Das volkswirtschaftliche Umfeld für betriebswirtschaftliches Arbeiten im Bereich Informationswirtschaft


Seminararbeit, 1999
12 Seiten, Note: 2,3

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Inhalt

1 Einleitung

2 Volkswirtschaftliche Hintergründe der Informationswirtschaft
2.1 Informationswirtschaft – Was ist das?
2.2 Klärung des Begriffs der Informationsgesellschaft
2.3 Die "Theorie der langen Wellen" als Erklärungsansatz für den Wandel von der Industrie- zur Informationsgesellschaft
2.4 Kondratieff-Zyklen und die Bedeutung von Basisinnovationen
2.5 Was kommt nach dem fünften Kondratieff?
2.6 Kritik an der "Theorie der langen Wellen"

3 Betriebswirtschaftliche Nutzung der volkswirtschaftlichen Hintergründe
3.1 DV-Leiter/Informationsmanager – ein Beruf im Bereich Informationswirtschaft
3.2 Die Anwendung der volkswirtschaftlichen Hintergründe im Beruf DVLeiter/Informationsmanager
3.2.1 Anwendungen im Bereich Organisation
3.2.2 Anwendungen im Bereich Unterstützung des Managements
3.2.3 Anwendungen im Bereich "Entdeckung neuer Technologien"
3.3 Woher erhält man die notwendigen volkswirtschaftlichen Daten?

4 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Informationswirtschaft und Informationsgesellschaft sind Schlagworte, die in aller Munde sind. Ob im Fernsehen, Zeitung, Radio oder Internet, täglich wird man damit konfrontiert. Mal wird die Informationsgesellschaft als große Chance des 21. Jahrhunderts angesehen, mal heißt es, die Informationsgesellschaft führe in eine "Produktivitätsfalle".1 Ob die Informationswirtschaft Fluch oder Segen ist, soll jedoch nicht Gegenstand dieser Arbeit sein. Vielmehr soll gezeigt werden, welche volkswirtschaftlichen Kenntnisse notwendig sind, um betriebswirtschaftliche Arbeiten im Bereich Informationswirtschaft durchzuführen.

2 Volkswirtschaftliche Hintergründe der Informationswirtschaft

Die Informationswirtschaft gewann in den letzten 30 Jahren eine herausragende Bedeutung. Unsere Gesellschaft wandelte sich von der Industriegesellschaft zur Informationsgesellschaft. Dieser Strukturwandel ist von grundlegender Art, er berührt alle Bereiche der Gesellschaft. Dabei kommt der Informationswirtschaft eine bedeutende Rolle zu.

Ist man in der Informationswirtschaft tätig, so sollte man sich über die Hintergründe dieses Strukturwandels bewußt sein. Nur so kann man die Informationswirtschaft verstehen und auch zukünftige Entwicklungen abschätzen.

2.1 Informationswirtschaft – Was ist das?

Die Informationswirtschaft bildet neben den klassischen Sektoren Landwirtschaft, Industriewirtschaft und Dienstleistungen einen neuen eigenständigen Wirtschaftssektor.

Der Informationssektor läßt sich wie folgt gliedern:2

- In den Bereich Informationstechnik. Hierbei handelt es sich um die Herstellung von Mikroelektronik, Unterhaltungselektronik, Industrieelektronik, Software und Kommunikationstechnik.
- In den Bereich Informationsdienstleistungen. Darunter fallen die Telekommunikationsdienste, die Medien, die Werbung, die Aus- und Weiterbildung und Informationsdatenbanken.

Die Informationswirtschaft hat uns Dinge wie den PC, Handys, eMail, Internet, eCommerce, weltweite Kommunikation und vieles mehr beschert. Dies alles führte zu einem grundlegenden Strukturwandel der Gesellschaft. Unsere Gesellschaft wandelte sich von der Industriegesellschaft zur Informationsgesellschaft.

Standen in der Industriegesellschaft die Materialien und materielle Bedürfnisse im Vordergrund, so kommt es heute auf die effektive Nutzung von Informationen an.3

2.2 Klärung des Begriffs der Informationsgesellschaft

Das Hauptmerkmal der Informationsgesellschaft ist, daß Information als Produktionsfaktor, neben den klassischen Faktoren Boden, Arbeit und Kapital, immer bedeutsamer wird.4 Unternehmen können Ihre Wettbewerbsfähigkeit nur sichern, wenn sie auch über die richtigen Informationen verfügen.

Information wird jedoch nicht nur als Produktionsfaktor immer bedeutsamer, sondern sie hat auch als Konsumgut eine besondere Stellung. Information läßt sich verkaufen. Die Gesellschaft hat das Bestreben, gut informiert zu sein.

Die Informationsgesellschaft geht mit einen erheblichen Strukturwandel einher. Das Neue an der Informationsgesellschaft läßt sich am einfachsten durch einen Vergleich mit der Industriegesellschaft darstellen:

Voraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg in der Industriegesellschaft war der produktive Umgang mit Energie. Rohstoffe, technische Geräte, Maschinen und Anlagen hatten eine herausragende Bedeutung. In der Informationsgesellschaft hingegen ist der produktive Umgang mit Information und Wissen entscheidend. Immaterielle Gegenstände wie Wissen, Wahrnehmungen, Ideen und Strategien nehmen eine bedeutende Stellung ein.5

Dieser Wandel bringt auch erhebliche Unterschiede im Arbeitsleben mit sich:6

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Informationsgesellschaft veränderte aber auch Grundsätze der Ethik und Weltanschauung. In der Industriegesellschaft wird die Weltanschauung vor allem durch die Familie, Schule und Kirche geprägt. In der Informationsgesellschaft wird das Denken und Fühlen der Menschen hauptsächlich von den Medienkonzernen beeinflußt. Wir werden ab der frühen Kindheit mit Gewalt und Terror konfrontiert. Diese Entwicklung ist besorgniserregend, werden doch zweifelhafte Vorbilder vermittelt.7

2.3 Die "Theorie der langen Wellen" als Erklärungsansatz für den Wandel von der Industrie- zur Informationsgesellschaft

Wie man aus der Wirtschaftsgeschichte der letzten 200 Jahre lernen kann, verlief das Wirtschaftswachstum in Form von Ungleichgewichten und zyklischen Schwankungen ab. Ein russischer Wissenschaftler, Nikolai Kondratieff, untersuchte diese Schwankungen, und versuchte sie empirisch nachzuweisen. 1926 veröffentlichte er einen Artikel mit dem Titel "Die langen Wellen der Konjunktur". Darin behauptet er, daß es neben kurz- und mittelfristigen Konjunkturschwankungen auch lange Phasen des Wirtschaftswachstums und der Rezession gibt. Er stellte fest, daß diese Phasen zyklisch auftreten und gewöhnlich eine Dauer von 40-50 Jahren haben.

Seine Theorie ist inzwischen weltweit unter dem Namen "Theorie der langen Wellen" bekannt. Die auftretenden Zyklen werden nach ihrem Entdecker auch "Kondratieff-Zyklen" genannt.

Bedeutung für die Konjunkturprognose und Wirtschaftspolitik bekamen die langen Wirtschaftszyklen erst durch die Arbeiten von Joseph Alois Schumpeter.8

Schumpeter ging davon aus, daß die langen Konjunkturzyklen durch neue Techniken ausgelöst werden. Diese neuen Techniken, auch Basisinnovationen genannt, bestehen aus einem Bündel eng vernetzter Technologien. Das Tempo und die Richtung des Innovationsgeschehens wird durch diese Technologien für mehrere Jahrzehnte bestimmt. Die Basisinnovationen führen auch zu einer weitreichenden Reorganisation der Gesellschaft.9

Aus der folgenden Abbildung sind die bisherigen Kondratieff-Zyklen und ihre jeweilige Basisinnovation ersichtlich:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 Die langen Wellen der Konjunktur und ihre Basisinnovationen10

Der Übergang zwischen viertem und fünftem Kondratieff stellt nicht nur einen Wechsel zwischen zwei Langzyklen dar. Vielmehr markiert er einen Wendepunkt in der Entwicklung der westlichen Zivilisation.11

Bis einschließlich des vierten Kondratieffzyklus wurde das Wirtschaftswachstum immer durch einen erhöhten Einsatz von Rohstoffen und Energie erzielt. Die damit einhergehenden Umweltbelastungen drohten die Umwelt zu überfordern. Erstmals wurde dies im Bericht "On the Limits of Growth" des Club of Rome deutlich.

Mit dem fünften Kondratieffzyklus und seiner Basisinnovation, die Informationstechnik, wurde der Wirtschaftswachstum immer mehr durch den Produktionsfaktor Information getragen.

Mit dem Übergang vom vierten zum fünften Kondratieff wandelte sich unsere Gesellschaft von der Industriegesellschaft zur Informationsgesellschaft.

2.4 Kondratieff-Zyklen und die Bedeutung von Basisinnovationen

Wie oben schon dargestellt sind Basisinnovationen Auslöser und Träger der Kondratieffzyklen. In der täglichen Unternehmenspraxis wird die Rolle der Basisinnovationen noch weitgehend unterschätzt. Deshalb wird in diesem Abschnitt auf ihre besondere Bedeutung kurz eingegangen.

Wirtschaftswachstum und Wohlstandsmehrung sind nur durch technischen Fortschritt möglich. Mit dem Wirtschaftswachstum steigt das Einkommen der Bevölkerung. Die Menschen können ihre Bedürfnisse durch Konsum erfüllen. Dabei gibt es jedoch auch Bedürfnisse, die der Sättigung unterliegen (dieses Phänomen der Sättigung ist auch als 1. Gossensches Gesetz bekannt12 ). Durch die eintretende Sättigung wird von den Haushalten weniger Geld ausgegeben, die Folge ist, daß auch die Unternehmen weniger Geld einnehmen. Die Unternehmen bauen ihre Kapazitäten ab. Das Resultat ist ein sich verstärkender Kreislauf, an dessen Ende permanente Arbeitslosigkeit steht. 13

Durch weitere technische Neuerungen kann dieser Kreislauf durchbrochen werden. Allerdings muß eine Neuerung folgende Voraussetzungen erfüllen, um den Kreislauf zu durchbrechen:

- Die Neuerung weckt bzw. erfüllt neue Bedürfnisse der Gesellschaft. Die Erfindung des Automobils deckte z.B. den Bedarf nach individueller Mobilität.
- Die Neuerung besteht aus einem Bündel eng vernetzter Technologien. Diese Technologien bestimmen das Innovationsgeschehen für mehrere Jahrzehnte.
- Die Neuerung führt zu einer weitreichenden Reorganisation der Gesellschaft.

Erfüllt eine technische Neuerung diese 3 Voraussetzungen, so bezeichnet man sie als Basisinnovation. Sie wird so zum Träger neuen wirtschaftlichen Aufschwungs. Eine Basisinnovation führt so zu großen Umsätzen, schafft eine Menge neuer Arbeitsplätze und bringt der gesamten Wirtschaft neue Modernisierungsimpulse.

In folgender Abbildung ist das Technologienetz der Informationstechnik dargestellt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 Das Technologienetz der Informationstechnik14

Damit das Potential einer neuen Basisinnovation genutzt werden kann, müssen sich die Unternehmen und die gesamte Gesellschaft auf das Muster der Basisinnovation einstellen. Beherrscht man eine Basisinnovation nicht, so besteht die Gefahr, daß die neuen großen Märkte verloren gehen.15 Umgekehrt gilt, daß der, der neue Basisinnovationen beherrscht auch gute Chancen auf den neu entstehenden Märkten hat.

2.5 Was kommt nach dem fünften Kondratieff?

Der Höhepunkt des fünften Kondratieff ist in Europa und Japan bereits überschritten.16 Deswegen müßte schon heute in den sechsten Kondratieff investiert werden. Nach Nefiodow17 könnten folgende Märkte Träger eines neuen Aufschwungs sein:

- Der Informationmarkt: Information hat auch noch im sechsten Kondratieff eine entscheidende Bedeutung. Vor allem der Ausund Weiterbildungsmarkt könnte erhebliche neue Wachstumsimpulse bringen.
- Der Umweltmarkt: Unsere Umwelt wurde ist durch die Industriegesellschaft immer noch übermäßig belastet. Es besteht akuter Handlungsbedarf. Das Bedürfnis der Menschheit nach einer intakten Umwelt ist weltweit gestiegen und wird auch noch weiter steigen.
- Der Gesundheitsmarkt: Ein weiteres Bedürfnis der Menschheit ist das Bedürfnis nach Gesundheit. Die Menschen sind bereit, für die Bekämpfung von körperlichen und psychischen Leiden mehr Geld auszugeben. Unter den Gesundheitsmarkt fallen auch Produkte der Biotechnologie.

Die Informationswirtschaft wird auf jeden Fall auch weiterhin eine große Bedeutung haben. Das Potential, das in der weltweiten Vernetzung liegt ist noch nicht voll ausgeschöpft. Bereiche wie z.B. Electronic-Commerce stecken noch in den Kinderschuhen.18

2.6 Kritik an der "Theorie der langen Wellen"

Unbestritten ist, daß die langen Konjunkturzyklen existieren. Kritisiert wird jedoch, wenn die Kondratieff-Zyklen als einfaches Mittel zur Erreichung von Vollbeschäftigung angewandt werden. Nach dem Motto: "Fördere die richtige Technologie, so wird sich Vollbeschäftigung schon wieder einstellen". Solche Vorstellungen lassen außer acht, daß es sich bei Schumpeters und Kondratieffs Ansatz nicht um ein Prognoseinstrument handelt.19 Desweiteren ist die Frage nach der Basisinnovation des nächsten Kondratieff-Zyklus nur schwer zu beantworten.

Ob nun die Kenntnisse der "Theorie der langen Wellen" auch wirtschaftspolitisch angewandt werden können oder nicht, sei dahingestellt. (Nefiodow widerlegt einige der Kritikpunkte in 20 ) Auf jeden Fall sind die volkswirtschaftlichen Hintergründe wichtig für das Arbeiten im Bereich Informationswirtschaft. Gerade hier ist die Kenntnis der Konradtieff-Zyklen, vor allem des fünften Zyklus, mit der Informationstechnologie als Basisinnovation, von größter Bedeutung.

3 Betriebswirtschaftliche Nutzung der volkswirtschaftlichen Hintergründe

Am Beispiel des DV-Leiters, einem klassischen Beruf der Informationswirtschaft, möchte ich darlegen, wie die im vorherigen Kapitel beschriebenen Hintergründe der Informationswirtschaft auch betriebswirtschaftlich genutzt werden können.

3.1 DV-Leiter/Informationsmanager – ein Beruf im Bereich Informationswirtschaft

Der DV-Leiter ist eines der klassischen Berufsbilder, die direkt mit allen Bereichen der Informationswirtschaft zu tun haben.

Der DV-Leiter ist typischerweise in mittelständischen Betrieben mit einem Umsatzvolumen bis zu 500 Mio DM zu finden. Diese Betriebe haben eine umfangreiche DV-Landschaft und eine eigene EDV-Abteilung mit ca. 5-15 Mitarbeitern.

Zu den operativen Aufgaben des DV-Leiters gehört die Koordination aller anfallenden Tätigkeiten in Zusammenhang mit der bestehenden DV-Landschaft. Das reicht von Installation, Einführung, Schulung, Wartung bis zur Weiterentwicklung der bestehenden Software.

Dabei erfolgt auch eine intensive Zusammenarbeit mit Firmen der Informationswirtschaft. Unter anderem Hardwarehersteller, Softwarehersteller, aber auch DV-Dienstleister wie z.B. Beratungsgesellschaften.

Für den DV-Leiter, als Koordinator aller Tätigkeiten, ist eine umfangreiche Kenntnis der gesamten Bandbreite der Informationswirtschaft daher unumgänglich.

Die Position des DV-Leiters ist meistens direkt der Geschäftsleitung unterstellt. Von daher ergeben sich neben den oben beschriebenen operativen Aufgaben auch wichtige strategische Aufgaben. Diese sind vor allem betriebswirtschaftlicher Natur. Dazu gehören:

- Effizientere Gestaltung der Organisation des Unternehmens
- Analyse und Konzeption von Geschäftsprozessen
- Abbilden der Geschäftsprozesse mit den bestehenden DVSystemen (z.B. SAP R/3)
- Die Effizienz der DV-Abteilung durch geeignete Personalbeschaffung sichern
- Neue technologische Entwicklungen für das Unternehmen "entdecken" und nutzbar machen (z.B. Internet, eCommerce)
- Dem Management Informationen über das Unternehmen zur Verfügung stellen. Dabei geht es darum, aus der Masse der anfallenden Daten diejenigen Informationen zu isolieren, die für die Erreichung der Unternehmensziele wichtig sind.21

Vor allem der letzte Punkt wird immer wichtiger und führte dazu, daß sich das Berufsbild des DV-Leiters entscheidend änderte. In den heutigen Käufer-Märkten kann die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens nur noch mit den richtigen Informationen über Kunden und Märkte sichergestellt werden.22

Das Verfügbar machen dieser Informationen kommt in den mittelständischen Betrieben den DV-Leitern zu. Deshalb spricht man heute anstatt vom DV-Leiter auch vom Informationsmanager.

Professor August-Wilhelm Scheer formuliert dazu: "Die Wachablösung, solcher alten EDV Leiter, die stolz darauf sind, im weißen Kittel im Rechenzentrum eigenhändig AssemblerProgramme schreiben zu können, steht an" 23

3.2 Die Anwendung der volkswirtschaftlichen Hintergründe im Beruf DVLeiter/Informationsmanager

3.2.1 Anwendungen im Bereich Organisation

Zu einem Aufgabenschwerpunkt des DV-Leiters gehört die Mitgestaltung und Verbesserung der betrieblichen Organisation.(siehe Seite 14) Er hilft bei der Gestaltung der Aufbau- und Ablauforganisation. Die Organisation des Betriebes muß mittels der unternehmensweiten DVSysteme (z.B. SAP R/3) abgebildet werden.

Für die Gestaltung der Aufbauorganisation ist es wichtig zu wissen, daß die Informationsgesellschaft zu einem grundlegenden Strukturwandel der Arbeitswelt geführt hat (siehe Seite 6). Hierarchiestufen wurden abgebaut, die Verantwortung wird von oben nach unten delegiert. Ziel muß sein, die Begabung möglichst vieler Mitarbeiter für das Unternehmen freizusetzen.24

Die Arbeit wird in der Informationsgesellschaft immer mehr an Teams delegiert. Damit das reibungslos klappt müssen die entsprechenden Kommunikationsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt werden (eMail, Fax, Videokonferenzen, unternehmensweite Netze, ...). Verfügt der DV-Verantwortliche über das Wissen des Strukturwandels, so kann er effektiv an der Gestaltung der betrieblichen Organisation mitwirken.

Durch die Veränderung der Organisation können erhebliche Produktivitätsfortschritte erzielt werden. Verschläft ein Unternehmen den Trend, so ist die Wettbewerbsfähigkeit, und damit die Zukunft des Unternehmens, gefährdet.

3.2.2 Anwendungen im Bereich Unterstützung des Managements

Mit der Informationswirtschaft und der Informationsgesellschaft kam es auch zur Globalisierung der Märkte. Die Folge ist, daß viele Unternehmen um ein und denselben Kunden kämpfen. Der Markt wandelte sich vom Verkäufer zum Käufermarkt.25 Damit ein Unternehmen erfolgreich verkaufen kann muß die gesamte Unternehmenspolitik ganz auf den Kunden, seine Wünsche, Gewohnheiten und künftigen Bedürfnisse ausgerichtet sein. Entscheidend hierfür ist der Produktionsfaktor Information.(siehe auch Seite 5) Die treibende Kraft für diese Entwicklung war und ist der fünfte Kondratieff-Zyklus. Die Informationen, die benötigt werden sind zum Teil in den DV-Systemen vorhanden. Der DV-Leiter bzw. Informationsmanager hat die Aufgabe, dem Management diese Informationen in einer geeigneten Art und Weise zur Verfügung zu stellen.(siehe auch Seite 14). Damit er die ganze Tragweite und Wichtigkeit dieser Aufgabe versteht muß sich der DV- Verantwortliche über die im Kapitel 0 beschriebenen volkswirtschaftlichen Hintergründe im klaren sein.

3.2.3 Anwendungen im Bereich "Entdeckung neuer Technologien"

Wie auf Seite 14 dargelegt, hat ein DV-Leiter auch die Aufgabe, neue Technolgien für das Unternehmen zu entdecken und nutzbar zu machen. Eine besondere Bedeutung hat dabei das Wissen um die Basisinnovationen. (siehe Kapitel 0) Wenn man künftige Basisinnovationen frühzeitig erkennt und einsetzt, so erreicht das Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil. Als Beispiele kann man Internet und eCommerce nennen. Unternehmen, die sich frühzeitig mit diesen Themen beschäftigt haben, haben einen eindeutigen Wettbewerbsvorsprung gewonnen.

Ein weiterer Trend, den die Informationsgesellschaft mit sich bringt, ist die Nutzung der weltweiten Vernetzung. Die großen Softwarefirmen, wie beispielsweise SAP, unterhalten weltweite Entwickler- und Serviceteams. Und all diese Entwickler arbeiten am gleichen Produkt. Die Weiterentwicklung der SAP-Software läuft auf diese Weise über 24h am Tag. Doch nicht nur kommerzielle Firmen sind weltweit vernetzt. So haben z.B. Tausende von Studenten, Diplomanden und Doktoranden, die sich untereinander nicht kennen (die Kommunikation läuft nur über das Internet), das Betriebssystem "Linux" entwickelt. Dieses System ist frei verfügbar, jeder darf es kopieren und weiterentwickeln. Es fallen keine Lizenzgebühren an. Und der Clou ist, daß dieses System stabiler und besser läuft als manches kommerzielles Betriebssystem. Linux gewinnt aus diesem Grund eine immer größere Bedeutung26. Inzwischen wird es von vielen Unternehmen, auch für unternehmenskritische Anwendungen, eingesetzt.

Wie kann es ein Produkt geben, mit dem kein Geld verdient wird? Es stimmt natürlich nicht, daß sich kein Geld mit Linux verdienen läßt. Das Geld wird jedoch nicht mit dem Produkt verdient, sondern mit dem Service- und Supportgeschäft. Also den Dienstleistungen rund um das Produkt. (ein ähnliches Phänomen ist bei Mobiltelefonen zu beobachten, auch hier wird das Produkt selbst "verschenkt", Geld wird mit dem Vertrag mit der Telefongesellschaft verdient)

Arbeitet man im Sektor Informationswirtschaft, so muß man all diese Trends beobachten und analysieren. Das Wissen um die Kondratieff-Zyklen und Basisinnovationen leistet dabei wertvolle Hilfe.

3.3 Woher erhält man die notwendigen volkswirtschaftlichen Daten?

Die Informationen, die man benötigt, um moderne Märkte und ihre Dynamik zu erkennen findet man in Zeitschriften, Magazinen, Büchern, Studien, elektronischen Datenbanken, Geschäftsberichten, Marktanalysen, Reiseberichten, aber auch auf Messen, Tagungen, Seminaren, Konferenzen und Kongressen.27

Im Zeitalter der Information besteht kein Mangel an Marktinformationen, man hat eher zu viele als zu wenige Informationen. Das Problem besteht darin, die relevanten Informationen zu isolieren.

Allerdings läßt sich feststellen, daß die amtliche Statistik die notwendigen Informationen nicht liefern kann. So wird die informationstechnische Industrie in diesen Statistiken noch nicht einmal aufgeführt. (Die Umsätze der Informationstechnik werden dem Maschinenbau, der elektronischen und chemischen Industrie sowie den sonstigen Dienstleistungen zugeordnet)28

4 Literaturverzeichnis

Bücher:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Zeitschriften:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Internetadressen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


1 siehe http://w2.wa.uni-hannover.de/schwarz/wa_ref3.htm

2 siehe Nefiodow, 1999, S25

3 siehe Nefiodow, 1999, S13

4 siehe: http://www.erziehung.uni-giessen.de/studis/Robert/0501_1.html

5 siehe Nefiodow, 1999, S24

6 siehe Nefiodow, 1999, S24ff

7 siehe Nefiodow, 1999, S39ff

8 siehe Friedewald, 1997

9 siehe: http://exai2.wu-wien.ac.at/~kaiser/mis/projekte/projekt1.html

10 Quelle: Nefiodow, 1999

11 siehe: Nefiodow, 1999, S9

12 siehe Neubäumer/Hewel, 1994

13 siehe auch Woll, 1984, S419

14 Quelle: Nefiodow, 1999, S15

15 siehe: http://exai2.wu-wien.ac.at/~kaiser/mis/projekte/projekt1.html

16 siehe ebenda

17 siehe Nefiodow, 1999

18 siehe: Computerwoche Extra, 2/99 vom 19.3.1999

19 siehe: Friedewald, 1997

20 Nefiodow, 1999, S70ff

21 siehe Computerwoche Nr 37, vom 14.9.1990, "Anforderungen an den DV-Leiter der Zukunft"

22 siehe "Data Warehousing", 1998, S21ff

23 siehe Computerwoche Nr 37, vom 14.9.1990, "Anforderungen an den DV-Leiter der Zukunft"

24 siehe Nefiodow, 1999, S27

25 siehe "Data Warehousing", 1998

26 siehe: http://ourworld.compuserve.com/homepages/sietmann/linux-e.htm

27 siehe Nefiodow, 1999, S73

28 siehe Nefiodow, 1999, S74

12 von 12 Seiten

Details

Titel
Das volkswirtschaftliche Umfeld für betriebswirtschaftliches Arbeiten im Bereich Informationswirtschaft
Hochschule
Hochschule Offenburg
Veranstaltung
Volkswirtschaftliches Seminar
Note
2,3
Autor
Jahr
1999
Seiten
12
Katalognummer
V95355
Dateigröße
514 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Umfeld, Arbeiten, Bereich, Informationswirtschaft, Volkswirtschaftliches, Seminar, Rahmen, Studiums, Betriebswirt, FH-Offenburg, Prof, Juhl
Arbeit zitieren
Rüdiger Hodapp (Autor), 1999, Das volkswirtschaftliche Umfeld für betriebswirtschaftliches Arbeiten im Bereich Informationswirtschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/95355

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