Das Konzept der "Sozialen Stadt" anhand des Beispiels Forchheim-Nord


Hausarbeit, 2020

21 Seiten, Note: 1,7

Anonym


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Das Aktionsprogramm „Soziale Stadt“ – mehr als nur Städtebauförderung

3. Kurzcharakteristika „Stadtteile und Ortsteile mit besonderem Entwicklungsbedarf“: Beispiel Forchheim Nord

4. Vorgesehene Maßnahmen des Zielbereiches: Treff- und Freizeitmöglichkeiten/ öffentliches Leben

5. Umsetzung der Maßnahmen

6. Fazit

7. Reflexion zur eigenen Lernerfahrung

Literaturverzeichnis:

Anhang: Protokoll zur Begehung des Stadtteiles Forchheim-Nord

1. Einleitung

„Forchheim-Nord ist ein asozialer Stadtteil“, „da wohnen sowieso nur Assis“, „in Forchheim-Nord würde ich nicht gerne leben“, „die haben dort wirklich mit offenem Feuer gekocht“. Das sind nur einige Beispiele für negative Aussagen, die ich vor allem in meiner Jugend, aber auch noch jetzt, über diesen Stadtteil höre. Obwohl das Aktionsprogramm „Soziale Stadt“ in Forchheim-Nord tätig war/ist, mit einem 2004 veröffentlichten integrierten Handlungskonzept, ist ein negatives Image des Stadtteiles immer noch in den Köpfen der Bewohner von Forchheim (vgl. Ebe + Ebe, BASIS, Brenner Landschaftsarchitekten & intep, 2004). Das Programm „Soziale Stadt“ hat als Ziel den „Fahrstuhleffekt nach unten“ mit einem einheitlichen Erneuerungsansatz in bestimmten Quartieren zu bremsen oder aufzuhalten (ebd. S. 4). Offensichtlich hat sich in den letzten 16 Jahren, nach der Veröffentlichung des Handlungskonzeptes einiges getan: Wenn man durch Forchheim-Nord spaziert, wird der Eindruck von einem ordentlichen, gepflegten Stadtteil mit sanierten Mehrfamilienhäusern, vielen Bäumen und Grünflächen vermittelt (Schulze, 2020, Begehung). Schwer kann man sich vorstellen, dass dieser Stadtteil als „sozialer Brennpunkt“ oder „Stadtteil mit dem schlechtesten Ruf“ betitelt wurde (Schneider, 2012). Das integrierte Handlungskonzept setzt jedoch nicht nur auf städtebaulicher Erneuerung, sondern verfolgt darüberhinausgehende Handlungsfelder (Ebe + Ebe, BASIS, Brenner Landschaftsarchitekten & intep, 2004, S. 5). Deswegen setzt sich die vorliegende Arbeit kritisch mit der Frage auseinander, wie sich die vorgesehenen Maßnahmen zu dem Zielbereich „Treff- und Freizeitmöglichkeiten/ öffentliches Leben“ durch das Aktionsprogramm „Soziale Stadt“ in Forchheim- Nord entwickelt haben. Denn dieser Zielbereich setzt nicht nur auf baulich-investive Maßnahmen.

Zuerst wird auf das Aktionsprogramm „Soziale Stadt“ eingegangen, wie dieses entstanden ist und weswegen dies mehr als nur Städtebauförderung, mit seinen Zielen und Umsetzungen, ist. Danach wird anhand einer Kurzcharakteristika beschrieben, welche Stadtteile in dieses Programm aufgenommen werden und diese auf den Stadtteil Forchheim-Nord angewendet. Der nächste Gliederungspunkt beschäftigt sich nun mit den, im integrierten Handlungskonzept, vorgesehenen Maßnahmen zu dem ausgewählten Zielbereich „Treff- und Freizeitmöglichkeiten/öffentliches Leben“. Zuletzt wird anhand einer Stadtteilbegehung und Zeitungsartikel recherchiert ob und wie diese Maßnahmen bisher umgesetzt wurden.

2. Das Aktionsprogramm „Soziale Stadt“ – mehr als nur Städtebauförderung

Mit dem Städtebauförderprogramm „Soziale Stadt“ reagierte im Jahr 1999 die damalige Bundesregierung auf wirtschaftliche als auch gesellschaftliche Schwierigkeiten: steigende Arbeitslosigkeit und Armut fanden sich meist in benachteiligten Quartieren wieder, weswegen Stadtforscher damals vor einer drohenden Spaltung der Gesellschaft warnten, die sich polarisiert auf einen gewissen Raum zeige, und zu einer „Abwärtsspirale“ dieser betroffenen Quartiere führe (BMI, 2019, S. 7). Hervorgehend aus den Grundzügen, der 1990 entstandenen Förderprogrammen in Großbritannien und Frankreich, die mit der beschriebenen Problematik der sozialen Ausgrenzung, vor allem in Arbeitervierteln und Großwohnsiedlungen, konfrontiert waren, entwickelte sich die Programmphilosophie der Sozialen Stadt (ebd.). Doch das Förderprogramm überschreitet baulich-investive Maßnahmen, denn Bauen allein reicht nicht aus, um Menschen ein Zuhause zu geben, weswegen nicht nur in das Wohnumfeld, in die Infrastruktur und in die Qualität des Wohnens investiert wird (BMI, 2019, S. 3). Das Ziel des Programmes ist das Einbeziehen aller Akteure für einen fachübergreifenden Ansatz (ebd.). Deswegen ist nicht ausschließlich die Rede von dem Städtebauförderprogramm „Soziale Stadt“, sondern viel mehr von der Gemeinschaftsinitiative „Stadt- und Ortsteile mit besonderer Entwicklung – die Soziale Stadt“, die in die Grundstruktur der Städtebauförderung integriert ist (BMI, S. 28, 2000). Sie ist ein nationales Aktionsprogramm zur sozialen Stabilisierung von Problemgebieten in Städten und Gemeinden mit einem ganzheitlichen Erneuerungsansatz. Die Gemeinschaftsinitiative verbindet die Handlungsfelder Beschäftigung, Soziales, Kultur, Infrastruktur und Ökologie, gleichrangig mit Städtebau und Wohnen (OBB, 2002, S. 3). Zusammengefast ist die „Soziale Stadt“ also ein Programm zur Quartiersentwicklung mit baulichen und städtebaulichen, sozialen, ökonomischen, ökologischen und kulturellen Handlungsfeldern (BMI, 2000, S. 6f.). Bereits 1999 erfasste das Programm 162 Gesamtmaßnahmen und bis 2018 wurden 934 Gebiete in 533 Kommunen gefördert (BMI, n.d.).

3. Kurzcharakteristika „Stadtteile und Ortsteile mit besonderem Entwicklungsbedarf“: Beispiel Forchheim Nord

Wie bereits im vorherigen Punkt erläutert, nimmt die Gemeinschaftsinitiative „Soziale Stadt“, diejenigen Stadt- und Ortsteile in ihr Programm auf, „[…] die infolge sozialräumlicher Segregation davon bedroht sind, ins soziale Abseits abzurutschen“ (IS-ARGEBAU, 2005, S. 2). Meist sind es hochverdichtete, einwohnerstarke Gebiete in städtischen Räumen. Deutliche Mängel „[…] im Hinblick auf ihre Sozialstruktur, den baulichen Bestand, das Arbeitsplatzangebot, das Ausbildungsniveau, die Ausstattung mit sozialer und stadtteilkultureller Infrastruktur, die Nahversorgung sowie die Qualität der Wohnungen, des Wohnumfeldes und der Umwelt […]“, existieren in diesen Räumen (ebd.).

Im Wesentlichen werden zwei Gebietstypen unterschieden: Auf der einen Seite die innerstädtischen oder innenstadtnahen Quartiere mit veralteter Bausubstanz und deutlich minderwertiger Umweltqualität. Auf der anderen Seite große, Monostruktur aufweisende Wohnsiedlungen aus der Vor- und Nachkriegszeit von abgezogenen Streitkräften (BMI, 2000, S. 9).

In dieser Arbeit werde ich mich ausschließlich auf den ersten Gebietstypen konzentrieren, da Forchheim- Nord zu diesem zählt. Es handelt sich bei diesem Gebietstypen um ein Quartier, bei dem das Engagement von privaten Investoren seit langem nicht mehr vorhanden ist und Stadterneuerungsprozesse somit nicht gestartet haben. Die Ursachen sind schlechte, hochverdichtete Bausubstanzen, fehlende Grün- und Freiflächen, Imissionsbelastungen, Gewerbebrachen mit Altlasten. Ebenso die Beeinträchtigung durch Verkehrsstraßen und den dadurch entstehenden Lärm und der Mangel an Gemeinschaftseinrichtungen. Unsicherheiten in der Planung und eine allgemeine fehlende Zukunftsperspektive der Bürger, die ihre Situation eher als ausweglos beschreiben, sind vorhanden (BMI, 2000, S.8 & IS-ARGEBAU, 2005, S. 3). Ökonomisch jüngere und stärkere Familien verlassen das Gebiet allmählich, aufgrund von geringerer Attraktivität und der wegfallenden Anreize zur Entwicklung. Stattdessen folgen Haushalte mit stark eingeschränkter ökonomischer Leistungsfähigkeit und Integrationsvermögen. Dadurch stabilisiert sich die „Abwärtsspirale“: Denn zeitgleich entwickeln sich andere Stadtteile in diesen Punkten besser, wodurch sich die Verdrängung von Geringverdienern in sozial benachteiligten Gebiete nach und nach verfestigt (ebd.).

Der Stadtteil Forchheim-Nord erfüllt alle Punkte der Kurzcharakteristika, die auf einen „besonderen Entwicklungsbedarf“ hinweisen:

Forchheim-Nord ist nördlich der Forchheimer Altstadt, zwischen Bahngleisen und Autobahn gelegen. In dem Stadtteil befinden sich ausschließlich, bis auf ein Gewerbegebiet und den Schulen im Norden und Nordosten - worunter eine Grund- und Mittelschule, Realschule und Berufsschule, als auch ein Sonderpädagogisches Förderzentrum fallen - Wohnbauten aus den 50er und 70er Jahren (Ebe + Ebe, BASIS, Brenner Landschaftsarchitekten & intep, 2004, S. 7). Das Gebiet ist also von drei Seiten von stark befahrenen Verkehrswergen umgeben: Im Süden ist Forchheim-Nord von der viel befahrenen Adenauerallee und im Westen von der Autobahn sowie dem Main-Donau-Kanal abgegrenzt. Die östliche Grenze entsteht durch die in Nord-Süd-Richtung verlaufende Bahnstraße (ebd. S. 8). Somit ist Forchheim-Nord starken Imissionsbelastung ausgesetzt und beeinträchtigt durch die Verkehrsstraße und den Verkehrslärm. Ebenso ist der Stadtteil stark isoliert vom Rest der Stadt, weil zusätzlich nur wenige Verbindungen in die anderen Stadtviertel vorhanden sind (ebd. S. 8).

Die meisten Gebäude wurden seit ihrer Entstehungszeit in den 50er Jahren nicht saniert. Das hat zur Folge, dass große Bereiche der Erdgeschoßwohnungen in schlechtem bis sehr schlechten Zustand sind. Es fehlen, in einem Großteil der Häuser, zentrale Heizungen und Warmwasserversorgung. Balkone, Terrassen und Gärten fehlen ebenfalls, weswegen eine langfristige Vermietung nicht in Aussicht ist. Ein Brennpunkt, wegen seiner städtebaulichen, baulichen als auch sozialen Defizite, ist das Gebiet an der Herderstraße: In dem verwahrlosten Quartier, in dem die sozialen Probleme im Stadtteil besonders deutlich werden, ist die Bausubstanz nicht mehr sanierungsfähig und ein großer Teil der Bewohner sind mietunfähig. Die unzumutbaren Wohn- und Lebensverhältnisse wirken sich negativ auf das ganze Stadtviertel Forchheim-Nord aus, weswegen das Image stark darunter leidet (ebd. S. 7 & 10f.). Es wird durch diese Punkte deutlich, dass ein hoher Sanierungs- und Modernisierungsbedarf in diesem Stadtteil besteht.

Auf der einen Seite existieren in Forchheim-Nord zwar, wie bereits erwähnt, ein relativ hoher Anteil an Bildungseinrichtungen, doch auf der anderen Seite besteht ein Mangel an Arbeitsplätzen für Personen mit geringem Bildungsniveau, wie im Bereich des produzierenden Gewerbes und der einfachen Dienstleistungen. Ebenso besteht eine große Lücke in der Tagesbetreuung von Kindern im Alter von 0 bis 3 Jahren. Diesbezüglich werden Frauen, vor allem alleinerziehende Frauen, in ihren Berufschancen eingeschränkt. Adäquate Treff- und Freizeitmöglichkeiten sind zu wenig vorhanden. Frei- und Spielflächen sind in schlechtem Zustand und werden oftmals fremdbenutzt. Ein positiver Aspekt ist, dass hinsichtlich der Jugendhilfe und Jugendarbeit eine hohe Anzahl von engagierten Institutionen vorhanden sind. Doch hier bestehen Mängel in der konzeptionellen Vernetzung. Diese Institutionen werden von den Kirchengemeinden getragen, weshalb öffentliche Angebote, die von nicht kirchlich geprägten Bewohnern genutzt werden, insgesamt fehlen. Zusätzlich besteht ein großes Defizit einer zentralen Begegnungsstätte für alle Bürger und Kulturen für Freizeitaktivitäten und Veranstaltungen, die umso wichtiger ist, da es ein Mangel an gastronomischen Einrichtungen gibt (nur 3 Gaststätten!). Potenzielle Treff- und Naherholungsmöglichkeiten gehen im Stadtteil verloren durch die unzureichende Gestaltung mancher Frei- und Grünflächen (ebd. S. 20ff.) Insgesamt, gezeigt durch diese Auflistung, fehlen Gemeinschaftseinrichtungen als auch Grün- und Freiflächen.

Die Stabilisierung der „Abwärtsspirale“, die in der Kurzcharakteristika des Gebietstypen beschrieben wurde, stabilisiert sich durch die vielschichtigen ökonomischen und sozialen Problemlagen in Forchheim-Nord: Es existieren speziell Probleme hinsichtlich der geringen Beschäftigungsmöglichkeit vieler Bewohner. Die vorherrschende strukturelle Arbeitslosigkeit, mit einem enormen Anteil an Jugendarbeitslosigkeit, wirkt sich in einer hohen Bedürftigkeit aus: Der Anteil der Sozialhilfe- und Wohngeldempfänger ist verglichen mit der Gesamtstadt unverhältnismäßig hoch. (ebd. S. 7 + 18). Es lebt in dem Stadtteil ein hoher Anteil von Migranten, weswegen sich besondere Anforderungen und Probleme im sozialen Zusammenleben ergeben. Bei der ausländischen Wohnbevölkerung betrachtet man die Bevölkerungszusammensetzung nach Altersklasse, besteht ein erhöhter Anteil von Kindern und Jugendlichen. Dieser stellt besondere Anforderungen an die Ausgestaltung der Kinder- und Jugendhilfe in dem Stadtteil. Zudem herrschen Defizite bezüglich des Bildungsniveaus: Es besteht ein hoher Anteil an Personen ohne Bildungsabschluss, mit Qualifikations- als auch Sprachdefiziten, die nicht nur bei der ausländischen Wohnbevölkerung zu finden sind. Es zeigen sich zusätzlich Probleme in der individuellen Lebensführung und Alltagsbewältigung, wie zum Beispiel Alkoholismus, bei stark sozioökonomisch benachteiligten Bevölkerungsgruppen.

„Insgesamt ist der Stadtteil aufgrund der bestehenden Bevölkerungszusammensetzung gekennzeichnet durch stark voneinander abgegrenzte bis abgeschottete Milieus in Bezug auf Ethnizität, Nationalität, Bildung, Lebenswelt und Sozialräumlichkeit“ (ebd. S. 16).

4. Vorgesehene Maßnahmen des Zielbereiches: Treff- und Freizeitmöglichkeiten/ öffentliches Leben

Wie bereits in 3. erwähnt, fehlen in dem Stadtteil Forchheim-Nord Gaststätten, Cafés und Begegnungsmöglichkeiten im öffentlichen Raum. Ebenfalls benötigt es einen Stadtteiltreff für Freizeitgestaltung und kulturelle Veranstaltungen, der für alle Bevölkerungsschichten zugänglich ist und dabei zentral gelegen sein sollte. Es gibt zwar ein großes Potenzial an Frei- und Grünflächen, die sich als Treff- und Naherholungsmöglichkeit eignen würden, jedoch wird die Nutzung durch die unzureichende Gestaltung eingeschränkt. (ebd. S. 63f.).

Um die Situation in diesem Gebiet zu verbessern, sieht die „Soziale Stadt“ folgende Maßnahmen vor: Ein Stadtteiltreff soll errichtet werden und es sollen Strukturen geschaffen werden für die Ansiedlung kleiner Dienstleistungsanbieter wie Cafés und Eisdielen. Der Joseph-Otto-Platz soll umgestaltet werden (ebd. S. 63). Dieser soll sich zu einem Stadtteilzentrum entwickeln, da es im Stadtteil keine städtebauliche Mitte für die Bewohner gibt. Es soll ein Treff- und Identifikationspunkt entstehen, der für jede Altersgruppe ansprechend ist, um einerseits die Attraktivität des Stadtteiles zu steigern und andererseits den Zusammenhalt der Bewohner zu fördern. Bei Freiwerden einzelner Einheiten oder anstehenden Sanierungs- und Umbaumaßnahmen in den angrenzenden Bauten rund um den Joseph-Otto-Platz soll die Umwandlung, in gewerbliche Einheiten oder in Räumlichkeiten für soziale oder auch kulturelle Einrichtungen, erfolgen. Dabei wäre es von hoher Bedeutung kleine Ladeneinheiten in Wohnungsnähe, Dienstleistungen und eventuell ein Café oder eine Eisdiele, zu eröffnen. Einerseits würde dies zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten schaffen und gleichzeitig wird älteren Menschen, die nicht mehr mobil genug sind, um sich von der Wohnung weit zu entfernen, die Chance auf naheliegende Einkaufs- und Treffmöglichkeiten gegeben. Ebenfalls wird überlegt den Altentreff/ Stadtteiltreff an den Joseph-Otto-Platz zu versetzen (ebd. S. 37 & 43).

Eine weitere Maßnahme ist die Gestaltung der Frei- und Grünflächen im Stadtteil und die damit verbundene Schaffung von informellen Treff- und Naherholungsmöglichkeiten (ebd. S. 63). Die Frei- und Grünflächen im Stadtteil sind bereits vorhanden, aber leider in einem ungepflegten Zustand und nicht dem Zweck, als Treff- und Naherholungsmöglichkeit zu dienen, gestaltet. Es sollen öffentliche Spielflächen für Kinder aufgewertet werden und für Jugendliche neue Aufenthaltsräume und Sportmöglichkeiten geschaffen werden. Durch Bepflanzungs- und Begrünungsmaßnahmen aber auch durch Rodungsmaßnahmen soll der Stadtteil ansprechender gestaltet werden und somit das Image des Stadtteiles durch die optische Umgestaltung verbessert werden (ebd. S. 45). Zu den bereits vorhandenen Frei- und Grünflächen, gehört ebenfalls der Joseph-Otto-Platz. Dort sollen Grünflächen durch Rodungsmaßnahmen schwinden um eine großzügige, einheitliche und vielfältig nutzbare, gepflasterte Platzfläche zu schaffen. Damit würden Außensitzplätze eines Cafés Platz haben oder er wäre für Märkte nutzbar. Zusätzlich soll ein Brunnen an Wohlfühlqualität während des Aufenthaltes dienen. Zwei bereits vorhandene Gärten sollen bestehen bleiben, als Erholungs- und Sitzmöglichkeit. Da der Joseph-Otto-Platz von Hecken und Bäumen zugewachsen ist, hat man kaum Einsicht in die Platzfläche. Dies ist jedoch notwendig, wenn dieser sich als Treffpunkt entwickeln soll, denn auf einem Quartiersplatz „will man gesehen werden, nur dann kann er kommunikativ wirken“ (ebd. S. 46). Eine Ressource des Stadtteiles in Hinblick auf den beschriebenen Zielbereich ist der Schulhof der Adalbert-Stifter-Schule. Dieses Areal mitten in Forchheim-Nord ist gut erreichbar und soll deswegen außerhalb der Schulzeiten zugänglich gemacht werden. Nicht nur Einrichtungen, die sich nach außen richten, sollen integriert werden, sondern das Schulgrundstück soll als Frei- und Sportfläche als auch für Feste und Veranstaltung nutzbar gemacht werden (ebd. S. 47). Einen großen Spielplatz an der Kaiser-Heinrich-Straße gibt es auch schon, aber dieser bedarf eine Sanierung. Ebenfalls soll verhindert werden, dass dieser in den Abend- und Nachtstunden von Jugendlichen als Treffpunkt fremdgenutzt wird: Nachbarn fühlen sich durch den Lärm gestört und durch den Unrat ist der Spielplatz an der Kaiser-Heinrich-Straße nicht mehr für kleine Kinder nutzbar (ebd. S. 48).

Die letzten Maßnahmen konzentrieren sich auf weitere Begehungsmöglichkeiten für Jugendliche und die Förderung kultureller Veranstaltungen und Feste im Stadtteil (ebd. S. 63). Der Schulhof der Adalbert-Stifter-Schule soll umgestaltet werden um an Attraktivität für Jugendliche als Treffmöglichkeit zu gewinnen. Ebenfalls sollen eventuell Neuanlagen von Freiflächen hinter der Polizei mit Basketballplatz und Container geschaffen und im Allgemeinen die Spiel- und Freizeitflächen optimiert werden. Die Einrichtung eines Schüler-Cafés soll zur Verbesserung der Treff- und Freizeitmöglichkeiten dienen (ebd. S. 62). Hierbei soll auf die Bedürfnisse der Jugendliche eingegangen werden, um die Treffpunkte von den Kinderspielplätzen zu verlagern (ebd. S. 49). Zuletzt ist zu erwähnen, dass ein integriertes Gesamtkonzept „Kinder und Jugend in Forchheim-Nord“ erstellt werden soll mit laufenden Initiativgruppen für Kinder und Jugendliche und mit gemeinsamen Aktivitäten (ebd. S. 62).

[...]

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Das Konzept der "Sozialen Stadt" anhand des Beispiels Forchheim-Nord
Hochschule
Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg
Note
1,7
Jahr
2020
Seiten
21
Katalognummer
V951806
ISBN (eBook)
9783346297525
ISBN (Buch)
9783346297532
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Soziale Stadt, Stadt mit besonderem Entwicklungsbedarf, Städtebauförderung, Freizeit-und Treffmöglichkeiten von Jugendlichen, Stadtteilbegehung
Arbeit zitieren
Anonym, 2020, Das Konzept der "Sozialen Stadt" anhand des Beispiels Forchheim-Nord, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/951806

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