Sachunterricht zum Thema Müllvermeidung. Nachhaltiger Umgang mit Ressourcen


Unterrichtsentwurf, 2020

22 Seiten, Note: 1,7

Emma Hinz (Autor)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Aufbau des Handlungsfeldes: Einordnung der Stunde/Sequenz in die Unterrichtseinheit
1.1 Tabellarische Übersicht
1.2 Vielperspektivität

2 Ziele und Kompetenzen

3 Anmerkungen zur Lerngruppe

4 Überlegungen zur Sache

5 Didaktische Vorbemerkungen und Begründung zur Stunde/Sequenz

6 Methodische Vorbemerkungen

7 Verlaufsplanung

Dokumentation der eingesetzten Materialien, Medien, Tafelbilder (ggf. Sitzplans)
M1 Stundentransparenz
M2 Geschichte „Massenhaft Müll“
M3 Poster
M5 Arbeitsblatt Differenzierung
M6 Memory
M7 Plakat

Literatur

Bildverzeichnis

Die Anhänge M2-M7 wurden aus urheberrechtlichen Gründen durch das Lektorat entfernt.

1 Aufbau des Handlungsfeldes: Einordnung der Stunde/Sequenz in die Unterrichtseinheit

1.1 Tabellarische Übersicht

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.2 Vielperspektivität

„Vielperspektivität ist ein Prinzip der Vielfalt aufeinander bezogener Inhalte, Methoden und Betrachtungsweisen“ (Köhnlein 2011: 16). Diese Unterrichtssequenz greift nicht nur die technische und die naturbezogene Perspektive auf, sondern auch die sozialwissenschaftliche Perspektive. Nachhaltige Entwicklung ist überdies hinaus besonders gut geeignet, um verschiedene Perspektiven miteinander zu vernetzen (vgl. GDSU 2013: 75). Die Erarbeitung von Denk-, Arbeits- und Handlungsweisen lässt sich mit der Erarbeitung perspektivenbezogener Themenbereiche verbinden (vgl. ebd. 76). Die Vernetzung der verschiedenen Perspektiven ermöglicht außerdem ein aufbauendes Lernen. Verpackungen beim Frühstucken in der Schule oder auch das Trinken in der Pause gehört zum alltäglichen Leben der SuS und dabei entsteht oft Verpackungsmüll. Doch auch beim Einkaufen im Kiosk oder auf dem nächsten Kindergeburtstag können die SuS von Plastik umgeben sein. Das Erkennen, Beurteilen und Bewerten von solchen Gegebenheiten muss erst erlernt werden und fordert eine hohe Bereitschaft voraus, sich mit Fragen der Zukunft und der eigenen Lebensgestaltung auseinanderzusetzen (vgl. ebd.: 77). Die Unterrichtseinheit knüpft an das Interesse und an die Lebenswelt der Kinder an und macht zuvor Unsichtbares sichtbar. Die Perspektiven dürfen nicht getrennt voneinander betrachtet werden, denn die Aufgabe des Sachunterrichts ist es, die Inhalte und Methoden der verschiedenen Perspektiven miteinander zu vernetzen und übergreifende Zusammenhänge zu verdeutlichen (vgl. ebd.: 2f.). Auch in dieser Unterrichtseinheit stehen übergreifende Kompetenzen im Vordergrund wie beispielsweise, dass es für Müllvermeidung und Nachhaltigkeit nicht die eine richtige Lösung gibt. Die Kinder erfahren, dass manche Probleme komplexe Zusammenhänge aufweisen. Die technische Perspektive steht in dieser Unterrichtseinheit zwar im Vordergrund, doch auch die geographische und die historische Dimension werden thematisiert. Zum Beispiel wird in der Unterrichtsstunde „der Naturkreislauf“ darauf eingegangen, dass es der Mensch war, der den umweltschädlichen Müll erst entstehen lassen hat. Die technische und naturwissenschaftliche Perspektive wird in der Unterrichtseinheit spiralcurricular ausgebaut und es wird den Kindern verdeutlicht, dass die Müllproduktion und -vermeidung keine einfache Lösung bietet und dass viele Aspekte in diesen Sachverhalt miteinbezogen werden müssen. Jedoch muss gleichzeitig darauf geachtet werden, dass die Kinder nicht das Gefühl bekommen, dass diese Aufgabe unmöglich zu bewältigen ist. Des Weiteren wird die Kompetenz des Reflektierens gefördert. Sie erlernen, das eigene Handeln zu überdenken und gegebenenfalls anzupassen. Auch in Zukunft wird das Thema eine große Rolle für die SuS spielen, denn Umwelt und Nachhaltigkeit wird immer ein Thema sein, mit der sich die Gesellschaft beschäftigen muss. Das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung beinhaltet, dass die Gesellschaft eine ökologische und soziale Verantwortung der nachfolgenden Generation hat (vgl. ebd: 76). Dazu gehört auch eine ökologische Verträglichkeit der Produktion und des Konsums und langfristige Ressourcenschonung, damit das Wohlergehen aller gegenwärtig und in Zukunft lebende Menschen gewährleistet ist (vgl. ebd.).

2 Ziele und Kompetenzen

Erwarteter Lernzuwachs: Die Kinder kennen Möglichkeiten, wie Müll in der Klasse vermieden werden kann.1

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3 Anmerkungen zur Lerngruppe

Insgesamt besteht die Klasse 3c aus 20 Kindern mit 7 Mädchen und 13 Jungen und ist mir seit ca. zwei Wochen bekannt. Weiterführende Informationen zu einzelnen SuS wurde von der Klassenlehrerin Frau M. mitgeteilt. Die Lehrerin hat die Klasse erst im November vergangenen Jahres übernommen. Aus diesem Grund sind einige Verhaltensregeln und Arbeitsregeln noch nicht gefestigt.

Die Lerngruppe ist noch nicht mit allen gängigen Sozialformen vertraut. Darauf wird in der didaktischen Analyse Rücksicht genommen und es wird gegebenenfalls mehr Zeit für den Kinositz oder die Partnerarbeit eingeplant. Des Weiteren werden nicht alle SuS in Partnerarbeit zusammenarbeiten, da die Sozialform noch nicht so gut eingeübt ist. Diese Entscheidung wird den Kindern jedoch transparent gemacht und mitgeteilt. Es fördert auch die Motivation, denn die SuS wissen, dass sie auch die Chance haben, mit einem Partner oder einer Partnerin zusammen zu arbeiten. Einige SuS zeigen in der Partnerarbeit eine hohe Bereitschaft für Kooperation und Zusammenarbeit. Schwierigkeiten können sich jedoch trotzdem in dieser Phase ergeben, da sie sich abstimmen müssen und es trotz möglicher Partnerarbeit ein Arbeitsblatt pro Person gibt.

Insgesamt ist das Leistungsniveau der SuS auch in anderen Fächern relativ heterogen. Dies kann jedoch als Chance gesehen werden, denn leistungsschwächere SuS profitieren durchaus vom Vorwissen oder von den Erfahrungen der leistungsstärkeren SuS (vgl. Wischer 2008: 716). In dieser Klasse kann dieser Effekt beobachtet werden, da sich einige SuS untereinander helfen und gemeinsam Lösungen erarbeiten. Es gilt, die unterschiedlichen Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten der Kinder durch vielfältigste Zugänge und Lernwege zum Unterrichtsgegenstand zu berücksichtigen, und zwar kognitive, kommunikative, sensomotorische, soziale sowie emotionale Aspekte. Gemeint sind nicht nur sprachlich-kognitive Zugänge, sondern auch handlungsintensive, kreative und multisensorische (vgl. Heimlich & Kahlert 2014: 174f.).

Die Kinder sind allgemein sehr motiviert, wenn der Unterricht handlungsorientiert stattfindet. Vereinzelt sind SuS in der Klasse, die mit dem jeweiligen Arbeitsauftrag erst spät anfangen oder teilweise lange Pausen machen und sich nicht so lange konzentrieren können. Als Konsequenz daraus dauert die Erarbeitungsphase nicht länger als 20 Minuten am Stück.

Drei SuS sprechen Deutsch als Zweitsprache. Davon ist jedoch ein Schüler schon sehr gut in der Lage, eigene Sätze fehlerfrei abzuschreiben. Die anderen zwei DaZ-Kinder und zwei Kinder mit einer Lese-Rechtschreib-Störung haben teilweise noch Schwierigkeiten, was in der methodischen Vorüberlegung ebenfalls berücksichtigt wird. Der Schüler J. hat einen sonderpädagogischen Förderbedarf Lernen und benötigt sehr kleinschrittige Arbeits-aufgaben. Die Übersicht an der Tafel wird hier zum Nutzen für ihn sein. Bei dem Schüler K. wurde ein sonderpädagogischer Förderbedarf emotionale und soziale Entwicklung diagnostiziert. Aus diesem Grund hat er eine Schulbegleitung neben sich sitzen, die ihn unterstützt. Seine kognitiven Leistungen sind sehr stark.

Die Klasse ist nicht besonders groß, jedoch gibt es noch massive Probleme bei sozialen Regeln wie die Sitzplatzregel. Des Weiteren werden Materialien nicht am Anfang der Unterrichtsstunde herausgeholt und die Klasse wird sehr schnell unruhig. Um dies zu vermeiden, wird die Klangschale benutzt oder es wird einfach gewartet, bis es ruhig ist.

Die Klasse ist mit längeren Unterrichtsgesprächen noch nicht so sehr vertraut, deswegen wird ein Fokus in dieser Stunde auf die Kommunikation gesetzt. Die SuS haben die Möglichkeit, den anderen Mitschülerinnen und Mitschüler zuzuhören und über kleine Gedankenexperimente nachzudenken.

Das Thema Mülltrennung wird in dieser Klasse bereits eingeführt und viele SuS haben somit schon ein Vorwissen, auf welches in dieser Stunde noch einmal zurückgegriffen wird. Es wurden bereits verschiedene Verpackungsmaterialien kennengelernt und die Kinder haben bereits über mehrere Stunden erfahren, wieso es besser ist, Plastik zu vermeiden, wenn dies möglich ist.

Die Kinder beschäftigen sich außerdem schon früh mit der Zukunft der Erde und möchten sie bewahren. Viele Kinder bauen schon aus vermeintlichen Müll etwas Neues, schätzen die Ressourcen wert und möchten diese schonen (vgl. Unterbruner 2011: 48). Kinder haben somit oft eine andere Perspektive auf Müll. Des Weiteren kommen Kinder immer mit einem Vorwissen und Meinungen in die Schule und es kann durchaus sein, dass einige Kinder sich noch nie mit Müllvermeidung auseinandergesetzt haben. Darauf muss ebenfalls Rücksicht genommen werden. Vorgefertigte Weltbilder werden durch die Lehrkraft hinterfragt. Daraus können Unsicherheiten bei den SuS auftreten, was jedoch zielführend ist, denn so entsteht die Möglichkeit, das selbstbestimmte Erkennen und Bewerten zu fördern (vgl. KMK & BMZ 2017: 116).

4 Überlegungen zur Sache

Plastik ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Plastik wird genutzt, um Lebensmittel zu verpacken, es ist zu finden in Kleidung, Kosmetik, elektronische und medizinischen Geräten oder auch in der industriellen und in der landwirtschaftlichen Produktion. 8,3 Milliarden Tonnen Plastik sind zwischen 1950 und 2015 produziert worden (vgl. Heinrich Böll Stiftung & BUND 2019: 8). Die massenhafte Verbreitung von Plastik begann erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und in den letzten 50 Jahren wurden mehr Güter und Ressourcen als alle Generationen vorher zusammen verbraucht (vgl. Agrar Koordination o.J.: 4).

Plastik war ursprünglich ein Abfallprodukt aus der chemischen Industrie und schnell wurde erkennbar, dass daraus der Kunststoff PVC hergestellt werden konnte, welcher vieler positive Eigenschaften aufweist (vgl. Heinrich Böll Stiftung & BUND 2019: 8). Kunststoff ist „kostengünstig in der Produktion, hat ein geringes Gewicht, ist formbar, säure- und hitzebeständig, bruchfest und beinahe universell verwendbar“ (Agrar Koordination o.J. 7). Das Problem daran ist jedoch, dass Kunststoff sehr lange braucht, um zu verrotten. Plastik kann „bis zu 500 Jahre in Böden und Gewässern überdauern und [gibt, EK] in dieser Zeit viele chemische Zusatzstoffe an die Umwelt ab“ (ebd.). Eine klassische Plastikflasche benötigt 450 Jahre, um sich beispielsweise im Meer aufzulösen (vgl. Fröhlich & Schönfelder 2019: 5). Damit ist das Problem jedoch noch nicht gelöst, denn auch Mikroplastik ist sehr schädlich für die Umwelt und die Gesundheit von Tieren und Menschen.

[...]


1 Im Folgenden abgekürzt durch SuS.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Sachunterricht zum Thema Müllvermeidung. Nachhaltiger Umgang mit Ressourcen
Hochschule
Universität Hildesheim (Stiftung)  (Institut für Grundschuldidaktik und Sachunterricht)
Veranstaltung
Begleitveranstaltung zur Praxisphase
Note
1,7
Autor
Jahr
2020
Seiten
22
Katalognummer
V950112
ISBN (eBook)
9783346321442
ISBN (Buch)
9783346321459
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Langentwurf, Sachunterricht, Müllvermeidung, Ressourcen schonen, 3. Klasse, Unterrichtsentwurf, Müll, Ethisches Lernen
Arbeit zitieren
Emma Hinz (Autor), 2020, Sachunterricht zum Thema Müllvermeidung. Nachhaltiger Umgang mit Ressourcen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/950112

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