Attributionstheorien sind Theorien, wie Menschen, Handlungen von anderen Menschen und deren Reaktionen erklären. Die Attributionstheorien befassen sich damit, ob die Handlungen und Reaktionen von Menschen, von ihren Mitmenschen eher auf persönliche Charaktereigenschaften, oder Einflüssen aus der Umwelt zuzugeschrieben werden. Die Attributionstheorien sind keine wissenschaftlichen Handlungsanalysen, sondern sie möchten erklären, wie normale Bürger Alltagsituationen interpretieren. Sie versuchen zu erklären, welche Einflüsse, Zustände, Reize und deren Kombinationen die Meinungsbildung bei Menschen über andere Menschen maßgeblich beeinflussen und welche Umstände bei der Interpretation der Handlungen der Mitmenschen eher außer acht gelassen werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Attributionstheorie nach Fritz Heider
2.1 Beispiel zu Heiders Theorie
2.2 Effektive persönliche Kraft und effektive Kraft der Umwelt
3. Die Theorie der korrespondierenden Schlussfolgerungen nach Jones und Davis ( 1965)
3.1. Attribution einer Absicht und Attribution einer Disposition/Eigenschaft
3.2 Das Experiment von Jones, Davis & Gergen ( 1961 )
4. Das Attributionsmodell von Kelley
4.1 Kovariation: Attribution aufgrund mehrerer Beobachtungen
4.2 Drei Klassen von potentiellen Ursachen
4.3 Die Beobachtungen
4.4 Folgerung
4.5 Empirische Überprüfung durch das Experiment von McArthur ( 1972 )
4.6 Ergebnisse - Bestätigung des Modells
4.7 Attribution aufgrund einer Einzelbeobachtung
4.8 Fall multipler notwendiger Ursachen und Fall multipler hinreichender Ursachen
4.9 Abwertungs- und Aufwertungsprinzip
5. Ein Einsatzbeispiel
6. Kritik
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit gibt einen fundierten Überblick über die zentralen wissenschaftlichen Attributionstheorien und deren Anwendung bei der Interpretation zwischenmenschlicher Handlungen. Ziel ist es, zu verdeutlichen, wie Menschen im Alltag Ursachen für das Verhalten und die Reaktionen ihrer Mitmenschen zuschreiben und welche kognitiven Mechanismen dabei eine Rolle spielen.
- Die Attributionstheorie von Fritz Heider als Grundlage der Ursachenforschung
- Die Theorie der korrespondierenden Schlussfolgerungen nach Jones und Davis
- Das detaillierte Kovariationsmodell von Kelley
- Kognitive Prinzipien wie das Abwertungs- und Aufwertungsprinzip
- Anwendungsmöglichkeiten der Attributionstheorie im Personalmanagement
Auszug aus dem Buch
Die Attributionstheorie nach Fritz Heider
Fritz Heider hat es die erste Attributionstheorie 1958 aufgestellt. Alle anderen Wissenschaftler, die nach ihm eine Attributionstheorien entworfen haben, haben sich maßgeblich an Heider orientiert. Heider differenzierte zwischen Personenkraft und Umweltkraft. Bei der Personenkraft hat Heider drei wichtige Faktoren aufgestellt. Das Bemühen , die Motivation und die und die Fähigkeit einer Person . Durch die Schwierigkeit der Handlung ist die Umweltkraft laut Heider definiert. Aus Personenkraft und Umweltkraft ergibt sich dann das Können einer Person zu erkennen. Diese Größe wird aus dem Ergebnis von Fähigkeit abzüglich des Bemühens erstellt. So wird analysiert, ob die Ursachen einer Handlung einer Person von den Mitmenschen eher aus individuellen Fähigkeiten, oder Umwelteinflüssen gesehen werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Attributionsmodelle und deren Rolle bei der alltäglichen Interpretation von Handlungen.
2. Die Attributionstheorie nach Fritz Heider: Erläuterung der grundlegenden Unterscheidung zwischen Personen- und Umweltkräften sowie deren Bedeutung für das Können einer Person.
3. Die Theorie der korrespondierenden Schlussfolgerungen nach Jones und Davis ( 1965): Analyse, wie Beobachter durch nichtgemeinsame Effekte auf die Dispositionen eines Handelnden schließen.
4. Das Attributionsmodell von Kelley: Darstellung des Kovariationsprinzips und der verschiedenen Klassen von Ursachen, die eine Attribution beeinflussen.
5. Ein Einsatzbeispiel: Aufzeigen der praktischen Relevanz von Attributionstheorien im Bereich des Personalmanagements.
6. Kritik: Reflexion über die Grenzen der Modelle, insbesondere im Hinblick auf die Vernachlässigung emotionaler Faktoren bei der Beurteilung von Mitmenschen.
Schlüsselwörter
Attributionstheorie, Fritz Heider, Jones und Davis, Kelley, Kovariationsprinzip, Personenkraft, Umweltkraft, Kausalattribution, Abwertungsprinzip, Aufwertungsprinzip, soziale Kognition, Verhaltensinterpretation, Personalführung, psychologische Ursachenforschung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den wissenschaftlichen Grundlagen der Attributionstheorie, die erklären soll, wie Menschen Ursachen für das Verhalten und die Reaktionen anderer Personen in ihrem sozialen Umfeld interpretieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind die Attributionstheorien von Heider, Jones/Davis und Kelley, ergänzt durch die Analyse von Kausalprinzipien sowie kritische Reflexionen zur Anwendbarkeit dieser Modelle.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Beobachter im Alltag bewerten, ob das Verhalten anderer Personen primär auf internale Faktoren (Persönlichkeit, Fähigkeit) oder externale Faktoren (Umwelteinflüsse, Situationsumstände) zurückzuführen ist.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse der klassischen Attributionstheorien sowie der Darstellung und Interpretation empirischer Experimente, wie etwa der Untersuchungen von Jones, Davis, Gergen und McArthur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden detailliert die verschiedenen Modelle der Ursachenzuschreibung, das Kovariationsprinzip, die Mechanismen von Schlussfolgerungen sowie die Konzepte multipler notwendiger oder hinreichender Ursachen erläutert.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Kausalattribution, Personenkraft, Umweltkraft, Kovariation, Abwertungsprinzip und soziale Kognition charakterisiert.
Was unterscheidet Heiders Modell von den Modellen nach Kelley?
Während Heider den Grundstein durch die Unterscheidung von Personen- und Umweltkraft legte, erweitert Kelley dies um ein Kovariationsmodell, das systematisch Informationen über Konsens, Konsistenz und Distinktheit in die Analyse einbezieht.
Wie kann das Abwertungsprinzip in der Praxis beobachtet werden?
Das Abwertungsprinzip besagt, dass eine spezifische Ursache weniger gewichtet wird, wenn alternative Erklärungen für ein Verhalten offensichtlich vorhanden sind, was beispielsweise bei schulischen Leistungen unter erschwerten Lebensumständen auftritt.
Warum wird die Theorie in der Kritik als "emotional distanziert" bezeichnet?
Die Kritik richtet sich dagegen, dass die behandelten Modelle einen rationalen Beobachter unterstellen, während in der Realität persönliche Beziehungen und emotionale Faktoren die objektive Beurteilung eines Gegenübers maßgeblich beeinflussen.
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- Marjan Rosetz (Author), 2002, Attributionstheorien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9553