Die 60er Jahre - Von der Subkultur zur Massenkultur


Hausarbeit (Hauptseminar), 1999

35 Seiten, Note: 2-

Anonym


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Inhalt

Vorwort

1. Sexuelle Revolution und Aufklärungswelle
a) Sexuelle Revolution
b) Aufklärungswelle Fazit

2. Musikalische Ausdrucksformen Fazit

3. Drogenkultur Fazit

4. Mode Fazit

5. Kommunenbewegung Fazit

6. Frauenbewegung Fazit

7.Untergrundaktivitäten Fazit

Schlußwort

Literaturverzeichnis

Vorwort :

,, Das Aufbegehren gegen die als heuchlerisch. gleichgültig und ungerecht empfundene etablierte Gesellschaft westlicher Prägung fand seine Bewegungsformen in Gegenkulturen. Experimenten mit alternativen Lebens- und Arbeitsformen. Konsumverweigerung. sexueller Libertinage. neuen musikalischen Ausdrucksformen. Drogenkonsum und nicht zuletzt auch provokanten Regelverletzungen im Kleider verhalten."1

In meiner Hausarbeit ,,Von der Subkultur zur Massenkultur" möchte ich die neu entstandenen Subkulturen der 1960er Jahre und die von ihnen ausgehenden Entwicklungen darstellen. In sieben Kapiteln behandle ich die Punkte sexuelle Revolution und Aufklärungswelle, Musik, Mode, Kommunen, Frauenbewegung, Drogen und Undergroundaktivitäten. Unter jedem einzelnen Kapitel ziehe ich ein Fazit zur weiteren Entwicklung und zeige in wie weit sich diese Subkulturen in den späteren Jahren zur Massenkultur entwickelt haben. Die Fazits stützen sich größtenteils auf meine eigenen Erfahrungen und Beobachtungen. In meinem Schlußwort führe ich aus wie diese subkulturellen Erscheinungen einen Beitrag zur Veränderung der ganzen bundesrepublikanischen Gesellschaft von den sechziger Jahren bis zur Gegenwart geleistet haben.

1. Sexuelle Revolution und Aufklärungswelle

a) Sexuelle Revolution :

In den sechziger Jahren trat die Enttabuisierung der bürgerlich-autoritär überformten Normen der Sexualität immer mehr in den Vordergrund der aufklärerischen Arbeit der linksliberalen Intelligenz. Die Linksliberalen setzten hier erst einmal jenen Kampf fort, den ihre aufklärerisch eingestellten Vorgänger bereits in der Weimarer Republik gegen die Paragraphen 175 (Verbot der Homosexualität) und Paragraph 218 (Abtreibung) geführt hatten.2 Dies löste eine breite Diskussion über das Sexualstrafrecht und über mögliche Reformen aus, an der sich auch viele Juristen beteiligten. Das übernommene Sexualstrafrecht der Jahrhundertwende ächtete in 31 Paragraphen jede Art von Sexualität außerhalb der Ehe. Nicht nur die Kuppelei (das Ermöglichen des Geschlechtsverkehrs unter Nichtverheirateten), sondern auch Werbung für empfängnisverhütende Mittel sowie ,,unzüchtige" Schriften und Darstellungen standen unter Strafe.3 Darüber hinaus lehnte man sich gegen die weiterhin streng gehandhabte Zensur aller erotisch gefärbten Schriften auf und trat, wie Ludwig Marcuse in seinem Buch ,,Obszön. Geschichte einer Entrüstung" (1962) für eine Liberalisierung oder gar eine Abschaffung der bisherigen Pornographiebestimmungen ein.4

Ein weiterer wichtiger Theoretiker dieser sexuellen Revolution war der Psychoanalytiker Wilhelm Reich, der in seinen Werken Sexualität und Gesellschaft verknüpfte. Seine bedeutendsten Werke waren : ,,Die Funktion des Orgasmus" (1927), ,,Massenpsychologie des Faschismus" (1933) und ,,Die sexuelle Revolution" (1936).5

Als dann die bisherigen Zensurbestimmungen allmählich gelockert wurden, machte sich fast jede linksliberale Zeitung zum Anwalt der bisher unterdrückten Triebe.6 In einigen links- orientierten Zeitschriften verkam der Anspruch von sexueller Befreiung und Darstellung der Verbindung von Erotik und Politik häufig zu einem Nebeneinander von Pin-ups und Nach- richten.7 Im Zuge dieser Enttabuisierung der Sexualität wurde es möglich in der Öffentlichkeit über Empfängnisverhütung, vor- und außerehelichen Geschlechtsverkehr und ähnlichem zu reden. Erst durch diese neue Offenheit gelang es, bestimmte, bisher als ,,pervers" empfundene Formen der Sexualität zu entkriminalisieren, Fragen der rechtlichen Gleichstellung zu diskutieren und überhaupt eine Atmosphäre der Achtung und des Verständnisses für sexuelle Fragen zu schaffen, welche es in dieser Form bis dahin nicht gegeben hatte.8 Ab Mitte der sechziger Jahre fielen dann in den Massenmedien überall und exzessiv die Hüllen. So präsentierten beispielsweise von 52 Ausgaben des Jahres 1965 27 Titel von ,,Quick" und 28 von ,,Neue Revue" mehr oder weniger nackte Frauen. Ein großes öffentliches Interesse wandte sich Themen wie Geburt, Abtreibung, Prostitution, Ehebruch usw. zu. Alles was mit Sexualität zu tun hatte wurde plötzlich in den Medien behandelt und für die Öffentlichkeit interessant.9

Die Erregung der Öffentlichkeit gelang in ganz besonderem Maße Oswalt Kolle. In seinen Erfolgsserien ,,Dein Kind, das unbekannte Wesen" in der Illustrierten ,,Quick", ,,Dein Mann, das unbekannte Wesen" in der ,,Neuen Revue", ,,Deine Frau, das unbekannte Wesen" wieder in der ,,Quick" und seinen Kinofilmen wurden Erkenntnisse der Psychologie, Pädagogik, Soziologie und Sexualwissenschaft in leicht faßbarer Ausarbeitung und mit konkreten Beispielen solchen Menschen vermittelt, die ansonsten nicht auf die Idee kamen, zur Bewältigung ihrer sexuellen Probleme Hilfe zu Rate zu ziehen.10 Seinen Film ,,Das Wunder der Liebe" sahen 1967 innerhalb von vier Monaten fünf Millionen Bundesbürger. Im selben Jahr feierte auch der staatlich geförderte Aufklärungsfilm ,,Helga. Aus der Intimsphäre einer jungen Frau" in der Bundesrepublik Premiere. Auch er wurde ein Kassenerfolg. Sexuelle Aufklärung wurde zum cineastischen Massenereignis.11 Im Zuge dieser Aufklärungsfilme kam es zwischen 1968 und 1970 zu einer wahren Pornographiewelle in der Bundesrepublik. Dänische Hardcore-Pornos , billige Pornoheftchen, Porno-Comics und billige Sexklamotten wie ,,Schulmädchen Report" überschwemmten den Markt.12

Diese sexuelle Revolution und die mit ihr verbundene neue Freiheit wäre ohne die Antibaby- pille nicht möglich gewesen. Die Pille kam 1961 in der Bundesrepublik auf den Markt. Einige Jahre blieb sie ein Geheimtip für aufgeklärte Ehepaare. Erst Ende der sechziger Jahre konnte sie ihren Durchbruch in der breiten Öffentlichkeit feiern, obwohl sie nicht ganz unumstritten war. In konservativen Kreisen wurde sie wegen ihrer angeblich ,,moralzerrüttenden" Wirkung kritisiert13 und einige Männer fürchteten um ihre Vormachtsstellung, da die Frauen nun in der Lage waren Sex und Kinderkriegen sicher voneinander zu trennen.14 Auch die katholische Kirche sprach sich gegen die Antibabypille aus. So verbot Papst Paul VI. in der Enzyklika ,,Humae Vitae" den Katholiken in aller Welt die Pille und jede andere Art von Empfängnisverhütung.15 Aber trotz aller Kritik setzte sich die Pille als Verhütungsmittel in der breiten Bevölkerung durch und ihre revolutionäre Wirkung für die sexuelle Selbstbestimmung der Frauen war unbestreitbar.

b) Aufklärungswelle in der Pädagogik :

Besonders stark wirkte sich die Aufklärungswelle im Bereich der Pädagogik aus. Sah man von vereinzelten Ansätzen ab, so hatte sich die Schule im 19. und 20. Jahrhundert fast völlig ihrer sexualpädagogischen Aufgabe entzogen. Erst unter dem Einfluß der sexuellen Revolution fanden Stimmen Gehör, die, wie beispielsweise der Psychologe Helmut Kentler, der Psychologe Günther Bittner und der Pädagoge Horst Scarbath, eine Revision der Sexualpädagogik forderten.16 Doch auch die Schüler machten Mobil und forderten mehr Sexualaufklärung und eine freie Sexualität auch für Jugendliche. In vielen Schülerzeitungen der späten sechziger Jahre wurde Sexualität, oft auch in sehr derber Sprache, thematisiert und zu freier Sexualität aufgerufen, was des öfteren zur Zensur von Seiten der Schulleitung führte.17 Auch die Politiker fingen daraufhin an sich mit der Sexualaufklärung der Kinder und Jugendlichen zu beschäftigen. Es kam 1967 zu einer Debatte im Deutschen Bundestag über die Situation der Kinder, bei der die Bundesregierung erklärte, daß die Sexualerziehung der Kinder und Jugendlichen von Seiten der Eltern in unbefriedigender Weise geschehe. Die Kultusminister der Länder wurden aufgefordert, die Aktivitäten der Schulen auf diesem Gebiet weiter zu fördern. Daraufhin hatte die Ständige Konferenz der Kultusminister am 3.10.1968 Empfehlungen zur Sexualerziehung in den Schulen beschlossen. Als Abschluß dieser ersten Phase der Revision der Sexualpädagogik gab die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, beauftragt von der damaligen Bundesministerin für Gesundheitswesen Käthe Strobel (SPD), 1969 einen ,,Sexualkunde-Atlas" heraus, der für die Sexualerziehung in den Schulen gedacht war. Die nüchterne und informative Art mit der im ,,Sexualkunde-Atlas" Themen wie Menstruation, Schwangerschaft, Empfängnisverhütung, Abtreibung usw. behandelt wurden, führte zu langanhaltenden und kontroversen Diskussionen. Besonders von konservativer Seite wurde er heftig kritisiert und beispielsweise als ,,tiefgekühlte Pornographie" bezeichnet. Aber trotz aller Schwächen, die der ,,Sexualkunde-Atlas" hatte, stellte er eine schulpolitische Tat ersten Ranges dar und klärte in bisher noch nicht dagewesener Weise die Schüler auf.18

Fazit :

Seit den sechziger Jahren hat sich viel getan auf dem Gebiet der Sexualität. Viele Ansätze der sexuellen Revolution, die anfangs nur Minderheiten betrafen oder nur von Minderheiten vertreten wurden, erreichten die Mehrheit der Bevölkerung und veränderten die Alltagskultur und den Umgang mit Sexualität in der Öffentlichkeit. Mittlerweile ist es völlig normal in der Öffentlichkeit über Sexualität und alle ihre möglichen Spielarten zu sprechen. Die Menschen setzen sich mehr mit ihrer Sexualität und auch mit ihren sexuellen Problemen auseinander. Bestes Beispiel für diese Offenheit sind die zahlreichen Talkshows und Erotikmagazine im deutschen Fernsehen, obwohl das Thema Sex oft nur für höhere Einschaltquoten sorgen. In den letzten Jahren kam es zu einer verstärkten Kommerzialisierung von Sex, gut zu beobachten am Beispiel der Expansion der Pornobranche. Mittlerweile füllen Pornofilme große Teile der Regale in den Videotheken und sind für jeden Erwachsenen problemlos zugänglich. Doch diese verstärkte Offenheit beim Thema Sex hat auch weitere gesellschaftliche Auswirkungen. Sie trug dazu bei, daß bisher als ,,pervers" angesehene Sexualpraktiken entkriminalisiert wurden. Anknüpfend an die Diskussionen über eine Reform des Sexualstrafrechts in den sechziger Jahren, wurden immer mehr ,,abweichende" Sexualpraktiken gesellschaftsfähig. So wäre beispielsweise die Emanzipationsbewegung der Homosexuellen ohne die sexuelle Revolution nicht denkbar gewesen. Auch Anhänger von Sadomasochismus und Partnertausch profitierten von dieser Offenheit und müssen sich nicht mehr verschämt verstecken. Ganz zu schweigen von vor- oder unehelichen Sex, der mittlerweile eine Selbstverständlichkeit geworden ist, und nur noch von einer kleinen Minderheit abgelehnt wird. In der Sexualaufklärung der Kinder und Jugendlichen hat sich im Laufe der Jahre viel getan. Die große Mehrheit von ihnen ist mittlerweile gut aufgeklärt und über das Thema Empfängnisverhütung informiert. Für Jugendliche ist Sex kein Tabu mehr und es ist gesellschaftlich akzeptiert, daß auch Jugendliche Geschlechtsverkehr haben. Aus diesem Grunde ist es für junge Mädchen kein Problem mehr die Antibabypille zu bekommen und auch Kondome sind in fast jedem Supermarkt zu kaufen.

2. Musikalische Ausdrucksformen

Die jugendliche Subkultur der sechziger Jahre ist eng mit der Mitte des Jahrzehnts auch in Deutschland populär gewordenen neuen Beat- und Rockmusik verbunden.19 Gemeinsames Element und treibende Innovationskraft dieser neuen Musik war ihr Abgrenzungscharakter von der Erwachsenenwelt. Sie war als Teil einer neuen Jugendkultur zu betrachten, die nicht nur ihre eigene Musik hatte, sondern auch eigene Kleidung, Sprache, Normen und Verhaltensweisen. Die Musik transportierte länderübergreifend die Lebensphilosophie der Jugendlichen und schuf ein Zusammengehörigkeitsgefühl.20 Ihren eigentlichen Durchbruch erlebte die neue Musik in der Bundesrepublik um 1965 durch das Bekannntwerden der Beatles. Die Beatles lösten mit ihrer ersten großen Deutschlandtournee 1966 eine Beatwelle aus, welche die Beatmusik für einige Zeit zur beliebtesten Musikrichtung der Jugendlichen machte.21 Im Zuge dieser Verbreitung internationaler Musik in der Bundesrepublik wurde dann auch eine neue und provozierendere Rockmusik unter den Jugendlichen populär. Diese Underground-Rockmusik, die vornehmlich aus den USA und Großbritannien kam, war in ihrem Stil und in ihren Botschaften radikaler und schockierender für die Erwachsenenwelt als die Beatmusik. In ihren Rocksongs wurden Protest gegen die bürgerliche Gesellschaft, freie Sexualität und Drogenkonsum verbreitet. Viele ihrer Texte waren durchsetzt mit damals schockierenden obszönen Redewendungen, beispielsweise der Rolling Stones Song ,,I can´t get no satisfaction". Eine direkte Aufforderung zur Kriminalität war zwar in den wenigsten Liedern enthalten, aber Drogen wurden als ein Mittel thematisiert, mit deren Hilfe man sich von den bürgerlichen Zwängen befreien und ein erweitertes Bewußtsein erlangen könne.22 Es entstanden verschiedene Richtungen dieser neuen Rockmusik. Die bedeutendsten waren :

Schockierende und provozierende Rockmusik :

Diese Rockmusiker gebärdeten sich wild und schockierten mit ihren Texten und ihrem Aussehen die bürgerliche Erwachsenenwelt. Zu den bekanntesten Vertretern dieses Musikgenres gehörten die Rolling Stones, The Who, The Doors, The Fugs, Frank Zappa, Jimi Hendrix und Janis Joplin.23

Protest- oder Folkrock :

Diese Musik stellte sich etwas gemäßigter und ruhiger dar. Hier kam es besonders auf die Texte an, welche sich gegen die bürgerliche Konsum- und Leistungsgesellschaft sowie gegen Krieg, besonders gegen den Vietnamkrieg, wandten. Ihre bedeutendsten Vertreter waren Bob Dylan und Joan Baez.24

Psychedelic- oder Acidrock :

Ihre Musik gab sich revolutionär und pries die bewußtseinserweiternde Wirkung von Drogen, insbesondere von LSD. Dieser Musikstil wurde vor allem von Gruppen wie Jefferson Airplane, Pink Floyd und Grateful Death entscheidend geprägt.25

Aber auch in der Bundesrepublik wurde diese neue Musik gemacht. Es gab deutsche Liedermacher wie Dieter Süverkrüp, Franz Josef Degenhardt und Rolf Schwendner, die sich in ihren gesellschaftskritischen Liedern den Protestrock zum Vorbild nahmen.26 Es formierten sich deutsche Rockgruppen, welche sich besonders vom Psychedelicrock inspirieren ließen. Zu den bekanntesten Gruppen gehörten Tangerine Dream und Amon Düül.27

Gemeinsam mit dieser neuen Musik entstand auch eine neue Form von Rockkonzerten. Es wurden große Open-Air-Rockfestivals veranstaltet, die oft mehrere Tage dauerten, und zu denen die Jugendlichen der Subkultur in Massen und über weite Entfernungen anreisten. Das bekannteste Rockfestival der sechziger Jahre war das Festival in Woodstock, USA, das 1969 stattfand. Ähnliche Szenen spielten sich auch bald in der Bundesrepublik ab. So entstand bei dem ersten Konzert der Rolling Stones auf der Berliner Waldbühne ein Sachschaden von 400000 DM.28 Das größte Musikfestival der damaligen Zeit in der Bundesrepublik waren die Internationalen Essener Song Tage, die vom 25. - 29. September 1968 stattfanden. Es kamen 40000 Besucher und 200 Bands und Sänger traten auf.29 Gegen Ende der sechziger Jahre machten sich Verfallserscheinungen in der Rockmusik-Gegenkultur bemerkbar. Drogen fingen an die Ikonen der neuen Musik zu zerstören. Die ersten prominenten Drogenopfer waren Jimi Hendrix, Jim Morrison und Janis Joplin, die 1969/70 an den Folgen übermäßigen Drogenkonsums starben. Drogen und Gewalt griffen in der Gegenkulturbewegung um sich. Bei einem Konzert der Rolling Stones in Altamont, USA, wurde ein Jugendlicher von der als Ordner engagierten Rockergruppe Hells Angels ermordet.30 Durch die Kommerzialisierung verlor die Rockmusik Ende der sechziger Jahre ihre Unschuld und auch ihre Rolle für die Rebellion, denn die Revolution ließ sich gut vermarkten. Die Schallplattenindustrie machte gute Geschäfte mit der Musik der jugendlichen Subkultur.31

Fazit :

Die Kommerzialisierung und Massenverbreitung der Musik der Jugend ist in den folgenden Jahrzehnten noch weiter fortgeschritten. Musik ist zu einer Ware geworden, die besonders in ihrer massenverbreiteten Form schnellebig und international ist. Viele Musikgruppen sind nur kurzzeitig bekannt und oft von Plattenfirmen aus rein ökonomischen Gründen zusammengestellt worden. Einen ganz entscheidenden Beitrag zu dieser massenhaften Verbreitung haben Musiksender, wie MTV oder VIVA, die Ende der achtziger Jahre entstanden sind, geleistet. Besonders die Musikstile der sechziger, siebziger und frühen achtziger Jahre sind von dieser Kommerzialisierung betroffen. Von Plattenfirmen und Musikpresse angeregte Revivalbewegungen haben zur erneuten Massenverbreitung beigetragen. Selbst ehemals schockierende Musikgruppen der Subkultur der Sechziger sind von diesem Prozeß nicht ausgenommen. Bestes Beispiel dieser Entwicklung sind die Rolling Stones. Am Beginn ihrer Karriere wirkten sie mit ihrer Propagierung von Sex und Drogen provozierend für die bürgerliche Erwachsenenwelt. Mittlerweile sind ihre Konzerte Massenereignisse, an denen die ganze Familie teilnehmen kann. Und die Konzerte werden sogar von großen Industriekonzernen, wie beispielsweise der Volkswagen AG gesponsert. Subkultur entwickelte zur Massenkultur. Die beginnende Aufspaltung der Musik, welche Ende der sechziger Jahre begonnen hat, hat sich in den folgenden Jahren weiter fortgesetzt. Es entstanden viele neue unterschiedliche Musikrichtungen, die von jugendlichen Subkulturen ausgegangen sind, wie z. B. Punk, New Wave oder Gothic Rock. Mittler-weile hat jede Subkultur ihre eigene Musik, die sich von den anderen Stilen deutlich abgrenzt.

3. Drogenkultur

Gegen Ende der sechziger Jahre nahm der Konsum von Drogen, insbesondere von Haschisch und Marihuana, unter jungen Leute in der Bundesrepublik zu . Erstmals konnte man von einem verbreiteten Gebrauch illegaler Drogen unter deutschen Jugendlichen und jungen Erwachsenen reden. Neben Haschisch verbreitete sich in einem geringeren Ausmaß auch LSD.32 Drogen wurden zu einem Wegbegleiter der neuen jugendlichen Subkultur. Der Akt des Marihuanarauchens wurde oft als Aufnahmeritual in die Jugendkultur betrachtet, und die Drogen breiteten sich rasch aus. Besonders in der Hippie-Bewegung wurden Drogen zu einem festen Bestandteil. Die Hippies, die aus der bürgerlichen Konsum- und Leistungsgesellschaft aussteigen wollten, suchten nach dem Sinn des Lebens durch mystische Entrückung mit Hilfe von Drogen (Marihuana, LSD, Meskalin u. a.) und alternativen Lehrern (wie z. B. Carlos Castaneda). Bewußtseinserweiterung mit Hilfe von Drogen wurde zu einem Schlagwort. Zu einem Propheten dieser neuen Drogenkultur wurde der ehemalige Harvardpsychologe Timothy Leary. Leary experimentierte zusammen mit Richard Alpert, einem anderen Harvardpsychologen, außer mit Marihuana auch mit dem neuentwickelten Halluzinogen LSD (Lysergsäurediaäthylamid). Sie behaupteten in ihren Experimenten Stadien eines erweiterten Bewußtseins entdeckt zu haben. Nachdem sie wegen ihrer Drogenpropagierung von der Universität entlassen wurden, stieg Leary zum ,,LSD-Guru" auf und gab der Jugend den Rat ,,to turn on, tune in, and drop out". Seine Idee war es, die Gesellschaft durch Drogen und Bewußtseinserweiterung zu verändern.

Es gab eine enge Verbindung zwischen der neuen revolutionären Rockmusik und der Drogenkultur. In den Texten der Rockgruppen der Subkultur wurde häufig Drogenkonsum thematisiert und propagiert. Drogen wurden als selbstverständliche Wegbegleiter der Gegenkultur angenommen, mit deren Hilfe man sich von der Enge der spießigen bürgerlichen Welt und Moral befreien wollte. Eine spezielle Art der Rockmusik entstand, der sogenannte Psychedelic- oder Acid-Rock. In dieser neuen Musikrichtung sollten die Gefühle des Drogenrausches nachempfunden oder unterstützt werden. Viele dieser Musikstücke entstanden angeblich im Drogenrausch. Zu den bekanntesten Gruppen gehörten Jefferson Airplane, Grateful Dead und Pink Floyd.33

In der Bundesrepublik entstand gegen Ende des Jahrzehnts eine subkulturelle Untergruppe, die sich provozierend ,,Haschrebellen" nannte. Ihre Philosophie bestand darin durch verstärkten Drogenkonsum bewußt gegen die bestehenden Gesetze zu verstoßen, um so die deutsche Gesellschaft zu provozieren beziehungsweise zu verändern. Nach ihrer Ansicht war Drogengebrauch eine gesellschaftlich subversive Handlung. Am stärksten war diese Gruppe in Westberlin verbreitet, wo sie sich in illegalen Haschkneipen trafen um sich dort mit Haschisch, Marihuana und LSD in einen psychedelischen Rausch zu versetzen. Sie veranstalteten öffentliche Smoke-ins, bei denen sie sich auf die These ihres Gurus Timothy Leary beriefen : ,,Wenn sich jeder anturnen würde, wären die Straßen bald mit Gras überwachsen, und schuhlose, schlipslose Götter würden durch die Straßen tanzen". Einige aus dieser Gruppe gründeten 1970 in Westberlin den ,,Zentralrat der umherschweifenden Haschrebellen".34 Besonders in den Metropolen, beispielsweise Berlin, wuchs die Drogenszene schnell. Bereits 1967 war dort der Genuß von Cannabis ein Massenphänomen. An der Gedächniskirche und der Halensee-Brücke trafen sich Hippies und Gammler. Man versammelte sich zu Smoke-ins im Tiergarten, wo auch der ,,Zentralrat der Umherschweifenden Haschrebellen" tagte, getragen vor allem von Oberschülern und Studenten. Auf den zahlreichen Szene-Festen waren Joints selbstverständlich.35 Auch in der Provinz verbreitete sich der Drogenkonsum; schneller als die politische Revolte der Protestbewegung. Die subkulturelle Jugendbewegung der sechziger Jahren begann sich langsam aufzuspalten. Die politische Protestbewegung fing an sich von der Drogenszene abzuwenden, da ihrer Meinung nach die Drogen Apathie und Passivität förderten und so die Kraft für den politischen Kampf nähmen. Drogen und politischer Kampf schienen nicht mehr vereinbar.36 Langsam fingen die Drogen an die Gegenkultur zu verändern und zu zerstören. Gewalt und organisiertes Verbrechen infiltrierte den lukrativen Drogenmarkt. Die Art des Drogenkonsums veränderte sich. Der Trend ging von den bewußtseinserweiternden Drogen Cannabis und LSD hin zu den harten, betäubenden und euphorisierenden Drogen Heroin und Kokain. Damit verbunden war eine neue Funktion des Drogengebrauchs. Die angebotenen Drogen erwiesen sich nicht mehr als Mittel für eine Reise in eine andere unbekannte Welt, sie verschafften nur noch kurzfristige Erleichterung und reproduzierten im übrigen das längst Bekannte. Es gab die ersten prominenten Drogenopfer. 1969/70 starben die Musiker Jimi Hendrix, Janis Joplin und Jim Morrison an den Folgen ihres übermäßigem Drogenkonsums.37 Auch in den deutschen Metropolen veränderte sich die Drogenszene. In Berlin beispielsweise wurde immer häufiger mit harten Drogen wie Heroin und Kokain gedealt. Im Jahre 1975 wurde die sogenannte ,,Berliner-Tinke" erfunden, eine aufgrund ihres geringen Preises sich rasch zum Verkaufsschlager entwickelnde, heroinähnliche Mischung aus einer Morphin-Base und Essigsäure. Es fand eine Trennung von weicher und harter Drogenszene statt. Jetzt waren auch vermehrt Arbeiter und Jüngere dabei. In den siebziger Jahren war in Berlin und anderen deutschen Großstädten ein erster Höhepunkt der Drogenwelle erreicht, einhergehend mit zunehmender Kriminalisierung und Brutalisierung der Szene.38

Fazit :

Im Laufe der Jahre hat sich in der Bundesrepublik Deutschland eine Drogenkultur etabliert. Aber die Drogenkultur der Neunziger ist nicht mehr dieselbe wie die der Sechziger. Mittlerweile haben sich Drogen weiter verbreitet und ihr Konsum hat zugenommen. Man kann zwar nicht behaupten, daß alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen Drogen konsumieren, aber ihre Zahl ist nicht zu unterschätzen. Besonders Cannabisprodukte wie Haschisch und Marihuana sind unter Jugendlichen weit verbreitet. Neu im Gegensatz zur Drogenkultur der sechziger Jahre ist, daß Haschisch und Marihuana auch in ländlichen Gegenden keine Seltenheit mehr sind und, daß sie keineswegs nur von Jugendlichen der Subkultur konsumiert werden. Es sind häufig ganz normale Jugendliche, die ab und zu einen Joint rauchen. Auch reagiert mittlerweile die Gesellschaft anders auf solche ,,weichen" Drogen wie Cannabis. In vielen Bundesländern ist es mittlerweile Praxis, daß der Besitz von kleinen Mengen zum Eigenbedarf nicht mehr strafverfolgungswürdig ist. Ein gutes Beispiel dafür, daß nicht nur subkulturelle Jugendliche Drogen nehmen, ist die sogenannte Partydroge Ecstasy (XTC). Viele Ecstasy-Konsumenten führen ein ganz normales und geregeltes Leben, gehen ihrer Arbeit nach und verhalten sich gesellschaftskonform. In den neunziger Jahren hat sich die Drogensubkultur, zumindest bei den Jugendlichen, zu einer Massenkultur entwickelt. Dadurch haben sich auch die Gründe für den Drogengebrauch verändert. Nicht mehr die Bewußtseinserweiterung und die Suche nach dem Sinn des Lebens wie bei den Hippies steht im Vordergrund; heute werden Drogen genommen um Spaß zu haben, von Problemen abzulenken oder um sich einfach zu betäuben.

4. Mode

In den sechziger Jahren kam es zu einer weltumspannenden Expansion der Mode, da sie mit den Neuheiten, die sich global verbreiteten, übereinstimmte. Politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Bewegungen fanden auch in der Mode ihren Ausdruck. Zusammen mit der Antibabypille und der sexuellen Revolution kam der Minirock und die Transparent-Mode auf. Der Fortschritt in der Weltraumforschung und die Zukunftseuphorie schlug sich modisch im Weltraum-Look nieder. Die neuen jugendlichen Subkulturen lösten die Hippiemode aus.39 Die Jugend wurde tonangebend in der Mode und entwickelte sich zur stärksten Käuferschicht. Es entstand der ,,Jungsein ist in" Trend, dem durch die Einrichtung von Beatshops, Twen Boutiquen und Fashion Corners in den großen Kaufhäusern Rechnung getragen wurde. In dieser Zeit erlebte die Bekleidungsindustrie einen wahren Boom.40 Es setzte sich erstmals eine ,,Unterschicht-Fashion" durch, begründet durch Mary Quant, der Erfinderin des Minirocks, die eine preiswerte Mode für die junge Leute entwickelte. Was fortan in der Londoner Carnaby Street und auf Europas Flohmärkten zu erstehen war, war ein bunter Protest gegen das konservative Modediktat.41 Die Modevorbilder der damaligen Zeit waren zum einem Frauen aus der High Society, an denen sich eher die etwas angepaßteren Frauen orientierten. Vorbilder für diesen Frauentyp waren Julie Christie, Brigitte Bardot, Farah Dibah und Jackie Kennedy. Amerikas First Lady, Jackie Kennedy, kleidete sich jugendlich und trug auch in der Öffentlichkeit Hosen. Ihre Etuikleider wurden bald zum Modehit.42

Aber auch die jugendliche Subkultur hatte ihre Modeleitbilder. Eines der bekanntesten Vor- bilder war das englische Fotomodell Twiggy, die den Trend knabenhaft schlank zu sein ver- körperte, und viele junge Frauen zu Hungerkuren trieb. Die Anhängerinnen der Gegenkultur orientierten sich auch an dem farbigen englischen Modell Marsha Hunt, die mit schwarz- ledernen Hot Pants, ungezähmter Afromähne und geballter Faust wilde Weiblichkeit re- präsentierte. Aber auch deutsche Fotomodelle wurden zu modischen Trendsettern. Zum einem war da Veruschka Gräfin Lehndorff, die mit dem Hauch des sentimental-feurigen Russischen spielte. Das andere modische Leitbild war Uschi Obermaier, die zusammen mit dem bekannten Kommunarden Rainer Langhans in der Kommune 1 lebte.43 Es gab in den sechziger Jahren extrem unterschiedliche Modetrends. Diese Trends waren erstens der sogenannte Weltraum-Look, in welchem sich der Fortschritt in der Weltraum- forschung modisch niederschlug. Charakteristisch für diese Mode waren klare Linien, kontrastierende Farben, vorzugsweise Schwarz und Weiß, und Materialien wie Lack und silbrig glänzende Stoffe. Im Gegensatz dazu stand die Hippie-Mode, die Mitte des Jahrzehnts von den USA nach Europa kam. In dieser Mode trug man bunte und unkonventionelle Kleidung, welche von Völkern ferner Länder inspiriert war. Alles was funktionell und repräsentativ war wurde abgelehnt. Die jungen Frauen trugen lange Röcke oder Jeans. Das wichtigste Attribut der Hippie-Mode war die Blume, die man als Haarschmuck oder gedruckt auf Jeans, T-Shirts und Röcken trug. Ein anderer modischer Trend, der eng mit der sexuellen Revolution zusammenhing, war der Transparent-Look. Diese Mode war vor allem gekennzeichnet durch durchsichtige Blusen, die man oft ohne Dessous trug.44 Das bedeutendste Symbol der neuen Damenmode und des neuen weiblichen Selbstbewußtseins der sechziger Jahre war der Minirock. Er wurde in London von der jungen Modedesignerin Mary Quant, welche die neue Mode des Swinging London entscheidend mitprägte, erfunden. Kein anderes Kleidungsstück hat in den letzten Jahrzehnten so viel Furore gemacht. Manche Frauen waren begeistert und betrachteten ihn als eine Befreiung von der strengen Moral der fünfziger Jahre. Andere fühlten sich durch den Minirock zum Sexobjekt der Männer degradiert. Besonders konservative Moralhüter und die katholische Kirche verdammten ihn als ,,unzüchtige" Kleidung, die zu Promiskuität und Sittenlosigkeit führe.45 Gleichzeitig mit dem Minirock konnte sich die Feinstrumpfhose durchsetzen, die das Problem des ,,Darunter" löste. Fortan trug man sie in allen möglichen Farben und Mustern. Ein weiteres Kleidungsstück, daß in den Sechzigern gesellschaftsfähig wurde, war die Hose für Frauen. Insbesonders die Jeanshose setzte sich durch. Dieser Modetrend wurde von einem Großteil der weiblichen Jugend durchgesetzt, die damit ihre Ablehnung der Konventionen der Erwachsenenwelt ausdrückte. Die Jeanshose sah man bei Demonstrationen, Open-Air- Festivals und überall dort, wo weibliche und auch männliche Jugendliche dieses Kleidungsstück benutzten, um ihrer kollektiven Identität des ,,Nichtangepaßtseins" Ausdruck zu verleihen. Es vollzog sich ein Bedeutungswandel der Jeans von der ,,Nur-Freizeitkleidung" hin zur Alltagskleidung. Dies ging nicht ohne Probleme vor sich. Es ging sogar so weit, daß in manchen Schulen und Büros das Tragen von Jeans verboten wurde.46 Eine anderer Modestil der jugendlichen Subkultur war neben der bereits erwähnten Hippiemode, die Gammlermode. Ihr wichtigstes Attribut war der Parka. Ende des Jahrzehnts kam die Mode auf Schwarz. Viele junge Mädchen trugen vorwiegend schwarze Kleidung, ganz besonders der enge schwarze Rollkragenpullover wurde zum Modehit. Desweiteren wurden enge schwarze Hosen, Plateauschuhe und hohe Stiefel getragen. Auch das Make-up paßte sich dieser Mode an, die modebewußte junge Frau trug dicke schwarze ,,Balken" (Lidstrich) um die Augen und häufig lange künstliche Wimpern.47

Ab Mitte der sechziger Jahre machte sich auch in der Herrenmode ein Stilwandel bemerkbar. Man trug buntere und stärker gemusterte Kleidung, oft auch aus neuen Kunstfasern. Die Freizeit rückte mehr in den Vordergrund und die Kleidung wurde ungezwungener und bequemer. Der modische Mann trug Polohemden, und auch Pullover wurden auch zum Anzug gesellschaftsfähig. In der Saison 1968/69 wurde der Pullunder zum absoluten Modeschlager. Wie in der Damenmode setzte sich auch bei den Männern die Jeanshose und das T-Shirt durch. Besonders Jugendliche, die sich der Subkultur zugehörig fühlten, trugen diese unkonventionelle Kleidung. Die männliche Haarmode änderte sich entscheidend. Neben der von der Erwachsenenwelt abgelehnten Beatlesfrisur, setzten sich auch lange Haare bei den männlichen Jugendlichen durch. Mit dieser Haartracht zeigte man, daß man Bürgerlichkeit und konventionelle Moral ablehnte. Von der bürgerlichen Öffentlichkeit wurde diese Frisur strikt abgelehnt und es kam sogar zu Beschimpfungen und Gewalt gegen langhaarige Männer. 48

Fazit :

Die Kleidung der jugendlichen Subkultur der Sechziger wandelte sich im Laufe der Jahre zur Kleidung der Massen. Dies läßt sich am besten am Beispiel der Jeanshose dokumentieren. In den sechziger Jahren wurde die Jeanshose weitgehend nur von Jugendlichen getragen. Sie war ein Symbol der Revolte gegen die konservative Erwachsenenwelt und ihre etablierten Normen und Schönheitsideale. Mittlerweile kann man die Jeanshose als einen Teil der Massenkultur betrachten. Die Jeans wird von allen Altersklassen und allen Gesellschaftsschichten gleichermaßen getragen. Auch in Schule und Beruf ist diese Kleidung kein Tabu mehr. Man sieht heute sogar häufig, daß die Hose der Hippie-Revolution in Kombination mit Hemd und Krawatte getragen wird. Auch andere modische Schocks der sechziger Jahre haben sich mittlerweile etabliert. So ist es in den 90er Jahren keine Provokation der Gesellschaft mehr, wenn Männer lange Haare haben. Und auch der Minirock, der anfangs konservative Moralhüter schockierte, ist heute ein ganz normales Kleidungsstück, und wird sogar im Büro mit passender Jacke als Kostüm getragen. Die jugendliche Mode der Sechziger ist in der heutigen Zeit eine Kleidung, die auch von älteren Menschen angezogen wird, sie hat sich zur Massenkleidung entwickelt.

5. Kommunenbewegung

Mitte der sechziger Jahre entstanden in Berlin die ersten Wohngemeinschaften, Kommunen genannt. Die erste Kommune, die von sich reden machte, war die Kommune 1.49 Sie wurde in der Silvesternacht zum 1. Januar 1967 von zwölf SDS-Mitgliedern in Westberlin gegründet. Die prominentesten Gründer waren Rainer Langhans, Dieter Kunzelmann und Fritz Teufel.50 Die Kommunarden praktizierten eine Lebensweise, die bürgerliche Tugenden wie Ordnung, Sauberkeit und Anpassung ablehnte. Sie provozierten mit Spott auf die Justiz (wenn es der Gerechtigkeit diene, wolle er durchaus aufstehen, meinte Fritz Teufel bei einem Gerichtsverfahren), Pornographie, Unsauberkeit und vor allem aber mit Gruppensex. Man wehrte sich gegen den Sauberkeitswahn und die Warenästhetik der bürgerlichen Konsumgesellschaft.51 Den Kommunarden ging es nicht mehr nur um Politik, sondern um ein bewußt schockierendes Sichausleben. So erklärte Dieter Kunzelmann : ,,Was geht mich Vietnam an, ich habe Orgasmusschwierigkeiten". Im Sinne der Theorie Wilhelm Reichs versuchten sie der herrschenden Leistungsmoral und Triebunterdrückung innerhalb der bürgerlichen Gesellschaft eine andere Lebens-und Wohnalternative entgegenzusetzen. Man legte alle Hemmungen ab und lebte die Theorie der antiautoritären Protestbewegung.52 Die Kommune 1 wurde politisch aktiv mit Flugblättern und Demonstrationen, vor allem aber indem sie ihr privates Verhalten zum öffentlichen Ereignis erklärte und so Reaktionen provozierte. Ihre spektakulärsten Aktionen waren das Brandstifter-Flugblatt, das Puddingattentat auf den US-Vizepräsident Humphrey und zahlreiche Prozesse, in die ihre Mitglieder verwickelt waren. Im Mai 1967 wurde die Kommune 1 aus dem SDS ausgeschlossen.53 Die Presse und die bürgerliche Öffentlichkeit reagierten heftig auf die Kommune 1. Man war schockiert, aber andererseits auch sehr interessiert, besonders der Gruppensex schien die bürgerliche Phantasie sehr zu beschäftigen. In vielen Zeitungen und Zeitschriften konnte man von den verwahrlosten, schmutzigen und unmoralischen Kommunarden lesen.54 Bald darauf wurde die Kommune 2 gegründet. Hier wurden mehr psychologische als politische Diskussionen geführt. Wem es schlecht ging, der mußte dies ausführlich erläutern und begründen. Man diskutierte stundenlang und teilweise wurden diese

Diskussionen mit Tonband und schriftlichen Protokoll dokumentiert. Diese gesammelten Diskussionen wurden 1969 von der Kommune 2 in dem Reader ,,Versuch der Revolutionierung des bürgerlichen Individuums" veröffentlicht.55 Weitere Kommunen ent- standen. Die bekanntesten waren die Wielandkommune, mit den bekannten Mitbewohnern Bommi Baumann und Georg von Rauch, die Linkeck Kommune und die Kommune 99.56 Die Leistung der Kommunenbewegung für die antiautoritäre Protestbewegung war die, daß sie jeden Protest in eine Provokation verwandelte. Ein Beispiel dafür ist das Auftreten Fritz Teufels und Rainer Langhans vor Gericht. Die Art wie sie vor Gericht auftraten, auf witzige Art die Spielregeln durchbrachen, deckte die Schwächen und Fehler der bürgerlich-autoritären deutschen Nachkriegsgesellschaft auf und gab diese der Lächerlichkeit preis.57

Fazit :

Aus der Kommunenbewegung hat sich im Laufe der Jahre die anerkannte Lebensweise Wohngemeinschaft entwickelt. In der heutigen Zeit sind Wohngemeinschaften, besonders in Universitätsstädten, eine ganz normale Wohnform, die niemanden mehr in irgendeiner Weise schockiert. Aber nicht nur in Städten, auch auf dem Land sind Wohngemeinschaften keine Seltenheit mehr. Die Wohngemeinschaft, heute benutzt man den Begriff Kommune nicht mehr, hat sich von einer Lebensform der Subkultur der sechziger Jahre zu einer Wohnform der Massenkultur entwickelt. Heute spielen die damaligen Theorien von Selbstbefreiung, Revolutionierung des Alltags und Aufhebung der Herrschaftsstrukturen der traditionellen Familie keine Rolle mehr in den Wohngemeinschaften. Die politischen und gesellschaftlichen Theorien sind vergessen. Meistens ist der Hauptgrund, weshalb jemand in einer Wohngemeinschaft lebt, die finanzielle Seite. Gerade für junge Menschen und Studenten ist es preisgünstiger mit mehreren Leuten eine Wohnung zu teilen, als alleine zu leben. Auch die Attribute, wie Unsauberkeit, Unkonventionalität und Gruppensex, die man den damaligen Kommunen zuschrieb, sind heute nicht mehr gültig. Oft sind die Aufgaben des Alltags, wie beispielsweise das Putzen, durch Pläne geregelt und das Thema Gruppensex steht nicht mehr auf der Tagesordnung.

6. Frauenbewegung

Der Wert der individuellen Autonomie hat für die Frauen ab Mitte der sechziger Jahre zu- genommen. Sie waren nicht mehr bereit in die vorgefertigten Rollenmuster zu schlüpfen. Die Forderung nach persönlicher Autonomie, auch innerhalb des Familienlebens, wurde laut. Dies kam dadurch zum Ausdruck, daß Frauen die Institution Ehe, die Hausfrauenrolle und die traditionelle Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern zu hinterfragen begannen und teilweise ablehnten. Ein wichtiges Mittel, welches den Frauen die Erfüllung dieses Wunsches nach Unabhängigkeit ermöglichte, war die Berufstätigkeit. Der Wertewandel innerhalb der Familie und der Sexualität, welcher sich in den sechziger Jahren vollzogen hat, unterstützte diese Forderungen. Es war ein Anstieg von Scheidungen und Trennungen, sowie eine Zunahme der erwerbstätigen Frauen festzustellen. Im Jahrzehnt der sexuellen Revolution bekam das Ausleben der sexuellen Freiheit auch bei Frauen einen höheren Stellenwert, nicht zuletzt durch die Einführung der Antibabypille. Dieses neue weibliche Selbstbewußtsein verbunden mit den oben erwähnten Forderungen führte in den Jahren 1967 bis 1970 zum Entstehen eines neuen Feminismus und einer neuen Frauenbewegung. Es formierten sich feministische Gruppen, die ein breites Spektrum an politischen Ansichten und organisatorischen Methoden aufwiesen. Ein wichtiges Ziel dieser neuen feministischen Bewegung war die psychologische Befreiung der Frau. Aus diesem Grund stand der Kampf gegen die sexuelle Unterdrückung und die patriarchalischen Verhaltensweisen im Vordergrund. Sie wollten eine weibliche Gegenkultur zur reinen Männerkultur schaffen. Das wirklich neue an dieser Frauenbewegung war die radikalfeministische Position, die sich an internationalen Vorbildern orientierte.58 Man nahm sich unter anderem radikal-feministischen Gruppen in den USA zum Vorbild. Die bekanntesten waren die ,,Redstockings", die ,,Radical Feminists", die ,,WITCH-Gruppen" ( ,,Women´s International Terrorist Conspiracy from Hell") und die ,,SCUM-Gruppe" (,,Society for Cutting up Men"), welche zum Teil auch zu Gewalt gegen Männer aufriefen. Ein weiteres Vorbild für die deutschen Feministinnen waren die ,,Dollen Minnas" aus den Niederlanden und die dänischen ,,Rotstrümpfe". Diese Gruppen traten für kostenlose Abtreibung ein, verbrannten öffentlich Korsetts und Büstenhalter und manche liefen sogar mit offener Bluse oder nackten Hintern durch die Straßen. Sie taten alles um die Männerwelt zu provozieren.59 Zu ähnlichen Mitteln griffen dann auch um 1968/69 einige der deutschen Feministinnengruppen. Man konnte bald Sprüche hören wie ,,Runter mit den Büstenhaltern" oder ,,Verbrennt die Lockenwickler, Staubtücher, Stenoblocks und falschen Wimpern". Einige dieser Gruppen, wie die Münchner ,,Pop-Amazonen" um Adelheid Schuster-Opfermann oder die Mitglieder des Frankfurter ,,Weiberrats", begannen den Männern ihr Gewaltmonopol streitig zu machen, und fingen an in Umkehrung bisheriger Praktiken, hinter Männern herzupfeifen, ihnen in den Hintern zu kneifen oder auch Professoren und Richter mit nackten Brüsten zu konfrontieren.60 Im Januar 1968 bildeten einige Frauen, die dem SDS angehörten oder ihm nahestanden, in Westberlin einen Arbeitskreis nur für Frauen. Darunter waren Dorethea Ridder, Mitglied der Kommune 1, Sigrun Fronius, Asta-Vorsitzende der Freien Universität und die Filmemacherin Helke Sander. Aus diesem Arbeitskreis entstand dann der ,,Aktionsrat zur Befreiung der Frau". Es handelte sich bei dieser Gruppe um die erste, die sich im Zuge der 68er Bewegung als reine Frauengruppe formierte. Vom SDS beeinflußt begannen die Frauen schnell, die männlichen Genossen zu kritisieren.61 Ihrer Meinung nach sei der SDS in Bezug auf die Frauenemanzipation ein Spiegelbild der Gesellschaft, und die Frauen würden genauso unterdrückt und benachteiligt würden wie in der Gesamtgesellschaft.62 Einige Frauen äußerten ihre Kritik radikaler; sie bewarfen die führenden Sprecher des SDS auf einer Konferenz mit überreifen Tomaten um ihrem Unmut Nachdruck zu verleihen.63 Auch in Frankfurt war die Wut der Frauen über die Männer im SDS groß. Sie kritisierten, daß diese jahrelang die Hilfsdienste ihrer Freundinnen und Frauen in Anspruch genommen hatten, während sie selbst auf den Podien der Diskussionsveranstaltungen und an der Spitze der Demonstrationszüge im Rampenlicht der Öffentlichkeit standen. Aus diesem Grunde gründeten diese Frauen 1968 den Frankfurter ,,Weiberrat", um wenigstens in der linken Bewegung ein gleichberechtigtes Verhältnis zwischen den Geschlechtern zu schaffen.64 Eine der spektakulärsten Aktionen des Frankfurter ,,Weiberrats" war ihre Flugblatt-Aktion vom November 1968. Sie veröffentlichten ein Flugblatt, auf dem eine Genossin abgebildet war. Sie lag lasziv auf einer Matratze ausgestreckt, ein Hackebeil in der Hand, einen phallischen Hut auf dem Kopf, über sich numeriert sechs Penistrophäen von sechs namentlich aufgeführten prominenten Frankfurter SDS-Mitgliedern.65 Von dem ,,Aktionsrat zur Befreiung der Frauen" ging noch eine weitere Iniative aus. Erstmals richtete der ,,Aktionsrates" auf dem Berliner Vietnamkongreß im Februar 1968 in der Technischen Universität einen provisorischen Kindergarten ein, um so auch Müttern die Teilnahme am Kongreß zu ermöglichen. Die Diskussionen um die Befreiung der Frauen von der Kinderbetreuung wurden fortgesetzt, und das Modell des Kinderladens entwickelt. Man mietete verlassene Läden und Fabrikräume, die mit Kinderspielzeug ausgestattet wurden. Die ersten Kinderläden entstanden im Mai 1968. Im März 1969 gab es schon 15 Kinderladen-Gruppen, die im ,,Zentralrat der Kinderläden" zusammengeschlossen waren. Als Lehrbuch dienten Vera Schmidts Aufsätze ,,Modelle antiautoritärer Erziehung", in denen über die Erfahrungen in dem russischen Kinderheim- Laboratorium in Moskau von 1924 berichtet wird, in dem man eine neue nichtautoritäre Kindererziehung erprobte.66 Leitgedanke vieler Mütter war, daß sie ihre Kinder nicht mehr nach dem Prinzipien des Konkurrenzkampfes und der Leistungsgesellschaft erziehen wollten, da diese Erziehung die Voraussetzung für das Weiterbestehen des kapitalistischen Systems sei.67 Kernpunkte dieser neuen Pädagogik waren Abbau der Eltern-Kind-Fixierung durch Gruppentherapie, Übertragung der Kinderbedürfnisse auf das Kinderkollektiv, Freiheit in der Befriedigung libidinöser und sexueller Bedürfnisse, keine Anwendung von Strafen, sowie die Entwicklung von Lernprozessen vom Kinde aus.68 Die Einheit der neuen Frauengruppen währte nicht lange. Im ,,Aktionsrat zur Befreiung der Frauen" bildeten sich zwei Fraktionen. Die eine Fraktion verstand sich als radikale Feministinnen, welche eine Beteiligung an den Institutionen der Männergesellschaft konsequent ablehnten, zum Beispiel an Parteien, Gewerkschaften. Die zweite Fraktion waren politisch linke Frauen, die sich als Teil der Arbeiterbewegung verstanden. Im Herbst 1969 wurden die Differenzen so unüberbrückbar, daß sich der ,,Aktionsrat" spaltete. Aus der feministischen Fraktion wurde eine neue Frauengruppe, mit dem Namen ,,Brot und Rosen". Der linke Flügel gründete im Dezember 1970 den ,,Sozialistischen Frauenbund Westberlin".69 Anfang der siebziger Jahre fanden die unter-schiedlichen deutschen Frauengruppen durch den Kampf gegen den Paragraphen 218 wieder eine gemeinsame Basis. Höhepunkt der Kampagne gegen die Abtreibungsgesetze war die Bekennerinnenaktion in der Illustrierten ,,Stern". Im Sommer 1971 bekannten 374 Frauen mit ihrem vollen Namen im ,,Stern", daß sie abgetrieben hatten. Mit diesem Bekenntnis lösten sie eine große Diskussionswelle über den Paragraphen 218 und über Abtreibung allgemein aus.70

Fazit :

Die Frauenemanzipation ist mittlerweile gesellschaftlich anerkannt. Heute wird fast niemand mehr bestreiten, daß die Gleichberechtigung der Frauen in allen Lebensbereichen legitim ist. Für die jungen Frauen ist es selbstverständlich, daß sie die selben Rechte wie Männer haben. Die Bemühungen der Frauenbewegung haben erreicht, daß sich das Geschlechterverhältnis entscheidend verändert hat. Gerade bei jungen Menschen ist es relativ normal, daß Frauen und Männer ein partnerschaftliches Verhältnis zueinander haben. Hausarbeit ist nicht mehr nur Frauensache, viele Männer, vor allem die jüngeren, teilen sich mit ihren Partnerinnen die Arbeit im Haushalt. Dem zu Folge ist die Rolle der Hausfrau und Mutter nicht mehr das einzig erstrebenswerte Ziel für die Frau. Viele streben eine berufliche Karriere an. In den neunziger Jahren ist der Bildungsgrad und die Zahl der Frauen mit abgeschlossener Berufsausbildung erheblich höher als in den Sechzigern. Man denkt nicht mehr, Mädchen heiraten ja sowieso. Die Ehe ist kein Muß mehr. Viele Paare leben auch ohne Trauschein zusammen und alleinerziehenden Mütter sind keine Seltenheit. Der Großteil der Frauen hält sich heute für emanzipiert, obwohl sich die wenigsten als Feministinnen bezeichnen würden.

Viele Forderungen der Frauenbewegung der sechziger und siebziger Jahre sind Normalität. Die Frauenemanzipation ist zu einer Massenkultur geworden, wobei sie aber auch ihre Radikalität verloren hat. Und natürlich ist noch nicht in allen Lebensbereichen eine völlige Gleichberechtigung erreicht und vieles ist für Frauen immer noch schwerer zu erreichen als für Männer. Die Kinderladenbewegung, die aus der Initiative der Feministinnen hervorging, hat die Kindererziehung grundlegend verändert. Zwar hat sich die Theorie der antiautoritären Erziehung nicht durchgesetzt, aber die Erziehungsinhalte und -ziele haben sich doch geändert. Mittlerweile sind Erziehungsziele wie Kritikfähigkeit, Toleranz, Kommunikationsbereitschaft gesellschaftlich anerkannt. Auch die Anwendung von körperlichen Strafen hat sich verringert und wird von der Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt.

7. Undergroundaktivitäten

Ab Mitte der sechziger Jahre entwickelte sich in der Bundesrepublik Deutschland eine Underground-Bewegung. Viele Jugendliche, besonders aus dem mittleren und höheren Bürgertum, landeten in der Zeit zwischen 1968 und 1970 in der Underground-Szene. Anstatt sich für überindividuelle Ziele einzusetzen, gaben sich diese Subkulturen immer mehr ihrer Lust an allem bisher Verbotenen, Tabuisierten und Wildem hin. Zu dieser Subkultur gehörte ein freies Ausleben der Sexualität, Drogenkonsum, eine möglichst laute, anheizende Musik, eine mit Obszönitäten durchsetzte Sprache, unkonventionelle Kleidung, eine allgemeine Schlampigkeit und eine Ablehnung von allem Normalen, Spießigen und Bürgerlichen. Ihre Idole waren nicht Persönlichkeiten der bisherigen Geschichte und Kunst, sondern eher die Buhmänner der von ihnen abgelehnten Gesellschaft, wie Che Guevara, Mao, Andy Warhol oder die Rolling Stones.71 Diese jugendliche Subkultur sperrte sich immer stärker gegen die an sie herangetragenen Leistungsansprüche und Moralvorstellungen, und rebellierte gegen das gesamte gesellschaftliche System. Für diese jungen Menschen gab es nur noch die durch nichts eingeschränkte Freiheit. Die Freiheit, allein das tun und lassen zu dürfen, was ihnen lustvoll erschien.72 Die wichtigsten Vorbilder dieser neuen deutschen Subkulturen waren größtenteils jene anarchischen. proletarischen oder studentischen Jugendgruppen, die damals in den USA von sich Reden machten. Ihr erstes Vorbild waren die Hippies, die im Laufe der sechziger Jahre aus der Beatnik-Bewegung entstanden waren. Diese Gruppen sehnten sich nach einem Leben jenseits der bürgerlichen Entfremdung, welches sie nicht zuletzt durch Drogenkonsum und Bewußtseinserweiterung erreichen wollten. Im Sinne ihrer Maxime ,,Drop out, turn on" und mit der Drogenphilosophie eines Timothy Leary traten die Hippies der bürgerlichen Gesell-schaft mit ihren radikalen Aussteigerkonzepten entgegen. Doch auch in Europa gab es Leit-bilder dieses Lebenskonzepts. Die Züricher Gammler und die holländischen Provos gaben wichtige Vorbilder einer solchen Gesinnung ab. Schließlich propagierten auch diese Drogenkonsum und sexuelle Freizügigkeit; das heißt sie setzten sich für alles ein, was schockierte und zugleich Spaß machte.73

Neben diesen Vorbildern wurden kurze Zeit später wildere und aggressivere us-amerikanische Gruppen in der Bundesrepublik bekannt. Es waren sogenannte Polit-Rocker, Yippyisten, Black Panthers und andere, welche sich rasch zu Leitbildern entwickelten. Ihre Idole waren Frantz Fanon, Che Guevara, Malcolm X, Stokeley Carmichael und andere Tabubrecher . Diese Gruppen vertraten eine wilde und aggressive Revolte gegen alles und lehnten Gewalt nicht unbedingt ab.74 Auch in Deutschland war die Subkultur der sechziger Jahre keine in sich homogene Gruppe. Sie beinhaltete sowohl ,,weiche" als auch ,,harte" Elemente. Es gab genauso Leute, die im Zen-Buddismus ihr Lebensziel suchten und von freier Liebe sprachen, wie auch solche, die auf radikale und aggressive Weise die Gesellschaft verändern wollten.75 Am stärksten machten sich die amerikanischen Einflüsse in dem Hippie-Boom der Jahre 1968/69 bemerkbar. Es tauchten in diesen Jahren, besonders in den bundesdeutschen Metropolen, verstärkt Hippies und Gammler auf.76 Ein wichtige Rolle bei der Verbreitung dieser Underground-Bewegungen und ihren Ideen spielten die neu entstandenen Zeitschriften der Subkultur. Zu den bekanntesten gehörten ,,Erosion", ,,Love", ,,Nirwana News", ,,Charlie Kaputt", ,,Underground" und ,,PoPoPo" (Pop-Politik-Pornographie). In ihnen fand die Jugend alles was für sie interessant war, wie sexuelle Kontaktmöglichkeiten, Drogen, die neuesten Rockplatten sowie die neuesten Produkte der Undergroundpresse. In diesen Zeitschriften stand der totale Angriff auf die etablierte Gesellschaft und ihre Moral im Vordergrund.77 Im Nachfolgenden werden die wichtigsten subkulturellen Strömungen einzeln vorgestellt :

Die Hippie-Bewegung :

Die Hippies sind eine von den USA ausgehende subkulturelle Bewegung, die sich schnell in der ganzen Welt und auch in der Bundesrepublik Deutschland ausbreitete. Hippies schufen eine alternative Kultur zur herrschenden bürgerlichen Gesellschaft. Sie lehnten die bürgerliche Werteordnung ab, beschäftigten sich mit Rockmusik, Drogen, freier Sexualität und asiatischen Religionen. Ihr Motto war ,,Love and Peace" und ihr Symbol die Blume.78 Die Hippie-Bewegung lehnte das Establishment, Materialismus und das bürgerliche Leistungsprinzip ab. Sie suchten nach einem Leben in Freiheit und Frieden, welches sie in ihren Gemeinschaften zu finden glaubten. Mit Hilfe von Drogen, vor allem Marihuana und LSD, und Religion wollten sie ihr Bewußtsein erweitern, und so den Sinn des Lebens finden.

Eng mit der Hippie-Bewegung ist die neue Rockmusik, von Musikern wie zum Beispiel Janis Joplin, The Doors und anderen, verbunden. Diese Musik machte die Botschaften der Hippies weltweit bekannt und schuf ein internationales Zusammengehörigkeitsgefühl. Hippies trafen sich auf großen Open-Air-Festivals, von denen das wohl bekannteste, das Woodstock-Festival in den USA vom August 1969 war. Das größte europäische Konzert dieser Art war das Open- Air-Festival auf der britischen Isle of Wright, mit etwa einer halben Million Besuchern. In der Zeit von 1969/70 begann sich die Hippie-Bewegung aufgrund von übermässigem Drogenkonsum und Aus-breitung krimineller Strukturen aufzulösen. Den letzten Todesstoß versetzte die Wirtschaft der Subkultur, indem sie anfing die Attribute der Hippies zu vermarkten. Bald wurde Hippie-Kleidung als Massenware von der Bekleidungsindustrie hergestellt und auch ihre Musik wurde gewinnbringend vermarktet. Durch diese hemmungslose Vermarktung ging alles verloren was die Hippie-Bewegung einst ausgemacht hatte.79

Gammler-Bewegung :

Die Gammler-Bewegung hat genauso wie die Hippie-Bewegung ihre Ursprünge bei den us- amerikanischen Beatniks. Sie entstand aus einer Generation von jungen Menschen, die mit den Werten und Normen der Gesellschaft ihrer Eltern gebrochen hatte.80 Die Gammler, häufig Töchter und Söhne gutbürgerlicher Familien, huldigten einem extremen Individualismus und erneuerten das Vagantentum des Mittelalters.81 Typische Kleidung der Gammler waren lange Haare, alte Militärjacken, Anoraks und Fellwesten. Die männlichen Gammler trugen häufig Bärte. Sie hatten ihr Elternhaus verlassen und zogen bepackt mit Schlafsäcken durch die deutschen Großstädte und oft auch durch ganz Europa. Ihr Erscheinungsbild war ein Protest gegen die Leistungsgesellschaft, deren Werte Arbeit, Konsum, Sauberkeit und Ordnung sie radikal ablehnten.82 Gammler-Hochburgen waren Berlin, München, Frankfurt und Hamburg. In diesen Städten bevölkerten sie die großen öffentlichen Plätze und übernachteten in Ruinen und Parkanlagen. Der deutschen Öffentlichkeit waren die Gammler mit ihrer schlampigen Kleidung und ihrer Ablehnung jeglicher geregelter Arbeit ein Dorn im Auge. Und es folgten schnell Repressionen und harte Worte, so kündigte etwa Bundeskanzler Ludwig Erhard an, man werde die Gammler ,,ausrotten". Diese Anfeindungen der Öffentlichkeit bewirkten, daß sich langsam bei den Gammlern ein politisches Bewußtsein ausbreitete. Es spielten sich die sogenannten Provos in den Vordergrund, die es bei bloßer Passivität nicht bewenden lassen wollten und den Versuch machten eine fühlbare Gegenbewegung zu initiieren.83 Die Gammler-Bewegung war eine internationale Bewegung, die sich in ganz Europa ausbreitete. Nach Schätzungen der ,,Frankfurter Hefte" vom Juni 1967 sollte es in Europa mehr als 100000 Gammler geben, davon 7000 in der Bundesrepublik Deutschland. Aber der Protest der Gammler blieb wirkungslos. Sie waren zu passiv und unorganisiert, um wirkliche gesellschaftliche Veränderungen zu bewirken. Allen gemeinsam war nur, die Ablehnung der bürokratisch brillanten und technisch perfekten Konsum- und Leistungsgesellschaft.84

Anarchisch eingestellte Rebellen :

Es entstanden in den sechziger Gruppen von anarchistisch eingestellten Rebellen, die sich auf die Schriften von Pierre-Joseph Proudhon, Max Stirner, Michael Bakunin und anderen Theoretkern des Anarchismus beriefen. Diese Gruppen fielen durch wilde Streiks, Häuser- besetzungen und Gelegenheitsdiebstähle auf, mit denen sie ihre Verachtung aller Autoritäten und ihren laxen Eigentumsbegriff demonstrierten. Die Anhänger dieser Gruppen entzogen sich allen familiären, bildungsmäßigen und beruflichen Verpflichtungen, da sie diese Formen der Leistungsgesellschaft als Unterdrückungsmechanismen ablehnten. Aus diesem Grunde setzten sie sich für eine Auflösung des Staates und aller Herrschaftsformen ein und propagierten einen Anarcho-Syndikalismus, der sich auf die Selbstorganisation der Bedürfnisse kleiner und kleinster Gruppen beschränken sollte. Das zentrale Element dieser anarchistischen Gegen-bewegung war die radikale Wende ins Hedonistische, das bedeutete eine kompromißlose Betonung von Spiel und Erotik. Anstatt weiter ,,glücklos zu protestieren", konzentrierten sie sich auf die Befriedigung ihrer eigenen Bedürfnisse. Zu den bekanntesten Theoretikern dieser Bewegung gehörte in den späten Sechzigern, Peter Gorsen, der in seinen Büchern ,,Das Prinzip Obszön" und ,,Das Bild Pygmalions", die permanente Ausschweifung als für das Establishment gefährlichsten Unruheherd bezeichnete.85 In diese anarchistischen Gruppen fanden mit der Zeit immer gewaltbereite Randgruppen Einlaß. Einer der Höhepunkte dieser Gewalt, war die Schlacht am Tegeler Weg in Westberlin vom 4. November 1968, bei der sich Jugendliche heftige Straßenschlachten mit der Polizei lieferten. Sprüche wie ,,Macht kaputt, was euch kaputt macht" und ,,Wehrt euch" wurden zu gängigen Slogans.86

Rocker :

Eine weitere von den USA ausgehende Jugendbewegung waren die Rocker. In der Bundes- republik gab es zwischen 1967 und 1969 eine Rockerwelle. Bei den Rockern der sechziger Jahre handelte es sich meist um Arbeiterjugendliche eines Stadtteils oder einer Stadt, die sich zusammenschlossen. Die Mitglieder dieser ersten Rockergeneration waren im Durchschnitt 15 bis 19 Jahre alt, aus diesem Grund war die Motorisierung noch nicht so ausgeprägt. Das provozierende öffentliche Auftreten der Rocker mit ihren Symbolen wie Ketten, Wehrmachtshelmen, Naziabzeichen und Lederkleidung verbunden mit Schlägereien und Übergriffen führte zu einer hektischen Presseberichterstattung und einer Kriminalisierung dieser Jugendkultur. Diese öffentliche Hysterie machte sie für viele Jugendliche attraktiv und die Zahl der Rocker stieg. In deutschen Großstädten bildeten sich sehr große Gruppen, die bis zu 140 Mitglieder hatten. In der ersten Hälfte der siebziger Jahre verringerten sich die Mitgliederzahlen der Rockergruppen wieder und das öffentliche Interesse an ihnen sank. Diese zweite Rockergeneration setzte sich nicht mehr nur aus der Arbeiterschicht zusammen, sondern bildete sich aus allen Gesellschaftsschichten. Im Laufe der Jahre wandelte sich die Rockerbewegung von einer jugendlichen Subkultur zu einer generations- und schichtenübergreifenden Organisationsform mit eigenen Clubhäusern und Regeln.87

Fazit :

p>Aus den Subkulturen der sechziger Jahre sind drei Bewegungen hervorgegangen, die sich im Laufe der Zeit zu Massenbewegungen entwickelt haben: Die Ökologiebewegung, die Friedensbewegung und die Antiatomkraftbewegung. Sie haben ihre Wurzeln in den Sechzigern, vor allem bei den Hippies und Gammlern. Aus diesen Bewegungen, die aufgrund ihrer Ziele und Inhalte eng miteinander verbunden sind, ist dann später die Partei der Grünen entstanden. Die Subkulturen der sechziger Jahre brachten noch einige kleinere Ableger hervor. Die größte dieser Subkulturen ist die Autonomenszene, welche besonders durch Demonstrationen und Hausbesetzungen in der Öffentlichkeit aufgefallen ist. Ihre Wurzeln liegen bei den anarchistischen Rebellen, denen auch damals schon Gewalt nicht unbedingt fremd war. Nur von einer wirklichen Massenbewegung oder gar einer Massenkultur kann man bei der Autonomenszene nicht sprechen. Außer der Grünen-Bewegung ist aus den Subkulturen der Sechziger keine Massenkultur entstanden. Man kann eher sagen, daß einige Teilaspekte dieser Gegenkulturen sich zur Massenkultur entwickelt haben. Wie beispielsweise ihre Mode, welches im Kapitel ,,Mode" schon ausführlich erläutert wurde. Auch die größere Verbreitung von Drogen in Deutschland wäre ohne diese subkulturellen Bewegungen nicht möglich gewesen. Abschließend kann man sagen, daß die oben beschriebenen Gegenbewegungen anstatt einzelne neue Massenkulturen zu schaffen, dazu beigetragen haben die Gesellschaft der Bundesrepublik zu verändern. Sie haben der breiten Öffentlichkeit alternative Lebensformen, Werte und Normen aufgezeigt.

Schlußwort

In den sechziger Jahren haben sich ausgehend von Subkulturen neuen Formen der Sexualität, der Musik, der Mode, der Lebens- und Wohnformen, des Verhältnisses der Geschlechter, der Erziehung und des Lebensstils entwickelt. Mit diesen neuen Formen haben sich für viele Menschen in der Bundesrepublik neue Alternativen dargeboten. Nicht alle neuen Ideen haben sich durchsetzten können, aber einige von ihnen haben sich zu Massenkulturen entwickelt. Diese neuen Ideen konnten sich nicht immer direkt durchsetzten, doch nach einiger Zeit und trotz Kritik von konservativer Seite, wurden die meisten, wie zum Beispiel die freiere Sexualmoral, von breiten Bevölkerungsschichten akzeptiert.

Das Bedeutende an den subkulturellen Bewegungen und Ideen der sechziger Jahre war, daß sie dazu beigetragen haben die Gesellschaft zu verändern und freier zu machen. Es ist eine neue Alltagskultur entstanden. Konservative familiäre und religiöse Werte nahmen ab. Dies ist beispielsweise daran festzumachen, daß die Zahl der Scheidungen zunahm, und daß mehr Frauen, insbesondere mehr Mütter, einen Beruf ausübten und eine Berufsausbildung hatten.88 Auch die religiös-familiäre Bedeutung von traditionellen Festen wie Weihnachten, Ostern und Pfingsten nahm ab. Sie wurden immer mehr zu Urlaubstagen.

Es änderten sich die Erziehungsstile und an die Stelle von elterlicher Gewalt trat die elterliche Sorge.89

Dies ist nur eine kleine Auswahl der gesellschaftlichen Veränderungen, die ausgehend von den sechziger Jahren stattgefunden haben.

Die Vielfalt an Lebensformen und -stilen, die in der heutigen Zeit den Menschen offenstehen, hätte es meiner Meinung ohne dieses Jahrzehnts der Proteste und Revolten so nicht gegeben. Heute haben die Menschen in der Bundesrepublik große Freiheiten im persönlichen Lebensbereich. Man kann frei seine Art zu leben, seine Sexualität, seine Kleidung und seine Wohnform wählen.

Die bewegten Sechziger haben den Menschen neue Möglichkeiten und Alternativen gebracht. Die Freiheit, die für uns heute selbstverständlich ist, haben wir zu einem großen Teil dieser Dekade zu verdanken.

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[...]


1 Benz , Wolfgang (Hrsg.) : Die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland , Band 3 , Frankfurt/Main 1989 , S. 62.

2 Vgl. Hermand, Jost : Die Kultur der Bundesrepublik Deutschland 1965-85, München 1988, S. 334.

3 Vgl. Jogschies, Rainer : Wer zweimal mit derselben pennt ...Die befreiten Sechziger, Frankfurt/Berlin 1991, S. 31.

4 Vgl. Hermand, Jost : Die Kultur der Bundesrepublik Deutschland 1965-85, München 1988, S. 334.

5 Vgl. Siepmann, Eckhard : Genital versus Prägenital. Die Großväter der sexuellen Revolution, in : Siepmann, Eckhard u. a. (Hrsg.) : CheSchahShit .Die sechziger Jahre zwischen Cocktail und Molotow, Reinbek bei Hamburg 1986, S. 148 -150 (S.148f) .

6 Vgl. Hermand, Jost : Die Kultur der Bundesrepublik Deutschland 1965 - 85, München 1988, S. 335.

7 Vgl. Weißler, Sabine : Sexy Sixties, in : Siepmann, Eckhard u. a. (Hrsg.) : CheSchahShit . Die sechziger Jahre zwischen Cocktail und Molotow, Reinbek bei Hamburg 1986, S.138 -147 (S. 141) .

8 Vgl. Hermand, Jost : Die Kultur der Bundesrepublik Deutschland 1965 - 85, München 1988, S. 335f.

9 Vgl. Glaser, Hermann : Kulturgeschichte der Bundesrepublik Deutschland . Zwischen Grundgesetz und Großer Koalition 1949-1967, München/Wien 1986, S. 100.

10 Vgl. ebd. S.101f.

11 Vgl. Die Pille. Von der Lust und von der Liebe, in : http://www.maz.net/dhmd/die_pille/home.html , 11.7.1996.

12 Vgl. Jogschies, Rainer : Wer zweimal mit derselben pennt ...Die befreiten Sechziger, Frankfurt/Berlin 1991, S. 68f.

13 Vgl. Griese, Andrea : Es gibt noch etwas anderes ..., in : Becker, Bärbel (Hrsg.) : Unbekannte Wesen . Frauen in den sechziger Jahren, Berlin 1987, S. 15-20 ( S. 20).

14 Vgl. Weißler, Sabine : Sexy Sixties, in : Siepmann, Eckhard u. a. (Hrsg.) : CheSchahShit . Die sechziger Jahre zwischen Cocktail und Molotow, Reinbek bei Hamburg 1986, S.138-147 (S. 144f).

15 Vgl. Griese, Andrea : Es gibt noch etwas anderes ..., in: Becker, Bärbel (Hrsg.) : Unbekannte Wesen . Frauen in den sechziger Jahren, Berlin 1987, S. 15-20 (S. 20).

16 Vgl. Glaser, Hermann : Kulturgeschichte der Bundesrepublik Deutschland . Zwischen Grundgesetz und Großer Koalition 1949-1967, München/Wien 1986, S. 104.

17 Vgl. Hermand, Jost : Die Kultur der Bundesrepublik Deutschland 1965-85, München 1988, S. 408f.

18 Vgl. Glaser, Hermann : Kulturgeschichte der Bundesrepublik Deutschland . Zwischen Grundgesetz und Großer Koalition 1949-1967, München/Wien 1986, S. 106f.

19 Vgl. Hermand , Jost : Die Kultur der Bundesrepublik Deutschland 1965-85 , München 1988 , S. 270.

20 Vgl. Hutzinger, Birgit : Die Counterculture, in : http://www.sbg.ac.at/gesc/lvhp/krava/counterc.htm , 18.12.1996.

21 Vgl. Hermand , Jost : Die Kultur der Bundesrepublik Deutschland 1965-85 , München 1988 , S. 270.

22 Vgl. Hutzinger, Birgit : Die Counterculture, in : http://www.sbg.ac.at/gesc/lvhp/krava/counterc.htm , 18.12.1996.

23 Vgl. Hermand , Jost : Die Kultur der Bundesrepublik Deutschland 1965-85 , München 1988, S. 418f.

24 Vgl. ebd. , S. 397f.

25 Vgl. Hutzinger, Birgit : Die Counterculture, in : http://www.sbg.ac.at/gesc/lvhp/krava/counterc.htm , 18.12.1996.

26 Vgl. Hermand , Jost : Die Kultur der Bundesrepublik Deutschland 1965-85 , München 1988 , S. 397.

27 Vgl. Kaiser , Rolf-Ulrich : Underground ? Pop? Nein ! Gegenkultur ! , Köln 1970 , S. 193f.

28 Vgl. Hermand , Jost : Die Kultur der Bundesrepublik 1965-85 , München 1988 , S. 418f.

29 Vgl. Kaiser , Rolf-Ulrich : Underground ? Pop ? Nein ! Gegenkultur ! , Köln 1970 , S. 195.

30 Vgl. Hutzinger, Birgit : Die Counterculture, in : http://www.sbg.ac.at/gesc/lvhp/krava/counterc.htm , 18.12.1996.

31 Vgl. Jogschies , Rainer : Wer zweimal mit derselben pennt Die befreiten Sechziger , Frankfurt/Berlin 1991 , S. 90.

32 Vgl. Tanner, Jakob : ,,The Times Are A-Changin ´". Zur subkulturellen Dynamik der 68er Bewegung, in : Gilcher-Holtey, Ingrid (Hrsg.) : 1968. Vom Ereignis zum Gegenstand der Geschichtswissenschaft, Göttingen 1998, S. 207-223 (S. 210).

33 Vgl. Hutzinger, Birgit : Die Counterculture, in : http://www.sbg.ac.at/gesc/lvhp/krava/counterc.htm , 18.12.1996.

34 Vgl. Hermand, Jost : Die Kultur der Bundesrepublik Deutschland 1965-85, München 1988, S. 405f.

35 Vgl. Baacke, Dieter : Jugend und Jugendkulturen. Darstellung und Deutung, 2. überarbeitete Auflage, Weinheim/München 1993, S.161.

36 Vgl. Sonntag, Michael : Stille Tage in B. Die provinziellen Sechziger, in : Siepmann Eckhard u. a. (Hrsg.) : CheSchahShit. Die sechziger Jahre zwischen Cocktail und Molotow, Reinbek bei Hamburg 1986, S. 261-266 (S. 265f).

37 Vgl. Tanner, Jakob: ,,The Times Are Changin ´". Zur subkulturellen Dynamik der 68er Bewegung, in : Gilcher-Holtey, Ingrid. (Hrsg.) : 1968. Vom Ereignis zum Gegenstand der Geschichtswissenschaft, Göttingen 1998, S. 207-223 (S. 219).

38 Vgl. Baacke, Dieter : Jugend und Jugendkulturen. Darstellung und Deutung, 2. überarbeitete Auflage, Weinheim/München 1993, S. 161.

39 Vgl. Loschek , Ingrid : Mode . Verführung und Notwendigkeit , München 1991 , S. 261f.

40 Vgl. Rutmann, Edith : Mode in den sechziger Jahren, in : http://www.sbg.ac.at/gesc/lvhp/krava/mode.htm , 1996/97.

41 Vgl. Jogschies , Rainer : Wer zweimal mit derselben pennt ... Die befreiten Sechziger , Frankfurt/Berlin 1991 , S. 25.

42 Vgl. Rutmann, Edith : Mode in den sechziger Jahren, in : http://www.sbg.ac.at/gesc/lvhp/krava/mode.htm , 1996/97.

43 Vgl. Jogschies , Rainer : Wer zweimal mit derselben pennt ...Die befreiten Sechziger , Frankfurt/Berlin 1991 , S. 22f.

44 Vgl. Rutmann, Edith : Mode in den sechziger Jahren, in : http://www.sbg.ac.at/gesc/lvhp/krava/mode.htm , 1996/97.

45 Vgl. Kuckuck , Anke : Mini , Twist & Twiggy , in : Siepmann , Eckhard u. a. (Hrsg.) : CheSchahShit . Die sechziger Jahre zwischen Cocktail und Molotow , Reinbek bei Hamburg 1986 , S. 130-137 (135-137).

46 Vgl. Rutmann, Edith : Mode in den sechziger Jahren, in : http://www.sbg.ac.at/gesc/lvhp/krava/mode.htm , 1996/97.

47 Vgl. Hartmann , Daniela : Der Bassist von Alexis Corner und ich , in : Becker , Bärbel (Hrsg.) : Unbekannte Wesen . Frauen in den sechziger Jahren , Berlin 1987 , S. 29-30 (S. 29).

48 Vgl. Baacke , Dieter : Jugend und Jugendkulturen . Darstellung und Deutung , 2. überarbeitete Auflage , Weinheim/München 1993 , S. 193f.

49 Vgl. Hartung, Klaus : Die Psychoanalyse der Küchenarbeit. Selbstbefreiung, Wohngemeinschaften und Kommune, in : Siepmann, Eckhard u. a. (Hrsg.) : CheSchahShit. Die sechziger Jahre zwischen Cocktail und Molotow, Reinbek bei Hamburg 1986, S. 151-159 (S. 154).

50 Vgl. Jogschies, Rainer : Wer zweimal mit derselben pennt...Die befreiten Sechziger, Frankfurt/Berlin 1991, S. 47.

51 Vgl. Glaser, Hermann : Kulturgeschichte der Bundesrepublik Deutschland. Zwischen Protest und Anpassung 1968-1989, München/Wien 1989, S. 41f.

52 Vgl. Hermand, Jost : Die Kultur der Bundesrepublik Deutschland 1965-85, München 1988, S. 407..

53 Vgl. Kaiser, Rolf-Ulrich : Underground ? Pop ? Nein ! Gegenkultur !, Köln 1970, S. 216..

54 Vgl. Hartung, Klaus : Die Psychoanalyse der Küchenarbeit. Selbstbefreiung, Wohngemeinschaft und Kommune, in : Siepmann, Eckhard u. a. (Hrsg.) : CheSchahShit. Die sechziger Jahre zwischen Cocktail und Molotow, Reinbek bei Hamburg 1986, S. 156f.

55 Vgl. Jogschies, Rainer : Wer zweimal mit derselben pennt...Die befreiten Sechziger, Frankfurt/Berlin 1991, S. 48f.

56 Vgl. Kaiser, Rolf-Ulrich : Underground ? Pop ? Nein ! Gegenkultur !, Köln 1970, S. 216.

57 Vgl. Hartung, Klaus : Die Psychoanalyse der Küchenarbeit. Selbstbefreiung, Wohngemeinschaft und Kommune, in : Siepmann, Eckhard u. a. (Hrsg.) : CheSchahShit. Die sechziger Jahre zwischen Cocktail und Molotow, Reinbek bei Hamburg 1986, S. 151-159 (S.157-159).

58 Vgl. Kirchberger, Doris : Frauenbewegungen der sechziger Jahre, in : http://www.sbg.ac.at/gesc/lvhp/krava/frauenb.htm , 1996/97.

59 Vgl. Hermand, Jost : Die Kultur der Bundesrepublik Deutschland 1965-85, München 1988, S. 403f.

60 Vgl. ebd. S. 409-411.

61 Vgl. Schulz, Kristina : Macht und Mythos von 1968. Zur Bedeutung der 68er Protestbewegung für die Formierung der neuen Frauenbewegung in Frankreich und Deutschland, in: Gilcher-Holtey, Ingrid (Hrsg.) : 1968. Vom Ereignis zum Gegenstand der Geschichtswissenschaft, Göttingen 1998.

62 Vgl. Sanders, Helke : Rede des Aktionsrates zur Befreiung der Frauen (bei der 23. Delegiertenkonferenz des SDS im September 1968 in Frankfurt), in : Siepmann, Eckhard u. a. (Hrsg.) : CheSchahShit. Die sechziger Jahre zwischen Cocktail und Molotow, Reinbek bei Hamburg 1986, S. 273-282 (273ff).

63 Vgl. Hermand, Jost : Die Kultur der Bundesrepublik Deutschland 1965-85, München 1988, S. 410.

64 Vgl. Herkommer, Barbara : Vom ,,Aktionsrat zur Befreiung der Frauen" zum ,,Sozialistischen Frauenbund Westberlin", in : Becker, Bärbel (Hrsg.) : Unbekannte Wesen. Frauen in den sechziger Jahren, Berlin 1987, S. 163-168 (S. 163).

65 Vgl. Weidener, Anselm : Die 68er. Frauenpower macht Männer sauer, in: http://www.sdr.de/radio/s2kultur/redaktionen/schulfunk/archiv/manuskripte/68er_4.html , 6.8.1996.

66 Vgl. Kaiser, Rolf-Ulrich : Underground ? Pop ? Nein ! Gegenkultur !, Köln 1970, S. 217.

67 Vgl. Sanders, Helke : Rede des Aktiosrates zur Befreiung der Frauen (bei der 23. Delegiertenkonferenz des SDS im September 1968 in Frankfurt), in : Siepmann Eckhard u. a. (Hrsg.) : CheSchahShit. Die sechziger Jahre zwischen Cocktail und Molotow, Reinbek bei Hamburg 1986, S. 273-282 (S. 280).

68 Vgl. Werder, Lutz von : Kinderläden. Versuch der Umwälzung der inneren Natur, in : Siepmann, Eckhard u. a. (Hrsg.) : CheSchahShit. Die sechziger Jahre zwischen Cocktail und Molotow, Reinbek bei Hamburg 1986, S. 160-168 (S. 163).

69 Herkommer, Barbara : Vom ,,Aktionsrat zur Befreiung der Frauen" zum ,,Sozialistischen Frauenbund Westberlin", in : Becker, Bärbel (Hrsg.) : Unbekannte Wesen. Frauen in den sechziger Jahren, Berlin 1987, S. 163-168 (S. 167f).

70 Vgl. Schulz, Kristina : Macht und Mythos von 1968. Zur Bedeutung der 68er Protestbewegung für die Formierung der neuen Frauenbewegung in Frankreich und Deutschland, in: Gilcher-Holtey, Ingrid (Hrsg.) : 1968. Vom Ereignis zum Gegenstand der Geschichtswissenschaft, Göttingen 1998, S. 256-272 (S. 261ff).

71 Vgl. Hermand, Jost : Die Kultur der Bundesrepublik Deutschland 1965-85, München 1988, S. 399ff.

72 Vgl. ebd. S. 401.

73 Vgl. ebd. S. 401f.

74 Vgl. ebd. S. 402f.

75 Vgl. Hutzinger, Birgit : Die Counterculture, in : http://www.sbg.ac.at/gesc/lvhp/krava/counterc.htm , 18.12.1996.

76 Vgl. Hermand, Jost. Die Kultur der Bundesrepublik Deutschland 1965-85, München 1988, S. 404.

77 Vgl. ebd. S. 414f.

78 Vgl. Baacke, Dieter : Beat - die sprachlose Opposition, München 1968, S. 22f.

79 Vgl. Hutzinger, Birgit : Die Counterculture, in : http://www.sbg.ac.at/gesc/lvhp/krava/counterc.htm , 18.12.1996.

80 Vgl. Kosel, Margret : Gammler, Beatniks, Provos. Die schleichende Revolution, Frankfurt/Main 1967, S. 16.

81 Vgl. Baacke, Dieter : Beat - die sprachlose Opposition, München 1968, S. 23.

82 Vgl. Kosel, Margret : Gammler, Beatniks, Provos. Die schleichende Revolution, Frankfurt/Main 1967, S. 9ff.

83 Vgl. ebd. S. 12.

84 Vgl. ebd. S. 117f.

85 Vgl. Hermand, Jost : Die Kultur der Bundesrepublik Deutschland 1965-85, München 1988, S. 406f.

86 Vgl. ebd. S. 411f.

87 Vgl. Baacke, Dieter : Jugend und Jugendkulturen. Darstellung und Deutung, 2. überarbeitete Auflage, Weinheim/München 1993, S. 34f.

88 Singly, Francois de : Die Familie der Moderne. Eine soziologische Einführung, Konstanz 1995, S. 113.

89 Benz, Wolfgang (Hrsg.) : Die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Band 3, Frankfurt/Main 1989, S. 63.

35 von 35 Seiten

Details

Titel
Die 60er Jahre - Von der Subkultur zur Massenkultur
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Veranstaltung
Hauptseminar Politikwissenschaft "Zeit des Aufbruchs? Die 60er Jahre"
Note
2-
Jahr
1999
Seiten
35
Katalognummer
V95105
Dateigröße
527 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Jahre, Subkultur, Massenkultur, Hauptseminar, Politikwissenschaft, Zeit, Aufbruchs
Arbeit zitieren
Anonym, 1999, Die 60er Jahre - Von der Subkultur zur Massenkultur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/95105

Kommentare

  • Gast am 6.2.2002

    blubb.

    ??????

  • Gast am 20.2.2005

    jo.

    geilomatisierte Arbeit kann man sich sehr viele Anregungen holen

Im eBook lesen
Titel: Die 60er Jahre - Von der Subkultur zur Massenkultur



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