Bewegungsbeschreibung der Laufsprungtechnik beim Weitsprung


Referat (Ausarbeitung), 1999

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1. Was ist Weitsprung?

Der Weitsprung ist eine der Grundformen der menschlichen Bewegung. Er wird durch einen Fuß beim Absprung eingeleitet und endet mit der Landung auf dem Boden mit beiden Füßen. Das Ziel beim Weitsprung ist es, dem Körperschwerpunkt (KSP) des Springers einen effektiven Impuls zu versetzen.

2. Geschichte des Weitsprungs

Das Springen wird seit dem Altertum praktiziert. Bei den Griechen erfolgte der Absprung von einer Art Schwelle (Bater), von Steinen auf ebenem Boden (Skamma) oder mit Hilfe von Sprunggewichten (Halteren). Die Asiaten Sprangen mit Anfersen, entweder aus dem Stand oder mit Anlauf. 1886 wurde zum ersten Mal der Sprungbalken eingeführt.

3. Methodisch didaktische Vorbedingungen des Weitsprungs

Die Heranführung an den Weitsprung über spielerisches Hüpfen und Springen zur Schulung der Sprunggewandtheit wird vorausgesetzt. Beispiele hierfür wären die schon in der Sprintschulung angewandten Laufspiele, die nach Regeländerung (Hüpfen und Springen als Fortbewegungsart) zur Vorbereitung für den Weitsprung genutzt werden können. Hier wird neben der Schulung der Sprunggewandtheit gleichzeitig ein Sprungkrafttraining betrieben. Insgesamt sollten vorhanden sein: Schnelligkeit, Sprungkraft, Gewandtheit und Beweglichkeit, also grundlegende motorische Fähigkeiten. Die Sprintschnelligkeit spielt bei der Gesamtsprungweite eine große Rolle. Vor der Einführung in die Laufsprungtechnik sollte z.B. mit dem Schrittweitsprung begonnen werden. Hier kann sich der Trainierende auf die Ausbildung der Anlauf Absprung Koordination konzentrieren, da die zu erreichende Weite in erster Linie von der Anlaufgeschwindigkeit und dem Umsetzen dieser in den Sprung abhängt.

4. Technik Elemente des Weitsprungs speziell: Laufsprungtechnik

Anlauf:

Der Anlauf beim Weitsprung ist ein Steigerungslauf aus dem Hochstart. Das Ziel ist es eine optimale Geschwindigkeit zu erreichen um den Absprung gut vorzubereiten. Der Weitspringer muß den Absprungbalken mit dem Fuß genau treffen. Der Anlauf sollte eine Länge von

40-45m bei Männern und 35-40m bei Frauen haben. Die Frequenz und Länge der Anlaufschritte des Springers nehmen bis zur

Absprungvorbereitung zu. Dabei richtet sich der Rumpf allmählich auf. Während der letzten drei bis fünf Schritte bereitet sich der Springer auf das Umsetzen des Anlaufs (horizontale Komponente) in den Absprung (vertikale Komponente) vor. Er muß darauf achten, daß die Geschwindigkeit nicht geringer wird.

Die Weitsprungleistung hängt 2/3 vom Anlauf und nur 1/3 von der Sprungkraft ab (außerdem wer schnell anläuft kann auch weit springen). Der vorletzte Schritt sollte länger sein als der letzte, weil der Körperschwerpunkt (KSP) ein wenig gesenkt und damit der vertikale Kraftstoß durch einen längeren Beschleunigunsweg vergrößert wird. Sprungvorbereitung:

Der Springer bereitet sich auf das Übersetzen des Anlaufs in den Sprung vor, während der letzten drei bis fünf Schritte. Die Geschwindigkeit darf nicht geringer werden. Die Absicht, abzuspringen, soll sich nur auswirken:

a) in einem weiteren Aufrichten des Rumpfes bis zu einer kaum merklichen Rücklage des Oberkörpers,
b) in einer Veränderung des Anlaufrhythmus während der letzten drei Schritte. Die letzten

Schritte sollen ein optimales senken des KSP ermöglichen. Der vorletzte Schritt ist um 20 bis 30cm länger als der vorhergehende und als der letzte Schritt.

Absprung:

Der Absprung setzt sich aus

dem Aufsetzen des Sprungbeins (Figur1)

der Amortisationsphase (Figur 2) und

der Absprungbewegung (Figur 3) zusammen. Aufsetzen des Sprungbeins:

Das Aufsetzen hat eine besondere Funktion für einen effektiven Absprung, es entscheidet nämlich weitgehend seine räumliche und dynamische Gestaltung. Nach dem Absprung ist die Bahn des KSP nicht mehr beeinflußbar, die Weite ist schon so gut wie festgelegt, aufgrund der Anlaufgeschwindigkeit.

Das Sprungbein des Springers ist fast gestreckt. Der Rumpf richtet sich leicht auf und zeigt eine geringe Rücklage. Der Kopf ist aufrecht und der Blick geradeaus gerichtet. Amortisationsphase:

Die Amortisationsphase, ist die Übergangsphase von Anlauf zum Absprung. Der ganze Fuß setzt auf, es folgt ein Nachgeben im Fuß- und im Kniegelenk. Der KSP bewegt sich über den Stützpunkt des Aprungbeins. Die Arme und Beine machen eine entgegengesetzte Bewegung zueinander. Der Arm der Sprungbeinseite wird nach vorn, der Arm der Schwungbeinseite nach hinten genommen. In dieser

Phase ist es Wichtig, daß der Rumpf aufrecht ist. Absprungbewegung:

Die Absprungbewegung wird charakterisiert durch ein aufrechten Oberkörper, Armeinsatz, Schwungbeineinsatz und Absprungstreckung. Der aufrechte Oberkörper und eine leicht Rücklage, gewährleisten, daß der KSP annähernd zentral getroffen wird. Die Arme schwingen über den Kopf nach hinten oben, somit wird die Absprungbewegung unterstützt. Der Schwungbeineinsatz und der Armeinsatz werden energisch abgebremst. Der Schwungbeineinsatz erfolgt bis zur Waagerechten, der Armeinsatz bis in Augenhöhe. Als letztes der Absprungbewegung, erfolgt die Absprungstreckung im Hüft-, Knie-, und Fußgelenk.

Flug:

Nach dem Absprung kann der Springer die Flugkurve des KSP nicht mehr verändern. Die Arme und Beinbewegung während der Flugphase dienen der Erhaltung des Gleichgewichts und der Landung.

Die Laufsprungtechnik hat sich von allen Sprungtechniken am vorteilhaftesten erwiesen, weil er - einen zweckmäßigen Übergang vom Absprung in den Flug ermöglicht,

- die Stabilisierung des Körpers im Flug um alle 3 Achsen und die Rückneigung des Rumpfes gewährleistet
- eine rechtzeitige Lande Vorbereitung sichert. Flugphase:

Der Springer setzt seine Laufbewegung im Flug weiter. Er macht in der Regel 2 ½ Schritte. Das Schwungbein wird nach vorn oben geführt. Das Sprungbein ist gestreckt und hinter dem Rumpf. Der Unterschenkel hängt herab und der Oberschenkel ist fast parallel zum Boden. Die Laufschritte des Springers werden von entgegengesetzten Kreisbewegungen der Arme begleitet. Dieses Kreisen der

Arme dient zur Erhaltung des Gleichgewichts. Der Oberkörper ist leicht in einer Rücklage und wird erst bei der Landung nach vorne gebracht. Die Rücklage des Oberkörpers erleichtert die Vorbereitung der Landung, weil die Beine unbehindert vor hoch angehoben werden können. Der halbe Schritt kommt zustande, wenn man den Schwungbein nach dem Schrittwechsel vorbringt.

Landung:

Das Ziel der Landung ist es, eine volle Ausnutzung der Flugkurve zu erreichen. Die Landung ist durch eine Klappmesserhaltung gekennzeichnet. Mit der Bodenberührung wird das Becken nach vorn geschoben und in den Knien nachgegeben, die Arme schwingen wieder etwas nach vorn. Eventuell kann der Körper zur Seite geworfen werden um ein Zurückfallen zu verhindern.

Literatur:

Spezielle Didaktik der Sportarten. Leichtathletik 2. Sprung Wurf Stoß. 1. Auflage 1992

BEHRING, M / FRITSCHE, G: Leichtathletik der Deutschen Hochschule für Körperkultur Leipzig. Berlin: Sportverlag, 1986

JACOBY / FRALEY: Das große Buch der Springer. Aachen 1997

JONATH, U / KREMPEL, R / HAAG, E / MÜLLER, H: Leichtathletik 2. Reinbeck bei Hamburg, April 1995

KUBER, D / FUCHS, E: Weitsprung Dreisprung. Lehrprogramme in der Leichtathletik, SerieI. 2.,verbesserte Auflage 1977

JOCH / WINFRIED: Rahmentrainingsplan für das Aufbautraining./ DLV Aachen:1993

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PS: Einige Bilder fehlen im Text. Sorry

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Details

Titel
Bewegungsbeschreibung der Laufsprungtechnik beim Weitsprung
Hochschule
Deutsche Sporthochschule Köln
Veranstaltung
Leichtathletik Kurs:SEKII Nr.210102
Autor
Jahr
1999
Seiten
3
Katalognummer
V95004
Dateigröße
327 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bewegungsbeschreibung, Laufsprungtechnik, Weitsprung, Deutsche, Sporthochschule, Köln, Leichtathletik, Kurs, SEKII, Dozent, Axel, Knicker
Arbeit zitieren
Dogan Meric (Autor), 1999, Bewegungsbeschreibung der Laufsprungtechnik beim Weitsprung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/95004

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