Wahlen und Fernsehen. Mediendemokratie und der Wahlkampf 1998


Hausarbeit (Hauptseminar), 1999
31 Seiten, Note: 1,3

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wahlkampf 1998 im Fernsehen
2.1 Phänomenologie
2.1.1 Nicht-mediatisierte Formate
2.1.2 Teilmediatisierte Formate
2.1.3 Vollmediatisierte Formate
2.2 Empirie der Medieninhaltsanalyse
2.3 Exkurs: Objektivität

3. Theoretischer Bezugsrahmen
3.1 Mediokratie-Modell
3.2 Top-down-Modell.
3.3 Biotop-Modell
3.4 Bottom-up-Modell

4. Mediokratie als Trend 1998 ?

5. Literaturverzeichnis

6. Anhang: Modell-Folie

1. Einleitung

„Hat das Fernsehen die Wahl entschieden?“ fragt Hans-Mathias Kepplinger in einem Aufsatz zur Bundestagswahl 1998.1 Und in der Tat hing dem jetzigen Bundeskanzler Gerhard Schröder im Wahlkampf der Ruf an, seine Popularität verdanke sich seinem telegenen Auftreten und er passe mithin in eine Reihe von modernen Regierungschefs wie Bill Clinton und Tony Blair, deren Flexibilität in Sachfragen und mediale Ausstrahlung er teile. “Der erste Fernseh-Kanzler“2 wurde er gar vom Medien Tenor genannt.

Fest steht, daß eine erhebliche Anzahl der für Wahlentscheidungen relevanten Informationen nicht mehr im persönlichen Kontakt überbracht werden, sondern - so läßt sich systemtheoretisch gewendet sagen - es zur Ausdifferenzierung eines Subsystems der Vermittlung von „Politik“ und Politikern an die Wahlbevölkerung kam. Das Fernsehen spielt hier aufgrund seiner Visualität, Reichweite, Glaubwürdigkeit und seinem Nutzerprofil eine besondere Rolle.3 Diese unterstellte Relevanz unterstreichen die Publikationen ehemaliger Parteimanager und -berater eindrucksvoll.4

Für den Wahlkampf 1998 liegen die Medieninhaltsanalysen des Medien Tenor, sowie zwei Vorabveröffentlichungen einer Vollerhebung der Nachrichtensendungen während des Wahlkampfes vor (z. Z. allerdings ist nur das Ergebnis einer Stichprobe veröffentlicht).5 Die Wiedergabe der Ergebnisse und die Argumentationsstruktur der Autoren dieser Texte bildet den zweiten Teil der hier vorliegenden Arbeit.

Da ihre Ergebnisse kategorial nicht aus den erhobenen Daten hervorgehen können, operieren diese mit starken Prämissen, die zumindest umstritten sind. Das sichtbar zu machen, soll Aufgabe der Charakterisierung der Beziehungen zwischen den politischen Akteuren, den Medien und den Rezipienten sein. Dazu wird es im dritten Teil nötig sein, das Feld möglicher Relationen aufzuspannen und den Bundestagswahlkampf anhand seiner Phänomene einzuordnen.

Die Antwort auf Kepplingers eingangs gestellte Frage kann dann nur die Notation der Kräfteverhältnisse 1998 beinhalten, was im vierten Teil geschehen soll.

2. Wahlkampf 1998 im Fernsehen

Aufgrund der von Parteienseite unterstellten starken Rolle der Medien und hier insbesonders des Fernsehens, sind die politischen Akteure gezwungen, ihre dortige Darstellung nach Kräften positiv zu beeinflussen.

2.1 Phänomenologie

Systematisiert man Sendungen nach dem Einfluß der politischen Akteure und der Redakteure, so lassen sich Mediatisierungsgrade unterscheiden.6

2.1.1 Nicht-mediatisierte Formate

Format meint „die Logik und die Regeln,7 die inhaltliche Informationen in die klar erkennbare Form eines Mediums überführen und dadurch zeitlich und räumlich strukturieren“8.

Unter nicht-mediatisierte Sendeformate fallen im Wahlkampf lediglich Wahlwerbespots, da hier den politischen Akteuren die alleinige Gestaltung obliegt. Wobei bei den öffentlich-rechtlichen Anbietern Sendezeit gestaffelt nach der Stimmverteilung der vorausgegangenen Bundestagswahl an die Parteien kostenlos vergeben wird und der Sendeplatz ausgelost wird, was die zielgruppenspezifische Adressierung unmöglich macht. Die privaten Fernsehsender stellen zum Selbstkostenpreis ebenfalls proportional kontingentierte Sendezeit zur Verfügung, die allerdings aufgrund finanzieller Ressourcenknappheit nur von den großen Parteien und zwar mit deutlich kürzeren Spots als im öffentlich-rechtlichen Rundfunk genutzt wurde. Das führte zu schnelleren Schnittfolgen und Filmen, die stärker für die Charaktere der Kandidaten warben, als dies bei den öffentlich- rechtlichen Sendern der Fall war, wo Sachorientierung vorherrschte, was bei der Länge der Beiträge allerdings nur heißen kann, daß für wichtig gehaltene politische Probleme oder Wertorientierungen benannt wurden.9 Berücksichtigt man die Produktionskosten der Spots, so ist häufig zu Recht angemerkt worden, daß paid media die geforderte Chancengleichheit der Parteien verzerre.10

Im Dunkeln liegt der Effekt der Betrachtung bei den Rezipienten, obschon eine hohe Reichweite gerade auch bei einem eher unpolitischen Publikum vorliegt. Experimente haben belegt, daß sich kurzfristig durchaus Symathiewerte der Kandidaten verbessern lassen, allerdings ist auch der gegenteilige Effekt eingetreten. Zudem beschränkt das extrem artifizielle Forschungsdesign eines Laborexperiments ohne das sonst typische Programmumfeld, ausschließlich an Studenten, denen durch eine Vorbefragung der Stimulus bekannt war, die Aussagekraft.11

2.1.2 Teilmediatisierte Formate

Bei Sendungen, die hierunter zu subsummieren sind, teilen sich politische Akteure und Fernsehen den Einfluß auf die Gestaltung, d.h., daß Politiker frei zu Wort kommen in Form von Interviews, Diskussionsrunden, als Gast in Unterhaltungssendungen oder Infotainmentsendungen. Gerade diese Sparten kommen im Wahlkampf sehr häufig vor, die fünf reichweitenstärksten Programme haben jeweils Sondersendungen in Form von Interviews mit Spitzenpolitikern aller Fraktionen ausgestrahlt. ARD, ZDF sowie RTL organisierten darüberhinaus Diskussionsrunden teilweise unter Teilnahme auch eines Vertreters der PDS.12 Neben den Auftritten in wahlkampfspezifischen wurden auch zu ganzjährigen Interview- und Unterhaltungssendungen Politiker eingeladen, die sich dort zumeist von ihrer privaten Seite zeigten. Auffällig ist die deutlich ungünstigere Terminierung der Politikerinterviews in den privaten Programmen und damit einhergehend deutlich schlechtere absolute Zuschauerzahlen, so daß sich einmal mehr die öffentlich- rechtlichen Sender als relevantere Medien im Bereich politischer Information profilieren konnten.13 Auch sind die Spitzenkandidateninterviews mit Gerhard Schröder im ZDF geringfügig und bei Sat1 deutlich ungünstiger im Programmumfeld plaziert als diejenigen mit dem damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl, was zu signifikant geringeren Reichweiten geführt hat.14 Selbst bei vergleichbarer Terminierung aber erreicht Kohl mehr Zuschauer, was vermutlich auf seinen höheren Nachrichtenwert zurückzuführen ist.15

2.1.3 Vollmediatisierte Formate

Die politischen Akteure verwenden große Teile ihrer Anstrengungen im Medienbereich auf die Beeinflußung ihrer Darstellung in den täglichen Nachrichtensendungen, -magazinen und politischen Magazinen, da hier die Hoffnung besteht, daß „die medienvermittelte politische Realität von den Wählern nicht als Produkt von Wahlkampfstrategien erkannt, sondern als Politik schlechthin wahrgenommen wird“16. Wahlkampf kann in diesem Zusammenhang konzeptualisiert werden als hypertrophe Steigerung der kontinuierlichen Bemühungen, die Routineberichterstattung mitzugestalten.17 Das kann aufgrund des unabhängigen Mediensystems, des zunehmenden Bedeutungsverlusts parteieigener Presseorgane und direkter Wahlkampfkommunikation nur durch Einlassung auf die Nachrichtenlogik des anvisierten Mediums geschehen bspw. durch Inszenierung von Pseudoereignissen und durch symbolische Politik. Unter ersteren werden organisationsinduzierte Geschehen verstanden, deren Existenz sich der zu erwartenden Berichterstattung über sie verdankt. Dazu werden nicht nur Pressekonferenzen gerechnet, sondern je nach Stoßrichtung können es auch Demonstrationen und Gesetzesinitiativen sein.18 Das Konzept ´symbolische Politik´ trägt dem Umstand Rechnung, daß politisches Handeln in eine Symboldimension und eine Sachdimension zerfällt und angesichts enger werdender Entscheidungsspielräume der politischen Akteure statt des zu vermittelnden „Nennwertes“ der „Symbolwert“ ohne Issue- Herstellung für Loyalität sorgen soll.19 Das bedeutet für Wahlkampfkommunikation, daß sie sich darauf ausrichten muß eben diesen als „spezifische politische Realität“20 in den Medien zu lancieren.

Bei den vollmediatisierten Formaten finden sich also die Parteien in einer Wettbewerbssituation um Themenvorgabe und -deutung vor, wobei sie durch Eingehen auf die eigene Kommunikationslogik der Medien deren Selektionsmechanismen für sich zu instrumentalisieren suchen.21

Zu der ganzjährigen Routineberichterstattung in dieser Kategorie sind bei ARD, ZDF und RTL noch die ebenfalls zahlreichen Wahlsondersendungen zu zählen, die sich thematisch jeweils einen Schwerpunkt wählten und die Positionen der Parteien journalistisch vor diesem Hintergrund erläuterten und bewerteten. Auch hier zeigt sich bei RTL ein sehr später Sendebeginn, der zu deutlich geringeren Reichweiten führte, als bei den öffentlich- rechtlichen Konkurrenten.22

2.2 Empirie der Medieninhaltsanalyse

Die quantitive Medieninhaltsanlyse untersucht23 gesendete bzw. gedruckte Sequenzen auf Themen und Wertungen, und zwar intersubjektiv überprüft, d.h. daß durch wiederholte Codierung durch verschiedene Mitarbeiter subjektive Verzerrungen ausgeschlossen werden sollen.24

Auch 1998 trat der amtierende Kanzler - wie bei den vorhergehenden Wahlkämpfen - wieder häufiger (1,3 mal) im Fernsehen auf als sein Konkurrent.25 Dabei wurden sowohl Kohl (in 55 Prozent der wertenden Aussagen) als auch Schröder (in 65 Prozent) überwiegend positiv dargestellt, wobei lediglich die Sendungen von RTL Kohl deutlich schlechter bewerteten.26 Damit wurden beide Kandidaten häufiger positiv bewertet als ihre Parteien.27

19 Prozent der wahlkampfrelevanten Beiträge in den analysierten Sendungen „enthielten Aussagen über die Schuldigen an Fehlentwicklungen und Versäumnissen. (...) Nahezu die Hälfte der Beiträge (46 Prozent) machte die Regierung verantwortlich, während die Opposition kaum als allein- oder mitschuldig erschien (sechs Prozent). Dies gilt mit Ausnahme des Scheiterns der Steuerreform ... für alle wichtigen Themen, von der Arbeitslosigkeit über die Risiken der Technik bis zum Zustand von Staat, Politik und Gesellschaft. (...) In weit mehr als zwei Dritteln der Fernsehbeiträge (77 Prozent) wurden der Staat und die Politik als zuständig für die Lösung der Probleme dargestellt. (...) [sechzig Prozent] betonten den Vorrang individueller Ansprüche , nur ein Viertel (27 Prozent) hob den Vorrang der staatlichen Leistungskraft hervor, dem sich die individuellen Ansprüche unterordnen müssen.“28 Kepplingers Vorwurf lautet dahingehend, daß das Fernsehen die politische Wirklichkeit syllogistisch strukturiert habe, so daß dem Zuschauer nur der Nachvollzug präfigurierter Argumente bleibe und - perfiderweise - der Glaube, er habe selbsttätig aufgrund der Faktenlage geurteilt, denn zur Abwahl ist demnach nicht aufgerufen worden.

Der Beitrag Donsbachs zielt ebenfalls darauf, den Medien bewußte Realitätsverzerrung vorzuwerfen und zwar durch die Konzentration auf Personenimages.29 80 Prozent der Pressemitteilungen der Parteien während des Wahlkampfes betrafen Sachfragen, während das nur für 42 Prozent der Medienbeiträge zutrifft. „Die überregionalen Medien berichteten in 624 Beiträgen über Vorkommnisse in einer der Parteien, in 572 Beiträgen über den Wahlkampf und in 361 über das Verhältnis der Parteien zueinander - aber zum Beispiel nur in 119 über die Europäische Integration.“30 Der behauptete Sachverhalt mag nun gegeben sein oder nicht, allein durch diese Aufzählung ist er nicht nachzuweisen, da die Mengen inkommensurabel sind. Die Zahlen der ersten Seite sind Sammelbezeichnungen, die der zweiten Seite beschreiben die Häufigkeit des Vorkommens einer politischen Sachfrage, die zudem aufgrund der engen Bandbreite der parteipolitischen Vorstellungen dort nur eine untergeordnete Rolle im Wahlkampf spielte.

Hauptthema des Wahlkampfes in den überregionalen Medien war der Arbeitmarkt, gefolgt von ´menschenverursachten Risiken´, der Inneren Sicherheit, Ausländerproblematik und Wirtschaftslage/Sozialabgaben. Donsbach gewinnt sein Argument aus einem Vergleich der Berichterstattung über die Arbeitslosenproblematik und die Wirtschaftslage. Dabei wird festgestellt, daß zu ersterem häufiger Analysen der momentanen Lage als Prognosen zur zukünftigen vorkamen, diese waren zu 47 Prozent negativ und nur zu 27 Prozent positiv, während Einschätzungen der Zukunft zu 44 % positiv und nur zu 24 Prozent negativ waren. Die Kompetenzzuschreibung zum Problemkomplex lag dabei in 54 Prozent der Fälle auf Seiten der SPD und nur in 37 Prozent bei der CDU. Genau umgekehrt verhält es sich beim Thema Wirtschaftslage, hier wurde die momentane Situation überwiegend positiv gesehen (43 Prozent zu 38%) und die Kompetenz in 58 Prozent bei der CDU und nur in 32 Prozent bei der SPD. Daraus folgt, daß es der SPD offenbar gelungen sein muß, ein Thema, das ihr - aufgrund der Kompetenzzuschreibung - nutzte, in den Medien zu lancieren, während über das für sie ungünstigere Thema eher geschwiegen wurde.31 Das heißt aber, daß es ihr gelang „die Themen Wirtschaftslage und Arbeitsmarkt, die volkswirtschaftlich eng zusammengehören, in der Berichterstattung zu entkoppeln“.32 Die ausgewogene und überwiegend positive Darstellung und Bewertung Kohls in der Summe kam zustande durch sehr günstige Äußerungen in diversen Politikfeldern, aber im entscheidenden Bereich, dem von den Medien durch priming „scharf gemachten“ Arbeitsmarkt, wurde er in fast zwei Dritteln der Beiträge gescholten, während das bei Schröder nur zu 13 Prozent der Fall war. Beim Problem also, an dem sich die Kandidaten abzuarbeiten hatten, gelangte er so in deutlichen Rückstand, für den es unerheblich war, wie sehr er bspw. in Fragen der Internationalen Politik gelobt wurde.

Ein zweiter Argumentationsstrang betrachtet die visuelle Ebene des Wahlkampfes. Zu diesem Zweck wurden die gesendeten bzw. gedruckten Bilder der beiden Kanzlerkandidaten nach „neun Eigenschaftsdimensionen (von ´unsicher´ bis ´sympathisch´)“33 codiert. Wobei festgestellt wurde, daß gerade im Fernsehen die deutlich vorteilhafteren Bilder von Gerhard Schröder im Umlauf waren.

Und drittens reflektiert Donsbach auf die Rolle der Demoskopie im Wahlkampf, denn da die publizierten Zahlen sehr günstig für die Oppositionsparteien waren, galt die SPD als Favoritin der Wahl. Wenig überraschend ist es mithin, daß in knapp der Hälfte der sich mit den Wahlaussichten beschäftigenden Beiträgen ein Sieg der SPD prognosiziert wurde und in weniger als zehn Prozent ein Erfolg der damaligen Koalition. Das heißt aber, daß das Sieger- und das Verliererimage bereits früh verteilt waren, und wer wählt schon Verlierer?34

Detaillierter sind die Daten des Medien Tenor, denn, wird zwischen den Bewertungsebenen `Beschreibung werthaltiger Sachverhalte` und `explizite Bewertung werthaltiger Sachverhalte` unterschieden, so muß konstatiert werden, daß zwar die Beschreibung im Sinne des erstgenannten Aspekts beider Kandidaten vergleichbar war, aber Schröder prozentual häufiger positiv beurteilt wurde. Wird die Unterscheidung nach ideologischen Redaktionslinien berücksichtigt, so fällt auf, daß Medien die Kandidaten der „gegnerischen“ Position häufiger bewerten, als die ihnen nahestehenden, so daß sich Unterstützung in Form von häufigerer neutraler Berichterstattung äußert. Signifikant sind außerdem die Bewertungshäufigkeiten der Medien. Die untersuchten Nachrichtensendungen werteten deutlich seltener als die Printmedien, wobei die Tagesschau mit Abstand am seltensten Meinungen explizit kundtat und die Tagesthemen im Vergleich mit den anderen Fernsehsendungen am häufigsten, aber immer noch auf verhältnismäßig geringem Niveau.35 Nicht unterschlagen werden darf aber, daß nahezu drei Viertel der Berichte überhaupt keine Wertung enthielten und Kohl aufgrund der größeren Präsenz in absoluten Zahlen auf beiden Bewertungsebenen sowohl häufiger positiv als auch negativ gesehen wurde.

2.3 Exkurs: Objektivität

Im Beitrag Donsbachs als auch Kepplingers wird die bewußte Verzerrung der politischen Realität durch die Medien behauptet. Eine solche These kann stukturell nicht allein durch Medieninhaltsanalyse getragen werden, da sie eines Obersatzes bedarf, der auf etwas Außermediales wie Realität zurückgreift, mit dem dann der Medieninhalt verglichen werden und als different analysiert werden kann. Wobei es im Begriff der Realität steckt, daß Abweichungen pejorativ zu werten sind. Donsbach rekurriert auf die Volkswirtschaftslehre, Kepplinger auf eine normative Politologie bzw. Ethik. Aufgrund dieser Argumentationsstruktur läßt sich ein extramedientheoretischer Exkurs nicht umgehen, wenn gezeigt werden soll, daß parteipolitische systematische Verzerrungen von den Autoren nicht nachgewiesen wurden. Der Sündenfall der Medien bestand bei Donsbach in der Differenzierung zwischen Arbeitsmarkt- und Konjunkturlage. Unterstellt wurde ein proportionaler Zusammenhang, der ein Auseinanderklaffen der Berichterstattung in der Tat diskreditierte. Allerdings ist die Entwicklung in der BRD gerade dadurch gekennzeichnet, daß Wirtschaftswachstumsraten, die beispielsweise in den USA die Arbeitlosigkeitsrate sinken lassen, diesen Effekt hier nicht nach sich zogen. Das ist dann der Fall, wenn das Wachstum nicht durch quantitative Steigerung des Arbeitskräfteeinsatzes, sondern durch höhere Produktivität erreicht wird. Dann kann im Extremfall sogar ein moderates Wachstum durch hohen Produktivitätsgewinn mit steigenden Arbeitslosenzahlen einhergehen, insbesondre bei Volkswirtschaften mit sehr hoher Produktivitätsrate und sehr hohen Löhnen.36 Von diesen Faktoren hängt die sogenannte Beschäftigungsschwelle ab, die ein Maß dafür ist, ab welchem Wirtschaftswachstum Arbeitsplätze neu entstehen. Sie schwankt daher nicht nur geographisch, sondern auch diachron.37 Bei der Bundestagswahl 1994 wurde der Stimmungsumschwung hin zu Kohl zu bedeutenden Teilen dem Wirtschaftsaufschwung zugeschrieben.38 Wie bekannt, hat dieser nicht zu einer deutlichen Verbesserung der Arbeitsmarktsituation beigetragen, was bedeutet, daß Redakteure und Wähler nur die gegebene Situation mit der aus der letzten Legislaturperiode vergleichen mußten, um keinen Automatismus zu erwarten. Desweiteren ist die Theorie der politischen Konjunkturzyklen in der Lage, die wirtschaftliche Entwicklung vor Wahlen zu erklären. Sie besagt, daß Regierungen den SPD-Kanzlerkandidaten besser als Helmut Kohl, in: Medien Tenor, 6. Jg. (1999) H. 84, S. 18-22 (20f) durch Ausgabenmodifikationen zum Wahltermin u.U. für freundliche Zahlen sorgen können, so daß ideologiefrei und ohne politische Steuerungsabsicht unterstellen zu können, die getrennte Berichterstattung durchaus sachangemessen war.39

Kepplinger argumentierte, daß das Fernsehen die Regierug für Fehlentwicklungen in der Gesellschaft - gemeint ist unter anderem die Arbeitslosigkeit - verantwortlich machte, dabei wurde eine Zuständigkeitsvermutung an die Politik formuliert und ein „Anspruchsdenken“ der Bürger gegenüber dem Staat gestützt. Nun scheint die Kompetenzvermutung an die Politik keineswegs verwunderlich exotisch zu sein, wenn die klassische Beschreibung des politischen Systems als demjenigem gesellschaftlichen Subsystem, das gesamtgesellschaftlich verbindliche Entscheidungen herstellt, zugrunde gelegt wird.40 Selbst bei Annahme der Prämisse, daß gewisse, die wirtschaftliche Prosperität behindernde Strukturen bei der Bevölkerung herausgebildet wurden -wie ein allgemein hohes Lohnniveau-, so ist es demnach immer noch die Aufgabe der Regierung, dieses zurückzuführen.Was die Ansprüche an den Staat betrifft, handelt es sich um eine normative Frage, die letztlich zurückgeht zu unterschiedlichen Gerechtigkeitsbegriffen und es müßte geprüft werden, ob die Unterstellungen des Fernsehens über den Grundkonsens „Soziale Marktwirtschaft“ hinausgingen, etwa indem sie die Rechte der Steuerzahler denjenigen der Leistungsempfänger grob unterordneten. Das aber ist nur aus der verwendeten Codierung zu ersehen, „Vorrang individueller Ansprüche“ bzw. „Vorrang der staatlichen Leistungskraft“41 sind hier zu ungenau. Zu einem Teil ist damit die Berichterstattung über die Leistungskürzungen der alten Bundesregierung (z.B. Lohnfortzahlung) gemeint. Wird hier bedacht, daß materiale Politik in einen Nenn- und einen Symbolwert zerfällt, liegt bei der finanziellen Marginalität dieser Entscheidung (im Falle des Beispiels waren aufgrund geltender Tarifverträge 80% der angestellten Bürger nicht betroffen) die Interpretation nahe, daß der Symbolwert auch mit negativen Konnotationen aufgeladen werden kann. Aus der Undurchsetzbarkeit dieses Punktes folgt noch nicht die hoffnungslose „Verkrustung“, sondern das Ungeschick der politischen Akteure. Statt medialer Verschwörungstheorien ist dann die Berücksichtigung kultureller Einstellungsdimensionen angebracht. Wo Kepplinger und Donsbach eine Verzerrung hin zu sozialdemokratischen Positionen zu erkennen glauben, sieht Müller eine Amalgamierung mit dem „neoliberalen Mainstream“. Er argumentiert stukturell identisch, wenn er behauptet, daß die Medien den Wahlkampf unzulässig verengten und Umweltschutz, Verkehrspolitik, Staatsverschuldung, europäische Agrarpolitik, Familienpolitik, Fremdenfeindlichkeit, soziale Gerechtigkeit und Jugendarbeitslosigkeit nicht ausreichend thematisierten.42

Unschwer ist festzustellen, daß diese Topoi mitnichten ideologisch neutral sind und daher im Falle eines ausführlicher berichtenden öffentlich-rechtlichen Senders dies alsbald die paritätisch besetzten Rundfunk- und Verwaltungsräte intervenieren ließe.

Aber auch hier ergibt sich der Vorwurf der Wirklichkeitsverzerrung aus einem Vergleich der als faktisch vorgegeben diagnostizierten politischen Realität und dem Medieninhalt. Bei Inkongruenz erfolgt der Ideologievorwurf. Er übersieht dabei die politics-Dimension der Politik, da, was als Problem identifiziert wird, bereits eine Interpretation der Wirklichkeit voraussetzt, um die in der Politik ja gerade erst gestritten wird.43 Im Widerstreit zwischen unterstellter politischer Realität und Medienrealität wird daher hier am Realitätskonstrukt der behauptenden Autoren gezweifelt.

3. Theoretischer Bezugsrahmen

Das heißt nicht, daß die Medien die Wirklichkeit spiegeln, vielmehr sind sie eingebunden in Gegebenheiten, die als Kräfteverhältnisse beschrieben werden können und zu systematischen Verzerrungen politischer Realität führen. Die möglichen Relationen zwischen dem Fernsehen, politischen Akteuren und Rezipienten sollen hier diskutiert werden, auf daß es möglich wird, die situative Verortung dieser Kräfteverhältnisse im Wahlkampf 1998 vorzunehmen, was die Form einer Momentaufnahme annehmen muß, denn die Ausgestaltung der Beziehungen kann in wesentlichen Teilen - wie der Geschicklichkeit der Akteure -auch anders sein. Idealtypisch werden dazu Modelle angenommen, die jeweils einige Aspekte der faktischen Beziehungen betonen und so Theoreme der Forschungsliteratur wiedergeben. Die Beziehungen zwischen den drei Akteuren werden dabei durch die Richtung der AgendaVermittlung operationalisiert.

3.1 Mediokratie-Modell

Die Behauptung systematischer Verzerrungen parteipolitischer44 Art durch die Medien, wie sie unter Punkt 2.2 wiedergegeben wurden, lassen sich durch dieses Modell erklären. Es trägt dem Umstand Rechnung, daß ein bedeutender Anteil der Politikkontakte der Wahlbevölkerung massenmedial vermittelt ist. Das Fernsehen ist das am weitesten verbreitete, das am häufigsten genutzte und das glaubwürdigste Medium.45 Außerdem erreicht es gerade auch diejenigen, die über andere Medien nur sehr schwer zu erreichen sind. Marcinkowski spricht hier von „sozialer Reichweite“46.

Berichte sind immer selektiv, denn aus der Mannigfaltigkeit nahezu unendlich vieler Ereignisse auf der Welt gilt es auszuwählen. Es dominieren diejenigen mit hohem Nachrichtenwert, d.h. die gesendeten bzw. gedruckten Sequenzen sind tendenziell gekennzeichnet durch hohen Status der dargestellten Personen, Valenz ihrer Handlungen, d.h. kontroverse Geschehen werden bevorzugt, Relevanz, Identifikationsmöglichkeiten des Rezipienten durch ethnozentristische, emotionalisierende Darstellung, Konsonanz mit dem schon Bekannten bis hin zur Stereotypie. Dabei werden diese Nachrichtenfaktoren nicht verstanden als Eigenschaften des Abzubildenden, sondern als Konstrukt der journalistischen Produktion.47 Der funktionalen Notwendigkeit von Kriterien zur Strukturierung steht die Unangemessenheit dem Gegenstand dieser Vorgehensweise gegenüber. Die Prozesshaftigkeit wird verkürzt auf Visualisierbares, wie Personen, Unterschriften, Besuche oder die obligatorischen Autos am Bundeskanzleramt. Die Arbeit in Ausschüssen scheint schlechterdings nicht darstellbar zu sein, dagegen haben Konflikte zwischen Politikern nicht nur hohe Nachrichtenwerte, sondern sind auch leicht im Bild einzufangen. Aus der Differenz der Logik des Dargestellten mit der des Darstellenden ergeben sich so bedenkliche Konsequenzen für die Informiertheit der Wähler.48

Politische Akteure haben -außer dem Anlaß - kaum Möglichkeiten ihr Erscheinungsbild zu beeinflussen. Sowohl die technische Gestaltung (Schnitt, Perspektive), als auch ihre non-verbale Wirkung ist selbst für sensibilisierte Darsteller nicht dauerhaft kontrollierbar.49

Massenmedien und Parteien können drei gemeinsame Funktionen zugewiesen werden „an deren Erfüllung sie unterschiedlichen Anteil haben: Sie stellen Öffentlichkeit her, sie definieren Themen und sie strukturieren Entscheidungen.“50 Dabei besitzen erstere entscheidende Vorteile den Parteien gegenüber, sie sind jederzeit voll arbeitsfähige, international vernetzte Organisationen, unabhängig von nationalen oder ideologischen Schranken, finanziell sehr gut ausgestattet, besitzen rechtliche Privilegien (bei der Berufausübung, bei der Erlangung von Informationen), müssen in ihren Urteilen über die Zeit hinweg nicht konstant bleiben- was andere Institutionen bald diskreditierte-, und sie können sich, ohne Schaden zu nehmen, zeitweise selektiv nur um bestimmte Felder kümmern.51 Was sie zum Thema machen, wird diskutiert -bis hin ins Parlament- und was sie verschweigen, kümmert nicht. So geben sie ihre Agenda weiter an die politischen Akteure und an das Publikum, sowie über dieses abermals als Input an die Politiker. Untersuchungen zum journalistischen Selbstverständnis zeigen, daß sie sich nur selten als neutrale Chronisten verstehen, sondern eher als kritische Instanz der Politik gegenüber.52 Wie auch ihre ideologische Selbsteinschätzung stärker „links“ ist, als die des Elektorats. Werden die sich abschwächenden Parteibindungen, die die leicht beeinflußbare Menge an Wählern vergrößert, berücksichtigt, scheint der Ausdruck einer „vierten Gewalt“, die zudem unkontrolliert und nicht demokratisch legitimiert Wähler beeinflußt, noch euphemistisch.

3.2 Top-Down-Modell

Der Hauptfehler dieser Omnipotenzannahme ist die Vorstellung eines monolithischen Blocks „Medien“ oder „Fernsehen“. Die genannten Momente sind zwar gegeben, aber nur allen Medien insgesammt. Diese aber bestehen letztlich aus Journalisten und finden sich in verschiedene Zwänge eingebunden wieder.53 So existieren neben den Zuschreibungen von Eigenschaften zu Ereignissen sehr wohl objektive Eigenschaften von Geschehen, formelle wie informelle, Verhaltenserwartungen, Weisungen sowie organisatorische Zwänge.54 Darüberhinaus besteht Konkurrenz zwischen den einzelnen Medien wie zwischen den Medientypen. Es ist eben nicht so, daß die Massenmedien „auf die Berichterstattung über Parteien verzichten [können], ohne daß ihnen daraus ein wesentlicher Nachteil erwächst“55. Auf der Suche nach der Nachricht sind sie gezwungen, sich an diejenigen zu halten, die sich mit Politikherstellung befassen. Von den „Medien“ zu sprechen, macht nur Sinn, im Zusammenhang mit ubiquitären Elementen wie den Nachrichtenfaktoren. Ein weiteres Problem ist die experimentell bestätigt wordene Auffassung, daß die Qualität der erinnerten Inhalte zu schlecht ist, als das von simplen Stimulus-Response Vorstellungen ausgegangen werden dürfte.56

Wie gezeigt wurde, besitzen politische Akteure durchaus Instrumente, die es ihnen erlauben, ihre Darstellung zu beeinflussen. Die Effektivität dieses Event-Managements (1998 bspw. der SPD-Innovationskongreß, die Kanzlerkandidaten-Kür, die kontinuierliche Vorstellung des Wahlkampfteams des Herausforderers, Enthüllung von Plakaten, Besuche von Clinton, Jelzin, Chirac u.a.) zeigt sich am Ursprung der Beiträge, wobei fast die Hälfte der politischen Nachrichten (TV- u. Printmedien) auf Pseudoereignisse zurückzuführen waren.57 Nur 18 Prozent der politischen Beiträge waren 1994 im Bundestagswahlkampf gar von Journalisten initiiert worden.58 Gerade die letztjährige Kampagne der SPD kann ein Beispiel dafür abgeben, wie weit die Gestaltungsfähigkeit der politischen Akteure gehen kann. Angesichts des Sichtbarkeitsbonus der Regierung eine beachtens- werte strategische Leistung. Sogar die metakommunikative Debatte um die Professionalität des Wahlkampfes wurde von ihr initiiert, damit gelang es ihr, den Vorwurf der Inhaltsleere vorwegzunehmen.59 Das zeigt, daß es immer noch Politiker sind, die Output beratschlagen. „Sie verabschieden Haushalte, machen Gesetze, geben Subventionen, regeln und steuern“.60 Es ist wesentlich diese Agenda, über die berichtet wird. Außerdem kontrollieren die Parteien durch Personalpolitik die öffentlich- rechtlichen Sendeanstalten sowie die Rundfunkräte.61

Offensichtlich sind diese beiden Vorstellungen (3.2, 3.3) zu einseitig. Aber sie machen gegeneinandergestellt doch die Grenzen der jeweils anderen deutlich. Offensichtlich herrscht aufgrund der gegenseitigen Abhängigkeit eine ganz bestimmte Beziehung vor, die nicht einfach durch die Annahme einer Asymmetrie aufgelöst werden kann.

3.3 Biotop-Modell

Diese Überlegungen führten zur Vorstellung einer Interdependenz. Politiker tauschen Nachrichen und Hinweise mit Journalisten gegen Öffentlichkeit. Beide bedürfen des jeweils anderen um in ihrem Sektor konkurrieren zu können.62 Der Wahn der Allmachtvorstellung der Medien ist schnell gebrochen, wird berücksichtigt, daß Nachrichten unter Ressourcenknappheit entstehen und Neuigkeiten beeinhalten müssen.63 Diese Beziehung zeigt über mögliche Divergenzen zeitlich relative Konstanz, um ein Fortbestehen auch zukünftig zu gewährleisten, d.h. es wird häufig um momentaner Vorteile willen nicht ein Bruch riskiert. So entsteht das Verhältnis zu beiderseitigem Vorteil auch nicht zwischen „den Medien“ und „der Politik“, sondern kennzeichnend sind gerade die persönlichen Beziehungen zwischen dem einzelnen Journalisten und Politiker.64 Alemann weist darauf hin, daß das der Sinn der Rede vom „Raumschiff Bonn“ ist, wo auch die räumlichen Gegebenheiten diese Verhältnisse noch unterstützen.65

3.4 Bottom-Up-Modell

Vernachlässigt wurde bislang allerdings der Aspekt, daß policy immer für jemanden gemacht wird und auch gesendet wird, für Rezipienten. Das mag damit zusammenhängen, daß der Wähler häufig als Verführbarer, zu Beschützender begriffen wird, der auf Personalisierung angewiesen ist66. Wird zwischen den politisch relevanten Dimensionen der Kandidateneinschätzung und den rein persönlichen unterschieden, so ist empirisch aber kein Anstieg der Relevanz der persönlichen Faktoren für die Wahlentscheidung belegt.67 Sowohl Medien- als auch Politikherstellung i.S. von policy sind mindestens dreigliedrige Begriffe, die neben dem Wer und dem Was auch einer Bestimmung des Vor wem beinhalten müssen. Die Etablierung der privaten Rundfunkveranstalter kann durch ihre strikte Orientierung an Publikumsinteressen die Aufmerksamkeit stärker auf den Rezipienten lenken. Dieser beginnt den massenmedialen Kommunikationsprozeß nicht gleichsam als tabula rasa, sondern bringt Parteipräferenzen, Überzeugungen und Wertvorstellungen mit, die im vorhinein beeinflussen, was und wie er rezipiert. So sind Bemühungen der Rezipienten festgestellt worden, Sendungen mit zu erwartendem, zu den eigenen Einstellungen divergentem, Inhalt, zu meiden oder aber mit bloß geringem involvement zu verfolgen, um mit sich selbst stimmig zu bleiben68. Der uses-gratification-Ansatz trägt dem Rechnung, indem er darauf verweist, daß Massenkommunikation ökonomisch betrachtet werden muß insofern als auf einen Zweck hin kommuniziert wird und überwiegt dieser nicht die Kosten in Form von Zeit, so wird die Aufmerksamkeit auf andere Anbieter gelenkt.69 Der Rezipient trifft eine Auswahl und deshalb wird sein Verhalten von den publikumsorientierten Medien antizipiert, so daß die Medienagenda bereits teilweise an der vermuteten Publikumsagenda orientiert ist, wenn sie gesendet wird.70

Aufgrund der Konkurrenz durch die privaten Sender gerieten auch die Öffentlich-Rechtlichen unter Druck dieser Tendenz, wie die Diskussion um ihre Zukunft zeigt, was die Trennschärfe zwischen beiden eintrübt. Ein Beispiel hierfür mag die Konvergenz der Nachrichtensendungen sein. Hier ist der Versuch einer „Boulevardisierung“ durch die Privaten gescheitert, weil er vom Zuschauer nicht angenommen wurde.71 Auch umgekehrt gilt, daß Politikpräsentationsformate Ansätze der Privaten aufgenommen haben und bspw. durch höheren Bildanteil, höhere Moderatorenanzahl oder Aufnahme von human interest Themen eine stärkere Resonanz suchen. Nicht das Fernsehen entfremdet aber die Rezipienten von der Politik, sondern durch die Programmausweitung sind die Möglichkeiten gestiegen, ungeliebten Inhalten auszuweichen. Es kam zur Ausdifferenzierung einer Zuschauergruppe, der Politikuninteressierten und stark Unterhaltungsorientierten. Diese Entwicklung hat aber nicht die Politikdarstellung im Fernsehen zu verantworten, da es sich um eine Gruppe handelt, die Politik im Fernsehen gar nicht konsumiert.72

4. Mediokratie als Trend 1998?

Die Beurteilung der Rolle, die den Medien im politischen System zukommt, unterliegt Moden.73 Sie ist kaum so einfach zu bestimmen, wie es in der diskutierten Literatur versucht wurde. Beispielsweise ist, wo es solche Phänomene, wie Personalisierung der Politik gibt, immer noch zu fragen, ob sie sich tatsächlich der Fernsehberichterstattung verdanken.74 Denn die gesammtgesellschaftlichen Veränderungen im Zuge einer funktionalen Ausdifferenzierung brachten - möglicherweise aufgrund des höheren durchschnittlichen Bildungsniveaus - eine Abschwächung der Parteibindungen mit sich. Personalisierung i.S. einer stärkeren Ausrichtung des Wahlkampfs an einzelnen Politikern ist auch als Reaktion auf diese wegbrechenden Identifikationen erklärbar.75

Sicherlich ist es der SPD 1998 in einer kommunikativ- strategischen Meisterleistung gelungen, die Massenmedien zu instrumentalisieren. Aber war das nicht nur möglich, aufgrund des Überdrusses gegen die alte Regierung? Ihr war es nicht gelungen, der Öffentlichkeit zu vermitteln, warum Helmut Kohl nocheinmal Kanzler werden muß. Aber war es nicht geradezu unmöglich, dem Wähler aufzuzeigen, daß gerade in der nächsten Legislaturperiode einige bereits alte Probleme gelöst würden. Wenn dem so ist, dann existieren Gegebenheiten, die in der Diskussion um die Medien marginalisiert werden und altmodischerweise Sachverhalte genannt werden, die nicht umzudeuten sind. So sprach die Tatsache gegen den Regierungschef, daß er zu lange schon dieselben Probleme bearbeitete.76 Dieser Überzeugung waren mehrheitlich die Rezipienten aller Medien, so daß Instrumentalisierungsvorwürfe gänzlich unangebracht scheinen.77 In dieser Perspektive scheint gerade der stark professionalisierte Wahlkampf 1998, wenig mediengeprägt gewesen zu sein. Der Ansatz der Beschreibung eines Kräfteverhältnisses vernachlässigt den Preis, um den es den politischen Akteuren gelang, sich einer Dominanz der Medien zu entziehen. Die starke Berücksichtigung der kommunikativen Faktoren, die Professionalisierung des Wahlkampfes - abzulesen an der verstärkten Einbindung von PR-Fachleuten - haben den Wahlkampf verändert, und aus einer idealistischen Perspektive muß man sagen sicherlich nicht zu einem adäquaten Politikbild im Fernsehen geführt, hier handelt es sich aber um überindividuelle Prozesse, die nicht an Einzelnen festgemacht werden können.

Insofern läßt sich von einem „schleichenden Bedeutungsverlust politischer Organisationslogik einerseits und einem Bedeutungsgewinn der Medienlogik andererseits“78 sprechen, in dem Sinne, als das Einlassen auf die Medienlogik charakteristisch für den letzten Wahlkampf war. Es handelt sich mithin nicht um eine „Unterminierung der Parteiendemokratie durch Medienmacht“79, sondern um eine Transformation der politischen Akteure hin zu verstärkt auch medialen Akteuren.

Der Kulturpessimismus aber, der mit dieser These häufig einhergeht, ist nicht angebracht, da Phänomene wie Visualisierung in der mediumsimmanenten Logik des Aufmerksamkeitsmanage- ments liegen und wohl kaum einen Stand darstellen, hinter den zurückzugehen möglich ist.80 Hier hat offensichtlich der Zuschauer entschieden.

Hürden auf dem Weg dieser Entwicklung dürfte das politische System bereitstellen, da in der Bundesrepublik kein politischer Akteur derart, wie beispielsweise in den USA der Präsident, über die Gestaltung der öffentlichen Meinung regieren muß.81

5. Literaturverzeichnis

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Wolf, Werner, Der Wahlkampf. Theorie und Praxis, Köln 1980

Seminar für politische Wissenschaft der Universität zu Köln

Wahlen und Fernsehen: Mediendemokratie und der Wahlkampf 1998

Hausarbeit zum Hauptseminar:

Wahlforschung und Wählerverhalten am Beispiel der Bundestagswahlen 1998.

Wintersemester 1998/1999

Leitung: PD Dr. habil. Karl-Rudolf Korte

vorgelegt von:

Albert Riemer

7. Fachsemester, Magister Alte Brühler 10-208

50997 Köln

02232/69895

albert.riemer@gmx.net

Köln, den 01.07.1999

A. Mediokratie-Modell

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

B. Top-down-Modell

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

C. Biotop-Modell

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Ulrich von Aleman

[...]


1 Kepplinger, Hans-Mathias, Hat das Fernsehen die Wahl entschieden? Eine vergleichende Analyse der TV-Berichterstattung in den Jahren 1990, 1994 und 1998, in: Die politische Meinung, 43. Jg. (1998) H. 347, S. 14-17

2 Medien Tenor v. 15.10.98 (Nr.77)

3 Vgl. Kiefer, Marie-Luise, Massenkommunikation 1995. Ergebnisse der siebten Welle der Langzeitstudie zur Mediennutzung und Medienbewertung, in: Dichanz, Horst (Hrsg.), Handbuch Medien: Medienforschung. Konzepte, Themen, Ergebnisse, Bonn 1998, S. 20-37 (27, 33)

4 Vgl. Müller, Albrecht, Von der Parteiendemokratie zur Mediendemokratie. Beobachtungen zum Bundestagswahlkampf 1998 im Spiegel früherer Erfahrungen, (Schriftenreihe Medienforschung der Landesanstalt für Rundfunk Nordrhein Westfalen; Bd. 30), Opladen 1999 Müller, Herbert, Stimmungsumschwung. Die Strategie der Union im Wahlkampfjahr 1994, in: Oberreuter 1996, S. 165-180 Radunski, Peter, Politisches Kommunikationsmanagement. Die Amerikanisierung der Wahlkämpfe, in: Bertelsmann Stiftung (Hrsg.), Politik überzeugend vermitteln. Wahlkampfstrategien in Deutschland und den USA. Analysen und Bewertungen von Politikern, Journalisten und Experten, Gütersloh 1996, S. 33-52 ders., Wahlkämpfe. Moderne Wahlkampfführung als politische Kommunikation, München/Wien, 1980 Wolf, Werner, Der Wahlkampf. Theorie und Praxis, Köln 1980

5 Diese beiden Quellen überschneiden sich sowohl thematisch als auch personell, da sie allerdings ihr Verhältnis zueinander nicht klären, werden hier beide paralell genutzt, zumal Donsbach den Medien Tenor zitiert.

6 Vgl. Tenscher, Jens, Politik für das Fernsehen - Politik im Fernsehen. Theorien, Trends und Perspektiven, in: Sarcinelli, Ulrich, Politikvermittlung und Demokratie in der Mediengesellschaft. Beiträge zur politischen Kommunikationskultur, Bonn 1998, S. 184-208 (194)

7 Hierzu liegen noch keine publizierten Ergebnisse aus dem Wahljahr 1998 vor. Dieser Mangel wird, wo Kontinuität zu erwarten ist, kompensiert durch Untersuchungen aus den vorhergehenden Wahlkämpfen.

8 Pfetsch, Barbara, Politische Fernsehwelten: Die Politikberichterstattung in privaten und öffentlich- rechtlichen Sender, in: Jarren, Otfried (Hrsg.), Politische Kommunikation in Hörfunk und Fernsehen. Elektronische Medien in der Bundesrepublik Deutschland, Opladen 1994, (Gegenwartskunde Sonderheft 1993), S. 111-122 (113)

9 Vgl. Holtz-Bacha, Christina/ Kaid, Linda Lee, „Simply the best“. Parteienspots im Bundestagswahlkampf 1994 - Inhalte und Rezeption, in: dies. (Hrsg.), Wahlen und Wahlkampf in den Medien. Untersuchungen aus dem Wahljahr 1994, Opladen 1996, S. 177-207 (205)

10 Vgl. z.B. ebd., S. 204

11 Vgl. Kaid, Lynda Lee, „Und dann, auf der Wahlparty...“. Reaktionen auf Wahlwerbespots: Computergestützte Messungen, in: dies./Kaid, Linda Lee 1996, S.208-224

12 Vgl. Müller 1999, S. 136-140

13 Vgl. ebd.

14 Vgl. ebd., S. 34f

15 Vgl. ebd., S. 140

16 Schmitt-Beck, Rüdiger/ Pfetsch, Barbara, Politische Akteure und die Medien der Massenkommunikation. Zur Generierung von Öffentlichkeit in Wahlkämpfen, in: Neidhardt, Friedhelm (Hrsg.), Öffentlichkeit, öffentliche Meinung, soziale Bewegungen (Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, Sonderheft 34), Opladen/Wiesbaden 1994, S. 106-138 (111)

17 Vgl. Klingemann, Hans Dieter/ Voltmer, Katrin, Politische Kommunikation als Wahlkampfkommunikation, in: Jarren, Otfried/ Sarcinelli, Ulrich/ Saxer, Ulrich (Hrsg.), Politische Kommunikation in der demokratischen Gesellschaft. Ein Handbuch mit Lexikonteil, Opladen/Wiesbaden 1998, S. 396-405 (396)

18 Pfetsch, Barbara/ Schmitt-Beck, Rüdiger, Amerikanisierung von Wahlkämpfen? Kommunikationsstrategien und Massenmedien im politischen Mobilisierungsprozeß, in: Jäckel, Michael/ Winterhoff-Spurk, Peter (Hrsg.), Politik und Medien. Analysen zur Entwicklung der politischen Kommunikation, Berlin 1994, S. 231-252 (238)

19 Vgl. Sarcinelli, Ulrich, Wahlkampfkommunikation als symbolische Politik. Überlegungen zu einer theoretischen Einordnung der Politikvermittlung im Wahlkampf, in: Klingemann, Hans-Dieter/ Kaase, Max (Hrsg.), Wahlen und politischer Prozeß: Analysen aus Anlaß der Bundestagswahl 1983, Opladen 1986, S. 180-200 (188)

20 ebd.

21 Vgl. Pfetsch, Barbara, Regieren unter den Bedingungen medialer Allgegenwart, in: Sarcinelli 1998, S. 233-252 (234)

22 Daneben bleibt noch der Auftritt Gerhard Schröders in einer soap opera aufzuführen, der zwar absolute Ausnahme blieb, aber ebenfalls unter die vollmediatisierten Sendungen fällt.

23 Die Daten des Medien Tenor sind mittlerweile zusammengefaßt in Buchform erschienen unter: Rettich, Markus/ Schatz, Roland, Amerikanisierung oder die Macht der Themen. Bundestagswahl 1998: Die Medien-Tenor-Analyse der Berichterstattung und ihre Auswirkungen auf das Wählervotum, Bonn 1998. Hier werden aber die monatlich in Zeitschriftenform erscheinenden Forschungsberichte zitiert.

24 Vgl. Donsbach, Wolfgang, Wahlen in der Mediokratie. Die Union hat den Kampf um die Bilder und die Themen verloren, in: Die politische Meinung, 43. Jg (1998) H.347, S.7-13 (9) und: So arbeitet der Medien Tenor, in: Medien Tenor v.15.Mai 1999, S. 2

25 berücksichtigt wurden die Sendungen: Tagesschau, Tagesthemen, heute, heute-journal, RTLaktuell, RTL Nachtjournal, SAT1 18:30, Pro7 Nachrichten, mdr aktuell, Brandenburg aktuell (vorerst) jeweils jede zweite Woche vom 01.Juli bis zu 30. August.

26 Vgl. Kepplinger 1998, S. 14. Sowohl Donsbach 1998 als auch Kepplinger 1998 referieren vorab Ergebnisse der Studie: Donsbach, Wolfgang/ Kepplinger, Hans Mathias/ Noelle-Neumann, Elisabeth, Die Rolle der Medien in der Bundestagswahl 1998, die noch nicht erschienen ist.

27 Gegen die These des besonderen Negativismus der Fernsehnachrichten spricht auch der Befund aus Jahr 1994, wo ebenfalls beide Kandidaten in der Mehrzahl positiv bewertet wurden. Vgl. Donsbach, Wolfgang, Wie Massenmedien Wahlen beeinflussen. Der Medientenor im Bundestagswahlkampf 1994, in: Oberreuter 1996, S. 121-136 (127)

28 ebd., S. 16f

29 Donsbach unterscheidet in seinem Beitrag nicht nach verschiedenen Medien. Da er aber das Fernsehen auch nicht ausnimmt, darf angenommen werden, daß die Ergebnisse auch hierfür gelten. Im abweichenden Fall wird auf den Medientenor verwiesen. Da des weiteren im Titel dieser Arbeit neben „Fernsehen“ auch von „Mediendemokratie“ die Rede ist, scheint dieses Vorgehen gerechtfertigt.

30 Donsbach 1998, S. 9

31 ebd., S. 10f

32 ebd., S. 11

33 ebd., S. 12

34 Hier knüpft Donsbach an die umstrittene Theorie der Schweigespirale an, der Unterschied besteht allerdings darin, daß die SPD 1998 realistischerweise als Favorit gehandelt wurde. Vgl. die Thesen zum sozialen Verhalten unter Minderzahl bei: Noelle-Neumann, Elisabeth, Die Schweigespirale. Öffentliche Meinung- unsere soziale Haut, München 1980, S. 41,61

35 Vgl. Rettich, Markus, Lob für Schröder, Kritik an Kohl. Die Journalisten der meisten Medien bewerteten

36 Vgl. Henrichsmeyer, Wilhelm/ Gans, Oskar/ Evers, Ingo, Einführung in die Volkswirtschaftslehre, 6. Aufl., Stuttgart 1985, S. 563ff

37 Vgl. Neumann, Lothar F./ Schaper, Klaus, Die Sozialordnung der Bundesrepublik Deutschland, 4. Aufl., Bonn 1998, S. 133f

38 Roth, Dieter, Stabilität der Demokratie - Die Lehren der Bundestagswahl 1994, in: Oberndörfer 1996, S. 24-35 (31)

39 Vgl. Adam, Hermann, Wirtschaftspolitik und Regierungssystem der Bundesrepublik Deutschland. Eine Einführung, 3. Aufl., Bonn 1995, S. 80-82

40 Vgl. Nohlen, Dieter/ Thibaut, Bernhard, Politisches System, in: ders. (Hrsg.), Wörterbuch Staat und Politik, Bonn 1995, S. 610-613 (611)

41 Kepplinger 1998, S. 17. Wie überhaupt mit der Publikation der Studie das Forschungsdesign und insbesondre die Codierungskategorien genauer untersucht werden müssen.

42 Vgl. Müller 1999, S. 85-87

43 Vgl. Rohe, Karl, Politik. Begriffe und Wirklichkeiten. Eine Einführung in das politische Denken, 2. Aufl., Stuttgart/Berlin/Köln 1994, S. 62f

44 Die Bezeichnungen der Modelle stammen von Alemann, Ulrich von, Parteien und Medien, in: Gabriel, Oscar W./ Niedermayer, Oskar/ Stöss, Richard (Hrsg.), Parteiendemokratie in Deutschland, Bonn 1997, S. 478-494. Dabei ist die schematische Darstellung (S. 486) fehlerhaft. Sie stellt nicht Mediokratie sondern die bottom-up-Annahme dar. Diese läßt sich aber aus dem Text rekonstruieren.

45 Vgl. Kliment, Tibor/ Brunner, Wer sieht was wo? Programmangebot, Nutzung und Image von deutschen Fernsehsendern, in: Hamm, Ingrid (Hrsg.), Fernsehen auf dem Prüfstand. Aufgaben des dualen Rundfunksystems. Internationale Studien im Rahmen der Kommunikationsordnung 2000, 2. Aufl., Gütersloh 1998, S. 51-85

46 Marcinkowski, Frank, Politikvermittlung durch Fernsehen und Hörfunk, in: Sarcinelli 1998, S. 165-183 (167)

47 Vgl. Schulz, Winfried, Politische Kommunikation. Theoretische Ansätze und Ergebnisse empirischer Forschung zur Rolle der Massenmedien in der Politik, Opladen 1997, S. 70-75

48 Vgl. Schulz, Winfried, Wahlkampf unter Vielkanalbedingungen. Kampagnenmanagement, Informationsnutzung und Wählerverhalten, in: Media Perspektiven, o.J. (1998) H. 8, S. 378-391 (390)

49 Vgl. Frey, Siegfried, Nonverbale Kommunikation: Fortschritte bei der Untersuchung der visuell wahrnehmbaren Komponente des Kommunikationsverhaltens, in: Mahle, Walter A. (Hrsg.), Fortschritte der Medienwirkungsforschung? Neue theoretische und methodische Ansätze und Fortschritte der Medienwirkungsforschung, Berlin 1985, S. 25-27

50 Kepplinger, Hans Mathias, Systemtheoretische Aspekte politischer Kommunikation, in: Langenbucher, Wolfgang R. (Hrsg.), Politische Kommunikation. Grundlagen, Strukturen, Prozesse, Wien 1986, S. 172-189 (175)

51 Vgl. ebd., S.182-184

52 Vgl. Donsbach, Wolfgang, Journalismus versus journalism - ein Vergleich zum Verhältnis von Medien und Politik in Deutschland und in den USA, in: Donsbach, Wolfgang/ Jarren, Otfried/ Kepplinger, Hans Mathias/ Pfetsch, Barbara, Beziehungsspiele - Medien und Politik in der öffentlichen Diskussion. Fallstudien und Analysen, 2. Aufl., Gütersloh 1994, S. 283-315 (291-295)

53 Vgl. Bourdieu, Pierre, Über das Fernsehen, S. 66

54 Vgl die Aufzählung bei Brettschneider, Frank, Massenmedien und politische Kommunikation, in: Gabriel, Oscar W./ Holtmann, Everhard (Hrsg.), Handbuch Politisches System der Bundesrepublik Deutschland, 2. Aufl., München/Wien 1999, S. 557-595 (575)

55 Kepplinger 1996, S. 176

56 Vgl. Neuber, Wolfgang, Verbreitung von Meinungen durch die Massenmedien, Opladen 1993, S. 62-67

57 Vgl. Gleich, Uli, Die Bedeutung medialer politischer Kommunikation für Wahlen. Aktuelle Forschungsergebnisse, in: Media Perspektiven, o.J. (1998) H. 8, S. 411-422 (412). Zahlen von 1990

58 Vgl. Schönbach, Klaus/ Semetko, Holli A., Wahlkommunikation, Journalisten und Wähler: Fünf Thesen zum Bundestagswahlkampf 1990 - mit einem internationalen Vergleich und einem Blick auf 1994, in: Oberreuter 1996, S. 153-164 (155)

59 Dieser Vorwurf ist alt, läßt sich nur im Vergleich bestätigen und ist schwer zu operationalisieren. So läßt sich bspw. das „Danke Helmut, es reicht“ als immanente Kritik am „Weltklasse für Deutschland“ verstehen, worin zum Ausdruck gebracht wird, daß selbst wenn die Prämissen der CDU gültig sind, daraus noch nicht folgt, daß er qualifiziert ist für die nächste Legislaturperiode.

60 Alemann 1997, S. 481

61 Zur Organisationsstruktur vgl. Meyn, Hermann, Massenmedien in der Bundesrepublik Deutschland, Berlin 1994, S. 119-125. Ihr Einfluß zeigt sich bspw. an der im Vergleich mit den Privaten erhöhten Häufigkeit der Präsenz von etablierten Akteuren und Institutionen und dem geringeren Bewertungsniveau. Vgl. Gerhards, Jürgen, Welchen Einfluß haben die Massenmedien auf die Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland?, in: Göhler, Gerhard (Hrsg.), Macht der Öffentlichkeit - Öffentlichkeit der Macht, Baden-Baden 1995, S. 149-177 (166)

62 Vgl. Altmeppen, Klaus-Dieter/ Löffelholz, Martin, Zwischen Verlautbarungsorgan und ´vierter Gewalt`. Strukturen, Abhängigkeiten und Perspektiven des politischen Journalismus, in: Sarcinelli 1998, S. 97-123 (114)

63 Vgl. Jarren, Otfried/ Grothe, Thorsten/ Rybarczyk, Christoph, Medien und Politik - eine Problemskizze, in: Donsbach u.a. 1994, S. 9-44 (21)

64 So gibt es entsprechend der politischen Brisanz um die Frage nach dem journalistischen Selbstverständnis konkurrierende Umfragen, die zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Vgl. ebd., S. 107f. Auch der Vorwurf der politischen Instrumentalisierung der Ergebnisse kam auf.

65 Vgl. Alemann 1997, S. 493

66 Vgl. z.B. Kepplinger 1998, S. 16

67 Vgl. Gabriel, Oscar W./ Brettschneider, Frank, Bundestagswahl 1998: Ein Plebiszit gegen Kanzler Kohl?, in: ApuZ, o.J. (1998) H. 52, S. 20-32 (28ff)

68 Vgl. Merten, Klaus/ Giegler, Helmut/ Uhr, Friederike, Grundlegende Ansätze und Methoden der Medienwirkungsforschung, Wiesbaden 1992, S. 78ff

69 Vgl. Maletzke, Gerhard, Kommunikationswissenschaft im Überblick, Opladen 1998, S. 121

70 Dadurch ist auch erklärbar, daß politische Akteure Medien als „Ersatzindikator“ für öffentliche Meinung benutzen. Vgl. Gerhards, Jürgen, Welchen Einfluß haben die Massenmedien auf die Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland?, in: Göhler, Gerhard (Hrsg.), Macht der Öffentlichkeit - Öffentlichkeit der Macht, Baden-Baden 1995, S. 149-177 (151)

71 Vgl. Muckenhaupt, Manfred, Boulevardisierung in der TV-Nachrichtenberichterstattung, in: Holly, Werner/ Biere, Bernd Ulrich (Hrsg.), Medien im Wandel, Opladen/Wiesbaden 1998, S. 113-134 (130)

72 Vgl. Holtz-Bacha, Christina, Entfremdung von der Politik durch „Fernseh-Politik“? - Zur Hypothese von der Videomalaise, in: Jarren 1994, S. 123-133 (130)

73 Vgl. dies., Massenmedien und Wahlen. Zum Stand der deutschen Forschung - Befunde und Desiderata, in: dies./Kaid 1996, S. 9-44

74 Solche Behauptungen können nur aufgrund eines Vergleichs getroffen werden, insofern hat Müller 1999, S. 43-45 den richtigen Ansatz gewählt, aber seine Ausführungen sind sehr subjektiv, daher bestenfalls geeignet, die Forschungsrichtung zu weisen. Diese These findet sich aber in der Literatur häufig als bloße Feststellung.

75 Gleichzeitig sind parteiungebundene Wähler angesichts von Medienbotschaften eher bereit ihre Wahlentscheidung zu revidieren. Vgl. Schmitt-Beck, Rüdiger, Wähler unter Einfluß. Massenkommunikation, interpersonale Kommunikation und Parteipräferenzen, in: Sarcinelli 1998, S. 297- 325 (314)

76 Vgl. Pappi, Franz Urban, Die Abwahl Kohls. Hauptergebnis der Bundestagswahl 1998? ZfP, 46. Jg. (1999) H. 1, S. 1-29 (17)

77 Vgl. Brettschneider, Frank, Medien als Imagemacher? Bevölkerungsmeinungen zu den beiden Spitzenkandidaten und der Einfluß der Massenmedien im Vorfeld der Bundestagswahl 1998, in: Media Perspektiven, o.J. (1998), H. 8, S. 392-399 (395f)

78 Sarcinelli, Ulrich, Themenperzeption und Meinungsbildung in der Öffentlichkeit, in: Gareis, Sven Bernhard/ Zimmermann, Rolf (Hrsg.), Sicherheitspolitische Kommunikation, Baden-Baden 1999, S. 94-104 (102)

79 Oberreuter, Heinrich, Zwischen Erlebnisgesellschaft und Medieneinfluß: Die offene Zukunft des Parteiensystems, in: ders. 1996, S. 9-22 (20)

80 Vgl. Bergsdorf, Wolfgang, Über die Macht der Kultur. Kommunikation als Gebot der Politik, Stuttgart 1988, S. 105

81 Vgl. Jäger, Wolfgang, Fernsehen und Demokratie. Scheinplebiszitäte Tendenzen und Repräsentation in den USA, Großbritanien, Frankreich und Deutschland, München 1992, S. 77

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Details

Titel
Wahlen und Fernsehen. Mediendemokratie und der Wahlkampf 1998
Veranstaltung
Hauptseminar: Wahlforschung und Wählerverhalten am Beispiel der Bundestagswahl 1998
Note
1,3
Autor
Jahr
1999
Seiten
31
Katalognummer
V94977
Dateigröße
414 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wahlen, Fernsehen, Mediendemokratie, Wahlkampf, Hauptseminar, Wahlforschung, Wählerverhalten, Beispiel, Bundestagswahl
Arbeit zitieren
Albert Riemer (Autor), 1999, Wahlen und Fernsehen. Mediendemokratie und der Wahlkampf 1998, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94977

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