Wie hat sich die Privatsphäre entwickelt und unter welchen Bedingungen werden Daten gesammelt? Um jenen Fragen auf den Grund zu gehen, beschäftigt sich diese Arbeit mit den aktuellen Entwicklungen der Privatsphäre und Metadatensystemen. Wesentliches Ziel dieser Arbeit ist es, zu zeigen, dass vollkommene Transparenz dysfunktional ist und negative Auswirkungen auf die Gesellschaft hat.
Der Wert der Privatsphäre und ihr Schutz in den Medien scheinen immer stärker vernachlässigt zu werden. Die Gesellschaft ist zum gläsernen Menschen geworden, der sich durch den Staat und Unternehmen manipulieren lässt. Die Bürger setzen sich mit den Risiken nicht mehr auseinander und fördern sogar die Sammelwut ihrer Daten, zum Zwecke von verbesserten Produkten und Sicherheit. Big Data Systeme sind im Speziellen zu betrachten, denn sie stellen die Grundlage für jede moderne Überwachung dar.
Inhaltsverzeichnis
1 Ansporn und Zielsetzung
2 Privatsphäre
2.1 Von der Antike zur Post-Privacy Gesellschaft
2.2 Was ist Privatsphäre und warum wir diese brauchen
3 Metadaten und ihre Auswirkungen auf die digitale Sphäre
3.1 Was sind Metadaten
3.2 Metadaten in der Praxis am Beispiel Big Data
3.3 Unter Generalverdacht
4 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung der Privatsphäre im digitalen Zeitalter und analysiert kritisch die Rolle von Metadatensystemen und Big Data. Ziel ist es aufzuzeigen, dass ein Übermaß an Transparenz gesellschaftlich dysfunktional ist und die demokratische Freiheit durch staatliche sowie unternehmerische Überwachung bedroht.
- Historische Entwicklung des Privatsphäre-Begriffs
- Die Entstehung der Post-Privacy Gesellschaft
- Funktionsweise und Anwendung von Metadaten und Big Data
- Gefahren durch Massenüberwachung und den Verlust der informationellen Selbstbestimmung
- Verhältnis zwischen Sicherheit und Freiheit im digitalen Raum
Auszug aus dem Buch
3.2 Metadaten in der Praxis am Beispiel Big Data
Big Data ist ein Begriff der Digitalisierung und beschreibt ein System, welches es möglich macht, enorme Datenmengen auszuwerten. Diesen Systemen gehört die Zukunft, denn mittels Datenanalysen ist es möglich die Zukunft vorherzusagen. Unternehmen wie Blackrock, Amazon, Google oder Facebook bauen ihr gesamtes Geschäftsmodell auf Datenanalysesystemen auf. Blackrock unterhält ein streng geheimes Analysesystem namens „Aladdin“ welches es möglich macht, den Wert von Aktien, Bonds, Devisen oder Kreditpapieren weltweit vorherzusagen und dies in Echtzeit. So können Risiken minimiert werden und Investmentmanager sind jederzeit in der Lage ihre Strategie anzupassen. Mit diesem System werden weltweit 14 Billionen Dollar in Assets verwaltet. Weitere Beispiele für die mögliche Nutzung von Big Data nennt Garatsch: „Die Mietwagenfirma Hertz kann sehr genau prognostizieren, wie viel Benzin sich noch im Tank befindet, wenn die Kunden den Wagen zurückgeben. Die Musikplattform Tape TV spielt mit beachtlicher Treffsicherheit Musikstücke ein, die den Konsumenten noch unbekannt sind, ihnen jedoch auf Anhieb gefallen. Das Kreditkartenunternehmen VISA kann angeblich anhand der Transaktionen vorhersagen, welches Ehepaar sich in absehbarer Zeit scheiden lässt, woraus auf die Kreditwürdigkeit geschlossen werden kann“. Damit Unternehmen diese Technik effektiv nutzen können, müssen Ziele definiert werden und die passende Infrastruktur mit den dazugehörigen Datenquellen und Analysemethoden erarbeitet werden. Das Zusammenspiel der Faktoren für eine Big Data Anwendung wird in Abbildung drei dargestellt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Ansporn und Zielsetzung: Einführung in die Problematik der schwindenden Privatsphäre und die Zielsetzung, die negativen gesellschaftlichen Folgen totaler Transparenz zu verdeutlichen.
2 Privatsphäre: Untersuchung des historischen Wandels des Privatsphäre-Begriffs von der Antike bis hin zur heutigen Post-Privacy Gesellschaft sowie Erläuterung der Funktionen von Privatheit.
3 Metadaten und ihre Auswirkungen auf die digitale Sphäre: Detaillierte Analyse der technischen Grundlagen von Metadaten, deren Anwendung in Big-Data-Geschäftsmodellen sowie die Kritik an staatlichen Überwachungspraktiken.
4 Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung der Unvermeidbarkeit digitaler Datenspuren und Plädoyer für einen sensibleren Umgang mit Daten sowie stärkere staatliche Regulierungen.
Schlüsselwörter
Privatsphäre, Metadaten, Big Data, Post-Privacy, digitale Sphäre, Überwachung, Datenschutz, Transparenz, informationelle Selbstbestimmung, Algorithmen, Datenanalyse, Grundrechte, Internetgesellschaft, Datensicherheit, Generalverdacht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Erosion der Privatsphäre im digitalen Zeitalter durch zunehmende Datenüberwachung und die Analyse von Metadaten durch Unternehmen und staatliche Akteure.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die historische Entwicklung des Rechts auf Privatsphäre, die Funktionsweise von Big Data und die Gefahren staatlicher Überwachungsmechanismen wie PRISM.
Was ist die zentrale Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, wie sich die Privatsphäre entwickelt hat und warum vollkommene Transparenz dysfunktional für eine freie Gesellschaft ist.
Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?
Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, die aktuelle Studien, Artikel und Daten von Institutionen nutzt, um die Auswirkungen digitaler Entwicklungen zu belegen.
Was behandelt der Hauptteil?
Der Hauptteil analysiert die Bedeutung von Metadaten in datenverarbeitenden Systemen sowie konkrete Praxisfälle von Big Data und die Rolle geheimdienstlicher Überwachung.
Welche Schlüsselwörter beschreiben die Arbeit am besten?
Privatsphäre, Metadaten, Big Data, digitale Sphäre, Überwachung, Datenschutz und informationelle Selbstbestimmung.
Wie bewertet der Autor das System „Aladdin“ von Blackrock?
Das System wird als Beispiel für die mächtige Fähigkeit von Big-Data-Analysen angeführt, die in Echtzeit globale Märkte prognostizieren und Risiken minimieren kann.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich des Schutzes vor Überwachung?
Der Autor kommt zu dem ernüchternden Ergebnis, dass man sich grundsätzlich kaum noch gegen Überwachung schützen kann, empfiehlt aber dennoch privacy-fokussierte Tools wie Tor oder DuckDuckGo.
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- Florian Guitre (Author), 2016, Schutz der Privatsphäre in den Medien. Die digitale Sphäre, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/954835