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Sänger im Federkleid. Zur Vogelmetaphorik im dichtungsreflektorischen Minnesang

Titel: Sänger im Federkleid. Zur Vogelmetaphorik im dichtungsreflektorischen Minnesang

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2017 , 22 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Almut Amberg (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Vergleich zwischen dem Minnesänger und dem Singvogel, die beide um die Gunst einer Dame werben, liegt auf der Hand. Diese Arbeit analysiert die Vogelmetaphorik und Bildsprache des gewählten Motivs der Selbstdarstellung im Hohen Minnesang und betrachtet verschiedene Ausprägungen des Topos. Der Singvogel, der Schwan, die Schwalbe und die Nachtigall wurden von Walther von der Vogelweide, Heinrich von Morungen und Heinrich von Veldeke als Vergleich herangezogen, um die Tätigkeit des Dichten in der Dichtung zu erfassen. Beispielhaft wird anhand verschiedener Lieder aus "Minnesangs Frühling" (MF 132,27, MF 66,9, MF 127,34) und aus dem Oeuvre Walthers von der Vogelweide (L 58,21 und L 65,17) in dieser Arbeit der Bildbereich des Vogels analysiert und die Funktion sowie die Aussagekraft der gewählten Bilder untersucht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorbemerkungen

2.1 Zum ‚Dichten übers Dichten‘ im Minnesang

2.2 Zum Singvogel im Minnesang

3. Der Sänger als Vogel in ausgewählten Liedern

3.1 Das vogellîn

3.1.1 Walther von der Vogelweide (L 58,21)

3.1.2 Heinrich von Morungen MF 132,27

3.2 Der swan

3.2.1 Heinrich von Veldeke XXV, MF 66,9

3.2.2 Heinrich von Morungen XXII, MF 138,17

3.3 Die nahtegal

3.3.1 Nachtigall vs. Frösche – Walther von der Vogelweide (L 65, 17)

3.3.2 Schwalbe oder Nachtigall? - Heinrich von Morungen MF 127,34

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Metaphorik des Singvogels im Minnesang, um das Selbstverständnis der Sänger und deren poetologische Reflexionen in ausgewählten Liedern zu analysieren. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie das Vogelmotiv als Instrument dient, um Aussagen über den Dichtungsprozess, die Rolle des Sängers und die Motivation des Singens innerhalb des Minnekontexts zu treffen.

  • Poetologische Lyrik und das „Dichten übers Dichten“ im Minnesang
  • Die Gleichsetzung von Sänger-Ich und Vogel als Ausdruck künstlerischer Identität
  • Analyse spezifischer Vogelmotive: Nachtigall, Schwan und Schwalbe
  • Die Spannung zwischen Minnedienst, Leid und künstlerischem Anspruch
  • Metaphorische Abgrenzung des Sängers von Konkurrenten und publikumsbezogene Aspekte

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Walther von der Vogelweide (L 58,21)

Ich hôrte ein kleinez vogellîn daz selbe klagen… (I,7)

Auch wenn es sich bei L 58,21 keineswegs um eine direkte Gleichsetzung von Sänger und Vogel handelt, ist ein enger Bezug zwischen Tat und Aussage und Stimmung von Vogel und Sänger vorhanden, wie im Folgenden untersucht werden wird.

Die Stelle ist ausschließlich als erste Strophe des zeitkritischen Liedes überliefert; lediglich in Handschrift B fehlt sie ganz. Obwohl sie selbst nur auf Dichtung bezogen ist, eröffnet sie das Lied hin zu einer Auseinandersetzung mit dem Frauenpreis, der die Minnethematik in das poetologische Gedicht wieder einführt. Konstanter Bezugspunkt des Sänger-Ichs ist jedoch nicht die Dame (von einer konkreten Dame ist auch nicht auszugehen), sondern die zwîvelaere, ein ablehnendes Publikum des Sängers, dessen Reaktionen Sänger-Ich wie Vogel zum Verstummen bewegen. Das Vogelmotiv wird, wahrscheinlich, da es hier keine direkte Metapher für den Sänger darstellt, nicht wieder aufgegriffen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der Vogelmetaphorik im Minnesang ein und erläutert die Bedeutung der Selbstreflexion des Sänger-Ichs sowie die Relevanz des Singvogels als poetologisches Bild.

2. Vorbemerkungen: Dieses Kapitel definiert den Begriff des ‚Dichtens übers Dichten‘ und beleuchtet die Rolle des Singvogels als rhetorisch-ästhetisches Mittel und Metapher im Kontext des Minnesangs.

3. Der Sänger als Vogel in ausgewählten Liedern: Hier erfolgt die detaillierte Analyse der Lieder, unterteilt in die Motivbereiche des ‚vogellîn‘, des ‚swan‘ und der ‚nahtegal‘, wobei deren Funktion für das Selbstverständnis des Sängers untersucht wird.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchungen zusammen und ordnet die verschiedenen Vogelmetaphern in ein systematisches Modell ein, das die unterschiedlichen Funktionen des Vogelbildes im Minnesang verdeutlicht.

Schlüsselwörter

Minnesang, Vogelmetaphorik, Sängertum, Poetologie, Mittelhochdeutsche Literatur, Walther von der Vogelweide, Heinrich von Morungen, Heinrich von Veldeke, Nachtigall, Schwan, Schwalbe, Dichten übers Dichten, Minne, Sang und Leid, Künstleridentität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Verwendung von Vogelmetaphern im mittelhochdeutschen Minnesang und wie diese dazu genutzt werden, das Handwerk des Dichtens und die Rolle des Sängers zu reflektieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die poetologische Lyrik, das Verhältnis von Mensch und Vogel im Kontext des Singens sowie die Analyse von Rollenbildern des Sängers im Minnedienst.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, durch eine qualitative Untersuchung von sechs ausgewählten Minneliedern herauszuarbeiten, welche poetologischen Aussagen über den Sänger und den Gesang durch das Vogelmotiv getroffen werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche, qualitative Analyse angewandt, die den Fokus auf die Einbettung der Vogelmetaphern in den jeweiligen Liedtext und deren Funktion im poetologischen Diskurs legt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Analysen der verschiedenen Vögel (‚vogellîn‘, Schwan, Nachtigall, Schwalbe) und deren spezifische Bedeutung für das Sänger-Ich bei Walther von der Vogelweide, Heinrich von Morungen und Heinrich von Veldeke.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Minnesang, Vogelmetaphorik, Dichten übers Dichten, Sänger-Ich, poetologische Lyrik und Mittelhochdeutsche Literatur sind die zentralen Begriffe.

Wie unterscheidet sich der Schwan von anderen Vögeln in der Analyse?

Der Schwan wird primär mit dem Leiden und dem Sterben verknüpft; er dient als Bild für die extreme Hingabe an die Minne, wird jedoch vom Sänger-Ich oft als Grenze des Sängertums abgelehnt.

Welche Rolle spielt die Nachtigall im Vergleich zur Schwalbe?

Während die Nachtigall oft den idealen, aber zuweilen verstummenden Liebesvogel darstellt, verkörpert die Schwalbe eine Form der Beständigkeit und des Singens um des Singens Willen, unabhängig von Erfolg oder Liebesleid.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Sänger im Federkleid. Zur Vogelmetaphorik im dichtungsreflektorischen Minnesang
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg  (Neuphilologisches Institut)
Veranstaltung
Hauptseminar
Note
1,3
Autor
Almut Amberg (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
22
Katalognummer
V954676
ISBN (eBook)
9783346294630
ISBN (Buch)
9783346294647
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Minnesang Vogelmetapher Metadichtung Walter von der Vogelweide Heinrich von Morungen Heinrich von Veldeke Singvogel Minnesangs Frühling
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Almut Amberg (Autor:in), 2017, Sänger im Federkleid. Zur Vogelmetaphorik im dichtungsreflektorischen Minnesang, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/954676
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Leseprobe aus  22  Seiten
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