Juden im Mittelalter


Referat / Aufsatz (Schule), 1998

23 Seiten, Note: 14 Punkte


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Inhaltsverzeichnis

2. Vorwort

3. Das Judentum
3.1 Allgemeine Charakterisierung der Hauptperioden
3.1.1 Frühjudentum
3.1.2 Diaspora
3.1.3 jüdisches Mittelalter
3.1.4 neuzeitliches Judentum

4. Die Juden im Mittelalter
4.1 Die Juden im Karolingerreich
4.2 Die Juden im Deutschen Reich
4.3 Zuflucht in Polen und Litauen

5. Vertiefung in die Geschichte der Juden
5.1 Die Anfänge der Juden im frühen Mittelalter
5.1.1 Die Privilegien durch den Bischof von Speyer
5.1.2 Die Privilegien durch Kaiser Heinrich IV.
5.2 Die Drei Wendemarken: Kreuzzüge, Schwarze Pest Vertreibungen
5.2.1 Die Kreuzzüge
5.2.1.1 Der erste Kreuzzug ( 1095 - 99 )
5.2.1.1.1 Warum Judenverfolgungen während dem ersten Kreuzzug?
5.2.1.2 Der zweite Kreuzzug ( 1146/47 )
5.2.1.2.1 Das wirkliche Verhältnis von Juden zu ihren "Beschützern"
5.2.1.3 Der dritte Kreuzzug ( 1190 )
5.2.2 Die schware Pest
5.2.3 Vertreibungen
5.2.4 Ritualmord
5.2.5 Hinrichtungen
5.3 Die Juden in der Stadt
5.4 Das Ghetto

6. Geld und Kredit im Mittelalter
6.1 Ausgaben der öffentlichen Hand
6.1.1 Der Hoffaktor
6.2 Jüdische Familien als Finanziers der öffentlichen Hand
6.3 Die Geldleihe von Juden im Mittelalter
6.4 "Die Juden erfüllten die Luxuswünsche der elitären Kreise im Mittelalter "
6.5 Der Konzilbeschluß gegen die Juden
6.6 Die Berufe jüdischer Mitbürger
6.7 Die Kleiderordnung für Juden
6.8 Über die jüdischen Sonderabgaben
6.9 Die Synagogen

7. Aus der Geschichte ...
7.1 ... der jüdischen Gemeinde in Laufersweiler
7.2 ... der Stadt Boppard am Rhein
7.3 ... jüdischer Mitbürger der Stadt Koblenz
7.4 ... jüdischer Mitbürger in Kaisersesch
7.5 ... jüdischer Mitbürger von Eisenstadt
7.6 ... jüdischer Mitbürger der Stadt Köln

8. Zeittafel
8.1 Vertreibungen und Wanderungen der Juden

9. Quellenverzeichnis

10. Nachwort

2.Vorwort

Ein wichtiger Teilaspekt europäischer Geschichte und Kulturgeschichte stellen die Juden im Mittelalter dar. Die Geschichte der Juden ist meist mit negativen Begriffen wie Martyrium, Religion, Gläubigkeit, Verfolgung, Leid und Verderben belastet. Daran schließt sich ein weiteres Problem an, die Frage ob sich die Geschichte der Jüdischen Gemeinschaften in der Diaspora innerhalb oder außerhalb der allgemeinen Geschichte vollzogen hat. Und genau das hat mich besonders an diesem Thema angesprochen. Und letztendlich spielt für mich auch das eigentliche Leben - das öffentliche Leben der Juden im Mittelalter eine Rolle.

3. Das Judentum

3.1 Allgemeine Charakterisierung der Hauptperioden

3.1.1 Frühjudentum

Die Periode des Frühjudentums begann mit dem babylon. Exil (587 v Chr.) und endete mit der Zerstörung des jerusalemischen Tempels durch die Römer ( 70 n Chr.).

3.1.2 Diaspora

Nach der Niederlage von 70 n. Chr. flüchteten viele Juden nach Babylon, es begann die Zeit der Zerstreuung (Diaspora).

3.1.3 jüdisches Mittelalter

Am besten versteht man unter dem jüdischen Mittelalter die Zeit zwischen dem Abschluß des babylonischen Talmud (6./7. Jh. n Chr.) einerseits und der nicht überall gleichzeitig einsetzenden jüdischen Aufklärung im 18./19. Jh. n Chr.

3.1.4 neuzeitliches Judentum

Das neuzeitliche Judentum basiert vor allem auf drei Gegebenheiten: a) der Aufklärung und Emanzipation, b) des Zionismus und c) dem jüdischen Staat Israels (1948).

4. Die Juden im Mittelalter

Im Mittelalter traten zwei unterschiedliche jüdische Gemeinschaften in Erscheinung: die Sephardim, die sich unter der muslemischen Herrschaft in Spanien eines ungestörten Lebens erfreuten, und die Aschkenasim in Mittel- und Osteuropa. Aus beiden Gemeinschaften gingen rabbinische Gelehrte hervor, deren Schriften und Gedanken heute noch die Grundlage religiöser jüdischer Auslegung bilden. Interessanterweise gehen viele religiöse Sitten und Gebräuche der Juden in Wirklichkeit auf das Mittelalter zurück.

4.1 Die Juden im Karolingerreich

Unter den Karolingern besorgten Juden den Handel zwischen dem Reich und dem islamischen Orient, da sie sprachenkundig waren. Aus demselben Grund beauftragte Karl der Große den Juden Isaak, die Botschafter Lantfrid und Sisigmund als Dolmetscher zu Harun al- Raschid nach Bagdad zu begleiten; er ist es auch, der nach dem Tod der Botschafter die Gegengeschenke, darunter einen Elefanten, nach Aachen bringt. Um die Kaufleute auf Reisen vor Schikanen zu bewahren, stellen sowohl Karl der Große als auch Ludwig der Fromme für sie Schutzbriefe aus und befreien alle Juden von der Heerfahrt, wofür Abgaben an die Kammer zu leisten waren. Ausgeführt wurden durch den jüdischen Fernhandel vor allem Pelze und Tücher, eingeführt wurden Seide, Gewürze und heidnische Sklaven. Die ersten Einschränkungen jüdischer Freiheit bringt die Synode von Pavia (850), wonach jeder mit der Exkommunikation bedroht wird, der Juden ein Amt über Christen ausüben läßt oder Geld von ihnen einziehen läßt.

4.2 Juden im Deutschen Reich

Mit den römischen Legionen kamen auch jüdische Händler nach West- und Süddeutschland. Die größte Gemeinde saß in Köln und erhielt 321 n Chr. von Konstantin dem Großen eigene Privilegien. Unter Karl dem Großen wanderten erneut Juden in die alten Römerstädte Köln, Trier, Mainz, Worms, Speyer und Regensburg zu. Später organisierten sie auch selbständige Gemeinden an den Knotenpunkten der Fernstraßen wie Würzburg und Nürnberg, Halle und Leipzig und viele mehr. Sie waren nicht nur als Kaufleute tätig, sondern auch als Handwerker und Grundbesitzer. Mittelpunkt ihrer Kultur wurden seit dem 10. Jh. Worms, Speyer und Mainz.

Verhängnisvoll für die Juden Mitteleuropas waren die Kreuzzüge. Damals kam auch in Deutschland der Aberglaube auf, Juden würden Christenjünglinge schächten.

Gegen Ende des 12. Jh.. wurde durch die Zünfte den Juden das Handwerk verwehrt. Ebenso sahen sie sich zunehmend aus dem Groß- und Einzelhandel gedrängt, so daß sie zum Geldhandel gezwungen waren, nachdem die Klöster für sich das Zinsverbot ernstnahmen. Versuche des Nikolaus von Kues, das Zinsverbot auch auf die Juden zu erstrecken, scheiterte an den Fürsten, die nur dann bedeutende Summen aus den Judengemeinden herauspressen konnten, wenn zuvor durch hohe Zinsen auch hohe Einnahmen erzielte worden waren. Die Juden, einst durch Friedrich II. 1236 als Kammerknechte dem Schutz und der Besteuerung durch den Kaiser persönlich unterstellt, waren inzwischen längst an die Fürsten verpfändet worden, die sich von Karl IV. in der "Goldenen Bulle" bestätigen ließen, daß sie Juden "halten" dürften. Schließlich kam jeder Dorf- und Stadtherr zu eigenen Judensteuern. Um den harten Forderungen nach Zins und Tilgung zu entfliehen, wurden die Schuldner der Juden vielfach gewalttätig. Mitunter rotteten sich Banden zusammen, angeführt von verarmten Rittern, und überfielen die jüdischen Gemeinden. Die schlimmsten Verfolgungen ging allerdings mit der "schwarzen Pest" einher, die etwa ein Drittel der Einwohner tötete. Juden wurden nun in Ghettos abgedrängt. Damals wanderten viele Juden nach Polen und Litauen ab.

4.3 Zuflucht in Polen und Litauen

Die dorthin einwandernden Juden trafen in den Städten beider Länder auf deutsche Siedler und Handwerker, mit denen auf den Ruf polnischer Könige auch Juden im 13. und 14. Jh.. als Tausch- und Geldhändler eingewandert waren. Ähnlich wie im Reich dienten sie als Kammerknechte der Könige, waren im Handel den Christen gleichgestellt und hatten eine bescheidene Selbstverwaltung ihrer Gemeinden. Sie mußten wie im Reich eine eigene Tracht und den gehörnten Hut tragen, durften keine Einladungen von Christen annehmen und hatten sich ins Haus zurückzuziehen, sobald das Allerheiligste über die Gasse getragen wurde. Zwar wurden während der Pest von 1349 die Juden an manchen Orten von Horden überfallen, doch sorgte König Kasimir III. für deren Festnahmen, wie er auch den Judenschutz erneuerte.

5. Vertiefung in die Geschichte der Juden

5.1 Die Anfänge der Juden im frühen Mittelalter

Die Stellung der Juden war ursprünglich nicht schlecht. Im Frühmittelalter waren sie als Händler vielfach unentbehrlich und standen als solche unter Königsschutz, genossen Zollvergünstigungen und Freiheit von anderen Verkaufsabgaben. Judengemeinden finden sich in Deutschland daher vielfach in Städten auf Reichsgrund. Sklavenhandel und Orienthandel waren der wichtigste Teil ihres Außenhandels. Im Orienthandel erwuchs ihnen früh eine überlegene Konkurrenz in den italienischen Seestädten; die Venezianer verboten 992 die Aufnahme jüdischer Kaufleute auf ihren Schiffen. Gerade in dieser Zeit erschienen die jüdischen Niederlassungen in Mainz und Augsburg, dann in Worts, Regensburg und Prag. Mainz war dabei Ausgangspunkt für Handelsreisen nach Osteuropa, auf denen Prag und Krakau wichtige Stationen blieben. Die Privilegien vom Bischof von Speyer aus dem Jahre 1084 und von Kaiser Heinrich IV. von 1090 für Speyer und Worms umreißen die rechtliche Stellung der Juden in den rheinischen Städten. Sie durften innerhalb des Reiches frei und in Frieden umherziehen, Handel treiben, kaufen und verkaufen und genossen Zollfreiheit.

5.1.1 Die Privilegien durch den Bischof von Speyer

Der Bischof Rüdiger von Speyer stellte den Juden ein Wohngebiet zur freien Verfügung, welches er selbst rechtmäßig erworben hatte. Hinzu gab er ihnen das Recht Gold und Silber in ihrem Wohnviertel und bis zum Schiffsgelände frei zu wechseln. Ebenfalls durften sie alles sowohl kaufen, als auch verkaufen. Zudem stellte er ihnen einen vererbbaren Begräbnisplatz zur Verfügung.

Innerhalb ihres Gebietes sind sie für nächtliche Wachen, Verteidigung und Befestigungsarbeiten selbst zu ständig und somit selbstverantwortlich. Zu guter letzt dürfen die Juden noch geschlachtetes Vieh, welches sie nicht selbst essen dürfen, an Christen verkaufen.

5.1.2 Die Privilegien durch Kaiser Heinrich IV.

Kaiser Heinrich IV. bestätigte die Privilegien des Bischofs von Speyer und erweiterte diese zudem noch um einige Punkte. Die Juden wurden durch die erweiterten Privilegien vor einer Zwangstaufe geschützt. Wenn ein Jude sich nun doch taufen lassen wollte, hatte er drei Tage Bedenkzeit, um sich seines Schrittes bewußt zu werfen.

Politische Ausnahmegesetze. Heinrich VII. empfängt nach seiner Krönung eine Deputation von römischen Juden. Nach einer päpstlichen Verordnung von 1119 müssen sie den Kaiser um das Wohnrecht und um das Recht der Religionsübung bitten. Miniatur aus dem Codex Balduinensis.

5.2 Die Drei Wendemarken: Kreuzzüge - Schwarze Pest - Vertreibungen

Jüdisches Dasein, schon als religiöse bedingtes Anderssein, provozierte Judenfeindschaft, wo immer es als stumme oder gar lautwerdende Kritik an den religiösen Überzeugungen der Wirtsvölker erfahren wurde. Die Formen wechselten, die Sache blieb.

5.2.1 Die Kreuzzüge

Zu einer Kette furchtbarer Ausschreitungen gegen die Juden kam es erstmals im Zusammenhang mit den Kreuzzügen. Denn die Kreuzzüge leiteten in Europa eine Wende in der Geschichte des Judentums ein. Fanatische Kreuzzugsprediger schürten die bestehenden Aversionen, und die Beutegier der Kriegsleute und Abenteurer trug das Ihre dazu bei. Angelockt vom Reichtum der jüdischen Gemeinden plünderten und mordeten sie fanatisch.

5.2.1.1 Der erste Kreuzzug ( 1095-99 )

Im ersten Kreuzzug hatten nach anfänglichen Übergriffen in Frankreich 1096 vor allem die rheinischen Gemeinden - Speyer, Worms, Köln - furchtbar zu leiden, danach auch Regensburg und andere Orte bis in den böhnisch-ungarischen Raum, wo die schlimmste dieser Meuten schließlich eine vernichtende Niederlage durch die Ungarn einstecken mußten. Kaiser und Fürsten einschließlich der geistlichen Fürsten und das gehobene Bürgertum der Städte mißbilligten diese Massaker und Zwangsbekehrungen. Doch gelang es ihnen nur vereinzelt, die Mord- und Raublust der Angreifer zu zügeln. Auch bei der Eroberung Jerusalems 1099 richteten die Kreuzritter ein fürchterliches Blutbad unter den Juden der Stadt an, weil diese sich an der Verteidigung beteiligt hatten.

5.2.1.1.1 Warum Judenverfolgungen während dem ersten Kreuzzug?

Der jüdische Gesetzeslehrer und Dichter Elieser ben Nathan erlebte in Mainz die Judenverfolgungen des Jahres 1096. In seiner Chronik verzeichnete er die Verfolgungen in allen deutschen Städten: " Als sie auf ihrem Weg durch die Städte kamen, in denen Juden wohnten, sprachen sie in ihrem Herzen: Wir ziehen dahin, das heilige Grab aufzusuchen und Rache an den Mohammedanern zu üben, und hier sind die Juden, die ihn umgebracht haben und gekreuzigt ... Lasset uns erst an ihnen Rache nehmen und sie austilgen, so daß sie kein Volk mehr bilden; oder sie sollen unseresgleichen werden und zu unserem Glauben sich bekennen ... Da erhoben sich die Feinde und Dränger gegen die Juden, die in ihren Häusern waren, überfielen sie und brachten sie um, Männer, Frauen und Kinder, Jünglinge und Greise. Sie rissen die Häuser nieder, ... machten Beute und plünderten. Sie nahmen die heilige Thora, traten sie in den Straßenkot, zerrissen und zerfetzten sie, schändeten sie und trieben Spott."

5.2.1.2 Der zweite Kreuzzug ( 1146/47 )

Der zweite Kreuzzug stand von vornherein im Zeichen von Versprechungen judenfeindlicher Art: den Teilnehmern wurde, soweit sie jüdischen Geldverleihern etwas schuldeten, Schuldaufschub oder gar Schulderlaß zugesagt. Diesmal schritt die regionale Obrigkeit wirksamer gegen Übergriffe ein und verhinderte mancherorts ein größeres Unglück. Der vergleichsweise glimpfliche Ausgang war allerdings auch beträchtlichen Bestechungsgeldern zu verdanken, die jüdischen Gemeinden ihren "Beschützern" entrichten mußten.

5.2.1.2.1 Das wirkliche Verhältnis von Juden zu ihren "Beschützern"

Diese Lage schildert Pierre Abälard, ein französischer Lehrer der Philosophie und Theologie (1079 -1142), ziemlich genau und auch sehr anschaulich: "Unter alle Nationen verstreut, ohne König oder weltlichen Fürsten, werden die Juden mit schweren Steuern bedrückt ... Das Leben der Juden ist ihren grimmigsten Feinden anvertraut. Selbst im Schlaf werden sie von Schreckensträumen nicht verlassen ... Wenn sie zum nächstgelegenen Ort reisen wollen, müssen sie mit hohen Geldsummen den Schutz der christlichen Fürsten erkaufen, die in Wahrheit ihren Tod wünschen, um ihren Nachlaß an sich zu reißen. Äcker und Weingärten können die Juden nicht haben, weil niemand da ist, der ihren Besitz garantiert. Also bleibt ihnen als Erwerb nur das Zinsgeschäft, und dieses macht sie wieder bei den Christen verhaßt."

5.2.1.3 Der dritte Kreuzzug ( 1190 )

Der dritte Kreuzzug traf viele der Gemeinden Englands vernichtend. Einzelne Greuel ereigneten sich auch bei den späteren Kreuzzügen, so 1236 und besonders 1320 in Frankreich.

5.2.2 Die schwarze Pest

Der "schwarze Tod", die Pestepidemie, die zwischen 1348 und 1350 Europa und etwa ein Drittel der Bevölkerung das Leben kostete, hatten für die Juden besonders grausame Folgen, da sie wegen ihrer hygienischen Vorschriften seltener erkrankten. Einmal verursachte die Epidemie unter der christlichen Bevölkerung ohnedies eine religiöse Fanatisierung und eine dementsprechend feindselige und mißtrauische Haltung gegenüber der Minderheit, zum anderen verbreitete sich mit Windeseile das Gerücht, die Seuche sei auf Brunnenvergiftungen durch Juden zurückzuführen.

So gut wie überall brachen daraufhin Judenverfolgungen aus, ohne daß die weltliche und geistliche Obrigkeit wirksam dagegen einschreiten konnte. Die Städte benutzten diese Gelegenheit oft genug zur Konfiszierung des jüdischen Besitzes. Die Bürger von Zürich, Schaffhausen und Basel verbrannten als erste ihre Juden im "reinigenden Feuer", wobei auch die Schuldscheine mitverbrannt wurden.

5.2.3 Vertreibungen

Progrome sind die augenfälligste Form der Judenfeindschaft. Man mußte den Juden eine ganz abscheuliche Tat anlasten, die außerordentlicher Ahndung bedurfte. Im Spätmittelalter waren es vor allem zwei Fabeln, die immer wieder als Vorwand für Progome dienten: das Schauermärchen vom Ritualmord der Juden an Christen und die Fabel von der Hostienschändung durch Juden. Hinzu kam später noch das Märchen von der Vergiftung der Brunnen und Quellen durch Juden, die dadurch die Pest bewirkten.

5.2.4 Ritualmord

Sobald ein Kind vermißt wurde, zerbracht die heile Welt. Das Volk argwöhnte nicht, daß die Juden den Knaben auf dem Sklavenmarkt teuer verkauft hätten, das wäre ja verständlich. Sondern das Juden, ohnedies geschickte Ärzte, pflegten bei ihrer Passahfeier Blut und Herz ermordeter Kinder in einer Satansmesse zu kommunizieren.

Dieser Verdacht tauchte seit 1144, also seit dem zweiten Kreuzzug, überall in Europa auf. In Deutschland hatte er 1235 zur Hinrichtung von 34 Juden geführt.

5.2.5 Hinrichtungen

"Den 16. August. ist ein Jud zu Bergen unters zu oberst an die Beine aufge-hangen, darben auf jeder Seite ein Hund. Dieser Jud lebte also hangend sieben Tag und bliebe ben Verstand, jedoch bekehrte es sich nicht. Einen Tag vor ihm starb der eine Hund und der andere Hund einen Tag nach ihm."

Auch kam es immer mal wieder vor, das regelrechte Massenmorde durchgeführt wurden. So auch in Basel, wo sich die Bürger vor dem Ratshaus versammelten und den Rat zwang, so daß die Ratsherrn schwören mußten, die Juden zu verbrennen, und daß sie in 200 Jahren keine Juden in die Stadt lassen würden.

5.3 Die Juden in der Stadt

Wie die anderen Völkerschaften besaßen auch die Juden im Leben der Städte wie des Reiches ihre eigene Stellung. Während der christlichen Jahrhunderte kam es auf den Geist an, nicht auf das Blut. Der Jude, der Christ wurde, wurde damit wahrer Israelit und aufgenommen in die übernationale Gemeinschaft. Der Jude , der bei dem Glauben seiner Vorväter verharrte, war durch päpstliche und kaiserliche Gesetzgebung geschützt. Wenngleich seine Augen der Wahrheit noch verschlossen waren, gehörte er doch zum Stamm Christi.

Da manche Juden unerschütterlich an ihrem Glauben und an ihren Sitten festhielten und sich weigerten, zum Christentum überzutreten, wurden sie von der Stadtbevölkerung als Fremdkörper empfunden. Die Kirche legte ihnen den Tod Christi zur Last; andererseits standen sie unter dem besonderen Schutz des Kaisers und zahlten dafür eine Judensteuer. Dennoch wurden sie in eigene Stadtteile, den sogenannten Ghettos, verbannt. Sie durften keinen Grundbesitz erwerben und kein zünftiges Handwerk ausüben; dagegen erlaubte man ihnen Handel und Geldverleih, da den Christen das Zinsnehmen verboten war. Außerhalb den Ghettos durften die Juden keine Geschäftslokale unterhalten, sondern nur gebrauchte Waren feilbieten.

5.4 Das Ghetto

Die Juden führten im Mittelalter in den Städten ein Sonderdasein. Sie mußten in einem nur für sie bestimmten Viertel, dem Ghetto, wohnen, das abends und sonntags abgeschlossen wurde. Die engen Ghettos waren meist übervölkert, verbaut, dunkel und schmutzig, da die christlichen Eigentümer der Ghettohäuser nur am Mietzins interessiert waren. Über das Ghetto in Frankfurt (um 1760) schreibt Goethe : "Zu den ahnungsvollen Dingen, die den Knaben und auch wohl den Jüngling bedrängten, gehörte besonders der Zustand der Judenstadt, eigentlich die Judengasse genannt, weil sie kaum aus etwas mehr als einer einzigen Straße besteht, welche in früheren Zeiten zwischen Stadtmauer und Graben wie in einen Zwinger mochte eingeklemmt worden sein. Die Enge, der Schmutz, das Gewimmel, der Accent einer unerfreulichen Sprache, alles zusammen machte den unangenehmsten Eindruck, wenn man auch nur am Tore vorübergehend hineinsah. Es dauerte lange, bis ich allein mich hineinwagte, und ich kehrte nicht leicht wieder dahin zurück, wenn ich einmal den Zudringlichkeiten so vieler etwas zu schachern unermüdet fordernder oder anbietender Menschen entgangen."

K. Risbeck beschreibt die Situation im Frankfurter Ghetto um 1780 so: "Die Anzahl der angesessenen Juden beläuft sich auf ungefähr 6000 Wer sich in die Nähe ihrer Straße wagt, läuft Gefahr, von ihnen erdrückt zu werden. Dutzendweise fallen sie die Fremden an und suchen ihnen ihre Waren aufzudrängen. Ohne Hilfe des Stockes kommt man nicht leicht von ihnen los, und sie laufen den Fremden wohl auf drei- bis vierhundert Schritte nach. Die Häuser ihrer ringsum vermauerten Straße sind bis unter das Dach mit Leuten angefüllt, und in sieben Häusern, die vor einigen Jahren in derselben abbrannten und zusammen kaum 50 Schritte in die Länge hatten, wohnten gegen 1000 Seelen."

1796 wird den Juden in Frankfurt erlaubt sowohl außerhalb, als auch innerhalb des Ghettos zu wohnen.

6. Geld und Kredit im Mittelalter

6.1 Ausgaben der öffentlichen Hand

Die öffentliche Hand hatte viele monetäre Verwendungszwecke für das zu leihende Kapital von jüdischen Geldverleihern.

Wenn der akute Geldbedarf die ordentlichen Einnahmen der öffentlichen Hand überstiegen oder dies im Krisenfall nicht schnell genug zu mobilisieren waren, griffen die Fürsten und Könige auf Steuererhöhung oder Anleihe zurück.

So zum Beispiel auch, als die steigenden Kosten der permanent geführten Kriege in der Neuzeit eine schnelle Tilgung von schon genommenen Anleihen nicht mehr zu ließ, kam es zur Staatsverschuldung. Hier trat der Hoffaktor auf.

6.1.1 Der Hoffaktor

Der Begriff Hoffaktor bezeichnet den Leiter einer Faktorei, d.h. er war tätig im Auftrage eines Adeligen als Ein- und Verkäufer der mit Waren oder Geld Handel betrieb und dabei die Interessen seines Herrn wie seine eigenen ansah. Vor allen Dingen hatten sie dafür zu sorgen, daß der Bedarf der Hofhaltung an Lebensmitteln, Kleidung und Luxusgüter gedeckt und die Finanzierung sichergestellt wurde.

Der Faktor stand in einem vertraglichen Dienstverhältnis zu seinem Auftraggeber. In der Regel handelte es sich um einen Juden, der durch die Faktorenstelle in ein Schutz und gegenseitiges Abhängigkeitsverhältnis zu dem Fürsten trat, welches weit über die Stellung eines Schutzjuden hinausging.

6.2 Jüdische Familien als Finanziers der öffentlichen Hand

- Salman als erster Hoffaktor bei Herzog Heinrich IV. von Breslau
- Samuel von Derenburg diente bis Ende des 14. Jh. den Kurfürsten in Magdeburg
- Burggraf Friedrich VI. beschäftigte seinen Hofjuden Joseph
- Berühmter Hoffaktor des Habsburger Kaisers war um 1680 Samuel Oppenheimer
- Zu den Hoffaktoren Friedrich des Großen gehörten Herz Moses Gomperz und seine Brüder
- Zur gleichen Zeit war Kaula Raphael und ihr Bruder in Hechingen am Hause Fürstenberg und am Stuttgarter Hof eine der wichtigsten Hoffaktoren in Südwestdeutschland
- Feidel David wurde 1792 Oberhoffaktor und Kammeragent in Hessen-Kassel
- Michael von Derenburg und Lippol von Prag machten sich als Hofbankiers im 16. Jh. in Berlin einen Namen

6.3 Die Geldleihe von Juden im Mittelalter

Juden trieben Geldgeschäfte, weil die katholische Kirche im Gefolge der gregorianischen Reform ihren Gläubigern nach Lukas 6, 34-35 verbot, Geld auf Gewinn zu leihen. Juden durften es hingegen nach Deuteronomium 23, 19-20 gegenüber Fremden, und Geld wurde nun in den aufblühenden Städten gebraucht. Für Schuldner und Pfandleiher war das Geschäft riskant. Wenn ein hochgestellter Schuldner die Rückzahlung vergaß, war die Judengemeinde gehalten, dem geschädigten Gläubiger zu helfen; man setzte also nicht nur sein eigenes Geld aufs Spiel. Auch konnte der Gläubiger mit einem wertvollen Pfand verschwinden; dann war der Schuldner geprellt.

Jedoch herrschten über Zinsen und Wucher die verschiedensten Ansichten. Zur Zeit Karls des Großen galt es als Wucher, wenn 100 Prozent genommen wurden. Bei mangelnder Aufsicht wurde aber oft noch mehr berechnet, z.B. für 10 Schilling = 120 Pfg. wöchentlich 5 Pfg. Zinsen. In der Regel aber wurden die Zinsen von der Stadt- oder Landesbehörde bestimmt. Auf den Städtetagen zur Zeit des Interreginums wurde beschlossen, kein Jude dürfte mehr als 2 Denare wöchentlich vom Pfund nehmen (das waren 43,5 %), hatte er aber einen Vertrag auf ein Jahr geschlossen, vier Unzen vom Pfand, das waren 33,5 % (12 Unzen = 1 Pfund). 1310 betrug der Zinssatz in Nürnberg für kurzfristige Kredite umgerechnet auf ein Jahr für Bewohner 43 % und für Auswärtige 65 %.

6.4 "Die Juden erfüllten die Luxuswünsche der elitären Kreise im Mittelalter"

Miltenberg. Professor Christoph Daxelmüller von der Universität Regensburg stellte in seinem Vortrag die Juden als "Kulturhändler zwischen den Welten" vor. Seine Ausgangsthese: Zwar sei die Geschichte der Juden in Europa tatsächlich eine Geschichte ihrer Verfolgung, man dürfe die jüdische Geschichte im Mittelalter aber nicht auf "Abfolge von Progromen" verkürzen.

Daxelmüller zeigte dabei die Normalität des Lebens auf, das friedliche Zusammenleben, das die Juden beispielsweise in Regensburg phasenweise über drei Generationen hinweg führen konnten. In dieser Stadt waren sie seit dem 10. Jh. ansässig, trugen entscheidend dazu bei, daß Regensburg zu einem "Einfallstor für Waren und Ideen" werden konnte und "erfüllten die Luxuswünsche der mittelalterlichen Elite".

Der Referent wies besonders auf den hohen Alphabetisierungsgrad der jüdischen Einwohner hin: "Es lasen mehr Juden Erzählungen aus dem Arthur-Kreis, als Christen sie hörten." Die Forschung habe inzwischen auch nachgewiesen, daß man nicht von einer jahrhundertelangen Isolierung und Diskriminierung der Juden ausgehen dürfe: " Juden, die Ritterromane lasen und Heiligennamen übernahmen, können nicht in einem Ghetto gelebt haben."

6.4 Der Konzilbeschluß gegen die Juden

Schon in den ersten Jahrhunderten des Christentums wurde von Kirchenvätern gelehrt, Christen dürften Geld nicht gegen Zinsen ausleihen, obwohl das aus der Bibel nicht abzuleiten war. Mit der Entwicklung des Handels wurde aber der Kreditbedarf immer größer und so wandte man sich an jüdische Kreditgeber. So wurde auf dem vierten Laterankonzil 1215 erklärt, daß die Juden in jedem christlich geprägten Land und zu aller Zeit sich durch ihre Kleidung von anderen Leuten unterscheiden müssen.

6.5 Die Berufe jüdischer Mitbürger

Die Berufe waren vielschichtiger Art. So gab es für Juden die Möglichkeit als Kaufleute, Sklaven- und Fernhändler Waren zu exportieren und zu importieren. Auch waren sie, durch ihre Mehrsprachigkeit, bei Hof als Dolmetscher gefragte Leute. Zu weiteren Berufen gab es Grundbesitzer, Handwerker innerhalb ihrer Viertel, Geldhändler, Ärzte, Gelehrte, Goldschmiede und Kleinhändler.

6.6 Die Kleiderordnung für Juden

In Köln mußten die Juden an ihren Überröcken und Röcken Ärmel zu erkennen sein, die nicht weiter als eine halbe Elle sind. Der Pelzbesatz durfte an den oberen und unteren Enden der Ärmel nicht sichtbar sein. Die Mäntel mußten Fransen haben und mindestens bis zu den Wanden reichen. Dazu war ihnen verboten Seidenschuhe zu tragen. Oberhalb des Ohrläppchens durften sie sich nicht scheren lassen, es sei denn es ließe sich einer den Kopf kahl scheren. Ein jüdisches Mädchen durfte nur ein Haarband unter 6 Gulden Wert und unter zwei Finger breit tragen. An den Werktagen durften jüdische Frauen Ringe von höchstens drei Gulden Wert tragen, jedoch an jeder Hand nur einen.

Diese Judenabzeichen mußten öffentlich getragen werden, damit die Juden von Christen als Juden kenntlich waren und man schon von weitem sah, daß es sich um einen Juden handelte.

6.7 Über die jüdischen Sonderabgaben

Wie schwere Lasten die jüdischen Gemeinden zu tragen hatten, noch nach dem Ende des eigentlichen Mittelalters, das zeigt unter anderem die folgende Kurmainzische Verordnung vom 18. Juli 1724:

Wir wollen drittens, daß unter dem Namen "herrschaftliche Gelder" folgende ordentlichen und außerordentlichen Anlagen, welche wir oder mit unserer Einwilligung unsere Hofkammer an unsere Judenschaft ausschreiben oder zu fordern haben, verstanden werden sollen: Neujahrsgelder, Martins-Gans-Gelder, dem Domkapital zustehende Synagogen-Gelder, dem jeweiligen Erzpriester zustehende Gelder, Armenhausgelder, Glockengelder zur Pfarrei von St. Emmeran, dem jeweiligen Rentmeister gebührende Zapfgelder, Gelder für die armen Studenten bei den Jesuiten, Fischgelder für die Franziskaner, Kapuziner und Jesuiten, Feldschützgelder, Gelder für die Beleuchtung der Judengasse, Kurpfälzische Taschengeleitsgelder, Gehälter des Rabbiners, der Vorsteher, der Armen-Krankenwärter, der Gemeindebediensteten, der Schächter, Gelder für Bau und Unterhaltung der Armen-Herberge und des Judenkirchhofs, Gelder für die Säuberung der Gassen, der Brunnen und für die Aufrechterhaltung der Feuerordnung, Geld für den Hecht, der in der Karwoche dem Rektor Magnificus der Universität geschenkt wird usw

6.8 Die Synagogen

Sie dient sowohl als Gotteshaus, als auch als Amtsraum und Brennpunkt sozialen Lebens. Die Synagogen verdienen durchaus die alte Bezeichnung "Juden-Schule", da doch das gemeinsame Lernen eine wesentliche Säule der Gottesverehrung darstellte. Dabei ging es tatsächlich um eine möglichst breite Bildung - wenigstens unter den Männern. Die Synagoge war auch der Ort, an dem öffentlich gesellschaftliche Strafen vollzogen wurden, und das in einer breiten Palette. Öffentliche Kritik konnte den Zorn der Gemeinde zeigen, Zwischenrufe waren ebenso ein probates Mittel wie das Verbot, rituelle Handlungen auszuführen, beziehungsweise die Thora vorlesen zu dürfen. Bei besonders schweren Vergehen konnte es sogar zur Verfluchung des Sünders in der Synagoge kommen. Bußgeldzahlungen, Ausschluß von Ämtern und die öffentliche Geißelung waren weitere Strafen. Noch härter traf die Strafe des Bannes: Da blieb als Ausweg meist nur die Taufe oder aber die Auswanderung.

Als Beispiel für so eine Strafe: Ein Gemeindemitglied hatte sich des Totschlags schuldig gemacht, der Mann mußte deshalb eiserne Reifen über den Händen und am Körper anlegen, bevor er in die Synagoge eintreten durfte, und hatte sich schließlich auf die Schwelle zu legen, damit die Gläubigen beim Weggehen über ihn Hinwegsteigen konnten. Daß die Synagoge tatsächlich ein Raum war, in dem allein schon durch die Enge intensiver sozialer, ja körperlicher Kontakt bestand, der nicht selten zu Aggressionen führen konnte, wird klar, wenn man bedenkt, daß etwa 70 Quadratmeter etwa 100 Personen Platz finden mußten.

7. Aus der Geschichte ...

7.1 ... der jüdischen Gemeinde in Laufersweiler

Im Laufe der Jahrhunderte ließen sich in allen größeren und später auch in zahlreichen Orten der Hunsrücks Juden nieder. Während bereits gegen Ende des 13. Jhs. in Kirchberg Juden namentlich nachweisbar sind, lassen sich die Anfänge der jüdischen Gemeinde in Laufersweiler nicht mehr feststellen, da jegliche schriftlichen Nachweise fehlen. Darf man den mündlichen Überlieferungen älterer Laufersweiler Bürger zu Beginn des 20. Jhs. Glauben schenken, so haben sich bereits im 15. Jh. die ersten Juden dort niedergelassen. In früheren Zeiten nannte man die Juden Schutz- oder Geleitjuden, da sie, wenn sie sich in einem Ort niederlassen wollten, bei der Herrschaft um einen Schutzbrief nachsuchen mußten. Für diesen herrschaftlichen Schutz, auch Geleit genannt, zahlten sie ein Schutzgeld, das in Laufersweiler im 18. Jh. jährlich 6 Florinen 45 Kreuzer betrug.

Ursprünglich bestand kein Grund, die Anzahl der Judenfamilien in Laufersweiler zu begrenzen. Als deren Zahl im Laufe der Jahre zunahm, 1748 wurde die Aufnahme der fünften Juden mit Familienangehörigen gemeldet, hielt der Kurtier es für nötig, dem Zuzug fremder Juden Einhalt zu gebieten und richtete im April 1760 folgendes Gesuch an den Freiherrn von Schmidtburg:

"Wohlgebohrner Freiherr, besonders geehrter Herr Ambtmann.

Da es die Noth erheischet, dem Einziehen frembder Juden in das gemeinschaftliche Dorf Laufersweiler nicht nur in Zeiten Ziel und Maaß zu setzen, sondern auch der Übersetzung zu steuern unumgänglich ist, als haben wir bei dem Herrn Ambtmann den Antrag dahin thun wollen, ob nicht demselben zur Vorbiegung dieses dem Gemeindsmann so schädlichen Unwesens, die in dem Dorfe Laufersweiler sitzenden Juden bis auf drei Mann aussterben und fürs künftige diese Zahl nicht mehr überschreiten zu lassen, beliebig sein möge. Wir verbleiben..."

Freiherr von Schmidtburg stimmte diesem Gesuch zunächst zwar zu, war dann jedoch der Meinung, daß der Kurtier "dies nur in sein privat Churtrierschen Orten thun könne, einseitig aber in der Herrschaft nichts zu befehlen habe." So zogen sich die Verhandlungen über eine Einschränkung der Judenzahl in Laufersweiler noch bis ins Jahr 1788 hin. Im April 1788, nachdem man sich geeinigt hatte, erging die Verfügung, "daß die gegenwärtige Judenzahl in Laufersweiler bis auf vier Haushalte aussterben solle".

7.2 ... der Stadt Boppard am Rhein

Im Mittelalter betrieben die Juden besonders Geldgeschäfte; sie waren tüchtige Geschäftsleute und bereicherten sich sehr. Balduin war nicht der einzige Fürst, der ihre Geschicklichkeit und ihren Reichtum benutzte und sie dabei, natürlich gegen starke Abgaben, in ihren Geschäften schützte. Im Reiche galten die Juden als der Kaisers "Liebe Kammerknechte". Sie waren ein einträgliches Besitztum, um welches oft zwischen Fürsten und Städten Streit erhob. Es war deshalb weniger Humanität als Eigennutz, der die Fürsten zu, Einschreiten gegen die Judenverfolgungen bewog.

Einer der rohesten Ausbrüche in unserer Gegend war der vom Jahre 1337, der sich vom Rhein aus fast über ganz Deutschland verbreitete. Namentlich in Boppard und Oberwesel wurden Juden an Leib und Gut geschädigt, ihre Häuser wurden geplündert, sie selbst vertrieben oder gleich ermordet.

Balduin schritt gegen diese Judenverfolgungen energisch ein, und am 2. Nov. 1337 mußten Ritter, Dienstleute, Schöffen, Bürger und alle Einwohner der Stadt Boppard sich in die Gnade des Erzbischofs begeben und versprechen, daß sie den Amtsmännern gegen die an den Juden verübten Ausschreitungen helfen, daß sie jeden, der einen Juden geschädigt habe, mit seinem Leib und seinem Gut verantwortet und die den Juden abgenommenen Sachen wiedergibt. Die Schulden, die man einem Erschlagenen schulde, solle einem nicht Erschlagenen bezahlt werden, wenn man die Schulden mit Briefen oder mit zwei Schöffen beweisen könnte. Das wirkte, denn als bald darauf anderswo wiederholt Judenverfolgungen ausbrachen, waren sie in "trierischen" Städten weniger heftig.

Im Mittelalter waren die Juden in den Städten in der Regel bestimmte Straßen als Wohnplätze angewiesen. In Boppard scheint die Judengasse dazu bestimmt gewesen zu sein. In den Jahren 1347 bis 1350 wütete die Pest besonders stark in den Städten am Rhein und an der Mosel. Wieder wurden die Juden schuldig gesprochen und die Verfolgungen setzten erneut ein. Im Erzstift Trier traten die Verfolgungen nicht so stark auf wie im übrigen Deutschland, wahrscheinlich infolge der Strenge, mit welcher der Erzbischof vor zwölf Jahren gegen die Oberweseler und Bopparder wegen der Judenverfolgung vorgegangen war.

7.3 ... jüdischer Mitbürger der Stadt Koblenz

Die Zollordnung von 1104, in der Kaiser Heinrich IV. dem Trierer Simeonstift den Besitz des Koblenzer Zolls bestätigt, enthält den ersten Beleg über die Existenz von Juden in Koblenz: danach sind Koblenzerjuden ebenso wie Nichtjuden am Sklavenhandel beteiligt. Seit 13. Jh. sind Juden der Stadt Koblenz als Eigentümer städtischen Grundbesitzes bezeugt: sie erhalten gegen einen bestimmten Grundzins vom Trierer Bischof Grundstücke zum Bau ihrer Häuser. Zwar liegen für das Schicksal der Juden während der Verfolgungen keine Berichte vor, jedoch kann der Bericht ein Bild vom Ausmaß der Gewalt auch in Koblenz geben, nach dem ein Jude namens Alexander ben Samuel aus Andernach, der auf der Burg Sayn Zuflucht gefunden hatte, auf einer Reise nach Koblenz von einem Christen erschlagen wurde. Und nach einem Bericht der "Gesta Treverorum" glaubt zu Beginn des ersten Kreuzzugs Erzbischof Egilbert, die Juden, die sich schutzflehend an ihn gewandt haben, nur unter der Bedingung retten zu können, daß er sie zur Taufe nötigt.

1103 verkündete Kaiser Heinrich IV. ein Erlaß, demnach die Juden keine Waffen tragen durften, durch dieses Erlaß wurden sie schutzbedürftig, aber auch waffenunfähig und somit unfrei.

In der Zollordnung von 1209 findet sich die Bestimmung, daß die Juden am höchsten zu besteuern sind und daß "schwangere Judenfrauen mit dem doppelten Zoll beschwert" werden. 1265 gewährt der Trierer Erzbischof "seinen Juden" in Koblenz ein Schutzprivileg, das ihnen einen besonderen Schutz ("libertas") verspricht - vielleicht als Reaktion auf blutige Ausschreitungen gegen Juden in Koblenz in demselben Jahr. Die Juden zahlen dem Erzbischof dafür die sogenannte "Judenbede".

Auch wenn keine Zeugnisse über die Zahl der jüdischen Einwohner von Koblenz vorliegen, so hat doch die Gemeinde ab 1303 einen eigenen Friedhof, eine Synagoge, ein Spital ("Judenherberge"), eine Schule und eine Badestube.

Durch die blutigen und folgenschweren Verfolgungen der Juden im Jahre 1349/50 wird auch die Koblenzer Gemeinde fast vollständig ausgerottet.

7.4 ... jüdischer Mitbürger in Kaisersesch

Wie und wann es zur Ansiedlung von Juden in Kaisersesch kam ist nicht dokumentarisch belegt. Es ist aber anzunehmen, daß nach der Verleihung der Stadt- und Marktrechte im Jahre 1321 durch König Ludwig dem Bayern der Ort als Marktflecken für handeltreibenden Juden, denen im Mittelalter Besitz und das Erlernen eines Handwerks durch strenge Gildenvorschriften untersagt waren, attraktiv wurde.

Es ist also möglich, daß schon im Mittelalter Juden in Kaisersesch gelebt haben. Diese sind dann wahrscheinlich durch die Willkür der meist katholischen Herrscher aus der Gegend wieder ausgewiesen worden.

Im Leben der Juden wechselten sich so die Jahre der Blüte mit Jahren der Verfolgung ab. So wies 1418 der Erzbischof Otto von Trier die Juden aus seinem Territorium aus, weil diese durch das Aufkommen der großen Finanzhäuser nicht mehr benötigt wurden. Im 16. Jh. dagegen fand eine völlige Neuansiedlung von Juden statt. Denn am 02.05.1547 gab der Kurfürst 34 jüdischen Familien die Erlaubnis sich im Erzstift Trier niederzulassen. 1618 wurde eine Judenverordnung erlassen, die besagte, daß den Juden ohne ausdrückliche Genehmigung des Kurfürsten der Aufenthalt verboten war. Da sie von nun an ihren Kramhandel in Großstädten nur noch in ihren geschlossenen Wohnbezirken ausüben durften, wanderten viele Juden aufs Land aus, da dort keine Beschränkungen bestanden.

7.5 ... jüdischer Mitbürger von Eisenstadt

Ab dem zweiten Drittel des 17. Jhs. kam es zu einer kontinuierlichen jüdischen Besiedelung des damals westungarischen Gebietes. Diese Besiedelung hing mit der Vertreibung der Juden aus Wien 1670/71 zusammen. Fürst Paul Esterhászy nahm die Verfolgten als "Schutzjuden" bei seinen Besitzungen auf, womit er zum Gründer der sogenannten Siebengemeinden (Eisenstadt, Mattersdorf, Deutschkreutz, Lackenbach, Kobersdorf, Frauenkirchen, Kittsee) wurde. Paul Esterhászy ließ in Eisenstadt auf dem "Meierhofgrund" eine Judengasse anlegen und stellte den Siedlern "Schutzbriefe" aus, die immer wieder erneuert wurden. Diese Schutzbriefe regelten auf Vertragsbasis die Rechte und Pflichten der Juden, welche damit zu Untertanen des Fürsten wurden. Der älteste Schutzbrief der Eisenstädter Juden ist auf den 01.01.1690 datiert und enthält 17 Schutzpunkte. Mit dem Jahr 1732 wurde das jüdische Viertel von Eisenstadt in die selbständige Gemeinde "Unterberg-Eisenstadt" umgewandelt

7.6 ... jüdischer Mitbürger der Stadt Köln

Das Judenviertel im mittelalterlichen Coellen befand sich im Osten der Stadt in der Nähe der Marspforte. Das Judenbad stand im Zentrum Kölns; dessen Ruinen können heute noch besichtigt werden - in unmittelbarer Nähe des Rathauses. Den Juden war gestattet, bis auf das Geldwechseln und den Handel mit Wein, Gold und Silber jede Art von Geschäft zu betreiben. Trotz dieses Privilegs tauchen nur zwei Berufe in den Annalen auf: der Mediziner und der Pfandverleiher. Deshalb konnten sie größere Reichtümer als christliche Bürger häufen und das wiederum hatte die Folge, daß man ihnen offen Haß und Neid entgegenschlug.

Im Mai 1096 - während des ersten Kreuzzuges - führte die Hetzpredigt des Eremiten Peter von Amiens zu einer Judenverfolgung, die drei Tage andauerte. Im Verlauf des Progroms ging das ganze Viertel in Flammen auf, auch die Synagoge wurde zerstört. Die Haupttäter waren Vortrupps der Kreuzfahrer, die von Kölner Bürger tatkräftig unterstützt wurden. Im Laufe der Verfolgungen wurden an die 200 Juden umgebracht.

Zehn Jahre später, 1106, war der Aufbau des Kölner Judenviertels so weit fortgeschritten, daß ihren Bewohnern die Bewachung eines eigenen Stadttores innerhalb der riesigen Mauern zugestanden wurde. Ihr Distrikt, bis zum Ende des 12. Jhs. durch Häuserkäufe vergrößert, lag zwischen Judengasse, Potalsgasse und St. Laurenz und hieß "Unter den Juden". Dies blieb so bis in das 14. Jh. hinein. Die Juden kauften weiterhin Häuser und damit halbe Straßenzüge auf. 25 Prozent des Kaufpreises mußten sie an die Stadtkasse abführen; auch die Kirche StLaurenz bekam bei jedem Kauf sechs Schilling Jahreszins.

Ab 1300 wurden die Ausschreitungen gegen die Juden immer zahlreicher. Das Judenviertel wurde auf Kosten der Bewohner mit mächtigen Holztoren geschützt. Von den Geistlichen wurde mit Fleiß die Legende geschürt, die Juden hätten durch die Vergiftung der Quellen und Brunnen für die "schwarze Krankheit" gesorgt. Ab 1938 breitete sich eine Woge des Mordens und Vernichtens über Frankreich und Deutschland aus.

Im Jahre 1349 brach auch in Köln die Massenhysterie offen aus. Der Stadtrat weigerte sich, die Schutzvereinbarungen zu erneuern. An einem Augustabend rammten hunderte von Kölner das Tor zum Judenviertel auf und töteten alle Bewohner. Erst 23 Jahre später durften die Juden wieder die Stadt betreten.

8. Zeittafel

8.1 Vertreibungen und Wanderungen der Juden

721 - 530 v. Chr. Babylonische Gefangenschaft

721 Die Juden werden ins Assyrische Reich gebracht

597 Die Juden werden nach Babylon gebracht

530 - 70 v. Chr. Vertreibungen durch Perser und Griechen

Juden wandern in die Reiche von Cyrus und Alexander sowie nach Spanien, Italien, Nordafrika, Jemen

70 v. Chr. - 320 n. Chr. Wanderungen unter den Römern

48 v. Chr. Caesar gibt den Juden Religionsfreiheit

6 n. Chr. Rom nimmt die jüdischen Provinzen unter direkte Herrschaft

70 Titus plündert Jerusalem

135 Hardin zerstört Jerusalem und den Tempel. Vertreibung. Zerstreuung der Juden im ganzen römischen Reich

640 - 1400 n. Chr. Wanderungen unter den Moslems

680 - 808 n. Chr. Juden in Kairo, Bagdad, Fez, Spanien, Sizilien 1096 - 1880 n. Chr. Wanderungen unter Katholiken 820 Ludwig der Fromme gibt den Juden Schutzbriefen 1096 Kreuzzugsverfolgungen beginnen

1133 Juden werden nach Polen eingeladen

1215 Päpstliche Bulle: Juden müssen Abzeichen tragen 1182 - 1394 Vertreibung aus Frankreich

1290 Vertreibung aus England

1492 Vertreibung aus Spanien. Flucht nach Italien, in die Türkei, nach Antwerpen 1789 Juden erhalten gleiche Bürgerrechte in Frankreich

1762 - 1917 n. Chr. Verfolgung in Osteuropa

9. Quellenverzeichnis

- Hebräische Berichte über Judenverfolgungen während der ersten Kreuzzugs, Herausgegeben von Neubauer/Stern, Berlin 1892
- Karl Thieme, Dreitausend Jahre Judentum, Verlag F. Schöningh, Paderborn 1960
- W. Stein, Akten zur Geschichte der Verfassung und Verwaltung der Stadt Köln im 14. und 15. Jahrhundert, Band 2, Bonn 1895
- C.D. Darlington, Die Entwicklung des Menschen in der Gesellschaft, Econ-Verlag 1971
- Herdes Theologisches Taschenlexikon, Band 4, Herausgegeben von Karl Rahner, Verlag Herder KG Freiburg im Breisgau 1972
- Weltgeschichte in 12 Bänden, Band 5, Herausgegeben von Heinrich Pleticha, Bertelsmann Lexikon Verlag, Gütersloh 1996
- Georg Caro, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Juden im Mittelalter und der Neuzeit, 2 Bande, Hildesheim 1964
- Simon Dubnow, Weltgeschichte des jüdischen Volkes - von seinen Uranfängen bis zur Gegenwart, Band 4+5, Berlin 1926/1927
- Heinrich Grätz, Geschichte der Juden, 3 Bande, Leipzig 1923
- Gerhard Lisowsky, Kultur- und Geistesgeschichte des jüdischen Volkes, Stuttgart/Berlin/Köln/Mainz 1968
- Josef Meisl, Geschichte der Juden in Polen und Rußland, 3 Bande, 1921-1925
- Julius Wellhausen, Israelitische und jüdische Geschichte, Berlin 1958
- Judentum im Mittelalter, Herausgegeben von Paul Eckert, Berlin 1966
- Arno Borst, Lebensformen im Mittelalter, Verlag Ullstein 1982
- Judentum im Mittelalter, Herausgegeben von Paul Wilpert, Berlin 1966
- Handbuch zur Geschichte von Christen und Juden, Herausgegeben von Karl Heinrich Rengstorf und Siegfried von Kortzfleisch, Band 1, Stuttgart 1968
- Lea Dasberg, Untersuchungen über die Entwertung des Judenstatus im 11. Jahrhundert, Paris 1965
- Peter Mayer, Aus der Geschichte der Juden des Hunsrücks, Kirchberg 1935
- Koblenz - Aspekte zur Sadtgeschichte, Herausgegeben von der Stadt Koblenz, 1986
- bsv Geschichte in vier Bänden, Band 2, Herausgegeben von Karl-Heinz Zuber und Hans Holzbauer, Bayrischer Schulbuch-Verlag 1992
- Die Juden als Minderheit in der Geschichte, Herausgegeben von B. Martin und E. Schulin, München 1981
- Geschichte von Boppard, Schulrat Klein, Boppard 1909
- Hubertus Prinz zu Löwenstein, Deutsche Geschichte, Herbig Buchhandlungsverlag München - Berlin 1976
- Meyers Grosses Taschenlexikon in 24 Bänden, Band 11, Herausgegeben von Meyers Lexikonredaktion, München1992
- Zerbrochene Geschichte, Herausgegeben von D. Blasius und D. Diner, 1991
- Geschichte der Juden, Herausgegeben von F. Bautz, München 1989
- Geschichte des jüdischen Volkes, Herausgegeben von H. H. Ben-Sasson, Deutsche Übersetzung 1981
- Zeiten und Menschen, Band 2, Schöningh, Paderborn 1986
- Ernst Klein, Von den Anfängen bis zum Ende des alten Reiches, Band 1, Frankfurt am Main 1992
- Wolfgang Hug, Menschen in ihrer Zeit, Stuttgart 1992
- Von Aktien bis Zoll, ein historisches Lexikon des Geldes, Herausgegeben von North Michael, München
- Monographien zur Geschichte des Mittelalters, Band 10, Sprandel Rolf, Stuttgart 1975
- Johann Maier, Das Judentum - von der biblischen Zeit bis zur Moderne, Kindler Verlag München 1973
- Edith Ennen, Die europäische Stadt des Mittelalters, Vandenhoeck und Rupprecht Göttingen 1972
- Robert Hoening, Der schwarze Tod in Deutschland, Berlin 1882
- Fr. Chr. B. Avé-Lallement, Das deutsche Gaunertum, Leipzig 1858 · Johann Wolfgang Goethe, Aus meinem Leben, 1. Teil, 4. Buch · K. Risbeck, Briefe II, 1780
- Eberhard Buchner, Die Juden erhalten das Bürgerrecht, 1789
- Ein Jahrhundert deutscher Kultur, Herusgegeben von H. Reichmann, J. Schneider, Dr. W. Hofftaetter, Band 1, Leipzig 1922
- Geschichte und Geschehen 1, Ernst Klett Verlag, Stuttgart-München-Düsseldorf- Leipzig 1997
- Die Chroniken der deutschen Städte,Band 2, Göttingen 1961
- F. X. Remling, Urkundenbuch zur Geschichte der Bischöfe von Speyer, Band 1, Aalen 1970
- Dr. R. Bernstein, Quellen zur jüdischen Geschichte, Ernst Klett Verlag, Stuttgart 1973
- Die Chroniken der deutschen Städte, Herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 9, Leipzig 1871
- Geschichte Dauer und Wandel, Herausgegeben von Franz-Josef Schütz, Cornelsen Verlag Hirschgraben, Frankfurt am Main 1989
- S. Fischer- Fabian, Der jüngste Tag - die Deutschen im späten Mittelalter, Droemersche Verlagsanstalt, München 1985

10. Nachwort

Das im Vorwort schon angesprochene Problem, nämlich die Frage, ob sich die Geschichte der jüdischen Gemeinschaften in der Diaspora innerhalb oder außerhalb der allgemeinen Geschichte vollzogen hat.

Würde ich nun eher mit einem Ja/Nein beantworten, da wenn die Juden nun innerhalb der Geschichte sich befunden hätten, hätten sie dadurch auch ihr Sonderdasein verloren und wenn sie sich außerhalb der Geschichte befunden hätten, dann wären sie schon allein wegen den Lebensbedingungen zugrunde gegangen.

Während der Erarbeitung des Themas. habe ich herausgefunden, das dieses Thema sich bis auf die Moderne Zeit sich auswirkt.

Besonders erstaunt hat mich dabei, das die Juden immer einen Ausweg gefunden haben und sich immer zu helfen wußten.

23 von 23 Seiten

Details

Titel
Juden im Mittelalter
Note
14 Punkte
Autor
Jahr
1998
Seiten
23
Katalognummer
V95035
Dateigröße
455 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Juden, Mittelalter
Arbeit zitieren
Ewald Dupont (Autor), 1998, Juden im Mittelalter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/95035

Kommentare

  • Gast am 16.4.2002

    Hey.

    Dank dir für dein Referat über die Juden im Mittelalter

    Hat mich gerettet *g*

  • Gast am 14.10.2002

    Danke.

    Hi,
    danke für dein Referat.
    Ist gut geschrieben, vor allem die Recherche mit der Zeittafel war für mich wichtig...

    Gruß,
    Ewald *g*

  • Gast am 25.1.2003

    Mega.

    Leider hilft mir diese Hausarbeit nicht so arg viel weiter, aber ich wollte nur mal kurz meinen respekt mitteilen.
    Die Hausarbeit ist echt der Hammer. Ich hab da noch ne Frage:
    Wo bekomme ich Material über das Judentum im Mittelalter?
    Wär echt super wenn mir da jemand weiterhelfen könnte. Ciao

  • Gast am 20.3.2003

    Facharbeit iss auch ne Hausarbeit... ;o).

    Das ganze sieht mir zwar so gar nich nach ner simplen Hausarbeit aus, sondern eher nach Facharbeit...
    aber egaaaal.
    trotzdem kann ich damit nich sooo viel anfangen weil das thema, dass wir gerade bearbeiten mehr auf Diaspora, (ihre bedeutung für die Weltgeschichte und den verlauf) abziehlt - dazu iss von dir nur hier und da mal was erwähnt.
    schade eigentlich...
    deswegen kenn ich die 14 punkte nich ganz nachvollziehen.
    aber fairerweise muss ich sagen dass ich nur überflogen hab weil mir im moment die zeit fehlt. mfg

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