Investmentfonds können nach verschiedenen Kriterien unterschieden werden. In dieser Arbeit wird zwischen Fondsmanagements, die das Fondsvermögen aktiv verwalten und jenen Kapitalverwaltungsgesellschaften, die das Fondsvermögen passiv investieren und zum Beispiel versuchen bestimmte Aktienindizes nachzubilden (Indexierungsstrategie) unterschieden. Als Produkt des passiven Managementstils wird ausschließlich der Exchange Traded Fund beachtet. Exchange Traded Funds werden über die Börse gehandelt.
Die Arbeit zeigt die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den verschiedenen Managementansätzen auf. Zu Beginn werden dafür die theoretischen Annahmen hinter den beiden Stilen beleuchtet, danach wird die Umsetzung in der Praxis verglichen, um am Ende einen Ausblick zu bieten.
In Niedrigzinszeiten suchen viele private und institutionelle Sparer eine Alternative zur Geldanlage bei ihrem Kreditinstitut. Eine immer beliebtere Anlageform ist die Anlage in Investmentfonds. Die Ursprünge von Investmentfonds gehen zurück in das 19. Jahrhundert. Einer der ersten Investmentfonds verwaltete eine Million Pfund und investierte bereits 1868 in 18 verschieden Regierungsanleihen.
Investmentfonds werden als Sondervermögen bezeichnet, dieses wird von einer Kapitalverwaltungsgesellschaft gemanagt und zum Beispiel in Wertpapiere oder Immobilien investiert. Damit haben private und institutionelle Anleger mit größerem oder kleinerem Anlagevolumina die Möglichkeit an den Wertentwicklungen der Märkte teilzunehmen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Aktives und passives Management
2.1 Was ist aktives und passives Management?
2.2 Theorie der Fondsmanagements
3 Vergleich beider Managementarten
3.1 Anlageentscheidungen
3.2 Kosten eines Investmentfonds
3.3 Wertentwicklung von Investmentfonds
4 Kritische Würdigung
4.1 Benke/Ferri: „A Case for Index Fund Portfolios“
4.2 Zusammenfassung der Vor- und Nachteile
5 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit setzt sich zum Ziel, die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen dem aktiven und dem passiven Management von Investmentfonds wissenschaftlich darzulegen und deren Erfolg in der Praxis anhand von theoretischen Ansätzen sowie empirischen Beispielen zu bewerten.
- Gegenüberstellung von aktivem Fondsmanagement und passiven Exchange Traded Funds (ETFs)
- Analyse der theoretischen Grundlagen wie der Effizienzmarkthypothese und der Behavioral Finance
- Vergleich der operativen Managementstrategien (Stock Picking, Timing, Branchenrotation vs. Index-Tracking)
- Untersuchung der Kostenstrukturen und deren Einfluss auf die langfristige Wertentwicklung
- Bewertung der Markteffizienz und der Möglichkeiten zur Erzielung von Überrenditen
Auszug aus dem Buch
3.1 Anlageentscheidungen
Die Anlageentscheidungen des aktiven Managements unterscheiden sich stark von denen des passiven. Beim aktiven Management existieren drei verschiedene Strategien: Stock Picking (auch Aktienselektion), Timing von Anlageentscheidungen und die Branchenrotation.
Beim Stock Picking konzentriert sich der Fondsmanager darauf Aktien zu kaufen, deren Performance besser ist als die des gesamten Markts. Dies geschieht zum Beispiel durch eine fundamentale oder technische Analyse der Aktie.
Das Timing von Anlageentscheidungen bedeutet den richtigen Ein- beziehungsweise Ausstiegszeitpunkt bei einer Aktie zu finden. Dies erfordert wie das Stock Picking eine genaue Analyse der Aktien und einen Informationsvorsprung gegenüber dem Markt.
Die dritte Strategie ist die Branchenrotation, bei der die Fondsmanager das Vermögen für eine bestimmte Zeit in einer bestimmten Branche anlegen. Auch hier müssen die Fondsmanager prognostizieren, welche Branche sich besser als der gesamte Markt entwickeln wird.
Alle drei Strategien erfordern eine Analyse, entweder von Einzeltiteln oder von Märkten. Dies ist ein hoher Aufwand, der sich in den Kosten der aktiven Investmentfonds bemerkbar macht (siehe Kapitel 3.2 Kosten) und somit auch die Performance reduziert.
Das passive Fondsmanagement nutzt vor Allem die Buy-and-Hold-Strategie oder die Indexierungsstrategie, die Wertentwicklung des Gesamtmarkts abzubilden.
Bei der Buy-and-Hold-Strategie werden Wertpapiere bis zu ihrer Fälligkeit oder bis zum Ende des Anlagehorizonts gehalten. Bei der Indexierungsstrategie (auch Index-Tracking) wird dauerhaft ein bestimmter Index nachgebildet (meistens bei Exchange Traded Funds der Fall).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Entstehung von Investmentfonds ein und erläutert die Relevanz der Differenzierung zwischen aktivem Fondsmanagement und passiven ETFs.
2 Aktives und passives Management: Dieses Kapitel definiert die grundlegenden Mechanismen des Fondsmanagements und führt die theoretischen Konzepte wie Diversifikation, Markteffizienz und Behavioral Finance ein.
3 Vergleich beider Managementarten: Hier erfolgt eine detaillierte Gegenüberstellung der operativen Strategien, der Kostenstrukturen und der Messmethoden für die Wertentwicklung von Investmentfonds.
4 Kritische Würdigung: In diesem Teil wird die Performance von aktiven und passiven Anlagen anhand der Studie von Benke/Ferri verglichen und eine abschließende Synopse der Vor- und Nachteile erstellt.
5 Fazit und Ausblick: Diese Zusammenfassung reflektiert die theoretischen und praktischen Erkenntnisse und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Bedeutung passiver Investmentstrategien.
Schlüsselwörter
Investmentfonds, Aktives Management, Passives Management, Exchange Traded Funds, ETFs, Effizienzmarkthypothese, Behavioral Finance, Portfolio-Management, Kostenstruktur, TER, Markteffizienz, Anlagestrategien, Diversifikation, Benchmark, Performance.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die grundlegenden Unterschiede zwischen aktiv gemanagten Investmentfonds und passiven Anlagestrategien, insbesondere Exchange Traded Funds (ETFs).
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen umfassen die theoretischen Hintergründe des Portfoliomanagements, die Kostenstrukturen von Fonds, Anlagestrategien und die Performance-Vergleiche beider Ansätze.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich aktives und passives Management in der Praxis unterscheiden und ob eine aktive Strategie langfristig eine Überrendite gegenüber dem Markt erzielen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die theoretische Modelle wie die Effizienzmarkthypothese und Behavioral Finance mit empirischen Studien und Marktbeobachtungen verknüpft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit primär diskutiert?
Der Hauptteil behandelt die unterschiedlichen Anlageentscheidungen (Stock Picking vs. Index-Tracking), die verschiedenen Kostentypen sowie die Methoden zur Messung der Wertentwicklung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Begriffe sind Investmentfonds, aktives Management, passive Strategien, ETFs, Effizienzmarkthypothese, Kostenstruktur und Portfolio-Performance.
Warum spielt die Behavioral Finance in dieser Analyse eine Rolle?
Sie erklärt, warum Anleger oft nicht rational handeln und warum Markteffizienzhypothesen in der realen Praxis des Fondsmanagements regelmäßig auf Hindernisse stoßen.
Welchen Einfluss haben Transaktionskosten auf die Fondsperformance?
Die Arbeit verdeutlicht, dass aktive Strategien aufgrund des höheren Analyseaufwands und häufigerer Umschichtungen höhere Kosten verursachen, was die Nettorendite gegenüber passiven Indexfonds mindert.
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- Janek Bormann (Author), 2020, Aktives und passives Fondsmanagement. Management von Investmentfonds, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/950035