Electronic Commerce


Seminararbeit, 1998

18 Seiten


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INHALTSVERZEICHNIS

1. Einführung

2. Was ist Electronic Commerce?

3. Potentiale des Internet und Electronic Commerce

4. Was kann über Electronic Commerce vertrieben werden?

5. Was spricht für den Einstieg in Electronic Commerce?

6. Vorteile für den Kunden

7. Was spricht gegen den Einsatz von Electronic Commerce?

8. Schlüsselfaktoren

9. Sicherheit im Datentransfer

10. Bezahlungsmöglichkeiten

11. Warenauslieferung

12. Erfolgsstories

13. Business-to-Business

14. FAZIT

15. Literaturverzeichnis

1. Einführung

Das Internet gilt als die letzte große Erfindung dieses Jahrzehnts und somit als letzte des ausgehenden Jahrhunderts. Dementsprechend hoch sind auch die Hoffnungen und Erwartungen, die in dieses neue Medium gesetzt werden.

Gekennzeichnet ist das Internet derzeit durch gigantische Zuwachsraten und extreme Finanzierungsprobleme. Beides soll sich jedoch in Zukunftändern. Die Zahl der Benutzer stabilisiert sich auf hohem Niveau und man wird in Zukunft mehr zahlen müssen, um den Bestand des Web sicherzustellen.1

Der Inhalt des World Wide Web hat sich seit Bestehen stark verändert. Anfänglich kamen die Inhalte aus den Hochschulen und waren meist experimentell, wissenschaftlich angelegt. Heute findet man überwiegend die Angebote ambitionierter Privatleute oder kommerzieller Unternehmen im Internet. Größtenteils dienen die Unternehmensauftritte ausschließlich dem image-Gewinn. Jedoch verfügen gerade viele kleine und mittlere Unternehmen nicht über den Etat für eine erfolgreiche imagekampagne im Internet, sie müssen vor allem wirtschaftlich denken.2

Die vielversprechenden Vorhersagen der Marktforschungsinstitute und die Erfogsstories einiger US-Unternehmen sind Wegbereiter für eine neue Art des Business: Electronic Commerce

2. Was ist Electronic Commerce?

Der Ausdruck Electronic Commerce, oder e-Commerce ist ein noch junger Begriff, der erst in den vergangenen Jahren entstanden ist und an Bedeutung gewonnen hat. Er wurde durch die rasante Verbreitung des Internet und die verbundene Kommerzwelle geprägt.

Electronic Commerce heißt Produkte und Dienstleistungenüber das Internet zu vertreiben.

Dabei ist es nicht von Bedeutung, ob die Waren und Dienstleistungen direkt vom Hersteller, oder über einen Absatzmittler bezogen werden. Auch kommt es nicht auf die Art der Ware, bzw. Dienstleistung an.

Electronic Commerce findet im Business-to-Business- (Geschäftsverkehr zwischen Unternehmen), ebenso wie im Business-to-Consumer- (Geschäftsverkehr zwischen Anbieter und Endverbraucher ) Bereich statt.

Häufig wird e-Commerce mit e-Business verwechselt. E-Businessist jedoch der Oberbegriff für den gesamten elektronischen Geschäftsprozeß, der über das Internet abläuft. Er beinhaltet sämtliche Transaktionen mit den Kunden und Lieferanten, sowie allen am Prozeß beteiligten Personen. Zu diesen Transaktionen zählen Werbung, Geschäftsanbahnung und -abwicklung bis hin zu After-Sales Services, Aktionen zur Kundenbindung und Online Banking. Im weitesten Sinne fällt auch der Handel mit CD-ROM Unterstützung oder Faxabruf darunter.3

Electronic Commerce >> elektronischer Handel << ist lediglich ein wesentlicher Bestandteil von Electronic Business >> elektronisches Geschäft << !

3. Potentiale des Internet und Electronic Commerce

Wieviel Anwender das Internet derzeit nutzen, kann nur abgewogen werden. Unzählige Untersuchungen beschäftigen sich mit dieser Frage. Die Ergebnisse schwanken von Studie zu Studie, pendeln sich aber auf einen repräsentativen Wert ein. Die geschätzten Nutzerzahlen liegen in den USA derzeit bei 46 Millionen, in Deutschland bei vergleichsweise bescheidenen 6,2 Millionen Personen. Damit hinkt Deutschland im Vergleich zwar hinterher, liegt aber im europäischen Umfeld an erster Stelle. Für das Jahr 2000 werden Größenordnungen von 13 Millionen Nutzern in Deutschland und 76 Millionen in den USA vorhergesagt. Bei der Marktdurchdringung, also dem Anteil von Internet-Usern an der Gesamtzahl der Bevölkerung, ergibt sich nach EITO, in Deutschland eine Steigerung von ca. 3% im Jahr 1995, auf fast 15% im Jahr 2000. Im Vergleich zu den USA ist dies für das Jahr 2000 eine nur halb so hohe Durchdringungsrate. Potential für das 21. Jahrhundert ist also noch genügend vorhanden.4

Penetrationsraten Internetnutzer

USA und Deutschland

Quelle: EITO 1997

Die von EITO prognostizierte durchschnittliche Wachstumsrate der Internet-Nutzung weist gerade in Deutschland und Europa eine überdurchschnittlich hohe Wachstumsrate aus. Das World Wide Web gewinnt gerade hier noch an Popularität.

Electronic Commerce Anwendungen können in diesem nahen Umfeld eine immer größere Zielgruppe erreichen.5

Durchschnittliche Wachstumsrate

der Internetnutzung 1995-2000

Quelle: EITO 1997

Der Umsatzanteil deutscher Unternehmen über Electronic Commerce am Gesamtumsatz lag 1997 noch bei unter einem Prozent. Weltweit ist der Anteil mit 10% (wovon der Löwenanteil auf die USA entfällt) ebenso gering. Nach einer Studie von EITO werden die Umsätze in Deutschland von 340 Millionen DM im Jahr 1997 auf 14,1 Milliarden DM im Jahr 2000 steigen. Auch andere Forschungsinstitute ermittelten durchgehend hohe Umsatzwachstumsraten, die jedoch unterschiedlich ausfallen. Es läßt sich jedoch generell feststellen, daß der Markt stark wachsen und e-Commerce zukünftig ein wichtiger Absatzkanal sein wird.6

Umsätzeüber Electronic Commerce

in Deutschland, 1997 und 2000

Quelle: EITO 1997

4. Was kann über e-Commerce vertrieben werden?

Die Frage sollte nicht lauten was über Electronic Commerce vertrieben, sondern was nicht über Electronic Commerce vertrieben werden kann. Die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt. Wo Nachfrage besteht wird sich ein Angebot finden. Lediglich gesetzliche Regelungen und gute Sitten gebieten Einhalt.

Offeriert wird von der Unterhose bis zum Gebrauchtwagen alles erdenkliche. Leider finden sich auch immer wieder unseriöse Angebote im World Wide Web, die dem Ruf nachhaltig schaden. Die großen Versandhäuser wie Quelle und Otto, die Karstadt AG und viele andere namhafte Anbieter, aber auch zahlreiche kleine Firmen bemühen sich, den Ruf des Marktplatzes Internet zu verbessern.7

Die gängigsten Angebote gegenwärtig sind:

Güter Dienstleistungen

- Bekleidung - Urlaubsreisen
- Computer bzw. Hardware - Adult`s Entertainment
- Software - Zugang zu spezialisierten Datenbanken
- Musik CDs - Recherchemöglichkeiten
- Bücher - Informationen aus dem Kunst und
- Kosmetika Literaturbereich
- Lebensmittel - Diverse Services

Nicht alle Produkte und Dienstleistungen lassen sich über das Internet gleich gut vermarkten. Neben den klassischen Waren und Dienstleistungen lassen sich auch neue Produkte vertreiben. Laut Forrester Research sollen allein die kostenpflichtigen Informationsdienste 2001 in Europa 5,6 Milliarden DM umsetzen.8

Welche Branchen künftig die besten Aussichten am elektronischen Markt haben werden, geht aus dem folgenden Portfolio hervor:

Die besten Chancen werden Verlagen, Finanzdienstleistern und der Touristikbranche eingeräumt.

Dem Internet wird heute als einziges Mittel zugetraut, die Handels- und

Dienstleistungslandschaft auf Dauer nachhaltig zu verändern. Keine andere

Einkaufsmöglichkeit bietet für Anbieter und Kunden gleichermaßen viele Vorteile.

5. Was spricht für den Einstieg in e-Commerce?

1) Größe des potentiellen Marktes im Internet

Es werden durch diesen neuen Vertriebsweg völlig neue Märkte erschlossen. Kunden die aufgrund der räumlichen Distanz nicht bedient werden konnten, können nun via Internet bestellen.

Beispiel: ein Kunde in Deutschland kann nun problemlos Waren aus den USA oder anderswo in der Welt bestellen.

Die Firma ist weltweit präsent.

2) Das Internet kennt keine Ladenschlußzeiten

Geschäfte sind 24 Stunden am Tag, und 365 Tage im Jahr möglich.

Geschäfte im Internet sind Service am Kunden, da er entscheidet wann er einkaufen möchte.

E-Commerce bedeutet Service am Kunden.

3) Die Einstiegs- und laufenden Kosten für Internet Geschäfte sind im Vergleich zu anderen Vertriebswegen gering

Um mit einem Shop online zu gehen gibt es mehrere Möglichkeiten. Die Kosten beginnen bei einigen hundert Mark im Monat und sind nach oben hin offen.

Neben einem schnellen Web-Server wird Software benötigt, um den eigentlichen Online-Shop zu realisieren. Die Bandbreite reicht hier von kostenlosen, selbstgestrickten Lösungen über fertig konfigurierte Systeme, bis hin zu teuren High-End Lösungen.9 Um eine ideale Lösung zu realisieren, empfiehlt es sich außerdem eine erfahrene Multi-Media-Agentur zu beauftragen.

Im Low-Budget-Bereich finden sich ebenfalls adäquate Lösungen. Es hat sich eine Branche entwickelt, die fertige Shops an kleine Anbieter vermietet. Die Kosten beginnen bei einmaligen Einrichtungsgebühren von ca. 500.- DM und monatlichen Unterhaltskosten von etwa 100.- DM.

Der Gang ins Internet ist im Vergleich zu anderen Vertriebswegen eine kostengünstige Investition in einen schnell wachsenden Markt.

4) Sammeln von Erfahrungen mit diesem neuen Vertriebskanal

Electronic Commerce könnte unter Umständen in der Zukunft das Vertriebsmedium für Waren und Dienstleistungen weltweit sein. Wer sich rechtzeitig das nötige Know-How aneignet, erarbeitet sich einen Vorsprung gegenüber den Wettbewerbern.

_ Frühzeitiges Know-How schafft Wettbewerbsvorteile.

5) Wachstumschancen

Die Möglichkeit für den Kunden, sich weltweit am Angebot des Internet zu bedienen und den günstigsten Artikel zu finden, bedeutet eine fast vollkommene Markttransparenz. Das kann vor allem kleineren Unternehmen zu Gute kommen. Der Preis wird als Kaufkriterium (neben Lieferbereitschaft, Qualität und Service) wieder mehr in den Vordergrund rücken. Weniger bekannten und kleineren Unternehmen werden dadurch neue Wachstumschancen eröffnet.

_ Chance für kleinere Unternehmen.

6) Es entstehen neue Märkte für neue Geschäftsideen

Das Internet als junges Medium bietet neue Möglichkeiten. Wer schnell und kreativ ist, hat die Chance sich einen neuen Markt zu erschließen.

Beispiel: kostenpflichtige Informationsdienste und Datenbanken wie Zeitschriftenarchive und

Branchenauskünfte.

7) Der Anbieter steht in direktem Kontakt zum Endverbraucher

Der Anbieter hat die Möglichkeit den tatsächlichen Kundenbedarf einfach zu ermitteln. Prinzipiell kann er das Kaufverhalten jedes einzelnen Kunden feststellen und danach reagieren. Ohne den Umweg über Händler oder Marktforscher, gelangt der Anbieter an kundenspezifische Daten. Wird dieses Zusatzwissen sinnvoll angewandt, dient es der Steigerung der Attraktivität des Angebots und erhöht die Kundenbindung.

ein kostengünstiges und unverfälschtes Marktforschungsinstrument

8) Höhere Gewinne werden realisiert

Durch die Umgehung der Handelsspanne im Direktvertrieb, sowie durch eine Einsparung bei den Vertriebs- und Personalkosten, können höhere Gewinne realisiert werden. Wird dieser Vorteil über den Verkaufspreis teilweise an den Kunden weitergegeben, entsteht ein weiterer Wettbewerbsvorteil.

9) Das Internet als Medium zur imagebildung

Durch die Präsenz im Internet wird ein modernes, innovatives image auf die Anbieterseite übertragen. Dadurch können neue Kunden gewonnen werden. Es werden Zielgruppen angesprochen, die über gängige Kommunikationsmaßnahmen durch den Anbieter bisher nicht erreicht werden konnten.

6. Vorteile für den Kunden

1) Der Kunde ist unabhängig von Ort und Zeit

- Im Internet gibt es keine Öffnungszeiten und Feiertage
- Die Bestellung kann rund um die Uhr abgeschickt werden
- Von jedem Rechner mit Internetanschluß sind die Angebote erreichbar

2) Für den Kunden ergeben sich Preisvorteile

- Der Kunde kann direkt vom Hersteller, seine Ware kostengünstig beziehen
- Kosteneinsparungen werden an den Endverbraucher weitergegeben
- Die Märkte sind transparent

3) Entfernungen spielen keine Rolle

- Jedes Angebot auf der ganzen Welt ist zu den gleichen Kosten erreichbar
- Der Tante-Emma-Laden ist nur einen "Mausklick" vom Reisebüro enfernt
- Exotische Waren aus aller Welt können geordert werden

4) Das Internet ist ein schnelles Medium

- Es kann sofort bestellt werden
- Die Lieferauskunft erfolgt sofort online und interaktiv

5) Direkter Kontakt zum Hersteller

- Individuelle Kundenwünsche können berücksichtigt werden

6) Das Internet ist ein anonymes Medium

- Ausgefallene Wünsche lassen sich realisieren

7. Was spricht gegen den Einsatz von Electronic Commerce?

Aufgrund der Größe und Anonymität bietet das Internet für "schwarze Schafe" auf Seiten der Anbieter und Kunden einen guten Nährboden.

Es gibt bisher noch keine weltweit gültigen Gesetze und Regelungen für das World Wide Web. Trotzdem ist das Internet kein rechtsfreier Raum. Großteils gelten bestehende Gesetze in Deutschland, und darüber hinaus europäische und globale Rechtsvorschriften. Anbieter und Kunde müssen wie im Geschäftsleben üblich, auf die Seriosität ihres Gegenüber bauen.

Das Problem der Datensicherheit und der Bezahlung im Internet wird unter den Punkten 9. und 10. noch ausführlich behandelt.

Darüber hinaus stellen sonstige auftretende Schwierigkeiten keine speziellen e-Commerce Probleme dar. Sie sind identisch mit denen, die auch sonst im internationalen Geschäft und Versandhandel auftreten. Um den Rahmen dieser Ausarbeitung nicht zu sprengen, werden diese Punkte nicht näher behandelt.

8. Schlüsselfaktoren

Im Electronic Commerce, haben sich einige Punkte herauskristallisiert, die als Schlüsselfaktoren für einen erfolgreichen Online Shop Voraussetzung sind.

1) Produktpräsentation

Wichtig ist eine attraktive und verständliche Gestaltung des Angebots. Der Nutzer muß sich schnell und einfach zurechtfinden. Er muß animiert werden, im Angebot zu verweilen und letztendlich zu kaufen. Die direkte Übertragung eines Produktkatalogs in Web Seiten, die man Seite für Seite durchblättern muß, eignet sich nicht um den Online-Absatz zu fördern. Die Nutzer sind nicht bereit, die teure Online-Zeit mit dem Überblättern nutzloser Informationen zu verbringen. Es ist daher eine ansprechende Aufmachung nötig, bei der die Möglichkeiten des Online-Mediums zum Tragen kommen.10 Das Angebot muß aber auch für Kunden mit langsamer Internet-Anbindung interessant bleiben. Deshalb sollten die Shop-Designer versuchen, einen gesunden Mittelweg zu finden. Einerseits muß das Angebot attraktiv und hervorstechend gestaltet sein, andererseits muß es für jeden potentiellen Kunden zugänglich bleiben.

2) Zusatznutzen des Online-Angebots

Um langfristig bestehen zu können muß das Online-Angebot neben der 24-stündigen

Einkaufsmöglichkeit und der ansprechenden Aufmachung einen zusätzliche Nutzen für den Käufer bieten. Das Mindeste ist eine Suchfunktion, die es dem Nutzer ermöglicht, ein bestimmtes Produkt schnell und ohne großen Aufwand zu finden. Voraussetzung für den erfolgreichen Verkauf von Büchern und CDs, sind Lese- und Hörproben, die sich über das Internet einfach verwirklichen lassen. Zusätzliche Services, werden von den Kunden gerne angenommen. Ein Anbieter von Lebensmitteln könnte z.B. eine Seite mit Kochrezepten in sein Angebot integrieren. Ein CD-Versand anbieten, sich eine individuelle CD zusammenzustellen. Ein Reisebüro kann Informationen der jeweiligen Zielregion anbieten, oder Links auf Seiten des jeweiligen Fremdenverkehrsbüro.11 Die Möglichkeiten sind vielfältig, machen das Angebot auf Dauer interessant, und veranlassen den Kunden im Shop zu verweilen.

3) Der Bestellvorgang

Ein weiteres wichtiges Kriterium ist der eigentliche Bestellvorgang. Wenn der Kunde als Resultat seiner Bestellung einen Bestellschein erhält, den er per Post oder Fax absenden muß, hat das Online-Angebot seinen Sinn verfehlt. Gleiches gilt für Lösungen, bei denen der Kunde seine Bestellung selbst online in ein Formular eintragen muß.12 Derartige Bestellvorgänge schrecken den kaufentschlossenen Kunden zu guter Letzt ab. Die Zusammenstellung des Warenkorbs sollte weitgehend automatisch erfolgen, wobei dem Kunden die Möglichkeit geboten werden muß, jederzeit korrigierend einzugreifen. Nachdem die Bestellung aufgegeben wurde, gehört eine Email als Lieferbestätigung zum guten Service. Man darf den Kunden nicht im Ungewissen lassen, ob der Bestellvorgang erfolgreich abgeschlossen wurde oder nicht.

4) Präsenz im Internet

Zu den wichtigsten Schlüsselfaktoren des Electronic Commerce zählt die Präsenz, bzw. eine hohe Besucherfrequenz des Online-Angebots. Denn es nützt der beste Auftritt nichts, wenn aufgrund mangelnder Bekanntheit die Besucherzahlen ausbleiben.

Um unter den zahllosen Internet-Angeboten überhaupt wahrgenommen zu werden, müssen einige wichtige Faktoren beachtet werden:

- Als Anbieter sollte man wenn möglich immer über eine eigene Domain nach dem Muster www.firma.de oder besser www.branche.de verfügen.
- Die Beteiligung an einem Shop-Netz kann neue Kunden locken. In solchen Netzen sind verwandte Angebote, die nicht direkt in Konkurrenz zueinander stehen, über Links verknüpft. Beispiel: die Homepage eines Küchenausstatters enthält Links zu Feinkostläden und Weinhändlern. Umgekehrt sind auf diesen Seiten Verweise zum Küchenausstatter zu finden.
- Eine weitere Möglichkeit sind sogenannte Online-Shopping Malls13. Hierbei handelt es sich um virtuelle Einkaufszentren, in denen diverse Läden zusammengefaßt sind. Über eine zentrale Hompage gelangt man zu den unterschiedlichen Anbietern.

Im Normal- bzw. Idealfall sind diese Online-Malls bereits stark frequentiert. Neue Angebote werden dort stark beworben. Viele Mall-Betreiber bieten zusätzlich individuelle, oder vorgefertigte Shop-Lösungen an.

Um den Bekanntheitsgrad eines Online-Auftritts zu steigern, besteht natürlich auch die Möglichkeit diesen offen zu bewerben. Die Werbeträger kommen dabei generell aus drei Bereichen:

- klassische Werbeträger (Anzeigen, Plakate, Fernsehspots)
- Online Werbeträger (z.B. Online-Magazinen) - Eintragungen in Suchmaschinen

5) Sicherheit und Bezahlung

Die Sicherheit im Datentransfer und die Bezahlungsmöglichkeiten zählen zu den wichtigsten Schlüsselfaktoren im e-Commerce. Sie werden nachfolgend als eigene Oberpunkte in dieser Ausarbeitung bearbeitet.

9. Sicherheit im Datentransfer

Ein großes Problem des Internet stellen die Sicherheitsbedenken der Nutzer gegenüber Online-Transaktionen dar. Die Angst vor Angriffen auf sensible Daten ist verständlich, und wird seit Jahren von den Medien geschürt. Electronic Commerce stellt jedoch seit langem kein unkalkulierbares Risiko mehr dar.

Die gängigen Browser haben ein Verfahren zur sicheren Datenübertragung eingebaut. SSL (Secure Socket Layer) ist im Netscape Navigator seit Anfang an und im Microsoft Internet Explorer seit der Version 3.0 integriert. Dieses Verfahren nutzt die Stärken der symmetrischen und asymmetrischen Verschlüsselung. Die Weiterentwicklung SET (Secure Electronic Transaction) wird künftig als neuer Standard anzusehen sein. An der Entwicklung waren die marktführenden Unternehmen beteiligt: IBM, Netscape und Microsoft, sowie Visa, Master Card und American Express.

Auf der Anbieterseite sind die Schutzvorrichtungen ebenso ausreichend. Es gibt etliche Hilfsmittel, mit denen sich ein Webserver auf seine Sicherheit gegen Angriffe von außen testen und Mängel beheben lassen kann. Es ist nahezu unmöglich in ein sauber administriertes UNIX-System einzudringen.14

Um den sicheren Datentransfer im Internet zu gewährleisten, müssen drei Bedingungen erfüllt sein:15

- 1. Vertraulichkeit

Es muß gewährleistet sein, daß kein Dritter die übermittelten Daten mitlesen, also beispielsweise Kreditkartennummern ausspähen kann.

- 2. Integrität

Die Daten dürfen auf dem Weg vom Absender zum Empfänger nicht verändert werden können.

- 3. Authentizität

Die beiden Kommunikationspartner müssen sich gegenseitig ausweisen, damit sichergestellt ist, daß sie wirklich diejenigen sind, die sie zu sein vorgeben. Dazu dienen elektronische Ausweise, sogenannte ,,digitale Zertifikate".

10. Bezahlungsmöglichkeiten

Ein spezielles Problem der sicheren Datenübertragung sind Geldtransaktionen. Die einfachen und komfortablen Bestellmöglichkeiten im Internet laden zu Spontankäufen ein, doch bei der Bezahlung über das Internet treten Probleme auf.

Prinzipiell gibt es vier wichtige Bezahlungsmöglichkeiten im Internet:

1. Bezahlung per Nachnahme
2. Bezahlung per Kreditkarte
3. Bezahlung per Smart Cards
4. Bezahlung per Electronic Cash

Die Bezahlung per Nachnahme ist ein altbekanntes und bewährtes Mittel. Jedoch ist es nicht sehr kundenorientiert und flexibel. Es gibt bessere und schnellere Zahlungsmöglichkeiten, die zu der Attraktivität von e-Commerce passen.

Bei der Bezahlung per Kreditkarte stellt sich die sichere Verschlüsselung der Kreditkartendaten als Problem dar. Hier bieten sich die bereits genannten SSL und SET Standards an, da sie in den Browsern (Netscape Navigator & Microsoft Internet Explorer) der meisten Internet-Nutzer bereits integriert sind.

Die sichere Datenübermittlung bei der Kreditkartenzahlung im Internet wird zudem häufig überbewertet. Sie ist in jedem Fall sicherer, als die Zahlung im Restaurant oder Kaufhaus. Es ist wesentlich leichter, einen achtlos weggeworfenen Beleg mit allen Daten aus einem Papierkorb zu fischen, als die Nummer technisch sehr aufwendig, online aus den Myriaden von Datenpaketen herauszufiltern.16 Die Kreditkarte wird sicherlich auch zukünftig ein wichtiges Zahlungsmittel im Internet Geschäft sein. Viel zu sehr haben wir uns im alltäglichen Gebrauch an die Handhabung gewöhnt. Und mit dem Nachteil, der ,,Nicht-Anonymität" haben wir uns arrangiert.

Smart Cards - elektronische Geldbörsen 17 sind kleine Plastikkarten auf denen sich ein Chip oder Magnetstreifen befindet. Sie lassen sich universell einsetzen. Als Bank- und Scheck-sowie Krankenkassenkarten finden Smart Cards breite Anwendung. Smart Cards können bei einer Ladestation (z.B. bei Banken oder Restaurants) mit digitalem Geld aufgewertet werden. Dabei wird vom Konto des Inhabers auf den Chip das Geld übertragen. Die maximale Ladekapazität derzeit beträgt 400.- DM. Wer Smart Card Geldbörsen für das Internet nutzen will, braucht einen relativ teuren Kartenleser, der die Geldeinheiten von der Karte auf die lokale Festplatte bucht. Wichtigstes Beispiel ist Mondex in Großbritannien, das durch die NetWest und Midland Bank getragen wird. Zusätzlich sollen bis Ende 1998 alle Eurocheque Karten mit einem Geldchip ausgerüstet werden.

Electronic Cash - virtuelle Münzen 18 sind die Lösung die vor allem Anonymität aber auch geringe Kosten gewährleisten. Münzen oder Geldscheine werden durch Dateien dargestellt. Diese Dateien sind dann, genau wie bei Bargeld, Gegenstand der Identifizierung und nicht deren Eigentümer. Der Kunde kauft beim Anbieter elektronischer Zahlungsmittel dessen Einheiten gegen ,,richtiges" Geld. Dann wird mit den Einheiten bezahlt, so daß die Information über den Zahler nicht übertragen werden muß. Der Empfänger kann die Einheiten dann in die Währung seiner Wahl umtauschen. Eine Reihe unterschiedlicher Lösungen sind derzeit im Versuchsstadium, andere bereits auf dem Markt. Die bedeutendsten bisher sind Ecash von der Firma DigiCash, Cybercoin von Cybercash und Millicent von Digital Equipment.

Digitales Geld ist vor allem auch interessant zur Bezahlung von Klein- und Kleinstbeträgen; z.B. dann, wenn die Bearbeitungsgebühr für die Kreditkartenzahlung höher ist, als die Kosten der Leistung. Digitales Geld ermöglicht Internet-Dienstleistungen (pay per view, pay per click) in einem Umfang, von dem wir heute nur träumen können.

Welches Zahlungsmittel sich für die Zukunft als Standard erweist, bleibt noch abzuwarten.

Die neuen digitalen Zahlungsmöglichkeiten, stecken größtenteils in der Erprobungsphase und müssen sich erst noch beweisen. Zusätzlich müssen die Online Nutzer noch von der ,,Ungefährlichkeit" des multimedialen Datentransfers überzeugt werden und Hemmschwellen abbauen.

11. Warenauslieferung

Die Internet-Shops sind rund um die Uhr geöffnet, und laden den Besucher zu Spontankäufen ein. Wer schnell und spontan einkauft, möchte nicht lange auf die bestellte Ware warten. Das Bestell- und Lieferwesen sollte deshalb gut aufeinander abgestimmt sein. Optimal ist es, wenn der Kunde die Verfügbarkeit eines Artikels und die voraussichtliche Lieferzeit vor dem Kauf online abfragen kann.19 Das ist jedoch mit einem großen Aufwand verbunden, der für viele Anbieter schlicht zu teuer ist. Zumindest sollten ungefähre Lieferzeiten angegeben und eingehalten werden.

Die Auslieferungsmethoden gestalten sich wie beim klassischen Versandhandel nach den organisatorischen und finanziellen Möglichkeiten des Anbieters. Je nach dem, kann dies im Optimalfall ein eigener Lieferservice sein, per Kurier oder per Post stattfinden. Es stellt sich auch immer die Frage des Umfangs und der physischen Größe der Bestellung. Vorteile haben hier Anbieter, die bereits über ein eigenes Liefersystem verfügen, wie z.B. der Otto- oder Quelle Versand, die ihr Angebot auch online präsentieren.

Juristisch besitzt der Kunde, wie im Versandhandel üblich, ein garantiertes Rückgaberecht. Nur bestimmte Warengruppen wie Lebensmittel sind davon ausgenommen. Da aufgrund der fehlenden Unterschrift eine rechtlich verbindliche Grundlage fehlt, kann der Kunde die Annahme der Ware ablehnen. Das Risiko liegt dann beim Händler, der die Versandkosten selbst tragen muß. Viele Anbieter bestehen deshalb zumindest bei der Erstbestellung auf Vorkasse.20 Einen verbesserten Schutz für den Händler, bietet die elektronische Unterschrift. Diese befindet sich allerdings erst in der Entwicklungsphase und wird noch einige Zeit bis zur Praxisreife benötigen.

12. Erfolgsstories

Electronic Commerce verzeichnet vor allem in den USA bereits große Erfolge. Ein Beispiele ist der amerikanische PC-Direktversender Dell, der nach eigenen Angaben vier Millionen US-Dollar über das Internet täglich absetzt. Damit wurde Dell zum drittgrößten Computerhersteller weltweit. Ein anderes Beispiel, ist der amerikanische Buchhändler Amazon, mit einem Nettoumsatz im letzen Quartal von 66 Millionen US-Dollar. Aber auch in Deutschland sind erste Erfolge zu verzeichnen. Der Online-Shop des Versandhauses Quelle schrieb 1997 erstmals schwarze Zahlen. Der Elektronikhändler Conrad erreichte sein Umsatzziel für 1998 bereits in der ersten Jahreshälfte.

Noch sind es außerhalb der USA wenige Anbieter, die über Electronic Commerce tatsächlich Geld verdienen. Doch die Zeichen stehen gut und die Zukunft wird noch viele Erfolgsstories melden.21

13. Business-to-Business

Der elektronische Handel im Business-to-Business-Bereich übertrifft mit seinen Umsatzzahlen das Endkundengeschäft bei weitem. So entfielen beispielsweise 70% des Umsatzes des US-amerikanischen PC-Direktversenders Dell auf diesen Bereich. Neben dem Handel mit Wiederverkäufern verzeichnet der Business-to-Business-Bereich auch hohe Zuwachsraten, im Geschäft zwischen Zulieferern und Herstellern. Eine weitere typische e-Commerce-Anwendung im Business-to-Business-Bereich ist die Nutzung des Inter-/Intranets für firmeninterne, kostenstellenübergreifende Bestellvorgänge.

14. FAZIT

Während in den USA über Online-Shops bereits Millionen Umsätze getätigt werden, steckt Electronic Commerce in Deutschland sowie im Rest der Welt noch in den Kinderschuhen. Der Anteil des Umsatzes deutscher Unternehmen über Electronic Commerce am Gesamtumsatz beläuft sich nach einer Studie von KPMG auf weniger als 1% (Mitte des Jahres 1997). Allerdings ist Electronic Commerce hierzulande noch wenig verbreitet. Nur 10% der Unternehmen setzen diese neue Absatzmöglichkeit ein. Die deutschen Unternehmen und Konsumenten müssen ihre Risikobereitschaft noch steigern, um die Vorteile von Electronic Commerce zu nutzen und im internationalen Wettbewerb nicht das Nachsehen zu haben.

Die Potentiale, die das Internet und Electronic Commerce bieten, sind jedoch enorm. Mit Sicherheit wird Electronic Commerce zukünftig ein wichtiger Absatzkanal werden. Jedoch müssen dazu noch einige Hindernisse überwunden werden. Hierzu zählen die Online-Zahlungsmöglichkeiten genauso wie die kundenorientierte Gestaltung der Shops. Derzeit werden lediglich 0,2 Prozent der Besucher zum Kunden, bei einem ,,realen" Einkaufsort sind es 25 Prozent.

Die Frage ob Electronic Commerce die heutigen Einkaufsstrukturen in Zukunft verdrängen wird, bietet viel Diskussionsstoff. Als Autor dieser Ausarbeitung vertrete ich die Meinung, daß Electronic Commerce zwar stark wachsen, aber nicht die heutigen Handelsstrukturen verdrängen wird. Electronic Commerce wird ein wichtiger, aber trotzdem nur ein zusätzlicher Absatzmarkt sein. Der Konsument möchte auch in Zukunft auf das Erlebnis Einkaufen (fühlen, riechen, schmecken, soziale Aspekte, usw.) nicht verzichten.

15. Literaturverzeichnis

Zeitschriften:

c´t - Magazin für Computertechnik, Ausgabe 11/98

Axel Kossel - Einkaufsbummel durchs Netz

Axel Kossel, Hans-Jürgen Wronski - Web-Warenhäuser

Michael Wasmeier - Web-Währungen

c´t - Magazin für Computertechnik, Ausgabe 06/98

Michael Wilde - Stahlharte Kommerzwelle

Michael Kunze - Verhandlungssache

c´t - Magazin für Computertechnik, Ausgabe 16/97

Axel Kossel, Hans-Jürgen Wronski - Bare Bytes

Absatzwirtschaft 04/98

Joachim Rieke, Ingo Stein - Den Nutzer in die Wertschöpfungskette integrieren

Prof. Dr. Lothar Weeser-Krell - Internet für den Alltag

Wirtschaftswoche Nr. 44 vom 22.10.1997

Bernd Hendricks - Fatale Keckse

Die Zeit, Ausgabe Nr. 43 vom 18.10.1996

Ludwig Siegele - Online-Shopping und elektronisches Geld im Internet

Computerwoche Nr. 29 vom 19.07.1996

Marc Römer, Ingo Lippert - Mit Electronic Commerce ist noch kein Staat zu machen

Internet:

www.electronic-commerce.org

www.netzmarkt.de

www.ibm.com

www.otto.de

[...]


1 Vgl.: cÂt - Magazin für Computertechnik, Ausgabe 6/98, S. 162

2 Vgl.: cÂt - Magazin für Computertechnik, Ausgabe 6/98, S. 163

3 Vgl.: www.electronic-commerce.org

4 Vgl.: www.electronic-commerce.org

5 Vgl.: www.electronic-commerce.org

6 Vgl.: www.electronic-commerce.org

7 Vgl.: cÂt - Magazin für Computertechnik, Ausgabe 11/98, S. 142

8 Vgl.: cÂt - Magazin für Computertechnik, Ausgabe 11/98, S. 142

9 Vgl.: cÂt - Magazin für Computertechnik, Ausgabe 11/98, S. 148

10 Vgl.: cÂt - Magazin für Computertechnik, Ausgabe 11/98, S. 147

11 Vgl.: cÂt - Magazin für Computertechnik, Ausgabe 11/98, S. 147

12 Vgl.: cÂt - Magazin für Computertechnik, Ausgabe 11/98, S. 147

13 Vgl.: cÂt - Magazin für Computertechnik, Ausgabe 11/98, S. 147

14 Vgl.: www.electronic-commerce.org

15 Vgl.: www.electronic-commerce.org

16 Vgl.: www.electronic-commerce.org

17 Vgl.: www.electronic-commerce.org

18 Vgl.: www.electronic-commerce.org

19 Vgl.: cÂt - Magazin für Computertechnik, Ausgabe 11/98, S. 146

20 Vgl.: cÂt - Magazin für Computertechnik, Ausgabe 11/98, S. 142

21 Vgl.: c t - Magazin für Computertechnik, Ausgabe 11/98, S. 148

18 von 18 Seiten

Details

Titel
Electronic Commerce
Autor
Jahr
1998
Seiten
18
Katalognummer
V95277
Dateigröße
468 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Electronic, Commerce
Arbeit zitieren
RobMan (Autor), 1998, Electronic Commerce, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/95277

Kommentare

  • Gast am 24.3.2006

    damals.

    lustig, das ding habe ich mal vor 8 jahren hochgeladen ... wie doch die zeit vergeht ;-)

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Titel: Electronic Commerce



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