Welche Faktoren bedingen compliance-konformes Verhalten unter den Mitarbeitenden und welche Rolle spielt die Technik des aktiven Zuhörens dabei? Dies soll mit vorliegender Arbeit erörtert werden.
Dafür wird zunächst geklärt, was man im Allgemeinen unter dem Begriff „Compliance“ versteht. Da die Implementierung einer Compliance-Kultur im Unternehmen auf der Managementebene aktiv umgesetzt werden muss und die Arbeitsbedingungen dabei eine wichtige Rolle spielen (Kennicke/ Kaschube/ Frey 2014), zeichnet Abschnitt 2.2 die Entwicklung der transformationalen Führung als möglichen Führungsstil nach und zeigt auf, wie dabei die Technik des aktiven Zuhörens gewinnbringend eingesetzt werden kann. Anschließend wird im dritten Kapitel beleuchtet, inwiefern das Thema Compliance und aktives Zuhören auch Unternehmen im Kulturbereich betrifft. Abgeschlossen wird die Arbeit mit einer knappen Zusammenfassung der dargestellten Entwicklung in der Managementforschung sowie einem Ausblick auf die Zukunft dieses spannenden wissenschaftlichen Themenfelds.
Inhaltsverzeichnis
1. Risikofaktor Mensch: Compliance in Unternehmen
2. Integrität durch Personalmanagement
2.1 Was ist Compliance und welche Rolle spielt dabei die Organisation?
2.2 Anwendung von aktivem Zuhören im Personalmanagement
2.2.1 Die Entwicklung der transformationalen Führung
2.2.2 Aktives Zuhören im Rahmen transformationaler Führung
3. Compliance: Nur ein ökonomisches Phänomen?
3.1 Bedeutung von Compliance und Mitarbeiterführung in Bezug auf die Institution
3.2 Bedeutung von Compliance auf der künstlerischen Ebene
4. Fazit und Ausblick
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Technik des aktiven Zuhörens und der Etablierung einer erfolgreichen Compliance-Kultur in Unternehmen. Dabei wird insbesondere analysiert, wie ein mitarbeiterorientierter Führungsstil, eingebettet in die Prinzipien der transformationalen Führung, dazu beitragen kann, regelkonformes Verhalten zu fördern und Unternehmenskrisen durch gestärktes Vertrauen und Respekt präventiv zu vermeiden.
- Bedeutung von Compliance in der modernen Unternehmensführung
- Transformationale Führung als Instrument zur Verhaltenssteuerung
- Aktives Zuhören als Kerntechnik für eine wertschätzende Kommunikationskultur
- Compliance-Anforderungen und Herausforderungen in Kulturbetrieben
- Zusammenhang zwischen Mitarbeiterzufriedenheit und Integrität
Auszug aus dem Buch
2.2.2 Aktives Zuhören im Rahmen transformationaler Führung
Mehr Leistung, höhere intrinsische Motivation, gesteigertes integres Verhalten, größere Arbeitszufriedenheit – um auf dieser Basis überlegene Leistungsergebnisse in einem wirtschaftlichen Betrieb zu erreichen, haben Bass und Avolio vier Grundsätze für Führungskräfte definiert:
Wir konzentrieren uns in dieser Arbeit auf das Prinzip der „Individualized Consideration“, was bedeutet, dass die individuellen Stärken, Schwächen, Erwartungen und Ängste eines jeden Mitarbeitenden von der Führungskraft wahr- und ernst genommen werden. Der oder die Vorgesetzte ist gleichzeitig persönlicher Coach und Mentor, sodass jede/r die eigenen beruflichen Perspektiven und Potentiale optimal entfalten und sich bei Problemen jemandem anvertrauen kann. Hier nimmt die Technik des aktiven Zuhörens eine zentrale Rolle ein, um als Führungskraft auf die individuellen Fähigkeiten der Mitarbeitenden einzugehen und Stimmungen „einzufangen“. Das stärkt nicht nur Vertrauen, ehrliche Kommunikation und Integrität – Schwierigkeiten, oder kritische Situationen können so frühzeitig erkannt und mögliches Fehlverhalten unterbunden werden.
Was man heute allgemein unter „aktivem Zuhören“ versteht, hat seinen Ursprung in der Psychotherapie. Carl Rogers entwickelte Anfang der 1950er Jahre die klientzentrierte Gesprächspsychotherapie. Diese hatte zum Ziel, Klienten zur Problemlösung zu befähigen. Dabei verwarf Rogers die klassische Rolle des „Beraters“, an den ein Problem herangetragen wird, mit der Bitte um Tipps und Lösungsvorschläge: Er ging davon aus, dass der oder die Erzählende die Lösung bereits in sich trägt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Risikofaktor Mensch: Compliance in Unternehmen: Das Kapitel führt in die Problematik von Compliance ein und beleuchtet die Vorbildfunktion von Organisationen im Wirtschafts- und Kulturbereich.
2. Integrität durch Personalmanagement: Hier werden der Compliance-Begriff definiert sowie die transformationale Führung und das aktive Zuhören als Werkzeuge zur Förderung von Integrität erläutert.
3. Compliance: Nur ein ökonomisches Phänomen?: Dieses Kapitel untersucht die spezifischen Compliance-Anforderungen und moralischen Leitziele in Kulturbetrieben und beleuchtet die künstlerische Ebene.
4. Fazit und Ausblick: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert die Notwendigkeit weiterer Forschung zur Motivation von Führungskräften im Kontext von Compliance.
Schlüsselwörter
Compliance, Aktives Zuhören, Transformationale Führung, Personalmanagement, Unternehmenskultur, Integrität, Kulturbetriebe, Mitarbeiterführung, Führungskraft, Kommunikationskultur, Arbeitsatmosphäre, Verhaltenssteuerung, Unternehmensethik, Individualized Consideration, Compliance-Kultur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie die Methode des aktiven Zuhörens in Unternehmen dazu eingesetzt werden kann, eine robuste Compliance-Kultur zu schaffen und das Verhalten der Mitarbeitenden positiv zu beeinflussen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder umfassen Compliance Management, transformationale Führung, Personalpsychologie sowie die Besonderheiten der Compliance in kulturellen Institutionen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, dass durch einen mitarbeiterorientierten Führungsstil und empathische Kommunikation schwierige Situationen frühzeitig erkannt und ethisch korrektes Handeln gefördert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse managementwissenschaftlicher und organisationspsychologischer Ansätze, um den Nutzen von aktivem Zuhören für Compliance-Ziele theoretisch zu begründen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Compliance, die Herleitung der transformationalen Führung mit Fokus auf "Individualized Consideration" sowie die spezifische Anwendung auf den Kunst- und Kultursektor.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind Compliance, Aktives Zuhören, Transformationale Führung, Integrität und Unternehmenskultur.
Inwiefern unterscheiden sich Kulturbetriebe von profitorientierten Unternehmen bezüglich Compliance?
Kulturbetriebe stehen stärker unter gesellschaftlicher Beobachtung und moralischem Druck, da sie staatlich subventioniert sind und eine Vorbildfunktion für Werte wie Freiheit und Toleranz einnehmen.
Welche Rolle spielt die Führungsebene bei Compliance-Verstößen?
Der Autor weist darauf hin, dass bei Non-Compliance auf Führungsebene klassische Ansätze des Personalmanagements oft versagen, da die Vorbilder selbst gegen Regeln verstoßen und so die Reputation gefährden.
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- Johanna Peternek (Author), 2019, Aktives Zuhören als Weg zu einer erfolgreichen Compliance-Kultur in Unternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/950366