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Christoph Martin Wieland: Sechs Fragen zur Aufklärung

Title: Christoph Martin Wieland: Sechs Fragen zur Aufklärung

Term Paper , 2002 , 11 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Franziska Reichel (Author)

Theology - Historic Theology, Ecclesiastical History
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"Wenn man Wieland nicht lesen wollte, weil man dieses oder jenes an ihm auszusetzen findet, welchen von unsern Schriftstellern würde man denn lesen wollen?" (Lessing 1759)

Christoph Martin Wieland war der meistgelesene Dichter seiner Zeit, außerdem Philosoph, Gesellschaftskritiker, Journalist, Publizist und Prinzenerzieher. Er umfasste mit seinem schöpferischen Leben die Epochen der deutschen Literatur von der Aufklärung bis zur Klassik und Romantik. Sein Frühwerk mit den emphatischen Tugend- und Seelenschwärmereien und seinem religiösen Enthusiasmus (Anti-Ovid 1752) hatte teil an der Aufklärung; die Wendung zur weltoffenen Kunst des französischen Spätrokokos machte ihn zur Verkörperung dieser literarischen Kleinepoche in Deutschland.

Im Jahre 1733 im schwäbischen Oberholzheim geboren, wuchs er im nahe gelegenen Biberach auf. Wieland wurde ab seinem dritten Lebensjahr von seinem Vater, dem evangelischen Pfarrer, unterricht. Später übernahmen Privatlehrer diese Aufgabe, so dass er schon im Alter von acht Jahren die lateinische Sprache beherrschte und auch erste lateinische und deutsche Verse verfasste. Im Alter von vierzehn Jahren wurde er vom Vater ins pietistische Schulinternat Klosterberge bei Magdeburg geschickt. Dort las er die lateinischen Klassiker, aber auch die Werke der Aufklärer. Er geriet dadurch aus seiner bisher wohlbehüteten christlichen Vorstellungswelt in den Zwiespalt zwischen aufklärerischem Freidenkertum und schwärmerischer Frömmigkeit. Nach zwei Jahren verließ er das Stift ohne Abschluss und studierte ein Jahr in Erfurt Philosophie. 1750 folgte er entgegen seinen Interessen den Wünschen der Familie und begann in Tübingen mit dem Studium der Rechtswissenschaften. In dieser Zeit lernte er Sophie von Gatermann kennen, die großen Einfluss auf ihn hatte. Die Entscheidung für die Dichtung und gegen die Rechtswissenschaften wurde rückblickend zumeist allein Sophie zugeschrieben. Es folgte eine Verlobung, die aber kurze Zeit später wieder gelöst wurde. 1751 entstand sein erstes größeres Werk "Die Natur der Dinge". Dieses Lehrgedicht war ein Signal für das "Licht" der Aufklärung. Ein Jahr darauf brach er das Studium ab und ging nach Zürich zu Johann Jakob Bodmer, ein führender Züricher Theoretiker, Übersetzer und Kritiker, der sein Mentor in dieser Zeit wurde und dessen Lehre er sich komplett unterwarf. In Zürich dichtete er viele Epen und Dramen mit biblischen Themen. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Das Leben und Schaffen des Christoph Martin Wieland

2. Ein Überblick über die Epoche der Aufklärung

3. „Sechs Fragen zur Aufklärung“

3.1 >Was ist Aufklärung?<

3.2 >Über welche Gegenstände kann und muss sich die Aufklärung ausbreiten?<

3.3 >Wo sind die Grenzen der Aufklärung?<

3.4 >Durch welche sichere Mittel wird sie befördert?<

3.5 >Wer ist berechtigt, die Menschheit aufzuklären?<

3.6 >An welchen Folgen erkennt man die Wahrheit der Aufklärung?<

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Verständnis der Aufklärung durch Christoph Martin Wieland, indem sie seine Antworten auf sechs zentrale Fragen zur Epoche analysiert und in den historischen Kontext einordnet.

  • Biografische Skizze von Christoph Martin Wieland
  • Historische Einordnung der Epoche der Aufklärung
  • Analyse der aufklärerischen Kerngedanken nach Wieland
  • Die Rolle der Vernunft und der Bildung im Aufklärungsprozess
  • Ethische Abgrenzung zwischen Licht und Dunkelheit

Auszug aus dem Buch

3.1 >Was ist Aufklärung?<

Wieland beantwortet diese Frage kurz und knapp. Für ihn ist es selbstverständlich, dass das jeder wissen müsse, der zwischen hell und dunkel, Licht und Finsternis unterscheiden kann. Licht ist ein Synonym für die Aufklärung. Es ist das Licht des Geistes. Das heißt, im Licht kommt die Erkenntnis. Im Dunkeln dagegen sind die Augen verschlossen. Man ist also nicht offen für die aufklärerischen Ideen. Man ist seiner Meinung nach „verbohrt“.

Zwei Voraussetzungen sind dafür nötig:

1.) Es muss genug Licht vorhanden sein. Darunter ist zu verstehen, dass es genug Aufklärer geben muss.

2.) „daß (sic!) diejenigen, welche dabei sehen sollen, weder blind noch gelbsüchtig seien,…[…] .“ Wieland meint, man muss auch dazu bereit sein, aufgeklärt werden zu wollen.

Aufklärung heißt also, den Menschen die Augen zu öffnen!

Zusammenfassung der Kapitel

1. Das Leben und Schaffen des Christoph Martin Wieland: Dieser Abschnitt bietet einen biografischen Abriss von Wielands Werdegang und seiner Bedeutung als Dichter, Publizist und Kulturvermittler im 18. Jahrhundert.

2. Ein Überblick über die Epoche der Aufklärung: Hier werden die philosophischen, gesellschaftlichen und theologischen Grundlagen der Aufklärung sowie der Abgrenzungsprozess zum Pietismus beschrieben.

3. „Sechs Fragen zur Aufklärung“: In diesem Hauptteil werden die sechs spezifischen Fragen Wielands zum Wesen, den Zielen, Grenzen und Mitteln der Aufklärung detailliert erläutert und interpretiert.

Schlüsselwörter

Christoph Martin Wieland, Aufklärung, Licht des Geistes, Vernunft, Erkenntnis, Pietismus, Weltbild, Reformprogramm, Menschenrechte, Kulturvermittler, Bildung, Emanzipation, Philosophie, Literaturgeschichte, Sechs Fragen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Auseinandersetzung des Schriftstellers Christoph Martin Wieland mit den zentralen philosophischen Idealen der Aufklärungsepoche.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die Biografie Wielands, die historische Epoche der Aufklärung und seine spezifische Deutung von Aufklärung als Prozess der Erkenntnisgewinnung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, Wielands „Sechs Fragen zur Aufklärung“ textnah darzustellen und zu zeigen, wie er das Konzept des „Lichts“ als Metapher für intellektuelle Freiheit nutzt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftlich-theologische Analyse, die auf der Auswertung von Primärtexten und historischen Quellen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die sechs Fragen Wielands einzeln aufgeführt, erläutert und im Kontext seiner Argumentation zu Voraussetzungen und Bedingungen der menschlichen Aufklärung interpretiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Aufklärung, Vernunft, Erkenntnis, Bildung, Lichtmetaphorik und die gesellschaftliche Rolle des Aufklärers.

Wie definiert Wieland die „Grenzen der Aufklärung“?

Wieland zieht die Grenze dort, wo trotz vorhandenen Lichts keine Bereitschaft zur Erkenntnis oder zur Öffnung gegenüber aufklärerischen Ideen bei den Menschen vorhanden ist.

Wer ist nach Wieland berechtigt, aufzuklären?

Laut Wieland gibt es kein Aufklärungsmonopol; jeder, vom Gelehrten bis zum einfachen Bürger, ist dazu aufgerufen, die Menschheit nach besten Kräften aufzuklären.

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Details

Title
Christoph Martin Wieland: Sechs Fragen zur Aufklärung
College
University of Bamberg  (Evangelische Theologie)
Course
Das christliche Verständnis von Freiheit
Grade
2,3
Author
Franziska Reichel (Author)
Publication Year
2002
Pages
11
Catalog Number
V9547
ISBN (eBook)
9783638162203
Language
German
Tags
Christoph Martin Wieland Sechs Fragen Aufklärung Verständnis Freiheit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Franziska Reichel (Author), 2002, Christoph Martin Wieland: Sechs Fragen zur Aufklärung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9547
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