Woraus besteht eigentlich die deutsche Sprache, sei es in der schriftlichen oder mündlichen Form? Es lässt sich sagen, dass jene, zum Teil, aus den Grundsteinen der Rechtschreibung und Grammatik besteht. Denn ohne Grammatik könnte keine richtige Rechtschreibung vonstattengehen und wiederum ohne Rechtschreibung würde es keine exakte Grammatik geben. Doch nun stellt sich, die für meine Arbeit relevantere Frage, was macht die Grammatik aus? Diese besteht aus vielen Gefügen, aber ich werde mich im weiteren Verlauf auf die Verben, genauer gesagt die Modalverben, fokussieren. Modalverben sind "Verben, die in Verbindung mit einem reinen Infinitiv ein anderes Sein oder Geschehen modifizieren, z.B. sie darf/ kann/ will fahren" (Duden, 2020). An diesem Beispiel tritt hervor, dass es nicht nur eins, sondern mehrere Modalverben im Deutschen gibt. Sechs an der Zahl sind es und sie lauten: dürfen, können, mögen, sollen, müssen und wollen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1 Allgemeine Fakten zu den Modalverben
2.2 Deutsche Syntax von Pittner und Berman
2.3 Modalverben von Diewald
2.4 Modalverben in gesprochener Sprache
2.5 Vergleich der Verwendung von Modalverben in der gesprochenen Sprache und in der Literatur
3. Schluss
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die grammatikalischen und funktionalen Eigenschaften deutscher Modalverben, wobei der Fokus auf dem Vergleich zwischen ihrem Gebrauch in der Literatur und in der gesprochenen Sprache liegt. Ziel ist es, die Vielseitigkeit dieser Verben aufzuzeigen und zu verdeutlichen, dass sie weit mehr als bloßer "Unterrichtsstoff" sind.
- Grundlagen und historische Entwicklung der Modalverben
- Analyse der deontischen und epistemischen Modalität
- Die Verwendung von Modalverben als Vollverben
- Vergleich der syntaktischen und pragmatischen Strukturen in Schrift und Mündlichkeit
Auszug aus dem Buch
2.3 Modalverben von Diewald
Gabriele Diewald befasst sich in ihrem Werk zunächst mit den Gebrauchsweisen der Modalverben. Sie splittet jene zwei, in den nichtdeiktischen und deiktischen Gebrauch, auf. Weiterhin arbeitet sie mit den zwei Beispielen (11 und 12), um den Unterschied fest zu machen:
(11) „Durch ihr mutiges Verhalten konnte eine 69jährige Frau einen jugendlichen Räuber in die Flucht schlagen.
Durch ihr mutiges Verhalten war eine 69jährige Frau in der Lage, einen jugendlichen Räuber in die Flucht zu schlagen.
(12) Ich kann mich getäuscht haben. (zufälliger Hörbeleg Radiosendung)
Vielleicht/ möglicherweise habe ich mich getäuscht.“ (Diewald, 1999, S.13).
Hierbei steht die (11) als deontische Art, oder auch lexikalische und nichtdeiktische, und die (12) als epistemische, grammatische und deiktische Art dar. Um den genauen Unterschied zwischen jenen auszumachen, muss man auf die semiotisch-funktionale Ebene schauen. Dort wird der Zustand des Satzsubjekts, bei der nichtdeiktischen Verwendung, aufgezeigt. Das Modalverb dient als Akteur des Geschehens und gibt dem Nennwort einen Namen (vgl. Bühler, 1982, 103ff). Deiktisch gesehen hingegen, ist das Modalverb weniger im Fokus, denn es ist nicht der Grundstoff des Darstellens des Geschehens, sondern vielmehr ein Erschaffer der Verbindung, zwischen dem Sprecher und dem sprachlich Dargelegtem. Aufgrund dessen lassen sich die Deiktika auch als Zeigwörter bezeichnen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung von Modalverben ein, definiert die sechs zentralen deutschen Modalverben und legt die Forschungsziele fest.
2. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert detailliert die grammatikalischen Grundlagen, die syntaktischen Beschreibungen von Pittner, Berman und Diewald sowie den spezifischen Gebrauch in der gesprochenen Sprache.
2.1 Allgemeine Fakten zu den Modalverben: Dieses Kapitel behandelt die Etymologie und die historische Etablierung der Modalverben im Deutschen sowie ihre grundlegende Funktionsweise mit Infinitiven.
2.2 Deutsche Syntax von Pittner und Berman: Hier werden deontische und epistemische Modalität als zwei zentrale Verwendungsarten anhand linguistischer Theorien erläutert.
2.3 Modalverben von Diewald: Dieses Kapitel widmet sich der Differenzierung zwischen deiktischem und nichtdeiktischem Gebrauch der Modalverben nach Gabriele Diewald.
2.4 Modalverben in gesprochener Sprache: Hier liegt der Schwerpunkt auf den "absoluten" Verwendungen der Modalverben in der Alltagskommunikation, etwa als Ellipsen oder mit impliziten Infinitiven.
2.5 Vergleich der Verwendung von Modalverben in der gesprochenen Sprache und in der Literatur: Dieses Kapitel fasst die Untersuchungsergebnisse zusammen und betont die Flexibilität der Modalverben als Hilfs- und Vollverben in beiden Sprachmodi.
3. Schluss: Das Fazit stellt fest, dass Modalverben für die grammatikalische Varianz des Deutschen unverzichtbar sind und ihre Funktionen interaktionsabhängig ständig neu definiert werden.
Schlüsselwörter
Modalverben, Grammatik, Syntax, Deontische Modalität, Epistemische Modalität, gesprochene Sprache, Literatur, Hilfsverben, Vollverben, Sprachwandel, Linguistik, Semantik, Pragmatik, Sprachgebrauch
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die syntaktischen, semantischen und pragmatischen Eigenschaften der sechs deutschen Modalverben (dürfen, können, mögen, sollen, müssen, wollen).
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit beleuchtet die historische Entwicklung, die Einteilung in verschiedene Modalitätsarten sowie den Gebrauch der Verben in schriftlichen Texten und der gesprochenen Sprache.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Vielseitigkeit und die Anwendungsbreite von Modalverben aufzuzeigen und zu belegen, dass sie eine unverzichtbare und lebendige Grundlage der deutschen Sprachwissenschaft darstellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und dem Vergleich von Sprachbeispielen, unter Einbeziehung linguistischer Standards wie der Syntax von Pittner/Berman und der Theorie von Diewald.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Definitionen der Modalverben, unterscheidet zwischen deiktischen und nichtdeiktischen Gebrauchsformen und untersucht deren Rolle in interaktiven Kommunikationssituationen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Modalverben, Modalität, Syntax, Pragmatik, Sprachwandel sowie die Unterscheidung zwischen deiktischer und nichtdeiktischer Verwendung.
Wie unterscheidet sich der deiktische vom nichtdeiktischen Gebrauch?
Nach Diewald dient das Modalverb im nichtdeiktischen Gebrauch als Akteur, während es im deiktischen Gebrauch eher eine Verbindung zwischen dem Sprecher und dem sprachlich Dargelegten schafft.
Können Modalverben auch ohne Infinitiv stehen?
Ja, in der gesprochenen Sprache können Modalverben als Vollverben fungieren, wobei der Infinitiv oft durch Ellipsen oder adverbiale Bestimmungen ersetzt oder implizit vorausgesetzt wird.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2020, Modalverben. Allgemeines und Verwendung in der gesprochenen Sprache und in der Literatur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/950912