Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Lernprozess aus neurophysiologischer Sicht. Hierzu werden die Fragen „Was bedeutet Lernen überhaupt?“ und „Wie funktioniert mein Gehirn?“ gestellt und die Arbeit geht auf die für das Lernen wichtigsten Gedächtnisprozesse und Voraussetzungen ein. Neben dem Vergleich mit dem Nürnberger Trichter, werden zwei Lehrmethoden miteinander verglichen.
Lernen fängt weder im Kindergarten an, noch hört es bei der Schul- oder Berufsausbildung auf. Wer heutzutage sowohl
beruflich wie auch privat weiterkommen möchte, sollte sich regelmäßig weiterbilden. Abteilungen wie Personalentwicklung, Career Center oder externe Weiterbildungsstätten sind wichtiger denn je geworden und die Möglichkeiten scheinen nahezu unbegrenzt.
Generell wird bezüglich des Lernens immer von einer Veränderung gesprochen, wobei die Richtung dieser Veränderung nicht gut sein und auch keinen Mehrwert haben muss. Sie kann beliebig sein und ebenfalls zu Verlusten oder Verschlechterung führen.
Auch muss Lernen nicht bewusst geschehen und mit Anstrengung verbunden sein. Ein Neugeborenes, welchem es gut geht, schreit und wird als Reaktion auf den Arm genommen und hin und her gewogen. Auf diese Weise „lernt“ es unbewusst, dass sein Weinen belohnt wird und so wird es in Zukunft öfter schreien.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist Lernen?
2.1 Definition von Lernen
2.2 Lernen und Gedächtnis – Neurophysiologische Grundlagen
2.2.1 Informationsweiterleitung – Wie kommuniziert mein Gehirn?
2.2.2 Gedächtnisstrukturen
2.2.3 Gedächtnisprozesse und das Drei-Speicher-Modell
2.3 Vergleich mit dem Nürnberger Trichter
3. Voraussetzungen des Lernens
3.1 Voraussetzungen
3.2 Gibt es verschiedene Lerntypen?
3.3 Methoden des Lernens
3.3.1 Die Loci-Methode
3.3.2 Mind-Maps
3.3.3 Akronyme
3.4 Lehrmethoden
3.4.1 Frontalunterricht vs. problemorientiertes Lernen und Lehren
3.4.2 Vergleich beider Methoden bezüglich der Individualität im Unterricht
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Lernprozess aus einer neurophysiologischen Perspektive, um zu verdeutlichen, dass Lernen kein passiver Vorgang, sondern eine aktive, biologisch fundierte Aktivität des menschlichen Gehirns ist.
- Neurophysiologische Grundlagen und Informationsweiterleitung im Gehirn
- Gedächtnisstrukturen und Prozesse (Drei-Speicher-Modell)
- Kritische Auseinandersetzung mit dem "Nürnberger Trichter"
- Voraussetzungen für erfolgreiches Lernen (Reife, Motivation)
- Vergleich von Lernmethoden und didaktischen Ansätzen
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Informationsweiterleitung – Wie kommuniziert mein Gehirn?
Das Gehirn ist das Zentrum für sensorische Wahrnehmung und Bewegung, rationales Denken und Verhalten, Emotionen, Voraussicht und Planung, Sprechen, Gedächtnis, Sprachdeutung und -verständnis (Kapit/Elson, S. 141). In ihm befinden sich 100 Milliarden bis eine Billion Neurone, auch Nervenzellen genannt.
Sie sind dafür zuständig Informationen zu empfangen, zu verarbeiten und sie an andere Zellen innerhalb des Körpers weiterzuleiten. Obwohl Neurone unterschiedlich aussehen und funktionieren, haben sie alle die gleiche Grundstruktur (Gerrig, R. J., 2016, S. 77).
Die Übertragungsrichtung von Neuronen geht immer von den Dendriten über das Soma zum Axon bis in die Endknöpfchen. An den Dendriten empfängt das Neuron eine Information und leitet sie zuerst an das Soma (Cell body). Aufgrund der Stimulation der Dendriten integriert das Soma diese Informationen und leitet sie über das Axon weiter. Die Information „hüpft“ hier von Myelinscheide (Myelin sheath) zu Myelinscheide bis zum anderen Ende des Neurons, den Endknöpfchen (Axon terminal). Hier werden dann Neurotransmitter freigesetzt, durch welche das Neuron andere angrenzende Neurone, aber auch Muskeln oder Drüsen stimulieren kann (ebd., S. 78).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die neurophysiologische Betrachtung des Lernprozesses ein und begründet die Relevanz des lebensbegleitenden Lernens in der modernen Gesellschaft.
2. Was ist Lernen?: Das Kapitel definiert Lernen als erfahrungsbasierten Prozess, erläutert die neurophysiologischen Grundlagen der neuronalen Kommunikation und stellt verschiedene Gedächtnismodelle sowie den historischen Vergleich zum Nürnberger Trichter dar.
3. Voraussetzungen des Lernens: Hier werden biologische und psychologische Faktoren wie Reife und Motivation untersucht, Lerntypen hinterfragt sowie verschiedene Lern- und Lehrmethoden in ihrer Effektivität und Individualität verglichen.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Kernerkenntnis zusammen, dass Lernen ein aktiver, bewusster Vorgang ist, der die aktuelle didaktische Gestaltung von Lehrsystemen maßgeblich beeinflussen sollte.
Schlüsselwörter
Lernprozess, Neurophysiologie, Gedächtnis, Drei-Speicher-Modell, Neuronale Plastizität, Aktionspotenzial, Motivation, Loci-Methode, Mind-Mapping, Frontalunterricht, Problemorientiertes Lernen, Lernstrategien, Gehirnforschung, Lerntypen, Didaktik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit behandelt den menschlichen Lernprozess aus einer neurophysiologischen Perspektive und beleuchtet, wie Informationen im Gehirn verarbeitet und gespeichert werden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der neuronalen Informationsübertragung, der Funktionsweise des Gedächtnisses, den Voraussetzungen für Lernerfolge sowie dem Vergleich verschiedener Lehr- und Lernmethoden.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Lernen kein passiver Prozess ist, sondern eine komplexe, aktive Tätigkeit, die biologisch im Nervensystem verankert ist.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer fundierten Literaturrecherche psychologischer und neurobiologischer Fachliteratur basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Definition von Lernen, der Aufbau von Neuronen, Gedächtnisstrukturen (Drei-Speicher-Modell) und Lernmethoden wie die Loci-Methode erläutert, gefolgt von einer kritischen Analyse didaktischer Ansätze.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Neurophysiologie, Gedächtnis, Neuronale Plastizität, Motivation, Lernstrategien und Didaktik.
Warum wird der "Nürnberger Trichter" als Vergleich herangezogen?
Der Nürnberger Trichter dient als Metapher für ein veraltetes, passives Lernverständnis, welches durch moderne neurobiologische Erkenntnisse als wissenschaftlich nicht haltbar widerlegt wird.
Welche Rolle spielt die Motivation beim Lernen?
Motivation ist als zentrale Voraussetzung definiert, die durch das Zusammenspiel von internalen und externalen Faktoren die Wahrscheinlichkeit und Intensität von Lernverhalten steuert.
Was ist das Ergebnis der Untersuchung zu "Lerntypen"?
Die Arbeit stellt fest, dass es nach aktuellem neurowissenschaftlichem Stand keine Belege für verschiedene "Lerntypen" gibt, da der Lernprozess auf biologischer Ebene bei allen Menschen identisch abläuft.
- Quote paper
- Marie Hedke (Author), 2019, Lernen aus neuropsychologischer Sicht. Voraussetzungen und Methoden, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/950185