In der Arbeit sollen die aus Sicht der Politik und Ökonomie relevanten Begründungen für Wirtschaftswachstum herausgearbeitet werden. Es soll untersucht werden, inwieweit die Lösung grundlegender Probleme nur auf Basis des Wirtschaftswachstums möglich ist und ob die damit zusammenhängenden Versprechen auch eingelöst werden. Damit verbunden ist auch die Frage nach der Plausibilität der angenommenen Zusammenhänge und somit auch nach der Legitimität des Wachstumsglaubens.
Zu Beginn der Arbeit wird zunächst Wirtschaftswachstum definiert und beschrieben, wie es gemessen wird. Da Wachstum und Wohlstandssteigerung oft zusammen gedacht werden, folgt anschließend eine Auseinandersetzung mit dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) als geeigneten Wirtschafts- und Wohlstandsindikator. Dabei wird der Frage nachgegangen, was die Wirtschaftsleistung eines Landes über den Wohlstand der Menschen aussagen kann und was nicht. In dem Zusammenhang werden einige Kritikpunkte herausgearbeitet, warum eine Gleichsetzung von Wachstum und Wohlstand problematisch ist.
Im Anschluss daran wird knapp die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands seit Beginn der Industrialisierung umrissen, um einerseits die gegenwärtige Lage besser einordnen zu können und andererseits, um die im dritten Kapitel dargestellten Argumente für die Notwendigkeit des Wirtschaftswachstums und Wachstumsbegründungen besser nachvollziehen zu können. Den verschiedenen Gründen, die aus Sicht von Wachstumsbefürworter*innen für weiteres Wachstum angeführt werden, werden Argumente und empirische Belege, die aus Sicht der Kritiker*innen dagegen sprechen, gegenübergestellt, bevor zum Abschluss ein Fazit gezogen wird.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Wirtschaftswachstum: Das BIP
2.1 Das BIP als Wachstums- und Wohlstandsindikator
2.2 Entwicklung des Wirtschaftswachstums und aktuelle Trends in Deutschland
3 Wachstumsbegründungen
3.1 Wachstum schafft Wohlstand
3.2 Wachstum schafft sozialen Frieden
3.3 Wachstum schafft Arbeitsplätze
3.4 Wachstum verringert Staatsschulden
3.5 Wachstum kann die ökologische Krise aufhalten
4 Fazit und Ausblick
5 Literatur
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht kritisch die im politischen und ökonomischen Mainstream verankerten Begründungen für das Wirtschaftswachstum. Das primäre Ziel ist es zu analysieren, inwieweit das Versprechen, dass Wachstum grundlegende gesellschaftliche Probleme löst, plausibel ist und ob diese Versprechen tatsächlich eingelöst werden.
- Kritische Revision des Zusammenhangs zwischen Wirtschaftswachstum und Wohlstand.
- Analyse der Rolle von Wachstum für den sozialen Frieden und die Arbeitsmarktstabilität.
- Diskussion der Wirksamkeit von Wachstum beim Abbau von Staatsverschuldung.
- Untersuchung des Konzepts des "Grünen Wachstums" im Hinblick auf ökologische Krisen.
- Hinterfragung der Legitimität des Wachstumsparadigmas in der modernen Gesellschaft.
Auszug aus dem Buch
3.1 Wachstum schafft Wohlstand
Es scheint ganz einfach zu sein: wächst die Wirtschaft, wächst auch der Wohlstand. Oder anders: geht es der Wirtschaft gut, kommt das auch den Menschen zu Gute. So zumindest die gängige Vorstellung. Doch woher kommt diese Annahme und ist der immer wieder postulierte und selten hinterfragte vermeintliche positive Zusammenhang zwischen wirtschaftlichem Wachstum und gesellschaftlichem Wohlstand auch zutreffend? Nachdem das Thema bereits in der Kritik zum BIP als Wohlstandsindikator angeschnitten wurde, soll es hier vertieft untersucht werden.
Der angenommene Mechanismus dahinter lässt sich stark vereinfacht folgendermaßen beschreiben: Kapitalinhaber*innen investieren ihr Geld in Unternehmen, die Güter und Dienstleistungen erzeugen. Dafür benötigen sie Arbeitskräfte, schaffen also Arbeitsplätze und zahlen den Arbeiter*innen dafür Lohn. Die so entstandene Kaufkraft der Arbeitnehmer*innen ist wichtig, damit die produzierten Güter und Dienstleistungen auch abgesetzt, also von einer breiten Masse konsumiert werden können. Je höher die Produktivität ist, desto höher müssen auch die Löhne sein, damit der Wirtschaftskreislauf von Produktion und Konsumption nicht ins Stocken gerät. Der in der Produktion erwirtschaftete Profit fließt in die Taschen der Kapitalinhaber*innen, die ihrerseits einen Teil davon konsumieren und den anderen Teil wieder in neue Unternehmungen investieren. So entsteht in der Theorie ein Kreislauf, durch den der Wohlstand der Gesellschaft vermehrt werde, indem immer wieder neue Arbeitsplätze geschaffen und steigende Einkommen erzielt würden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die dominante Rolle des Wirtschaftswachstums als Problemlöser ein und hinterfragt die Legitimität dieses Paradigmas angesichts ökonomischer, sozialer und ökologischer Grenzen.
2 Wirtschaftswachstum: Das BIP: Das Kapitel definiert Wirtschaftswachstum und das Bruttoinlandsprodukt (BIP), diskutiert deren methodische Schwächen bei der Messung von Wohlstand und umreißt die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland.
3 Wachstumsbegründungen: Hier werden fünf zentrale Argumente für Wachstum (Wohlstand, sozialer Frieden, Arbeitsplätze, Schuldenabbau, ökologische Krise) einer kritischen Revision unterzogen.
4 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst zusammen, dass Wachstum seine Rolle als ultimativer Problemlöser nicht erfüllt, und fordert eine grundlegende Reflexion unseres Wachstumsmodells sowie die Entwicklung postwachstumsökonomischer Ansätze.
5 Literatur: Das Verzeichnis enthält die im Text verwendeten Quellen, Studien und wissenschaftlichen Beiträge.
Schlüsselwörter
Wirtschaftswachstum, Bruttoinlandsprodukt, Wohlstand, soziale Ungleichheit, Staatsverschuldung, ökologische Krise, Grünes Wachstum, Postwachstumsökonomie, Beschäftigung, Arbeitsmarkt, Kapitalismus, Trickle-Down-Theorie, Ressourcenverbrauch, Rebound-Effekt, Nachhaltigkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert kritisch die gängige Auffassung, dass stetiges Wirtschaftswachstum die Lösung für die zentralen Probleme unserer Gesellschaft darstellt.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Legitimationsargumente für Wachstum: Wohlstand, sozialen Frieden, Beschäftigung, Staatsverschuldung und die ökologische Krise.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu prüfen, ob die Versprechen, die mit dem Wirtschaftswachstum verknüpft sind, empirisch haltbar sind und ob Wachstum tatsächlich zur Lösung grundlegender Probleme beiträgt.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Die Arbeit nutzt eine kritische Literaturanalyse und diskutiert bestehende ökonomische Daten sowie verschiedene theoretische Konzepte (z.B. Trickle-Down-Theorie, Postwachstumsökonomie) im Kontext der deutschen Wirtschaft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Definition des BIP, eine historische Einordnung der wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands und eine detaillierte Auseinandersetzung mit fünf spezifischen Wachstumsbegründungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen zählen Wirtschaftswachstum, Bruttoinlandsprodukt, ökologische Krise, soziale Ungleichheit und Postwachstumsökonomie.
Warum wird die Gleichsetzung von BIP und Wohlstand kritisiert?
Die Arbeit kritisiert, dass das BIP nur marktkonforme Leistungen misst und wichtige Faktoren wie unbezahlte Hausarbeit, soziale Verteilung, Umweltschäden und individuelle Lebenszufriedenheit ignoriert.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin zum Thema "Grünes Wachstum"?
Die Autorin äußert Skepsis gegenüber der Idee, dass durch technologische Innovationen allein eine absolute Entkoppelung von Wachstum und Ressourcenverbrauch möglich sei, und betont die Gefahr von Rebound-Effekten.
- Arbeit zitieren
- Manuela Plöger (Autor:in), 2017, Wirtschaftswachstum als Problemlöser. Argumentationen von Politik und Ökonomie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/952824