Physische und psychische Belastung durch Bildschirmarbeit. Eine kritische Analyseeinschlägiger Untersuchungsergebnisse angesichts der Forderung nach Humanisierung des Arbeitslebens


Seminararbeit, 1996

28 Seiten, Note: 1,4

Anonym


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Inhaltsverzeichnis:

1 Problemstellung

2 Physische Belastung durch Bildschirmarbeit
2.1 Grundlagen der Ergonomie
2.2 Analyse physischer Belastungen durch Bildschirmarbeit
2.2.1 Belastungen des Sehapparates
2.2.2 Belastungen des Bewegungs- und Stützapparates
2.2.3 Ursachen und Wirkungen von RSI (repetitive strain injury)
2.2.4 Einflußfaktor des natürlichen Alters
2.2.5 Chemische und physikalische Belastungen

3 Psychische Belastung durch Bildschirmarbeit
3.1 Grundlagen der Software-Ergonomie
3.2 Analyse psychischer Belastungen durch Bildschirmarbeit

4 Humanisierung des Arbeitslebens: Theoretische Konzeption und praktische Umsetzung
4.1 Intention der Forderung nach Humanisierung des Arbeitslebens
4.2 Bedeutung der EG - Bildschirmrichtlinie vom 29.05.1990 (90/270/EWG)
4.3 Kompensationsansätze zum Belastungsabbau

Literaturverzeichnis

Ehrenwörtliche Erklärung

1 Problemstellung

Der Einzug der Computertechnologie in Produktions- und Dienstleistungsunternehmen sowie in öffentlichen Verwaltungen führte zu einem steten Wandel von Arbeits-bedingungen und Arbeitsumfeld, wobei ein Ende dieser Entwicklung gegenwärtig noch nicht abzusehen ist. Eine Vielzahl von Bildschirmarbeitsplätzen1, bestehend aus Workstations und/ oder Personal- Computern, die über Netzwerke mit System- oder Zentralrechnern verbunden sein können, befindet sich heute gleichermaßen in Büros, in Planungs- und Entwicklungsabteilungen, in der industriellen Fertigung und in der Lagerverwaltung. Darüber hinaus gewinnen durch eine immer stärker ausgeprägte Dislozierung unternehmenseigene, nationale oder internationale Datennetze zunehmend an Bedeutung, da durch sie umfangreiche Rationalisierungspotentiale im Bereich der Informationsverarbeitung und Kommunikationsgestaltung erschlossen und die Reaktions-zeiten erheblich verkürzt werden können.

Aus diesen Gründen ist der Bildschirm zu einem bestimmenden Instrument der Arbeitswelt geworden. Erst später wurden Hinweise dafür gefunden, daß sich auch die Anforderungs- und Belastungsaspekte der Arbeit mit den neuen Informations- und Kommunikations- technologien in einer für die Gesundheit vieler Beschäftigter relevanten Weise gewandelt hatten. Speziell Augenbeschwerden, Kopfschmerzen und Beschwerden am Muskel- und Skelettsystem werden häufig im Zusammenhang mit der Bildschirmarbeit genannt.2 Darüber hinaus können psychische Probleme wie Desensibilisierung, Desinteresse oder Motivationsverlust als Folge einer Entleerung der Arbeitsinhalte und Beschränkung der Möglichkeiten zur Anwendung praktischer und intellektueller Fähigkeiten auftreten. Die Ursachen der durch die Bildschirmarbeit in Erscheinung tretenden Beschwerden können aus einer Vielzahl von Belastungsfaktoren resultieren, für deren Entstehung folgende Bereiche gebildet werden können: die Art der Bildschirmarbeit, die Gestaltung und Ausstattung des Arbeitsplatzes, der tägliche Arbeitsablauf bzw. die spezielle Arbeits-aufgabe, das Arbeitsklima sowie das Alter und die physische und psychische Konstitution des Arbeitnehmers. Aus möglichen Interdepedenzen zwischen diesen Bereichen ergibt sich ein äußerst komplexes System von Belastungsfaktoren, welches in seiner Gesamtheit auf die physische und psychische Konstitution des Arbeitnehmers wirkt und diese spezifisch beeinflussen kann.

Im weiteren Verlauf dieser Arbeit sollen die oben genannten Beschwerdesymptome - nach physischer und psychischer Natur - differenziert analysiert werden, wobei eine Gegenüberstellung der wichtigsten Belastungen (Ursachen) und Beanspruchungen (Wirkungen) erfolgen soll. Dabei basieren die Belastungen auf objektiven, von außen auf das Individuum einwirkenden Faktoren, die aus der jeweiligen Arbeitsaufgabe und der Arbeitsumgebung resultieren. Die durch diese Belastungsfaktoren verursachten subjektiven Auswirkungen auf den Menschen werden als Beanspruchung bezeichnet.3 Wird durch das Ausmaß der Beanspruchung eine von der physischen und psychischen Konstitution des Individuums abhängige Grenze überschritten, kommt es bei dem Individuum im allgemeinen zu Beschwerden, die entweder auf einer sinnlichen Überinterpretation der Beanspruchung oder auf einer tatsächlichen Reizung der körperinternen Schmerzrezeptoren (z. B. bei Entzündungen) basieren.4 Die Analyse dieser aus der Bildschirmarbeit hervorgehenden Ursache-Wirkungs-Reaktionen bezieht sich dabei in erster Linie auf die in industriellen und öffentlichen Verwaltungen und Dienstleistungsunternehmen vorhandenen Büroarbeitsplätze, da bei diesen Arbeitsplätzen der Terminalisierungsgrad am höchsten ist und sie aufgrund weitgehend identischer Arbeitsabläufe vergleichbar sind.

Den in Kapitel 2 und 3 gewonnenen Erkenntnissen bezüglich der durch die Bildschirmarbeit verursachten Belastungen in Büros und den spezifischen Auswirkungen auf den Arbeitnehmer werden in Kapitel 4 Ansätze zum Belastungsabbau gegenüber-gestellt, die sich aus der Forderung nach Humanisierung des Arbeitslebens ableiten. Hierbei steht der einzelne Arbeitnehmer im Mittelpunkt der Betrachtung, d. h. Humanisierung der Arbeit wird betriebs- und arbeitsplatzbezogen verstanden. Ihre Zielsetzung besteht in einer deutlichen Reduktion physischer und psychischer Belastungen, indem die zu leistende Arbeit durch organisatorische Maßnahmen und unter Beachtung wissenschaftlicher Erkenntnisse an den arbeitenden Menschen angepaßt werden soll. Dabei wird einerseits auf die EG - Bildschirmrichtlinie vom 29.05.1990 Bezug genommen, andererseits werden aber auch neue Ansätze wie Mischarbeit oder Haltungs- und Bewegungswechsel im Rahmen einer Bewegungsergonomie am Bildschirmarbeitsplatz analysiert und in Kapitel 4.3 vorgestellt. Auf eine historische oder sozialpolitische Interpretation der Humanisierung des Arbeitslebens wird in dieser Arbeit verzichtet.

2 Physische Belastung durch Bildschirmarbeit

2.1 Grundlagen der Ergonomie

Die Lehre der Ergonomie stellt ein Teilgebiet der Arbeitswissenschaft dar. Ihr historischer Ursprung wird auf die Arbeiten des englischen Wissenschaftlers Murrell zurückgeführt, der 1949 aus den beiden griechischen Wortstämmen ,,ergon" (= Arbeit) und ,,nomos" (= Regel, Gesetz) das Kunstwort Ergonomie zusammenfügte, um damit eine neue, natur- wissenschaftlich orientierte Disziplin zur Erforschung von Problemen menschlicher Arbeit zu umschreiben.5 Auf der Basis dieser Zielsetzung und unter Beachtung der historischen Entwicklung definiert W. Laurig die Ergonomie heute als Wissenschaft, ,,mit der Erkenntnisse und Regeln .. zur Beurteilung und Gestaltung menschlicher Arbeit .. erforscht, entwickelt und angeboten werden".6 Zur Gewinnung dieser Erkenntnisse und Regeln orientiert man sich an physiologischen und psychologischen Modellen des Menschen, mit deren Hilfe man versucht, sowohl die Reaktionen organischer Funktionen als auch das Verhalten von Personen in Abhängigkeit von den Bedingungen, unter denen der Mensch tätig ist, zu beschreiben.7 Die Beurteilung dieser Arbeitsbedingungen, die als Voraussetzung zur Durchführung gestaltender Maßnahmen zu sehen ist, kann mittels des Belastungs- Beanspruchungs-Konzeptes von Rohmert erfolgen.8 Dieses Konzept ermöglicht eine Analyse der Arbeitsbedingungen in Form eines Ursache-Wirkungs-Modells, welches Arbeitsbedingungen und ihre Wirkung auf den Menschen gegenüberstellt. Die Zielsetzung dieser Gegenüberstellung besteht darin, mögliche Belastungen, die sich aus den Arbeitsbedingungen ergeben, durch Veränderungen derselben so zu reduzieren, daß Gesundheit und Leistungsfähigkeit des Menschen erhalten werden. Diese Vorgehensweise bezeichnet man als korrektive ergonomische Gestaltung, die als kontinuierlicher Prozeß der Anpassung der Arbeit an den Menschen beschrieben werden kann.

Gegenwärtig zeigen sich jedoch Bestrebungen, allgemeingültige ergonomische Erkenntnisse, die sich vor allem auf Arbeitsplatz, Arbeitsmittel und Arbeitsumgebung beziehen, von vornherein in die Arbeitsgestaltung einfließen zu lassen, wodurch eine Entstehung spezifischer Belastungen und deren Konsequenzen möglichst im Vorfeld ausgeschlossen werden soll. Die Zielsetzung dieser präventiven Maßnahmen besteht darin, das gesundheitliche Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit des Menschen zu schützen, wodurch letztendlich die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens in positiver Weise beeinflußt werden kann.

Die besondere Notwendigkeit dieser präventiven ergonomischen Gestaltung zeigt sich unter anderem bei der Einrichtung von Bildschirmarbeitsplätzen, da in diesem Bereich eine Vielzahl von Belastungsfaktoren auftreten kann, was in den folgenden Kapiteln verdeutlicht wird.

2.2 Analyse physischer Belastungen durch Bildschirmarbeit

2.2.1 Belastungen des Sehapparates

Die aus der Bildschirmarbeit resultierenden Belastungen des menschlichen Sehapparates basieren auf einem komplexen, meist simultan wirkenden System von Belastungsfaktoren. Ihre möglichen Auswirkungen, die in Form von Augenermüdung, Augenbrennen, Augenstechen, Augenrötung, undifferenzierte Augen- und Kopfschmerzen, sowie verschwommener Sicht und Flimmern in den Augen auftreten können, bezeichnet man als asthenoptische Beschwerden.9 Dabei wird jede subjektive Symptomatik oder Summe von Beschwerden, die durch die Beanspruchung der Augen entsteht, als Asthenopie verstanden.10 Das Ausmaß dieser Asthenopie wird durch die von Dainoff und Mitarbeitern ermittelten Zahlen deutlich. Sie fanden für gelegentliches Auftreten von Augenbeschwerden bei der Bildschirmarbeit eine Häufigkeit zwischen 40 und 92 % und für tägliches Auftreten eine solche zwischen 10 und 40 %.11

Im folgenden werden die zentralen Belastungsfaktoren, die zur Entstehung der asthenoptischen Beschwerden führen können, analysiert. Dabei muß nach Faktoren differenziert werden, die sich einerseits aus den technischen und optischen Eigenschaften des Bildschirms und andererseits aus dem Arbeitsumfeld bzw. der Arbeitsplatzgestaltung ergeben. Durch die Qualität des Bildschirms werden sowohl die Oszillation der Leuchtdichte, die Zeichenqualität als auch die Oberflächenreflexion als potentielle Belastungsfaktoren bestimmt. Entscheidendes Merkmal für den Grad des Flimmerns (Oszillation der Leuchtdichte) ist die Bildwiederholfrequenz. Dieses Flimmern, welches mit abnehmender Bildwiederholfrequenz an Intensität gewinnt, beeinträchtigt zwar nicht direkt die eigentliche Lesbarkeit der Zeichen, stört aber die Aufmerksamkeit des Arbeitenden, besonders dann, wenn es nicht unmittelbar, sondern über das periphere Sehen betrachtet wurde.12 Als Konsequenz ergibt sich eine erhöhte Beanspruchung der Augen, die sich in Form von Augenermüdung, Tränen in den Augen oder subjektiven Mißempfindungen, wie beispielsweise Augenbrennen, manifestieren kann.

Darüber hinaus führen mangelnder Zeichenkontrast, mangelnde Schärfe, unzureichende Zeichengröße sowie Verzerrungen und Unschärfe der Zeichen zu einer schlechten Lesbarkeit, wodurch letztendlich eine Beeinflussung des Arbeitserfolgs verursacht werden kann, und einer beeinträchtigten Adaptation13 und Akkomodation14 des Auges. Als Beanspruchungsreaktion hierauf können bei dem betroffenen Menschen Augenermüdung und Verschwommen- oder Doppeltsehen auftreten.

Die Bildschirmoberfläche, aus welcher sich die Oberflächenreflexion ergibt, stellt die Schnittstelle zwischen den Eigenschaften des Monitors und der Arbeitsplatzgestaltung dar.

Der Bildschirm reflektiert auf die Oberfläche fallendes Licht der künstlichen Beleuchtung, von Fenstern, von hellen Gegenständen wie z. B. Kleidungs- oder Möbelstücken diffus und gerichtet, was Spiegelungen und Blendungen verursacht. Diese Belastungen, die durch Geräte mit integrierten Reflexschutzmaßnahmen bei gleichzeitig optimierter Positionierung des Bildschirms sowie durch Anpassung der Lichtquellen im Raum minimiert werden könnten, führen zu einem verminderten Zeichenkontrast und belasten die Sehleistung und auf Dauer die Aufmerksamkeit des Menschen. Darüber hinaus führen Reflexe nach Krueger zu einem zusätzlichen, dem eigentlichen Arbeitsobjekt überlagerten, Bild in einer anderen Sehentfernung, so daß bei vielen Benutzern eine erschwerte optische Wahr-nehmung auftritt. 15 Somit können Spiegelungen und Blendungen ebenfalls eine Ermüdung der Augen und weitere undifferenzierte Mißempfindungen, wie z. B. Augenbrennen verursachen.

Die eigentliche Bildschirmtätigkeit belastet die Augen durch die am Arbeitsplatz vorherrschenden unterschiedlichen Helligkeiten und Sehabstände, sowie durch ein langes Verharren der Augen auf dem Bildschirm. Die unterschiedlichen Sehabstände zwischen Bildschirm, Tastatur, Vorlage und sonstiger Arbeitsumgebung und die zwischen den einzelnen Arbeitsgegenständen und der Arbeitsumgebung stark differierenden Helligkeitsgrade führen zu hohen Blickwechselraten und somit zu einer starken Belastung der Augenmuskulatur. So werden bei einer 8-stündigen Bildschirmtätigkeit zwischen 12000 und 30000 Blickwechsel durchgeführt, die jeweils einen Akkomodations- und einen Adaptationsvorgang bedingen und die Augenmuskulatur bei fehlenden Erholungspausen stark ermüden.16 Ebenso führt langes, angespanntes Verharren auf dem Bildschirm, wie es beispielsweise bei unbestimmten System-Response-Zeiten typisch ist, zu einer hohen Beanspruchung der Augenmuskulatur, da sich diese bei derartig ungewohnten Seh- entfernungen und Leuchtdichten nicht entspannen kann.

Dabei ist zu beachten, daß die ständigen Blickwechsel meist auch eine Haltungsänderung des Kopfes bedingen und somit auch zusätzlich die Halswirbelsäule belasten. Zur Interpretation oben genannter Belastungsfaktoren und ihrer Wirkungen muß weiterhin auf die entwicklungsgeschichtlich enge Verbindung zwischen Auge und Gehirn hingewiesen werden. Durch sie wird eine Leistungsverknüpfung des Gesamtsystems hervorgerufen, d. h. eine länger andauernde Überanstrengung des Auges führt relativ kurzfristig zu einer Ermüdung des Gehirns und damit zu allgemeiner Abgeschlagenheit mit nachlassender Konzentration und Leistungsbereitschaft. Diese Symtome können ebenfalls als Resultat psychischer Belastungen (siehe Kapitel 3.2) auftreten und signalisieren damit die Komplexität der Gesamtzusammenhänge.

2.2.2 Belastungen des Bewegungs- und Stützapparates

Die physischen Beschwerden, die aus der Beanspruchung des menschlichen Bewegungs- und Stützapparates bei der Bildschirmarbeit hervorgehen, lassen sich in erster Linie auf ungünstige Körperhaltungen, langzeitiges Verharren in einer Position und stark repetitive Bewegungsabläufe17 zurückführen.

Der Großteil der haltungsbedingten Beschwerden wird durch sogenannte Zwangshaltungen verursacht. Aus diesen resultiert eine statische Belastung des menschlichen Stützapparates, welche durch eine andauernde Anspannung der Muskulatur (statische Muskelarbeit) indiziert wird. Die Ursachen dieser Zwangshaltungen lassen sich unter anderem auf nicht ergonomisch gestaltete, d. h. nicht auf die individuelle physische Konstitution des einzelnen einstellbare Sitzmöglichkeiten, Tische, Tastaturen und Arbeitsmittel wie Beleghalter oder Fußstützen sowie eine ständig gleichbleibende Sitzhaltung zurückführen.

Zusätzlich können Zwangshaltungen aber auch durch die Anordnung der Arbeitsmittel und das unmittelbare Arbeitsumfeld verursacht werden. Der Mensch versucht, die sich aus einer schlechten Darstellung der Zeichen und einer ungünstigen Plazierung des Bildschirms am Arbeitsplatz ergebenden Mängel durch eine dauerhafte Änderung der Sitzhaltung zu kompensieren, was zusätzlich zu den in Kapitel 2.2.1 beschriebenen visuellen Belastungen zur Belastung des Haltungs- und Stützapparates führen kann. Dieser Effekt kann dadurch verstärkt werden, daß eine bislang noch nicht bewußt zur Kenntnis genommene Seh- schwäche besteht, die ebenfalls durch individuelle Haltungsänderungen auszugleichen versucht wird, um die Lesbarkeit der Zeichen auf dem Bildschirm zu gewährleisten. Derselbe Kompensationsmechanismus kann auch bei Brillenträgern auftreten, deren Sehhilfen nicht an die aktuell notwendigen, persönlichen Bedürfnisse angepaßt sind. Besonders kritisch sind in diesem Zusammenhang auch die sogenannten Multifokalbrillen zu werten, da die Sehschärfebereiche im Sitzen nur durch Änderungen der Kopfhaltungen gefunden werden. Zur Analyse der Wirkungen dieser statischen Belastungen kann als Interpretationsansatz die ,,Theorie der lokalen Ermüdung", auch das ,,Aschenbrödel-Prinzip" genannt, herangezogen werden.18 Sie besagt, vereinfacht ausgedrückt, daß die aus der Zwangshaltung hervorgehende statische Belastung eine unzureichende kapilläre Durchblutung einzelner Muskelanteile oder Muskelfasern, d. h. eine mangelnde Versorgung dieser Muskeln mit Nährstoffen, zur Folge hat. Aufgrund dieser mangelhaften Versorgung können bei den betroffenen Menschen in Abhängigkeit der Belastungsintensität Spannungskopfschmerzen und Muskelverspannungen bis hin zu -verkrampfungen im Schulter-, Nacken- und auch im gesamten Rückenbereich entstehen.19

Ein zusätzlicher Belastungsfaktor ergibt sich aus überhöhten, nicht-ergonomisch geformten Tastaturen. Der EDV-Anwender wird oftmals gezwungen, Hände und Unterarme schwebend über der Tastatur zu halten. Dadurch wird die Oberarm- und Schulter-muskulatur in starkem Maße beansprucht, was, wie oben geschildert, einen auf Dauer-anspannung zurückzuführenden Durchblutungsmangel zur Folge hat. Eine derartige Problematik war bei mechanischen oder elektro-mechanischen Schreibmaschinen in dieser Intensität nicht bekannt, da mit jedem Tastendruck eine gewisse Kraft aufgebracht werden mußte und Arme und Hände dabei impulsartig entlastet wurden. Dieses, durch das Betätigen einer Taste hervorgerufene, impulsartige Entlasten wird als Trampolin-Effekt bezeichnet. Bei den aktuellen und sehr leichtgängigen Tastaturen ist der Tastenauslösedruck jedoch zu gering, um diese Impulsentlastung herbeizuführen. Demzufolge ist die vormals eher dynamische Muskelarbeit einer eher statischen Haltearbeit gewichen.

Weiterhin wird die durch diese schwebende Haltung verursachte Anspannung noch dadurch verstärkt, daß eine dauernd verspannte Stützmuskulatur im Rumpf eine Daueranspannung der Oberarm- und Unterarmmuskulatur zur Folge hat.20

Neben diesen Belastungsursachen können aber auch sogenannte ,,bad habits" des Menschen zur Entstehung oben genannter Beschwerden beitragen. Im Mittelpunkt hierbei stehen scheinbar bequeme Gewohnheiten des einzelnen, wie bspw. bestimmte angewöhnte Sitzhaltungen, die, dauerhaft ausgeübt, zu einer Verstärkung der beschriebenen Beanspruchungsreaktionen führen können.

2.2.3 Ursachen und Wirkungen von RSI (repetitive strain injury)

Unter der Bezeichnung RSI (repetitive strain injury) werden Verletzungen nach wiederholter Beanspruchung subsumiert.21 Nach Sorgatz charakterisiert RSI eine ,,sich schleichend entwickelnde Schmerzkrankheit im Hand-Arm-Bereich, deren Auftreten an Bildschirmarbeitsplätzen in allen westlichen Industrienationen zunehmend beobachtet wird".22 Die Ursache für die Entstehung dieser RSI-Symptome liegt nicht im Kraftaufwand, der zum Betätigen einer Taste notwendig ist, sondern vielmehr in der Bewegungsfrequenz, mit der Tasten bedient werden. Geht man von einer durchschnittlichen Anschlagzahl von 100 - 150 pro Minute aus, die durch extrem leichtgängige Tastaturen durchaus möglich sind, so erreichen Datentypistinnen oder Sekretärinnen bis zu 6750023 Anschläge pro Arbeitstag. Der Trampolin-Effekt, der bei schwergängigeren Tastaturen für eine impulsartige Entspannung der Muskulatur sorgte und auch gleichzeitig zu einem Training der Muskulatur beitrug, ist bei den heutigen Tastaturen nahezu verschwunden. Dadurch unterliegen Hände und Finger einer mechanischen Dauerbelastung, welche die psycho-physiologische Belastungsgrenze des Menschen übersteigt und die durch fehlende Erholzeiten nicht kompensiert werden kann. Der Körper reagiert auf diese Dauerbelastung mit einer Umwandlung der schnell arbeitenden, jedoch leicht ermüdbaren Muskelfasern des Typ I in ausdauernde, jedoch langsamer arbeitende Muskelfasern des Typ II, die für hohe Bewegungsfrequenzen ungeeignet sind.24 Mögliche Auswirkungen dieser Umwandlung können durch das ,,Modell des Microtraumas" erläutert werden. Aus der Diskrepanz von Muskelbelastung und -belastbarkeit resultieren kleinste Verletzungen in Form von mikroskopisch kleinen Muskelfaserrissen, deren Regeneration durch die sich täglich wiederholende Belastung nicht vollzogen werden kann. Dieser Effekt wird bei statischen Belastungen (Zwangshaltungen) noch begünstigt, da infolge des Durchblutungmangels in der Nacken-, Schulter- und Oberarmmuskulatur weniger Blut in die Hand des Menschen gelangen kann und somit die Entstehung kleinster Muskelfaserrisse zusätzlich unterstützt wird. Als langfristige Folge dieses Prozesses wachsen die Muskelfasern verkürzt zusammen und belasten die Sehnen bei Bewegungen durch stärkere Zugkräfte.25 Somit beschreibt RSI einen von der physischen und psychischen Konstitution des einzelnen abhängigen, sich über mehrere Jahre hinziehenden Prozeß, der über Befindlichkeits-störungen wie leichte Schmerzen, Kribbeln, usw. bis hin zu einem chronifizierten Zustand von Kraftverlust und Schmerz im Hand- und Armbereich führen und für tiefgreifende Funktionsbeeinträchtigungen sorgen kann.

Zusätzlich spielen gerade bei Bildschirmarbeit perceptuo-motorische Interferenzen eine bedeutende Rolle, die bei der Entstehung von RSI unterstützend wirken können.26 Hierunter versteht man die gegenseitige Störung von Bewegungsabläufen und Wahrnehmungs- bzw. Denkprozessen. So kommt es bei intensiven Denkprozessen, wie sie bei Sachbearbeitern im Dialog-System oder Programmierern durchaus üblich sind, zu einem unsystematischen Vorspannen der Arm- und Handmuskulatur, welches wiederum zu einer suboptimalen Durchblutung der Muskulatur führt und oben genannte Vorgänge unterstützt. Sorgatz bemerkt hierzu, daß Fingerbewegungen an der Tastatur bei gleichzeitigem Entschlüsseln des Bildschirminhaltes bzw. der Formulierung eines Satzes anstrengender sind und unter verminderter Blutzufuhr stattfinden.27 Beides erhöht die Wahrscheinlichkeit der beschriebenen Muskelfaserrisse.

Der Abbau dieser Belastungen kann nur durch ergonomisch gestaltete Arbeitsmittel und eine gleichzeitig und behutsam durchgeführte Sensibilisierung der Mitarbeiter erfolgen; mögliche Maßnahmen hierzu werden in Kapitel 4.3 vorgestellt.

2.2.4 Einflußfaktor des natürlichen Alters

Mit zunehmendem Alter ist generell mit einer Zunahme körperlicher Beschwerden zu rechnen, da bei älteren Arbeitnehmern die wahrnehmungs-physiologischen und motorischen Möglichkeiten aufgrund natürlich bedingter, degenerativer Veränderungen in ihrer Funktion abnehmen.28

Von diesen Veränderungen sind beim älteren Menschen auch wesentlich die Augen betroffen. Mit zunehmendem Alter verringert sich die Elastizität des Augenlinsenkörpers, wodurch ein abnehmendes Akkomodationsvermögen verursacht wird. ,,Die ungenügende Brechkraft des Linsenkörpers führt dazu, daß sich der Nahbereich nicht mehr scharf auf der Netzhaut abbildet."29 Deshalb sind gerade bei älteren Personen, die an Bildschirmen arbeiten, regelmäßige Kontrollen der Augen von elementarer Bedeutung. Dabei sollten dem untersuchenden Spezialisten auch detaillierte Angaben über die Gestaltung und Beleuchtungsstärke des individuellen Arbeitsplatzes gemacht werden, um optimale Korrekturen der Sehschwäche bezüglich der Arbeitsplatzsituation zu gewährleisten. Ebenfalls können altersbedingte Umbauvorgänge des Achsenorgans (Wirbelsäule) und die Reduktion von Muskelmasse und Muskelkraft dazu führen, daß die Wirkungen der in Kapitel 2.2.2 genannten Zwangshaltungen in ihrer Intensität verstärkt werden. Deshalb ist es empfehlenswert, ältere Arbeitnehmer verstärkt in Tätigkeiten einzubinden, die ein gewisses Maß an Haltungs- und Bewegungswechseln beinhalten.

Des weiteren besteht bei älteren Personen die Möglichkeit, daß veränderte Verhaltensweisen im psychischen Bereich auftreten, die unter anderem eine mögliche Diskrepanz zwischen Anforderungen und persönlicher Leistungsfähigkeit signalisieren. Die möglichen Ursachen hierfür können bspw. auf einem schnellen Wechsel von Software und einer mangelnden Schulung älterer Arbeitnehmer basieren.

2.2.5 Chemische und physikalische Belastungen

Die am Bildschirmarbeitsplatz auftretenden physikalischen und chemischen Belastungen in Form von Strahlung und möglicherweise austretenden Giftstoffen ergeben sich aus der technischen und bauartbedingten Gestaltung des Bildschirms. Dieser ist generell eine Quelle nichtionisierender und ionisierender Strahlung, deren Entstehung in der Funktionsweise des Bildschirms begründet ist. Diese Strahlung als Belastungsfaktor, deren Auswirkungen öffentlich kontrovers diskutiert wurden, muß differenziert betrachtet werden. Unter der nichtionisierenden Strahlung subsumiert man elektromagnetische und elektrostatische Felder. Das elektromagnetische Feld, welches eher seitlich und von der Rückseite des Bildschirms abgestrahlt wird, soll beim Menschen zu uncharakteristischen Beschwerden wie Müdigkeit und Kopfschmerzen führen können.30 Demzufolge haben die zuständigen Berufsgenossenschaften sowohl für die elektrische als auch für die magnetische Komponente der Strahlung Grenzwerte festgelegt, die von modernen Bildschirmen in der Regel weit unterschritten werden. Aufgrund verbesserter Abschirmung reagieren moderne Bildschirme auch unempfindlicher auf externe Störfelder und eine gegenseitige Verstärkung von elektromagnetischen Feldern wird gehemmt.

Die Wirkungen des elektrostatischen Feldes können sich durch verschiedene Haut- und möglicherweise Augenbeschwerden zeigen, deren Entstehung auf einen erhöhten Partikel-fluß innerhalb dieses Feldes zurückgeführt wird. ,,Es wird vermutet, daß das Aufschlagen dieser Partikel auf der Gesichtshaut, insbesondere wenn es sich um Allergene handelt, zu Hautausschlägen führen kann."31 Darüber hinaus kann das elektrostatische Feld in Abhängigkeit der Beschaffenheit des Fußbodens und der Luftfeuchtigkeit hörbare und sichtbare Entladungsfunken verursachen, wenn sich die Hand der Bildschirmoberfläche nähert.32 Allerdings unterschreiten in diesem Fall die auf Basis des gegenwärtigen Standes der Technik konzipierten Bildschirmgeräte deutlich die empfohlenen Grenzwerte. Zusätzlich kann die verbleibende Restwirkung durch einen geeigneten Fußbodenbelag und eine optimierte Raumklimatisierung, die in erster Linie in einer Anhebung der Luft-feuchtigkeit bestehen sollte, minimiert werden.

Die ionisierende Strahlung (Röntgenstrahlung) entsteht durch die spezifische Beschleunigungsspannung des Bildschirms. Krueger stellt hierzu fest, daß diese ionisierende Strahlung prinzipiell Krebs auslösen kann.33 Die Röntgenstrahlen werden jedoch schon im Inneren des Bildschirms vollständig absorbiert und bleiben selbst bei Störungen und Defekten (worst-case-Annahme) deutlich unter den zulässigen Grenzwerten.34

Eine chemische Belastung geht aus der Verwendung von flammgeschützten Kunststoffen im Gehäusebereich des Bildschirms hervor. Dabei werden bei höheren Temperaturen polybromierte Furane freigesetzt, die zwar in geringen Mengen nachweisbar sind, in ihrer Intensität allerdings unter der Allgemeinbelastung durch Nahrungsmittel liegen, so daß nach gegenwärtigem Stand der Erkenntnisse keine Beeinträchtigung der Gesundheit zu erwarten ist.35

Abschließend kann festgestellt werden, daß bislang keine auf epidemiologischen Studien und Untersuchungen basierenden Gesundheitsschäden eindeutig und zweifelsfrei nachgewiesen werden konnten. Allerdings sollte eine weitere Reduktion der Strahlenbelastung durch den Monitor, dem ALARA-Prinzip36 folgend, forciert werden, so daß im Sinne eines präventiven Gesundheitsschutzes mögliche Risiken weiter minimiert werden.

3 Psychische Belastung durch Bildschirmarbeit

3.1 Grundlagen der Software-Ergonomie

Die Aufgaben und Ziele der Software-Ergonomie lassen sich aus denen der Ergonomie ableiten und umfassen somit alle Erkenntnisse und Regeln zur Beurteilung und Gestaltung der Software, die die Mensch-Computer-Schnittstelle kennzeichnet. Die Anwendung dieser software-ergonomischen Erkenntnisse soll zu einer menschengerechten Systemgestaltung führen, deren Zielsetzung darin besteht, einerseits die Arbeitsmotivation und Arbeitskompetenz des einzelnen zu erhöhen und andererseits die systemspezifischen Belastungsmomente konsequent zu vermindern.37 Zu diesem Zweck ist es erforderlich, die Konzeption von Software nicht mehr isoliert als einen naturwissenschaftlich geprägten Prozeß anzusehen, innerhalb dessen die Software gemäß vorgegebener Spezifikationen ohne Beachtung der Benutzerschnittstelle entwickelt wird. Es ist vielmehr notwendig, schon während der Konzeption und Erstellung von Software arbeitswissenschaftliche und wahrnehmungspsychologische Erkenntnisse zu berücksichtigen, so daß der Anspruch einer belastungsminimierenden Arbeitsgestaltung realisiert und die Bedürfnisse des Benutzers berücksichtigt werden.

Darüber hinaus besteht die Aufgabe der Software-Ergonomie darin, auch das menschliche Arbeitshandeln im technisch-organisatorischen Kontext zu unterstützen sowie die Forderung nach Ausweitung der Handlungsspielräume umzusetzen.38 Aus der Erfüllung dieser Aufgabe ergibt sich für den Menschen die Möglichkeit, durch die erweiterten Handlungsspielräume die EDV-Anlage aktiv und individuell für die Erreichung seiner Ziele zu nutzen, ohne dabei zu befürchten, die Kontrolle über die Abläufe bzw. die Folgen seiner Aktivitäten verlieren zu können.

Die besondere Relevanz der Handlungsspielräume bezüglich der Reduktion psychischer Belastungen wird im nachfolgenden Kapitel aufgezeigt.

3.2 Analyse psychischer Belastungen durch Bildschirmarbeit

Die Analyse der aus der Bildschirmarbeit hervorgehenden psychischen Belastungsfaktoren und deren Einordnung in ein Ursache-Wirkungs-Modell ist mit besonderen Schwierigkeiten verbunden. Die Gründe hierfür liegen einerseits in der menschlichen Individualität, die dadurch gekennzeichnet ist, daß sich jeder Mensch in seiner psychischen Konstitution und Denkweise unterscheidet und er somit psychische Belastungsfaktoren unterschiedlich wahrnimmt und verarbeitet. Darüber hinaus kann das subjektive Intensitätsempfinden dieser Belastungen von der im Privatleben bestehenden sozialen Unterstützung bzw. den sozialen Interaktionen wesentlich beeinflußt werden.

Andererseits resultieren Schwierigkeiten daraus, daß das System der psychischen Belastungsfaktoren durch hohe Komplexität und wechselseitige Beziehungen gekenn-zeichnet ist. Dies manifestiert sich vor allem darin, daß es gegenwärtig für Arbeits-wissenschaftler und Mediziner nicht möglich ist, die Intensität der psychischen Belastung in operationalisierter Form eindeutig auszudrücken und die daraus hervorgehende Beanspruchung des Menschen auf einen oder mehrere abgrenzbare Belastungsfaktoren zurückzuführen. Unter Berücksichtigung oben genannter Schwierigkeiten werden im folgenden die zentralen Belastungsfaktoren, deren Verursachung in der Mensch-Computer-Interaktion begründet ist, aufgezeigt, wobei der Versuch einer Zuordnung von Ursache und Wirkung erfolgen soll.

Zentraler Ausgangspunkt der psychischen Belastung ist die durch die industrielle Bildschirmarbeit verursachte inhaltliche Veränderung der Arbeitsprozesse. Die Etablierung tayloristischer Verfahren an Bildschirmarbeitsplätzen konfrontiert den Menschen mit einer Monotonie der Arbeit, mit einer Ausschnitthaftigkeit und Abstraktheit der Darstellung und führt aus Sicht des Benutzers zu einer Intransparenz technischer Prozesse, d. h. daß Handlungsfolgen unvorhersehbar werden und der Eindruck entsteht, das Arbeitssystem sei unbeeinflußbar.39 Dabei ist die Unbeeinflußbarkeit des Systems, die vor allem durch programmgebundene Arbeitsabläufe und fehlende Eingriffsmöglichkeiten entsteht, als wesentlicher Belastungsfaktor anzusehen, da jeder Mensch die Eigenart und das Bedürfnis zeigt, Probleme mittels individueller Strategien zu lösen und die eigenen Umweltbedingungen zu kontrollieren. Läßt das System jedoch keine Möglichkeiten offen, individuelle Handlungs- und Entscheidungsspielräume zu berücksichtigen, fühlt sich der Benutzer zum Bediener degradiert und kann möglicherweise seine eigentliche individuelle Leistung nicht mehr erkennen und beurteilen. Darüber hinaus resultiert aus der systeminternen Bearbeitung fachspezifischer Arbeitsaufgaben bei Arbeitnehmern (insbesondere bei den älteren) ein Gefühl der Dequalifizierung, welches durch eine Verminderung von Arbeitsinhalten hervorgerufen wird. Der arbeitende Mensch sieht sich mit dem Gedanken konfrontiert, daß seine fachspezifischen Kenntnisse an Bedeutung verlieren, da die Software immer mehr Aufgaben, wie bspw. komplexe Berechnungen etc., übernimmt und daß die Qualität der persönlichen Arbeitsleistung durch die individuellen EDV-spezifischen Kenntnisse bestimmt wird. Leitner stellt hierzu fest, daß Anforderungen der Arbeitsaufgabe an eigenständiges Denken, Planen und Entscheiden als positive Aspekte von Arbeitsbedingungen betrachtet werden, da solche Erfordernisse an die psychische Regulation des Arbeitenden es ermöglichen, Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten anzuwenden und zu erweitern.40 Bei der Gestaltung vieler Programme und Bildschirmarbeitsplätze bleibt dieser Aspekt jedoch unberücksichtigt, woraus sich psychische Belastungen in Form von Entfremdungsgefühlen und einem partiellen Verlust von Verantwortungs- und Selbstwertgefühl ergeben, die auf die geringen Identifikations-möglichkeiten zurückzuführen sind.41 Darüber hinaus resultieren aus einförmigen, sinnentleerten und mit geringem Handlungsspielraum versehenen Arbeitsinhalten geringe Arbeitszufriedenheit und Motivationsverlust. Ein weiterer Belastungsfaktor entsteht aus der Veränderung der Zeitstrukturen sowie der Arbeitsverdichtung bzw. Arbeitsintensivierung infolge eines hohen Systemarbeitstempos. Die Arbeitenden müssen sich auf ein vom Computer produziertes Zeitverhalten einstellen; Arbeitszeitstrukturen, wie sie aus ihren eigenen Arbeitsstrategien resultieren, müssen der Computerzeit untergeordnet werden. Deutlich wird dies z. B. am Problem der System- Response-Zeiten. Längere Antwortzeiten verlangsamen zwar das Arbeitstempo, ohne jedoch zu einer Beanspruchungsverminderung zu führen. Vielmehr werden längere Pausenzeiten bei Antworten von den Benutzern als deutliche Beanspruchung empfunden; zu kurze Antwortzeiten wirken dagegen arbeitsantreibend.42 Darüber hinaus wird durch die Arbeitsverdichtung und Arbeitsintensivierung der Wegfall entlastender Tätigkeiten, wie bspw. die Beschaffung von Arbeitsmitteln (Aktenordner o. ä.) verursacht.43 Des weiteren wird der Mensch gleichzeitig mit einem möglichen Kontrollpotential44 konfrontiert, wodurch nicht nur Arbeitsergebnisse, sondern auch Arbeitsschritte und deren zeitliche Abfolge transparent werden. Dieses Kontrollpotential kann, unabhängig von seiner tatsächlichen Nutzung, als Disziplinierungsinstrument aufgefaßt werden und damit den subjektiven Leistungsdruck bei den Beschäftigten fördern.45 Die somit dauerhaft bestehende geistige Belastung in Form von ständiger Aufmerksamkeit und Konzentration beansprucht die Psyche des Menschen, und kann zu Streß führen. Dieser tritt immer dann auf, ,,wenn die Arbeitsanforderungen vom Individuum als mit seinen Fähigkeiten, Kenntnissen und Erwartungen nicht übereinstimmend erlebt werden und wenn sie keine oder nur unzureichende Möglichkeiten eröffnen, diesen Zustand des Ungleichgewichts zu beeinflussen oder ganz zu beseitigen".46

Neben der beschriebenen Arbeitsverdichtung und Arbeitsintensivierung, die gegenwärtig durch auslastungsgesteuerte EDV-Systeme noch verstärkt wird, hat Kühlmann in einer empirischen Studie folgende zusätzlich wirkende Streßbedingungen ermittelt. Dies sind im einzelnen Systemfehler, wie z. B. Systemausfälle oder Softwarefehler, Systemmängel, wie bspw. lange Antwortzeiten oder umständliche Benutzerführung, Bedienerfehler, wie unbeabsichtigtes Zerstören von Dateien oder erfolgloser Zugriff auf externe Speicher sowie Bedienerunsicherheiten, welche bspw. auf lückenhafte Erinnerung an Kommandonamen oder Unklarheiten über den aktuellen Systemstatus zurückzuführen sind.47 Die individuelle Beanspruchungsreaktion auf diese Belastungsfaktoren kann langfristig in Form von Nervosität, Schlafstörungen, Herzbeschwerden, Kopfschmerzen und Magenbeschwerden sowie in einer erhöhten Ausschüttung von Streßhormonen auftreten.48 Außerdem kann die beschriebene geistige Dauerbelastung am Arbeitsplatz dazu beitragen, daß sich körpereigene Schmerzsignale, als Resultat physischer Belastungen (z. B. Nacken-verspannungen), der Wahrnehmung entziehen oder unterbewußt verdrängt werden, weil die gesamte Aufmerksamkeit auf den Bildschirm gerichtet ist. Dieses Phänomen wird als ,,Sog-Wirkung" des Bildschirms bezeichnet.

Im Zusammenhang mit der Einführung und Intensivierung der Bildschirmarbeit wird auch auf eine mögliche Veränderung kommunikativer und interaktiver Wahrnehmungsprozesse hingewiesen, die aus der isolierten Mensch-Computer-Interaktion resultieren.49 Diese Veränderung der Wahrnehmungsprozesse basiert auf einer ständigen Zunahme des Anteils der am Bildschirm verbrachten Arbeitszeit. Dadurch werden, teilweise durch Arbeitgeber oder Vorgesetzte initiiert, immer mehr Koordinations- und Kommunikationsprozesse, bspw. in Form von ,,e-mails", über den Bildschirm abgewickelt, so daß die Notwendigkeit persönlicher Begegnungen reduziert wird. Die Belastung entsteht dabei durch den fortschreitenden Wegfall der zwischenmenschlichen Kommunikation und ihrer verstärkten Technisierung. Hierdurch entfallen einerseits zusätzliche Informationen, wie sie aus der Körpersprache und der Stimmlage hervorgehen, und andererseits die persönliche und private Komponente des Gesprächs. Diese Ansicht bestätigen auch die Autoren des Forschungsberichts ,,Zukunft der Bildschirmarbeit" und stellen hierzu fest: ,,Häufig geäußerte Befürchtung in unseren Befragungen ist, daß Kommunikationseinschränkungen und Formveränderung der Kommunikation eine Verarmung der kommunikativen Kompetenz bewirken".50 Auf der Basis dieser Veränderungen sind auch Auswirkungen auf den Privatbereich zu erwarten, die sich möglicherweise in Form von gesellschaftlichen Kontaktschwierigkeiten manifestieren. Demzufolge kann die Ursache dieser Belastung auf eine Dissonanz von Arbeitsgestaltung und elementaren menschlichen Bedürfnissen zurückgeführt werden.

Weiterhin läßt sich bei der Bildschirmarbeit eine hohe informatorische Belastung feststellen, die sich unter anderem aus einer unsachgemäßen, übertriebenen Farbgestaltung, uneinheitlichen Maskenbildung, komplexer Fenstertechnik sowie einer dem Benutzer unsystematisch erscheinenden Befehlsgestaltung ergibt.51 Hierdurch kommt es zu einer starken Belastung des Kurzzeitgedächtnisses, was insbesondere bei älteren Arbeitnehmern psychomentale Überforderungen verursachen und damit u. a. zu Kopfschmerzen und Ermüdungserscheinungen führen kann.

Neben diesen direkt aus der bildschirmarbeitsplatzspezifischen Arbeitsaufgabe, Arbeitsorganisation und Arbeitsgestaltung abgeleiteten Belastungsfaktoren muß jedoch noch auf eine weitere Komponente der psychischen Belastung hingewiesen werden. Sie besteht in einem drohenden Arbeitsplatzverlust durch weitreichende Rationalisierungs-bestrebungen, welche durch den rasanten technischen Fortschritt bei gleichzeitigem Preisverfall der Computertechnologie forciert werden. Die Arbeitnehmer werden durch diese Entwicklungen verunsichert und tendieren zu einer gewissen Akzeptanz der physischen und psychischen Belastungen, wobei dieses Verhalten in den meisten Fällen zu einer Verstärkung der individuellen Beanspruchungsreaktion führt.

Aus diesem, in seiner ganzheitlichen, komplexen Form wirkenden System aus Belastungsfaktoren können sich neben den oben genannten psychischen Schädigungen wie Motivationsverlust und Desensibilisierung auch psychosomatische Störungen wie Magenbeschwerden oder Migräne ergeben. Diese stellen somit eine Organmanifestation der psychischen Belastung dar und sind als individueller Indikator für die Intensität der Beanspruchung zu sehen.

Abschließend muß festgestellt werden, daß diese möglichen Auswirkungen auf die individuelle Verfassung des Menschen und seine Entwicklung von Fähigkeiten nicht unterschätzt werden sollten, da sie die Leistungsbereitschaft des Menschen negativ beeinflussen. Letztendlich können sie zu einer tendenziellen Gefährdung notwendiger individueller Voraussetzungen für die Bewältigung von Anforderungen und Verwirklichung von Interessen innerhalb und außerhalb des Arbeitsbereichs führen.

4 Humanisierung des Arbeitslebens: Theoretische Konzeption und praktische Umsetzung

4.1 Intention der Forderung nach Humanisierung des Arbeitslebens

Die Forderung nach einer Humanisierung des Arbeitslebens konkretisiert sich in den Bemühungen, die Arbeitswelt auf der Basis interdisziplinärer, wissenschaftlicher Erkenntnisse humaner zu gestalten. Primäres Ziel dabei ist eine bessere Anpassung der zu leistenden Arbeit an die arbeitenden Menschen. Zur Realisation dieser Anpassung, die einem ständigen zeitlichen Wandel unterliegt, bedient man sich der Kenntnisse aus Medizin, Arbeitsphysiologie und Arbeitspsychologie. Mit Hilfe dieser Wissenschaften können die Entstehungsbedingungen von Übermüdung, Unfällen, Streß oder Resignation und die Zusammenhänge zwischen den Arbeitsanforderungen und Arbeitsbedingungen und der intellektuellen und sozialen Entwicklung eines Menschen erläutert werden. Nach Kreikebaum und Herbert umfaßt die Humanisierung der Arbeit ,,alle betrieblichen Strategien und Maßnahmen, die einer konkreten Verbesserung der Arbeitssituation im Sinne bestimmter Humanziele dienen".52 Demzufolge lassen sich als Hauptansatzpunkte einer Humanisierung der Arbeit der Schutz vor körperlichen Schädigungen, die Verbesserung der sozialen Beziehungen am Arbeitsplatz und die qualitative Verbesserung der Arbeitsinhalte anführen. Besonderes Interesse richtet sich gegenwärtig auf die qualitative Verbesserung des Arbeitsinhaltes, welche durch soziale Innovationen wie Mischarbeitsplätze oder job- enlargement, job-enrichment und job-rotation herbeigeführt werden kann. Voraussetzung hierfür ist jedoch ein organisatorisches Umdenken, durch welches die horizontale und vertikale Arbeitsteilung vermindert und der Mensch als Individuum in die Organisation integriert wird. Gelingt dieser Prozeß, erlebt der Mensch die Arbeit ganzheitlich; darüber hinaus bietet sie vielfältige Anforderungen an Körper und Geist sowie verschiedene Möglichkeiten zu sozialer Interaktion und zu eigenen, sachbezogenen Entscheidungen. Diese Kriterien sind als Bedingung für die Entstehung von Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten bei den Mitarbeitern zu sehen und führen im Normalfall zu einer gesteigerten Leistungsbereitschaft. Somit kann, um diesen Vorstellungen gerecht zu werden, eine Arbeitstätigkeit nur dann als human bezeichnet werden, wenn sie ,,die psychophysische Gesundheit des Arbeitenden nicht schädigt, sein psycho-soziales Wohlbefinden nicht - oder allenfalls vorübergehend - beeinträchtigt, seinen Bedürfnissen und Qualifikationen entspricht, individuelle und/oder kollektive Einflußnahme auf Arbeitsbedingungen und Arbeitssysteme erlaubt und zur Entwicklung seiner Persönlichkeit in Sinne der Aktivierung seiner Potentiale und der Förderung seiner Kompetenzen beizutragen vermag".53

Um diesem Humanitätsanspruch im Bereich der Computerarbeitsplätze gerecht zu werden, hat der Rat der europäischen Gemeinschaften eine Richtlinie bezüglich der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes bei der Arbeit an Bildschirmgeräten erlassen (Richtlinie 90/270/EWG), deren zentrale Aussagen im folgenden Kapitel dargestellt werden.

4.2 Bedeutung der EG - Bildschirmrichtlinie vom 29.05.1990 (90/270/EWG)

Vor der inhaltlichen Analyse der EG - Bildschirmrichtlinie soll zunächst deren Gültigkeit erörtert werden.

Die europäischen Arbeitsschutzrichtlinien gelten nicht unmittelbar für alle Arbeitgeber und Beschäftigen in jedem Mitgliedsstaat, sondern richten sich zunächst an die jeweilige Regierung. Damit die in den Richtlinien enthaltenen Regelungen im jeweiligen Mitgliedsstaat verbindlich werden, müssen sie durch die entsprechenden Regierungen in nationales Recht umgesetzt werden. Gemäß Artikel 11, Abs.1 der Richtlinie 90/270/EWG war die Bundesregierung verpflichtet, diese Umsetzung bis zum 31.12.1992 zu vollziehen. Dies ist jedoch bis zum heutigen Zeitpunkt nicht geschehen.54 Somit ist die EG - Bildschirmrichtlinie in der Bundesrepublik Deutschland noch nicht gültig. Dennoch kann ihr Inhalt zur Erläuterung der Veränderungen im Bereich der Arbeitsschutzmaßnahmen an Bildschirmarbeitsplätzen herangezogen werden, da es sich für den deutschen Gesetzgeber um eine Mindestvorschrift handelt, an welcher sich der gegenwärtig bestehende, aber noch interne Entwurf einer nationalen Bildschirmverordnung, der die Konkretisierung der die EG - Bildschirmrichtlinie darstellt, orientieren muß.

Im Rahmen der inhaltlichen Analyse der EG - Bildschirmrichtlinie werden nachfolgend die zentralen Artikel vorgestellt. Dabei ist vor allem der Artikel 3 Abs.1 hervorzuheben. Durch diesen wird der Arbeitgeber erstmals verpflichtet, ,,eine Analyse der Arbeitsplätze durchzuführen, ...; dies gilt insbesondere für die mögliche Gefährdung des Sehvermögens sowie für körperliche Probleme und psychische Belastungen".55 Besonders bemerkenswert hierbei ist die geforderte Beurteilung der psychischen Belastungen, denn diese lassen sich nicht objektiv messen und sind deshalb individuell mit arbeitsmedizinischen und psychologischen Beobachtungs- und Befragungsmethoden zu erheben. Gleichzeitig sind auf Basis des Artikel 3 Abs.2 zweckdienliche Maßnahmen zur Ausschaltung der festgestellten Gefahren zu treffen.

Nach Maßgabe des Artikels 4 hat der Arbeitgeber die nach dem 31.12.1992 eingerichteten Bildschirmarbeitsplätze gemäß den im Anhang der Richtlinie 90/270/EWG aufgeführten Mindestvorschriften einzurichten. Artikel 5 sieht eine Übergangszeit von 4 Jahren für Computerarbeitsplätze vor, die vor dem 31.12.1992 eingerichtet wurden, d. h. diese müssen bis zum 31.12.1996 die geltenden Mindestbedingungen erfüllen.

Abschließend soll auf Artikel 7 eingegangen werden, der arbeitsorganisatorische Maßnahmen zur Gestaltung der Bildschirmarbeit beinhaltet. Er verpflichtet den Arbeit-geber, ,,die Tätigkeit des Arbeitnehmers so zu organisieren, daß die tägliche Arbeit an Bildschirmgeräten regelmäßig durch Pausen und andere Tätigkeiten unterbrochen wird, die die Belastung durch die Arbeit an Bildschirmgeräten verringern".56 Dabei sind diese Pausen nicht als solche im Sinne des Arbeitszeitgesetzes zu interpretieren, sondern sind zusätzlich zu gewähren, was durch Anpassung der Arbeitsorganisation erreicht werden kann.

4.3 Kompensationsansätze zum Belastungsabbau

Das zentrale Problem der Bildschirmarbeitsplatzgestaltung besteht in der bis heute unvollkommenen oder mangelhaften praktischen Umsetzung bereits seit Jahren vorhandener, arbeitswissenschaftlicher und ergonomischer Erkenntnisse. Demzufolge können Ausmaß und Intensität der in Kapitel 2 und 3 beschriebenen Belastungen als Indikator für die gegenwärtig bestehende Diskrepanz zwischen der geforderten Humanisierung einerseits und der betrieblichen Realität andererseits angesehen werden. Bei der Konzeption von Lösungsansätzen, die zur Verringerung dieser Diskrepanz führen sollen, stellt man fest, daß sich die Komplexität und Verflechtung der Gesamtheit aller Einflußfaktoren auch in diesem Bereich fortsetzt.

So führt die alleinige Einrichtung eines Arbeitsplatzes mit individuellen, vielfach einstellbaren Komponenten, wie Stuhl, Bildschirm und Tisch noch nicht notwendigerweise zu einem Rückgang der Belastungen. Erst die bewußte Verbindung der Erkenntnis des einzelnen über ergonomische Grundlagen und deren individuelle Anwendung können positiv wirken. Deshalb sind einerseits die Entscheidungsträger eines Unternehmens zu überzeugen, in die Belegschaft zu investieren; andererseits müssen die Mitarbeiter dahingehend beeinflußt werden, gesundheitsfördernde Maßnahmen anzunehmen und auch tatsächlich einzusetzen. Letzteres ist erstaunlicherweise keine Selbstverständlichkeit. EDV-Beauftragte, externe Ergonomie-Berater und Betriebsärzte beklagen häufig das bei vielen Arbeitnehmern vorherrschende, beeindruckend geringe Interesse an der eigenen Arbeitsplatzsituation und die mangelnde Kooperationsbereitschaft für Veränderungen, wobei als Ursache dieses Verhaltens die ,,Macht der Gewohnheit" eine zentrale Rolle spielt. Bei Arbeitsplatz-begehungen wurde bspw. festgestellt, daß mehr als die Hälfte der Mitarbeiter eines Versicherungsunternehmens die Höhenverstellbarkeit ihres Monitors nicht kannten und den Bildschirm seit Jahren in der Position belassen hatten, in der er ihnen auf den Tisch gestellt wurde. Darüber hinaus hatte kaum ein Mitarbeiter die Bedienungsanleitung mit einschlägigen ergonomischen Hinweisen gelesen.

Um diese Akzeptanzbarrieren abzubauen, muß durch Information der Arbeitnehmer ein Problembewußtsein geschaffen werden, durch welches sie für die Belastungsthematik und die Ursache-Wirkungs-Beziehungen sensibilisiert werden. Dem einzelnen muß die Möglichkeit geboten werden, aktiv bei der Gestaltung seines Arbeitsplatzes mitzuwirken, so daß bei ihm das Gefühl entsteht, korrekt und dynamisch sitzen zu wollen, weil es für ihn persönlich vorteilhaft ist und nicht, weil es der Vorgesetzte so wünscht.

Somit ist eine duale Bereitschaft von Arbeitgeber und Arbeitnehmer zur Akzeptanz von Lösungsansätzen zu erzeugen, von welcher beide Parteien profitieren können. Der ,,Profit" des Arbeitgebers liegt dabei in einem voraussichtlichen Rückgang von Krankenständen und Fehlerraten und folglich in einer Verbesserung des Betriebsklimas und einer effizienteren Leistung. Für die Arbeitnehmer kann aus diesen Verbesserungsprozessen eine gestiegene Arbeitszufriedenheit und Leistungsbereitschaft durch eine Verringerung der Belastung resultieren.

Ergänzend zur Bildung dieses Problembewußtseins ist es erforderlich, bei der Reorganisation und der Neugestaltung von Bildschirmarbeitsplätzen die multifaktoriell zusammenwirkenden Belastungsfaktoren in ihrer Gesamtheit zu erfassen und zu berücksichtigen. Hierzu sind die derzeitigen Empfehlungen, Richtlinien und gesetzlichen Vorgaben ausreichend und müßten zunächst einmal in der betrieblichen Praxis umgesetzt werden. Positive Ansätze ergeben sich auch aus der zu verabschiedenden ,,Verordnung für Bildschirmarbeitsplätze", in der die Verpflichtungen zu Arbeitsplatzanalysen, Berücksichtigung der psychischen Belastungen sowie die Berücksichtigung software-ergonomischer Erkenntnisse auf den Arbeitgeber übertragen werden. Um diese Verpflichtungen umzusetzen, ist ein Denken in Arbeitssystemen notwendig. ,,Das Arbeitssystem beinhaltet das Zusammenwirken von Mensch und Arbeitsmitteln im Arbeitsablauf, um die Arbeitsaufgabe am Arbeitsplatz in der Arbeitsumgebung unter den durch die Arbeitsaufgabe gesetzten Bedingungen zu erfüllen."57 Dieses System läßt sich wiederum in 7 Teilsysteme (Fläche, Sitzen und Bewegen, Sehen und Wahrnehmen, Täglicher Arbeitsablauf, Geistige Konzentration, Unfallschutz, Mensch- Maschine-Interaktion) gliedern.58 Dabei bestimmt die jeweilige Gestaltung des Teilsystems den Gesundheitsschutz der Arbeitnehmer im Bereich der drei wesentlichen Beanspruchungsgebiete Augen, Stütz- und Bewegungsapparat und psychomentales und psychosoziales System und beeinflußt auf diese Weise die individuelle Leistungserbringung. Die Intention eines zielgerichteten Belastungsabbaus erfordert nun die simultane und ganzheitliche Betrachtung und Berücksichtigung dieser Subsysteme, denn die einfache Addition einzelner ergonomischer Elemente führt noch nicht zu einem gesundheitsgerechten Arbeitsplatz. Dies manifestiert sich auch daran, daß ein unter Berücksichtigung der Teilsysteme Fläche, Sitzen und Bewegen, Sehen und Wahrnehmen optimal gestalteter Tätigkeitsbereich nicht zu einer Herabsetzung der Beanspruchung führen kann, wie sie sich aus der Inhaltslosigkeit und Monotonie der Tätigkeit ergibt. Hierüber erhebt sich ein großer Anspruch an die Software-Ergonomie, deren Umsetzung zur Reduktion der Belastung beitragen kann, aber nur sehr langfristig und mit großem Aufwand zu realisieren sein dürfte. Zur Umsetzung dieses gesamten Optimierungsprozesses sind eine langfristige Planung und kleine Gestaltungsschritte notwendig, da eine Veränderung der Arbeitsorganisation in der Praxis behutsam und ohne Gefährdung wirtschaftlicher Interessen durchgeführt werden sollte. Das Ergebnis dieser Optimierung könnte in der Einführung qualifizierter Mischarbeit bestehen, die eine Vergrößerung der Dispositionsspielräume und eine Qualifikations- erweiterung voraussetzt. Ihr charakteristisches Merkmal besteht darin, daß die einzelnen Beschäftigten verschiedene Arbeitsaufgaben (nicht nur am Bildschirm) ausführen, die sie unterschiedlich belasten, aber ausgleichend beanspruchen, woraus sich ein Arbeits-, Tätigkeits- und Belastungswechsel ergibt. Darüber hinaus sollte die Mischarbeit mit einer bewegungsergonomischen Komponente gekoppelt werden, die langfristig eine Idealverteilung der Bewegungsmuster Sitzen, Stehen und Bewegen im Verhältnis 50:25:25 anstrebt. Kurzfristig können erste Schritte zur Erreichung des Belastungsabbaus durchgeführt werden, indem im Rahmen einer Betriebsbegehung massive ergonomische Mängel, wie bspw. eine Plazierung des Bildschirms vor dem Fenster, unzureichend verstellbares Inventar oder mangelhafte Klima- und Lichtverhältnisse, nach und nach eliminiert werden, wobei eine Aufklärung und Integration der Mitarbeiter erfolgen muß.

Ebenfalls sollten für Arbeitnehmer, die ständig am Bildschirm arbeiten, zusätzliche kurzandauernde Erholungspausen eingeführt werden, wodurch einer vorzeitigen Arbeitsermüdung und Leistungsminderung vorgebeugt werden kann. Der durch die Erholzeit hervorgerufene Verlust an Arbeitsleistung wird meist durch den Erholzeiteffekt wieder ausgeglichen bzw. sogar überboten.59

Darüber hinaus könnte bei der Neueinrichtung von Bildschirmarbeitsplätzen oder als Ergänzung bereits vorhandener ein Stehpult mit EDV-Ausstattung eingeführt werden.

Hierdurch kann ein Wechsel zwischen unterschiedlichen Körper- und Arbeitshaltungen herbeigeführt werden, der die Forderung nach Bewegungsergomonie unterstützt und zum Abbau statischer Belastungen beiträgt. Diese wechselnde Bewegung kann auch durch die Einführung modifizierter Telefone, die über verlängerte Kabelanbindungen zwischen Hörer und Gerät verfügen, forciert werden, da es den Mitarbeiten somit möglich ist, sich beim telefonieren zu bewegen oder zumindest aufzustehen.

Abschließend soll darauf hingewiesen werden, daß diese Maßnahmen mit zunehmender Arbeitszeit am Bildschirm deutlich an Relevanz gewinnen werden, da sonst Kosteneinsparungen, die durch die EDV-Einführung realisiert werden sollten, durch krankheitsbedingte Verteuerung menschlicher Arbeit kompensiert werden könnten.

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Ehrenwörtliche Erklärung

Ich versichere hiermit, daß ich meine Studienarbeit mit dem Thema:

Physische und psychische Belastung durch Bildschirmarbeit.

Eine kritische Analyse einschlägiger Untersuchungsergebnisse angesichts der Forderung nach Humanisierung des Arbeitslebens.

selbständig verfaßt und keine anderen als die angegebenen Quellen und Hilfsmittel benutzt habe.

(Ort) (Unterschrift)

(Datum)

[...]


1 Gemäß Artikel 2 b) der Richtlinie 90/270/EWG (EWG steht als Abkürzung für: Europäische Wirtschaftsgemeinschaft) wird die Beschreibung des Bildschirmarbeitsplatzes dominiert vom ,,Bildschirmgerät, das gegebenenfalls mit einer Tastatur oder einer Datenerfassungsvorrichtung und/ oder einer die Mensch - Maschine - Schnittstelle bestimmenden Software, ... ausgerüstet ist, sowie die unmittelbare Arbeitsumgebung".

2 Vgl. Osterholz, U., Belastungen in Verwaltungstätigkeiten, 1993, S. 1.

3 Vgl. Rohmert, W., Ergonomie, 1992, Sp. 835.

4 Vgl. Zeier, H. u. Senn, E., Körperliche Beschwerden, 1988, S. 17.

5 Bereits 1857 hat der polnische Wissenschaftler Jastrebowski den Begriff der Ergonomie in einer wissenschaftlichen Arbeit benutzt. Diese geriet jedoch in Vergessenheit, so daß dem Wissenschaftler Murrell die geistige Konzeption des Begriffs der Ergonomie zugeschrieben wird.

6 Vgl. Laurig, W., Einführung, 1991, S. 3.

7 Vgl. Laurig, W., Einführung, 1991, S. 3.

8 Vgl. Rohmert, W., Konzept, 1984, S. 193.

9 Vgl. Döbele-Martin, C., Gesundheitsschutz, 1994, S. 83.

10 Vgl. Schwaniger, U. et al., Auswirkungen der Bildschirmarbeit, 1989, S. 15.

11 Vgl. Dainoff, M. J., Visual, 1982, S. 95 ff.

12 Vgl. Schwaniger, U. et al., Auswirkungen der Bildschrirmarbeit, 1989, S. 22.

13 Adaptation: Anpassung des Auges an verschiedene Helligkeiten durch Veränderung der Pupillenweite.

14 Akkomodation: Anpassung des Auges an unterschiedliche Sehabstände durch Veränderung der Linsenkrümmung.

15 Vgl. Krueger, H., Bildschirm, 1993, S. 7.

16 Vgl. Bechmann, R. et al., Bildschirmarbeit, 1991, S. 14.

17 Zur Erläuterungen der Ursache-Wirkungs-Beziehungen bei stark repetitiven Bewegungsabläufen wird auf Kapitel 2.2.3 verwiesen.

18 Vgl. Hofer, H. O., Leichte Arbeit, 1994, S. 42.

19 Vgl. Hofer, H. O., Leichte Arbeit, 1994, S. 43.

20 Vgl. Sorgatz, H., Psychomotorischer Schmerz, 1994, S. 65.

21 Vgl. Sorgatz, H., Psychomotorischer Schmerz, 1994, S. 51.

22 Sorgatz, H., Belastungsabbau, 1993, S. 2.

23 Bei der Berechnung wurde eine tägliche Arbeitszeit von 7,5 Stunden zugrunde gelegt.

24 Vgl. Sorgatz, H., Psychomotorischer Schmerz, 1994, S. 62.

25 Umfangreiche Ausführungen zu dieser Thematik finden sich bei Sorgatz, H.,: Psychomotorischer Schmerz nach Tastaturarbeit, sowie Hofer H. O.,: Die sogenannte leichte Arbeit.

26 Vgl. Sorgatz, H., Psychomotorischer Schmerz, 1994, S. 67.

27 Vgl. Sorgatz, H., Psychomotorischer Schmerz, 1994, S. 70.

28 Vgl. Schwaniger, U. et al., Auswirkungen der Bildschirmarbeit, 1989, S. 149.

29 Zeier, H. u. Senn, E., Körperliche Beschwerden, 1988, S. 74.

30 Vgl. Jensen, A., Strahlenbelastung, 1992, S. 3.

31 Jensen, A., Strahlenbelastung, 1992, S. 5.

32 Vgl. Krueger H.,Bildschirm, 1993, S. 32.

33 Vgl. Krueger H.,Bildschirm, 1993, S. 33.

34 Zusätzlich wird bei Beschleunigungsspannungen von mehr als 20 kV gemäß der Röntgenverordnung eine Baumusterzulassung notwendig.

35 Vgl. Chriske, H. W. et al., Furanbelastungen, 1990, S. 305.

36 ALARA bedeutet: as low as reasonable archievable; übersetzt: So niedrig wie sinnvollerweise erreichbar.

37 Vgl. Fontana, G. et al., Leitfaden zur Umsetzung, 1987, S. 6.

38 Vgl. Fontana, G. et al., Leitfaden zur Umsetzung, 1987, S. 7.

39 Vgl. Friedrich, J. et al., Zukunft, 1987, S. 221.

40 Vgl. Leitner, K., Auswirkungen, 1993, S. 99.

41 Vgl. van Wasem, V. et al., Psychische Belastung, 1989, S. 107.

42 Vgl. Friedrich, J. et al., Zukunft, 1987, S. 224.

43 Vgl. van Wasem, V. et al., Psychische Belastung, 1989, S. 108.

44 Das Kontrollpotential ergibt sich aus der Transparenz der in den Unternehmen vorherrschenden Netzwerke, die es gestatten, von zentraler Stelle aus den einzelnen Benutzer zu überwachen.

45 Vgl. Friedrich, J. et al., Zukunft, 1987, S. 232.

46 Schienstock, G., Streß, 1992, Sp. 2156.

47 Vgl. Kühlmann, T. M., Streßbewältigung, 1993, S. 234.

48 Vgl. van Wasem, V. et al., Psychische Belastung, 1989, S. 109.

49 Vgl. Friedrich, J. et al., Zukunft, 1987, S.223.

50 Friedrich, J. et al., Zukunft, 1987, S.230.

51 Vgl. van Wasem, V. et al., Psychische Belastung, 1989, S. 108.

52 Kreikebaum, H. u. Herbert, K. - J., Humanisierung, 1988, S. 11.

53 Ulich, E. U., Psychologie, 1984, S. 915.

54 Entsprechend einer von der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft, Bezirksverwaltung Mainz, auf Anfrage erhaltenen Information wird die ,,Verordnung für Bildschirmarbeitsplätze", welche die nationale Umsetzung der EG-Bildschirmrichtlinie darstellt, voraussichtlich am 15.12.1996 vom Gesetzgeber verabschiedet.

55 Artikel 3, Abs.1 der Richtlinie 90/270/EWG.

56 Artikel 7 der Richtlinie 90/270/EWG.

57 DIN V ENV 26385 - 12/1990 - Prinzipien der Ergonomie in der Auslegung von Arbeitssystemen.

58 Vgl. Hahn, H. et al., Arbeitssystem, 1995, S. 4.

59 Vgl. Hahn, H. et al., Arbeitssystem, 1995, S. 68.

28 von 28 Seiten

Details

Titel
Physische und psychische Belastung durch Bildschirmarbeit. Eine kritische Analyseeinschlägiger Untersuchungsergebnisse angesichts der Forderung nach Humanisierung des Arbeitslebens
Veranstaltung
im Rahmen eines BA-Studiums im Fach Personalwesen-Arbeitswissenschaft, Ausbildungsbereich Wirtschaft, Fachrichtung Industrie
Note
1,4
Jahr
1996
Seiten
28
Katalognummer
V95288
Dateigröße
475 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Physische, Belastung, Bildschirmarbeit, Eine, Analyseeinschlägiger, Untersuchungsergebnisse, Forderung, Humanisierung, Arbeitslebens, Rahmen, BA-Studiums, Fach, Personalwesen-Arbeitswissenschaft, Ausbildungsbereich, Wirtschaft, Fachrichtung, Industrie
Arbeit zitieren
Anonym, 1996, Physische und psychische Belastung durch Bildschirmarbeit. Eine kritische Analyseeinschlägiger Untersuchungsergebnisse angesichts der Forderung nach Humanisierung des Arbeitslebens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/95288

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