Internet - Parteien der BRD im World Wide Web


Hausarbeit (Hauptseminar), 1999

44 Seiten, Note: 1,3


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Inhaltsverzeichnis

1. Internet und World Wide Web

1.1 Zugang zum Internet/Empirische Daten zur Online-Nutzung in der BRD

1.2 Informationsanbieter: WWW-Server und Websites

2. Parteien der BRD im WWW-Einblick in die derzeitige Situation

2.1 Exemplarisch: Christlich Demokratische Union (CDU)

2.2 Im Vergleich: Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)

2.3 Webangebote weiterer Parteien im Geltungsbereich der BRD

3. Kommunikationstheoretische und politikwissenschaftliche Überlegungen

3.1 Internet: Kommunkations- oder Massenmedium im Dienst der Parteien?

3.2 Ein Kommunikationsmodell und seine mögliche Veränderung durch den Webauftritt der Parteien

3.3 Spezielle Fragestellungen zum Themenkomplex

3.3.1 Beeinflußt der Webauftritt den Agenda-Setting/Agenda-Building-Prozeß?

3.3.2 Führt die Parteipräsenz im WWW zu mehr direkter Kommunikation zwischen Parteivolk und Bürger/Wähler?

4. Schlußbemerkung

5. Literaturangaben

1. Internet und World Wide Web

Einleitend möchte ich in einigen Sätzen die Entstehungsgeschichte des Internet als heute organisatorisch offenes, dezentrales und weltumspannendes Computernetz aufzeigen. Es werden anschließend an dieser Stelle einige Internet-Dienste vorgestellt, um dann zum wohl mittlerweile populärsten Dienst, dem World Wide Web[1] überzuleiten.

Das Internet ist eine Entwicklung, die auf die 1958 vom US-amerikanischen Verteidigungsministerium gegründete Forschungsbehörde ARPA (Advanced Research Projects Agency) zurückzuführen ist. Ziel war es, einen technologischen Vorsprung, vor allem eine geringere Störanfälligkeit innerhalb des Befehls- und Kontrollnetzwerkes der USA imVerteidigungsfall zu gewinnen. Dieser Vorsprung war 1969 mit dem ARPANET, an dem auch Universitäten und Forschungseinrichtungen beteiligt waren, hergestellt. Eine spinnwebförmige Netzwerktopologie (Distributed Network) sowie eine Informationsübermittlung mittels mehrerer Datenpakete ermöglichte auch bei Ausfall einzelner Computer (hier: Rechner eines Knotenpunkts im Netzwerk) oder Netzwerkverbindungen eine wesentlich zuverlässigere Datenübermittlung als dies bei einem zentral und hierarchisch aufgebauten Netz der Fall wäre (der Ausfall des zentralen Hosts würde eine Informationsübermittlung unmöglich machen).

Das ARPANET mit mehreren Knoten von gleichem Status, eigener Autorität zum Senden, Weiterleiten und Empfangen von Nachrichten, also mit dezentraler Struktur gilt heute als „Mutter des Internet“[2]

Das INTERNET-Programm von 1973 integrierte mehrere heterogene Netzwerke, darunter vor allem das ARPANET[3], unter einheitlichem Netzwerkprotokoll (TCP: Transmission Control Protocol) und dem Internet Protocol (IP) zum „Netz der Netze“[4]. Die Kombination dieser beiden Protokolle bildet die Basis für die gesamte Internetkommunikation.

Das französische TRANSPAC (1978) und das britische PSS (1980) markierten den Beginn der Einrichtung von Netzwerken in Europa, 1984 wurde der Verein zur Förderung eines Deutschen Forschungsnetzes (DFN-Verein) gegründet[5] und das Forschungsnetz WIN aufgebaut; alle diese Netze können als Basisstrukturen[6] des Internet[7] angesehen werden.

Das Internet in seiner heutigen Form mit weltweiten Verbindungen über Wide Area Networks (WAN) und Gateways bis hin zum privaten Nutzer kann als ein quasi-anarchisches System ohne Hierarchieebenen oder zentrale Verzeichnisse beschrieben werden. Es gibt zwar eine Vielzahl von Normungsgremien und Arbeitskreisen, doch haben diese keine Weisungsbefugnisse und können nur Empfehlungen herausgeben.[8] Neben dem TCP/IP-Protokoll[9] bildet noch die Host(Server)/Client-Architektur eine wesentliche Grundlage für die Kommunikation im Netz. Als Host bezeichnet wird der Rechner, der Informationen oder Serviceangebote bzw. Dienste im Internet zur Verfügung stellt, der Client nimmt diese in Anspruch.[10]

Das Internet bietet eine Vielzahl von Diensten, die über eine spezielle Software in Anspruch genommen werden können. Im Rahmen dieser Arbeit erscheint es wenig sinnvoll, alle Dienste anzusprechen, daher beschränke ich mich auf eine kurze Darstellung der Diskussionsforen, des Internet Relay Chat (IRC/Online-Konferenz), der Elektronischen Post (E-Mail), der Mailing-Lists und schließlich des World Wide Web.

Die Diskussionsforen (Newsgroups), die auch als UseNet bezeichnet werden, stellen einen Dienst im Internet dar, der dem Nutzer/Teilnehmer die Möglichkeit bietet, Informationsangebote zu einem bestimmten Themenbereich auf einem „Schwarzen Brett“ einzusehen. Ebenso hat er die Möglichkeit, eigene Beiträge zum Thema einzubringen, die dann ebenso von allen Newsgroup-Teilnehmern zu einem beliebigen Zeitpunkt eingesehen werden können. 1997 existierten etwa 1000 deutschsprachige Newsgroups mit ca. 300 „Brettern“ zu gesellschaftlichen und politischen Themen.[11]

Ähnlich ist es auch bei den von IRC-Servern angebotenen Online-Konferenzen. In verschiedenen Diskussionsthemen-Kanälen kann ein Nutzer die Nachrichten anderer Teilnehmender ebenso empfangen wie auch selbst eigene senden. Die Beiträge sind jedoch in Echtzeit übermittelt, d.h. auf dem Bildschirm eines jeden Chat-Teilnehmers wird angezeigt, was die weiteren Teilnehmer gerade über die Tastatur eingeben bzw. eingegeben haben. Der Unterschied zu den Newsgroups besteht also in einer synchronen Kommunikation sowie darin, daß die gesendeten Beiträge nicht dauerhaft abrufbar, d.h. gespeichert bleiben.

E-Mail ist der neben dem WWW am häufigsten genutzte Dienst im Internet.[12] Mit diesem Dienst können Nachrichten (Text, aber auch Graphik-, Ton- und Videodateien) auf elektronischem Weg versendet werden. Die Weiterleitung vom Sender an den Adressaten und der Empfang einer solchen Mail erfordert nicht die zeitgleiche Online-Bereitschaft (Einwahl ins Netz), gesendet wird die Nachricht zunächst an einen Mail-Server, den der Empfänger dann zu einem beliebigen späteren Zeitpunkt nach elektronischer Post im eigenen E-Mail-Postfach abfragen kann.

Ähnlich dem E-Mail ist auch das Mailing List zu verstehen. Mailing Lists sind Informationsdienste, die ähnlich einer Zeitung aboniert werden können. Sogenannte List-Server bieten die Möglichkeit, bestimmte Listen zu bestellen; alle Nachrichten, die in Form von E-Mails an den Server gesendet werden, werden automatisch an alle Abonenten einer Liste übermittelt. Damit ist der Dienst des Mailing List auch mit den „Schwarzen Brettern“ vergleichbar (wobei die Inanspruchnahme des Mailing List eine eigene E-Mail-Adresse erfordert).

Das „...World Wide Web [ist zum] Zentrum und Motor der Internet-Entwicklung geworden“[13], so der „Bericht der Bundesregierung über die Lage der Medien in der Bundesrepublik Deutschland 1998“.

Die Grundlagen für das WWW wurden 1989 am europäischen Kernforschungszentrum in Genf (CERN) zum Zwecke des Datenaustauschs unter den weltweit arbeitenden Physikern dieses Zentrums geschaffen. Eine Arbeitsgrupe um Tim Berners-Lee entwickelte eine Applikation nach dem Client-Server-Modell, der ein einheitliches Hypertext-Format (HTML) zugrunde lag. Es wurde dann damit begonnen, auf möglichst viele Informationssysteme WWW-Server aufzusetzen, die in diesem Format Informationen herausgeben konnten. Der Benutzer hatte so nur noch ein Programm zu bedienen, den WWW-Client und konnte mit diesem sowohl Text- als auch Graphik-, Ton- und Videodateien aus im Grunde verschiedenen Systemen abrufen. Mit der Entwicklung von immer benutzerfreundlicheren graphischen Browsern (Programme, mit denen Daten von WWW-Servern abgerufen und am Bildschirm dargestellt werden können) wurde das WWW auch für eine breitere Öffentlichkeit zunehmend interessant. Es wurde außerdem der Zugang zu Diensten wie E-Mail, Chat und Foren über neuere WWW-Browser-Versionen ermöglicht.

Das WWW implementiert auf einem physikalischen Netz mit einer heute nicht mehr überschaubaren Summe an WWW-Servern[14] ein logisches Netz von miteinander verknüpften Hypertext-Dokumenten[15]. Über sogenannte Hyperlinks kann von einer Webseite, durch einfaches Anklicken eines Buttons, eines markierten Wortes oder einer Graphik auf weitere Dokumente oder Adressen zugegriffen werden, die ihrerseits auf jedem beliebigen Server liegen können. Die Anordnung der Links beispielsweise auf einer Homepage (die Homepage ist die Webseite, auf der sich Personen oder Organisationen vorstellen) bestimmt der Verfasser des Dokuments, d.h. die Verknüpfungen sind letztendlich willkürlich über diesen festgelegt.

1.1 Zugang zum Internet/Empirische Daten zur Onlinenutzung in der BRD

Wie oben bereits erwähnt ist die Host/Client-Struktur die gängige technische Applikation des Internet. Der Begriff „Host“ kann nun aber verschiedenartige Bedeutungen haben[16]. So kann er synonym zu „Server“, etwa einem WWW-Server, der Informationen oder Angebote in diesem Dienst zur Verfügung stellt, verwendet werden. Er kann aber auch die Bedeutung - und so soll er hier begriffen werden – eines „Providers“ haben.

Der „Client“ ist ein Anwendungsprogramm, das Dienste von einem Provider (und damit auch Daten eines Servers) anfordert und auf dem Bildschirm eines Anwenders (Nutzers) sichtbar macht. Anwender kann jede beliebige Person sein, die i.d.R. über die Tastatur eines Computers in irgendeiner Weise mit anderen Rechnern kommuniziert. Diese Kommunikation erfordert den Zugang zum Internet über einen Provider, Anbieter von Kommunikations- und Informationsdiensten im Internet.[17]

Provider lassen sich in zwei Gruppen unterteilen[18]: zum einen in Internet Service Provider (ISP) und zum anderen in Online-Dienste. Während erstere einen „nackten“ Zugang zum Internet und seinen Diensten bieten, bereiten Online-Dienste ihr Angebot redaktionell auf, bieten darüber hinaus jedoch ebenfalls Internetzugang an.

Für den privaten Nutzer eines Internetzugangs fallen neben den Kosten für die technischen Voraussetzungen (Computer mit entsprechender Hard- und Softwarekonfiguration, Telefonanschluß) auch die Gebühren an, die er an ISP oder Online-Dienst für die Dienste-Bereitstellung zu entrichten hat.[19] Für die Nutzung eines Dienstes muß der Anwender „online“ sein, d.h. er muß eine temporäre Standleitung über das Telefonnetz zu einem Knotenpunkt des Providers aufbauen. Dadurch fallen zusätzliche nutzungsabhängige Kosten in Höhe der Telefongebühren (meist Ortstarif) an.

Vergleicht man die monatlichen Kosten für die private Nutzung des Internet innerhalb der OECD-Staaten, so gehört die Bundesrepublik Deutschland zu den kostenintensivsten Ländern. Der OECD-Durchschnitt von Mitte 1998 lag bei DM 90,40 für Telefon- und Providerkosten für eine Nutzungszeit von 20 Online-Stunden, in Deutschland fielen hierfür Gebühren von insgesamt DM 126,80[20] an.[21]

Vor allem in Hinblick auf Kap.3 dieser Arbeit möchte ich die folgenden Daten und Analysen, basierend vor allem auf der „ARD/ZDF-Online-Studie 1998“[22], zur derzeitigen Online-Nutzung innerhalb der BRD anführen. Es kann hier nur ein kleiner Ausschnitt vermittelt werden, der im Rahmen des Themas besonders relevant erscheint, zur eingehenden Betrachtung der Ergebnisse verweise ich auf oben angeführte Literatur, außerdem auf die Veröffentlichung „Online-Medien als Quellen politischer Information-Empirische Untersuchungvon Internet und Online-Diensten“, herausgegeben von Lutz M. Hagen, 1998. Die Zahl derjenigen Bundesbürger, die über eineZugriffsmöglichkeit auf einen Online-Dienst und/oder Internet verfügen hat sich binnen eines Jahres von 4.1 Millionen auf 6.6 Millionen (Stand Frühjahr 1998)[23] erhöht (Zuwachs ca. 60%). Das entspricht einem Anteil an der Gesamtbevölkerung von über 10% und verdankt sich vor allem dem Zuwachs bei den privaten Anwendern. 36% der Befragten hatten 1998 nur am Arbeitsplatz Zugang zu Online-Diensten/Internet, während die Anzahl derjenigen, die sowohl am Arbeitsplatz als auch zu Hause bzw. nur zu Hause über einen Zugang verfügten um 23% auf 64% anstieg. Das Nutzerprofil mag durch folgende Zahlen (hier zusammengefaßt) verdeutlicht werden: 1998 waren 72% der Onlinenutzer männlich, 80% zwischen 20 und 49 Jahren alt, 62% besaßen Abitur und 83% waren voll berufstätig oder Schüler/Studenten. Anwender sind also vorwiegend männlich, relativ jung, gebildet und gehen einer Vollzeitbeschäftigung nach. Als zentraler Anschaffungsgrund gilt der Zugriff auf umfassende Informationen. 88% der Befragten gaben als Grund (Mehrfachnennung innerhalb vorgegebener Antwortenliste war möglich) für die Einrichtung eines privaten Onlineanschlusses[24] an, daß sie so Zugriff auf interessante Informationen erhielten, gefolgt von der Möglichkeit, E-Mails zu senden und zu empfangen (75%). Die genutzten Onlineeinsatzmöglichkeiten, also die Hauptanwendungen waren der Studie zufolge in erster Linie die gezielte Abfrage von Informationen (80%) bzw. aktueller Nachrichten (59%)[25] neben dem E-Mail-Austausch (80%). Zielloses Surfen im Internet wurde von 51% der Befragten als eine genutzte Onlineeinsatzmöglichkeit bestätigt, was vor allem auf den Unterhaltungswert des Mediums deutet (vgl. den Unterhaltungs- und Informationswerten des Fernsehens). In diese Richtung weist auch das Ergebnis, daß sich die Online-Primetime werktags auf 18-21 Uhr verlagert hat, also weg von der Kernarbeitszeit von Berufstätigen; das Medium wird zunehmend in der Freizeit genutzt (was auch mit der Zunahme an privaten Onlinezugängen korrespondiert). An Werktagen wurden 1998 durchschnittlich 76 Minuten täglich zu Hause,am Arbeitsplatz, der Uni oder Schule[26] online verbracht, für die Nutzung an Samstagen/Sonntagen ergab sich ein Mittelwert von 80 Minuten[27].

Im Vergleich dazu ist der tägliche Fernsehkonsum der bundesdeutschen Gesamtbevölkerung (ab 14 Jahre) mit 199 Minuten täglich (1998)[28] noch weit mehr als doppelt so hoch. Auch besitzen 98,5% der privaten Haushalte ein oder mehrere Fernsehgeräte.[29] Die Erweiterungen auf der Angebotsseite des Internet (Unterhaltungs- und Informationswerte), eine benutzerfreundliche Ausgestaltung verbunden auch mit Veränderungen in technologischer Hinsicht (z. Bsp. der mögliche Empfang von umfangreichem Ton- und Bildmaterial bis hin zur Radio- oder Fernsehsendung via Internet), sowie die Kostensenkungen für leistungsfähige Rechner und effektive Online-Nutzung legen jedoch den Schluß nahe, daß die Zahl vor allem der privaten Online-Anschlüsse weiter zunehmen und auch die Dauer der täglichen Online-Nutzung ansteigen wird.

1.2 Informationsanbieter: WWW-Server und Websites

Den einleitenden Teil abschließen soll ein Blick auf die Content-Provider im World Wide Web.

Im Grunde kann jede Privat- oder juristische Person Daten beliebiger Art im World Wide Web zur Verfügung stellen.[30] Die Software, die benötigt wird, um einen Rechner serverfähig (zu einem WWW-Server) zu machen, ist kostenlos erhältlich. Für Privatpersonen besteht das Problem eher in einer leistungsfähigen Internetanbindung, die zudem noch 24 Stunden täglich aufrechterhalten werden sollte, um eine Versorgung auf der Nachfrageseite (Client) zu gewährleisten.

Kommerzielle Online-Dienste stellen ihren Kunden eine begrenzte Menge an „Webspace“ kostenlos zur Verfügung, so daß jeder, der Internetzugang über einen solchen Provider hat, auch die Möglichkeit erhält, eine eigene Homepage/Website[31] zu erstellen und über den WWW-Server des Anbieters im World Wide Web zu veröffentlichen (Informationsnutzer zugleich potentieller Content-Provider).

Auch umfangreichere Websites lassen sich über einen Online-Dienst oder spezielle Webspace-Provider veröffentlichen. Die hierbei anfallenden Gebühren für die Nutzung eines fremden Servers sind dann abhängig von dem Speicherplatz,den die Site beansprucht. Größere Organisationen wie Presseverlage, Rundfunkanstalten oder auch Parteien installieren i.d.R. eigene WWW-Server[32] mit entsprechend hohen Übertragungskapazitäten, da deren Websites extrem viele Links bieten und darüber hinaus oft speicherintensive Bilddateien beinhalten, also insgesamt große Kapazitäten beanspruchen.

Die Zahl der Websites stieg im Zeitraum von Januar 1996 bis Januar 1997 insgesamt um 770%[33] ; bedeutend scheinen im Zusammenhang dieser Arbeit dabei weniger die privaten Sites noch die zunehmende Zahl an Online-Angeboten etwa von Warenhäusern oder Firmen im WWW, von besonderer Relevanz ist vielmehr der Auftritt der oben bereits erwähnten klassischen Medien. Presse und Rundfunk geraten zunehmend in Konkurrenz zu Online-Produkten und versuchen daher, Synenergieeffekte durch Internet-Aufbereitung (Website-Erstellung) ihrer Produkte zu erzielen, die „ARD/ZDF-Online-Studie 1998“ bestätigt solche Effekte: „Ein zentrales Ergebnis ... liegt in dem Nachweis, daß gut gemachte Onlineangebote von Hörfunk- und Fernsehprogrammgestaltern die originäre Programmnutzung stützt und attraktiver macht “[34]. Gleiches wird für die Printmedien zwar nicht ausdrücklich konstatiert, ist aber anzunehmen imHinblick auf zumeist negative direkte Gewinnaussichten der Verlage für „Electronic Publishing“. Weiter spricht die Studie für den Printbereich von einem 60%-igen Bekanntheitsgrad[35] der Online-Angebote gegenüber 52% beim Rundfunk (für 1998)[36]. Der Medienbericht der Bundesregierung besagt, daß neben 75 Websites von Rundfunkanbietern ca. 120 Online-Ableger von Zeitungen und einer weiteren Vielzahl Zeitschriften im Internet existieren.[37] Websites von Zeitungen und Hörfunk/Fernsehen bieten mehrere Vorteile, zum einen sind sie manchmal aktueller als das eigentliche Medium (Veröffentlichung im Internet vor dem Erscheinungstag), zum anderen lassen sie häufig eine Archiv-Recherche zu, außerdem ermöglichen sie die Einbindung von ergänzenden Angeboten oder Verweisen auf andere Server. Auf Inhalte einzelner Websites von Presseverlagen und/oder Rundfunksendern kann hier nicht mehr eingegangen werden, in anderem Zusammenhang sei aber auf Kap. 3.3.1 hingewiesen.

2. Parteien der BRD im World Wide Web-Einblick in die derzeitige Situation

Veränderungen im polititschen[38] Kommunikationsprozeß spielen in der veröffentlichten Disskussion um das Internet eine gegenüber technischen und ökonomischen Aspekten bis heute untergeordnete, wenn nicht vernachlässigte Rolle.[39] Dabei hat sich allein die Abrufbarkeit politischer Information, die seitens der politischen Entscheidungsträger (der kommunalen wie Landes- und Bundesebene) zur Verfügung gestellt wird, durch das Medium Internet vervielfacht. War es im frühen Fernsehdeutschland noch eine vieldiskutierte Streitfrage, ob und in welchem Umfang Bundestagsdebatten „live“ im Rundfunk übertragen werden sollten, scheint heute die Live-Übertragung sämtlicher Plenarsitzungen oder die öffentliche Einsicht in die Tagesordnung von Ausschußsitzungen via Internet[40] selbstverständlich.

Auch die meisten Parteien der Bundesrepublik Deutschland und alle im Bundstag vertretenen nutzen das Internet mit einem eigenen „Web-Auftritt“. Sie machen damit Gebrauch von einer neuen Plattform für die Mitwirkung am Prozeß um die politische Willensbildung des Volkes wie sie Artikel 21 des Grundgesetzes vorschreibt. Das Parteiengesetz (PartG, §1,Abschn.1) führt dazu aus: „Die Parteien wirken an der Bildung des politischen Willens des Volkes auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens mit, indem sie insbesondere auf die Gestaltung der öffentlichen Meinung Einfluß nehmen, die politische Bildung anregen und vertiefen, die aktive Teilnahme der Bürger am politischen Leben fördern, ..., auf die politische Entwicklung in Parlament und Regierung Einfluß nehmen, die von ihnen erarbeiteten politischen Ziele in den Prozeß der staatlichen Willensbildung einführen und für eine ständige lebendige Verbindung zwischen dem Volk und den Staatsorganen sorgen.“ Die Parteien wirken demnach aus der Gesellschaft heraus in den Staat hinein und umgekehrt, sie erstellen politische Programme und geben andererseits prinzipiell jedem Bürger die Möglichkeit der aktiven politschen Beteiligung. Volksnähe, politische Teilhabe, Partizipation und Transparenz, Begriffe wie sie Katz in Zusammenhang der Bedeutung und Aufgaben der Parteien aufführt[41] scheinen mir für die nachfolgenden Untersuchungen und Überlegungen ebenso bedeutend wie die Frage an dieser Stelle, ob die Parteien der BRD den oben dargestellten Ansprüchen aus Grund- und Parteiengesetz resultierend, derzeit überhaupt gerecht werden. Hierzu zwei Aspekte der Parteienkritik: 3.8% der Wahlberechtigten sind Mitglieder in einer Partei, von diesen sind jedoch höchstens 20% politisch aktiv, was letztlich bedeutet, daß eine Minderheit von knapp 1% der Bevölkerung (Stand 1994)[42] die festgelegten Funktionen der Parteien wahrnimmt, von einer durch die Parteien vermittelten Identität von Regierenden und Regierten könne so kaum die Rede sein, man müsse vielmehr von einer parteipolitischen Elitenherrschaft sprechen. Eine Schwachstelle wird außerdem im Bürger/Parteien/Staat-Verhältnis gesehen, in der Willensübermittlung vom einzelnen Bürger zu den Parteien und umgekehrt und zum anderen beim Übergang von den Parteien zu deren Abgeordneten und Fraktionen in den Parlamenten.[43]

Vor dem Hintergrund der einleitenden Darstellungen aus dem 1. Kapitel über Internet/World Wide Web sowie den an dieser Stelle vorangeangenen Bemerkungen zu Wesen, Aufgaben und Kritik der Parteien sollen nun die Website der Volksparteien Christlich Demokratische Union (CDU) exemplarisch[44] und die der Sozialdemokratischen Partei Deutschland (SPD) im Vergleich dargestellt sowie am Rande auch weitere Parteiensites erwähnt werden. Es wird besonderes Gewicht gelegt auf die derzeitige inhaltlichliche Strukturierung/Ausrichtung und die Angebote an den Bürger hinsichtlich des technischen Potentials, die das Internet bietet; auf konkret formulierte Inhalte einzelner Seiten wird nur sehr begrenzt eingegangen werden können. Desweiteren werden, soweit vorhanden, Daten angeführt, die einen Einblick in die heutige Nutzungssituation der Websites der Parteien und ihrer konkreten Angebote liefert.

Den gesamten Umfang einer Website mit sämtlichen Hyperlinks hier darzustellen scheint angesichts der mittlerweile enormen Größe der Sites der anzusprechenden Parteien nicht möglich (und nötig), auch läßt die Verknüpfung über die Links nur sehr begrenzt eine hierarchisch gliedernde Darstellung zu, da diese, in einer bestimmten Ebene angeordnet, ebenso auf eine höher liegende Ebene zurück- bzw. sogar auf fremde Websites weisen können. Dennoch soll der Versuch unternommen werden, ausgehend von der Homepage der Partei (vor allem der CDU), nachgeordnete Ebenen zu beschreiben, wobei ich mir vorbehalte, einzelne Inhaltsangebote, Links und zugehörige Seiten unerwähnt zu lassen, dies nach Kriterien der Relevanz für das 3. Kapitel der Arbeit.

Es sei an dieser Stelle bereits angemerkt, daß ein Hyperlink auf einer Parteienwebsite in Form eines mit einem Hinweis (Schlüsselwort) bezeichneten Button, eines unterstrichenen Wortes oder kurzen Satzes oder einer wie auch immer gearteten Grafik dargestellt ist. Oftmals läßt sich ein und dieselbe Seite oder derselbe Inhaltsbereich über Wort-/Button- und grafischem (Bild-) Link durch Anklicken alternativ öffnen, der Website-Besucher wird also ggf. visuell wie verbal animiert, bestimmte Seiten abzurufen, dieser Umstand wird im folgenden zumeist nicht aufgegriffen werden. Insgesamt ist neben dem inhaltlichen Angebot, den angewandten sprachlichen Mitteln die visuelle/graphische Gestaltung der Sites ein Bereich, den ausführlich zu analysieren sich lohnen würde; im Rahmen dieser Arbeit muß jedoch das äußere Gestaltungskonzept weitestgehend unberücksichtigt bleiben.

2.1 Exemplarisch: Christlich Demokratische Union (CDU)

Die CDU ist seit Oktober 1995 mit einer eigenen Website im [45] World Wide Web vertreten. Verantwortlich für den Parteiauftritt ist der Abteilungsleiter Information innerhalb der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit der Bundesgeschäftsstelle.[46]

Homepage

Die Homepage der CDU[47] leitet ein mit dem Slogan „Mitten im Leben“ und einem deutlich hervorgehobenen Logo der Partei. Zwei vertikal angeordnete Leisten mit Hyperlinks geben die Bereiche an, die permanent in den Webauftritt und von der Homepage sowie der darauf unmittelbar folgenden Ebenen aus erreichbar integriert sind. Zwischen diesen Zeilen befinden sich diejenigen Inhalte und Links, die täglich erneuert werden bzw. nur temporär auf der Titelseite bereitgestellt sind.

Hier ist zunächst der Tickerdienst zu erwähnen, ein Fenster, das an sich zwar dauerhaft eingerichtet ist, dessen Inhalte aber täglich wechseln, im Telegrammstil werden tagesaktuelle Meldungen wiedergegeben. Der Ticker stellt zugleich einen Hyperlink dar, über den dezidierte Informationen zu den jeweilig erscheinenden Themen abgerufen werden können. Die CDU unterstreicht mit dem Tickerdienst natürlich zum einen die Aussage des Slogans „Mitten im Leben“(denn mitten im Leben kann sich fühlen, wer über das aktuelle deutschlandweite bzw. Weltgeschehen informiert ist), vor allem aber die Aktualität und Attraktivität des CDU-Webauftritts im allgemeinen.

Zu den temporären Angeboten auf der Homepage zählen desweiteren kurze Artikel zu Themen, wie sie zeitgleich auch die klassischen Medien Presse und Rundfunk bereithalten („CDU-Generalsekretärin Dr. Angela Merkel zum Rücktritt der EU-Kommission“(16.3.99): Rücktritt der EU-Kommission) bzw. wie sie auch innerhalb der Themenagenda der Medien noch bestehen („Wir wollen ein umfassendes Gesamtkonzept für Integration“(16.3.99) oder „Gesetzentwurf der CDU-/CSU-Bundestagsfraktion zur Neuregelung des Staatsbürberschaftsrechts“(17.3.99): Ausländerrecht, doppelte Staatsbürgerschaft, Integration). Mit den Titeln und einer zugespitzten inhaltlichen Darstellung verbindet sich in der Regel die Möglichkeit, über Links wie „Die Erklärung von CDU-Generalsekretärin Dr. Angela Merkel im Wortlaut“ bzw. den „Beschluß des CDU-Bundesvorstands im Wortlaut“ oder schlicht „Weiter“ ausführlichere Informationen einzusehen. Der Aufbau erinnert also unwillkürlich an die Themendarstellung im Printmedienbereich (Schlagzeile-Inhaltsüberblick-ausführliche Informationen oder Verweis auf weitere Artikel zum Thema innerhalb einer Ausgabe). Als wesentlicher Unterschied muß gelten, das deuten die Titel bei aller struktureller und typographischer Übereinstimmung der Artikel mit klassischen Zeitungsartikeln immerhin noch an, daß keine der journalistischen Sorgfaltspflicht entsprechende Neutralität innerhalb der Artikel angestrebt wird, sondern daß hier (im Ggs. auch zum Ticker) parteiinterne Positionen wiedergegeben werden. Bei den meisten aktuellen themengebundenen Veröffentlichungen auf der Homepage (sowie sämtlicher CDU-Webseiten mit Artikelangeboten) handelt es sich nicht um für den Webauftritt aufbereitete Inhalte, sondern schlicht um Pressemitteilungen der CDU-Geschäftsstelle, die ins Webangebot übernommen werden.

Ein weiterer zentral bei den oben erwähnten Artikeln angeordneter Link titelt derzeit mit „Lafontaines Rücktritt-Ihre Meinung interessiert uns“. Verbunden ist damit eine E-Mail-Aktion, die den Website-Besucher auffordert , die eigene Meinung zum Thema per elektronischer Post zu übermitteln, vergleichbar dem Leserbrief an eine Zeitung/Zeitschrift, allerdings (an dieser Stelle) beschränkt auf das eine Thema. Bereits hier stößt man also innerhalb des Auftritts der CDU im World Wide Web auf einen integrierten, im Grunde jedoch eigenständigen Internet-Dienst. Daneben ist ein weiterer (grafischer) Link dieser ersten (Homepage-)Ebene, der Newsletter-Abo-Service mit E-Mail-Funktion verbunden. Die Abonierung des Newsletter erfolgt, vergleichbar dem im 1.Kapitel beschriebenen Mailing List, über die Angabe der eigenen Mail-Adresse. Alle auf der Homepage aktuell erscheinenden Artikel werden bei Abonnierung des Dienstes automatisch an das E-Mail-Postfach des Client-Rechners gesendet.

Neben dem Newsletter ist die Unterschriftenaktion der CDU gegen die doppelte Staatsbürgerschaft weiterhin auf die Homepage über einen direkten Link gesetzt, sie wird auch angesichts der Reformierung des Gesetzesentwurfs der Bundesregierung fortgeführt. Bei diesem Link handelt es sich um eine grafische Variante, dessen Seite (verknüpft ihrerseits mit weiteren Seiten zur doppelten Staatsbürgerschaft) wie eingangs beschrieben über eine alternative Route, den Button „CDU-Intern“ erreicht werden kann, der grafische Link zur Unterschriftenaktion selbst ist zudem auf mehreren Seiten eingebunden. Ebenso verhält es sich mit dem Button-Link „Wir schaffen die modernste Gesellschaft Eurpopas“ (alternativ: Button „CDU-Intern“ der permanenten Leiste und Folgelink) sowie einem grafischen Link zur Europawahl (alternativ: Button „Politik&News der permanenten Leiste und Folgelinks), die ihrerseits Links zu verschiedenen europapolitischen Themen und Europakandidaten der CDU bereithalten. Als letzter temporär auf der Homepage eingerichteter Link sei noch der Button „Parteitag Erfurt-Leitanträge“ erwähnt. Unter diesem Link wird ein zusammenfassender Einblick in zenrale Bereiche der Anträge des Bundesvorstands an den 12. Parteitag in Erfurt, die „Erfurter Leitsätze-Aufbruch`99“ gegegeben, es können außerdem zwei zentrale Leitanträge in originalem Wortlaut heruntergeladen (download) und offline eingesehen werden.

Damit sind alle der zeitlich begrenzt auf der Homepage derzeit eingerichteten Inhalte und Links zumindest angesprochen. Im folgenden gehe ich auf die Kategorien (Inhaltsbereiche) ein, die fester Bestandteil des Webauftritts der Partei sind[48] und als Hyperlink in den zwei bereits erwähnten Leisten auf der Titelseite der CDU erscheinen. Im einzelnen sind das: „Politik&News“, „Forum“, „Mitmachen“, „Presse“, „Partei&Fraktion“, „Magazin“, „Home“, „Über uns“, „Suchen“, „Termine“, „Surfbrett“, „Shop“, „CDU-Intern“, „English“, „E-Mail“. Allein die Homepage der CDU weist also bereits insgesamt 24 Links (temporär: 9 und permanent: 15) zu weiteren Seiten aufweist, die dann ihrerseits wiederum zahlreiche Links beinhalten. Es muß also an dieser Stelle nochmals darauf hingewiesen werden, daß hier nur die wesentlichen Inhalte (im Sinne der Arbeit) angesprochen werden und weniger bedeutsam erscheinende Bereiche unberücksichtigt bleiben.

Politik&News

Über diesen Link erreicht man eine Seite, die mit „News“ titelnd 35! Artikel zu verschiedenen aktuellen politischen Themen bereithält und deren Inhalt in Kurzform an dieser Stelle, über Folgelinks auch ausführlicher, wiedergegeben ist. Es handelt sich hier in der Regel um schriftliche niedergelegte Redebeiträge oder Erklärungen/Statements von CDU-Spitzenpolitikern (Bundesvorstand, Generalsekretärin oder ressortspezifische Sprecher der Partei/Bundestagsfraktion). Auffallend ist neben einer Anzahl von Informationsangeboten zur Europapolitik auf dieser Seite die Häufigkeit von Inhalten, die gegen die derzeitige Regierung polemisieren, d.h. es werden von der CDU in ihrer Rolle als Oppositionspartei hier weniger eigene Programmatiken/politische Lösungsansätze veröffentlicht als vielmehr der politische Gegner in seinem Regierungshandeln angegriffen, vgl. dem Auftreten oder der Darstellung der Partei vor allem im Bereich des Rundfunkmediums Fernsehen. .Dasselbe gilt für eine Vielzahl der Artikel, die von der Seite „Politik&News“ über die (wiederum) permanenten Folgelinks „Innenpolitik“, „Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik“, „Familienpolitik“, „Außen&Europapolitik“ abgerufen werden können. Ebenso gilt wie oben bereits erwähnt, daß es sich bei nahezu allen Artikeln um herkömmliche Pressemitteilungen handelt, die von der CDU-Bundesgeschäftsstelle herausgegeben sind, Ausnahmen sind u.a. solche Inhalte, die ihrerseits den Printmedien entnommen und auf die Website gesetzt wurden . Ein letzter permanenter Link unter „Politik&News“wendet sich dann doch noch explizit der eigenen Programmatik zu. Unter „Programme“ läßt sich das „Zukunftsprogramm der CDU“ sowie das „Grundsatzprogramm der CDU Deutschlands“ einsehen.

Forum

Dieser Hyperlink führt zu einer Funktion entsprechend den unter Kap.1 beschriebenen Diskussionsforen. Ein Informationsnutzer,der auf das „Forum“ innerhalb des CDU-Webauftritts zugreift, kann zugleich zum Informationsanbieter werden, neben dem Einsehen fremderstellter Inhalte ist es möglich, auch eigene Beiträge auf bestimmte Seiten der CDU-Website zu stellen und damit potentiell dem gesamten Online-Publikum zugänglich zu machen.

Es sind derzeit vier Foren vorgegeben, die in einzelne Diskussionsthemen untergliedert sind. Diese sind nicht von der Internet-Redaktion der Partei, sondern von den Nutzern selbst vorgegeben bzw. eingerichtet. Jeder CDU-Website-Besucher kann also sowohl eigene Themen eröffnen als auch auf vorhandene zugreifen, die Beiträge innerhalb dieser Themen lesen und darauf antworten.

Das Forum „Innenpolitik“ hält derzeit 8 Diskussionsthemen mit insgesamt 183 Beiträgen bereit, „Außen- und Europapolitik 568 Beiträge, Wirtschafts- und Sozialpolitik 670 Beiträge und „Verschiedene Themen“ enthält zusammen 2128 Beiträge. Die Beiträge sind zumeist kurz gefaßt und richten sich überwiegend gegen die derzeitige Regierungspolitik. Sie liefern häufig weniger argumentativ augerichtete Inhalte, vielmehr polemisieren oder emotionalisieren sie gegen politische Richtungsentscheidungen und –entwürfe der Regierungskoalition. Damit soll nicht gesagt sein, daß innerhalb der Foren keine fundierten Beiträge zu finden sind und es sind auch solche Beiträge eingestellt, die der Programmatik der CDU widerspechen, an mancher Stelle kann man sich jedoch nicht des Eindrucks erwehren, es handle sich um einen World Web-weiten Stammtisch.[49]

Ein weiterer Hyperlink auf der „Foren“-Seite soll die Möglichkeit einer „Live-Diskussion mit CDU-Politikern“ ermöglichen. In unregelmäßigen Abständen stellen sich CDU-Spitzenpolitiker zu einer Online-Diskussion mit den Website-Besuchern, d.h. man findet hier im Grunde eine Form des Internet Relay Chat (sh. Kap.1) vor, einer Kommunikation in Echtzeit (letzter Chat-Termin war der 11.3.99, bis 22.3. (oder länger) ist keine Diskussion mehr eröffnet worden).

Abschließend an dieser Stelle noch kurz einige Worte zu den innerhalb der Seite „Forum“ abrufbaren Moderationskriterien der Internet-Redaktion der CDU für die Beiträge. Es heißt dort u.a.: „Beiträge, die gegen das deutsche Presserecht verstoßen, also Beleidigungen, Verleumdungen o.ä. sowie reine Polemik enthalten werden gelöscht (Pkt.1).“ Weiterhin regeln die Pkte. 2/3 das Löschen von Beiträgen innerhalb bestimmter Fristen. Es werden z.Bsp. alle Themen gelöscht, die nach vier Tagen weniger als 50 Beiträge beinhalten, eingestellte Themen, die nicht weiter diskutiert werden, werden bereits nach einem Tag gelöscht.

Pkt. 4: „Beiträge, die einen direkten Wahlaufruf für eine andere Partei als die CDU beinhalten, löschen wir sofort.“

Pkt. 7. „Wir bemühen uns, in angemessener Häufigkeit an den Diskussionen teilzunehmen und Ihnen als Gesprächspartner zur Verfügung zu stehen.“

Mitmachen

Unter diesem Link kann man die Parteimitgliedschaft unter Angabe von Postanschrift und E-Mail-Adresse beantragen. Außerdem lassen sich Informationsmaterialien auf elektronischem Weg zur Politik/verschiedenen politischen Themenbereichen der CDU (Innen-, Außen- und Europa-, Wirtschafts- und Sozialpolitik, Frauen- und Familienpolitik) sowie das Zukunftsprogramm und das Grundsatzprogramm der CDU anfordern (nur Postadresse erforderlich).

Presse

Der Link „Presse“ auf der Homepage ist untergliedert in drei Folgelinks: „Archiv“, „Pressenews“ und „Mail“.

Unter erstem läßt sich auf sämtliche Pressemitteilungen der CDU-Bundesgeschäftsstelle zugreifen, die seit dem 10.11.98 herausgegeben wurden (10.11.98: „Regierungserklärung ohne Antwort auf Zukunftsfragen“, Erklärung der CDU-Generalsekretärin Angela Merkel). Alle unter „Archiv“ verwalteten Artikel, an dieser Stelle eindeutig als Pressemitteilungen mit der Herkunftsangabe „CDU-Bundesgeschäftstelle“ sowie dem Ausgabedatum versehen, geben diejenigen Inhalte wieder, die ausnahmslos auch unter „Politik&News“ (und Folgelinks) erreichbar sind oder waren. An der dortigen Stelle der Website sind sie jedoch nicht als Pressemitteilungen gekennzeichnet und enthalten nur die Angabe des Verfassers (oder desjenigen, der für den Inhalt offiziell verantwortlich zeichnet). Es relativiert sich also der Umfang des CDU-Webauftritts etwas angesichts eines Inhaltsangebotes, das sich an mehreren Stellen (auch die Artikel der Hompepage sind schließlich solche Pressemitteilungen), also unter verschiedenen Sparten wiederholt (sh. auch im Folgenden den Link „Magazin“)

Der Button „PresseNews“ eröffnet folgendes Angebot: „Ab heute können Sie die PresseNews abonnieren und damit automatisch die aktuellen Pressemitteilungen der CDU erhalten.“. Man kann sich hier also im Grunde denselben Aboservice einrichten wie unter dem grafischen Link „Newsletter“ der Homepage der CDU.

Der letzte Link unter „Presse“ ist mit einer E-Mail-Funktion verknüpft. Von hier aus besteht die Möglichkeit, an die Pressestelle der CDU, pressestelle@cdu.de, elektronische Post zu versenden.

Partei&Fraktion

...gibt Auskunft über die Organisationsstruktur der Partei sowie über weitere Links Informationen zu Verbänden (Landes-, Bezirks-, Kreis- und Ortsverbände) und Vereinigungen/Sonderorganisationen der CDU (Junge Union, Frauen-Union der Christ-Demokraten Deutschlands, Ring Christlich-Demokratischer Studenten u.a.). Im Grunde handelt es sich hier um Links zu weiteren, eigenständigen Websites, die auch unter dem Button „Surfbrett“ der Homepage der Partei aufgerufen werden können. Es lassen sich also die Webangebote der Partei auf allen Organisationsebenen bis hinunter zu den Ortsverbänden, soweit diese im Internet vertreten sind, erreichen.

Auch zur eigenständigen Website der CDU-CSU-Bundestagsfraktion sowie den Landtags- und kommunalen Fraktionen wird von dieser Stelle, wie auch von „Surfbrett“ aus, weitergeleitet.

Magazin

Das „Magazin“ ist in die folgenden Rubriken unterteilt: „Tagesthema, „Thema der Woche“, „Kommentare“, „Schlagzeilen“, „Anzeigen“, „Die andere Seite“, „The best of“. Unter den ersten beiden sowie den letzten zwei dieser Links sind hauptsächlich einzelne Artikel eingestellt, die eine Auswahl aus „Politik&News“ und/oder „Presse“ darstellen. So ist das Tagesthema am 17.3.99: „Der Bundesvorsitzende der CDU, Dr. Wofgang Schäuble MdB, der stellv. Vorsitzende Horst Seehofer MdB und der europapolitische Sprecher der CDU Peter Hintze MdB: Schröders Verantwortung. Zum Rüchtritt der EU-Kommission“ neben drei weiteren Tagesthemen abrufbar.

„Die andere Seite“ stellt den Artikel „Schröders neue Kleider“ ein. Darin heißt es u.a.: „...Schröders Kanzler-Bilanz sind fast 500000 Arbeitslose mehr. Doch statt sich um Arbeitsplätze zu kümmern, ist ihm Glanz und Glamour wichtiger ... sah man ihn umso häufiger in Talkshows und Wetten daß?. Jetzt ließ er sich für ein Lifestyle-Magazin ablichten. ... Während andere Leute jeden Pfennig herumdrehen und hart für ihre Rente arbeiten müssen, posiert Schröder lieber als Dressman für die Kamera ... ließ sich Schröder im 3000.-DM Kiton-Anzug mit polierten Alden Schuhen für 900.-DM und einen Mantel von Brioni für 4000.-DM fotographieren.“ (Der Artikel entstammt der Bundesgeschäftsstelle und ist seit dem 10.3.99 auf „Der anderen Seite“ plaziert.)

Ähnlich polemisch und emotionalisierend heißt es unter „The best of“: „...Es ist nicht damit getan, jedem Ausländer einen deutschen Paß zu geben. Deutscher Staatsbürger werden kann erst, wer nach Spracherwerb, Eingewöhnung, Übernahme von Lebensformen zum guten Teil bereits Deutscher geworden ist. Die Staatsbürgerschaft kann erst am Ende eines erfolgreichen Integrationsprozesses stehen, nicht an seinem Anfang.“ (Zitat aus einer Rede von Dr. Wolfgang Schäuble auf dem 11. Parteitag der CDU Deutschlands am 7.11.1998.)

Der Link „Kommentare“ gibt in kurzem Ausschnitt europaweite Pressestimmen zum Rücktritt der EU-Kommission wieder, verteten ist u.a. „Le figaro“, „Financial Times und „Die Welt“. Die „Schlagzeilen“ zitieren Schlagzeilen der deutschen Presse derzeit aus „Frankfurter Allgemeine“, „“Die Welt“, „BILD“ (Lafontaines Rücktritt: Wußte Schröder Bescheid?“) und der „tageszeitung“ („20 Oskars für Europa“)

Als weiterer Link der „Magazin“-Seite gibt „Anzeigen“ Auskunft über verschiedene Events (12. Parteitag Erfurt vom 25.-27.4., Veranstaltungsreihe der Konrad-Adenauer-Stiftung zu „50 Jahre Bundesrepublik Deutschland u.a.)

Im Überblick betrachtet stellt sich das „Magazin“ dar als besonders polemischer teils pseudoinformativer, populistischer Ausschnitt aus der CDU-Website, der sich teilweise an tagespolitisch aktuellen Ereignissen (vor allem dem Rücktritt der EU-Kommission), andererseits aber auch an Themen orientiert, über die sich die CDU in der Öffentlichkeit zu profilieren bzw. das sie in der Medienagenda zu setten versucht (doppelte Staatsbürgerschaft). Die von der Internet-Redaktion hier überdies betriebene Presse-Informationsauslese stellt sich ebenfalls in den Dienst der Profilierungsversuche der CDU als Oppositionspartei.

Home

... führt von allen Seiten, in denen die permanenten Buttons der Titelseite eingeblendet sind, zurück zur Homepage.

Über uns

Hier läßt sich die Geschichte der CDU von ihrer Gründung bis hin zur Kohl-Ära in Stichpunkten nachlesen (unter Angabe von Literaturquellen).

Parteivorsitzender, Generalsekretärin, Bundesgeschäftsführer sowie weitere Mitglieder des CDU-Präsidiums und des Bundesvorstands stellen sich vor anhand kurzer Lebensläufe und Parteikarrieren/allg. pol. Karrieren, es läßt sich außerdem ein Redebeitrag des Vorsitzenden Dr. Schäuble einsehen, „Regieren Sie nicht gegen das Volk“, eine Rede gehalten in der letzten Haushaltsdebatte des Deutschen Bundestages.

Zu allen an dieser Stelle vorgestellten Politikern sind Links mit der Aufforderung „Schreiben Sie mir“ eingerichtet, die die E-Mail-Funktion aufrufen und die jeweilige E-Mail-Adresse bereitstellen.

Zuletzt ist unter „Impressum“ die CDU-Bundesgeschäftsstelle, Hauptabteilung Öffentlichkeitsarbeit, als Herausgeberin aufgeführt, verbunden u.a. mit einem Link, der die Bundesgeschäftsstelle vorstellt.

Suchen

Über diesen Link läßt sich das CDU-Internetangebot nach Stichworten durchsuchen, vgl. den Suchmaschinen, die eine Suche im gesamten World Wide Web-Angebot ermöglichen.

Termine

... ist ein Terminkalender für das Jahr 1999, der vor allem die für Parteianhänger interessanten Termine bereitstellt, beispielsweise zu Kommunal- und Landtagswahlen, zu Landesparteitagen, zur Europawahl, aber auch zu verschiedenen Jahrestagen (50. Jahrestag der NATO-Gründung) und anderem mehr.

Surfbrett

Der Link „Surfbrett“ bietet direkte Verbindungsmöglichkeiten zu weiteren Websites.

Neben dem unter „Über uns“ dargestellten Angebot zu parteieigenen und parteinahen Organisationsformen läßt sich hier z. Bsp. der Webauftritt der CDU-CSU-Gruppe im Europäischen Parlament oder der Europäischen Volkspartei EVP zur Einsicht aufrufen. Außerdem sind Links eingerichtet zu Websites, die weitere politische Informationsquellen darstellen, zu nennen etwa der Link zur Homepage der Bundeszentrale für politische Bildung, des Statistischen Bundesamts, der Bundesanstalt für Arbeit. Überdies sind die Webadressen von Rundfunk- sowie Printmedien, gegliedert in überregionale und regionale Angebote (Die Welt/Badische Zeitung...), in Form von Links aufgeführt; Angebote an den CDU-Website-Besucher also, die über den parteilichen Rahmen bzw. die Beschränkung auf politisch relevante Daten hinausreichen zu Informations- und Nachrichtenangeboten von (mehr oder minder) als überparteilich zu bezeichnenden Medien der traditonellen Medienlandschaft im Web. Eine Liste aller gängigen Suchmaschinen im World Wide Web rundet das Angebot an dieser Stelle ab.

Shop

Dieser Link ermöglicht Online-Bestellung von CDU-Werbeartikeln (Frühstückstasse, Mousepad u.v.m.)

CDU-Intern

Der Link „CDU-Intern“ richtet sich, ausgedrückt in einem Grußwort der Generalsekretärin, an die „Parteifreunde“, ist aber wie alle anderen Links auch von jedem Website-Besucher einsehbar. Neben dem Grußwort eröffnet die Seite mit einem grafischen Link zur Unterschriftenaktion (wie bereits erwähnt, mehrfach auf der Website der CDU zu finden), sowie weiteren Links, von denen ich die folgenden aufführen möchte. „Mitglieder werben Mitglieder“ führt zu Folgeseiten, die u.a. „Tips und Hinweise für Kontakte“ sowie „... für die Gespräche“ bereithalten, die bei der Werbung neuer Parteimitglieder nützlich sein können. Es werden z.Bsp. als relativ leicht zu erreichende Zielgruppe Aussiedler sowie Neubürger genannt.

„UiD“, Union in Deutschland, ist ein Link, der die Internet-Ausgabe eines CDU-pareiinternen Informationsdienstes bereithält; die gedruckte Version wird in einer Auflage von 34000 Exemplaren an alle wichtigen Funktions- und Mandatsträger der Partei verteilt[50]. Er hält zum einen Informationen, derzeit zu Themen wie Beschäftigungspolitik, Ökologischer Steuerreform/Steuerpolitik bereit, an dieser Stelle findet sich auch der „Entwurf eines Gesetzes zur Neuregelung des Staatsbürgerschaftsrechts“ als Download wieder, es sind also wiederum Dateien eingestellt, wie sie auch etwa auf der Seite „News&Politik“ zu finden sind. Zum anderen sind unter dem Link „UiD“ aber auch Informationsangebote eingerichtet wie sie für eine breitere Öffentlichkeit wohl weniger von Interesse bzw. die allein an parteizugehörige Personen gerichtet sind. Beispielsweise ein Artikel unter „UiD-Argumente“, der die Oppositionsrolle der CDU im Deutschen Bundestag behandelt und damit das Rollenverständnis der Parteifunktionäre und die Ausrichtung der Parteiarbeit erörtert. Zur „Opposition im 14. Deutschen Bundestag“ heißt es dort (im Wortlaut des Parteivorsitzenden): „Wir -CDU und CSU- bleiben die große integrierende Kraft der Mitte. Wir werden gegenüber der neuen Regierung nicht Konfrontation um der Konfrontation willen suchen. Wenn die Regierung Vorschläge macht, die wir für richtig halten, werden wir sie nicht ablehnen und bekämpfen, bloß weil sie von der Regierung kommen.“ Ein weiterer Beitrag an dieser Stelle ist die zusammenfassende Darstellung eines Aufsatzes „zur Oppositionsstrategie der Union in der 8. Wahlperiode“ mit dem Titel „Mitregierung oder kritische Profilierung?“, Archivmaterial, das vom Leiter des Bereichs Forschung und Beratung der Konrad-Adenauer-Stiftung, Prof. Hans-Joachim Veen, stammt. Erörtert wird das Für und Wider wie auch immer gearteter Zusammen- oder Zuarbeit mit der/für die Regierung im gesetzgeberischen Prozeß, Veen kommt letztlich zu dem Ergebnis „kritische Profilierung“ (gegenüber „Mitregierung“) sei die der Oppositionsrolle weitaus mehr gerechtwerdende Verhaltens- und Arbeitsweise, den „Nutzen von Konstruktivität trüge nur die Regierungsseite“. Abschließend heißt es: „Wichtig: ...die Hauptadressaten oppositioneller Selbstdarstellung sind nicht die Regierung und die sie tragenden Fraktionen, sondern die institutionellen Vermittler von Öffentlichkeit und die Öffentlichkeit schlechthin. ... freiwerdende Arbeitskapazitäten der Fraktion [sollen] auf die wichtigen Vermittlungsaufgaben konzentriert [werden], die traditionell unterbewertet werden: durch den Austausch von Meinungen zwischen der Bevölkerung im Wahlkreis und den Abgeordneten Informationsdefizite kompensieren, die konkreten Sorgen und Nöte der Bürger vor Ort besser aufspüren und dadurch das Image unbürokratischer Modernität und bürgernaher Lebendigkeit der CDU/CSU-Fraktion stärken.“

Inwieweit die Partei Öffentlichkeit und Imageverbesserungen beim Wahlvolk durch den Internet-Auftritt erreicht, wird an anderer Stelle dieser Arbeit erörtert.

Der „Service“-Link innerhalb von „CDU-Intern“ hält für alle Parteimitglieder das Angebot „Sonderkonditionen für T-Online“ bei der Einrichtung eines Internet-Zugangs bereit.

Der „Internet-Baukasten“ als letzter Link auf der Seite bietet über Download Hilfestellungen bei der Einrichtung eigener Websites.

Insgesamt gesehen kommt dem Link „CDU-Intern“ also tatsächlich Bedeutung vor allem für Parteimitglieder zu. Artikel, die Nachrichten-oder Informationswert für das tagesaktuelle politische Geschehen besitzen sind allerdings auch an anderer Stelle der Website zu finden.

English

Fünf Themen werden zur Zeit in englischer Übersetzung angeboten.

E-Mail

Von hier aus können E-Mails versendet werden an verschiedene Bereiche wie Innen-, Außen- und Familienpolitik oder an die Abteilung Öffentlichkeitsarbeit bei der Bundesgeschäftsstelle, die Internet-Redaktion sowie die Abteilung Veranstaltungen/Kongresse.

Die Betrachtung des Webauftritts der CDU abschließend läßt sich an dieser Stelle bereits feststellen, daß die Partei im Internet ein großes Angebot an Informationen für die Öffentlichkeit, die Presse/den Rundfunk[51] sowie die Parteimitglieder bereithält, auch unter Berücksichtigung der Tatsache, daß viele Seiten mehrfach an verschiedenen Stellen der Website eingestellt sind. Die Inhalte sind im überwiegenden Teil allerdings nicht eigens für das Internet erstellt worden, sondern zumeist Pressemitteilungen aus der CDU-Bundesgeschäftsstelle, die hier die Filterprinzipien von Print- und Rundfunkmedien umgehen. Daneben stehen in der „one-to-many“-Kommunikation Angebote wie Parteiprogramme, eigene Gesetzesentwürfe (-alternativen) usw. zum Abruf bereit.

Wie aus Kapitel 1 dieser Arbeit ersichtlich bietet das Internet in kommunikationstechnologischer Hinsicht neben dem „one-to-many“[52] auch die Kanäle „one-to-one“ und many-to-many“. Die CDU nutzt diese Möglichkeiten für ihren Webauftritt durch die Einrichtung eines eigenen Diskussionsforums sowie E-Mail-Funktion; über die elektronische Post sind eine Vielzahl von für die Parteiarbeit wesentlichen Personen und Einrichtungen erreichbar.

Welche Resonanz das CDU-Internet-Angebot in der Öffentlichkeit (der Personen mit Internet-Zugang) im Allgemeinen erfährt, mag die folgende Abbildung (Abb.1) veranschaulichen, die die monatlichen Besucherzahlen der Website von März 1998 bis Januar 1999 wiedergibt. Der Spitzenwert von über Dreimillionen Websitebesuchen im August 1998 erscheint zunächst vergleichbar etwa mit der Auflage eines Presseerzeugnisses wie dem SPIEGEL, der wöchentlich mit einer Auflage von über einer Millionen Exemplaren[53] erscheint. Doch hat ein Presseerzeugnisses meist mehr als einen Leser pro verkaufter Ausgabe, erreicht also wesentlich mehr Öffentlichkeit als die Verkaufszahlen zunächst andeuten, eine Ausgabe des SPIEGEL erreicht etwa 5,8 Millionen Leser[54]. Fast umgekehrt verhält es sich bei einem Internet-Angebot. Hier werden die Hits auf den Bereich einer Website (der Website der CDU) gezählt, also die Zahl an Besuchern, die i.d.R. wohl alleine an einem PC mit Internetzugang sitzen. Da die abrufenden Personen nicht registriert werden, muß man zudem davon ausgehen, daß ein und dieselbe Person (gerade im langen Zeitraum eines Monats) mehrfach auf dieselbe Website zugreift. Von einer intensiven direkten Nutzung des Internetangebots (gegenüber einer Nutzung durch Multiplikatoren wie Journalisten usw.) der Partei der CDU durch eine breite Öffentlichkeit kann man also gegenwärtig noch nicht

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthaltenAbb. 1 Quelle: redaktion@cdu.de/Internet-Redaktion der Abt. Öffentlichkeitsarbeit, Bundesgeschäftsstelle d. CDU

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2 Quelle: redaktion@cdu.de/Internet-Redaktion der Abt. Öffentlichkeitsarbeit, Bundesgeschäftsstelle d. CDU

sprechen, bezogen jedoch auf die Online-Öffentlichkeit von 6,6 Millionen Personen (vgl. Kap.1.1) in der BRD unterstützt das Ergebnis dennoch die Bedeutung der Einrichtung eines Informationsangebots im World Wide Web von seiten der CDU. Ein abschließender Blick auf die Seitenabrufe innerhalb der Website für Januar 1999 (Abb.2) zeigt, daß das Diskussionsforum im Angebot des Webauftritts am häufigsten abgerufen wird, also der Teil des Webauftritts, bei dem die Partei selbst nur in geringem Umfang über die Inhalte bestimmt. Es folgen in Häufigkeit der Abrufe die Homepage[55], der Presseticker und die Aktion Unterschriftensammlung gegen die doppelte Stasatsbürgerschaft vor „Politik&News“.

2.2 Im Vergleich: Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)

Zum Webauftritt der[56] SPD seien an dieser Stelle vor allem einige Aspekte herausgestellt, die von dem Webangebot der CDU in besonderem Maße abweichen.

Die SPD ist seit dem 19.8.1995 im World Wide Web mit einer Website vertreten.[57]

Bereits an der Homepage ist erkennbar, daß inhaltsstrukturelle Gliederungen einander ähnlich sind, konkrete Informationsangebote machen sich vor allem am Status als Regierungspartei (gegenüber der Oppositionspartei CDU) fest.

Die SPD-Homepage[58] wurde zuletzt bearbeitet am 26. Februar 1999, von täglich wechselnden Inhalten kann hier also keine Rede sein. Folgende permanente Links sind auf der Titelseite eingerichtet: „Politik“, „Aktuell“, „Klartext“, „Partei“, „Archiv/Suche“, „English Pages“, „Service“, „E-Mail direkt“, „Ich will Infos“, „Mitglied werden“, „Spenden“ und „Impressum“ und entsprechen damit in etwa der Strukturierung der CDU-Homepage hinsichtlich der permanenten Links. Daneben führt eine weitere Linkleiste bereits von dieser Stelle aus zu weiteren Websites, die mit der Partei in Verbindung stehen (Website der Bundestagsfraktion, der SPD im Europaparlament, der Friedrich-Ebert-Stiftung, des Willy-Brandt-Hauses sowie dem virtuellen Ortsverein (VOV)).

Mehrere grafische Links oder Linkfenster sind auf der Titelseite eingerichtet, neben dem „Newsletter“ (vgl. CDU-Newsletter) u.a. „Daß wir unsere Versprechen halten, steht schon nach 100 Tagen fest. Und hier steht es auch schwarz auf weiß.“ mit dem Konterfei des Kanzlers Gerhard Schröder. Der Link hält 9 Punkte bereit, die die der Regierungserklärung folgende Regierungsarbeit zu bestätigen versucht, so über das eingeleitete Programm für Arbeit und Ausbildung für 100000 Jugendliche. Ein zweites Fenster wartet zu eben diesem Thema mit Erfolgsmeldungen auf. Unter „Mit Kritik können wir leben. Mit Jugendarbeitslosigkeit nicht.“ kann man lesen: „Ende Januar waren 5800 Jugendliche vermittelt. Mit 124000 Jugendlichen unter 25 Jahren haben die Arbeitsämter Gespräche geführt. Fast 64000 Jugendliche haben bereits ein Angebot im Rahmen des Programms erhalten. ... Diese Bundesregierung hält, was sie verspricht. ...“ Es wird also bereits hier deutlich, wie die Rolle als Regierungspartei im Webauftritt gegenüber der der Opposition wahrgenommen wird[59]. Bemerkenswert ist vielleicht noch, daß die Jugendarbeitslosigkeit in der Themenagenda der Medien und auch der oppositionellen Parteien eigentlich kaum noch vertreten ist, die SPD aber wohl zu Zwecken der Selbstdarstellung daran festhält. (Kritk läßt sich natürlich immer aktueller anbringen als etwaige Erfolgsmeldungen, die aus Regierungsentscheidungen resultieren.)

Die SPD hält auf der Homepage über die Links „Die Europakandidaten“ und „Kampa 2.0b. Europawahl 1999.“ ein sehr weites Informationsangebot zu einem anstehenden Wahlkampf bereit. Neben der Vorstellung der Kandidaten für die Europawahl wird, und das im Gegensatz zur CDU, die Wahlkampfzentrale der Partei (Kampa 2.0b) in Struktur, zugehörigen Personen, verfügbaren Werbeblocks und verschiedenen Links u.a. zur Währungsunion vorgestellt.[60]

Ausgeprägter ist auch das Serviceangebot der SPD, das ebenfalls über grafische Links von der Homepage („SPD-Shop“/“Image-Shop“) aus abgerufen werden kann. Hier finden sich neben umfangreicher Online-Materialbestellmöglichkeiten Fotos, Logos, Videos, O-Töne oder Mustertexte zum Download.

„Mitreden kann man immer. Mitentscheiden können Sie bei uns.“ als weiterer grafisch aufbereiteter Link der Titelseite wirbt auf der Folgeseite mit zehn Argumenten für eine Parteimitgliedschaft. Informationen sind an diese Stelle gesetzt zu Parteigröße und Struktur (800000 Mitglieder, 12000 Ortsvereine ...) und es heißt hier weiter: „Die SPD ist eine Mitgliederpartei. Das heißt, die Mitglieder und die von ihnen gewählten Vertreter(innen) bestimmen, wo es lang geht. Gemeinsam erreicht man mehr.“ Unter „Mitglied werden“ kann man wie auch bei der CDU unter „Mitmachen“ die Parteimitgliedschaft beantragen bzw. Materialien dazu bestellen/herunterladen, das Einstellen der Informationen auf die Titelseite mag jedoch auf ein ausgeprägteres Selbstverständnis der SPD als Mitgliederpartei schließen lassen..

Ansonsten ist das Angebot dem der CDU vergleichbar. Unter „Klartext“ ist das Diskussionsforum zu finden, allerdings sind auch die einzelnen Diskussionsthemen innerhalb der Foren, abgesehen von dem Bereich Piazza, vorgegeben. „Politik“ liefert auf den folgenden Seiten „Das Kabinett. Alle Regierungsmitglieder auf einen Blick.“ mit Lebensläufen, zugehörigen Ministerien und E-Mail-Adressen (E-Mail-Adressen zu wichtigen politischen Entscheidungsträgern der SPD auch unter „E-Mail direkt“), außerdem Einsicht in den Koalitionsvertrag und die Regierungserklärung zum Amtsantritt des neuen Bundeskanzlers. Beim Link „Aktuell“ sind Pressemitteilungen eingestellt, die Internet-Redaktion der SPD kennzeichnet diese jedoch an dieser Stelle eindeutiger als die CDU unter dem vergleichbaren Link „Politik&News“. Abrufbar sind Pressemitteilungen (auch als Abodienst Presseservice) über einen Zeitraum bis zu 12 Monate, d.h. der Wechsel der Inhalte von Angriffen gegen die Regierung der CDU/FDP-Koalition zu einer Rechtfertigung der eigenen Regierungspolitik läßt sich verfolgen. Außerdem ist ein Folgelink „Programmatisches“ eingerichtet, der aktuell aber nur die Koalitionsvereinbarungen mit Bündnis90/Grüne bereithält (weitere Beschlüsse, Anträge etc. sind aus der Oppositionszeit der SPD), das Grundsatzprogramm der Partei von Dezember 1989 ist hier noch einsehbar.

Insgesamt ist das Internet-Angebot der SPD gegenüber dem der CDU zumindest hinsichtlich aktueller politischer Informationen weniger umfangreich, was sich allein schon beim Angebot der eingestellten aktuellen Pressemitteilungen/Erklärungen zeigt. Inhalte sind jedoch nicht in dem Maße wie bei der CDU mehrfach an verschiedenen Stellen zur Verfügung gestellt. (Zum Beispiel findet man ein Pendant zum vielfach auf der CDU-Website anzutreffenden grafischen Link zur doppelten Sataatsangehörigkeit bei der SPD nur an einer Stelle auf der Seite „Partei“.)

Weitere Inhalte finden soweit gehende Entsprechung innerhalb der Websites der Parteien CDU/SPD, daß ich sie hier nicht mehr anführe.

Zuletzt noch ein Blick auf die Web-Statistik der Internet-Redaktion der SPD für die Monate März – Okt.98[61], Abb.3. Es zeigt sich, daß die SPD-Website zur Zeit der Bundestagswahl weit über neun Millionen Zugriffe verzeichnet gegenüber einem Durchschnittswert der Vormonate um die zwei Millionen. Ein Grund hierfür kann der Umstand sein, daß die SPD Teile der Wahlkampfzentrale für die Bundestagswahl, wie aktuell auch für den Europawahlkampf, in das Webangebot gestellt hat. Dies muß jedoch Spekulation bleiben, da weder tatsächliche Nutzer (Wahlkampfbeteiligte, Parteiangehörige, Journalisten oder private Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthaltenAbb.3

Nutzer) noch deren Nutzungsmotive und –häufigkeiten aus den Zahlen hervorgehen. Insgesamt zeigt sich im Vergleich mit der CDU-Zugriffsstatistik eine etwas höhere monatliche Zugriffsrate (im Vergleich der Spitzenwerte liegt die SPD allerdings dreimal höher), eine Bedeutung für eine wie auch immer geartete Kommunikation muß also auch hier unterstrichen werden.

2.3 Webangebote weiterer Parteien im Geltungsbereich der BRD

Sämtliche weitere Parteien, die im Bundestag derzeit verteten sind, haben ein eigenes Webangebot eingerichtet, darüber hinaus auch z. Bsp. die Republikaner (REP) sowie die Anarchistische Pogo-Partei Deutschlands (APPD) neben etlichen weiteren Splitterparteien. Da der Aufwand selbst für ausgedehnte Internet-Präsenz vergleichsweise gering ist, kann nicht unbedingt von in der politischen Landschaft Deutschlands weniger bedeutsamen Parteien auf ein ebenso wenig umfangreiches Angebot im World Wide Web geschlossen werden, das Informationsangebot etwa der Republikaner ist vergleichsweise groß[62].

Auch die Parteien Bündnis 90/Grüne, PDS, FDP und CSU[63] bieten der Online-Öffentlichkeit umfangreiche Informationsangebote, die denen der beiden großen Volksparteien CDU/SPD im Aufbau und Themenorientierung ähnlich sind. (Im Fall der FDP sind der Parteienwebsite zugleich die Bundestagsfraktion, Die Jungen Liberalen sowie die Friedrich-Naumann-Stiftung eingegliedert.) Darüber hinaus haben alle diese Parteiensites neben der Möglichkeit des Abrufens politischer Inhalte auch Diskussionsforen (außer CSU) und E-Mail-Funktion zu verschiedenen Parteifunktionären, die FDP hat zudem nach eigener Aussage wöchentlich stattfindende Live-Chats mit Bundestagsabgeordneten eingerichtet[64].

Alle im Bundestag vertretenen Parteien und darüber hinaus auch etliche weitere Parteien im Geltungsbereich der BRD nutzen also das World Wide Web als Kommunikationsplattform, sei es aus Statusgründen oder weil das Internet aufgrund seiner Struktur und technischen Möglichkeiten/Bedingungen ein nahezu ideales Publikationsmedium darstellt. Die Parteien können ungeachtet ihrer Stimmenverhältnisse auf politischen Entscheidungebenen mit ihrem Webauftritt gleichwertig und ohne Beschränkung nebeneinander stehen und potentiell die gesamte Online-Öffentlichkeit, über Multiplikatoren (Journalisten usw.) auch die Öffentlichkeit schlechthin erreichen.

3. Kommunikationstheoretische und politikwissenschaftliche Überlegungen

Politik ist ohne Kommunikation nicht möglich. Grundlegende gesellschaftsstiftende Werte müssen begründet, behauptet und bewußt gemacht werden, ebenso entsteht Legitimität in politischen Entscheidungsprozessen, insbesondere in einer demokratischen Grundordnung, kommunikativ.[65] Eine von den Parteien geforderte Mitwirkung am Willensbildungsprozeß der Öffentlichkeit und die Artikulation eines Willen in Richtung auf den Staat kann in einer Massendemokratie nicht ohne entsprechende Kommunikationskanäle stattfinden. Das Internet stellt, wie wir gesehen haben, einen solchen Kanal dar und es erscheint daher sinnvoll, im folgenden Kapitel kommunikations- und politikwissenschaftliche Überlegungen hinsichtlich der Parteipräsenz im Internet (im World Wide Web) anzustellen. Es läßt sich nicht vermeiden, daß hierbei hypothetische Überlegungen und empirische Daten, wie sie in den vorangegangenen Kapiteln bereitgestellt wurden, ineinander übergehen. Der Forschungsstand mit verwendbaren Fakten zum Internet allgemein und zu den Websites der Parteien im besonderen ist (zumindest für die Bundesrepublik Deutschland) als niedrig zu bezeichnen, sie können daher nicht für umfassende Aussagen oder Modelle herhalten, sondern nur als Basis hypothetischer/theoretischer Überlegungen dienen und diese im günstigen Fall stützen.

3.1 Internet: Kommunikations- oder Massenmedium im Dienst der Parteien?

Zweifelsfrei übernehmen die traditionellen Massenmedien Rundfunk und Presse in einem demokratischen System wesentliche Aufgaben der Vermittlung zwischen gesellschaftlicher Kommunikation und politischer Diskussion und Entscheidung.[66] In der polity-Dimension politischer Kommunikationsforschung wird das Verhältnis von Politik, Medien und Öffentlichkeit auf Informationsströme, Einflußnahme und Kontrolle hin untersucht. Das Internet stellt ein solches wie auch immer geartetetes Medium dar, Parteien als Her- und Darsteller von Politik initiieren Informationsströme auch innerhalb des Internet, sie versuchen über das Medium Einfluß zu nehmen auf die Öffentlichkeit und kontrollieren zugleich den ihnen eigenen „Sender“, die Website, innerhalb des Mediums vollständig. Es stellt sich zunächst aber die Frage, ob das Internet zum gegenwärtigen Zeitpunkt als Massenmedium zu begreifen und somit von besonderer Bedeutung für den öffentlichen Meinungs- und Willensbildungsprozeß ist. Daß es sich beim Internet grundsätzlich um ein Kommunikationsmedium handelt, wird man wohl nicht bezweifeln können. Als solches ist es den traditionellen Massen-Kommmunikationsmedien sogar überlegen, da es neben dem one-to-many-Kanal, also dem Senden von einem Kommunikator zu vielen Empfängern auch die one-to-one[67] -Übermittlung vgl. dem Telefon als Individualkommunikationsmedium sowie many-to-many-Kommunikation als gängige Applikation bereitstellt.[68] Es handelt sich hier im Grunde um ein Hybridmedium, wie Joachim R. Höflich feststellt.[69] Der Website-Einrichter kann sein Angebot interaktiv mit Rückkanälen unterschiedlicher Ausprägung, einer Kommunikation mit dem oder über das Medium[70], gestalten. Als Kommunikationsmedium bietet das Internet demnach ein großes Nutzungspotential, das auch von allen Parteien[71] mit Beteiligung an bundespolitischen Entscheidungsprozessen extern wie auch intern genutzt wird, darüber hinaus von der Bundesregierung, dem Bundestag und weiteren Staatsorganen wie auch politisch ausgerichteten Institutionen. Um es mit den traditionellen Massenmedien vergleichen zu können, muß man sich aber wesentlich auf den one-to-many-Kanal beschränken. Wir können dann das Internet zum Beispiel analog dem Fernsehen, das nach wie vor als heutiges Leitmedium gilt[72], begreifen, das über eine Vielzahl von Sendern verfügt; im Falle des Internet handelt es sich dabei sogar um eine kaum noch überschaubare Anzahl. Die Websites der Parteien sind folglich als eben solche Sender aufzufassen, die im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten ihr Programm „ausstrahlen“ unter der Vorgabe der Interessenlage innerhalb der Partei. Der plurale Rahmen liegt damit nicht mehr innerhalb eines Senders wie etwa für die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten gefordert, sondern außerhalb auf der Ebene des Angebotsquerschnitts des Internet; dabei ist auch die bereits erwähnte Vielzahl von Parteien im World Wide Web mit unterschiedlichen Interessenlagen zu berücksichtigen. Unter diesem Aspekt wäre das Internet also ein massennmediales Instrumentarium, das dem konkurrenzoffenen und pluralistischen Kampf um die Öffentlichkeit dient. Interessen- und parteispezifische Besetzung ist innerhalb der öffentlichen Kommunikation bei den „Internet-Sendern“ zwar absolut gegeben, aber durchschaubarer als bei Rundfunk-Sendern oder Presseerzeugnissen. In der Gesamtheit der grundsätzlich gleichberechtigten Sender würden sich zudem die politischen Positionen ausgleichen können.

Es bleibt aber noch die ursprüngliche Frage, ob das Internet (oder besser: der one-to-many-Kanal innerhalb des Internet) tatsächlich der kommunikativen Dimension eines traditionellen Massenmediums entspricht. Wesentliches Kriterium dabei muß letztlich sein, in welchem Umfang die Öffentlichkeit über das Medium derzeit potentiell erreicht werden kann. Wie aus Kap. 1.2 zu entnehmen ist, handelt es sich bei Personen, die über eine Zugangsmöglichkeit zum Internet verfügen, um etwa 10 Prozent der Bevölkerung. Im Vergleich dazu besitzt das Massenmedium Fernsehen eine nahezu 100-prozentige Abdeckung deutscher Haushalte. 1998 erschienen bundesweit 398 Tageszeitungen mit einer Gesamtauflage von 29,4 Millionen Exemplaren, 80,5% der Gesamtbevölkerung (ab 14 Jahren) lesen mehrmals in der Woche eine Zeitung[73]. Auch wenn man angesichts dieser Vergleiche wohl nicht von einem Massenmedium Internet sprechen kann, sind die klassischen Massenmedien von den neuen Onlineangeboten unmittelbar berührt, da sie nicht mehr alleinige Anbieter medialer Inhalte sind und sich der intermediale Wettbewerb erhöht.[74] Zwar seien die Online Medien aufgrund anderer Nutzungs- und Zuwendungsmotive noch als Komplementärmedien anzusehen, unter dem Blickwinkel des zeitlichen Medienbudgets seien Online und Fernsehen aber bereits konkurrierende, also Alternativmedien, wenngleich sich das Kernpublikum des Fernsehens bislang kaum reduziere, so ein Ergebnis der ARD/ZDF-Online-Studie 1998.[75]

Also steht den Parteien (neben einer Vielzahl von weiteren Webhosts) derzeit noch kein direkter Kommunikationskanal zur Verfügung, der eine massenmediale Verbreitung findet, die Mitwirkung am öffentlichen politischen Willensbildungsprozeß muß weiterhin vor allem auf anderen kommunikativen Ebenen[76] stattfinden.

Wie die Verbreitung des Mediums Internet voranschreiten wird, ob es weiterhin solche Zuwächse verzeichnet wie unter Kap.1.1/1.2 beschrieben, läßt sich schwer abschätzen. Eine Expertenbefragung zur Medienentwicklung bis 2005/2015, veröffentlicht in Media Perspektiven 10/98[77] geht hier von sich verändernden Publikumserwartungen aus. An Bedeutung gewinnen werden demnach jederzeitige Abrufbarkeit neben Interaktionsmöglichkeiten und individueller Programmgestaltung, allgemein eine Individualisierung der Mediennutzung, Optionen also, die das Internet heute schon bereitstellt.[78] Außerdem werden „Aktualität, Flexibilität und Zuverlässigkeit neuer Medien als wichtig eingestuft“[79], weniger relevant scheint der Befragung zufolge die Möglichkeit zur Teilnahme an gesellschaftlichen Willens- und Meinunsbildungsprozessen.[80] Wie und ob sich aber letztlich auch die politische Kultur oder allein das Interesse an politischer Information durch ein erweitertes Medienangebot (u.a. auch durch Online-Angebote von Staatsorganen, Parteien, Verbänden, Interessengruppen im WWW) verändern wird, bleibt abzuwarten. Eine Entwicklung hin zur Etablierung des Internet als Massenmedium bestätigt jedoch die Expertenbefragung in jedem Fall, man geht davon aus, daß bis zum Jahr 2015 über 40% der Haushalte in Deutschland über Onlineanschluß verfügen werden.[81]

Setzen wir die heutige Teilöffentlichkeit mit Internet-Zugang absolut, so legen die Zugriffszahlen auf die Parteiensites bei aller Ungenauigkeit der ihnen inneliegenden Aussage nahe, daß „going online“ eine ernstzunehmende Alternative für die Herstellung von Öffentlichkeit sein kann. Nach Lutz M. Hagen und Markus Mayer ist jedoch „...das Büdürfnis nach politischer Information kein Kernmotiv für die Verwendung von Online-Medien.“[82] Zudem ist das heutige Nutzerprofil der Online-Nutzer nicht repräsentativ für einen Bevölkerungsquerschnitt, wie sich also das politische Angebot überhaupt als Nutzungsmotiv bei einer breiten Online-Öffentlichkeit durchsetzen wird, muß ungewiß bleiben und damit auch, ob ein Kommunikationskanal Internet mit massenmedialer Verbreitung sich auch im Sinne der Parteien extensiv nutzen läßt.

3.2 Ein Kommunikationsmodell und seine mögliche Modifikation durch den Webauftritt der Parteien

Im folgenden Kapitel möchte ich ein Kommunikationsmodell vorstellen, wie es sich aus neueren Einsichten der Kommunikations- und politikwissenschaftlichen Forschung ergeben könnte.[83] Es sollen hierbei diejenigen Bereiche erörtert werden, die eine besondere Veränderung/Erweiterung dieses Modells[84] angesichts der Parteienpräsenz im Internet (zumindest hypothetisch) ermöglichen. In unserer heutigen Massendemokratie wird vielfach davon gesprochen, daß eine Institution Öffentlichkeit (Versammlungsöffentlichkeit/

Präsenzöffentlichkeit) kaum noch an den Prozessen der politischen Willens- und Meinungsbildung innerhalb der Gesellschaft teilhat. Vielmehr würden die Massenmedien Rundfunk und Presse hierbei die wesentlichen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.4

Funktionen übernehmen, sie gelten als Scharnier zwischen politischem System und Öffentlichkeit, öffentliche Meinung artikuliert sich fast ausschließlich als veröffentlichte Meinung, das Inidividuum in der Gesellschaft agiert nur noch als Rezipient, als ohmächtiger Zuschauer, der allenfalls zu Wahlzeiten eine aktivere Rolle zu spielen hat.

Geht man davon aus, daß der direkte Kommunikationsprozeß zwischen Bürger einerseits und politischem System andererseits unterbrochen ist, bedarf es eines Vermittlers, eben der Massenmedien. Das bedeutet unter anderem auch, daß die Parteien auf die Medien in der ihnen eigenen Vermittlerrolle angewiesen sind, Selbstdarstellung wird also zu massenmedial vermittelter Fremddarstellung. Nun kann an dieser Stelle nicht behandelt werden, inwieweit die Medien von Parteien inszenierte Thematisierungskampagnen aufgreifen (sh. hierzu Kap.3.3.1) oder ob sie mehr eine autonome Gatekeeper-Funktion übernehmen, letztlich eine Standortbestimmung zwischen Autonomieverlust der Medien und Dependanz der staatlichen Institutionen, Parteien und Interessenverbänden, die wohl auf eine wie auch immer geartete Interdependanz hinausläuft.[85] Unter der Annahme jedoch, daß das Internet den Status eines Massenmediums erreicht, scheinen solche Überlegungen generell an Bedeutung zu verlieren. Die Parteien hätten dann einen Kanal zur Verfügung, über den sie die innerhalb der Partei gebildetete Meinung uneingeschränkt und mit massenmedialer Reichweite veröffentlichen könnten („Veröffentlichte Meinung (P)“ in Abb.4), sie wären dann nicht mehr auf die Vermittlungsinstanzen im Grunde parteiunabhängiger traditioneller Massenmedien angewiesen. Wie in Kap.2 aufgezeigt, umgehen Pressemitteilungen bereits heute im Ausmaß der Internetkommunikation den eigentlichen Adressaten Presse/Rundfunk und damit deren medienlogische Filterfunktionen. Zudem würden organisatorisch und zahlenmäßig kleinere Parteien horizontal zu den großen Parteien auf den Meinungs- und Willensbildungsprozeß Einfluß nehmen können. (Wie bereits erwähnt ist der Aufwand für die Einrichtung einer Website relativ gering.). Die Funktion der traditionellen Massenmedien würde sich indes mehr auf ein Korrektiv politischer Herrschaft richten und in bezug auf die Herausbildung eines gesellschaftlichen Konsenses nur neben den Parteien (und weiteren politisch motivierten/staatlichen Institutionen) bestehen. Gegenwärtig ist das Internet, wie bereits dargestellt, jedoch noch weit von einer massenmedialen Dimension entfernt. Ebenso stellt sich die Frage, ob das Internet überhaupt breite Nutzung hinsichtlich politischer Informationsangebote erfahren wird und wie diese dann aufbereitet sein müßten. Internet-Anwender (dominierend die WWW-Anwendung) nutzten einer Umfrage von „MC Online-Monitor I/96“ zufolge Angebote aus dem „Bereich Bürgerservice und Politik“ zu weniger als 20% (der Befragten) häufig, zu weiteren 60% selten. Mehr als 20% gaben an, das Internet zu diesem Zweck überhaupt nicht zu nutzen.[86] Der Umfang und die Struktur einer heutigen Parteiensite (als Teilbereich „Bürgerservice und Politik“) könnte jedenfalls kaum aufrechtzuerhalten sein angesichts dem (unterstellten) Interesse weiter Bevölkerungskreise an einem kurz gefaßten und gleichzeitig breit gestreuten Informationsangebot durch Massenmedien (vgl. dem Angebot der „Tagesschau“ mit täglich über neun Millionen Zuschauern in 1997[87] ).

Im folgenden soll nun noch ein Blick auf die Institution Öffentlichkeit innerhalb des Kommunikationsmodells (Abb.4) gerichtet werden. Eine Institution Öffentlichkeit stellt sich dar in der Gesamtheit der Sprecher und Kommunikateure in den Öffentlichkeitsarenen, zu denen die Parteiversammlungen wie die Medien, aber auch Interessenverbände, Bürgerforen oder das Parlament (u.a.m.) zählen. Eingangs wurde eine geringe Bedeutung dieser Institution Öffentlichkeit für die Meinungs- und Willensbildung innerhalb der Gesellschaft konstatiert, vielmehr wurde festgestellt, daß die Massenmedien eine wichtige, wenn nicht die bedeutende Rolle spielen bei der Vermittlung zwischen politischem System und dem einzelnen Bürger in der Gesellschaft. Wie wirken sich nun aber die Angebote der Parteien im Internet (ohne Berücksichtigung der Tatsache, daß diese Angebote nur etwa 10% der Bevölkerung zugänglich sind) aus? Es wurde bereits mehrfach erwähnt, daß der Internet- Auftritt fast aller Parteien dem Nutzer (Rezipienten) die Möglichkeit gibt, zum Kommunikator zu werden (durch E-Mail und vor allem in den Diskusionsforen bzw. Live-Chats), er kann also zugleich Beiträge einbringen als auch aufnehmen wie dies auch in einer Versammlungsöffentlichkeit möglich ist. Eine Betätigung als politisch Handelnder durch Abstimmung ist ihm allerdings bislang verwehrt, sieht man ab von der Internet-Unterschriftenaktion der CDU gegen die doppelte Staatsbürgerschaft(vgl. Kap.2.1), die im Grunde jedoch nicht als Abstimmung zu bezeichnen ist, niemand konnte sich zur Partei hin wirksam dafür aussprechen. Dennoch kann man die Diskussionsforen als Teil-Konstituens einer öffentlichen Meinung, als Versammlung im Rahmen des Parteiauftritts in der Teilöffentlichkeit Internet betrachten, unterstützt vom hohen Zuspruch, den solche virtuellen Foren innerhalb der Parteiauftritte im WWW und allgemein im Internet erfahren (vgl. Kap.1. und 2.). Insgesamt betrachtet erfährt also die Institution Öffentlichkeit auch durch die Einrichtung von Foren mit politischer Themenorientierung (Forum, Klartext ...) seitens der Parteien im Web eine gewisse Aufwertung, die sich jedoch, wiederum in Anbetracht der gegenüber traditionellen massenmedialen Vermittlungsinstanzen geringen Verbreitung, stark relativiert.

3.3 Spezielle Fragestellungen zum Themenkomplex

Ohne weiteres ließe sich die vorliegende Arbeit auf eine Vielzahl an Problematiken/Fragen im politik- und kommunikationswissenschaftlichen Rahmen hin untersuchen. Im verengten Feld der parteilichen Aufgabe, Interessenvertreter der Bürger zu sein bzw. deren Willen zu bilden oder zu formen, erscheinen mir zwei Schwerpunkte von besonderer Bedeutung, denen ich im folgenden eigenständige, wenn auch kurz gefaßte und damit notwendigerweise unvollständige Abschnitte einräumen möchte.

3.3.1 Beeinflußt der Webauftritt den Agenda-Setting/Agenda Bulding-Prozeß?

Faßt man die Begriffe Agenda-Setting und Agenda-Building zusammen bzw. integriert die jeweiligen Perspektiven, so spricht man im Grunde von einem Modell, das Medienagenda, Bevölkerungsagenda und institutionelle (Policy-) Agenda in Beziehung setzt.[88] Die zentrale Annahme der Agenda-Setting-Hypothese besagt, daß die Massenmedien bestimmen, welche Themen öffentliche Aufmerksamkeit erlangen und welche politische Priorität ihnen zugemessen wird.[89] In Kap.3.1 habe ich herausgestellt, daß es sich beim Kommunikationsmittel Internet bislang nicht um ein Massenmedium handelt, somit den Parteien kein massenmedialer Kanal zur Verbreitung und Installierung der parteiinternen Themenagenda in der Gesellschaft zur Verfügung steht. Eine bedeutende direkte Mitwirkungsmöglichkeit am Agenda-Setting-Prozeß durch die Parteienwebsites (als Teil eines Massenmediums Internet) ist also nicht gegeben. Dies noch aus einem weiteren Grund: Die Themenstrukturierung innerhalb der Sites ist derzeit noch zu wenig auf eine solche denkbare Agenda-Setting-Funktion hin ausgerichtet und der Umfang insgesamt zu groß (vgl. Kap.2) im Hinblick auf ein breites Publikum mit begrenztem Zeitbudget und Interesse für politische Themen, auch wenn vor allem die Website der CDU eine gewisse Themenbetonung durch mehrmaliges Einstellen identischer Inhalte erkennen läßt und die meisten Parteien nur wenige ausgewählte Themen auf die Homepage, die Titelseite stellen (vgl. auch Tickerdienst mit weniger parteispezifischen selektiven Nachrichten auf der Homepage der CDU).

Die Agenda-Building-Forschung untersucht die Beziehung zwischen Bevölkerungs- und institutioneller Agenda[90], zu der auch die Agenden der Parteien als Teile des politischen Systems zählen. Beim Agenda-Building mögen direktkommunikative Aspekte zwischen Partei einerseits und Bürgern andererseits (sh. hierzu Kap.3.3.2) bzw. wie weit sich Bürger in einer Partei formieren und aus ihr heraus engagieren eine wohl eher untergeordnete Rolle spielen, geringe Bedeutung wird auch den Parteimedien beigemessen[91]. Geht man davon aus, daß die Massenmedien die Agenda der Bevölkerung weitgehend beeinflussen und dies auch zu einer Quasi-Identität der Themenrelevanz führt, so kann man die Frage nach dem Verhältnis, der gegenseitigen Beeinflussung zwischen Bevölkerungs- und institutioneller Agenda (hier verkürzt auf die Agenden der Parteien) einem Agenda-Building im Beziehungsspiel zwischen Parteien und Massenmedien vergleichen. Empirische Untersuchungen (Page/Shapiro, USA oder Brettschneider für die BRD) kommen zu dem Ergebnis, „...daß ein hohes Maß an Kongruenz zwischen Bevölkerungsagenda und Policy-Agenda besteht ...“[92], folglich auch ein hohes Maß an Kongruenz zwischen massenmedialer und institutioneller Agenda. Es stellt sich dann im engen Zusammenhang dieser Arbeit vor allem die Frage, ob die Parteien die intermediäre Themensetzung der Massenmedien über ihre bisherige Öffentlichkeitsarbeit/PR hinaus mit den Internet-Angeboten beeinflussen und die Agenda-Setting-Funktion derselben damit teilweise doch indirekt übernehmen können, sich darüber hinaus ihre konkurrierenden politischen Positionen zu den Themen der Agenda über die Massenmedien wirksam verbreiten lassen.

Winfried Schulz und Daniela Leidner untersuchten 1996 die Online-Nutzung durch angestellte Redakteure (i. Ggs. zu Freien Journalisten) in Politik- bzw. Nachrichtenredaktionen.[93] Sie kamen zu dem Ergebnis, daß die „... journalistische Recherche via Online-Medien in den Bereichen Politik bzw. Aktuelles Nachrichten ... vielfach in die alltägliche Informationssuche integriert [ist].“[94] Bei 62% der Fernsehredaktionen und 70% der Wochenzeitungen/Illustrierten war die Nutzung von Online-Medien (Internet, T-Online, CompuServe oder andere) bereits sehr verbreitet (Stand: Herbst 1996), wobei den Aussagen nach vor allem das Internet/WWW journalistisch verwertbare Informationen bietet. 48% von allen 144 befragten Redaktionen nutzen das Internet-Angebot. Bei der Befragung von 29 Online-Experten aus verschiedenen Redaktionen gaben 22 „Andere Medien“, 13 „Agenturen und Dienste“, 12 „Archive und Datenbanken“, 11 „Ämter und Behörden“ als häufig genutzte Internet/Online-Quellen an. Neun der Befragten erklärten, für die politische Berichterstattung häufig Parteienangebote im Internet zu nutzen.Weitere mögliche Nennungen waren Verbände und Interessengruppen (9), Hochschulen/Forschungseinrichtungen (8) und Einzelne Firmen (6).

Es nutzten also immerhin 30% der befragten 29 Redaktionen häufig Informationsangebote der Parteienwebsites. Alle in die Befragung einbezogenen Redaktionen gaben an, wenigstens gelegentlich vom Online-Angebot der Parteien Gebrauch zu machen. Wie sich das konkret auf die intermediären Themen auswirkt, ob Internet-Informationen von Parteien auch in deren Sinn verwendet und massenmedial verbreitet wird bzw. ob nicht die Pressemitteilungen auch auf anderem Wege die Redaktionen in ebensolchem Umfang erreichen, müßten weitere Studien noch untersuchen. Es läßt sich in jedem Fall ein gewisses Einflußpotential durch das Webangebot der Parteien auf Prozesse des Agenda-Building/Agenda-Setting feststellen. Den Journalisten wird mit dem Internet-Auftritt der Parteien eine Informationsquelle erschlossen, auf die konkurrenzlos schnell und jederzeit zugegriffen werden kann, die aktuelle Pressemitteilungen in Form des Newsletter-Abodienstes automatisch zuzustellen vermag und die neben Informationen zu verschiedenen Politikfeldern den Abruf von Statements einer Parteiprominenz (politischer Entscheidungsträger) mit hohem medialem Nachrichtenwert ermöglicht. Außerdem werden den Journalisten Rückkanäle geboten, mit denen sie gezielt zusätzliche Informationen und Daten, Stellungnahmen usw. schnellstmöglich abfragen können.

Zusammenfassend läßt sich feststellen, daß die Parteien zwar nicht direkt in das Agenda-Setting der Massenmedien eingreifen bzw. deren Rolle darin teilweise übernehmen können, mit dem Internet ist ihnen jedoch ein Mittel an die Hand gegeben, das es erleichtert, die Themenagenda der Medien im eigenen Sinne zu beeinflussen. Wie sich eine solche Einflußmöglichkeit faktisch auswirkt, bleibt jedoch weiter vor allem eine Frage des Selbstverständnisses journalistischer Arbeit. Der Agenda-Building-Prozeß zwischen Bürgern und Parteien wird durch eine nicht hinreichend breite Nutzung des Internet und der Website-Angebote wohl wenig berührt, die Transformation des Prozesses auf den Vermittler Massenmedium jedoch legt eine Beeinflussung der Bevölkerung über traditionelle Medienkanäle, ihrerseits beeinflußt durch die Internet-Auftritte der Parteien nahe.

Das Beziehungsgeflecht zwischen Medien-, Institutionen- und Bevölkerungsagenda ist also vom „going online“ der Parteien in irgendeiner, momentan nicht näher bestimmbaren Weise berührt, weit mehr auf der Seite der Multiplikatoren einer parteilichen Öffentlichkeitsarbeit/PR als in bezug auf eine direkte Beeinflussung der Bevölkerungsagenda. Die traditionellen Massenmedien, allen voran das Bildmedium Fernsehen als Leitmedium,[95] bleiben jedoch bislang die Instanzen, die nach journalistischen Selektionskriterien Filterfunktionen wahrnehmen, Inhalte aufbereiten und das Agenda-Setting im wesentlichen betreiben.

3.3.2 Führt die Parteipräsenz im WWW zu mehr direkter Kommunikation zwischenParteivolk und Bürger/Wähler?

Sarcinelli spricht von einer Scharnierfunktion der Parteien zwischen Staatsorganen und Öffentlichkeit, zwischen der „Volkswillensbildung“ und der „Staatswillensbildung“ und damit von einer „Schlüsselrolle“ in der Politikvermittlung.[96] Im vorangegangenen Abschnitt wurde bereits angedeutet, daß die direkte Kommunikation zwischen Bürgern und Parteien eine heute wohl eher geringe Bedeutung hat. Sowohl für die Darstellung und Vermittlung von Themen, Programmen und Kandidaten als auch für die Informationsbeschaffung über Interessen und Anliegen, Meinungen und Haltungen einer dispersen Öffentlichkeit müssen sich Parteien vor allem der Massenmedien als „Transporteure“ eines Volkswillens bedienen.[97] Eine wesentliche Frage muß dennoch sein, ob der Webauftritt der Parteien, ob Diskussionsforen, Live-Chats oder die Werbung um Parteimitgliedschaft im World Wide Web zu einer (Re)kultivierung direkter Kommunikation zwischen Bürger und Parteivolk oder sogar dem Einbinden des Bürgers in die Partei beiträgt (beitragen kann).

Wie unter Kap.2 dargestellt, regen bestimmte Angebote auf den Parteienwebsites dazu an, Informationen zu einer Parteimitgliedschaft online zu bestellen bzw. werden bereits im Webangebot Gründe oder Vorteile, die für eine Mitgliedschaft sprechen angeführt („Mitreden kann man immer, mitentscheiden können Sie bei uns.“, Leitsatz der SPD zum Thema). Mitgliedsanträge können u.a. über einen Link aufgerufen und ausgedruckt oder unter Angabe der E-Mail-Adresse/Postanschrift angefordert werden. Ob allein die Bereitstellung eines solchen Angebots dazu beitragen kann, den anhaltenden Mitgliederschwund der Parteien zu stoppen und einer abnehmenden gesellschaftlichen Bindungskraft der Parteien entgegenzuwirken,[98] darf mehr als fraglich bleiben.

Peter Glotz macht einen Wandel in der politischen Kultur verantwortlich für die sinkende Bereitschaft, sich einer Partei anzuschließen, die Veränderungen beschreibt er als „gesteigertes Mitredenwollen ohne unbedingt dazugehören zu müssen“[99] Ermöglicht nun ein Webauftritt mit seinen Angeboten ein „Dabeisein ohne Darinsein“ oder ist es gar ein möglicher Ausweg aus dem Modernisierungsdilemma der Parteien? Neben dem Bürger als Parteimitglied oder –sympathisant oder als Mitglied von Interessengruppen besteht eine dritte Wirkungsebene bei der Beteiligung an der allgemeinen Willensbildung nach Steffani in eben der Rolle des Bürgers als Mitglied einer kritischen Öffentlichkeit, als Briefeschreiber, Redner u.a.m..[100] Ein direktkommunikativer Rückkanal auf den Websites der Parteien ist die E-Mail-Funktion, die es u.a. ermöglicht, „elektronische Briefe“ an verschiedene Parteipolitiker bis hin zu Gerhard Schröder, Wolfgang Schäuble oder Angela Merkel zu richten. Die Online-Öffentlichkeit kann sich also als kritische Öffentlichkeit betätigen und schriftliche Äußerungen wie Meinungen, Vorschläge, Kritik an das Parteivolk richten. Es ist allerdings kaum anzunehmen, daß Spitzenpolitiker oder überhaupt Parteipolitiker auf bundespolitischer Ebene größere Zeitbudgets dafür aufbringen können, E-Mails zu beantworten oder allein deren Inhalte zur Kenntnis zu nehmen, Kommunikationskapazitäten erschöpfen sich zwangsläufig bereits in anderen Funktionswahrnehmungen bundespolitischer Arbeit und die Beantwortung muß autorisierten Personen innerhalb der Öffentlichkeitsabteilungen der Parteizentralen überlassen bleiben.[101] Die E-Mail-Einrichtung mit der Verbindung zu Parteimitgliedern mag daher allenfalls auf kommunaler Ebene eine Rolle spielen (sh. E-Mail-Adressen innerhalb der Websites der Ortsvereine), bundespolitisch betrachtet ist sie wohl eher strategischen Zielen der Öffentlichkeitsapparate der Parteien[102] zuzuordnen, allein für das Sich-Mitteilen des Bürgers kann von positiven psychologischen Aufmerksamkeitseffekten für die Parteipräferenz/-bindung ausgegangen werden.

Den zweiten Rückkanal direkter Internet-Kommunikation auf den Parteienwebsites bilden die Diskussionsforen. Sie sind vergleichbar einer Versammlung, bei der jeder Teilnehmer sich zu bestimmten Themenfeldern äußern kann und dabei gleichzeitig von allen anderen Teilnehmern gehört wird oder besser: gehört werden kann, sofern Interesse am Gesagten besteht. Abgesehen von diesem „many-to-many“ besteht bei den Foren die direktkommunikative, interpersonale Komponente darin, daß sich Teilnehmer auf bereits gesendete Beiträge anderer Teilnehmer beziehen und antworten, es entsteht also im günstigen Fall eine interpersonale Diskussion um ein bestimmtes Thema, an der sich jeder Foren-Besucher aktiv oder passiv (aufnehmend) beteiligen kann. Die Parteien selbst spielen innerhalb der Foren allerdings vornehmlich die Rolle des Bereitstellers eines „Veranstaltungsraumes“ sowie die eines Themenorganisators und nur im Hintergrund die eines Moderators. Es wird zwar angekündigt, daß sich Parteimitglieder an den Diskussionen beteiligen[103], zumindest „ab und an“[104], es konnte jedoch zum Zeitpunkt der Untersuchung der Websites vom Autor der vorliegenden Arbeit kein Beitrag gefunden werden, der nachweislich auf einen Parteipolitiker zurückgeht. Das bedeutet, man muß davon ausgehen, daß die Diskussionsbeiträge an der Partei und deren Mitgliedern im wesentlichen vorbeigehen und eine direkte bidirektionale Kommunikation zwischen Parteivolk und Bürgern sich auf gelegentliche Live-Chats und E-Mail (mit den erwähnten Einschränkungen/Problematiken) beschränkt. Mit den Foren ist also lediglich eine virtuelle Versammlung von Bürgern ermöglicht und von den Parteien im Rahmen ihrer ihrer Internet-Auftritte organisiert, die Teilnehmer (nicht parteilich organisierte Bürger) bleiben letztlich unter sich. Als Primärfunktionen müssen daher auch hier psychologische Effekte bei an Foren partizipierenden Personen neben lediglich einer Anregung zur Diskussion von Bürgern mit Bürgern angenommen werden. Eine tatsächliche Diskussion mit Parteimitgliedern auf Bundesebene beschränkt sich also auf wenige internet-öffentlichkeitswirksam ausgerichtete und innerhalb der Websites zuvor angekündigte Live-Chats[105]. Die Livediskussion via Internet mag am ehesten dem Auftreten von Spitzenpolitikern in Fernseh-Talkshows vergleichbar sein, als „Sendung“ mit gesteigertem Unterhaltungswert wird das Interesse am Politischen, an den Parteien und ihr zugehörigen Pesonen gesteigert.

Die direktkommunikativen Einrichtungen auf den Websites setzen die Aufmerksamkeit, Bearbeitung (Bündelung) und Weiterleitung der Inhalte seitens der Parteien voraus, man kann wohl unterstellen, daß E-Mail oder Diskussionsforum hinsichtlich des Erreichens des Parteivolks bislang mehr oder weniger verpuffen, nicht zuletzt auch angesichts geringer personeller Aufwendungen für den Webauftritt. (Das Internet-Team der SPD besteht aus einer Redakteurin, einem technischen Assistenten und einer Person, die sich stundenweise um die Betreuung des Diskussionsforums kümmert.[106] ) Allerdings liegt in den Rückkanälen des Internet sicher ein Potential für mehr direkte Kommunikation zwischen Bürger und Partei. Seitens der Partei werden solche Möglichkeiten jedoch wohl erst dann mehr Beachtung erfahren, wenn sich die Internet-Öffentlichkeit ausdehnt und wenn wissenschaftliche Studien vorliegen, die eine Bedeutung solcher Kanäle für positive Effekte hinsichtlich eines gesellschaftlichen Bindungsvermögens im Sinne der Parteien (Mitglieder, Symphatisanten, Wähler) bestätigen können oder nahelegen.

4. Schlußbemerkung

Das Internet und mit ihm das World Wide Web als prominentester Dienst stellt zweifelsfrei eine Ausweitung des medialen Angebots dar. Als Hybridmedium ist das Internet zudem mit einem Kommunikationskanal ausgestattet, der vergleichbar den taditionellen Medien Rundfunk und Presse massenmediale Verbreitung finden kann. Dies setzt allerdings eine wesentlich breitere Zugangsmöglichkeit innerhalb der Gesellschaft, vor allem der privaten Haushalte voraus. Letztlich ist es nur sehr schwer abzusehen, ob sich eine Entwicklung des Mediums entsprechend der letzten Jahre in der BRD fortsetzt, ob das Nutzerprofil sich verändert und erweitert, wie der rechtliche Rahmen ausgebaut wird und wie die Erwartungen des Rezipienten/Anwenders gegenüber Medien sich entwickeln werden.

Geht man davon aus, daß sich das Internet als massenmediales Kommunikationsmittel etablieren wird, ist den Parteien die Möglichkeit gegeben, an den traditionellen Massenmedien vorbei auf die Willens- und Meinungsbildung weiter Bevölkerungskreise einzuwirken, Parteiprogramme, Pressemitteilungen und weitere Informationsinhalte zu verbreiten, ohne sich den Filter- und Selektionskriterien parteiexterner Multiplikatoren aussetzen zu müssen. Allerdings stellt sich dann die Frage, wie die Parteien in einem Angebot unzähliger horizontal gegliederter Kommunikations- und Informationsangebote ihren Websites zu besonderer Aufmerksamkeit, einem tatsächlichen Gewicht als“Sender“ verhelfen wollen. Politische Informationsangebote können von einer Vielzahl verschiedener Websites her abgerufen werden und allein die Parteien haben zusätzliche eigenständige Websites auf allen parteilichen Organisationsebenen eingerichtet. In jedem Fall müßten wohl Umfang und Komplexität der Parteiensites weiter reduziert und Unterhaltungswerte hinzugefügt werden, um eine breite Öffentlichkeit erreichen zu können.[107] Dennoch bleibt fragwürdig, ob politische Informationsangebote im Internet überhaupt eine ausgedehnte Nutzung erfahren werden. Wahrscheinlich scheint vielmehr, auch angesichts der Vielzahl an Angeboten im World Wide Web (neben allgemein sich ausweitenden Medienangeboten), ein zunehmender Zerfall der Gesellschaft in Lager politisch interessierter und apolitischer Teilöffentlichkeiten, die sich in ihren Themenagenden zunehmend unterscheiden und abgelöst voneinander entwickeln. Das absolute Zeitbudget für Mediennutzungen läßt sich nicht beliebig heraufsetzen, der Benutzer wird nach individueller Interessenlage (Web-)Angebote selektieren (müssen).

Die direkten Kommunikationsmöglichkeiten des Internet werden sich weiterhin auch für die Parteien und ihre Webauftritte nutzen lassen, ein relevanter Nutzen für den Dialog zwischen Bürger und Partei ist allerdings vor allem unter der Voraussetzung zu konstatieren, daß die Parteien diesen Kanälen entsprechende Aufmerksamkeit widmen. Besonders zu Zeiten des Wahlkampfs kann die direkte Kommunikation zwischen Parteimitgliedern und Wählern eine Renaissance im virtuellen Kommunikationsraum Internet erleben und auch auf kommunaler oder regionaler Ebene ist ein Bedeutungszuwachs denkbar, hier sogar in bezug auf eine Entwicklung zu mehr direkter Entscheidungsbeteiligung der Bürger. In diesem Zusammenhang sei der virtuelle Ortsverein der SPD , VOV[108], erwähnt, der bereits heute ausschließlich über das Internet kommuniziert.

Allein die Frage „Wer-sagt was-in welchem Kanal-zu wem-mit welcher Wirkung?“, Basis der frühen empirischen Kommunikationsforschung (Lasswell 1948), deutet im Kontext des Internet/World Wide Web ein weites, bislang wohl nur unzureichend bearbeitetes Problemfeld an, schon der Komplex des „wer zu wem“ ist, wie innerhalb der Arbeit angedeutet, aufgrund des Interaktivitätspotentials wesentlich differenzierter zu begreifen als für die traditionellen Massenmedien. Bezüglich der Parteien-Angebote im Internet wird weiter zu fragen bleiben, wer mit den Webauftritten tatsächlich erreicht wird und in Zukunft werden kann, um Angebote zunehmend auf die Nutzer abzustimmen. In Anbetracht veränderter (erweiterter) Selbstdarstellungsmöglichkeiten der Parteien und einer Vielzahl der (bereits heute) im World Wide Web auftretenden Parteiorganisationen, einer damit verbundenen Zunahme an web-öffentlichen politischen Aussagen im Willens- und Meinungsbildungsprozess der Gesellschaft, muß auch über mögliche Wirkungen/Folgen intensiver reflektiert werden als bisher geschehen.

[...]


[1] Die Begriffe World Wide Web und Internet werden mittlerweile häufig aufgrund der Popularität des WWW synonym verwendet. Die Gleichsetzung ist jedoch nicht korrekt, da das WWW lediglich einen Teilbereich, einen Dienst des Internet darstellt und über diesen nicht alle Rechner erreicht werden können.

[2] Klau, Peter: Das Internet: weltweit vernetzt. Vaterstetten bei München 1994, S.26

[3] [3] Die divergierenden Interessen von Militär und akademischer Gemeinde führten 1983 zur Abspaltung eines militärischen Teils vom ARPANET dem MILNET. Das ARPANET ging 1986 in das NSFNET (National Science Foundation Network) über, das die Netze der gesamten USA über fünf Rechenzentren miteinander verband.

[4] Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (Hrsg.): Bericht der Bundesregierung über die Lage der Medien in der Bundesrepublik Deutschland 1998. Medienbericht `98. Bonn 1998, S. 144

[5] Der erste Internet-Anbieter in der BRD (Eunet GmbH) entstand 1985 ausgehend von einem Projekt an der Universität Dortmund.

[6] Die weitere Netzwerkstrukturierung innerhalb Europas führte mit dem Projekt Cooperation for an Open Systems Interconnecting Networking in Europe (COSINE) über das EuropaNET bis zum heutigen TEN-34 Backbone im internationalen Verbund.

[7] vgl. Gugel, Günther und Rother, Thomas M.: Internet&Co. Netzwerke, Mailboxen, Datenbanken, für Bildung, Frieden, Umwelt und Entwicklung. Ein Netzwerk- und Datenbankführer. Tübingen 1997, S. 17

[8] vgl. Ramm, Frederik: Recherchieren und Publizieren im WORLD WIDE WEB. Braunschweig/Wiesbaden 1995, S. 16

[9] Auf dem TCP/IP-Protokoll bauen weitere Übertragungsprotokolle auf, so das Hypertext Transfer Protocol (HTTP) für den Datenaustausch im WWW oder das File Transfer Protocol (FTP) zur Übertragung von Programmen und Dateien.

[10] Dieser Sachverhalt trifft für das Medium Internet nur für die technologische Plattform zu. Im Hinblick auf die kommunikationsstrukturale Ebene ist die Beschreibung im Grunde unzureichend, da sie bei genauerer Betrachtung im Verlauf einer Dienstanwendung ihre Gültigkeit verlieren kann. Vgl. hierzu auch Kap. 1.2 sowie Kap. 2/3

[11] vgl. Gugel, Günther und Rother, Thomas M.: Internet&Co. Netzwerke, Mailboxen, Datenbanken für Bildung, Frieden, Umwelt und Entwicklung. Ein Netzwerk- und Datenbankführer. Tübingen 1997, S. 22

[12] vgl. ebda.

[13] Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (Hrsg.): Bericht der Bundesregierung über die Lage der Medien in der Bundesrepublik Deutschland 1998. Medienbericht `98. Bonn 1998, S. 144/145

[14] vgl. Ramm, Frederik: Recherchieren und Publizieren im WORLD WIDE WEB. Braunschweig/Wiesbaden 1995, S. 9. Ramm spricht von Schätzungen über die Anzahl an WWW-Servern, die von 130 für den Juni 1993 bis zu 50000 für Juli 1995 ausgehen. WWW-Server müssen nicht angemeldet werden und entziehen sich so letztlich jeder Statistik.

[15] Hypertext-Dokumente sind anhand von Internet-Adressen, Uniform Ressource Locators (URL), eindeutig identifizierbar und können unterschiedlichste Inhalte aufweisen (Präsentation von Personen, Verbänden, Parteien. Informations-, Unterhaltungs- und Produktangebote usw.).

[16] sh. Gugel, Günther und Rother, Thomas M.: Internet&Co. Netzwerke, Mailboxen, Datenbanken für Bildung, Frieden, Umwelt und Entwicklung. Ein Netzwerk- und Datenbankführer. Tübingen 1997, S. 244

[17] Andere Zugangsmöglichkeiten wie die Einrichtung einer eigenen Standleitung werden an dieser Stelle nicht besprochen, da sie für eine Nutzung durch die breite Öffentlichkeit v.a. aufgrund hoher Einrichtungskosten nicht geeignet sind. Allerdings muß bedacht werden, daß Universitäten i.d.R. solche Standleitungen besitzen und von einer Vielzahl von Anwendern (Professoren, Studentenschaft) genutzt werden können.

[18] Eine dritte Gruppe, die nicht-kommerziellen Mailboxen, bleibt hier unberücksichtigt.

[19] Einige wenige ISP’s bieten kostenlosen Zugang an, die Leitungen sind jedoch entsprechend überlastet, d.h. der Datenfluß wird sehr langsam und treibt die grundsätzlich anfallenden Telefongebühren für die Einwahl zum Knotenrechner des Providers in die Höhe. Gängig sind Abrechungsmodelle, die neben einer Grundgebühr und einem begrenzten Freistunden-Kontingent zur Nutzung der Internet-Dienste alle darüber hinaus gehenden Nutzungszeiten zusätzlich in Rechnung stellen. Im Konkurrenzkampf vor allem der Online-Dienste der Telekommunikationsgesellschaften entstehen zur Zeit weitere Modelle zur Abrechnung des Internetdienstes, die zunehmend auf bestimmte Nutzerprofile zugeschnitten werden.

[20] Zugrundegelegt ist hier der Telekom-Ortstarif um 20 Uhr, ferner die Provider-Gebühren von „T-Online“.

[21] vgl. OECD Communications Outlook 1999, in: TOMORROW 1/99, S. 59. Siehe auch: http://www.oecd.org/

[22] ARD/ZDF-Online-Studie 1998, in: Media Perspektiven 8/98, S. 423-435 Sofern nicht anders angegeben beruhen die im folgenden aufgeführten empirischen Daten auf dieser Studie, bzw. auf der zusammenfassenden Darstellung in Media Perspektiven. Die Studie selbst behauptet, repräsentative Basisdaten zur Onlinenutzung in Deutschland bereitstellen zu können, wenngleich sie auf das generelle Problem der Onlineforschung, das Marktsegment stelle trotz seines Wachstums noch kein ausreichendes Gewicht zur Finanzierung umfassender Studien dar, aufmerksam macht und vor einer Überinterpretation punktueller Befunde warnt. Grundgesamtheit für die Erhebung bildeten alle deutschen Onlinenutzer ab 14 Jahren. Ausgangssample war eine Befragung bei 9700 Personen, aus denen 1006 Onlinenutzer (10,4%) gefiltert wurden. Bei diesen wurden computergestützte Telefoninterviews von ca. halbstündiger Dauer durchgeführt. Erhebungszeitraum 27.3.–25.4.98

[23] Laut Gfk Online Monitor (http://www.gfk.de), beläuft sich die Zahl der Online-Nutzer nach einer Erhebung vom 4. Quartal 1998 auf 7.3 Millionen.

[24] hier: i Ggs. zu Anschlüssen am Arbeitsplatz. Ein Beispiel für die Nutzung von Internet und Online-Diensten am Arbeitsplatz mag die Informationsbeschaffung durch klassische publizistische Medien über eigene Onlinezugänge sein. Vgl. dazu auch Kap. 3.3.1

[25] Informationen lassen sich auch direkt von den Online-Diensten anfordern, d.h. der Kontakt zum Internet muß nicht unbedingt hergestellt werden. 1998 bezeichneten sich 48% der Onliner als häufige Internetanwender gegenüber 30% im Vorjahr 1997. Allerdings befinden sich innerhalb der redaktionell bearbeiteten Informations- und Nachrichtenangebote der Online-Dienste etliche WWW-Adressen bzw. Angebote aus dem WWW.

[26] Teilgruppe der Befragten, n=973, von der Grundgesamtheit n=1006

[27] Teilgruppe, n=616, die zu Hause online sind und das Internet nutzen

[28] Media Perspektiven Basisdaten-Daten zur Mediensituation in Deutschland 1998. Herausgegeben im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft der ARD-Werbegesellschaften 1998, S. 71

[29] ebda., S. 67

[30] Mit der Möglichkeit der prinzipiell uneingeschränkten Verbreitung (Publikation) ergeben sich rechtliche Problematiken hinsichtlich etwa des Daten- oder Jugendschutzes oder allgemein verfassungswidriger Inhalte (hier vor allem die Verbreitung rechtsextremistischer Propaganda). Politik und Recht, die bisher zwischen Rundfunk- und Presserecht sowie Medien- und Telekommunikationsrecht zu unterscheiden hatten, waren mit dem Medium Internet vor neue Abgrenzungsprobleme gestellt. Aus diesem Grund verabschiedete der Bundstag am 28.7.97 das Gesetz zur Regelung der Rahmenbedingungen für Informations- und Kommunikationsdienste (IuKDG, in: BGB1.I vom 28.7.1997, Nr.52, S.1870 ff.). Ferner trat am 1.8.1997 der Mediendienstestaatsvertrag (MDStV, veröffentlicht in: Baden-Württemberg: GB1.9 vom 10.8.1997, S.181 ff.) in Kraft. Letztlich jedoch läßt das Internet sich kaum auf nationaler Ebene effektiven Reglementierungen unterwerfen, es wird sich die international liberalste Rechtsauffassung durchsetzen. Sh. zur rechtlichen Problematik auch: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (Hrsg.): Bericht der Bundesregierung über die Lage der Medien in der Bundesrepublik Deutschland 1998. Medienbericht `98. Bonn 1998 Bertelsmann Briefe, Heft 1/40, Herbst/Winter 1998 Recke, Martin: Medienpolitik im digitalen Zeitalter, Berlin 1998

[31] Eine Website kann mehrere Seiten, darunter in der Regel auch die Homepage als Titelseite, enthalten. Die einzelnen Webseiten sind über Hyperlinks (Links) miteinander verknüpft.

[32] Alle innerhalb dieser Arbeit aufgeführten Parteien verfügen über eigene WWW-Server, vgl. hierzu das Verzeichnis der Server in Deutschland unter: http://www.chemie.fu-berlin.de/outerspace/www-german.html

[33] vgl. Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (Hrsg.): Bericht der Bundesregierung über die Lage der Medien in der Bundesrepublik Deutschland 1998. Medienbericht `98. Bonn 1998, S.146

[34] ARD/ZDF-Online-Studie 1998, in: Media Perspektiven 8/98, S.433

[35] Bekanntheitsgrad ist hier gleichgesetzt mit einer zumindest einmaligen Nutzung.

[36] ebda., S.431

[37] vgl. Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (Hrsg.): Bericht der Bundesregierung über die Lage der Medien in der Bundesrepublik Deutschland 1998. Medienbericht `98. Bonn 1998, S. 149-150

[38] Bezogen auf die bundespolitische Ebene

[39] sh. Hagen, Lutz M.: Nutzung von Online-Medien zur politischen Information. Einführung und Überblick. In: Hagen, Lutz M. (Hrsg.): Online-Medien als Quellen politischer Information, Opladen/Wiesbaden 1998, S.7

[40] sh. http://www.bundestag.de

[41] vgl. Katz, Alfred: Staatsrecht. Grundkurs im öffentlichen Recht. Heidelberg 1996, S.136

[42] ebda., S.137

[43] vgl. ebda., S.137

[44] Die Website der CDU stellt derzeit das nach meinem Ermessen umfangreichste Angebot einer dt. Partei im World Wide Web zur Verfügung. Aus diesem Grund wird diese Site dem Webauftritt der SPD vorangestellt und am ausführlichsten dargestellt. Die SPD-Site wird anschließend in Gegenüberstellung (z.Bsp. im Hinblick auf den Auftritt als Regierungspartei (gegenüber der Oppositionspartei CDU)) besprochen.

[45] http://www.cdu.de

[46] Die Informationen zum CDU-Auftritt entstammen einer Anfrage an die für den Internet-Auftritt zuständige Redaktion der CDU: redaktion@cdu.de.

[47] Stand: 17.3.99. Ebenso datieren hier alle im weiteren beschriebenen Seiten und Inhalte, sofern nicht anders angegeben.

[48] Der Inhaltsbereich weist auf Inhalte, die konkret natürlich auch in bestimmten zeitlichen Abständen gelöscht, ersetzt, ergänzt oder erweitert werden.

[49] Diese Aussage spiegelt den (subjektiven) Eindruck des Autors wider, sie hier anhand von Zitaten und weiteren Daten zu belegen würde den Umfang der Arbeit sprengen. Ich verweise daher auf die Internet-Adresse http://www.cdu.de/forum/forumidx.htm

[50] Quelle: redaktion@cdu.de

[51] Mehr zur Nutzung des Mediums Internet durch die klassischen Massenmedien in Kap.3.3.1

[52] Morris, Merril/Ogan, Christine: The Internet as Mass Medium. In: Journal of Communication 46(1) 1996, S.39-50

[53] http://www.spiegel.de/service.index.htm

[54] Media Perspektiven Basisdaten-Daten zur Mediensituation in Deutschland 1998. Herausgegeben im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft der ARD-Werbegesellschaften 1998, S.80

[55] Man muß, um zu bestimmten Seiten zu gelangen, nicht grundsätzlich die Homepage aufrufen. Da jede Seite eine eigenen Adresse hat, kann man diese immer auch direkt abrufen.

[56] http://www.spd.de

[57] Sämtliche Hintergrundinformation zum Webauftritt der SPD entstammt einer Anfrage an: redaktion@spd.de

[58] Stand: 19.3.99. Ebenso datieren hier alle im weiteren angeführten Seiten und Inhalte.

[59] Auf weitere inhaltliche Ausführungen in diesem Zusammenhang wird verzichtet, das Beispiel kann exemplarisch für eine Vielzahl von eingestellten Informationen gelten.

[60] Bereits zur Bundestagswahl 1998 hatte die SPD Teile der Wahlkampfführung im Internet öffentlich einsehbar gemacht. Einer der damaligen Slogans „Innovation und Gerechtigkeit“ wird auch für den anstehenden Europawahlkampf mit dem Zusatzt „Neuer Schwung auch für Europa.“ verwendet.

[61] Das Zahlenmaterial wurde auf Anfrage unter redaktion@spd.de von der Internet-Redaktion innerhalb der SPD-Parteizentrale zur Verfügung gestellt. Zahlen zu konkreten Seitenabrufen wurden nicht bereitgestellt, häufig besucht seien aber die aktuell auf der Homepage gefeaturten Rubriken und die Bereiche Aktuelle Pressemitteilungen sowie Service

[62] siehe hierzu: http://www.rep.de

[63] http://www.gruene.de, http://www.pds-online.de, http://www.fdp.de, http://www.csu.de

[64] Auskunft einer Anfrage an die redaktion@fdp.de Weiter gibt die Redaktion an, daß die am häufigsten genutzten Angebote die Diskussionsforen (vgl. den Angaben aus der CDU-Internet-Redaktion) seien. Die Zugriffszahlen beliefen sich insgesamt auf 25-30000 Hits pro Woche.

[65] Sh. Oberreuter, Heinrich: Medien und Demokratie. Ein Problemaufriß. In: Rohe, Karl (Hrsg.): Politik und Demokratie in der Informationsgesellschaft.Baden-Baden 1997, S.11-12

[66] vgl. ebda., S.13

[67] Morris/Organ differenzieren die Kanäle weiter in den Kategorien asynchrone/synchrone Kommunikation. (Morris, Merril/Ogan, Christine: The Internet as Mass Medium. In: Journal of Communication 46(1) 1996, S.39-50

[68] Die traditionellen Massenmedien können derzeit vor allem aus technischen und organisatorischen Gründen Rückkanäle nur in sehr begrenztem, kaum relevanten Umfang bereitstellen.

[69] Sh. Höflich, Joachim R.: Der Computer als interaktives Medium. In: Publizistik 39(4), S.389-408

[70] vgl.: Zipfel, Theodor: Online-Medien und politische kommunikation im demokratischen System. In: Hagen, Lutz M. (Hrsg.): Online-Medien als Quellen politischer Information. Opladen/Wiesbaden 1998, S.29

[71] Ausnahme: CSU. Die CSU bietet derzeit kein Diskussionsforum und auch keinen Live-Chat. (Stand 20.3.99)

[72] vgl. Seeger, Peter: Euphorie und Ernüchterung-Strukturwandel der elektronischen Medien. In: H.Schatz, O.Jarren, B.Knaup (Hrsg.): Machtkonzentration in der Multimediagesellschaft? Beiträge zu einer Neubestimmung des Verhältnisses von politischer und medialer Macht. Opladen 1997, S.125

[73] Media Perspektiven Basisdaten-Daten zur Mediensituation in Deutschland 1998.Herausgegeben im Autrag der ARD-Werbegesellschaften 1998, S. 46/70

[74] vgl. ARD/ZDF-Online-Studie 1998, in: Media Perspektiven 8/98, S.423

[75] vgl. ebda., S.431

[76] Ulrich Sarcinelli spricht für die Parteimedien, zu denen mittlerweile auch das Internet gezählt werden muß, von einer zu vernachlässigenden Bedeutung. Das Medium Fernsehen sei aufgrund seiner Reichweite, seiner noch relativ hohen Glaubwürdigkeit und aufgrund der visualisierenden Vermittlung auch für die Parteien zum politischen Leitmedium geworden. (Sarcinelli, Ulrich: Parteien und Politikvermittlung: Von der Parteien- zur Mediendemokratie. In: Sarcinelli, Ulrich (Hrsg.): Politikvermittlung und Demokratie in der Mediengesellschaft. Opladen/Wiesbaden 1998, S.284)

[77] Die Befagung wurde durchgeführt von Mitarbeitern der „Medienforschung Südwestrundfunk“ bzw. des Fraunhofer Instituts für Systemtechnik und Innovationsforschung (ISI) in Karlsruhe, veröffentlicht unter dem Titel „Mediennutzung der Zukunft“ in Media Perspektiven 10/98.

[78] vgl. Media Perspektiven 10/98, S.491

[79] ebda., S.492

[80] vgl. ebda., S.492

[81] vgl. ebda., S.494

[82] Hagen, Lutz M. und Mayer, Markus: Der direkte Draht zur Politik? In: Hagen, Lutz M. (Hrsg.): Online-Medien als Quellen politischer Information. Opladen/Wiesbaden 1998, S.108

[83] sh. u.a. Neidhardt, Friedhelm (Hrsg.): Öffentlichkeit, öffentliche Meinung, soziale Bewegungen. Opladen 1994 und Schulz, Winfried: Politische Kommunikation. Opladen/Wiesbaden 1997 Das Modell selbst ist vom Autor der vorliegenden Arbeit im Sinne des Themas erstellt worden.

[84] Diejenigen Bereiche, die unter diesen Gesichtspunkten im folgenden zur Sprache kommen, sind innerhalb der Grafik rot gekennzeichnet.

[85] Interessant scheint in dem Zusammenhang die Tatsache, daß in der Medienelite Deutschlands ein nicht unerheblicher Anteil Parteimitglied ist(ARD: 44%, Tageszeitungen: 11%), dabei führend der SPD vor der CDU. Mitglieder kleiner Parteien sind in der Medienelite wenig verteten (nach der Potsdamer Elitestudie 1995). Bürklin, der diese Daten in seinem Beitrag „Politische Eliten in der Mediendemokratie“ bereitstellt, stellt aber gleichzeitig fest, „...daß der politischen Elite die Kontrolle in den Massenmedien durch die Privatisierung und Deregulierung weitgehend entglitten ist.“ Bürklin, Wilhelm: Politische Eliten in der Mediendemokratie. In: Rohe, Karl (Hrsg.): Politik und Demokratie in der Informationsgesellschaft. Baden-Baden 1997, S.65/66

[86] MC Online-Monitor I/96-Ergebnis einer Befragung von 654 Personen, die Online-Medien zumindest teilweise privat nutzen. In: Hagen, Lutz M. und Mayer, Markus: Der direkte Draht zur Politik? In: Hagen, Lutz M. (Hrsg.): Online-Medien als Quellen politischer Information. Opladen/Wiesbaden 1998, S.108.

[87] Media Perspektiven Basisdaten-Daten zur Mediensituation in Deutschland 1998.Herausgegeben im Autrag der ARD-Werbegesellschaften 1998, S.74

[88] vgl. Schulz, Winfried: Politische Kommunikation. Opladen/Wiesbaden 1997, S.157

[89] vgl. ebda., S.154 Zu einer differenzierten Darstellung siehe: Rössler, Patrick: Die Definitionsmacht für Themen des politischen Diskurses in einer veränderten Kommunikationswelt. In: Schatz, Heribert/Jarren, Otfried/Knaup, Bettina (Hrsg.): Machtkonzentration in der Multimediagesellschaft? Opladen 1997, S.78-97

[90] vgl. Schulz, Winfried: Politische Kommunikation. Opladen/Wiesbaden 1997, S.156

[91] vgl. Sarcinelli, Ulrich: Parteien und Politikvermittlung: Von der Parteien- zur Mediendemokratie. In: Sarcinelli, Ulrich (Hrsg.): Politikvermittlung und Demokratie in der Mediengesellschaft. Opladen/Wiesbaden 1998, S.285

[92] ebda., S.156

[93] Schulz, Winfried und Leidner, Daniela: Das Netz als Quelle. Die Nutzung von Internet und Online-Diensten durch Publizistische Medien. In: Hagen, Lutz M.: Online-Medien als Quellen politischer Information.Opladen/Wiesbaden 1998, S.169-199 Basis der Untersuchung war eine postalische Kurzbefragung von insgesamt 155 Redaktionen (Politik oder Aktuelles), an die sich 29 Interviews mit Online-Experten in einzelnen Redaktionen anschlossen.

[94] ebda., S.188 Die im folgenden angeführten Daten entstammen alle dieser Quelle.

[95] vgl. Sarcinelli, Ulrich: Von der Parteien- zur Mediendempokratie? In: Schatz/Jarren/Knaup (Hrsg.): Machtkonzentration in der Multimediagesellschaft? Beiträge zu einer Neubestimmung des Verhältnisses von politischer und medialer Macht. Opladen 1997, S.40

[96] vgl. Sarcinelli, Ulrich: Parteien und Politikvermittlung: Von der Parteien- zur Mediendemokratie. In: Sarcinelli, Ulrich (Hrsg.): Politikvermittlung und Demokratie in der Mediengesellschaft. Opladen/Wiesbaden 1998, S.277

[97] sh. Jansen, Andrea/Ruberto Rosaia: Mediale Konstruktion politischer Realität. Wiesbaden 1997, S.29

[98] sh. Wiesendahl, Elmar: Wie geht es weiter mit den Großparteien in Deutschland? In: Aus Politik und Zeitgeschichte. 2/98, S.13-28

[99] Glotz,Peter, zit. nach: Sarcinelli, Ulrich: Parteien und Politikvermittlung: Von der Parteien- zur Mediendemokratie. In: Sarcinelli, Ulrich (Hrsg.): Politikvermittlung und Demokratie in der Mediengesellschaft. Opladen/Wiesbaden 1998, S.278

[100] vgl. Steffani, Winfried: Gewaltenteilung und Parteien im Wandel. Opladen/Wiesbaden 1997, S.183/184

[101] Inwieweit diese E-Mail-Inhalte bündeln und weiterleiten, muß Spekulation bleiben. Von entsprechenden Stellen ist in dem Zusammenhang keine verläßliche Aussage zu erwarten.

[102] Hier läßt sich auch die E-Mail-Aktion der CDU zum Rücktritt von Oskar Lafontaine einordnen.

[103] Auskunft auf der CDU-Seite http://www.cdu.de/forum: „Hier können Sie mit uns und untereinander über ...politische Themen diskutieren.“

[104] Auskunft der Internet-Redaktion der SPD: redaktion@spd.de

[105] vgl. vor allem die Ankündigungen der Live-Chats auf den Seiten der FDP: http://www.fdp.de Ein Live-Chat konnte im Rahmen dieser Arbeit nicht näher betrachtet werden, da zu den Zeitpunkten der Betrachtung keine solchen Chats auf den Seiten der CDU oder der SPD (und auch nicht der FDP) stattfanden.

[106] ebda.

[107] Während traditionelle Medienerzeugnisse wie der SPIEGEL nur Ausschnitte des Inhalts einer Ausgabe/mehrerer Ausgaben auf Seiten im World Wide Web stellt und Synenergieeffekte für das eigentliche Produkt, die Zeitschrift erhofft, haben Parteien ein natürliches Interesse, möglichst weitgehend ihre Programme und Anschauungen via Internet zu verbreiten, was wiederum am Durchschnittskonsumenten vorbeisteuert.

[108] gegr. vom Medienexperten der SPD, Jörg Tauss

44 von 44 Seiten

Details

Titel
Internet - Parteien der BRD im World Wide Web
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Veranstaltung
Hauptseminar "Medien und politischer Prozeß"
Note
1,3
Autor
Jahr
1999
Seiten
44
Katalognummer
V95113
Dateigröße
479 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Aufgrund einer ausführlicheren Einführung in das Internet und einer etwasausgedehnten Beschreibung einer Parteienwebsite ist die Arbeit relativ umfangreich (47 Seiten).
Schlagworte
Internet, Parteien, World, Wide, Hauptseminar, Medien, Prozeß
Arbeit zitieren
Ben Klein (Autor), 1999, Internet - Parteien der BRD im World Wide Web, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/95113

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