Die Beteiligung der europäischen Mächte am Spanischen Bürgerkrieg 1936-1939 - Motive und Vorgehen


Seminararbeit, 2000

20 Seiten, Note: 1,3


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Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Die deutsch - italienische Intervention im Spanischen Bürgerkrieg

3. Die Intervention der Sowjetunion
3.1 Die Internationalen Brigaden

4. Die Politik Frankreichs und Großbritanniens

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Vorwort

Der Spanische Bürgerkrieg von 1936 bis 1939 ist, ganz abgesehen von seinen Folgen für die iberische Halbinsel, von hoher Bedeutung für die Entwicklung des gesamteuropäischen Kontextes seit Ende der 30er Jahre

Ähnlich wie im einige Jahre zuvor ausgetragenen Abessinien-Konflikt Mussolinis zeigen sich in diesem Krieg deutlich die verschiedenen Macht- und Politikinteres- sen nicht nur innerhalb der spanischen, sondern vielmehr auch innerhalb der auf den ersten Blick unbeteiligten, anderen europäischen Mächte. Fast an keinem Konflikt der Neuzeit lassen sich Machtkalkül, Vertragsbindungen und deren ra- sche Brüche oder aber das Scheitern der ersten „Weltgemeinschaft“, des Völker- bundes so klar und deutlich verfolgen. So macht es die Beobachtung und genaue Analyse der Beteiligung und vor allem deren Gründe für die intervenierenden europäischen Mächte möglich, ein recht genaues Bild der politischen Gesamtsitu- ation in Europa am Vorabend des Zweiten Weltkrieges zu zeichnen.

Mir soll es in meiner Arbeit um die Motivationen und um das Vorgehen der im Spanischen Bürgerkrieg intervenierenden Mächte Europas gehen. Hierbei wird gerade die Beteiligung Deutschlands und Italiens als gleichsam „partnerschaft- lich“ agierende Hilfskräfte für die Revolution Francos auf der einen sowie die kommunistische Unterstützung der amtierenden Volksfrontregierung Spaniens durch die Sowjetunion und Großbritanniens bzw. Frankreichs als Vertreter des Völkerbundes im Mittelpunkt stehen, da sich an dieser Konfliktlinie die damals vorhandenen Zwänge, Notwendigkeiten und Verhaltensregeln besonders in Hin- blick auf den bevorstehenden Angriff Deutschlands auf Polen und der Angst der Mächte vor einer weitreichenden Destabilisierung der politischen Situation be- sonders gut ablesen lassen. Bei der Betrachtung der Intervention Deutschlands und Italiens wird mein Schwerpunkt bei der Betrachtung der deutschen Beteili- gung liegen, da diese sich in ihrem Vorgehen weitestgehend mit der italienischen deckt und darüber hinaus einen höheren Stellenwert in ihrer Bedeutung für den Ausgang des Bürgerkrieges einnimmt.

Beachtenswert wird darüber hinaus die Frage sein, ob die Ziele, die die europäi- schen Mächte mit ihrem Handeln in Spanien anvisierten, von ihnen erreicht wur- den bzw. welche Folgen gerade die Intervention Deutschlands und Italiens im Bürgerkrieg für diese Länder hatte.

2. Die deutsch - italienische Intervention im Spanischen Bürgerkrieg

Die Gründe für eine deutsche bzw. eine italienische Intervention im Spanischen Bürgerkrieg von 1936 - 1939 sind vielfältig.

Als ein Hauptfaktor bei der Motivation zur Unterstützung kann jedoch gelten, daß sowohl Deutschland als auch Italien, beides faschistische Regime, den „faschisti- schen Bruder“ General Franco im Kampf gegen die kommunistische Volksfront- regierung Spaniens unterstützen wollten, um der Idee des Faschismus weiteren Vorschub zu leisten. Die offizielle deutsche Begründung für die Intervention lau- tete nach dem Krieg dementsprechend dann auch, „man habe verhindern wollen, daß Spanien bolschewistisch würde.“1

Weitere Vorzüge einer Unterstützung waren für Deutschland eine gute Gelegen- heit zur Erprobung von Soldaten und Material für den ja schon geplanten Angriff auf Polen sowie die nicht zu marginalisierenden wirtschaftlichen Faktoren auf der spanischen Halbinsel; dazu kam, daß Hitler sich von einer Unterstützung Francos dessen Sieg und damit einen weiteren Verbündeten im bevorstehenden Weltkrieg erhoffte.

Die italienischen Gründe für eine Intervention unterscheiden sich nur marginal von den deutschen. Merkes führt als einen Hauptgrund vor allem „Mussolinis diktatorialen Willen zu imperialistischer Herrschaft im Mittelmeer“2 an; Mussoli- ni habe Spanien somit auf eine italienisch geprägte Mittelmeerpolitik einschwen- ken lassen wollen. Als weiteren Grund nennt Merkes die Rolle Italiens als „Züng- lein an der Waage“3 zwischen dem nationalsozialistischen Deutschland und den Westmächten. Zu all diesen genannten Gründen kommt für Italien noch in Be- tracht, daß sich die italienischen Beziehungen zu den Westmächten seit dem A- bessinien-Konflikt sehr verschlechtert hatten und somit keine Zusammenarbeit erwünscht war. Als Zeichen der engen deutsch-italienischen Zusammenarbeit muß demzufolge auch die Proklamation der Achse Rom-Berlin am 1.November 1936 angesehen werden, die als Gegenpol zur Achse Paris - London eine Führungsrolle in der europäischen Geschichte zu spielen beabsichtigte. Die nationalen Truppen Francos wurden durch Deutschland und Italien mit Waffen- und Materiallieferungen unterstützt; die italienische Hilfe begann im August 1936, die deutsche etwas später, seit dem 27.Juli 1936.

Franco selbst war es, der eine Bitte um Unterstützung seiner Sache an Hitler sandte. Hitler sagte zu dieser Problematik am 6.Juni 1939 bei der Begrüßung der Legion Condor in Berlin: „Im Juli 1936 habe ich mich kurz entschlossen, die Bitte um Hilfe, die dieser Mann [Franco] an mich richtete, zu erfüllen.“4

Für Hitler, der sich von der Zusammenarbeit mit Italien eine Verbesserung der deutsch - italienischen Beziehungen und damit eine Minimierung des Risikos der Intervention versprach, war es besonders wichtig, Seite an Seite mit Italien vorzu- gehen. Somit wurde die Hilfe an Franco im Folgenden dann auch gemeinsam mit dem Duce koordiniert.

Die deutschen Flieger hatten in Spanien, ähnlich wie die italienischen, alle Freiheiten bei ihren Einsätzen, obwohl seit Initiierung des Nichteinmischungspaktes durch die Briten und Franzosen am 21.8.1936 ein Waffenembargo bestand. Deutschland war demzufolge auch, noch mehr als Italien, darauf bemüht, seine Unterstützung Francos nicht publik werden zu lassen.

Die erste „große“ Hilfe für Franco bestand in der deutschen „Legion Condor“, ein Luftwaffenkorps, das Hitler seit Anfang November 1936 nach Spanien entsandt hatte. Es sollte ‚nur so lange in Spanien bleiben, wie es unbedingt nötig und von entscheidender Wirkung war‘5 So wurde der Krieg von Hitler zu diesem frühen Zeitpunkt sicherlich in seiner Schwere unterschätzt - Hitler glaubte an einen schnellen Sieg der Truppen Francos. Die Zahlenangaben über die Legion Condor sind bis heute schwammig - so ist in der Literatur von 10 bis 50 000 Soldaten zu lesen.6 Merkes bemerkt jedoch angesichts der divergierenden Zahlenangaben über die personelle deutsche Hilfe in Spanien: „Der personelle Umfang der deutschen Militärhilfe an Franco ist oft überschätzt worden [...].“7 Als wichtiger Punkt bei der Betrachtung der deutschen Intervention muß die Tatsache gelten, daß Hitler nicht an ein Eingreifen der Westmächte in den Spanienkonflikt glaubte, da er de- ren Angst vor einer Ausweitung des Krieges kannte, und somit die fortwährende Unterstützung der Truppen Francos lancierte. Gleichzeitig verzögerten Deutsch- land und Italien ihre Teilnahme am seit dem 5.September 1936 bestehenden Nichteinmischungspakt immer weiter, um möglichst lange „legal“ ihre Waffen- und Soldatenlieferungen nach Spanien durchführen zu können, traten dann aber aus Angst vor internationaler Isolierung bei. Am 18.11.36 erklärten Deutschland und Italien zeitgleich ihre offizielle Anerkennung der spanischen Nationalregie- rung Francos nach deren Sieg über die Regierungstruppen in Madrid; damit traten beide faschistische Staaten aus der etwas nebulösen Hinhaltepolitik heraus und bekannten sich mehr oder weniger offen zu den revolutionären Truppen General Francos.

In der Folge installierten sich zahlreiche politische und wirtschaftliche Abkom- men zwischen Deutschland und Franco; so zum Beispiel eine Vereinbarung über deutsche Waffenlieferungen an Franco im Falle einer deutschen Beteiligung an den spanischen Erzbergwerken. An dieser Tatsache läßt sich die rein wirtschaftli- che Bedeutung der Intervention für das Hitler-Regime erkennen. Neben den wirt- schaftlichen Abkommen waren natürlich die politischen von hoher Bedeutung für beide Mächte, Italien sowie Deutschland. So erklärte sich Mussolini am 28.11.1936 bereit, 1 Division und U-Boote für Franco bereitzustellen unter der Prämisse, daß die künftige spanische Politik im Mittelmeer mit der italienischen im Einklang sei, womit er vor allem Neutralität im Kriegsfall und eine Vorzugs- behandlung bei Bündnissen meinte. Bezeichnend für Mussolinis Schaukelpolitik ist die Tatsache, dass der Duce am 2.1.1937 ein „gentlement’s agreement“ mit England über die Erhaltung des Status quo im Mittelmeerraum schloß - dies macht deutlich, dass Mussolini sich trotz aller Annäherung an Deutschland nicht unbedingt und vollkommen an dieses binden, sondern sich viel eher auch andere Bündnischancen aufrechterhalten wollte. Nur wenig später, am 20.3.1937, wurde ein geheimes deutsch-spanisches Protokoll vereinbart, das sich auf eine gemein- same Abwehr des Kommunismus, eine Verstärkung der wirtschaftlichen Bezie- hungen sowie eine weitreichende, gegenseitige Hilfe im Kriegsfall beinhaltete. An diesen Bündnissen und Protokollen kann man erkennen, daß die deutsch - italie- nische Hilfe an Spanien nicht etwa altruistischer Natur waren, sondern sich im Gegenteil auch ganz konkret auf eine Positionsverbesserung im drohenden Krieg, und dies auch durchaus ohne den „Bündnispartner Deutschland bzw. Italien“, be- zogen. Deutlich wird diese Tatsache auch an einer Rede Hitlers in der Reichs- kanzlei in Berlin am 5.November 1937, wo er sagte, ein hundertprozentiger Sieg Francos sei aus deutscher Sicht auch nicht erwünscht; sie [die Deutschen] seien vielmehr an einer Fortdauer des Krieges und der Erhaltung der Spannungen im Mittelmeer interessiert.8

Die spanischen Truppen wurden in der Vielzahl von deutschen Soldaten ausgebil- det, die die Organisation strafften und so eine höhere Kampfkraft der Truppen Francos erreichen wollten. Daß sowohl in Deutschland, als auch in Italien Unwille über die nur schleppenden Erfolge der Truppen Francos herrschte, zeigt die Auf- forderung Hitlers und Mussolinis Anfang 1938 an Franco, effizienter und schnel- ler zu handeln, um die Chancen für einen Sieg zu erhöhen. Somit ist erkennbar, wie janusköpfig Hitler seine Politik betrieb. Als Franco am 27.9.1938 eine Neutralitätserklärung gegenüber Frankreich und Großbritannien unterzeichnete, herrschte in Deutschland großer Unwille über dieses Papier; darüber hinaus zwang die Sudetenkrise Hitler, seine Unterstützung kurzzeitig zurückzuhalten. Nach deren Beilegung allerdings einigten sich Mussolini und Hitler darauf, die Truppen Francos wieder nach Kräften zu unterstützen.

Am 27.März 1939 trat Spanien, schon unter der Führung General Francos, dem Antikomminternpakt bei; am 31.März wurde ein Freundschaftsvertrag zwischen Deutschland und Spanien geschlossen.

Insgesamt belief sich die deutsche Militärhilfe im Spanischen Bürgerkrieg auf etwa 500 Millionen Reichsmark Die Frage, welche Bedeutung die deutsch - italienische Hilfe für den Sieg Gene- ral Francos gehabt hat, ist umstritten. Als gesichert kann jedoch gelten, daß Fran- co ohne die Intervention der beiden faschistischen Staaten den Krieg nicht hätte gewinnen können. So ermöglichten ihm deutsche und italienische Flugzeuge zum Beispiel, seine Truppen von Marokko nach Spanien zu bringen, als die Regie- rungsflotte die Meerenge von Gibraltar beherrschte. Trotzdem hat Franco im Ver- lauf des Krieges immer eigenständig agiert, sich nie von Deutschland und Italien vereinnahmen lassen. Puzzo bemerkt allerdings zur Frage des Verhältnisses der Bedeutung der Interventionen von Deutschland und Italien: „Germany’s greater strength, superior organization, and, of salient importance, central role in the diplomacy of the 1930s, permitted Hitler to take the long chance of [...] effective intervention in Spain that if taken by Mussolini - unsupported by Germany […] might well have ended in fiasco.”9

Die Ergebnisse der Intervention für Deutschland sind vielfältig: auf der einen Sei- te hatte man ein kommunistisches Spanien verhindert, man hatte seine Beziehun- gen zu Italien verbessert, was gerade in Anbetracht des Anschlusses Österreichs von entscheidender Bedeutung war, man hatte Soldaten und Material für den Kriegsfall erprobt und ein Freundschaftsabkommen mit Franco abgeschlossen. Hitlers Wunsch, in Franco einen starken militärischen Verbündeten im folgenden Weltkrieg gewonnen zu haben, ging jedoch nicht auf: Francos Spanien blieb im Weltkrieg neutral.

Die Auswirkungen der Interventionspolitik Italiens für Mussolini sind als weitaus geringer einzustufen: wohl hatte man sich in Italien durch den Einsatz wirtschaftliche Vorteile verschafft und eine Ausweitung des Bolschewismus verhindert; Mussolinis Plan, durch seine Intervention eine beherrschende Rolle im Mittelmeerraum einzunehmen, schlug jedoch fehl.

Als charakteristisch für das Resultat der Intervention für Deutschland kann auch folgende Aussage Merkes‘ gelten: „Diese Erklärung [die Francos, im Kriegsfall neutral zu bleiben] und Francos vorsichtige und unabhängige Haltung während des Bürgerkrieges hätten Hitler zeigen müssen, was er in Zukunft von Hitler erwarten durfte. Stohrer hat die Realitäten klar gesehen, Hitler dagegen nur seine eigenen Wunschträume. Nicht Franco hat im zweiten Weltkrieg Hitler enttäuscht, sondern dieser hatte sich von vorneherein in Franco geirrt.“10

2. Die Intervention der Sowjetunion

Die Gründe, die die Sowjetunion bewogen, in den innerspanischen Konflikt ein- zugreifen, sind strittig und demzufolge auch sehr oft kontrovers diskutiert worden. Gesichert scheint heute jedoch, daß der Kampf gegen den Faschismus als einer der Hauptgründe für die sowjetische Intervention gelten kann. Eine besondere Rolle spielt in diesem Zusammenhang auch das Prinzip der „collective security“, dem Prinzip, dem zufolge eine Aggression durch einen Staat gegen einen anderen gleichzeitig immer auch einen Angriff gegen die anderen teilnehmenden Staaten der „collective security“, in diesem Falle also des Völkerbundes, darstellt. Die Sowjetunion hatte diesen Weg schon seit 1934/35 beschritten, als sie mit dem Franco-Sowjetischen Pakt ihren Eintritt in den Völkerbund besiegelt hatte.

Cattell stellt in seinem Aufsatz „The Soviet Union Intervenes“ drei Möglichkeiten dar, die das sowjetische Imperium zur Zeit des Spanischen Bürgerkrieges gehabt habe: 1. die Installierung eines Systems der „collective security“ mit den westli- chen Demokratien, um sich vor der deutschen Aggression zu schützen; 2. Hitler schon zu einem frühen Zeitpunkt seiner Machtausübung in einen Krieg zu verwi- ckeln und seine Kampfkraft somit schon im Ansatz zu ersticken; 3. Hitler mit „appeasement“-Politik zu besänftigen.11 Der Spanische Bürgerkrieg stellte in den Augen der Sowjets eine der ersten Aktionen dar, bei denen Hitler durch seine Teilnahme seine hegemonialen Bestrebungen verdeutlichte - demzufolge sah man sich in der Sowjetunion in der Pflicht, das System einer „collective security“ auf der iberischen Halbinsel zu installieren. Cattell betont jedoch in seinem Aufsatz, daß die Verfolgung des Prinzips der kollektiven Sicherheit und der Wille zur Si- cherung der bourgeoisen Demokratie in Spanien durch die Sowjetunion beileibe nicht aus humanitären Gründen erfolgt sei, die Brutalität und Gewaltbereitschaft der sowjetischen Intervention in Spanien verdeutlichten dies. Vielmehr sei es das Ziel der Sowjetunion gewesen, den Sturz der bourgeoisen Gesellschaft vorzube- reiten.12 Andere Meinungen zur sowjetischen Interventionspolitik gehen sogar soweit, im Handeln der Sowjetunion den Wunsch auf Installierung eines sowjeti- schen Satellitenstaates in Spanien zu erkennen. Diese These ist in der Literatur allerdings sehr umstritten.

Eine weitere These in der Literatur in Bezug auf die sowjetische Motivation zur Teilnahme am Bürgerkrieg ist die Vermutung, Stalin habe durch seine Beteiligung Frankreich zum Eingreifen bewegen wollen, da ein deutsch oder italienisch kontrolliertes Spanien eine große, direkte Bedrohung für Frankreich gewesen sei. Stalin habe somit die französische Blum-Regierung, die eine Politik der Nichteinmischung verfolgte, zur Intervention verleiten wollen.13 Blum jedoch ließ sich, gestützt von der britischen Regierung, nicht zum Eingreifen bewegen und verfolgte weiterhin seine Politik der Nichteinmischung.

Cattell stellt darüber hinaus die einleuchtende These auf, Stalin habe Hitler durch sein Eingreifen deutlich machen wollen, daß sich die Sowjetunion nicht wie Frankreich und Großbritannien an einer „appeasement policy“ beteiligen, sondern vielmehr aktiv in den Kampfverlauf eingreifen würde.14

Die sowjetische Intervention in Spanien hatte also keine altruistischen Gründe, sondern begründete sich aus einem starken Sicherheitsbedürfnis heraus.

Die praktische, militärische Hilfe der Sowjetunion wurde durch den russischen Geheimdienst unter Kpt. Ulansky organisiert, hauptsächlich über Odessa. So wur- den Waffenlieferungen seit November 1936 trotz des seit Oktober bestehenden Embargos des Völkerbundes (dessen Mitglied die Sowjetunion ja war!) durchge- führt und das ebenfalls im Herbst 1936 vereinbarte Nichteinmischungsabkommen unterlaufen. Um eine zu große Öffentlichkeit für die Materiallieferungen zu ver- meiden, ging die Sowjetunion extrem vorsichtig vor, obwohl sie nicht verhindern konnte, daß einige Lieferungen entdeckt wurden. Donald C. Watt erklärt zu dieser Problematik: „The first [point] is the extreme reluctance of the Soviets to involve Soviet ships after the setting up of the non-intervention committee, so as to stay as much as possible within the letter of law.“15

Darüber hinaus sandte die Sowjetunion Flugzeuge nach Spanien, die auf der Seite der kommunistischen Regierung Spaniens kämpften. Hervorzuheben ist besonders die Rolle der Komintern - sie kaufte Waffen in ganz Europa - unter anderem auch in Deutschland - auf und verbrachte sie auf die iberische Halbinsel. Diese Materiallieferungen verringerten sich ab August 1937 allerdings beträcht- lich: „Deliveries of general war material [fell] off very noticeably.“16 Zum einen sieht Watt den Grund hierfür in der Steigerung der Waffenproduktion in den von den republikanischen Kräften gehaltenen Gebieten, so daß die unbedingte Not- wendigkeit einer quantitativ hohen Menge an von den Sowjets gelieferten Waffen sich verringerte; auf der anderen Seite konstatiert Watt, dies sei auf einen Pessi- mismus in der sowjetischen Führung zurückzuführen, der nach den nationalen Siegen im September 1937 bei Salamanca evident gewesen sei.

Abschließend ist zu sagen, daß die sowjetischen Bemühungen, die italienische und deutsche Aggression in Spanien zu verhindern, fehlgeschlagen sind. Als Zeichen für die Enttäuschung Stalins kann somit die Abkehr vom Prinzip der „collective security“ ab 1939 gelten, die einen Wandel der sowjetischen Außenpolitik bedeutete und somit zum sowjet-deutschen Pakt vom August 1939 führte. Cattell merkt hierzu an: „It is fair to say that the events sorrounding the Spanish Civil War, which generally dominated the international scene in Europe from August, 1936, to July, 1938, and the Munich accord were the most important factors that influenced the change in Soviet foreign policy in the spring of 1939 and opened the way to the Russo-German pact of August, 1939.“17

Somit wird die eminente Bedeutung des Spanischen Bürgerkrieges für die nachfolgende Entwicklung der Sowjetunion im Besonderen, und des gesamteuropäischen Kontextes am Vorabend des 2.Weltkrieges im Allgemeinen sehr deutlich.

2.1 Die Internationalen Brigaden

Ein weiterer, sehr wichtiger Faktor bei der Betrachtung der militärischen Hilfe für die Volksfrontregierung in Spanien ist neben der sowjetischen Intervention die Beteiligung der „Internationalen Brigaden“ am Kampfgeschehen des Spanischen Bürgerkrieges.

Seit Beginn des Bürgerkrieges sammelten sich einzelne, kleinere Gruppen in Spa- nien, die auf der Seite der Republikaner kämpften. An diesen Gemeinschaften waren französische, deutsche, belgische oder auch italienische Antifaschisten wie der Sozialist Fernando De Rosa beteiligt. Zu der Frage nach dem Grund für den ungewöhnlich hohen, praktisch einzigartigen Motivations- und vor allem Mobili- sierungsgrad in verschiedensten Schichten merkt Brome an: „An extraordinary upsurge of political awareness among intellectuals, poets, writers and artists, crea- ted an atmosphere in which well to-do middle-class people passionately embraced left-wing views [...]“18 Diese Gruppen waren jedoch zu Beginn noch kaum orga- nisiert und traten eher singulär auf. In den ersten Kriegsmonaten wurde dann eine Organisation größeren Maßstabs, ein internationales Luftgeschwader „Espana“ von André Malraux initiiert, das auf republikanischer Seite wertvolle Dienste leis- tete. Problematisch waren bei dieser Luftstaffel allerdings die schlechte Qualität der Flugzeuge und innere Differenzen unter den Soldaten, so zum Beispiel zwi- schen Freiwilligen, die in der Überzahl waren, und angeworbenen Söldnern.

Im November 1936 griffen die „Internationalen Brigaden“ zum ersten Mal in das Kampfgeschehen ein. Eine genaue Zahl der Kämpfer festzulegen, erscheint aus heutiger Sicht sehr schwierig; eine antifaschistische Quelle spricht im Juni 1937 jedoch von 25 000 Franzosen, 5 000 Polen, 5 000 Engländern und Amerikanern, 3 000 Belgiern, 1 000 Lateinamerikanern, 2 000 „Balkanesen“ und etwa 5 000 Deutschen und Italienern. Somit beliefe sich die Zahl der Soldaten in den „Inter- nationalen Brigaden“ nach antifaschistischen Angaben auf ungefähr 46 000 Frei- willige.19 Die Zahl der teilnehmenden Nationen wird heute mit 53 Ländern ange- geben.

Als Initiator der Brigaden kann nach der heutigen Sachlage die Kommunistische Partei gelten, die Rekrutierungsverfahren erarbeitete und dafür sorgte, daß Ange- worbene aus den jeweiligen Ländern an ihren Einsatzort auf der iberischen Halb- insel verbracht wurden. Zu Anfang ihres Einsatzes waren die Truppen noch sehr schlecht organisiert, später jedoch verbesserte man die Führungsstrukturen und bildete ein Offizierskorps, das aus Angehörigen aller Nationen bestand; die höhe- ren Offiziersposten wurden meist von Kommunisten besetzt. Sammel- und Aus- bildungsstätten sowie Registrierungsorte wurden installiert, um eine spätere Ein- gliederung in die spanische Armee gewährleisten zu können; eine bedeutende Rolle spielte hierbei vor allem das Sammellager der Brigaden in Albacete.

Die genaue Militär- und Organisationsstruktur der „Internationalen Brigaden“ zu erläutern, würde den Rahmen meiner Arbeit sprengen; interessanter erscheint hier die Frage nach der Bedeutung der Brigaden für den Kriegsverlauf in Spanien. Allein durch ihre zahlenmäßige Begrenzung konnten die Brigaden nur an verein- zelten Frontabschnitten kämpfen, dafür jedoch war die Motivation der mitkämp- fenden Freiwilligen wahrscheinlich höher als bei „normalen“ Wehrpflichtigen - Broué spricht von „Tapferkeit und Enthusiasmus“, die die Brigaden zu „einer Eli- tetruppe auch für die schwierigsten Kampfanforderungen“ formte.“20 Trotz der mangelnden Ausrüstung entschieden die Brigaden somit manche Schlacht. Broué weist allerdings darauf hin, daß sich „der große internationale Elan, den 1936/37 der Wille zur Verteidigung der spanischen Republik hervorgebracht hatte, [nicht wiederholte]; schon im Laufe des Jahres 1937 verzichteten die kommunistischen Parteien auf die Mobilmachung ihrer Anhänger unter den Fahnen des Antifa- schismus“21

Die Bedeutung der „Internationalen Brigaden“ für den Verlauf des Krieges ist somit als ambivalent anzusehen - sie entschieden durchaus einige Schlachten, machten minderwertiges Material durch umso größere Motivation wett; die Begeisterung für eine Verteidigung der spanischen Republik ließ jedoch mit fortschreitender Kriegsdauer zunehmend nach.

Abschließend muß man konstatieren, daß die Internationalen Brigaden die Kriegsdauer zumindest erheblich verlängert und einen raschen Sieg der Falangisten verhindert haben.

3. Die Politik Frankreichs und Großbritanniens

Die Politik Frankreichs und Großbritanniens in Bezug auf den Spanischen Bür- gerkrieg ist von eminenter Bedeutung für die Entwicklung auf der iberischen Halbinsel. Besonders evident wird deren Betrachtung, wenn man berücksichtigt, daß das Verhalten der beiden Mächte in dieser Zeit als typisch für die gesamte Zeit zwischen den beiden Weltkriegen gelten kann. Ich betrachte beide Mächte zusammen, da ihre Politik so eng miteinander korreliert ist, daß eine separate Be- trachtung keinen Sinn machen würde.

Die Gründe für die Nichteinmischungspolitik Großbritanniens und Frankreichs im Spanischen Bürgerkrieg sind vielfältig. Man unterstützte die amtierende Volks- frontregierung in Spanien, besonders in Frankreich, wo kurz zuvor ebenfalls eine Volksfrontregierung unter Blum installiert worden war. Ein hervortretender Fak- tor für die Nichteinmischung war die Angst vor einer Ausweitung des Konfliktes zu einem Weltkrieg, den man nach den katastrophalen Erfahrungen des 1.Weltkrieges unbedingt vermeiden wollte: „Es Spaniens wegen zu einem militä- rischen Konflikt mit Deutschland und Italien kommen zu lassen, lehnten Paris und London ab. Die Erhaltung des Friedens hatte für sie absoluten Vorrang. [...] So entschieden sie sich für das kleinere Übel, an der Nichteinmischungspolitik fest- zuhalten.“22

Frankreich richtete somit am 1.August 1936 einen Nichteinmischungsvorschlag an London und Rom, dem England am 4.August zustimmte. Am 21.August wurde darüber hinaus ein Waffenembargo installiert, das sich jedoch als Farce heraus- stellte, weil es von den intervenierenden Staaten nicht oder nur kaum beachtet wurde. Somit kann das Vorgehen der beiden Westmächte als halbherzig bezeich- net werden: obwohl bekannt war, daß Deutschland und Italien Waffen und Solda- ten nach Spanien lieferten, wurden das Embargo am 21.8. und das NIC (Non- Intervention-Committee), das zu seiner ersten Sitzung am 9.9.1936 zusammen- kam, gegründet, dessen Arbeit sich in der Vielzahl jedoch auf bürokratische Vor- gehensweisen beschränkte: „Die erste Sitzung hinterließ [...] den Eindruck, daß es der englischen und der französischen Regierung in erster Linie nicht so sehr dar- auf ankomme, sofort praktische Arbeit zu leisten, als durch die erfolgreiche Ein- setzung des NIC zunächst einmal ihre Oppositionsparteien zu beruhigen.“23 Diese Feststellung ist von hoher Bedeutung für die Gesamtbewertung der englischen und französischen Politik in jener Zeit: gerade in Großbritannien herrschte eine große pazifistische Stimmung in der Öffentlichkeit vor, die ja auch schon im vo- rangehenden Abessinien - Konflikt zum Tragen gekommen war. Somit richtete sich die englische Politik immer auch nach den Gesetzen der Wahl und der poten- tiellen Wähler, die gerade in Hinblick auf den vorangegangenen Abessinien- Konflikt sehr achtsam und aufmerksam waren. Das britische Vorgehen im Spani- schen Bürgerkrieg war uneingeschränkt von der Maxime der unbedingten Nicht- einmischung bestimmt, was, anders als im französischen Parlament, im britischen Unterhaus auch kaum zu Kontroversen führte.

Sieht man die dargestellten Sach- und Verhaltenszwänge der beiden Regierungen nun in Verbindung mit der Tatsache, daß man in Großbritannien und Frankreich sehr wohl um die Interventionen Deutschlands, Italiens und der Sowjetunion wuß- te, ergibt sich ein interessantes Bild des NIC, das Merkes sehr treffend folgender- maßen beschreibt: Da keine Regierung eine Lossagung vom NIC und damit die Schuld für dessen Scheitern mit seinen sehr ernsten, unabsehbaren Folgen auf sich zu nehmen gewagt habe, seien alle Teilnehmer gezwungen gewesen, die Interven- tionen heimlich durchzuführen und sie nach außen hin zu leugnen. Solange die Mächte allerdings im diplomatischen Gespräch miteinander geblieben seien, habe somit eine geringere Gefahr einer Ausweitung des Konfliktes bestanden.24 Gleichzeitig stellt Merkes jedoch fest, das Wissen um eine Duldung ihrer Inter- vention habe Deutschlang und Italien die Gewißheit des Sieges Francos gegeben und sie zu einer Beibehaltung ihrer Politik bewogen. Somit muß man die Politik des NIC als länderübergreifendes Bündnis im Sinne der völkerrechtlichen Idee und der Bewahrung des internationalen Friedens in der Zeit des Spanien - Kon- fliktes als gescheitert beurteilen, obschon Merkes anmerkt: „Letztlich scheiterten alle Maßnahmen des NIC außerhalb der spanischen Grenzen am fehlenden guten Willen der intervenierenden Regierungen [...].“25 Die Frage des Erfolges bzw. des Scheitern des NIC als Institution des Völkerbundes ist somit eng an die Politik der teilnehmenden Regierungen geknüpft; bestehen bleibt die Frage, ob das NIC und damit der Völkerbund durch ein rigideres Durchgreifen schon zu einer frühen Phase des Konfliktes nicht der europäischen Gesamtentwicklung eine andere Richtung hätte geben können.

Obgleich sich die Politik der beiden Westmächte Großbritannien und Frankreich im Spanien - Konflikt doch ähnelt, existieren teilweise Differenzen. So war Frankreich in seiner Politik mehr interventionsorientiert als Großbritannien, es lieferte auch Waffen zur Unterstützung der Volksfront - Regierung nach Spanien und öffnete seine Grenzen für Flüchtlinge von der iberischen Halbinsel, wurde jedoch von Großbritannien immer wieder zur Zurückhaltung und Einhaltung des Nichteinmischungspaktes angehalten. Da Frankreich sich bei einer Nichtbefol- gung dieser Maßregelung eventuellen Bündnissen Großbritanniens mit potentiel- len Feinden im Kriegsfalle ausgesetzt sah, befolgte es die Haltung der britischen Regierung. Der spätere spanische Außenminister Alvarez del Vayo sagte zu dieser Problematik: „Sir George26 is understood to have said that if France should find herself in conflict with Germany as a result of having sold war matériel to the Spanish Government, England would consider herself released from her obligations under the Locarno Pact and would not come to help.“27 In dieser Aus- sage zeigt sich, daß zwischen den nach außen hin so geschlossenen Mächten Großbritannien und Frankreich erhebliche Zwänge und Bedingungen herrschten, die ein anderes Verhalten Frankreichs im Spanien - Konflikt nahezu unmöglich machte, wollte es nicht einen mächtigen Verbündeten im Falle eines Krieges ver- lieren: “It was clear that open aid to the Spanish Republic would alienate England […]”28

Nichtsdestotrotz erkannte auch Frankreich die Gefahr einer Ausweitung des Konfliktes: so hatte man bei einer zu starken und offensichtlichen Unterstützung der Volksfrontregierung in Spanien große Angst vor einer eventuellen Wiederholung der radikalen, rechten Aufstände von 1934 - ein weiterer Beweggrund für Frankreich, der Nichteinmischungspolitik der Briten zu folgen.

Zusammenfassend ist zu sagen, daß das Verhalten der beiden Großmächte in der Zeit des Spanischen Bürgerkrieges sehr ambivalent zu betrachten ist. Auf der ei- nen Seite ist vor dem Hintergrund eines drohenden gesamteuropäischen Krieges sehr wohl verständlich, daß beide Mächte eine Ausweitung des Konfliktes und damit einen möglichen Eintritt in einen Krieg unbedingt vermeiden wollten. Auf der anderen Seite bleibt die Tatsache, daß nach der heute vorherrschenden Mei- nung als ein großer Faktor für die Erstarkung Hitler - Deutschlands und den Weg Europas in den 2.Weltkrieg die appeasement - Politik gerade Großbritanniens anzusehen ist. Insofern muß die Frage erlaubt sein, ob man nicht durch ein be- herzteres und vor allem konsequenteres Vorgehen schon im Spanischen Bürger- krieg besser einen Krieg mit Deutschland riskiert und dieses schon zu dieser frü- hen Phase der Regierung Hitler in die Knie zwingen und damit weitreichende Folgen hätte verhindern können.

4. Fazit

Eine Bewertung der Bedeutung der Interventionspolitik der europäischen Mächte im Spanischen Bürgerkrieg von 1936 - 1939 beschränkt sich m.E. nach nicht nur auf den tatsächlichen Zeitraum des Krieges, sondern muß vielmehr im Zusam- menhang des nachfolgenden gesamteuropäischen Kontextes gesehen werden. So wurden schon in der Zeit des Bürgerkrieges die späteren Grundkonstellationen des 2.Weltkrieges deutlich.

Die Rolle des nationalsozialistischen Deutschlands im Spanischen Bürgerkrieg ist relativ eindeutig zu bewerten: Hitler half seinem „faschistischen Bruder“ Franco mit Soldaten und Material, was ihm einerseits den Weg zu zahlreichen Wirt- schaftsabkommen und damit einen nicht unerheblichen wirtschaftlichen Vor- sprung erbrachte, auf der anderem Seite betrachtete das nationalsozialistische Deutschland den Krieg als gute Möglichkeit, seine Waffen und Soldaten für den Ernstfall, den bevorstehenden Weltkrieg, zu testen. Die Bedeutung der militäri- schen Hilfe Deutschlands ist als sehr groß zu bewerten: ohne die deutsche Unter- stützung hätte Franco den Krieg sehr wahrscheinlich nicht gewonnen.

Ähnliches gilt auch für das faschistische Italien: Mussolini hatte seine Chance erkannt, durch den Spanien-Krieg seine Bedeutung als „Zünglein an der Waage“ im Mittelmeerraum zu verstärken; wirtschaftliche und militärische Interessen dürften bei ihm, ähnlich wie bei Hitler - Deutschland, ebenfalls eine Rolle für die Intervention gespielt haben.

Die Bedeutung der Sowjetunion ist m.E. weitaus schwieriger zu bewerten, da die Gründe für die verfolgte Politik bis heute teilweise im Dunkeln liegen. Als gesi- chert kann jedoch gelten, daß Stalin durch sein Eingreifen einerseits den drohen- den Faschismus in Spanien bekämpfen, auf der anderen Seite seine Rolle als Großmacht im gesamteuropäischen Kontext gerade in Bezug auf Hitler verdeutli- chen wollte. Stalin erreichte seine Ziele nicht - nachdem erkennbar wurde, daß Franco und seine Truppen den Sieg davontragen würden, machte sich in der Sow- jetunion ein Pessimismus breit, der ein weitere, großflächige Intervention zunichte machte.

Die Rolle Großbritanniens und Frankreichs schließlich ist bezeichnend für den gesamten Zeitraum zwischen den beiden Weltkriegen. Beide Staaten verfolgten weitgehend eine appeasement - Politik, aus der Angst heraus, der regionale Kon- flikt könne sich zu einem innereuropäischen ausweiten. Hierbei spielte mit Si- cherheit die Angst vor dem neu erstarkten Deutschland eine entscheidende Rolle. Die Politik aller intervenierenden Mächte hatte also einerseits den Zweck der Ver- folgung ideologischer Ziele, zum anderen jedoch zu einem nicht unwesentlichen Teil den Abschluß von Bündnissen zur Prävention kriegerischer Konflikte wie im Falle Großbritanniens und Englands oder eine Verbesserung militärische und politische Position wie besonders im Falle Deutschlands und Italiens. Am Spanischen Bürgerkrieg lassen sich somit die Verhaltens- und Vorgehenswei- sen der jeweilig agierenden Mächte weit über den Zeitraum des Spanischen Bür- gerkrieges erkennen.

5. Literaturverzeichnis

1. Brome, Vincent: The International Brigades. Spain 1936 - 1939, London 1965.

2. Jackson, Gabriel: The Spanish Republic and the Civil War 1931 - 1939, Princeton 1965.

3. Merkes, Manfred: Die deutsche Politik im spanischen Bürgerkrieg 1936 - 1939. 2.Aufl, Bonn 1969.

4. Puzzo, Dante A.: Spain and the Great Powers 1936 - 1941, New York 1962.

5. Schieder, Wolfgang / Christof Dipper (Hg.): Der Spanische Bürgerkrieg in der internationalen Politik 1936 - 1939, München 1976.

[...]


1 Manfred Merkes: Die deutsche Politik im spanischen Bürgerkrieg 1936 - 1939. 2. Auflage, Bonn 1969, S.35

2 ebd, S. 13

3 ebd, S. 13

4 Merkes, S.34

5 ebd., S.69

6 ebd, S.75

7 ebd, S.74

8 zitiert nach Merkes, S.302

9 Dante A. Puzzo: Spain and the Great Powers 1936 - 1941, New York 1962.

10 Merkes, S.365

11 David T. Cattell: The Soviet Union Intervenes. In: Wolfgang Schieder / Christoph Dipper (Hg.): Der Spanische Bürgerkrieg in der internationalen Politik 1936 - 1939, München 1976, S.227

12 ebd., S. 225

13 Cattell, S.227

14 ebd., S. 228

15 Donald C. Watt: Soviet Military Aid to the Spanish Republic in the Civil War 1936 - 1938, In: Schieder, Wolfgang / Christof Dipper (Hg.): Der Spanische Bürgerkrieg in der internationalen Politik 1936 - 1939, München 1976, S. 250

16 Watt, S.251

17 Cattell, David T.: The Forgotten Crisis. In: Schieder, Wolfgang / Christof Dipper (Hg.): Der Spanische Bürgerkrieg in der internationalen Politik 1936 - 1939, München 1976, S.256

18 Vincent Brome: The International Brigades. Spain 1936 - 1939, London 1965, S.3

19 Pierre Broué / Emile Témime: Ausländische Freiwillige und Internationale Brigaden. In: Schieder, Wolfgang / Christof Dipper (Hg.): Der Spanische Bürgerkrieg in der internationalen Politik 1936 - 1939, München 1976, S.237

20 Broué, S. 244

21 ebd., S.244

22 Merkes, S.358

23 Merkes, S.158

24 ebd., S.360

25 ebd., S.360

26 Sir George Clerk, britischer Botschafter in Paris

27 Zitiert nach Merkes, S.320

28 Gabriel Jackson: The Spanish Republic and the Civil War 1931 - 1939, Princeton 1965, S.251

20 von 20 Seiten

Details

Titel
Die Beteiligung der europäischen Mächte am Spanischen Bürgerkrieg 1936-1939 - Motive und Vorgehen
Hochschule
Philipps-Universität Marburg
Veranstaltung
PS "Spanien nach 1945", Leitung: PD Dr. Rolf Pfeiffer
Note
1,3
Autor
Jahr
2000
Seiten
20
Katalognummer
V95256
Dateigröße
374 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Beteiligung, Mächte, Spanischen, Bürgerkrieg, Motive, Vorgehen, Spanien, Leitung, Rolf, Pfeiffer
Arbeit zitieren
Oliver Georgi (Autor), 2000, Die Beteiligung der europäischen Mächte am Spanischen Bürgerkrieg 1936-1939 - Motive und Vorgehen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/95256

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