Bismarck als Bundestagsgesandter - ein preußischer Diplomat dreht ander Uhr des deutschen Dualismus


Seminararbeit, 1997

18 Seiten, Note: Sehr gut


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INHALTSVERZEICHNIS

1. Literaturauswahl und Stand der Forschung zum Thema

2. Bismarcks Gesandtenzeit 1851-1859
2.1. Vom Freund zum Gegenspieler Österreichs
2.1.1. Im Glauben an ein gleichberechtigtes Preußen
2.1.2. Der Beginn der Auseinandersetzungen
2.2. Die Krimkriegssituation
2.2.1. Bismarcks Bemühungen um Neutralität
2.2.2. Auswirkungen des Krimkrieges für die Großmächte
2.2.3. Der "Prachtbericht"
2.3. Fortsetzung der Realpolitik 1857-1859
2.3.1. "Realitäten" vs. "Prinzipien"
2.3.2. Beginn der "Neuen Ära" und Abberufung Bismarcks

3. Bismarck und der Deutsche Bund LITERATURLISTE

1. Literaturauswahl und Stand der Forschung zum Thema

Die vorliegende Arbeit ist aus dem Referat "Bismarck als Bundestagsgesandter" entstanden. Anders als im Referat wurde hierbei auf eine Zusammenfassung der persönlichen und politischen Entwicklung Bismarcks vor 1851 verzichtet.

Im Mittelpunkt der Arbeit stehen die preußisch-österreichischen Bezie-hungen während der Gesandtschaftszeit Bismarcks, sowie die Frage nach dessen - von realpolitischen Überzeugungen geprägtem - Einfluß auf die Entwicklung des Dualismus der beiden Großmächte im Deutschen Bund. Abschließend soll untersucht werden, welche Interpretationen sich anhand von Bismarcks Vorgehen als preußischer Diplomat in Bezug auf seine Einstellung zum Deutschen Bund anbieten.

Da die Bismarckforschung sich hauptsächlich auf die Reichsgründung im Jahre 1871 sowie auf die darauf folgenden zwei Jahrzehnte konzentriert - und dementsprechend die frühe politische Laufbahn Bismarcks aus diesem Blickwinkel betrachtet - ist aussagekräftige, auf den Zeitraum von 1851 bis 1859 bezogene und zudem aktuelle Literatur kaum verfügbar.1 Daher mußten neben der ausführlichen Bismarckbiographie Ernst Engelbergs zeitlich entsprechende Auszüge in Bezug auf das Bismarckbild breiter angelegterer Forschungsbeiträge verwendet werden.

2. Bismarcks Gesandtenzeit 1851-1859

Der preußische Landtagsabgeordnete und Gutsherr Otto von Bismarck war erst 36 Jahre alt und ohne die zu erwartende diplomatische Vorbildung, als er im Mai 1851 auf Empfehlung des Generaladjutanten Friedrich Wilhelms IV., Leopold von Gerlach, als preußischer Gesandter an den Frankfurter Bundestag berufen wurde.2

Bismarck befand sich damit auf dem damals wichtigsten Posten preußischer Diplomatie, den er schließlich fast acht Jahre lang inne haben würde. Zunächst einmal mußte er jedoch drei Monate lang von seinem Vorgänger Theodor von Rochow in die Aufgaben eines Gesandten eingeführt werden.

2.1. Vom Freund zum Gegenspieler Österreichs

2.1.1. Im Glauben an ein gleichberechtigtes Preußen

Der neue preußische Gesandte hatte die Instruktion König Friedrich Wilhelms IV. und der Regierung des preußischen Ministerpräsidenten und gleichzeitigen Außenministers Otto von Manteuffel, die offene Verständigung mit Österreich zu suchen. Dabei hoffte man auf ein Entgegenkommen der Habsburger Monarchie, die sich als "wesentlicher Bestandteil des europäischen Gleichgewichts" verstand und zur Unterdrückung nationalliberaler Bewegungen auf Bündnisse mit den konservativen Mächten angewiesen war.3

Bereits als Landtagsabgeordneter war Bismarck 1850 durch eine die Olmützer Punktation befürwortende Rede aufgefallen, in der er eine Gleichberechtigung Preußens mit Österreich im wiederhergestellten Deutschen Bund gefordert hatte. "Bismarck als zuverlässigster Gegner alles Revolutionär-Demokratischen [...] galt [seitdem, d. Verf.] als Anwalt der Gemeinschaft Preußens mit Österreich" und betrachtete das Verhältnis der beiden deutschen Großmächte unter dem Aspekt der gemeinsamen Unterdrückung liberaler und nationaler Tendenzen.4 Der neue preußische Bundestagsgesandte trat sein Amt also offiziell gewissermaßen als Freund Österreichs an. Zugleich ahnte oder erwartete er von Beginn an den kommenden Konflikt.5

2.1.2. Der Beginn der Auseinandersetzungen

Der österreichische Gesandte und Präsident des Frankfurter Bundestags, Graf Thun- Hohenstein, gab Bismarck sehr bald zu verstehen, daß Österreich nicht an der von Preußen erhoffen Gleichberechtigung der beiden Großmächte im Deutschen Bund gelegen war. Der Karrierediplomat Thun vermutete, Bismarck stelle die Interessen Preußens über die des Deutschen Bundes.6

Zur ersten großen Auseinandersetzung kam es, als der Bundestag in Abwesenheit Bismarcks im November 1851 für eine Anleihe zur Weiterfinanzierung der deutschen Flotte stimmte, was nach Bismarcks Auffassung die Bundeskompetenz überschritt und dem Prinzip einstimmiger Beschlüsse widersprach - Preußen fürchtete, "unter die Abhängigkeit einer österreichfreundlichen Mehrheit des Bundestages zu geraten".7

Auf dem Höhepunkt des "Flottenstreits" im Januar 1852 drohte Bismarck gegenüber Thun gar mit Preußens Austritt aus dem Deutschen Bund.8 Das undiplomatische Vorgehen des preußischen Gesandten verunsicherte Zar Nikolaus I., der sich zum Eingreifen veranlaßt sah, und provozierte allgemeine Kritik. Dennoch, "der Bluff tat seine Wirkung", und die Flotte wurde im April 1852 liquidiert.9

Parallel zum Flottenstreit entstand zwischen Bismarck und Thun Ende 1851 ein Konflikt über die Pressegesetzgebung des Deutschen Bundes. Der preußische Gesandte forderte eine Lockerung des Presserechts; negative Äußerungen über den Bund und Österreichs Überlegenheit in diesem sollten nicht mehr bestraft werden - Ernst Engelberg spricht von regelrechten "Zeitungskampagnen [Bismarcks, d. Verf.] gegen den Bundestag".10 Zudem strebte das industriell unterentwickelte Österreich seit 1852 die Gründung eines österreichisch-deutschen Zollvereins an. In der Absicht, einen derartigen Gesamteintritt Österreichs in den Bund zu verhindern und es wirtschaftlich zu isolieren - ganz im Interesse der Klein- und Mittelstaaten, die mit dem seit 1834 bestehenden Deutschen Zollverein nicht unzufrieden waren - setzte Bismarck auf eine Stagnation der schwierigen Verhandlungen. Schließlich gelang es Preußen im Februar 1853, die Präsidialmacht mit der Aussicht auf weitere Verhandlungen zu einem späteren Zeitpunkt (genauer, im Jahre 1860) zu vertrösten.11 Der österreichische Versuch, "Preußens wirtschaftliche Vorherrschaft in Deutschland in Frage zu stellen", war somit fehlgeschlagen.12

Bismarck pflegte bereits vor Beginn der ständigen Querelen mit Österreich einen regen Briefwechsel mit Manteuffel und Leopold von Gerlach, der Friedrich Wilhelm IV. am nächsten stand. Offiziell handelte der preußische Gesandte entsprechend den Instruktionen des Ministerpräsidenten und des Königs, doch spiegeln Art und Umfang seiner Berichte nach Berlin wider, in welch hohem Maße Bismarck die Entscheidungen seiner Regierung zu beeinflussen versuchte.13 Unter der Überschrift "Erste Aktivitäten im Bundestag" charakterisiert Ernst Engelberg den Diplomaten Bismarck folgendermaßen:

"Von Anbeginn an war es seiner aktiven Natur geradezu unmöglich, sich auf die Ausführung von Instruktionen zu beschränken, im Gegenteil, er zeigte nach einem Jahr [...] geradezu Geringschätzung gegenüber seinem [exakt nach Anweisung Schwarzenbergs handelnden, d. Verf.] österreichischen Kollegen Thun [...]."14

Bismarcks Vorgehen war fortan zunehmend von seiner persönlichen politischen Auffassung, die er auf geschickte Weise der Regierung nahezubringen verstand, sowie von seinem wachsenden Ehrgeiz, wenigstens "auf 6 Monat das Ruder in der Hand [zu] haben", bestimmt.15

2.2. Die Krimkriegssituation

2.2.1. Bismarcks Bemühungen um Neutralität

Mit dem Einmarsch russischer Truppen in die Donaufürstentümer hatte Österreich - seit 1853 am Bundestag vertreten durch den umstrittenen Nachfolger Thuns, Graf Anton Prokesch von Osten - seinen bisher verläßlichsten Verbündeten Rußland verloren, seine Vormachtstellung in Deutschland war längst nicht mehr gesichert.

In dieser Situation hoffte man in Wien ausgerechnet auf Preußen, das bis zu diesem Zeitpunkt stets mit einem Eingreifen Rußlands als Reaktion auf seine zunehmend distanzierte Österreichpolitik rechnen mußte. Bismarck riet der preußischen Regierung jedoch dringend davon ab, sich auf die Seite Österreichs zu stellen, da man nun "jedem ein willkommener Bundesgenosse" sei.

"Die großen Krisen bilden das Wetter, welches Preußens Wachstum fördert," schrieb er Anfang 1854 an Manteuffel, "indem sie furchtlos, vielleicht auch sehr rücksichtslos von uns benutzt werden."16

Die eigenen Soldaten an der Grenze Preußens, das in diesem Konflikt keinerlei territoriale Interessen hatte, für das "wenig kampffähig[e]" und "wenig ehrliche[...]" Österreich kämpfen zu lassen, hielt Bismarck für unsinnig und erklärte Neutralität zum obersten Gebot. Er drohte er mit einem anti-österreichischen Bündnis Preußens mit Rußland und Frankreich, hatte tatsächlich aber vor, abzuwarten - um sich alle Türen offenzuhalten, solange die Gegensätze so groß waren.

In einem Schreiben an Leopold von Gerlach skizzierte Bismarck die Lage im Frühjahr 1854: Preußen solle sich keiner "verschwenderische[n] Passion für Oestreich" hingeben, indem man sich "aus Feigheit, zur Action gegen Rußland fortreißen" lasse.17

"Bismarck empfindet also Preußischer als der König von Preußen", konstatiert Leopold von Muralt.18 Friedrich Wilhelm IV. fühlte sich nämlich nach wie vor der Solidarität der konservativen Mächte verpflichtet, der preußische Gesandte dagegen traute Österreich einen leichtfertigen Krieg zu. Dieser hätte außerdem wegen des zu erwartenden französischen Truppendurchmarsches die Mittelstaaten gefährdet, woran Bismarck diese immer wieder erinnerte - um sich schließlich deren Zustimmung zur Neutralität zu sichern.19 Noch vor dem im April geschlossenen "Schutz- und Trutzbündnis" hatte Bismarck die günstige Gelegenheit erkannt, Preußens Großmachtstellung im Deutschen Bund unter Ausnutzung der Lage Österreichs auszubauen, um so die Hegemonie über Deutschland zu gewinnen.20

Die von Preußen durchgesetzte Neutralität Deutschlands trug letzlich entscheidend dazu bei, eine Ausweitung des Krimkrieges auf ganz Europa zu verhindern.21

2.2.2. Auswirkungen des Krimkrieges für die Großmächte

Der Friede von Paris hatte 1856 mit einer Machtverlagerung zugunsten Frankreichs die Neuordnung des europäischen Staatensystems besiegelt. Österreich hatte das Vertrauen der Westmächte verloren und befand sich in der Isolation, die außenpolitische Schwäche des Deutschen Bundes war offensichtlich geworden. Preußen aber hatte sich sein gutes Verhältnis zu Rußland bewahren können, und für Bismarck öffnete der Krimkrieg definitiv das Tor zu einer kalkulierenden Macht- und Realpolitik.22

Seine Antwort auf die deutsche Frage, "Verdrängung Österreichs aus Deutschland und politische Zusammenfassung der verbleibenden Territorien unter der Hegemonie des stärksten Staates im Bunde, Preußen" lag bereits auf der Hand.23

2.2.3. Der "Prachtbericht"

Unter dem Eindruck der kurz zuvor beendeten Pariser Friedenskonferenz verfaßte Bismarck im April 1856 ein unter dem Namen "Prachtbericht" berühmt gewordenes Schreiben an die preußische Regierung.

Darin analysiert er das neugeordnete Europa und blickt, zur Regulierung des deutschen Dualismus entschlossen, in die Zukunft der preußisch-österreichischen Beziehungen und des Deutschen Bundes .24

Bismarck unterstreicht die Notwendigkeit einer Verständigung Preußens mit Napoleon III., der sich seine Bündnispartner aussuchen könne, besonders im Hinblick auf die Mittelstaaten, die "sich derjenigen der deutschen Großmächte [...] fügen [würden], welche die meiste Aussicht auf Frankreichs Beistand" habe.25

Für die "innere Morschheit des Bundes", dessen Ansehen in Deutschland und Europa während des Krimkrieges erneut stark gelitten habe, macht er ein-zig das Verhalten Österreichs verantwortlich.26 Nach diesen Erfahrungen sei es Preußen im erneuten Kriegsfall nicht zuzumuten, "für die Erhaltung des östreichischen Übergewichts in Deutschland und [die] erbärmliche Verfassung des Bundes" existentielle Risiken einzugehen.27

Vielmehr sei es angebracht, sich in der gegenwärtigen Lage als "gesuchte[r] Bundesgenosse [...] jede Chance offen zu erhalten".28 Noch eindringlichere Worte findet er für die von seiner Seite offenbar durchaus beabsichtigte, da notwendige gewaltsame Auseinandersetzung der Großmächte im Bund um die Vorherrschaft in Deutschland:

"Nach der Wiener Politik ist einmal Deutschland zu eng für uns beide; so lange ein ehrliches Arrangement über den Einfluß eines jeden in Deutschland nicht getroffen und ausgeführt ist [...] bleibt Östreich der einzige Staat, an den wir nachhaltig verlieren und von dem wir nachhaltig gewinnen können. [...] Der deutsche Dualismus hat [...] regelmäßig durch einen gründlichen innern Krieg seine gegenseitigen Beziehungen regulirt, und auch in diesem Jahrhundert wird kein andres als dieses Mittel die Uhr der Entwicklung auf ihre richtige Stunde stellen können."29

Der Prachtbericht kann als ein beispielhaftes Dokument für das Wesen der Bismarckschen Politik in den 1850er Jahren bezeichnet werden, für die ein stetiges Abwägen denkbarer Handlungsalternativen in Form unterschiedlicher Bündnisse ebenso typisch ist wie das Bestreben, die Hegemonie Preußens im Deutschen Bund möglichst rasch zu verwirklichen. Dabei war für den Realpolitker Bismarck der Krieg ein legitimes, keineswegs aber das alleinige Mittel zur Durchsetzung einzelstaatlicher - vor allem preußischer - Interessen.

2.3. Fortsetzung der Realpolitik 1857-1859

2.3.1. "Realitäten" vs. "Prinzipien"

Kaiser Napoleon III., der in Europa geduldet war, seit er "die Gefahr der plebiszitären Massendemokratie, des Schreckbilds der Regierenden" abgewendet hatte, stand für Offenheit gegenüber den wirtschaftlichen und sozialen Kräften nationaler Bewegungen.30

Für Bismarck war diese Offenheit kein Gegenargument zur Annäherung an Frankreich, mit dem er 1857 in Verhandlungen trat und dadurch bald in heftige Auseinandersetzungen mit seinem einstigen Gönner Leopold von Gerlach geriet. Dieser vertrat eine vom festen Glauben an Wertpostulate, wie die angebliche Notwendigkeit einer Solidarität der konservativen Monarchien, geprägte Prinzipienpolitik, in der die Außenpolitik von innenpolitischen Überzeugungen geleitet wurde.

Napoleon III. war in der Vorstellung Gerlachs noch immer der Revolutionär von 1852 - während Bismarck längst begonnen hatte, diesen "Gottseibeiuns der Urkonservativen [...] in der praktischen Politik [...] gegen Österreich auszuspielen."31

Bismarcks Linie, eine monarchisch-konservative Einstellung eben nicht zur Grundlage einer starren außenpolitischen Linie zu machen, war von "Realitäten" anstatt von "Fiktionen" bestimmt. Eine solche Fiktion war für ihn ein konservatives Bündnis in der Tradition der zerbrochenen Heiligen Allianz, ebenso wie "die Nützlichkeit für den Bund [...als...] ausschließliche Richtschnur Preußischer Politik."32

Realitäten waren dagegen der Machtzuwachs Frankreichs ebenso wie die Isolierung Österreichs und die bestehende und zu erhaltende Freundschaft Preußens mit Rußland.

Realität war - durch die Ausprägung einer Geisteskrankheit beim noch regierenden Friedrich Wilhelm IV. - allerdings auch eine beschränkte Handlungsfähigkeit Preußens. Gerade deshalb muß es Bismarck wichtiger denn je erschienen sein, sich alle Möglichkeiten offen zu halten und, anstatt in Passivität zu verharren, planmäßige, aktive Politik zu machen:

"Ich würde, sobald man mir nachweist, daß es im Interesse einer gesunden und wohldurchdachten Preußischen Politik liegt, unsre Truppen mit derselben Genugthuung auf die Französischen, Russischen, Englischen oder Östreichischen feuern sehn."33

2.3.2. Beginn der "Neuen Ära" und Abberufung Bismarcks

Im März 1858 verfaßte Bismarck einen ausführlichen, später als "Das kleine Buch des Herrn von Bismarck" bezeichneten Bericht an den inzwischen in Berlin an Stelle Friedrich Wilhelms IV. eingesetzten Prinzregenten Wilhelm I.34 Darin widmet sich der Gesandte Preußens einer erneuten heftigen Kritik an Österreich und resümiert für die Zukunft des Bundes, der ohnehin früher oder später auseinanderfallen werde: "[...] es gibt nichts Deutscheres, als gerade die Entwicklung richtig verstandener preußischer Partikularinteressen."35

Erneut kritisiert Bismarck die Möglichkeit der habsburgischen Präsidialmacht, Entscheidungen des Bundes durch Mehrheitsbeschlüsse zu bestimmen, wodurch er die Selbständigkeit Preußens in zunehmendem Maße gefährdet sieht, weshalb man keinerlei Zugeständnisse mehr machen dürfe: "[...] in Verhandlungen mit Österreich ist jede Konzession die Mutter einer neuen Forderung."36

Der Prinzregent, der in seiner Antrittsrede moralische Eroberungen in ganz Deutschland ankündigte und den Deutschen Bund selbst unerwähnt ließ, empfand dessen möglichen Zerfall zwar nicht als eine unmittelbare Bedrohung für Preußen. Wilhelm I. war zu diesem Zeitpunkt aber noch um ein möglichst gutes Verhältnis zu Österreich bemüht und teilte Bismarcks extreme Ansichten demzufolge nicht.

Anfang November setzte Wilhelm I. Leopold von Gerlach ab und entließ den Ministerpräsidenten Manteuffel. Nach einer Wahlniederlage der Konservativen, die Bismarck beunruhigen mußte, begann mit der Regierungsneubildung unter gemäßigt-liberaler Führung 1859 die "Neue Ära" in Preußen.

Bismarck als inzwischen erbitterter Gegner Österreichs wurde in Frankfurt immer unbeliebter. Besonders angesichts des sich ankündigenden Konflikts mit dem nach nationaler Einigung strebenden Italien galt seine Haltung als inopportun.

Nachdem sich auch England, das ein Einvernehmen Preußens mit Österreich wünschte, für die Abberufung des "Störenfriedes" eingesetzt hatte, wurde Bismarck schließlich im Januar 1859 vom Bundestag abberufen und als Gesandter nach St. Petersburg geschickt, auf den damals höchsten diplomatischen Posten, den Preußen zu besetzen hatte. Dennoch kritisierte Bismarck gekränkt seine angebliche "Kaltstellung an der Newa."37

Im Gespräch mit dem Prinzregenten zeigte er sich enttäuscht über die Abberufung, verwies auf seine inzwischen langjährige Erfahrung auf dem diplomatischem Parkett - "Dieses erworbene und erkämpfte Kapital der preußischen Diplomatie würde zwecklos zerstört [...]" und äußerte zudem Zweifel an der Kompetenz seines designierten Nachfolgers von Usedom.38 Tatsächlich konnte Österreich über diesen Personalwechsel nur frohlocken. Die Bundeseintracht schien vorerst gewahrt.

3. Bismarck und der Deutsche Bund

Sein Preußentum war dem Junker aus Schönhausen, geboren im Jahr des Wiener Kongresses als Sohn eines Offiziers und einer Geheimratstochter, geradezu in die Wiege gelegt worden.39 Den Staat sah er als Teil eines göttlichen Weltplans, die Erfahrungen der gescheiterten Revolution von 1848 hatten Bismarck in seiner monarchisch-konservativen Haltung noch gefestigt. Die Interessen des eigenen Staates außenpolitisch zu vertreten galt ihm als moralische Verpflichtung.40 Ein Zusammengehen mit Österreich hielt er am Anfang seiner Gesandtenzeit zum Zweck einer gemeinsamen Abwehr nationalliberaler Bewegungen in beiden Ländern zwar für angebracht, wurde jedoch in seiner Hoffnung auf eine gleichberechtige Stellung Preußens am Bundestag rasch enttäuscht.

Die sich ebenso schnell entwickelnden und anhaltenden Auseinandersetzungen mit den beiden österreichischen Vertretern Thun und Prokesch begünstigten Bismarcks Entwicklung zum Realpolitiker, der ein Gespür für sich wandelnde Machtkonstellationen entwickelte und sich auf die Ausnutzung der jeweiligen Verhältnisse verstand. "Bei Gefährdung preußischer Interessen den Deutschen Bund zu paralysieren", wie es Andreas Kaernbach formuliert, indem er die Mittelstaaten in ihren Entscheidungen erfolgreich an Preußen zu binden versuchte, wurde zu Bismarcks Methode, die österreichische Führung im Bundestag zu untergraben.41

Nicht mehr ein gewolltes Miteinander der deutschen Großmächte, sondern gezieltes Hegemoniestreben des zudem wirtschaftlich überlegenen Preußen charakterisierten Bismarcks bundespolitisches Konzept spätestens seit der Orientkrise. Im Allianzvakuum der 1850er Jahre schien es ihm angebracht, eine gewisse Offenheit gegenüber so unterschiedlichen Verhandlungspartnern wie Rußland und Frankreich zu zeigen, anstatt sich für die Durchsetzung österreichischer Interessen aufzuopfern, wie er im "Prachtbericht" betonte. Im "Kleinen Buch des Herrn von Bismarck", der dem Prinzregenten im März 1858 gewidmeten Denkschrift, wird noch einmal deutlich, daß der Gesandte den Fortbestand des Deutschen Bundes für die Sicherung und Durchsetzung preußischer Interessen nicht für erforderlich hält. "Die Lage Preußens wäre vielleicht eine bessere, wenn der Bund gar nicht existierte," schreibt er unverblümt in dem Selbstbewußtsein, daß Preußen auch oder gerade ohne den Mitgliedsstaaten verpflichtet zu sein eine führende und vermittelnde Rolle in der Mitte Europas innehaben würde.42

"Bundestag" und "Deutschland" seien keine identischen Begriffe, betont Bismarck und warnt vor einem "bundesfreundlichen", im Sinne von Österreich unterworfenem, Verhalten.43 Einen deutschen Bund, der "nichts weiter ist, als die österreichische Majorität im Bundespalais" hielt der preußische Diplomat für verzichtbar.44 Österreich von der Macht auszuschließen, war sein Ziel. Das mußte, wie Ernst Engelberg schlußfolgert, entweder "die Beseitigung des Bundestags oder seine Unterwerfung unter Preußen" bedeuten.45 Eine kriegerische Auseinandersetzung mit Österreich, die Bismarck ja bereits früh erwogen und angedroht, wenn auch nicht direkt gesucht hatte, wurde dabei immer absehbarer. Engelberg meint dazu, ein preußisch-österreichischer Krieg habe zu den taktischen Varianten, aber nicht zur Grundlinie des preußischen Bundestagsgesandten gehört. 46 Im übrigen drängte es Bismarck nicht etwa zu diesem Krieg, er hielt ihn einfach für unvermeidlich.47 In diesem Sinne schien es ihm sinnvoll, Preußens Stellung im Bund zunächst weiter zu stärken, bis sich schließlich eine passende Gelegenheit zur mehr oder weniger gewaltsamen Regelung der deutschen Frage ergeben würde:

"What could not be achieved immediately might eventually be accomplished through organic growth. Today's acorn was tomorrow's oak."48

LITERATURLISTE

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[...]


1 Vgl. Anselm Doering-Manteuffel: Die deutsche Frage und das europäische Staatensystem 1815-1871, München 1993 (= Enzyklopädie deutscher Geschichte, 15), S. 94.

2 Bismarck war 1848 Mitbegründer der "Kreuzzeitung" (eigtl. Neue Preußische Zeitung) gewesen, dem u.a. von den Brüdern Gerlach geführten Organ des rechten Flügels der Konservativen Partei Preußens.

3 Alan Sked: Die Habsburger Monarchie und die Herausforderung des Nationalismus, in: Adolf M. Birke/Günther Heydemann: Die Herausforderung des europäischen Staatensystems, Göttingen 1989, S. 158-177, hier S. 158.

4 Ernst Engelberg: Bismarck. Urpreuße und Reichsgründer, München 1991, S. 326.

5 Siehe Otto Pflanze: Bismarck and the Development of Germany. Volume 1: The Period of Unification, 1815-1871, Princeton 1990, S. 76.

6 Engelberg, Bismarck, S. 330.

7 Ebd., S. 331.

8 Ein solcher Austritt wäre nach Art. 5 der Wiener Schlußakte eigentlich nicht möglich

gewesen. Vgl. Ernst Rudolf Huber (Hg.): Dokumente zur deutschen Verfassungsgeschichte, Bd. 1: Deutsche Verfassungsdokumente 1803-1850, Stuttgart usw. ³1978/86, S. 92.

9 Engelberg, Bismarck, S. 331.

10 Ebd., S. 332.

11 Ebd., S. 337.

12 William O. Henderson: Die Rolle Preußens bei der wirtschaftlichen Einigung

Deutschlands, in: Manfred Schlenke (Hg.): Preußen. Politik, Kultur, Gesellschaft. Band 1, S. 203-218, hier S. 210.

13 Otto Pflanze, Bismarck and the Development of Germany, S. 85.

14 Engelberg, Bismarck, S. 339.

15 Bismarck an seinen Bruder, 5. 8.1854, zit. nach: Herman von Petersdorff u.a. (Hg.): Bismarck. Die gesammelten Werke, Bd. 14.I, Briefe 1822-1861, Berlin 1933, S. 364.

16 Privatschreiben Bismarcks an Minister von Manteuffel, 15.2.1854, zit. nach: Herman von Petersdorff u.a. (Hg.): Bismarck. Die Gesammelten Werke, Bd. 1, Politische Schriften bis 1854, Berlin 1924, S. 427 (Hervorhebungen hinzugefügt).

17 Bismarck an Leopold von Gerlach, 9.4.1854, zit. nach: Herman von Petersdorff u.a. (Hg.): Bismarck. Die gesammelten Werke, Bd. 14.I: Briefe 1822-1861, Berlin 1933, S. 351.

18 Leonhard von Muralt: Die Politik der europäischen Mitte, in: Ders. (Hg.): Bismarcks Verantwortlichkeit, Göttingen ²1970, S. 164-210, hier S. 175.

19 Siehe ebd., S. 189ff.

20 Siehe Ernst Rudolf Huber (Hg.): Dokumente zur deutschen Verfassungsgeschichte. Bd. 2: Deutsche Verfassungsdokumente 1851-1900, Stuttgart ³1986, S.12ff.

21 Vgl. Doering-Manteuffel, Deutsche Frage, S. 36.

22 Siehe Andreas Hillgruber: Bismarcks Außenpolitik, Freiburg 1972, S. 25.

23 Doering-Manteuffel, Deutsche Frage, S. 38.

24 Bismarck an Minister von Manteuffel, 26.4.1856, zit. nach: Herman von Petersdorff u.a. (Hg.): Bismarck. Die gesammelten Werke, Bd. 2: Politische Schriften 1. Januar 1855 bis 1. März 1859, Berlin 1924, S. 138ff.

25 Ebd., S.138.

26 Ebd., S.141. Vgl. auch S. 140: "Ich kann versichern, daß kaum unter meinen Collegen jemand ist, der für den Fall einer ernsten Gefahr, wie sie in dem Bündniß Frankreichs mit Rußland oder mit Östreich läge, den Bundesverträgen irgend welchen Werth beilegt."

27 Ebd., S. 143.

28 Ebd., S. 144.

29 Ebd., S. 142 (Hervorhebungen hinzugefügt).

30 Doering-Manteuffel, Deutsche Frage, S. 34.

31 Engelberg, Bismarck, S. 389.

32 Bismarck an Leopold von Gerlach, 11.5.1857, zit. nach: Herman von Petersdorff u.a. (Hg.): Bismarck. Die gesammmelten Werke, Bd. 14.I, Briefe 1822-1861, Berlin 1933, S. 469.

33 Ebd., S. 469.

34 Denkschrift "Einige Bemerkungen über Preußens Stellung am Bunde", Ende März 1858, zit. nach: Gustav Adolf Rein/Ulrich Busse (Hg.): Otto von Bismarck. Werke in Auswahl, Bd. 2: Das Werden des Staatsmannes 1815-1862, Stuttgart 1963, S. 204-231.

35 Ebd., S. 224.

36 Ebd., S. 223.

37 Siehe Mommsen, Bismarck, S. 38.

38 Siehe Otto von Bismarck: Gedanken und Erinnerungen, München/Berlin 1982, S. 158.

39 "Prussian patriotism was his birthright." Siehe Pflanze, Bismarck and the Development of Germany, S. 67.

40 Siehe Otto Pflanze: Bismarcks Realpolitik, in: Lothar Gall (Hg.): Das Bismarck-Problem in der Geschichtsschreibung nach 1945, Köln/Berlin 1971, S. 218-238, hier S. 220f.

41 Vgl. Andreas Kaernbach: Bismarcks Konzepte zur Reform des Deutschen Bundes. Zur Kontinuität der Politik Bismarcks und Preußens in der deutschen Frage, Göttingen 1991 (= Schriftenreihe der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, 41), S. 86ff. Vgl. auch Muralt, Die Politik der europäischen Mitte, S. 178f.

42 Denkschrift "Einige Bemerkungen über Preußens Stellung am Bunde", Ende März 1858, zit. nach: Gustav Adolf Rein/Ulrich Busse (Hg.): Otto von Bismarck. Werke in Auswahl, Bd. 2: Das Werden des Staatsmannes 1815-1862, Stuttgart 1963, S. 224.

43 Ebd., S. 225f.

44 Ebd., S. 226.

45 Engelberg, Bismarck, S. 388.

46 Ebd., S. 390.

47 Vgl. hierzu Kapitel 2.2.3. "Der Prachtbericht".

48 Pflanze, Bismarck and the Development of Germany, S. 84.

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Details

Titel
Bismarck als Bundestagsgesandter - ein preußischer Diplomat dreht ander Uhr des deutschen Dualismus
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal  (Fachbereich 2 (Geschichte))
Veranstaltung
Proseminar Einführung in das Studium der Neueren Geschichte, "Der Deutsche Bund 1815-1866"
Note
Sehr gut
Autor
Jahr
1997
Seiten
18
Katalognummer
V95110
Dateigröße
452 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bismarck, Bundestagsgesandter, Diplomat, Dualismus, Bergische, Universität, Wuppertal, Fachbereich, Ewald, Grothe, Proseminar, Einführung, Studium, Neueren, Geschichte, Deutsche, Bund, Gesellschaftslehre/Geschichte, Grundstudium
Arbeit zitieren
Heike Biermann (Autor), 1997, Bismarck als Bundestagsgesandter - ein preußischer Diplomat dreht ander Uhr des deutschen Dualismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/95110

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