Frauen in der Dritten Welt


Referat / Aufsatz (Schule), 2000
13 Seiten, Note: noch nicht

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Frauen in der 3. Welt

Gleichberechtigung so wie wir sie kennen, kennen die Frauen in der dritten Welt nicht. Sie werden auf Grund ihres Geschlechtes minderwertig behandelt und sind täglicher Gewalt ausgesetzt.

Man unterscheidet verschiedene Gewaltarten:

1. physische Gewalt: es besteht ein öffentlich anerkanntes Gewaltrecht für Männer Frauen gegenüber
2. sexuelle Gewalt: gezielte Einschüchterungen von Frauen durch erzwungene sexuelle Handlungen bzw. durch Verstümmelungen von Geschlechtsteilen
3. materielle Gewalt: Ausschluß der Frauen von der Teilnahme am durch Männer kontrollierten Wirtschaftsleben
4. ideologische Gewalt: Überlegenheit von Männlichkeit und männlicher Herrschaft und die daraus abgeleitete Demut und Minderwertigkeit, wird durch ein Gebäude von religiösen, sozialen und rituellen Regelungen aufrecht gehalten

Dies äußert sich nicht nur in staatlicher Gewalt, sondern auch in körperlicher, sexueller und seelischer Gewalt in der Familie wie Schläge, sexueller Mißbrauch minderjähriger Haushaltsangehöriger, Vergewaltigung in der Ehe, Verstümmelung weiblicher Geschlechtsorgane und anderer Frauen schädigender traditioneller Praktiken, ferner körperlicher, sexueller und seelischer Gewalt in der Gesellschaft, Vergewaltigung, sexueller Mißbrauch, sexueller Belästigung und Einschüchterung am Arbeitsplatz, in Bildungseinrichtungen und andernorts sowie Frauenhandel und Zwangsprostitution.

Auch die Stellung der Frau in den Religionen ist ein Grund dafür, denn das Christentum sieht die Frau als Untertan ihres Mannes, der Islam bestimmt das Männer über den Frauen stehen, weil Allah einem Teil der Menschen einen Vorzug vor dem anderen gegeben hat. Die Frauen aber, deren Widerspenstigkeit ihr fürchtet, ermahnt, meidet sie im Bett und straft sie. Der Hinduismus sagt, das " In ihrer Kindheit muß eine Frau ihrem Vater Untertan sein, in ihrer Jugend dem Ehemann und als Witwe ihren Söhnen. Eine Frau darf niemals Unabhängigkeit genießen." Und Konfuzius sagt das hundert Mädchen nicht soviel wert sind, wie ein Junge.

Beispiele:

Lateinamerika kämpft schon seit über 500 Jahren gegen die Unterdrückung der Frauen. Frauen werden dort als Sexobjekte und Arbeitsmaschinen betrachtet. Abtreibungen sind die wichtigsten Todesursachen für die Lateinamerikanerinnen zwischen 15-19 Jahren.

In Peru sind Frauen in umkämpften Gebieten der Gewalt von Terroristen und der Armee ausgesetzt. Vergewaltigungen sind an der Tagesordnung.

In Afrika ist dies ähnlich, denn auch dort gehören Vergewaltigungen zum Schulalltag. Auf Grund ihrer Tradition sind die Männer der Meinung, daß Gewalt notwendig ist, um ihre Dominanz zu sichern. Bei islamischen Ländern wird die Vormachtstellung des Mannes aus dem Koran abgeleitet. Ehebruch oder Prostitution wird mit Verstümmelung oder Exekution bestraft. In Afrika herrscht außerdem Polygamie und das Scheidungsrecht liegt beim Mann.

Deswegen ist die Einmischung der Frauen notwendig. Frauen fordern die Respektierung ihrer Würde und ihrer reproduktiven Rechte, das Recht auf Information über Sexualität und Verhütung, die gleichberechtigte Teilhabe an bevölkerungspolitischen Entscheidungen und eine qualitative und quantitative Erhöhung der Mittel für Familienplanung.

Die Frauenstimmen haben den Durchbruch in der Diskussion gebracht, denn niemand bestreitet heute noch die ungedeckten Bedürfnisse der Frauen in allen gesellschaftlichen Bereichen, nicht nur im Bereich der Verhütungsmittel. In Kairo wurde endlich die Rolle der Frau als Subjekt in der Familienplanung zum Thema gebracht. Ohne die aktive Beteiligung der Frauen wird mehr Verhütung, mehr Gesundheit, mehr Entwicklung und weniger Verschwendung keine Chance haben.

Bildung und Ausbildung von Frauen

Diskriminierung und Geringschätzung des weiblichen Geschlechts in Entwicklungsländern sind verantwortlich für den Mangel an Bildung und Ausbildung, der wiederum die hohe Geburtenrate provoziert.

Frauen könnten mittels einer Ausbildung ein Einkommen erzielen, eine Schwangerschaft könnte den Arbeitsplatz bedrohen, sie wäre also nicht mehr so stark erwünscht.

Weltbankschätzung: Bei einem Anteil der Frauen an einer weiterführenden Schulbildung von 40%, würde die Zahl der Kinder auf durchschnittlich drei zurückgehen.

Mit Bildung ist für die Frauen ein Gewinn an Ansehen und die Chance auf Unabhängigkeit verbunden.

Familienplanung kann nur gelingen, wenn der kostengünstige Zugang zu einer sicheren Verhütung mit einer Verbesserung der Bildungsmöglichkeiten und dem Ende der Diskriminierung der Frau verbunden ist.

Durch Armut entstehen Kinder!!!

Im Jahr 1960 verhüteten ca. 10% der verheirateten Frauen, momentan sind es über 50%. Hätten aber alle Frauen Zugriff auf Verhütungsmittel, dann könnten bis zum Jahr 2025 eine Milliarde Kinder weniger geboren werden.

Der Papst verbietet Verhütungsmittel, dadurch sind die Frauen gezwungen heimlich abzutreiben oder sie greifen auf unsichere, traditionelle Verhütungsmethoden zurück, oder wenden Gewalt an um einen Abtreibung zu provozieren. Bischöfe und Priester in den Entwicklungsländern folgen nicht immer den Anweisungen des Papstes und helfen bei der Geburtenkontrolle durch Verhütung.

Endogene Maßnahmen gegen die Bevölkerungsexplosion

In den heutigen Staaten des Südens ist im Vergleich zu den traditionellen Gesellschaften Abtreibung in der Regel verboten.

Entwicklungsländer müssen eine eigene Bevölkerungspolitik betreiben, und nicht nur auf Hilfe von außen hoffen.

Kinder müssen ihre Rolle als Status- und Potenzsymbol verlieren.

Das Thema Familienplanung muß als Gesprächsthema zwischen den Geschlechtern enttabuisiert werden.

Exogene Maßnahmen gegen die Bevölkerungsexplosion

Die Industrienationen haben aus Gründen des Umweltschutzes und aus Furcht vor Armutswanderungen ein großes Eigeninteresse an der Eindämmung der Bevölkerungsexplosion, deshalb müssen sie die Entwicklungsländer in ihrer Bevölkerungspolitik unterstützen.

Für Bevölkerungsprogramme im engeren Sinn werden jährlich fünf Milliarden aufgewandt, der Bedarf wird jedoch auf acht bis zwölf Milliarden geschätzt, bei Investitionen in das Gesundheits- und Bildungswesen, welche für eine nachhaltige Familienplanung unerläßlich sind werden weitere 100 bis 150 Milliarden pro Jahr benötigt.

Es müssen billige und sichere Verhütungsmittel bereitgestellt werden.

Ansätze zur Beseitigung der Unterdrückung

endogene Ansätze: eine Verfassung gibt allen Bürgerinnen und Bürgern die gleichen Rechte (z. B. Ägypten 1971)

allgemeingültige Vereinbarungen: Menschenrechtskonventionen der Vereinten Nationen (völkerrechtlich verbindlich): "Wiener Erklärung" (UNO Menschenrechtskonferenz 1991)· weitere Verankerung der Frauenrechte, Erstellung eines Sonderberichts der UNO über Menschenrechtsverletzungen gegen Frauen

aber: Verletzungen der Menschenrechtskonventionen findet in 120 von 172 Staaten statt

Fazit: die UNO muß verstärkt weltweit darauf achten, daß die "Wiener Erklärung" umgesetzt wird

Forderungen der UNO

Bevölkerungspolitik muß mit Wirtschafts-, Sozial- und Umweltpolitik in Einklang gebracht werden.

Bevölkerungspolitik darf weder diskriminieren noch Zwang ausüben.

Frauen und Männern müssen Entscheidungshilfen und Zugang zu Verhütungsmitteln angeboten werden.

Information und Aufklärung von Frauen und Männern müssen gefördert werden. Es müssen moderne, sichere und gesundheitsverträgliche Verhütungsmittel angeboten werden.

Die UNO hat das Grundrecht auf Familienplanung als Teil der Menschenrechtscharta verabschiedet.

Forderungen an die UNO

Es muß das Bewußtsein geweckt werden, daß Kinder Armut und nicht Sicherheit bedeuten.

Die Gleichberechtigung der Frau muß einen integralen Bestandteil aller Aktivitäten der Vereinten Nationen bilden und sollte regelmäßig und systematisch von den relevanten Gremien behandelt werden.

Die Erklärung der Vereinten Nationen über die Beseitigung der Gewalt gegen Frauen muß mittels konkreter Maßnahmen bekräftigt werden.

Die Menschenrechtskomission der UN und ihr Sekretariat, das Menschenrechtszentrum, sollten verstärkt darauf hinwirken, daß die im Rahmen des Programmes der UN für Beratungsdienste und technische Hilfe geförderten Projekte ebenfalls dem Aspekt der Menschenrechte von Frauen in vollem Umfang Rechnung tragen; das Menschenrechtszentrum muß in die Lage versetzt werden, auf Ersuchen um Unterstützung bei der Entwicklung von Erziehungsprogrammen, die zur Überwindung der geschlechtsspezifischen Diskriminierung beitragen sollen, umgehend und effektiv tätig zu werden.

Bevölkerungspolitik von oben:

- findet ohne integrierte Gesundheits- und Bildungsprogramme, wirtschaftliche und soziale Entwicklung statt, so löst dies Widerstand innerhalb der Bevölkerung aus
- Indien: Zwangssterilisationen bei armen Frauen werden wie am "Fließband" vorgenommen, vorgeburtliche Geschlechtsbestimmungen führen zu Massenabtreibungen von weiblichen Föten
- Frauen werden als Objekte betrachtet und nicht an Entscheidungen über Methoden und Sinnhaftigkeit der Familienplanung beteiligt
- die Ein- bzw. Zwei-Kind-Familie wird propagiert und ein Verstoß dagegen durch Arbeitsplatzverlust oder Streichung von Vergünstigungen und Familienzulagen sanktioniert
- China: Schätzungen gehen von bis zu 30 Millionen erzwungenen Abtreibungen und Sterilisationen aus

Bevölkerungspolitik von unten:

- Familienplanung als Gesprächsthema zwischen den Geschlechtern muß enttabuisiert werden
- die Bevölkerung wird beteiligt, Aufklärungskampagnen finden statt, finanzielle Anreize werden geboten (z. B. Indonesien, Thailand, Bangladesch)
- Verhütungsmittelgebrauch stieg in den letzten Jahren von 21 auf 40%
- Beraterinnen werden bis in entlegene Dörfer entsandt
- Verteilung von Verhütungsmitteln, Angebot eines Mutter-Kind- Gesundheitsprogrammes, Gründung von Frauenselbsthilfegruppen und Ausweitung der Frauenbildung
- Indonesien gilt als Vorbild für eine "sanfte" Familienplanung, in dem islamischen Land sank die durchschnittliche Geburtenrate von 6,8 auf 1,66% pro Jahr
- bei den Bürgern muß Stolz auf eine Beteiligung an Familienplanungsprogrammen erweckt werden, in Indonesien bekennen sich Familien durch Zeichen an ihren Häusern

Die Genitealverstümmelung von Frauen

In 28 Ländern weltweit werden immer noch täglich 6000 Mädchen und Frauen beschnitten! Weltweit gibt es ca. 150 Millionen genitalverstümmelte Mädchen und Frauen. Jedes Jahr kommen schätzungsweise 2 Millionen Mädchen im Alter zwischen 4 und 12 Jahren hinzu. In Äthiopien, Eritrea und Gambia sind 90% der Frauen und Mädchen beschnitten. Neben den ungeheuren Qualen dieser Prozedur und den lebenslänglichen Schmerzen beraubt man diese Menschen für den Rest ihres Lebens der Möglichkeit jeder sexuellen Empfindungen. In den betroffenen Ländern gehört es zur Pflicht einer "frommen Muslimin", beschnitten zu sein.

Angebliche Gründe für Genitalverstümmelung

Die Beschneidung von Mädchen wird von keiner Weltreligion vorgeschrieben. In einigen Ländern wie Ägypten ist es sogar verboten, wird dennoch praktiziert. Die Gründe für die Praxis beruhen auf vorchristlichen und vorislamischen Traditionen. Die Frauen in der dritten Welt werden so zusagen durch die Beschneidung in die "Welt der Frauen" eingeführt.

Tief verwurzelt ist der Irrglaube, daß beschnittene Mädchen gesünder heranwüchsen, weil sie weniger Probleme mit der Körperhygiene hätten und dadurch mehr Kinder zur Welt brächten. Weiter ist die Überzeugung verbreitet, daß die Beschneidung den Sexualtrieb hemmt. Die Jungfräulichkeit bleibt somit angeblich für den künftigen Ehemann erhalten. Oder der Klitoris wird Aggressivität zugeschrieben. Sie sei in der Lage Männer impotent zu machen bzw. bei der Geburt das Kind zu töten. Oder das Genital sei schmutzig und häßlich und die Frau soll so "gereinigt" werden. Verbreitet ist die Genitalverstümmelung vor allem in Ostafrikanischen Ländern, in Somalia, aber auch in Ägypten und einigen zentral- und westafrikanischen Ländern. In NordSudan sind 98% aller Frauen beschnitten.

In der Türkei, in Pakistan und in dem Iran sind Beschneidungen nicht üblich.

Faktoren die, die Genitalverstümmelungen beeinflußen

Die Form der Verstümmelung, das alter, indem sie vorgenommen wird, und die Weise, auf die sie geschieht, sind von einer Reihe Faktoren abhängig: welcher ethnischen Gruppe die Mädchen und Frauen angehören, in welchem Land sie leben, ob in ländlichen oder städtischen Bereich, und aus welchem sozio- ökonomischen Umfeld sie stammen.

Das Alter, in dem die Verstümmelung vorgenommen wird, variiert ebenso. Fallweise geschieht sie bereits kurz nach der Geburt, manchmal während der ersten Schwangerschaft, in den meisten Fällen aber im Alter zwischen 4 und 8 Jahren. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sinkt das Durchschnittsalter.

Einige Mädchen sind während der Verstümmelungszeremonie alleine. Meist werden aber mehere Mädchen- Schwestern - nahe Verwandte oder Nachbarn gleichzeitig beschnitten.

Die Prozedur findet im Haus des Mädchen, der Verwandten oder der Nachbarn, bei einem bestimmten Baum oder Fluß statt. Durchgeführt wird dies von älteren Frauen, traditionellen Hebammen, Heilerinnen oder Babieren.

Die Mädchen, an denen die Prozedur vorgenommen wird, haben oft sehr unterschiedliche Vorstellungen davon, was mit ihnen geschehen soll. Manchmal wird dieses Ereignis mit Festlichkeiten oder Geschenken verbunden. Die Mädchen werden ermahnt tapfer zu sein. Als Bestandteil diese Rituals, können die Feiern bedeutende Ausmaße für die Gemeinschaft einnehmen. Dabei ist es üblicher Weise nur Frauen erlaubt, anwesend zu sein.

In einigen Kulturkreisen hält man die Mädchen dazu an, sich vorher in kaltes Wasser zu setzen, um die Genitalien unempfindlich zu machen und die Wahrscheinlichkeit der Blutung zu verringern. In den meisten Fällen wird gegen die Schmerzen aber nichts unternommen.

Das Mädchen kann sich nicht bewegen, wird festgehalten, üblicher Weise von älteren Frauen. Ihre Beine sind gespreizt. Glasdeckel, Deckel von Konserven, Scheren, Rasierklingen dienen als Schneidewerkzeug. Bei diesem Ritual halten Dornen die beiden Seiten der großen Schamlippen zusammen.

Das Ritual

Der Begriff Weibliche Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation, FGM) bezeichnet die vollständige oder teilweise Entfernung der weiblichen Genitalien. Die schlimmste Form ist die Infibulation, auch unter dem Begriff Pharaonische Zirkumzision bekannt. Ungefähr 15% aller Verstümmelungen im afrikanischen Bereich sind Infibulation. Die Prozedur beinhaltet eine Klitoridektomie, bei der die Klitoris entweder ganz oder teilweise entfernt wird, und die Entfernung der großen Schamlippen, wodurch eine rauhe Oberfläche entsteht, die dann vernäht oder zusammengehalten wird, um die Vagina während des Heilungsprozesses bedeckt zu halten. Eine kleine Öffnung bleibt frei, damit Urin und Menstrutionblut abgehen kann. Die Beine werden bis zu 40 Tagen zusammen gebunden. Diese Methode wird am meisten angewandt. In seltenen Fällen wird weniger Gewebe entfernt und ein größeres Loch gelassen.

Bei der am wenigsten radikalen Methode wird nur die Klitoris entfernt.

Andere Traditionen sehen eine Zeremonie vor, bei der die Genitalien nicht verstümmelt werden. Hierbei kann ein Messer in die Nähe der Genitalien gehalten werden, die gestochen und ein paar Schamhaare abgeschnitten, oder kleine Narben auf die Genitalien oder im Oberschenkelbereich angebracht werden. (sehr selten)

Folgen der Verstümmelung

Es können Blutungen, Schäden an den Organen rund um die Klitoris und den Schamlippen auftreten. Der Urinabfluß kann zurückgehalten werden und schwere Infektionen hervorrufen. Durch den Gebrauch desselben Instruments bei verschiedenen Mädchen ohne vorherige Sterilisation ist das Risiko einer HIV- Infektion groß.

Häufiger sind aber chronische Infektionen, immer wiederkehrende Blutungen, Abszesse und kleinere gutartige Nerventumoren. Unwohlsein und Schmerzen der Mädchen dauern lange an.

Noch schwerwiegende Langzeitfolgen sind Chronische Harnwegsinfekte, Steine in Blase und Harnröhre, Nierenschäden, Infektion der Fortpflanzungorgane, die durch das gestaute Menstrutionsblut hervorgerufen werden, Beckeninfektionen, Unfruchtbarkeit, überschießendes Narbengewebe und Zysten.

Der erste Geschlechtsverkehr kann nur nach langsamer, äußert schmerzhafter Öffnung der Dehnung erfolgen, die nach der Verstümmelung freigelassen wurde. Im einigen Fällen ist es sogar notwendig, die Frau vor dem Verkehr aufzuschneiden. Eine Studie im Sudan ergab, daß 15% der Frauen wieder aufgeschnitten werden mußten. Frisch verheiratet Frauen werden oft durch die ungeschickten Schnitte ihrer Männer schwer verletzt. Das Risiko einer HIV- Infektion während des Geschlechtsverkehrs ist für alle Opfer der Genitalverstümmelung erhöht.

Während der Geburt besteht das Risiko, daß das Gewebe reißt oder die Genitalien zu eng verschlossen sind und die Frauen aufgeschnitten werden müssen, um das Kind zur Welt bringen können.

Nach der Geburt werden Frauen oft wieder zugenäht, damit die "eng genug" für ihre Männer sind. Durch das ständige auf- und zunähen der Genitalien bei jeder Geburt, kann das Gewebe im Genitalbereich sehr stark vernarben.

Auswirkungen auf die Sexualität

Die Genitalverstümmelung kann den ersten Geschlechtsverkehr der Frauen zur Tortur werden lassen. Es kann extrem schmerzhaft und auch gefährlich sein, wenn die Frau zuvor aufgeschnitten werden muß. Und auch danach bleibt der Verkehr für etliche Frauen eine Qual. In jedem Fall liegt aber die Vermutung nahe, daß, wegen der Bedeutung der Klitoris für die Erfahrung von Lust und Höhepunkt, die teilweise oder vollständige Klitoridektomie entgegengesetzte Wirkung auf das sexuelle Erleben haben kann. Klinische Untersuchungen und die Mehrzahl der Studien über die weibliche Freude am Sex lassen darauf schließen, daß Genitalverstümmelungen das Lustempfinden der Frauen beeinträchtigen. Lediglich eine Studie jedoch besagt, daß 20% der Frauen, an denen eine Infibulation vorgenommen wurde, trotzdem Orgasmen erfahren hätten. Die Mechanismen, die am sexuellen Lustempfinden und Orgasmen beteiligt sind, sind noch immer nicht voll geklärt. Man nimmt an, daß kompensatorische Prozesse - einige von ihnen psychologischer Natur - einige der Auswirkungen der Klitorisentfernung und anderer empfindlicher Teile der Genitalien abschwächen können.

Psychologische Auswirkungen

Die psychologischen Auswirkungen der Genitalverstümmelung sind wesentlich schwieriger wissenschaftlich zu erforschen als die physischen. Nur eine geringe Zahl von psychischen Erkrankungen, die auf Genitalverstümmelungen zurückzuführen sind, sind bekannt. Aber Betroffene berichten immer wieder von ihren Erlebnissen bei der Verstümmelung: Angst, Schrecken, Demütigung und Verrat - jedes von ihnen mit langfristigen negativen Folgen. Einige Experten behaupten, was in Gesellschaften, in denen die Genitalverstümmelung durchgeführt wird, besonders geschätzt wird sei, daß der Schock und das Trauma die Frauen "ruhiger" und "fügsamer" machen.

Feiern, Geschenke und die besondere Aufmerksamkeit, die Mädchen bei der Verstümmelung erfahren, können zuweilen das erlittene Trauma etwas abschwächen. Aber am intensivsten ist das Erlebnis der Integration in die Gemeinschaft. Die Traditionen ihrer Kultur ehren und sich für eine Ehe als geeignet erwiesen zu haben, ist oft die einzige Rolle, die diese Frauen - so sie die Verstümmelung überleben - jemals spielen werden. Ablehnung droht hingegen Frauen, die sich der Genitalverstümmelung verweigern. Wird die Genitalverstümmelung nur von einer Minderheit betrieben, leiden die Betroffenen oft besonders unter dem Zwiespalt zwischen den sozialen Normen ihrer Gemeinschaft und jenen der Majorität.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Was unternehmen Organisationen und westliche Länder

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich erst sehr spät mit Genitalverstümmelung befaßt, verurteilt heute aber vehement diese Praktik sowie die zunehmende Medikalisierung und Versuche der Legalisierung.

1980 begann UNICEF mit Aktionen zum Thema. Beide Organisationen sprechen sich für die Unterstützung nationaler Initiativen aus. Bereits mit Beginn der 80er Jahre wird die Genitalverstümmelung von TERRE DES FEMMES als schwere Menschenrechtsverletzung und Gewalt gegen Frauen und Mädchen verurteilt. Bis 1984 stieg die Anzahl der Aktivitäten.

Unter der Kritik einiger Afrikannerinnen und deutscher Frauen, die dies als Eingriff in die Kulturen sahen, verringerte sich jedoch zunächst das Engagement. Mittlerweile ist es so, daß Afrikannerinnen die Solidarität und Handlungsbereitschaft begrüßen und eine Zusammenarbeit ausdrücklich wünschen.

Die Vereinten Nationen verurteilten das erste Mal 1993 die Genitalverstümmelung in einem internationalen Dokument als Gewalt gegen Frauen. Die Protestbewegung gegen diese lebenslange Folter hat in letzter Zeit vor allem aus den USA Aufwind bekommen. Im März ´97 tritt dort ein Gesetz in Kraft, das es Ländern, in denen die Beschneidung von Frauen praktiziert wird, erschweren wird, Geld von der Weltbank oder vom Internationalen Währungsfond zu bekommen. Das Gesetz verpflichtet die einflußreichen US-Vertreter in diesen Gremien, sich gegen Kredite für solche Länder stark zu machen. Ausgelöst hatte die entsprechende Gesetzesinitiative des Kongresses der Fall einer Frau aus Togo. Sie war in die USA geflohen, um sich der Beschneidung zu entziehen. Nach über einem Jahr Haft und mehreren Prozessen erkannte vergangenes Jahr ein Berufungsgericht den Fluchtgrund an und gewährte ihr Asyl. In den USA wird damit die drohende Beschneidung einer Frau schon als Asylgrund anerkannt. In Norwegen wird auch die Beschneidung im Ausland unter Strafe gestellt.

Die Gesetzeslage in Deutschland zum Thema ist bisher mangelhaft. Die Schaffung und Umsetzung eines Gesetzes nach dem Vorbild anderer europäischer Länder, den USA und Australiens muß durchgesetzt werden!

UNICEF

Unicef versucht Aufklärung bei den Entscheidungsträgerinnen der betroffenen Länder und Völker zu leisten. Unicef arbeitet mit dem "Interafrikanischen Komitee gegen traditionelle Praktiken" zusammen. Das Komitee wurde 1984 gegründet und hat Vertretungen in 26 Ländern. Weiter wird versucht, die Bevölkerung vor Ort mit einzubeziehen. Wie dpa erst vor kurzem berichtete, kamen nach einer rituellen Massenbeschneidung im westafrikanischen Sierra Leone Dutzende Patientinnen mit blutenden, oft stark entzündeten Wunden in die Krankenstation von Grafton nahe der Hauptstadt Freetown. Wären dort nicht belgische Medizinerinnen tätig, hätte die Außenwelt nicht erfahren, daß an einem einzigen Tag Mitte Januar 1997 bei einer Zeremonie 600 jungen Frauen mit unsauberen Messern, Scheren und Glasscherben die Genitalien abgeschnitten wurden. (Quelle: Unicef, März 1997)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Genitalverstümmelungen auch in Deutschland

Gerechnet wird damit, daß auch in Deutschland jährlich 10.000 bis 20.000 Mädchen/ junge Frauen beschnitten werden, ähnlich viele wie in Großbritannien oder Frankreich. Zum Beschneidungsritus werden die Kinder vermutlich von den Eltern in ihr Heimatland gebracht. In Deutschland vorgenommene Eingriffe treten nur vereinzelt ans Tageslicht. Auch Komplikationen werden aus Scham oft verschwiegen und die Mädchen berichten nicht darüber, was ihnen angetan wurde. Die Eltern handeln oft unter dem Druck von Verwandten. Sie fürchten, ihren Ruf zu verlieren, oder daß die unbeschnittene Tochter keinen Mann finden wird. Wer den Verdacht hegt, daß ein Mädchen unter Komplikationen einer Beschneidung leidet, kann sich an Pro Familia, TERRE DES FEMMES oder an (I)NTACT (Aktion zur Bekämpfung der Beschneidung von Mädchen und Frauen, Johannisstr. 4, 66111 Saarbrücken, Tel/Fax 0681- 32400) wenden. Gynäkologinnen wird empfohlen, daß Genital betroffener Frauen nach der Geburt nicht wieder vollständig zu vernähen. Der Frau und ihrem Ehemann sollte behutsam zugeredet werden, daß sie einer wiederherstellenden Korrektur zustimmen.

13 von 13 Seiten

Details

Titel
Frauen in der Dritten Welt
Note
noch nicht
Autor
Jahr
2000
Seiten
13
Katalognummer
V95090
Dateigröße
359 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Frauen, Dritten, Welt
Arbeit zitieren
Beatrice Keller (Autor), 2000, Frauen in der Dritten Welt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/95090

Kommentare

  • Gast am 2.6.2005

    Gut!.

    Ich finde diese Arbeit sehr gut und interessant obwohl er ein bisschen allgemeiner hätte sein können, z.B. nicht soviel zum Theam Genitalverstümmelung und ein bissche mehr über die allgemeine Lage der Frau.
    Sonst sehr gut!

  • Gast am 28.2.2006

    Einige Aussagen stimmen nicht!.

    Ich finde diese arbeit sehr gut, doch trotzdem muss ich sagen das einige Aussagen gar nicht stimmen!
    z.B. dass der Islam bestimmt das Männer über den Frauen stehen, weil Allah einem Teil der Menschen einen Vorzug vor dem anderen gegeben hat stimmt doch überhaupt nicht, denn für Allah sind alle Menschen gleichwertig! (Siehe im Koran nach)
    Es gibt genug Rechte der Frauen im Islam, dass diese Aussage verfälschen!
    Abgesehen davon, denke ich, dass diese Arbeit sehr informationsreich ist!

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