National-Sozialismus


Referat / Aufsatz (Schule), 1999
2 Seiten, Note: 2+
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Nationalsozialismus, nach dem 1.)Weltkrieg in Deutschland aufgekommene, extrem nationalist., imperialist. und rassist. Bewegung und die darauf basierende faschist. Herrschaft in Deutschland 1933-45.

Zum Hintergrund des nationalsozialist. Gedankenguts

In der Ideologie des N. flossen geistige und soziale Strömungen zusammen, die, z.)T. gemeineurop., z.)T. in dt. Sonderentwicklung begründet, bereits während des Übergangs zur modernen industriellen Massengesellschaft im dt. Kaiserreich und in der Donaumonarchie Verbreitung und auch schon organisierten Anhang gefunden hatten: expansionsbedachter Nationalismus, der eine Weltmachtstellung für ein Mitteleuropa beherrschendes Deutschland forderte; Bestrebungen, die Nation durch innere soziale Versöhnung des dt. Volkes über die Klassengegensätze hinweg unter Ablehnung des internat. ›marxist.‹ Sozialismus zur Machtpolitik nach außen zu befähigen; auf dubiosen Volkstums- und Rassentheorien gründende antisemit. Feindbilder, die bei sozial verunsicherten kleinbürgerl. und bäuerl. Bevölkerungsgruppen polit. Rückhalt fanden. Die tiefgreifenden Erschütterungen, die der 1.)Weltkrieg bewirkte, verliehen diesem zunächst noch wenig zielgerichteten Ideenkonglomerat in der ungefestigten, durch Umsturz, wirtschaftl. Not, Versailler ›Friedensdiktat‹ und mangelnde demokrat. Erfahrung und Substanz vorbelasteten Republik erhebl. Sprengwirkung. In den ›Sündenböcken‹ KPD und SPD hatte man konkrete Feindgestalten. Bes. der Antisemitismus bot ein Erklärungsmuster für Niederlage und Umsturz, das von Gruppen, die den alten Machteliten nahestanden (Alldeutsche, DNVP) oder sozialen Abstieg befürchteten, propagandist. gezielt verbreitet wurde. Sie behaupteten, daß hinter den Geschehnissen das Weltmachtstreben ›des‹ Judentums mit seinen Werkzeugen im Ausland und im Inland wirke, v. )a. in den marxist. Parteien, aber auch im ›internat. Kapitalismus‹.

Position und Programm der NSDAP

Eine der auf diesem Boden emporwuchernden Protestgruppen war die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP). Ihr 25-Punkte-Programm vom 24.2. 1920 war ein Querschnitt durch den ›antikapitalist.‹ Teil des völk. Ideengemenges mit einem Akzent auf den Interessen des unteren Mittelstandes, aus dem der Großteil der ersten Anhänger stammte. In der hingebungsvoll geglaubten und verbreiteten Grundposition, daß sich das dt. Volk gegen den konzentrierten Angriff des Judentums wehren und zu neuer, seinem Elitecharakter angemessener Großmachtstärke aufsteigen müsse, besaßen Hitler und die Propaganda des N. ein auf ein eingängiges Freund-Feind- Muster reduziertes polit. Erklärungsmodell und Fernziel. Hitlers Glaube an die fast unbegrenzte Manipulierbarkeit der Menschen ließen ihn seine eigene zentrale Aufgabe und die der NSDAP nicht darin sehen, für völk. Sachprogramme zu werben. Vielmehr wollte er die Willenskräfte und die irrationale Tatbereitschaft der Massen dazu schüren, eines Tages gewaltsam die Träger der 1918 offen über Deutschland hereingebrochenen ›Judenherrschaft‹ (den inneren Feind) zu beseitigen und dadurch mit Hilfe des zu gewinnenden Militärs, der Bürokratie und der Wirtschaft den Weg freizumachen für eine ›Regierung der Macht und Autorität‹. Ihr Zugriff würde eine den Klassenkampf beendende ›Volksgemeinschaft‹ schaf- fen, die Energie der geeinten Nation nach außen wenden und durch psycholog., wirtschaftl. und militär. Rüstung das tragfähige Fundament legen für die Erlangung außenpolit. Handlungsfreiheit, die Durchsetzung und Absicherung der Weltmachtstellung Deutschlands, v. )a. durch die Gewinnung von ›Lebensraum‹ in Osteuropa und dessen Germanisierung. Grundlegend für den Erfolg des N. in Deutschland vor und nach 1933 war, daß er in der tiefgreifenden sozialen Krise einer verspäteten bürgerl.-industriellen Gesellschaft inmitten einer breiten ideolog., polit. wirksamen Strömung schwamm, der er mit seiner Propaganda und mit seinem gewalttätigen Aktivismus vielfältige Möglichkeiten zur Identifikation und zur Aggressionsentladung anbot. Dem N. kam auch die in den alten und neuen Mittelschichten aufgestaute soziale Dynamik zugute. In ihr verband sich die Furcht von- ihrer objektiven Lage nach- schon proletarisierten oder durch Proletarisierung bedrohten Personen und Gruppen mit dem Verlangen nach Wahrung von Status und Prestige und dem Anspruch auf deren Verbesserung.

Der Anspruch der NSDAP, eine ›Volkspartei‹ zu sein, war insgesamt nicht unzutreffend. Das Hauptreservoir lag im alten und neuen Mittelstand; die 1928 einsetzende Agrarkrise hatte erhöhte Resonanz des N. unter der ländl. Bevölkerung zur Folge; der Anteil der Arbeiter unter den Mgl. stieg nach 1930 auf bis zu 30)% an.

Der nationalsozialist. Staat

Die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler am 30.1. 1933 leitete den 18monatigen Prozeß der nat.- soz. ›Machtergreifung‹ ein (deutsche Geschichte). Gestützt auf die weitgehende Loyalität von Bürokratie und Militär geschah der Machtwechsel durch die Eroberung machtpolit. entscheidend wichtiger Positionen (Eindringen der Gauleiter in die regionalen staatl. Führungsämter, Geheime Staatspolizei), durch die zwangsweise, z.)T. offen terrorist. Ausschaltung polit. Gegner und ihrer Organisationen (Einrichtung von KZ), durch die Beseitigung rechtsstaatl. Sicherungen und die Gleichschaltung und Lähmung polit. und gesellschaftl. Institutionen (Parlamente, Länder, Presse, Berufsverbände) und durch die Einschüchterung potentiellen Widerstands, mit dem Ergebnis, daß nach Hindenburgs Tod und der Vereinigung von Reichspräsidenten- und Kanzleramt im Führer der NSDAP am 2.8. 1934 die Führung von Staat und Partei in der Hand eines Mannes lag. Der N. war fortan durch den Führer Hitler und die von ihm zugeteilte Autorität der maßgebl. polit. Wille in Deutschland; es entstand jedoch kein klares Verhältnis und keine eindeutige Aufgabenverteilung zw. staatl. und Parteiinstanzen auf den Ebenen unterhalb Hitlers, sondern es blieb ein vielschichtiges Mischverhältnis. Auch nach dem Abschluß der Machtergreifungsphase rangen daher mehrere Instanzen im Spannungsfeld von Parteidienststellen und Staatsapparat miteinander, Fraktionen innerhalb derselben Organisation (auch in dem zunehmend mächtiger werdenden Abwehr- und ›Überwachungsorden‹ SS) befehdeten einander und führten im Konkurrieren um die Gunst der obersten Entscheidungsinstanz oft erst die Radikalisierung von Maßnahmen herbei.

Den Anspruch auf die Überwindung des überkommenen Wirtschafts- und Sozialsystems hat der N. nie aufgegeben. In den Jahren der nat.-soz. Herrschaft zeichneten sich neue Wege des Aufstiegs und der Elitebildung weitgehend unabhängig von sozialer Herkunft und materieller Lage ab und ließen Deutschland trotz geistiger und polit. Unfreiheit für viele als eine sozial offenere Gesellschaft als zuvor erscheinen. Die relative Stabilität des Systems und die Gefolgschaft, die es bis weit in den 2.)Weltkrieg hinein fand, beruhten darauf, daß es ihm auch gelang, sich Zustimmung aus allen sozialen Schichten zu sichern. Darin bestand auch eine der Hauptschwierigkeiten, vor denen die Widerstandsbewegung gegen das Regime stand. Für den sozialen Wandel der dt. Gesellschaft waren die mit der Aufrüstungspolitik eingeschlagenen Modernisierungstendenzen erhebl. wirksamer als die in die vorindustrielle Welt zurückschauenden sozial- und agrarromant., großstadtfeindl. Vorstellungen (›Blut und Boden‹), die in der Propaganda, in der Kulturpolitik und in der Tätigkeit verschiedener NS-Organisationen überwogen.

Zum Nachkriegsprogramm der Mächte der Anti- Hitler-Koalition wie auch der dt. Widerstandsbewegung gehörte die Forderung nach Beseitigung aller nat.-soz. Organisationen und des nat.-soz. Geistes als Voraussetzung für die Entstehung eines demokrat. Staatswesens in Deutschland (Entnazifizierung). Eine offene und vorurteilslose Auseinandersetzung mit Ursachen, Ergebnissen und Schuld des N. stößt jedoch bis heute bei großen Teilen der dt. Bevölkerung auf vielfältige Widerstände.

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Details

Titel
National-Sozialismus
Note
2+
Jahr
1999
Seiten
2
Katalognummer
V95125
Dateigröße
329 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nationalsozialismus, nach dem 1. Weltkrieg in Deutschland aufgekommene, extrem nationalist., imperia
Arbeit zitieren
Anonym, 1999, National-Sozialismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/95125

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