurde. Der Mediengewaltforscher Michael Kunczik hat in diesem Zusammenhang die folgenden kausalen Variablen für Nachahmungseffekte bei Selbsttötungen ermittelt:10

- Die Intensität der Berichterstattung,
- die Verfügbarkeit der Medien, über die berichtet wird,
- die Anzahl der Rezipienten,
- die Ähnlichkeit der Rezipienten mit der Person, die den Freitod gewählt hat,
- das Alter der Rezipienten (je jünger die Rezipienten, desto höher ist die Wahrscheinlich­keit der Nachahmung),
- die subjektiv empfundene Attraktivität und die Prominenz des Modells,
- die positive Schilderung der Konsequenzen des Freitods sowie seine
- heroisierende Darstellung.

Die Effekte von verändertem journalistischen Vorgehen wurden in diesem Zusammenhang bei­spielsweise in den 1980er Jahren in Wien sehr deutlich. Hier reduzierte sich durch eine Nach­richtensperre die Zahl von durchschnittlich neun auf ein bis vier U-Bahn-Selbstmorde pro Halb­jahr. Zwar können Nachahmungseffekte bei Berichten über Gewalttaten gegenüber anderen Personen nicht in dem selben Umfang wissenschaftlich nachgewiesen werden, dennoch existie­ren Studien, die eine Häufung von Gewalt- und Amokfällen nach eben solchen ermittelt haben, die mit hoher medialer Aufmerksamkeit einhergingen. Hierzu gehört beispielsweise die Unter­suchung von Armin Schmidke aus dem Jahr 2002. Er hat anhand einer Analyse von Medienbe­richten ein kumuliertes Auftreten von Amokfällen im nachfolgenden Zeitraum von zehn Tagen auf ein Amokereignis festgestellt. Zu einem ähnlichen Ergebnis kam auch der amerikanische Psychiater Spencer Kostinsky. In seiner Untersuchung zum Auftreten von Schulgewalt nach dem Amoklauf an der Columbine Highschool hat er eine signifikante Häufung von gemeldeten Schul­gewalttaten in genau demselben Zeitraum, nämlich innerhalb zehn Tage, festgestellt. Zwar sind die Ergebnisse der Studien sowie deren Untersuchungsdesigns nicht unumstritten. Berechtig­terweise wird in diesem Zusammenhang mit der erhöhten Sensibilität der Bevölkerung oder auch von Journalisten gegenüber nachfolgender Gewalttaten argumentiert. Denn nach voran­gegangenen exzessiven Gewaltfällen mit hoher Medienpräsenz könnte die Schwelle sinken, nachfolgende Gewalttaten bei Behörden zu melden. Ebenso wäre es möglich, dass Journalisten dazu tendieren, unmittelbar nachfolgende Vorfälle als Amoktaten zu bezeichnen, die ohne vor­hergegangene Amoktat beispielsweise als Familiendramen, Morde etc. kategorisiert worden wären. Trotz dieser bestehenden Zweifel an einem analogen Wirkungszusammenhang von Na­chahmungseffekten im Zuge einer intensiven Medienberichterstattung scheinen anhand der existieren Studienergebnisse Vorsichtsmaßnahmen in der Medienberichterstattung über Amok­läufe dennoch ratsam.11

Der Kriminologe und Sozialpädagoge Frank J. Robertz hat dabei folgende Richtlinien für die Me­dienberichterstattung formuliert:12

- Keine vereinfachte Darstellung der Handlungsmotivationen der Täter.

Dadurch soll verhindert werden, dass potenzielle Nachahmer einen direkten Bezug zu ihrer Lebenssituation finden und eventuell das gleiche Motiv für eine Folgetat bei sich identifizieren.

- Es soll eine Fokussierung auf die Folgen der Tat und nicht auf den/die Täter folgen.

In diesem Zusammenhang soll auch auf volle Namensnennungen oder auf das Abdru­cken von Bildern der Täter verzichtet werden. Dadurch soll einer möglichen Idealisie­rung der Täter entgegengewirkt werden.

- Keine romantisierte oder heroisierende Darstellung der Geschehnisse.

Dadurch sollen Mythen und Emotionalisierungen vermieden werden, die wiederum eine Intensivierung der Berichterstattung bzw. der Aufmerksamkeit von Rezipienten zu Folge haben könnte.

- Keine detaillierte oder zu konkrete Darstellung des Tatgeschehens.

So soll vermieden werden, dass Gewaltphantasien von potenziellen Nachahmern ange­regt werden und/oder Tathergänge von diesen - Angefangen bei der Kleidung der Täter bis hin zu ihrer Bewaffnung - imitiert werden können.

- Keine zu anschauliche Darstellung der Täterphantasien oder von emotionalem Bildmate­rial.

Es sollen keine Tagebucheintragungen, Briefe etc. der Täter inflationär verbreitet und vereinfacht aufbereitet dargestellt werden, um ein Eintauchen in bzw. einen Anschluss an deren Gedankenwelt zu vermeiden.

In Deutschland stellt die Freiheit der Presse - aufgrund der nationalsozialistischen Vergangen­heit - ein sehr hohes Gut dar und wird sowohl durch das Grundgesetz in Artikel 5, als auch durch die allgemeinen Gesetze garantiert. Dementsprechend ist die Berichterstattung von ge­setzlichen Einschränkungen weitgehend verschont. Allerdings wurde von Seiten der Gesetzge­ber die Schaffung des Selbstkontrollorgans für Printmedien Deutscher Presserat in der noch jungen Bundesrepublik begrüßt. Dieser soll einerseits den Schutz der Pressefreiheit wahren und andererseits Fehlentwicklungen und Missstände in der Presselandschaft beobachten und bei gravierenden Verstößen rügen. Hierzu wurde vom Deutschen Presserat in Zusammenarbeit mit den deutschen Presseverbänden der sogenannte Pressekodex entwickelt, der ethische Grund­sätze und Leitlinien zum Inhalt hat.

[...]


1 Vgl. Aufenanger in Sander/von Gross/Hugger, S. 88.

2 Vgl. u.a. Krahé/Möller/Berger sowie Selg, S. 50ff.

3 Kunzcik/Zipfel, S. 354.

4 Ausführlich hierzu, Christensen/Wood in Preiss et al., S. 145-168.

5 Robertz/Wickenhäuser, S. 54.

6 Vgl. u.a. Richter/Fuhs, S. 8 u. Robertz/Wickenhäuser, S. 52ff.

7 Vgl. Hölter et al. Online unter: <http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-80362944.html>. Stand: 15.08.2012.

8 Robertz/Wickenhäuser, S. 95.

9 Deutscher Presserat, 2006. S. 19.

10 Vgl. Robertz/Wickenhäuser, S. 98.

11 Vgl. u.a. Robertz/Wickenhäuser, S. 96ff. sowie Kunzcik/Zipfel, S. 88ff.

12 Vgl. Robertz/Wickenhäuser, S. 99f.

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Medienberichterstattung über Amokläufe und mögliche Konsequenzen
Untertitel
Ein kurzer Essay
Hochschule
Universität Potsdam
Note
1,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
10
Katalognummer
V949611
ISBN (eBook)
9783346287717
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Medien, Amok, Amokläufe, Mediengewalt, Schoolshooting
Arbeit zitieren
Katrin Geier (Autor), 2012, Medienberichterstattung über Amokläufe und mögliche Konsequenzen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/949611

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