Die minoische Kultur: Die Rolle der Paläste im Hinblick auf die Wirtschaft


Seminararbeit, 2000

13 Seiten


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Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die zeitliche Einteilung der minoischen Kultur

2. Ein kurzer Abriß über die Geschichte der minoischen Hochkultur
2.1. Jungsteinzeit und Vorpalastzeit
2.2. Die Ältere Palastzeit
2.3. Die Jüngere Palastzeit
2.4. Die Nachpalastzeit

3. Der Palast von Knossos
3.1. Der Ältere Palast
3.2. DerJüngere Palast

4. Die wirtschaftliche Bedeutung des Palastes
4.1. Die wirtschaftlichen Verhältnisse
4.1.1. Wirtschaftliche Fakten
4.1.2. Schlußfolgerungen aus dem Wissen

Schluß

Literaturverzeichnis

Einleitung:

Ich habe mich in der nun folgenden Hausarbeit bemüht herauszufinden, welche gesicherten Fakten man über die Paläste und ihre Geschichte hat und welche Schlußfolgerungen daraus gezogen wurden. Ich habe die Fußnoten dazu benutzt, mir allzu gewagte Schlüße dorthin zu verbannen und zu kommentieren. Dabei ließ sich jedoch jeglicher Sarkasmus manchmal nicht unterdrücken.

Ferner zum Aufbau der Arbeit:

Die Arbeit geht keiner speziellen Frage nach, sondern versucht einen groben Überblick über die minoische Kultur zu liefern und diese als Basis der Diskussion über die Rolle der Paläste im Hinblick auf die Wirtschaft zu nehmen. Einige Aspekte wie Keramik, etc.habe ich völlig außen vorgelassen, wenn sie mir zu unbedeutend für die Paläste vorkamen. Zu guter letzt ist noch der Hinweis anzubringen, daß ich die Paläste meist als ein Ganzes betrachtet habe, ohne auf die Unterschiede näher einzugehen, da diese mir, abgesehen von der unterschiedlichen Größe, zu unwichtig vorkamen.

1 Die zeitliche Einteilung der minoischen Kultur

Da man für Kreta über keine schriftlichen Quellen verfügt, und deshalb nicht in Dynastien oder Reichen gliedern kann, benutzte man zur Keramik- und andere archäologische Funde zur Periodisierung1. Am bekanntesten ist die Einteilung des englischen Archäologen Sir Arthur Evans, unter dessen Leitung um 1900 der Palast von Knossos ausgegraben wurde. Dieser stützte sich bei seiner chronologischen Einteilung vor allem auf Keramikfunde aus Knossos. Diese Einteilung hat allerdings zwei Haken. Zum einen wurden in der Folgezeit noch etliche Funde gemacht, zum anderen gibt es bei kunstgeschichtlichen Unterteilungen immer fließende Übergänge, die in kein festes Schema passen2.Diese Vermutung wird einem nahegelegt, da nicht weniger als acht Archäologen für das gleiche Grundschema von A.Evans andere Zahlen vorlegen. Doch nun zum Schema selbst:

Evans unterteilt die minoische Kultur in drei Perioden: Frühminoisch ( F.Min.) , Mittelminoisch ( M.Min.) und Spätminoisch ( S.Min.)3.Diese drei Perioden unterteilt er in drei weitere Unterperioden I, II und III und weiter in a und b.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Eine meiner Meinung nach zweckmäßigere und auf den fundamentalen Ereignissen in der minoischen Geschichte basierende Chronologie wäre folgende4:

Jungsteinzeit ( Neolithikum ) ? - 2600 v. Chr. (bei Evans als neolithic stage bezeichnet)

Vorpalastzeit ( Praepalatiale Periode ) 2600 - 2000 v. Chr. (entspricht etwa F.Min.I-III und M.Min.I )

Ältere Palastzeit ( Protopalatiale Periode ) 2000 - 1700 v. Chr. (entspricht etwa M.Min.II )

Jüngere Palastzeit ( Neopalatiale Periode ) 1700 - 1400 v. Chr. (entspricht etwa M.Min.III und S.Min.I-III )

Nachpalastzeit (Postpalatiale Periode ) 1400 - 1100 v. Chr. (entspricht etwa S.Min.III )

2 Ein kurzer Abriß über die Geschichte der minoischen Hochkultur

2.1. Jungsteinzeit und Vorpalastzeit

Die Jungsteinzeit ist die bisher älteste sichere Datierung menschlichen Lebens auf Kreta. Es läßt sich jedoch noch nicht genau sagen, wann die ersten Menschen auf Kreta landeten. Die Archäologen gehen dabei aber meist vom 3. Jahrtausend v. Chr. aus5.Die Charakteristika neolitischer Kultur sind in Kreta wie anderswo auch das Einsetzen des Ackerbaus, die Errichtung fester Häuser, höher entwickelte Steinwerkzeuge und das Auftreten der Töpferei6. Auch ihre Rasse läßt sich nicht mit Sicherheit bestimmen, da bislang nur eine sehr geringe Anzahl von Schädeln gefunden wurde7. Möglicherweise waren sie aber mit den Luwiern verwandt, die in Kleinasien lebten8. Diese These wird durch eine Ähnlichkeit der Ortsnamensendungen auf Kreta mit einem Suffix der luwischen Sprache,das Besitz anzeigt, begründet9.

Die ersten Kupferfunde werden auf etwa 3000 v. Chr., die erste Kupferverarbeitung auf 2800 v. Chr. und die erste Bronzefunde auf 2500 v. Chr. datiert. Diese relativ späte Entdeckung des Kupfers und der Bronze wird darauf zurückgeführt, daß es nur geringe Kupfervorkommen und gänzlich keine Zinnvorkommen auf Kreta gab. Diesbezüglich muß man von erstem Tauschhandel, Überschußproduktion, Arbeitsteilung und Schiffahrt ausgehen10. Über diesen Seehandel lernten die Kreter wohl in der zweiten Hälfte des 3. Jahrtausends die Goldschmiedekunst und die Herstellung von Steingefässen durch die Ägypter kennen11. Ebenso wurden die aus Syrien stammenden Siegel, die zur Besitzkennzeichnung oder als Amulette dienten, auf Kreta heimisch12. Dies zeigt, daß es sowohl Beziehungen zu vorderasiatischen Kulturen, als auch erste Konzentrationen von Besitz gegeben haben muß, da sonst die Besitzkennzeichnung sinnlos gewesen wäre. Auf solchen Siegeln findet man gegen Ende des 3.Jahrtausends auch erste hieroglyphische Zeichen13.

2.2. Die ältere Palastzeit

Bereits in der Vorpalastzeit gab es einzelne größere Repräsentationsbauten. Große Gebäude, die man als Paläste bezeichnen könnte, entstanden jedoch erst um circa 2000 v. Chr. in Knossos, Phaistos und Mallia Um diese Paläste herum wurden auch große Siedlungen nachgewiesen. Man vermutet, daß sich Dynastien gebildet haben, deren Könige zugleich Großgrundbesitzer waren, da sich die drei Paläste alle in den fruchtbaren Ebenen Kretas befinden14. Anfangs legte man anscheinend noch Wert auf Befestigungsanlagen, verzichtete jedoch im Laufe der Zeit darauf. Das Fehlen solcher Anlagen und Funde von Idolen auf den Kykladen, die denen auf Kreta sehr ähneln, lassen darauf schließen, daß die Kreter über eine starke Flotte verfügten, die ihnen sowohl eine enge Verbindung zu den Kykladen ermöglichte, als auch Verteidigungsanlagen gegen äußere Feinde überflüssig machte15. Gleichzeitig war es aber auch notwendig, über eine große innere Stabilität zu verfügen, d.h. die Herrscher (falls es überhaupt mehrere gab) müssen sich friedlich gegenübergestanden und sich sicher gewesen sein, daß es wohl keine inneren Aufstände geben würde. Dabei wird vermutet, daß es zu dieser Zeit in der kretischen Gesellschaft Sklaverei gab16. Des weiteren wird angenommen, daß es damals ein weiterentwickeltes Beamtenwesen gab, ebenfalls fällt das Aufkommen der Linear A Schrift, die wohl eine Weiterentwicklung der Hieroglyphenschrift war17, in diese Zeit. Um 1700 v. Chr. suchte eine Katastrophe, wahrscheinlich ein Erdbeben, einige Paläste Kretas heim und zerstörte sie18.

2.3. Die Jüngere Palastzeit

Kreta erholte sich sehr schnell von den Zerstörungen und man baute die Paläste von neuem auf. Diese Paläste sind auch diejenigen, die noch heute dort zu sehen sind. Dabei kam es zu keinem Abbruch der kulturellen Entwicklung19. Um 1450 v. Chr. kam es zu einer weiteren großen Katastrophe, die alle Zentren der minoischen Kultur heimsuchte. Die Paläste wurden nicht wieder aufgebaut und wahrscheinlich übernahmen die Mykenen die Macht über die Insel20. Fest steht,daß die Linear B Schrift eingeführt wurde, die zwar der Linear A Schrift ähnelte, aber anders als diese auf dem mykenischen Dialekt beruhte.

2.4. Die Nachpalastzeit

" Die Zerstörung des Palastes von Knossos unterbrach die kulturelle Entwicklung nicht.

Allerdings nahm die kulturelle Ausstrahlung der Insel nach 1400 v. Chr. ab. Das Zentrum der kreto-mykenischen Kultur befand sich nicht mehr auf der Insel selbst, sondern auf dem griechischen Festland, hauptsächlich auf der Peloponnes 21." Die Besiedlung dieser Zeit war eher dürftig, jedoch stärker als zu minoischer Zeit, vor allem im Westen der Insel, was an der kürzeren Distanz zur Peloponnes liegen könnte. Allerdings wurde weder dort noch anderswo die Residenz eines königlichen Verwalters (falls es einen solchen gab ) gefunden.22.

3 Der Palast von Knossos

3.1. Der Ältere Palast

Von der älteren Anlage ist nicht viel gefunden worden. Im wesentlichen beschränkt es sich auf Magazine und Kellerräume23. Dies ist dadurch zu erklären, daß nach der Zerstörung des Palastes die Ruine aufgeschüttet, planiert und einfach mit einem Fußboden bedeckt wurde. Deswegen scheint es nicht mehr möglich zu sein, einen Grundriß des Palastes zu erstellen, der außerdem von einer Stadt umgeben war, von der bisher nur wenig ausgegraben wurde.

3.2. Der Jüngere Palast

Der Palast war um einen großen rechteckigen Hof angeordnet, der mit Säulengängen geschmückt war. Er war wohl mehrstöckig, wobei man nicht weiß wie die oberen Stockwerke ausgesehen haben könnten, da diese bei der zweiten Zerstörung in die Tiefe gefallen sind. Wahrscheinlich ist aber, daß sich dort die großen Repräsentationsräume befanden, auf die der prachtvolle Treppenaufgang hindeuten könnte. Auffällig sind im Keller die unzähligen von Magazine, die einen beträchtlichen Teil der Westseite des Palastes einnehmen. Im Untergeschoß befindet sich ebenfalls eine große Anzahl Werkstätten jeder Art. Am Grundriß betrachtet, erscheint der Palast sehr chaotisch, da bis auf die Magazine keine Logik dahinter zu stecken scheint. Dennoch muß er sehr reizvoll gewesen sein, da man durch die schmalen Korridore kommend, immer wieder durch die großen prachtvollen Räume überrascht worden sein muß. Dieses "Chaos " ist vielleicht mit darauf zurückzuführen, daß es sich wahrscheinlich nicht um einen abgeschlossenen Bau gehandelt hat, sondern um einen der nach Bedarf erweitert wurde24. Knossos wurde um 1400 v. zerstört und nicht wieder aufgebaut.

4 Die wirtschaftliche Bedeutung des Palastes von Knossos

4.1. Die wirtschaftlichen Verhältnisse

Zuerst finde ich es notwendig einmal darzulegen, welche gesicherten Fakten es gibt, ehe man sich in Spekulationen stürzt.

4.1.1. Wirtschaftliche Fakten

Kreta war damals eine bewaldete, wasserreiche, fruchtbare Insel25, auf der vor allem Getreide, Wein und Oliven angebaut wurden. Von Bedeutung war auch die Rinder- und Schafzucht26. Es wurde eine beträchliche Zahl von Murexschnecken gefunden, welche zur Purpurherstellung benutzt wurden. Auf Kreta gab es kaum Kupfer- und gänzlich keine Zinnvorkommen, die zur Herstellung von Bronze notwendig waren. In den Palästen wurden große Magazine mit Pithoi gefunden, die zu groß waren, um ausschließlich zur Versorgung des Palastes gedient zu haben. Auch wurden verschiedene Werkstätten im Palast und in der dazugehörigen Stadt gefunden. Bedeutend waren davon die Keramikerzeugnisse, die Steinamphoren, die Metallverarbeitung und verschiedene Kunsterzeugnisse27. Die Kreter waren beim Schiffsbau führend28 und sie waren die ersten, die mit Purpur färbten29. Ebenfalls von Bedeutung für das Wissen über die Wirtschaft Kretas ist die Entdeckung von Tontafeln, auf denen in Linear A und B Schrift Lagerbestände geführt wurden, Siegelringe und -abdrücke auf Tontafeln, die Unterschriften ersetzten30, Funde kretischer Waren in Ägyten und anderen Ländern, wie auch Funde aus diesen Ländern auf Kreta31 und die Tatsache, daß sie kein Geld kannten32.

4.1.2. Schlußfolgerungen aus diesem Wissen

Um die Mitte des 3. Jahrtausends wurde auf Kreta die Bronze eingeführt und leitete damit eine neue Epoche ein. Da Kreta kaum Kupfer und gar kein Zinn besaß, waren zu dessen Verarbeitung Importe notwendig.

Welche Voraussetzungen mußten gegeben sein, um an diese Rohstoffe zu gelangen?

1.) Es muß eine weiter entwickelte Kultur gegeben haben, damit es überhaupt eine Nachfrage an diesem Produkt geben konnte.
2.) Durch die Insellage bedingt bedürfte es seetüchtiger Schiffe, um einen Warenaustausch überhaupt zu ermöglichen. Dies war durch eine weit entwickelte Schiffstechnik auf den Kykladen und später auch auf Kreta gewährleistet.
3.) Man brauchte eine Überschußproduktion in der Landwirtschaft, um für den Lebensunterhalt der Handwerker zu sorgen.
4.) Es waren Exportprodukte notwendig, die einen Absatzmarkt besaßen. Diese waren vermutlich: Öl, Getreide, Wein, Holz, Keramik, Purpurtextilien und Metallgefässe. Dies liegt nahe, weil es die Güter waren, welche entweder in den Magazinen oder aber im Ausland gefunden wurden.
5.) Da es noch kein Geld als Tauschmittel gab, benötigte man Orte, an denen man die Tauschaktionen durchführen konnte. Diese Rolle nahmen höchstwahrscheinlich die Paläste ein.

Ebenfalls durch das Fehlen von Geld und durch die Spezialisierung von Bevölkerungsteilen ergab sich folgende Problematik: Man brauchte einen Ort, an dem man Erzeugnisse in Nahrungsmittel und andere Produkte umwandeln konnte, ohne einen echten Tausch von einer Person zur anderen machen zu müssen. Beispielsweise wird ein Goldschmied eine Goldkette, die einen beachtlichen Wert gehabt haben muß, nur schwer in die verschiedenen lebensnotwendigen Dinge eingetauscht haben können. Dazu benutzte man dann wohl eine Art Konto, worauf die vielen Siegel, die Besitz anzeigten, und die Tontafeln, auf denen Lagerbestände aufgeführt sind, hindeuten. Die Alternative wäre, daß alle "Spezialisten" Angestellte des Königs oder anderer reicher Personen waren, die ein solches Lager besaßen und diese Leute mit Naturalien entgelteten. Händler werden diese Aufgabe zumindest für gehobene Güter nur schwer erfüllt haben können. Da man Werkstätten sowohl innerhalb, als auch außerhalb der Paläste gefunden hat, halte ich es für wahrscheinlich, daß es beide Formen gab.

Welche Rolle hatten also die Paläste?

Die Paläste waren in jedem Fall wirschaftliche Zentren über die ( ähnlich wie im Vorderen Orient und Ägyten ) zumindest ein Teil, wenn nicht sogar ausschließlich die Import-/ Exportgeschäfte getätigt wurden33. Wahrscheinlich konnte man auch seine Waren dort hinbringen, um sie dort zu lagern oder sie gegen andere einzutauschen34. Inwieweit jedoch die Paläste ein Monopol auf den Handel hatten oder nicht, läßt sich heute schwer nachvollziehen, da ja keine anderen Quellen als Bestandsaufnahmen gefunden wurden, bzw. man die Linear A Schrift noch nicht entziffert hat. Diese Tatsache legt naturlich die Vermutung nahe, daß die Notwendigkeit bei einem solchen wirtschaftlichen System, die Lagerbestände aufnehmen zu können, die Schrift stark gefördert hat, wenn nicht sogar der Auslöser zu ihrer Erfindung war35. Außerdem waren die Paläste selbst natürlich Arbeitgeber für verschiedene Handwerker und Künstler.

Nun bleibt noch die Frage, welche Rolle die Paläste beim Export-/Importgeschäft gespielt haben. Darüber weiß man meines Erachtens nicht sehr viel, man kennt nur die Rolle der Paläste und Tempel im Vorderen Orient und in Ägypten. Von denen ist bekannt, daß es durch Austausch von "Geschenken" zwischen den jeweiligen Königen, zu einer Art Handel kam.

Ferner weiß man, daß kretische Waren nach Ägypten gelangt sind und ausländische nach Kreta und es gibt einen ägyptischen Beleg dafür, daß der König von Kreta mit dem ägyptischen Pharaon Geschenke ausgetauscht hat36. Alles zusammen macht es wahrscheinlich, daß die Verhältnisse ähnlich waren wie die der anderen Kulturen, aber dennoch halte ich diese Schlußfolgerungen nicht für zwingend, da dieses Schema meiner Meinung nach zu sehr Schema ist und die meisten Dinge doch komplexer sind, wie z.B. die wirtschaftlichen Beziehungen.

Schluß:

Ich möchte das Schlußwort nicht wie eigentlich üblich zur Rekapitulation meiner Arbeit nutzen, sondern um das zu schreiben, was ich bei der Erarbeitung dieses Themas glaube, gelernt zu haben.

Da man so wenig über die politischen Strukturen Kretas weiß, glaube ich, hat man dieses wenige gesicherte Wissen mit vielen Hypothesen ausgefüllt und diese durch Übereinstimmung der Meinung, nach dem Mehrheitsprinzip als Beweise übernommen. Diese neuen "Beweise" wurden im Laufe der Zeit nicht wieder in Frage gestellt mit der Folge, daß man sich kaum noch die Mühe gemacht hat, diese "Beweise" zu belegen oder gar zu überprüfen. Darauf deuten die vielen Formulierungen, wie: Man weiß; es wurde bewiesen, es gilt als sicher; etc. hin.

Außerdem habe ich den Eindruck gewonnen, daß Evans in Bezug auf die Erforschung der minoischen Kultur eine heilige Kuh ist, die nicht kritisch hinterfragt wird. Leider war es mir nicht möglich nur ärcheologische Quellen, ohne Bewertungen auszuarbeiten, um mir ein nicht von Meinungen vorgeprägtes Bild zu machen. Das liegt natürlich daran, daß es den Rahmen einer Hausarbeit bei weitem gesprengt hätte und mein Wissen, um so etwas zu machen, viel zu gering ist. Deshalb würde ich mir einfach wünschen, daß manche Historiker vorsichtiger mit ihren Spekulationen wären, bzw. sie wenigstens als solche kennzeichnen würden.

Literaturverzeichnis:

1. Lexikas:

Bürchner, Art. "Knossos", in: RE XI,1 (1921), Sp. 921-929.

Kirsten, E., Art. "Phaistos", in: RE XIX,2 (1938), Sp. 1596-1608.

Laufer, Siegfried, Art. "Knossos", in: Griechenland Lexikon der historischen Städten, München 1989, S.333 ff..

Laufer, Siegfried, Art. "Phaistos", in: Griechenland Lexikon der historischen Städten, München 1989, S.531 f.

Schachermeyr, Fritz, "Ursprung und Hintergrund der griechischen Geschichte" (zit.: Propyläen), in: Propyläen Weltgeschichte Band 3, ND Frankfurt am Main u.a. o.J.

2. Monographien:

Cichy, Bodo, Baukunst der alten Hochkulturen, Essen 1965.

Cresti, Carlo, Il Palazo di Cnosso; (Florenz) (1965).

Geiss, Heinz, Reise in das alte Knossos, o.O. 1982.

Graham, J. Walter, The Palaces of Crete, Princeton 3 1987.

Mellersh, H.E.L., The destruction of Knossos, London 1970.

Pendlebury, J.D.S., A Handbook to the Palace of Minos at Knossos, Chicago 1979.

Schachermeyer, Fritz, Die minoische Kultur des alten Kreta (zit.: minoische Kultur), Stuttgart u.a.2 1979.

Stylianos, Alexiou, Minoische Kultur, Göttingen u.a. 1976.

[...]


1 Schachermeyr, minoische Kultur, S.38 f..

2 Ebd., S.43 ff..

3 Auf englisch in Early Minoan, Middle Minoan und Late Minoan unterteilt. Abgekürzt: E.M., M.M. und L.M..

4 Alexiou, S.9 f..

5 Evans ging dabei wohl noch vom 8. Jahrtausend v. Chr. aus, diese Datierung scheint jedoch, jeder Grundlage zu entbehren.

6 Alexiou, S.13.

7 Ebd., S.15f..

8 Graham, S.6.

9 Eine genauere Erläuterung dieser These ist bei Alexiou, S.16 nachzulesen, wobei er sich selbst allerdings, ohne Begründung von dieser These distanziert. Im allgemeinen habe ich den Eindruck gewonnen, daß man einfach so wenig über diese Zeit weiß, daß der einzige Grund, warum man sie nicht als den lebenden Beweis für die Existenz von Marsmenschen mißbraucht hat, der wohl sein dürfte, daß andere Völker dieser Zeit in ihrer kulturellen Entwicklung fortgeschrittener waren.

10 Geiss, S. 15f..

11 Alexiou, S.23ff..

12 Geiss, S.23f..

13 Alexiou, S.24.

14 Ebd., S.24f..

15 Schachermeyr, Propyläen, S.39ff..

16 Bei Alexiou, S.25f. wird die Existenz einer größeren Anzahl Sklaven mit den Planierarbeiten für den Bau der Paläste begründet, die Sklavenhaltung erforderten. Dort ist auf S.25 folgendes zu lesen: Diese Planierungen " von Knossos beweisen, daßdie minoische Gesellschaft bereits zu einer strengen Arbeitsteilung gekommen war undüber eine große Arbeiterschaft verfügte. Das System der Sklaverei, das bereits im Orient betrieben wurde, herrschte zweifellos auch im minoischen Kreta. " Dagegen ist bei Geiss, auf S. 24 zu lesen, daß es wahrscheinlich keine Sklaverei gab, jedoch ohne diese These weiter zu begründen, Er schreibt dabei nur "alle Anzeichen deuten darauf hin". Ich selbst kann es weder beweisen noch wiederlegen, halte es aber für eher unwahrscheinlich, daß ihre Zahl sehr groß war, denn sonst hätten die Oberschichten eines Tages vielleicht Aufstände befürchten müssen und hätten präventiv auch Burgen oder ähnliches bauen lassen.

17 Alexiou, S.26.

18 Es gibt dafür nach Schachermeyr, minoische Kultur, S.84f. zwei Theorien. Die eine besagt, daß es Plünderer gewesen sein könnten, welche die Insel überfielen, die andere, daß es sich um eine Erdbebenkatastrophe gehandelt hat. Der Erdebebentheorie schließen sich alle von mir behandelten Autoren an. Auch ich halte es für wahrscheinlicher, da auch beim Wiederaufbau der Paläste auf Verteidigungsanlagen verzichtet wurde.

19 Dies zeigt zumindest, daß falls es sich um Eroberer gehandelt hat, die für die Zerstörung der Paläste verantwortlich waren, sie nicht im Land blieben.

20 Dazu sind bei Alexiou, S.57 die verschiedenen Theorien nachzulesen:

a Die Theorie von S. Marinatos: gewaltiger Vulkanausbruch auf Thera · Flutwelle · Zerstörung der Nordküste und der minoischen Flotte, was die Mykenen ausnutzten, um die Insel zu erobern.
b Hood vertritt die These, daß die Achäer eingefallen wären und es keine Naturkathastrophe gegeben hätte.
c Eine niemanden zugerechnete Theorie besagt, die Achäer wären durch Heirat an die Macht gekommen.
d Bei Schachermeyr, Propyläen, S41 wird die Eroberung durch die Achäer auf etwa 1600 v. Chr. gelegt, welche von einem Erdbeben und einer Flutwelle ermöglicht wurde Ich halte die Theorie von S. Marinatos für die plausibelste, aber beweisen oder widerlegen läßt sie sich genausowenig wie die anderen.

21 Zitat aus Alexiou, S.68.

22 Alexiou, S.71.

23 Schachermeyr, Propyläen, S.39 f.. Dagegen ist bei Alexiou, S.26, der sich auf Evans bezieht, nachzulesen, daß große Teile des Älteren Palastes in dem Jüngeren aufgegangen seien. Die anderen Autoren beschränken sich auf die Planierung des Palastes.

24 Schachermeyr, Propyläen, S.42f..

25 Geiss, S. 87.

26 Schachermeyr, minoische Kultur, S. 225.

27 ebd. S. 224.

28 ebd. S. 174.

29 ebd. S. 225.

30 ebd. S. 225.

31 Alexiou, S. 156 f..

32 Geiss, S. 87.

33 Alexiou, S.154 f..

34 Dies ist die einhellige Meinung aller von mir behandelten Historiker. Was dabei aber keiner bedenkt oder zumindest erwähnt ist folgendes: Durch das Fehlen eines direkten Abnehmers müßte ein Beamter die Rolle eines Feilschers übernommen haben, oder aber es gab eine Art Tauschkurs für verschiedene Erzeugnisse, was höchstwahrscheinlich, der Vereinfachung wegen, eine Art ungeprägte Währung nachsichgezogen hätte. Also eine Art imaginäre Umrechnungswährung.

35 Schachermeyr, minoische Kultur, S. 223.

36 Alexiou, S. 154 ff..

13 von 13 Seiten

Details

Titel
Die minoische Kultur: Die Rolle der Paläste im Hinblick auf die Wirtschaft
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Autor
Jahr
2000
Seiten
13
Katalognummer
V95242
Dateigröße
430 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kultur, Rolle, Paläste, Hinblick, Wirtschaft
Arbeit zitieren
Manuel Montero Pineda (Autor), 2000, Die minoische Kultur: Die Rolle der Paläste im Hinblick auf die Wirtschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/95242

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