Der wissenschaftliche Erkenntnisfortschritt, Kriterien der Bewährung und Verwerfung von Theorien - eine Methodologie wissenschaftlicher Forschungsprogramme


Seminararbeit, 1996

16 Seiten


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Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Wissenschaftlicher Erkenntnisfortschritt

3 Kriterien der Bewährung und Verwerfung von Theorien

3.1 Kriterien nach T. S. Kuhn

3.2 Kriterien nach I. Lakatos

3.2.1 Dogmatischer Falsifikationismus

3.2.2 Naiver methodologischer Falsifikationismus

3.2.3 Raffinierter methodologischer Falsifikationismus

3.2.4 Methodologie wissenschaftlicher Forschungsprogramme

4 Zusammenfassung

5 Schlußwort

Glossar

Literaturverzeichnis Stichwortverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Formen des Falsifikationismus

Abbildung 2: Funktionsweise der Negativen Heuristik

Abbildung 3: Funktionsweise der Positiven Heuristik

Einleitung

Der wissenschaftliche Fortschritt geht mit einer immer weiter wachsenden Anzahl wissenschaftlicher Theorien einher. Ständig werden neue Theorien aufgestellt und alte Theorien verworfen. Zur Erklärung eines bestimmten Phänomens existieren teilweise mehrere Theorien, deren Verfechter fest von der Richtigkeit ihrer eigenen Theorie überzeugt sind. Problematisch ist nun die Auswahl einer dieser Theorien oder das Aufstellen einer eigenen Theorie, mit dem Ziel die Wahrheit - das reale Geschehen - hinter einem bestimmten Phänomen wiederzugeben. Doch welche Theorie soll man auswählen? Nach welchen Kriterien sollten sich Wissenschaftler für eine der Theorien entscheiden, um im nachhinein mit großer Wahrscheinlichkeit von der Richtigkeit der eigenen Entscheidung ausgehen zu können? Über all diese Fragen haben sich Philosophen, wie beispielsweise Popper, Lakatos, Kuhn oder Feyerabend tiefgreifende Gedanken gemacht. Sie haben versucht anhand der Wissenschaftsgeschichte zu analysieren, auf welche Art und Weise sich bestimmte Theorien tatsächlich durchgesetzt haben.

Diese Arbeit beginnt mit dem allgemeinen Überblick über den wissenschaftlichen Erkenntnisfortschritt. Sie beschreibt, auf welche Art Thesen aufgestellt werden, diese Thesen Zuspruch finden und im Laufe des Bestehens der einzelnen Theorien der Versuch der Falsifikation mehr oder auch weniger erfolgreich unternommen wird.

Nach dieser prinzipiellen Darstellung wissenschaftlicher Arbeitsweise wird im einzelnen auf die Ansichten von Kuhn und Lakatos eingegangen. Es wird aufgezeigt, wie diese Philosophen sich wissenschaftlichen Erkenntnisfortschritt vorstellen, nach welchen Kriterien sich in ihrem jeweiligen Sinne wissenschaftliche Theorien bewähren oder verworfen werden und wie sie anhand der Wissenschaftsgeschichte versuchen, ihre Theorien zu belegen.

Die Schlußbetrachtung dient letztendlich zur Hervorhebung der wichtigsten Gedankengänge, und im Schlußwort versucht der Autor dieser Arbeit, für sich selbst ein Resümee aus dem behandelten Thema dieser Seminararbeit zu ziehen.

Wissenschaftlicher Erkenntnisfortschritt

Ein grundlegendes Ziel der Wissenschaft ist die Suche nach zufriedenstellenden Erklärungen für bestimmte Ereignisse, wie es auch schon in der vorwissenschaftlichen Zeit durch Mythen und Kosmologien versucht wurde. Als entscheidender Schritt in der Entwicklung der Wissenschaft kann jedoch die Tatsache bezeichnet werden, daß wissenschaftliche Erklärungen empirisch kritisiert werden können, wohingegen Mythen und Kosmologien als Teile einer Tradition nur weitervermittelt werden. Jeder Wissenschaftler, der eine wissenschaftliche Theorie aufstellt, muß der Kritik anderer Wissenschaftler, bezogen auf die eigene Theorie, offen gegenüberstehen.

"Jahrhundertelang verstand man unter Wissen bewiesenes Wissen", d.h. es wurden nur Theorien akzeptiert, die mit dem menschlichen Sinnen nachvollziehbar waren oder in der damaligen Zeit logisch erklärt werden konnten. Heutzutage "gibt es nur noch wenige Philosophen oder Wissenschaftler, die der Ansicht wären, wissenschaftliche Erkenntnis sei oder könnte bewiesenes Wissen sein." Theorien werden meist mit anderen Theorien oder Annahmen begründet, die als wahrscheinlich gelten, von denen aber niemand die Richtigkeit nachweisen kann. Unter dem Wort "nachweisen" des vorherigen Satzes soll hier die Frage verstanden werden, durch welche Art von Beweis eine hundertprozentige Richtigkeit einer These nachgewiesen werden kann.

Umstritten ist, ob eine empirische Basis der Wissenschaft existiert. Unter einer empirischen Basis soll ein Grundstock an Wissen verstanden werden, von dem die Korrektheit angenommen wird. Auf dieser empirischen Basis sollten dann alle neuen Theorien aufbauen, diese neuen Theorien sollen durch die vorhandene empirische Basis verifiziert werden können.

In der Wissenschaftsphilosophie gibt es nun verschiedene Lehrmeinungen über die oben erwähnte Kritik an wissenschaftlichen Theorien und den damit zusammenhängenden Kriterien der Annahme oder Verwerfung einer Theorie. Viele Wissenschaftler gehen von der Fallibilität, d.h. von der prinzipiellen Fehlbarkeit, wissenschaftlicher Theorien aus. Aufgrund dieser Tatsache stellen sie besondere Sätze auf, um Theorien überprüfen zu können. Die Sätze werden auch als Prüfsätze oder Basissätze bezeichnet und geben das Ergebnis besonderer Beobachtungen oder Experimente wieder. Gelingt es nun einem anderen Wissenschaftler, durch ein empirisches Experiment, eine bestimmte Theorie zu falsifizieren, hat dies noch nicht unbedingt zur Folge, daß die bisher bestehende Theorie automatisch verworfen ist. Wissenschaftlicher Erkenntnisfortschritt wird bei dieser Gruppe von Wissenschaftlern als ein ständiges Aufstellen neuer Hypothesen oder Theorien verstanden oder als der ständige Versuch, aufgestellte Theorien zu kritisieren.

Sollte der Begründer einer falsifizierten Theorie trotz eines Gegenbeispiels noch von seiner Theorie überzeugt sein, ist es durchaus vorstellbar, daß eine Hilfshypothese aufgestellt oder die Theorie in einigen Teilbereichen modifiziert wird. Ein Gegenbeispiel ist somit im allgemeinen noch kein Kriterium der Verwerfung einer wissenschaftlichen Theorie.

Weiter existiert die Ansicht unter einigen Philosophen, daß sich eine neue Theorie durch entsprechende Überzeugungsarbeit durchsetzen kann. Wird eine neue Theorie also nur überzeugend genug dargestellt, so setzt sich diese auch als gängige Lehrmeinung durch.

Als wissenschaftsgeschichtliches Beispiel solcher Theorien wird in der Literatur sehr oft der Streit um die Kopernikanische und Ptolemäische Theorie erwähnt, d.h. um die Frage, ob die Erde der ruhende Mittelpunkt des Weltalls ist oder ob die Sonne diesen Platz einnimmt. Zur Verteidigung der Theorie, daß die Erde Mittelpunkt des Weltalls sei, wurden nach jedem Versuch der Falsifikation geringfügige Änderungen vorgenommen und somit die alte Theorie erneuert. Ein weiterer wichtiger Grund für das Festhalten an der ptolemäischen Weltanschauung war auch die Kirche, die diese Weltanschauung aus Gründen des Glaubens durch Propaganda zu verteidigen versuchte.

Kriterien der Bewährung und Verwerfung von Theorien

Bei der folgenden Darstellung verschiedener Lehrmeinungen soll ein Überblick über die Problematik der Bewährung und Verwerfung von neu aufgestellten Theorien gegeben werden.

Kriterien nach T. S. Kuhn

Kuhn ist ein Vertreter der neuen Wissenschaftsphilosophie, welche nicht davon ausgeht, daß sich Wissenschaft kumulativ entwickelt. Es findet nach seiner Meinung kein ständiges Wachstum, kein kontinuierliches Aufstellen von neuen wissenschaftlichen Theorien begleitet von einer ständigen Kritik und Verbesserung der bisherigen statt.

Kuhn widerspricht der Wissenschaftstheorie des Falsifikationismus, welche ein systematisches Überprüfen der empirischen Basis beschreibt. Für ihn existiert keine sichere und unrevidierbare empirische Basis der Wissenschaft. Prüfsätze sind für ihn prinzipiell fehlbar, was somit die Frage aufwirft, wie ein Prüfsatz eine Theorie falsifizieren kann, von dem selbst nicht bekannt ist, ob dieser wahr oder falsch ist. Er ist der Meinung, die Erfahrung selbst und damit auch die Wissenschaft ohne theoretische Vorurteile, also ohne Vorannahmen, sei unmöglich.

Kuhn behauptet, daß bei wissenschaftlichen Experimenten Gestaltwahrnehmungen eine wichtige Rolle spielen. In diesem Zusammenhang versteht er unter dem Begriff Gestaltwahrnehmung die unterschiedliche Wahrnehmung oder auch Deutung eines Sachverhaltes durch zwei Personen. Beispielhaft weist Kuhn darauf hin, daß zwei Personen, die das gleiche Bild betrachten, dieses Bild vollkommen unterschiedlich deuten, d.h. der erste Betrachter könnte in dem Bild einen Hasen sehen, während der zweiter Betrachter einer Ente zu sehen glaubt. Aufgrund dieser Erkenntnis lernen für ihn die Wissenschaftler ihren Forschungsbereich mit ganz anderen Augen sehen, wenn Entdeckungen oder wissenschaftliche Revolutionen stattgefunden haben.

Aufgrund seiner Überlegungen hat Kuhn ein Modell der geschichtlichen Entwicklung der Wissenschaft entwickelt, welches den wissenschaftlichen Erkenntnisfortschritt in zwei Bereiche einteilt, die durch die unterschiedlichen Forschungsstrategien in den "normalen Wissenschaften" und den "außerordentlichen Wissenschaften" gekennzeichnet sind.

Die "normale Wissenschaft" - auch als "Normalwissenschaft" bezeichnet - liegt vor, wenn sich bestimmte Lehrmeinungen bei der Lösung von auftretenden Problemen bewährt haben. In diesem werden von Wissenschaftlern meist vorsichtige Forschungsstrategien angewandt, die nur durch kleine theoretische Veränderungen gekennzeichnet sind. Die meisten Wissenschaftler sind in solch einer Zeit von der Richtigkeit der herrschenden Theorie annähernd überzeugt und sind somit nicht sonderlich daran interessiert, diese Theorien zu verwerfen. Kuhn beschreibt diesen Zeitraum der Normalwissenschaft als einen Versuch, Standardprobleme mit Standardmethoden zu lösen.

Häufen sich jedoch Anomalien oder bewähren sich die herrschenden Theorien bei der Erklärung bestimmter Phänomene nicht mehr, so verlieren auch die Wissenschaftler den Glauben an diese Theorien und es tritt die Zeit der "außerordentlichen Wissenschaft" ein. Diese ist durch revolutionäre Forschungsstrategien gekennzeichnet. Er behauptet, daß Wissenschaftler tatsächlich nur in diesem ungewöhnlichen Krisenzeiten nach neuen Theorien suchen. Der Zeitraum kann nach seiner Meinung durch drei Gruppen von Merkmalen charakterisiert werden:

1. Er nimmt an, daß revolutionäre Veränderungen eine ganzheitliche Struktur haben. Veränderungen dieser Art werden also nicht Schritt für Schritt durchgeführt, sondern untereinander verbundene Gesetzmäßigkeiten werden gleichzeitig einer gemeinsamen Revision unterworfen.
2. Die zweite Gruppe von Merkmalen ist durch einen Bedeutungswandel, also die Änderung der Art und Weise, wie Worte und Sätze mit Naturphänomenen verbunden sind, gekennzeichnet. Als Beispiel könnte hier die Entdeckung einer neuen Eigenschaft, wie der Elektrizität, an einem bestimmten Objekt gemeint sein. Diese neue Eigenschaft läßt nun für Theorien, mit denen dieses Objekt verbunden ist, gewisse Rückschlüsse zu.
3. Als letztes Merkmal nennt er ein verändertes Gefühl dafür, was einander ähnlich oder was einander verschieden ist. Werden neue Erkenntnisse gewonnen, so können aufgrund dieser Erkenntnisse Zusammenhänge zwischen verschiedenen Theorien vollkommen anders gedeutet werden, wenn nicht gar festgestellt wird, daß gar kein Zusammenhang zwischen den betrachteten Theorien besteht.

Diese Zeit der außerordentlichen Wissenschaft wird abgebrochen, sobald wieder eine erfolgversprechende Lehrmeinung gefunden wurde, und es beginnt wieder der Zeitraum der Normalwissenschaft.

Nach Kuhn müssen zwei Voraussetzungen erfüllt sein, damit ein wissenschaftliche Theorie verworfen werden darf: "(1) Zunächst müsse eine wissenschaftliche Krise eintreten, damit überhaupt nach ganz neuen Theorien gesucht werde, (2) in der außerordentlichen Forschung der Krisenzeit müsse eine besser erscheinende Theorie aufgestellt werden, damit die alte Theorie aufgegeben werde."

Zusammenfassend sind die Kriterien der Annahme sowie auch der Verwerfung einer wissenschaftlichen Theorie nach Kuhn psychologisch bedingt. Sind die Wissenschaftler von einer neuen Theorie überzeugt so nehmen sie diese an, verlieren sie aber den Glauben an eine vorherrschende Theorie, wird diese durch eine wissenschaftliche Revolution verworfen.

Kriterien nach I. Lakatos

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Lakatos versucht den von Popper vertretenen kritischen Rationalismus und den damit verbundenen Falsifikationismus gegen die Kritik Kuhns zu verteidigen und entwickelte dabei gleichzeitig eine Methodenlehre des kritischen Rationalismus. Er konstruierte zwei Varianten des Falsifikationismus, um zeigen zu können, daß ein vernünftiger objektiver Erkenntnisfortschritt mit diesem möglich ist. Die erste Variante nennt Lakatos den dogmatischen Falsifikationismus, in dem die Erfahrung die Wahrheit der empirischen Basis der Wissenschaft beweisen könne. Die letztere Annahme wird in der zweiten Variante - dem methodologischen Falsifikationismus - verworfen. Aus dem methodologischen Falsifikationismus konstruiert Lakatos den naiven und den raffinierten methodologischen Falsifikationismus, welche weiter unten genauer beschrieben werden. Die Abbildung 1 gibt noch einmal einen genauen Überblick der Arten des Falsifikationismus von Lakatos.

In den nächsten Kapiteln sollen die verschiedenen Arten des Falsifikationismus und die daraus resultierenden Konsequenzen für den wissenschaftlichen Erkenntnisfortschritt näher betrachtet.

Dogmatischer Falsifikationismus

Lakatos scheint den dogmatischen Falsifikationismus entwickelt zu haben, weil diese Theorie begründungsphilosophische Mißverständnisse des Falsifikationismus aufzeigt. In seinen Erläuterungen zeigt er dann auch, daß diese Theorie nicht haltbar ist.

Der dogmatische Falsifikationismus gibt die prinzipielle Fehlbarkeit aller wissenschaftlichen Theorien, zu hält aber an einer Art unfehlbarer empirischer Basis fest, mit der das Gerüst des Erkenntnisfortschritts, bestehend aus wissenschaftlichen Theorien, erweitert wird. Lakatos festigt die Äußerung der prinzipiellen Fehlbarkeit durch die Aussage: "Das entscheidende Merkmal des dogmatischen Falsifikationismus ist also die Einsicht, daß alle Theorien gleichermaßen Vermutungen sind. Die Wissenschaft kann keine einzige Theorie beweisen."

Die wissenschaftliche Redlichkeit besteht für den dogmatischen Falsifikationismus darin, gleichzeitig mit einer neuen Theorie auch Kriterien angeben zu können, mit der diese neue Theorie verworfen werden kann. Ist es nun möglich eines dieser Kriterien zu widerlegen, so ist der "Satz bedingungslos zu verwerfen".

Lakatos beschreibt den wissenschaftlichen Erkenntnisfortschritt des dogmatischen Falsifikationismus als einen evolutionären Prozeß: "Nach der Logik des dogmatischen Falsifikationismus besteht der Wachstumsprozeß der Wissenschaft im wiederholten Verwerfen von Theorien aufgrund harter Tatsachen."

Dennoch ist der dogmatische Falsifikationismus aufgrund dreier Tatsachen nicht haltbar:

1. Der dogmatische Falsifikationismus beruht darauf, daß eine psychologische Grenze zwischen theoretischen, spekulativen Sätzen und Beobachtungssätzen existiert. Es soll nach seinen Worten also für jeden Betrachter sofort klar sein, welche Theorie durch kreative Spekulation oder aufgrund von Beobachtungen erstellt wurde. Diese Annahme wird von Lakatos durch die Betrachtung einiger charakteristischer Beispiele der Wissenschaftsgeschichte und mit Hilfe der Psychologie widerlegt. Für ihn gibt und kann es keine Wahrnehmung geben, "die nicht durch Erwartungen durchsetzt ist." D.h. jede Wahrnehmung ist durch Hintergrundgedanken des jeweiligen Betrachters geprägt.
2. Ferner sieht der dogmatische Falsifikationismus jede Theorie als bewiesen an, die durch bloße Beobachtung bewiesen wurde. Für Lakatos ist auch diese Annahme durch die folgende Aussage unhaltbar: "Keine Tatsachenaussage kann jemals auf Grund eines Experimentes bewiesen werden."
3. Als letzte unhaltbare Tatsache gilt für Lakatos das Abgrenzungskriterium des dogmatischen Falsifikationismus, welches versucht, eine wissenschaftliche von einer unwissenschaftlichen Theorie abzugrenzen. Das Abgrenzungskriterium befindet eine Theorie nur als wissenschaftlich, wenn sie ein empirische Basis hat. Dieser Sachverhalt wird von Lakatos durch wissenschaftsgeschichtliche Beispiele widerlegt.

Zusammenfassend beschreibt Lakatos den dogmatischen Falsifikationismus als eine Theorie, welche die Erkenntnis wiedergibt, daß nicht nur bewiesene, sondern auch unbewiesene Theorien wissenschaftliche sein können. Für unbewiesene Theorien müssen jedoch Kriterien angegeben werden können, die diese verwerfen. Anders ausgedrückt kann jede neue Theorie, die auf der empirischen Basis aufgebaut ist und für die Kriterien zur Verwerfung angegeben werden können, als wissenschaftlich bezeichnet werden.

Insgesamt ist diese Theorie für ihn jedoch unhaltbar. Seiner Meinung nach kann keine sichere empirische Basis existieren, da von der prinzipiellen Fehlbarkeit jeder wissenschaftlichen Theorie ausgegangen wird.

Naiver methodologischer Falsifikationismus

Durch die Annahme einer sicheren empirischen Basis des dogmatischen Falsifikationismus und der dadurch erhobenen Kritik entstand der methodologische Falsifikationismus. Der naive methodologische Falsifikationismus erkennt, daß die empirische Basis auf der ein Wissenschaftler sein Gerüst von Theorien aufbaut, nicht unfehlbar ist. Lakatos sagt dazu: "Der naive methodologische Falsifikationismus sieht ein, daß die experimentellen Techniken des Wissenschaftlers fehlbare Theorien involvieren, in deren Lichte er die Tatsachen interpretiert."

Obwohl der naive methodologische Falsifikationismus von der prinzipiellen Fehlbarkeit der Theorien in der empirischen Basis ausgeht, so verwendet er diese Theorien bei der Entwicklung oder Überprüfung neuer Theorien als unproblematische Hintergrundkenntnisse, die probeweise als unproblematisch akzeptiert werden. Hier werden die erfolgreichen Theorien als eine Erweiterung der Sinne aufgefaßt, die den Beobachtungsstrategien des dogmatischen Falsifikationismus ähneln, jedoch eine erhebliche Erweiterung der Wissensbasis eines Wissenschaftlers bewirken.

Ein weiterer Unterscheidungsgrund zwischen dogmatischen und naiven methodologischen Falsifikationismus ist in der Deutung der Falsifikation zu sehen. Der naive methodologische Falsifikationismus trennt zwischen der Beseitigung und Widerlegung einer Theorie. Unter der Beseitigung versteht Lakatos das eliminieren einer Theorie, während bei der Widerlegung einer Theorie lediglich ein Gegenbeispiel gegen diese Theorie gefunden wurde. Doch ein Gegenbeispiel reicht seiner Meinung nach noch lange nicht aus, um eine Theorie vollkommen außerhalb jeglicher Beachtung zu lassen. Das folgende Zitat soll seinen Gedankengang begründen: "Wenn eine Theorie falsifiziert ist, dann ist damit ihre Falschheit erwiesen; eine falsifizierte Theorie kann aber immer noch wahr sein."

Aufgrund der Betrachtung im vorherigen Absatz kann man ein weiteres Charakteristika des naiven methodologischen Falsifikationismus erkennen. Der Wissenschaftler muß sich bei der Art des Falsifikationismus entscheiden, welche Theorie er als unproblematische Hintergrundkenntnis zuläßt und welche nicht. Gerade diese doch sehr subjektive Art der Entscheidung ist hier sehr auffällig.

Zusammenfassend kann man als Bewährungskriterium einer Theorie beim naiven methodologischen Falsifikationismus die Beobachtung festhalten. Die Beobachtung eines Prüfsatzes, der das Ergebnis einer Theorie wiedergibt, muß aus Sicherheitsgründen bei mehrmaligen Wiederholungen eines Experimentes nachvollziehbar sein. Zur weiteren Begründung neuer Theorien könne weiterhin die Theorien der empirischen Basis herangezogen werden, bei denen jedoch eine prinzipielle Fehlbarkeit nicht ausgeschlossen wird.

Trotz den vorgestellten Erweiterungen ist auch diese Art des Falsifikationismus für Lakatos nicht aufrecht zu erhalten, und er versuchte, diesen durch eine raffinierte Form zu ersetzen.

Raffinierter methodologischer Falsifikationismus

Der raffinierte methodologische Falsifikationismus baut auf den Überlegungen des naiven methodologischen Falsifikationismus auf, unterscheidet sich jedoch in einigen Teilbereichen.

Bei dieser Art des Falsifikationismus ist eine Theorie genau dann wissenschaftlich, wenn sie bestimmte Bedingungen erfüllt. Neue Theorien bewähren sich somit, indem sie die folgenden Bedingungen erfüllen:

1. Die neu aufgestellte Theorie muß einen Gehaltsüberschuß gegenüber einer bisher vorherrschenden Theorie besitzen. Unter einem Gehaltsüberschuß der neuen Theorie versteht Lakatos neuartige Tatsachen oder weitere Kriterien der Verwerfung gegenüber der vorherrschenden Theorie.

2. Ein Teil des Gehaltsüberschusses einer neuen Theorie muß verifiziert, d.h. wissenschaftlich bewährt sein.

Erfüllt eine Theorie die obigen zwei Bedingungen, so kann man sie als wissenschaftlich bezeichnen, oder besser gesagt, sie hat sich wissenschaftlich bewährt. Verwerfen darf man diese Theorie erst, nachdem sie auch noch eine dritte Bedingung erfüllt.

1. Der Wissensgehalt einer alten Theorie, der nicht durch die neue Theorie widerlegt wird, muß sich in der neuen Theorie wiederfinden. Wenn also eine alte Theorie ein bestimmtes Phänomen erklärt, jedoch durch eine neue Theorie abgelöst wird, so ist die alte Theorie meist nicht vollständig, sondern nur in Teilbereichen verworfen. Die Teilbereiche der alten Theorie, die durch die neue Theorie jedoch nicht verworfen werden, müssen sich nach dieser Bedingung in der neu aufgestellten Theorie wiederfinden.

Nach Lakatos ist es möglich, mit diesen Bedingungen objektive Kriterien für den Vergleich von Theorien anzugeben, und er empfiehlt, die weniger gute Theorie zu eliminieren, wenn eine bessere vorhanden ist. Findet solch eine Elimination statt, so wird immer die Theorie mit dem größten Zuwachs an bewährtem Gehalt gewählt. Der raffinierte Falsifikationismus "erlaubt die Ersetzung beliebiger Teile des Leibes der Wissenschaft, aber nur unter der Bedingung, daß die Ersetzung in progressiver Weise geschieht und also neue Tatsachen" und Erkenntnisse durch diese Modifikation gewonnen werden.

Zusammenfassend betrachtet beschreibt Lakatos den Vorteil des raffinierten Falsifikationismus durch die Erweiterung des Begriffes Theorie zur Theorienreihe, da eine neue Theorie immer den jeweiligen Wissensgehalt einer alter Theorien mit abdecken muß. Somit findet hier auch keine Bewertung einzelner Theorien statt, sondern meist von Theorienreihen, die vielleicht auch als Forschungsprogramme bezeichnet werden könnten. Durch neue Theorien findet beim raffinierten Falsifikationismus ein ständiger Wissenszuwachs statt, da neue Theorien gleichzeitig aus der Vergangenheit lernen müssen, d.h. jeder nicht widerlegte Gehalt einer alten Theorie mit in die Zukunft übernommen werden.

Methodologie wissenschaftlicher Forschungsprogramme

In diesem Abschnitt sollen nun zwei Arten oder Klassen von Forschungswegen aufgezeigt werden, die Wissenschaftler vermeiden sollten (negative Heuristik), bzw. bei denen es sich meist lohnt, ihnen zu folgen (positive Heuristik). Innerhalb eines Forschungsprogramms werden meist beide Forschungswege mit unterschiedlicher Gewichtung verfolgt.

Negative Heuristik:

Die Abbildung 2 beschreibt den Forschungsweg einer negativen Heuristik grafisch. Nach Meinung Lakatos kann jedes Forschungsprogramm durch dessen harten Kern charakterisiert werden. Dieser harte Kern ist von einem Schutzgürtel von Hilfshypothesen umgeben, der in der Grafik als äußerer Kreis

dargestellt ist. Kritisiert wird die Theorie durch Anomalien oder Gegenbeispiele, welche durch die Pfeile dargestellt sind. Es gilt den harten Kern durch die Entwicklung immer neuer Hilfshypothesen zu verteidigen, d.h. für jedes Gegenbeispiel wird eine neue Hilfshypothese entwickelt, die dieses entkräftigt. Jede Anomalie wird sozusagen in den Schutzgürtel aufgenommen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Als erfolgreich kann bei dieser Strategie ein Forschungsprogramm gelten, wenn all dies zu einer Weiterentwicklung der anfänglichen Theorie führt.

Positive Heuristik:

Geht ein Wissenschaftler nach der Vorgehensweise einer positiven Heuristik vor - zumindest wenn er dieser Vorgehensweise die größte Gewichtung zuweist -, dann hat er ein Ziel oder eine Vision für die Zukunft vor Augen, die er mit seiner Theorie zu beweisen versucht. Die Abbildung 3 versucht diesen Sachverhalt grafisch darzustellen.

Bei der Verfolgung seines Zieles beginnt der Wissenschaftler bei der Aufstellung einer neuen Theorie. Diese Stelle ist der Startpunkt des längliche Pfeiles. Diese Theorie wird im Laufe der Zeit durch Gegenbeispiele zu widerlegen versucht, die mehr oder weniger tief die aufgestellte Theorie erschüttern. Die Gegenbeispiele und Anomalien versucht der Wissenschaftler durch die Aufstellung von Hilfshypothesen oder durch neue Theorien oder Modelle zu beseitigen. Es kann vielleicht sogar vorkommen, daß er eine Kritik gar nicht gelten läßt. Doch bei all diesem verliert der Wissenschaftler nie sein primäres Ziel aus den Augen. Lakatos beschreibt die Vorgehensweise der positiven Heuristik als eine, die fast ohne jede Rücksicht auf Widerlegungen vorstößt.

Zusammenfassung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

In dieser Arbeit wurde als erstes ein kurzer Einblick in den wissenschaftliche Erkenntnisfortschritt gegeben. Bei diesem Einblick wurden verschiede Lehrmeinungen des Erkenntnisfortschritts erwähnt, ohne näher auf diese einzugehen. Es beschreibt den anfängliche wissenschaftlichen Erkenntnisfortschritt als eine Akkumulation von bewiesenem Wissen. Von der Ansicht, daß nur bewiesenes Wissen oder bewiesene Theorien als wissenschaftlich gelten können, haben sich die meisten Wissenschaftler im Laufe der Zeit gelöst.

Im dritten Kapitel wird auf die eigentliche Problematik dieser Seminararbeit eingegangen. Hier werden verschiedene Lehrmeinungen von Kriterien der Bewährung und Verwerfung wissenschaftlicher Theorien beschrieben.

Die erste philosophische Lehrmeinung über wissenschaftlichen Erkenntnisfortschritt ist diejenige von Kuhn. Kuhn unterteilt die Zeiten der wissenschaftlichen Forschung in zwei Teile. Der erste Teil, die Normalwissenschaft, ist durch keinen nennenswerten wissenschaftliche Fortschritt gekennzeichnet. In dieser Zeit werden nur bewährte Theorien angewendet. Der zweite Teil den Kuhn beschreibt ist der der außerordentlichen Wissenschaft. Diese Zeit ist durch wissenschaftliche Revolutionen gekennzeichnet, die durch die Unzufriedenheit der Wissenschaftler mit den vorherrschenden Theorien zustande kommen.

Die zweite betrachtete Lehrmeinung ist von Lakatos. Hier werden verschiedene Betrachtungsweisen des Falsifikationismus aufgezeigt. Lakatos unterteilt den Falsifikationismus in den dogmatischen Falsifikationismus und in den methodologischen Falsifikationismus. Den methodologischen Falsifikationismus unterteilt Lakatos weiter in den naiven und den raffinierten methodologischen Falsifikationismus. Der dogmatische Falsifikationismus ist durch seine feste empirische Basis gekennzeichnet, der naive methodologische Falsifikationismus erkennt schon eine prinzipielle Fehlbarkeit der empirischen Basis ein und der raffinierte Falsifikationismus vollendet die Diskussion, indem eine neue Theorie zusätzlich immer den Gehalt an Wissen einer alten Theorie enthalten muß.

Abgeschlossen wird die Diskussion mit einer Methodologie wissenschaftlicher Forschungsprogramme von Lakatos. Er unterteilt diese Vorgehensweisen in eine Klasse, die ein Wissenschaftler anwenden sollte und nennt diese positive Heuristik. Die zweite Klasse ist von Wissenschaftlern möglichst zu meiden, er nennt sie deshalb negative Heuristik.

Schlußwort

Eine abschließende Bewertung der erstellten Arbeit ist äußerst schwer. Anfänglich saß der Schock über den verworrenen und unverständlichen Text als Ausgangsbasis durchaus tief. Doch nach Zuhilfenahme des Fremdwörterlexikons entwickelte sich allmählich ein Verständnis für die zugrundeliegende Problematik und es wurde ein unerwartetes Interesse geweckt.

Meiner Meinung nach kann man aus der Literatur die Schlußfolgerung ziehen, daß jede wissenschaftliche Theorie nur solange Gültigkeit besitzt, bis sie widerlegt wird. Keine Theorie die jemals aufgestellt wurde, ist wirklich vollkommen, und jeder Beweis ist nur relativ. Dies zeigt für mich, daß man Neuem gegenüber aufgeschlossen sein muß und bewährtes Altes dennoch nicht einfach über Bord geworfen werden sollte.

Glossar

Geozentrisches System

geozÁntrisches System, ein Weltbild, bei dem die Erde den ruhenden Mittelpunkt des Weltalls, insbes. des Planetensystems (einschließlich Sonne und Mond) bildet (z.)B. bei Aristoteles, Ptolemäus und T.)Brahe).

Heliozentrisches System

heliozÁntrisches System, ein Weltbild, bei dem die Planeten die Sonne umkreisen, diese aber noch den Mittelpunkt der Welt darstellt. Diese heliozentr. Planetentheorie wurde 1543 von N. Kopernikus veröffentlicht, der damit auf Gedanken zurückgriff, die schon Aristarchos von Samos 265 v.)Chr. geäußert hatte. Das h. S. verdrängte das geozentrische System nur langsam, was aber nicht nur am Widerstand der Kirche lag. Erst J. Kepler konnte mit seinen Planetengesetzen die Schwächen des h.)S. berichtigen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Kopernikus opÁrnikus, Nikolaus

(Coppernicus, Copernicus), eigtl. Nikolaus Koppernigk (poln. Kopernik), *)Thorn 19.2. 1473, †)Frauenburg (Ostpreußen) 24.5. 1543, Astronom. K. erkannte, daß das geozentrische System für die Vorhersage der Planetenpositionen über längere Zeiträume ungeeignet war. Er erarbeitete das heliozentrische System, in dem er die jährl. Bewegung der Erde um die Sonne beschrieb und die tägl. Umdrehung des Fixsternhimmels als Rotation der Erde um die eigene Achse erklärte.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Popper

Põpper, Sir (seit 1964) Karl [Raimund], *)Wien 28.)7. 1902, †)London 17.)9. 1994, brit. Philosoph und Wissenschaftslogiker österr. Herkunft. Seit 1949 Prof. für Logik und Wissenschaftstheorie in London; Begründer des krit. Rationalismus, der auf dem log. Prinzip der permanenten Fehlerkorrektur (Falsifikation) in de r Theorienbildung beruht, insofern Kritik an allen Formen des Historismus (›Das Elend des Historizismus‹, 1957) und Sozialutopismus.

Werke:

Logik der Forschung (1935), Objektive Erkenntnis. Ein evolutionärer Entwurf (1972), Die beiden Grundprobleme der Erkenntnistheorie (entstanden 1930-33, hg. 1979), Das Ich und sein Gehirn (1982).

Ptolemäus

Ptolemäus, Claudius (Ptolemaeus), *)Ptolemais um 100, †)Canopus (?) nach 160, Astronom, Mathematiker und Geograph in Alexandria. Mit seinem das geozentrische System vermittelnden Hauptwerk (in lat. Übersetzung ›Almagest‹ gen.) legte er die erste systemat. Ausarbeitung der mathemat. Astronomie vor. Die zweite große Schrift des P. vermittelt die mathemat. Kenntnisse für die Längen- und Breitenbestimmung von Orten.

Literaturverzeichnis

- Andersson, Gunnar (1988): Kritik und Wissenschaftsgeschichte. Tübingen
- Kuhn, S. Thomas (1984): Was sind wissenschaftliche Revolutionen?, Zweite Auflage
- Lakatos, Imre (1974): "Falsifikation und die Methodologie wissenschaftlicher Forschungsprogramme" , in "Kritik und Erkenntnisfortschritt", von I. Lakatos / A. Musgrave (1974), Vieweg, Braunschweig, S.89-190
- Meyers Lexikon (1995): auf CD-ROM "LexiRom", Microsoft Corporation und Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG

Anregungen, Kritiken

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Details

Titel
Der wissenschaftliche Erkenntnisfortschritt, Kriterien der Bewährung und Verwerfung von Theorien - eine Methodologie wissenschaftlicher Forschungsprogramme
Autor
Jahr
1996
Seiten
16
Katalognummer
V95292
Dateigröße
2354 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Erkenntnisfortschritt, Kriterien, Bewährung, Verwerfung, Theorien, Methodologie, Forschungsprogramme
Arbeit zitieren
Andreas Mies (Autor), 1996, Der wissenschaftliche Erkenntnisfortschritt, Kriterien der Bewährung und Verwerfung von Theorien - eine Methodologie wissenschaftlicher Forschungsprogramme, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/95292

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