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Medienberichterstattung über Amokläufe und mögliche Konsequenzen

Ein kurzer Essay

Title: Medienberichterstattung über Amokläufe und mögliche Konsequenzen

Essay , 2012 , 10 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Katrin Geier (Author)

Sociology - Children and Youth
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Dieser Essay setzt sich mit dem Einfluss von gezeigter Gewalt in den Medien auf Jugend und Kinder auseinander und fragt, inwiefern diese dazu beitragen Amokläufe zu begehen.

Von der Öffentlichkeit und auch von Seiten der Wissenschaft folgt nach Amokläufen und Schoolshootings fast reflexhaft eine Diskussion darüber, welchen Anteil Medien und die Presse an solchen massiven Gewalttaten haben und ob diese Gewalttaten bei einer restriktiveren Handhabung von Medieninhalten verhindert werden könnten.

Hierbei kann zwischen zwei Diskussionsschwerpunkten unterschieden werden: Die Diskussion über die Wirkung von Medien mit gewaltdarstellenden Inhalten – vor allem die für besonders wirkungsmächtig gehaltenen audiovisuellen Medien sowie Videospiele – als auch eine Diskussion über die Folgen der Medienberichterstattung.

Das Augenmerk wird dabei vor allem auf Kinder und Jugendliche gerichtet. Diese gelten, da sie sich noch sehr stark in der (Persönlichkeits-)Entwicklung befinden, für mögliche negative Effekte durch Medien als besonders gefährdet. Medien wird eine immer wichtiger werdende Sozialisationsfunktion zugeschrieben, die neben Familie und Schule einen bedeutenden Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung haben. Denn – so eine zentrale Annahme – Kinder und Jugendliche setzen sich aktiv mit ihrer durch Medien geprägten Umwelt auseinander, interpretieren diese und wirken aktiv auf sie ein, andererseits wiederum wirken und beeinflussen Medien in vielen Persönlichkeitsbereichen auf die Individuen zurück. Kinder und Jugendliche sollen so, um ihnen eine positive Persönlichkeitsentwicklung zu gewährleisten, vor negativen und schädigenden Einflussfaktoren – und somit auch vor medialen – geschont werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Medienwirkung bei gewaltdarstellenden Inhalten

3. Medienberichterstattung und Nachahmungseffekte

4. Richtlinien für eine ethische Medienberichterstattung

5. Fazit und Präventionsansätze

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der medialen Berichterstattung über Amokläufe und dem potenziellen Risiko für Nachahmungstaten. Dabei wird analysiert, wie eine täterzentrierte Inszenierung die psychischen Folgen für Hinterbliebene verschärft und welche ethischen Standards für den Journalismus sowie pädagogische Ansätze zur Stärkung der Medienkompetenz notwendig sind, um dieser Problematik zu begegnen.

  • Wirkungsmechanismen gewaltdarstellender Medien auf Kinder und Jugendliche
  • Die Rolle der Medienberichterstattung bei der Inspiration von Folgetaten
  • Ethische Leitlinien und die Rolle des Deutschen Presserats
  • Die sekundäre Viktimisierung von Opfern durch mediale Dauerpräsenz
  • Prävention durch gezielte Medienkompetenzvermittlung

Auszug aus dem Buch

Die Rolle der Medienberichterstattung bei Folgetaten

Der zweite Diskussionsschwerpunkt bezieht sich auf die Medienberichterstattung, darauf, inwieweit durch eine umfassende und vorrangig täterzentrierte Berichterstattung vor allem Jugendliche beeinflusst und eventuell zu Folgetaten inspiriert werden. Außerdem auf den Aspekt, dass den Tätern durch die Aufmerksamkeit, die ihnen zuteil wird, ihrem Wunsch entsprochen wird, im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen. Schließlich erwarten aber gerade auch Hinterbliebene und Überlebende, dass Rücksicht auf sie genommen wird. Denn diese werden bei einer intensiven Berichterstattung über die psychischen oder auch physischen Leiden des direkten Tatgeschehens hinaus nun auch in ihrem Alltag, beim Konsum jeglicher tagesaktueller Medien wiederkehrend und unkontrolliert mit dem Täter und der Tat konfrontiert. Eine selbstgesteuerte Bewältigung des Geschehenen durch die direkt Betroffenen ist durch diese sogenannte sekundäre Viktimisierung nur begrenzt möglich. Vor allem der Fall A.B.B. hat dieses Problem abermals deutlich gemacht. Denn, so geben Überlebende und Hinterbliebene der Tat an, es war ihnen kaum mehr möglich einkaufen zu gehen, ohne dass der Massenmörder A.B.B. auf Titelblättern abgedruckt, teils mit Waffe und Kampfmontur, ihnen entgegenblickte.

An dieser Stelle muss zunächst ausgeführt werden, dass es zahlreiche Untersuchungen gibt, die einen Einfluss der Medienberichterstattung auf Folgetaten festgestellt haben. Vor allem das School Shooting an der Columbine Highschool wird in diesem Zusammenhang als eine Art globales Referenzsystem betrachtet. Unmittelbar nach der Tat in Columbine wurden Aufnahmen von Überwachungskameras der Schule medial weltweit verbreitet, die nach wie vor im Internet vorhanden sind und vielfach abgerufen werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Medienberichterstattung über den Amoklauf in Norwegen ein und stellt die Relevanz der medialen Inszenierung sowie der Wirkung auf Jugendliche dar.

2. Medienwirkung bei gewaltdarstellenden Inhalten: Hier werden theoretische Ansätze zur Wirkung gewalthaltiger Medien auf die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen sowie das Risiko aggressiven Verhaltens diskutiert.

3. Medienberichterstattung und Nachahmungseffekte: Dieses Kapitel untersucht, wie mediale Aufmerksamkeit Täter inspirieren und sekundäre Viktimisierung bei Betroffenen auslösen kann, gestützt durch wissenschaftliche Untersuchungen.

4. Richtlinien für eine ethische Medienberichterstattung: Die Ausführungen behandeln die Rolle des Deutschen Presserats und stellen Richtlinien für eine verantwortungsvolle, nicht-heroisierende Berichterstattung über Gewalttaten vor.

5. Fazit und Präventionsansätze: Das abschließende Kapitel betont die Notwendigkeit von Medienkompetenzschulungen für Jugendliche und fordert eine sensible journalistische Praxis zum Schutz vor Nachahmungseffekten.

Schlüsselwörter

Amoklauf, Medienberichterstattung, Medienwirkung, Jugendforschung, Nachahmungseffekt, Medienkompetenz, Täterinszenierung, Viktimisierung, Pressekodex, Mediengewalt, Journalistische Ethik, Prävention, Schulgewalt, Sozialisation, Persönlichkeitsentwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der ethischen Verantwortung von Medien bei der Berichterstattung über Amokläufe und der Frage, wie diese Berichte das Verhalten potenzieller Nachahmer beeinflussen können.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Die zentralen Felder sind die Medienpsychologie bezüglich Gewaltkonsum, die mediale Inszenierung von Tätern und der Schutz von Betroffenen vor sekundärer Viktimisierung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie eine verantwortungsbewusste Berichterstattung zur Prävention von Nachahmungstaten beitragen kann und welche Rolle die Medienkompetenz dabei spielt.

Welche wissenschaftlichen Methoden wurden angewandt?

Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse einschlägiger kriminologischer und medienpädagogischer Studien sowie auf die Auswertung journalistischer Richtlinien und Praxiskodizes.

Was wird im Hauptteil der Arbeit thematisiert?

Der Hauptteil behandelt die theoretischen Wirkungsannahmen von Mediengewalt, die historische Betrachtung von Nachahmungseffekten und die Kritik an der aktuellen journalistischen Praxis bei der Darstellung von Amokläufen.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind Medienethik, Amoklauf-Prävention, Nachahmungseffekt und Medienkompetenz.

Inwiefern hat der Fall A.B.B. die Problematik der sekundären Viktimisierung verdeutlicht?

Der Fall zeigte, dass Hinterbliebene durch eine allgegenwärtige, täterzentrierte Medienpräsenz im Alltag massiv belastet wurden, was eine ungestörte Bewältigung des Traumas erschwerte.

Warum hält der Autor Medienkompetenz für das nachhaltigste Mittel zur Prävention?

Der Autor argumentiert, dass eine frühzeitige Schulung im Umgang mit Medieninhalten dazu führt, dass Kinder und Jugendliche zu kritischen Mediennutzern werden, die Informationen besser reflektieren und seltener anfällig für schädigende Einflüsse sind.

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Details

Title
Medienberichterstattung über Amokläufe und mögliche Konsequenzen
Subtitle
Ein kurzer Essay
College
University of Potsdam
Grade
1,3
Author
Katrin Geier (Author)
Publication Year
2012
Pages
10
Catalog Number
V949611
ISBN (eBook)
9783346287717
Language
German
Tags
Medien Amok Amokläufe Mediengewalt Schoolshooting
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katrin Geier (Author), 2012, Medienberichterstattung über Amokläufe und mögliche Konsequenzen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/949611
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