Ovid - Daedalus, Icarus und Perdix VIII, 183-259)


Referat / Aufsatz (Schule), 2000

4 Seiten


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Daedalus, Icarus und Perdix VIII, 183-259)

Raphael Stirnimann

Daedalus, der inzwischen Kreta und die lange Verbannung Hasste und vom Heimweh gepackt war,

War rings vom Meer umschlossen. "Mag er auch die Länder", sagte er, "und die Wogen Versperren; aber der Himmel steht gewiss offen; dort werden wir gehen! Mag er auch alles besitzen, den Luftraum besitzt Minos nicht." Sprach’s und versenkt seinen Geist in unerhörtes Beginnen Und schaff neue Natur. Denn er ordnet an in Reihen die Federn, Wobei er mit der kleinsten beginnt und eine kürzere der langen folgen lässt, So dass man glauben könnte, Sie seien an einem Abhang gewachsen. So erlebt sich zuweilen Die ländliche Flöte allmählich mit den ungleich geschnittenen Röhren.

Darauf verbindet er mit Garn die Federn in der Mitte und die ganz unten mit Wachs Und beugt die so angeordneten Federn mit einer leichten Verkrümmung um echte Vögel zu imitieren. Der Knabe Icanus stand Dabei und nicht ahnend, dass er an das eigene Verhängnis rührte, Haschte er bald mit vor Freude strahlendem Gesicht nach den Federn, die leicht wehende Luft bewegt hatte, Und bald knetete er bald mit dem Daumen das gelbe Wachs und behinderte mit seinem Spiel das staunenswerte Werk seines Vaters. Nachdem die letzte Hand an das Unternehmen angelegt war, Verteilte der Meister selbst das Gewicht seines Leibes auf die beiden Flügel, bewegte die Luft und schwebte in ihr.

Und er unterweist seinen Sohn und sagt: "Ich mache Dich, auf mittlerer Bahn, Dahin zu eilen, damit nicht, wenn du zu tief fliegst, Das Wasser die Federn beschwert, wenn du zu hoch fliegst, das Feuer sie anbrennt.

Zwischen den beiden Extremen fliege! Ich fordere Dich auf nicht auf den Bobotes zu sehen Oder die Helice und das gezückte Schwert Orions:

Unter meiner Führung tritt die Reise an!" Zugleich übergibt ihm die Flugvorschriften Und passt die unbekannten Flügel den Schultern an.

Während der Arbeit und den Ermahnungen wurde die Wangen des Alten feucht Und die Hände des Vaters begannen zu zittern. Er gab seinem Sohn Küsse - Sie sollten nicht ein zweites mal wiederholt werden- und von den Federn hochgehoben, Fliegt er und fürchtet um seinen Begleiter, wie ein Vogel, der seine zarte Brut Vom hohen Nest in die Luft [Lüfte] geführt hat.

Und er ermahnt ihn, ihm zu folgen, lehrt ihn verderbliche Künste, Bewegt selbst die eigenen und schaut zurück auf die Flügel des Sohnes.

Diese erblickte einer, während er mit zitternder Rute Fische fing Oder ein Hirt, der sich auf seinen Stock oder ein Pflüger, der sich auf seinem Pflug stützte Und erstaunte [erstarrte] und glaubte es seinen Götter, da sie Den Himmelsraum durchmessen konnten. Und schon war die der Iuno Geweihte Insel Samos zur Linken, Zur Rechten war Lebintos und das honigreiche Calyme, Als der Knabe sich am kühnen Flug zu freuen begann, Den Führer verliess und von Drang nach dem Himmel erfasst, eine Höhere Bahn einnahm. Die Nähe der verzehrenden Sonne Weicht das duftende Wachs, das Bindemittel der Feder, auf. Geschmolzen war das Wachs. Jener schüttelt seine nackten Arme Und kann, seiner Flügelruder beraubt, keine Lüfte mehr fassen Und sein Mund, der den Namen seines Vaters ruft, wird von der Blauen Wasserflut aufgenommen, die den Namen von ihm bekam.

Aber der unglückliche Vater -schon nicht mehr Vater- sagte: "Ikarus", "Ikarus", sagte er, "wo bist du? In welcher Gegend soll ich dich suchen?" "Ikanus" wollte er eben noch mal sagen: da erblickte er die Feder in den Wellen Verfluchte seine Künste und barg den Leichnam [Confer 188/189] Im Grab; und das Land wurde nach dem Namen des Bestatteten benannt. Ihn erblickte, wie er den Leichnam seines Sohnes beisetzte, Vom schlammigen Graben aus das geschwätzige Rebhuhn, Spendete mit seinen Federn Beifall und bezeugte seine Freunde durch Gesang: Damals der einzige (derartige) Vogel, nicht gesehen in früheren Jahren Und erst kürzlich zum Vogel geworden -dir Daedalus, eine Mahnung vergangener Untat.

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Details

Titel
Ovid - Daedalus, Icarus und Perdix VIII, 183-259)
Autor
Jahr
2000
Seiten
4
Katalognummer
V95568
Dateigröße
354 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ovid, Daedalus, Icarus, Perdix, VIII
Arbeit zitieren
Raphael Stirnimann (Autor), 2000, Ovid - Daedalus, Icarus und Perdix VIII, 183-259), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/95568

Kommentare

  • Gast am 25.3.2001

    geht so.

    ich finde. dass man den Texta uch freier übersetzen könnte.

  • Gast am 30.3.2001

    gut, Vokabeln ledglich zu exotisch.

    Ich finde, dass die Übersetzung zu textfern ist. Wir haben hier auf unserer Schule andere Vokabeln für den Text. Die Wortwahl bei dieser hier vorliegenden Übersetzung meiner Ansicht nach an einigen Stellen etwas unpassend.
    Aber dennoch im Ganzen eine gute Übersetzung. Respekt !!! Weiter so !!!
    Gruß,
    TheMope

  • Gast am 30.11.2001

    gut!.

    super Übersetzung, danke... btw Ovid Sucks

  • Gast am 12.12.2001

    Wunderbar!!!.

    Der Text ist hervorragend übersetzt.Bin überrascht,im Internet mal so etwas gut übersetztes zu finden.
    Klasse!!!Macht weiter so!!!

  • Gast am 17.4.2002

    LAtein.

    für eine Schularbeit perfekt geeignet! wenn es zu gut ist, glaubst nämlcih kein Lehrer! daher sehr gut zu gebrauchen

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Titel: Ovid - Daedalus, Icarus und Perdix VIII, 183-259)



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