Wenn man im allgemeinen Sprachgebrauch über den Vietnamkrieg spricht, so meint man meist den Krieg in Vietnam, mit Beteiligung der USA. Oder historisch korrekt ausgedrückt, den Zweiten Indochinakrieg, da er sich geographisch nicht nur auf das Territorium Vietnams begrenzte. Die USA griff im Jahre 1964 in das offene Kriegsgeschehen ein, war jedoch schon seit 1954 in Vietnam militärisch engagiert. Nach dem Abzug der US-Truppen 1973 evakuierte die USA im Jahre 1975 dann schließlich die letzten 9.000 Amerikaner aus Vietnam. Der Krieg der USA in Vietnam war der letzte große industrialisierte Krieg der USA im 20. Jahrhundert. Er wird in mehrfacher Hinsicht als Sonderfall bezeichnet und gilt zudem als „Wendepunkt in der Geschichte der Visualisierung des modernen Kriegs“. Die Visualisierung des Vietnamkriegs veränderte sich drastisch in seinem Verlauf. Durch diese Veränderung spricht man heutzutage auch von einem „unzensierten Krieg“, den die Öffentlichkeit miterlebte. Es war der erste Fernsehkrieg der Geschichte, der die Medienlandschaft veränderte und Einfluss die US-amerikanische Bevölkerung und die Regierung hatte. Das Verhältnis von Militär und Medien veränderte sich nachhaltig.
In der folgenden Hausarbeit werden jedoch nicht der Vietnamkrieg im Ganzen und die dazugehörige Entwicklung und Veränderung der Medien behandelt, sondern vielmehr wird die Thematik eingegrenzt, um zu einem detaillierten Fazit zu gelangen. Die folgende Fragestellung wird dabei helfen, die Thematik einzugrenzen und der Hausarbeit einen roten Faden zu geben: „Inwiefern veränderte das Medium Fernsehen, zu Beginn des Jahres 1968, die Darstellung des Vietnamkriegs für die US-amerikanische Bevölkerung und welche Auswirkungen hatte dies auf die Antivietnambewegung im eigenen Land?“
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Krieg in Vietnam mit amerikanischer Beteiligung
3. Die amerikanische Fernsehberichterstattung zum Vietnam-Krieg
3.1 Pre-Tet-Phase
3.2 Tet-Phase
4. Auswirkungen der Berichterstattungen auf die Öffentlichkeit
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss des Mediums Fernsehen auf die öffentliche Meinung und die Antivietnambewegung in den USA, insbesondere im Kontext des Konflikthöhepunkts im Jahr 1968.
- Entwicklung des Fernsehens zum Leitmedium in den USA
- Mediale Strategien und Propaganda in der Pre-Tet-Phase
- Der Wendepunkt der Berichterstattung durch die Tet-Offensive
- Auswirkungen der medialen Bilder auf die US-Öffentlichkeit und Politik
Auszug aus dem Buch
3.1 Pre-Tet-Phase
Bevor die Fernsehberichterstattung der Tet-Offensive untersucht wird, ist es wichtig zu zeigen, wie in der ersten Phase (1965 bis 1967/68) des Vietnamkrieges die militärischen Auseinandersetzungen in den Medien dargestellt wurden. Die Rolle der Medien im Bezug zur Außen- und Militärpolitik war in der Frühphase des Vietnamkrieges (in der Literatur oft unter „Pre-Tet-Phase“ zu finden) vorerst eine andere und wandelte sich erst allmählich.
1965 inszenierte die US-Regierung eine groß angelegte Legitimationskampagne mit dem Namen „Why Vietnam“. Diese Bildserie erinnerte stark an eine berühmte Propaganda-Serie der USA aus dem Zweiten Weltkrieg mit dem Titel „Why we fight“. Der Zwischenfall im Golf von Tonkin wurde mit den Ereignissen von Pearl Harbor verglichen und es wurde nach einem historisch begründeten Beweggrund, als Emotionalisierung der Notwendigkeit, gesucht. In der Rede von US-Präsident Johnson wurde ein friedlicher Einsatz dargestellt und den Zuschauern mit Bildern deutlich gemacht, dass die eigenen Streitkräfte für das Gute einstehen, das Böse bekämpfen und somit die Freiheit wahren. Die US-Regierung nutzte in der „Pre-Tet-Phase“ die Medien als Instrument der Selbstdarstellung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit erläutert die historische Ausgangslage des Vietnamkrieges und definiert die Forschungsfrage bezüglich des Einflusses des Fernsehens auf die Wahrnehmung des Krieges im Jahr 1968.
2. Der Krieg in Vietnam mit amerikanischer Beteiligung: Dieses Kapitel gibt einen historischen Überblick über den Konflikt, beginnend mit der französischen Kolonialzeit bis hin zur aktiven militärischen Eskalation der USA ab 1964.
3. Die amerikanische Fernsehberichterstattung zum Vietnam-Krieg: Hier wird der Aufstieg des Fernsehens zum wichtigsten Massenmedium analysiert und aufgezeigt, wie sich die Berichterstattung vor und nach der Tet-Offensive wandelte.
3.1 Pre-Tet-Phase: Fokus auf die staatlich gelenkte Selbstdarstellung des Militärs und die Nutzung des Fernsehens als Propagandainstrument zu Beginn des Krieges.
3.2 Tet-Phase: Analyse des Wandels hin zu einer kritischen und unzensierten Berichterstattung, die das Bild des Krieges in den Wohnzimmern der Amerikaner maßgeblich prägte.
4. Auswirkungen der Berichterstattungen auf die Öffentlichkeit: Darstellung der psychologischen und politischen Folgen der medialen Bilder, die zu einem Vertrauensverlust gegenüber der Regierung und einem Erstarken der Antikriegsbewegung führten.
5. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung, wie das Fernsehen als "Leitmedium" den Kriegsverlauf und die öffentliche Meinung in den USA nachhaltig beeinflusste.
Schlüsselwörter
Vietnamkrieg, Fernsehen, Medien, Berichterstattung, Tet-Offensive, USA, Propaganda, Antikriegsbewegung, Öffentlichkeit, Politik, 1968, Kriegsvisualisierung, Öffentliche Meinung, Medienwirkung, Kriegsführung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Veränderung der US-amerikanischen Fernsehberichterstattung über den Vietnamkrieg und deren Einfluss auf die öffentliche Wahrnehmung des Konflikts.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Untersuchung umfasst die Rolle des Fernsehens als Propagandainstrument, den Einfluss der Medien auf die politische Stimmung im Land und die Entwicklung der Kriegsberichterstattung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es zu ergründen, inwiefern das Medium Fernsehen ab 1968 die Darstellung des Krieges veränderte und welche Auswirkungen dies auf die Antivietnambewegung hatte.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine medienhistorische Analyse, die auf Fachliteratur, historischen Studien und statistischen Umfragedaten (z. B. Gallup) basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Einordnung des Krieges, die Untersuchung der Medienphasen (Pre-Tet vs. Tet-Phase) und die Auswertung der Folgen für die amerikanische Gesellschaft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Vietnamkrieg, Medien, Fernsehen, Tet-Offensive, Propaganda, öffentliche Meinung und Antikriegsbewegung.
Wie unterschied sich die Berichterstattung in der "Pre-Tet-Phase" von der späteren Phase?
In der frühen Phase fungierten die Medien weitgehend als Sprachrohr der Regierung ("sauberer Krieg"), während die Tet-Offensive zu einer kritischen, unzensierten und objektiveren Berichterstattung führte.
Welche Rolle spielte Walter Cronkite für die öffentliche Meinung?
Als populärer Journalist veränderte er durch seine kritische Stellungnahme zum Krieg in CBS-Sendungen die Sichtweise vieler Amerikaner und trug zur abnehmenden Glaubwürdigkeit des Präsidenten bei.
Warum wird der Vietnamkrieg oft als "living-room-war" bezeichnet?
Der Begriff entstand, weil der Krieg durch das Fernsehen erstmals unmittelbar und ungefiltert in die privaten Wohnzimmer der amerikanischen Bevölkerung gelangte.
Welchen Einfluss hatte der innenpolitische Druck auf die Regierung?
Der steigende Protest und der schwindende Rückhalt in der Bevölkerung zwangen die US-Regierung zu einem Kurswechsel, der letztlich zur Beendigung des militärischen Engagements führte.
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- Lukas Sonne (Autor), 2018, Vietnamkrieg und die Darstellung in den Medien, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/950046