In diеsеr Arbеit solltе untеrsucht wеrdеn, inwiеwеit diе Bеziеhung zu dеn Еltеrn in dеr Kindhеit und diе Bеziеhung an еinеn Liеbеspartnеr im Еrwachsеnеnaltеr zusammеnhängеn. Diеsеr Fragеstеllung wurdе auf dеr Grundlagе dеr Bindungsthеoriе nachgеgangеn. Dеr bindungstheoretische Ansatz zеichnеt sich dadurch aus, dass еr diffеrеnziеrtе Aussagеn zu bеidеn Artеn von Bеziеhungеn macht, diе in diеsеr Arbеit bеtrachtеt wеrdеn sollеn. Diе Еrkеnntnissе wеrdеn sowohl übеr dеn Wеg dеr Theoriebildung als auch durch еmpirischе Forschung gеwonnеn (еinеn Übеrblick gеbеn Cassidy & Shavеr, 1999). Innеrhalb diеsеs Paradigmas wurdе immеr wiеdеr diе Fragе aufgеgriffеn, inwiеwеit diе Liebesbeziehung dеs Еrwachsеnеn als Fortsеtzung dеr Еltеrn-Kind-Bеziеhung anzusеhеn sеi, еinе Annahmе, diе als Thеsе dеr Kontinuität von Bindung bеzеichnеt wird. Diеsе Thеsе wurdе in dеr vorliеgеndеn Arbеit еinеr еmpirischеn Prüfung untеrzogеn.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Vorgänger der Bindungstheorie: Psychoanalytische Annahmen
1.1.1 Die Theorie von Freud
1.1.2 Die Theorie von Erikson
2. Bindung im Kindesalter
2.1 Die Bindungstheorie von Bowlby
2.2 Das Konzept der Bindungsstile nach Ainsworth
2.3 Entdeckung des vierten Bindungsstils durch Main
2.4 Bindung an Mutter und Vater im Vergleich
3. Bindung im Erwachsenenalter
3.1 Die Entdeckung der Bindungsstile Erwachsener durch Hazan und Shaver
3.2 Bindungsstile und Partnerschaft
4. Studie
4.1 Methode
4.2 Interview
4.3 Instruktion
4.4 Leitfaden
4.5 Transkription
4.6 Hypothesen
4.6.1 Übereinstimmung zwischen der Bindung an die Eltern in der Kindheit und der Bindung an einen Partner im Erwachsenenalter
5. Fallstudie „Frau D.“
5.1 Analyse
5.1.1 Dimensionen der inhaltlichen Analyse
5.2 Kategorisierung
5.2.1 Kategorisierung Bindungsstil in der Kindheit
5.2.2 Kategorisierung Bindung in Partnerschaft
6. Allgemeine Diskussion
6.1 Diskussion der Ergebnisse des Vergleichs zwischen der erinnerten Bindung an die Eltern in der Kindheit und der Bindung an einen Partner im Erwachsenenalter
6.1.1 Vergleich erinnerte Vater-Kind-Bindung und Partnerschaft
6.1.2 Vergleich erinnerte Mutter-Kind-Bindung und Partnerschaft
7. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen frühen Bindungserfahrungen zu den Eltern in der Kindheit und dem Bindungsverhalten in Partnerschaften im Erwachsenenalter. Ziel ist es zu analysieren, ob sich Bindungsstile aus der Kindheit auf die Gestaltung und Qualität aktueller Liebesbeziehungen auswirken.
- Grundlagen der Bindungstheorie nach Bowlby, Ainsworth und Main
- Bindungserfahrungen im Erwachsenenalter und die Rolle der Eltern
- Empirische Untersuchung mittels qualitativer Fallstudie (Interview)
- Vergleich zwischen Kindheitsbindungen und partnerschaftlichem Verhalten
- Diskussion über Kontinuität von Bindungsmustern
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Entdeckung der Bindungsstile Erwachsener durch Hazan und Shaver
Eine der zentralen Thesen der Bindungstheorie ist, wie bereits dargestellt, die Annahme, dass enge Beziehungen im gesamten Leben von Bedeutung sind, wobei die Rolle der kindlichen Bindung an die Eltern im Erwachsenenalter von der Bindung an einen Liebespartner übernommen wird.
Hazan und Shaver (1987) übertrugen von dieser Annahme ausgehend die Verhaltensmuster, die als Grundlage der Klassifikation bei Kindern dienten, in für die Beziehungen Erwachsener angemessene Verhaltensweisen. Angelehnt an die Arbeiten von Ainsworth et al. (1978) beschrieben sie drei Bindungsstile, die sie ihren Probanden zur Selbstklassifizierung vorlegten. Zur Überprüfung entwickelten sie das in Tabelle 1.3 wiedergegebene Messinstrument, mit dem die partnerschaftbezogene Bindung von Erwachsenen erfasst werden kann.
Wie aus Tabelle 1.3 ersichtlich, gehen Hazan und Shaver ebenso wie Ainsworth et al. von drei Bindungsstilen aus, deren übliche Bezeichnungen sie beibehalten. Die drei Stile werden jeweils in einem kurzen Abschnitt skizzenhaft charakterisiert, wobei Hazan und Shaver die von Ainsworth et al. beschriebenen grundlegenden Elemente jedes Stils aufgreifen und auf das Erleben und Verhalten von Erwachsenen in Paarbeziehungen übertragen. So wird beispielsweise das anklammernde Verhalten eines ängstlich-ambivalenten Kindes in der Fremden Situation transformiert in die Aussage eines Erwachsenen, dass er/sie im allgemeinen mehr Nähe wünschen als andere. Die Zuordnung zu einem Bindungsstil erfolgt mittels forced choice.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Bindungstheorie und die Fragestellung, inwieweit die Beziehung zu den Eltern in der Kindheit mit der Beziehung zu einem Liebespartner zusammenhängt.
2. Bindung im Kindesalter: Detaillierte Darstellung der Bindungstheorie, der Bindungsstile nach Ainsworth und der Entdeckung des desorganisierten Bindungsstils.
3. Bindung im Erwachsenenalter: Übertragung der Bindungskonzepte auf das Erwachsenenalter sowie Diskussion von Bindungsstilen in Partnerschaften.
4. Studie: Erläuterung des methodischen Vorgehens, basierend auf einer qualitativen Fallstudie, inklusive Leitfadenentwicklung und Hypothesenbildung.
5. Fallstudie „Frau D.“: Analyse und Kategorisierung der Bindungserfahrungen einer Probandin in Bezug auf ihre Eltern sowie ihre aktuelle Partnerschaft.
6. Allgemeine Diskussion: Reflexion der Ergebnisse über die Kontinuität von Bindungserfahrungen und deren Einfluss auf die Partnerwahl.
7. Zusammenfassung: Abschließende Zusammenführung der theoretischen Annahmen und empirischen Ergebnisse.
Schlüsselwörter
Bindungstheorie, Bindungsstile, Partnerschaft, Kindheit, Eltern-Kind-Beziehung, Erwachsenenalter, Bindungsverhalten, sichere Bindung, ängstlich-ambivalente Bindung, vermeidende Bindung, Partnerwahl, Kontinuität, qualitative Studie, Feinfühligkeit, inneres Arbeitsmodell
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Bindungstheorie und der Frage, ob Bindungsmuster, die in der Kindheit mit den Eltern erlebt wurden, die Beziehungsqualität und das Verhalten in Partnerschaften im Erwachsenenalter beeinflussen.
Welche Themenfelder stehen im Fokus?
Zentrale Themen sind die Bindungstheorie nach Bowlby und Ainsworth, die Klassifizierung von Bindungsstilen (sicher, ängstlich-ambivalent, vermeidend) sowie die Übertragung dieser Konzepte auf erwachsene Paarbeziehungen.
Was ist die Forschungsfrage?
Die zentrale Forschungsfrage lautet, inwieweit die in der Kindheit erlebten Bindungen zu den Eltern das spätere partnerschaftliche Verhalten und die Bindung an einen Liebespartner im Erwachsenenalter prägen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit verwendet eine qualitative Methode, spezifisch eine Fallstudie, bei der eine Probandin anhand eines leitfadengestützten Interviews rückblickend zu ihren Kindheitserfahrungen und ihrer aktuellen Partnerschaft befragt wurde.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen der Bindungstheorie, die Methodik der Fallstudie (Durchführung und Auswertung des Interviews mit „Frau D.“) sowie die Diskussion der Ergebnisse bezüglich der Kontinuität von Bindungsstilen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Bindungstheorie, Bindungsstile, Eltern-Kind-Beziehung, Kontinuität von Bindung, partnerschaftliches Verhalten und qualitative Analyse gekennzeichnet.
Wie unterscheidet sich die Bindung an Vater und Mutter laut der Autorin?
Die Autorin hebt hervor, dass die Bindung an den Vater in der Forschung oft vernachlässigt wurde, obwohl er eine wichtige Rolle bei der Exploration und Autonomieentwicklung des Kindes spielt, während die Mutter traditionell stärker mit der feinfühligen Fürsorge verknüpft wird.
Was ist das zentrale Ergebnis der Fallstudie „Frau D.“?
Die Fallstudie zeigt, dass bei der Probandin eine deutliche Übereinstimmung zwischen dem unsicheren Verhalten ihres Vaters in der Kindheit und dem ambivalenten Bindungsverhalten ihres aktuellen Partners besteht, was ihre Annahme über die Fortsetzung kindlicher Bindungsmuster in späteren Partnerschaften stützt.
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- Victoria Resino (Autor), 2020, Bindungsstile und ihre Folgen bei Partnerschaften im Erwachsenenalter, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/949859