Die vorliegende Ausarbeitung basiert auf dem Seminar „Programmplanung als professionelles Handlungsfeld der EB/EW“, dessen thematische Schwerpunkte die Programmplanung und die Wissensinseln nach Wiltrud Gieseke (2003)bildeten. Da diese Thematik durch die Verbindung von Theorie und Praxis greifbarer wurde, war die selbstständige Planung eines beliebigen Bildungsangebots für Migranten Hauptbestandteil des Seminars. In Kleingruppen von bis zu fünf Mitgliedern mussten sich die Seminarteilnehmer mit den Wissensinseln auseinandersetzen und diese für das jeweilige Bildungsangebot anpassen. Eins der Programmplanungsfelder bildet die Ist-Analyse. Die Ist-Analyse befasst sich unter anderem mit dem regionalen Umfeld, den vorherrschenden Trends, der Situation auf dem Arbeitsmarkt und der Kostenkalkulation. Die Kostenkalkulation bezieht sich hier auf die finanzielle Unterstützung der Bildungseinrichtungen, die sich vor allem aus kommunalen Mitteln, Bundesmitteln, Zuschüssen des jeweiligen Landes, Spenden, Teilnehmergebühren und durch die Unterstützung von Trägern zusammensetzen. Doch was genau ist unter dem Begriff „Träger“ zu verstehen? Wie gestaltet sich das Aufgabenspektrum, welche genaue Bedeutung haben Träger für die Programmplanung? Und inwiefern unterscheiden sich die Träger der Erwachsenenbildung von Trägern öffentlicher Schulen? Die Beantwortung dieser Fragen stellt den Schwerpunkt dieser Ausarbeitung dar.
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
2. Definition
3. Aufgaben der Träger
4. Bedeutung der Träger für die Programmplanung
5. Unterschiede zu Trägern öffentlicher Schulen
6. Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit analysiert die Rolle und Funktion von Trägern im Bereich der Erwachsenenbildung. Dabei wird untersucht, welche Aufgaben diese übernehmen, welche Bedeutung sie für die professionelle Programmplanung haben und wie sie sich strukturell von staatlichen Trägern öffentlicher Schulen abgrenzen.
- Definition und rechtliche Rahmenbedingungen von Trägern der Erwachsenenbildung
- Aufgabenspektrum und Verantwortung der Träger bei der Unterhaltung von Bildungseinrichtungen
- Zusammenhang zwischen Trägerkulturen und der Programmplanung nach Wiltrud Gieseke
- Strategische Bedeutung der Träger für die Qualitätssicherung und das Marketing
- Abgrenzung der Trägerstrukturen in der Erwachsenenbildung gegenüber öffentlichen Schulträgern
Auszug aus dem Buch
3. Aufgaben der Träger
Die Träger gründen, unterhalten und beaufsichtigen ihre Einrichtung und erfüllen auf diese Weise ihren Auftrag, als „gesellschaftliche Mächte“ Verantwortung im Weiterbildungsbereich zu übernehmen (vgl. Lange, 1977:39). Die rechtliche und gesellschaftliche Verantwortung der Träger beschreibt die Verpflichtung, die sie gegenüber einer Bildungseinrichtung und den zugehörigen Mitgliedern hat. Der Träger sorgt dafür, dass alles möglichst gut verläuft, also die notwendigen und richtigen Entscheidungen getroffen und umgesetzt werden. Diese Entscheidungen sollten bezogen auf die Erwachsenenbildung offen, vorausschauend und zukunftsorientiert getroffen werden. Die Erwachsenenbildung ist heutzutage keine Freizeitbeschäftigung mehr, sondern wird als Notwendigkeit angesehen. Es gibt eine Vielzahl von Einrichtungen, die miteinander konkurrieren.
Die Aufgabe jedes Trägers besteht darin, eine Bildungseinrichtung samt Trägerkultur hervorzubringen. Bei der Gründung muss darauf geachtet werden, dass die Einrichtung dem Arbeitsmarkt gerecht weiterbildet, den vorherrschenden Trends in Bereichen Bildung sowie Gesellschaft folgt und die Bedürfnisse der potenziellen Teilnehmer gedeckt werden. Bei einer bereits bestehenden Einrichtung gilt es, diese im Rahmen ihrer Trägerkultur weiterzuentwickeln. Die Einrichtung und ihre Programm- und Veranstaltungsangebote werden dem gesellschaftlichen und organisatorischen Wandel im Bereich der Weiterbildung angepasst. Hierbei ist die Trägerkultur der Einrichtung zu wahren. Die Träger arbeiten mit dem Staat zusammen, weshalb dieser bei rechtlichen Veränderungen und Entscheidungen jeglicher Art zu informieren ist. Der Staat plant die Erwachsenenbildung, erlässt diesbezüglich Gesetze und führt diese aus. Zusätzlich erhalten die Träger finanzielle Unterstützung durch den Staat (vgl. Lange, 1977:40).
Zusammenfassung der Kapitel
1.Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Programmplanung ein und definiert zentrale Begriffe sowie die Zielsetzung der Hausarbeit.
2. Definition: Hier wird der Begriff des Trägers in der Erwachsenenbildung erläutert und die Bedeutung von Trägerkulturen als prägende Merkmale beschrieben.
3. Aufgaben der Träger: Das Kapitel beschreibt das umfassende Spektrum der rechtlichen und organisatorischen Verantwortung von Trägern bei der Führung von Bildungseinrichtungen.
4. Bedeutung der Träger für die Programmplanung: Diese Sektion verdeutlicht, wie Träger durch strategische Entscheidungen und Management die pädagogische Qualität und das Fortbestehen ihrer Institution sichern.
5. Unterschiede zu Trägern öffentlicher Schulen: Hier findet ein Vergleich zwischen der freien Trägerschaft in der Erwachsenenbildung und der staatlich gebundenen Trägerschaft im Schulwesen statt.
6. Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse über die Rolle der Träger als koordinierende Instanz und Führungskraft zusammen.
Schlüsselwörter
Erwachsenenbildung, Programmplanung, Träger, Weiterbildungseinrichtung, Trägerkultur, Wissensinseln, Bildungsauftrag, Finanzierung, Ist-Analyse, Qualitätsmanagement, Weiterbildungspersonal, Öffentlichkeitsarbeit, Institution, Management, Koordination
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das professionelle Handlungsfeld der "Träger" in der Erwachsenenbildung und deren zentrale Rolle bei der Steuerung und Programmplanung von Bildungseinrichtungen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen umfassen die Definition des Trägerbegriffs, das Aufgabenspektrum (Finanzierung, Personaleinsatz, Unterhaltung), die Bedeutung für die Programmplanung sowie den Vergleich mit Schulträgern.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, das komplexe Aufgabenspektrum der Träger zu beleuchten und zu klären, welche Bedeutung diese für die Planung und Qualitätssicherung von Bildungsangeboten haben.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit Fachliteratur zur Programmplanung (u.a. nach Wiltrud Gieseke) und einer praxisorientierten Reflexion aus einem Hochschulseminar.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die inhaltliche Definition von Trägern, ihre operativen Aufgaben bei der Führung einer Einrichtung und ihre koordinierende Funktion zwischen verschiedenen Funktionsebenen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Träger, Programmplanung, Weiterbildung, Trägerkultur, Bildungsauftrag und Management.
Welche Bedeutung hat die Trägerkultur für das Angebot der Einrichtung?
Die Trägerkultur vermittelt Werte und Normen, mit denen sich Teilnehmer identifizieren können. Sie steuert, welche Angebote eine Einrichtung primär bereitstellt und wie diese auf dem Markt positioniert werden.
Warum ist die Abgrenzung zu Trägern öffentlicher Schulen relevant?
Sie verdeutlicht, dass Träger in der Erwachsenenbildung deutlich mehr Freiheiten in der Programmgestaltung haben als öffentliche Schulen, die strengen staatlichen Lehrplänen und ministeriellen Vorgaben unterliegen.
- Arbeit zitieren
- Linda Wieczorek (Autor:in), 2017, Inwiefern unterscheiden sich die Träger der Erwachsenenbildung von Trägern öffentlicher Schulen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/951153