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Die "Reigen" von Arthur Schnitzler als Kritik an der Sexualnorm um die Jahrhundertwende. Vergleich mit der „Psychopathia sexualis“ von Richard von Krafft-Ebing

Title: Die "Reigen" von Arthur Schnitzler als Kritik an der Sexualnorm um die Jahrhundertwende. Vergleich mit der „Psychopathia sexualis“ von Richard von Krafft-Ebing

Term Paper , 2016 , 12 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Fabian Hupfeld (Author)

German Studies - Literature of History, Eras
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Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Autor Arthur Schnitzler und seiner Persönlichkeit. Sie stellt dabei die Frage, ob es sich bei Arthur Schnitzler um einen Autor handelt, der mit perversen Fantasien schockieren will? Im Zentrum stehen dabei die Werke "Reigen" von Schnitzler und "Psychopathia sexualis" von Richard von Krafft-Ebing. Hier wird gefragt, ob der „Reigen“ als ein Stück zu verstehen, dass zwar Aufmerksamkeit erregen will, allerdings mehr als Kritik an der Gesellschaft? Dieser Frage soll im Folgenden nachgegangen werden, wozu zunächst die wichtigsten Thesen aus der "Psychopathia sexualis" dargelegt und in den zeitgenössischen Kontext eingeordnet werden, bevor dann untersucht wird, inwieweit und mit welchen Mitteln der "Reigen" möglicherweise als Kritik verstanden werden kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1. Zentrale Themen der Sexualpathologie in Krafft-Ebings „Psychopathia sexualis“ und die Sexualnorm um die Jahrhundertwende

2.2. Schnitzlers „Reigen“ als Kritik an der vorherrschenden Sexualnorm und „Psychopathia sexualis“

3. Fazit

4. Literaturverzeichnis

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern Arthur Schnitzlers Werk „Reigen“ als bewusste Kritik an den rigiden Sexualmoralvorstellungen der Jahrhundertwende sowie an den psychiatrischen Thesen Richard von Krafft-Ebings verstanden werden kann.

  • Analyse der Sexualnormen um 1900
  • Untersuchung der „Psychopathia sexualis“ als moralische Grundlage
  • Kritische Auseinandersetzung mit Schnitzlers „Reigen“
  • Gegenüberstellung von Rollenbildern und Triebhaftigkeit
  • Untersuchung der gesellschaftlichen Tabuisierung von Sexualität

Auszug aus dem Buch

2.2. Schnitzlers „Reigen“ als Kritik an der vorherrschenden Sexualnorm und „Psychopathia sexualis“

1900 erscheint, zunächst im Privatdruck der „Reigen“, ein Buch in zehn Akten mit zehn verschiedenen Personen, wobei in jedem Akt jeweils ein Mann und eine Frau auftreten und die neu hinzugekommene Person auch Teil des nächsten Aktes ist, bis sich der Reigen mit dem Auftreten der Dirne, als vormals erste Person, im zehnten Akt schließt. Mit Ausnahme dieses letzten Aktes läuft es immer darauf hinaus, dass die beiden Personen Geschlechtsverkehr haben, im Drama gekennzeichnet durch gestrichelte Linien, der zehnte Akt unterscheidet sich insofern, dass dies dem Geschehen bereits vorausging.

Es liegt auf der Hand, dass Schnitzler mit diesem Drama einen handfesten Skandal auslöste. Auch wenn der Geschlechtsakt nicht explizit beschrieben und schon gar nicht bei der Uraufführung 1920 dargestellt wurde, lässt sich festhalten, dass sich der Autor diversen Anfeindungen und dem Entsetzen großer Teile der Bevölkerung ausgesetzt sah. Ein Jahr nach der Premiere des Stückes in Berlin kam es sogar zu einem Gerichtsverfahren, bei dem die Direktoren des betroffenen Theaters, der Regisseur und einige Schauspieler wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses angeklagt wurden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Sexualmoral um die Jahrhundertwende ein und stellt die zentrale Forschungsfrage, ob Schnitzlers „Reigen“ als gezielte Kritik an Krafft-Ebings „Psychopathia sexualis“ zu verstehen ist.

2. Hauptteil: Dieses Kapitel analysiert zunächst die sexualpathologischen Thesen Krafft-Ebings und kontrastiert diese anschließend mit Schnitzlers literarischer Darstellung der Triebhaftigkeit und der gesellschaftlichen Rollenbilder.

3. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass Schnitzler durch die Darstellung der menschlichen Triebe die bürgerliche Doppelmoral entlarvt und für eine größere sexuelle Freiheit plädiert.

4. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Arthur Schnitzler, Reigen, Richard von Krafft-Ebing, Psychopathia sexualis, Sexualnorm, Jahrhundertwende, Sexualmoral, Triebhaftigkeit, Bürgertum, Doppelmoral, Sittsamkeit, Geschlechterrollen, Literaturkritik, Sexualwissenschaft, Wien um 1900

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die kritische Auseinandersetzung von Arthur Schnitzler mit den gesellschaftlichen Sexualnormen seiner Zeit, insbesondere im Vergleich mit dem Werk von Richard von Krafft-Ebing.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die bürgerliche Sexualmoral, die Rolle der Frau, das Konzept der Sittsamkeit und die literarische Darstellung menschlicher Triebe.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Es wird untersucht, ob Schnitzlers „Reigen“ lediglich als skandalöses Werk wahrgenommen werden sollte oder ob es als bewusste Kritik an den Lehren Krafft-Ebings und der Prüderie der Gesellschaft dienen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine textanalytische Vorgehensweise, indem sie literarische Szenen aus dem „Reigen“ in den Kontext zeitgenössischer sexualpathologischer Schriften einordnet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Sexualpathologie nach Krafft-Ebing und die anschließende Untersuchung der kritischen Mechanismen, die Schnitzler in seinem Stück „Reigen“ anwendet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Sexualnorm, Jahrhundertwende, Triebhaftigkeit und gesellschaftliche Doppelmoral charakterisieren.

Inwiefern entlarvt der „Reigen“ laut der Arbeit die Ehe?

Schnitzler zeigt, dass die Ehe oft als Fassade dient, während die darin agierenden Personen ihren Trieben außerhalb der Ehe nachgehen, was die Scheinheiligkeit der bürgerlichen Institution aufdeckt.

Warum wird der Verzicht auf die explizite Darstellung des Geschlechtsakts als Methode gewertet?

Durch das Auslassen der expliziten Beschreibung zwingt Schnitzler den Leser zur eigenen Vorstellungskraft und umgeht gleichzeitig eine direkte Angreifbarkeit durch die Zensur, während die Wirkung der Kritik bestehen bleibt.

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Details

Title
Die "Reigen" von Arthur Schnitzler als Kritik an der Sexualnorm um die Jahrhundertwende. Vergleich mit der „Psychopathia sexualis“ von Richard von Krafft-Ebing
College
Ruhr-University of Bochum
Grade
2,0
Author
Fabian Hupfeld (Author)
Publication Year
2016
Pages
12
Catalog Number
V950084
ISBN (eBook)
9783346290427
ISBN (Book)
9783346290434
Language
German
Tags
reigen arthur schnitzler kritik sexualnorm jahrhundertwende vergleich psychopathia richard krafft-ebing
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Fabian Hupfeld (Author), 2016, Die "Reigen" von Arthur Schnitzler als Kritik an der Sexualnorm um die Jahrhundertwende. Vergleich mit der „Psychopathia sexualis“ von Richard von Krafft-Ebing, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/950084
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