Ovid - Orpheus und Eurydike (X, 1-77)


Referat / Aufsatz (Schule), 2000
6 Seiten

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Orpheus und Eurydike (X, 1-77)

Raphael Stirnimann

Die Macht der Liebe, der Musik und des Todes. Johannesbrief 1, 1-3

Es war von allem Anfang an da, und wir haben es gehört und mit eigenen Augen gesehen, wir haben es angeschaut und mit unseren Händen betastet: das Wort!, das Leben bringt. Das Leben selbst ist sichtbar geworden, und wir haben es gesehen. Wir sind Zeugen dafür und berichten euch von dem ewigen Leben, das beim Vater war und uns enthüllt worden ist. Was wir gesehen und gehört haben, geben wir an euch weiter. Wir wollen, dass ihr mit uns verbunden seid und durch uns mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus.

Apostelgeschichte 4, 20

"Wir können nicht verschweigen, was wir gesehen und gehört haben." Johannesevangelium 20, 25

Später erzählten ihm die anderen: "Wir haben den Herrn gesehen!" Thomas sagte zu ihnen: "Ich werde es so lange nicht glauben, bis ich die Spuren von den Nägeln an seinen Händen gesehen habe. Ich will erst mit meinem Finger die Spuren von den Nägeln fühlen und meine Hand in seine Seitenwunde legen."

Matthäus 13, 17

"Ich versichere euch: viele Propheten und fromme Menschen wollten sehen, was ihr jetzt seht, aber sie haben es nicht gesehen. Sie wollten hören, was ihr jetzt hört, aber sie haben es nicht gehört."

Wegen eines Schlangenbisses musste Eurydike mit Hermes in die Unterwelt und ihr Geliebter Orpheus blieb verzweifelt oben auf Erden. Orpheus ging hinab in die Unterwelt und bat Hermes um seine Geliebte, dieser war bereit sie ihm auszuhändigen, wenn er beim Herausgehen aus der Unterwelt, nicht zu ihr zurückschauen würde. Doch Orpheus konnte es nicht lassen und schaute sich nach ihr um und im selben Moment bleibt Eurydike für immer in der Unterwelt gefangen.

A Hochzeit und Tod der Eurydike

Von dort durcheilt, in einen safranfarbenen Mantel gehüllt, Hymäneus den unermesslichen Himmelsraum, eilt zu den Küsten der Kikonen Und wird von der Stimme Orpheus‘ vergeblich gerufen.

Der Hochzeitsgott [Hymäneus] war zwar anwesend, doch brachte er weder feierliche Worte, Noch ein fröhliches Antlitz, noch ein glückliches Vorzeichen.

Auch die Fackel, die er hielt, zischte unaufhörlich mit tränenerregendem Rauch Und liess in keinem Schwung sich entzünden.

Der Ausgang ist noch schlimmer als das Vorzeichen. Denn als die Neuvermählte, Begleitet von einer Schar Najaden durch das Gras schritt,

Starb sie, in den Knöchel vom Zahn einer Viper tödlich getroffen.

B Abstieg des Orpheus in die Unterwelt und sein Gesang

Nachdem der thrakische Sänger sie an der Oberwelt genügend

Beweint hatte, wagte er es, um ja auch die Schatten auf die Probe zu stellen, Durch die tenarische Pforte zum Styx hinunterzusteigen,

Und durch leichte Völker hindurch und Schattenbilder, die die Bestattung hinter sich hatten, Trat er hin vor Persephone und den Herrn, der die garstige Herrschaft über die Schatten

Inne hatte. Er schlug zum Lied die Saiten

Und sang: "Oh ihr Götter einer Welt, die unter der Erde liegt

Der wir verfallen, so viele wir sterblich bezeugt werden,

Wenn es erlaubt ist und ihr, ohne die Ausreden eines lügnerischen Mundes

Mich die Wahrheit sagen lässt: Ich bin nicht hierher hinabgestiegen, um den dunklen Tartarus zu sehen, und nicht, um zu fesseln die drei schlangenumwundenen Hälse des Cerberus; Grund für die Fahrt ist meine Gattin,

In die, da sie getreten wurde, eine Schlange Gift gespritzt hat und ihre Jahre stahl. Ich wollte es ertragen können und will nicht abstreiten, dass ich es versucht habe. Doch es siegte die Liebe: Dieser Gott ist sehr bekannt auf der Oberwelt; Ob er es auch hier sei, bezweifle ich, doch ich vermute, dass er es auch hier sei. Und wenn die Kunde vom früheren Raub nicht gelogen hat, So hat auch euch die Liebe verbunden. Bei dieser Stätte voller Furcht Bei diesem ungeheuren Chaos und dem Schweigen des öden Reiches, Bitte ich, macht das übereilte Schicksal Eurydikes rückgängig! Wir alle stehen in eurer Schuld, und nach kurzem Aufenthalt Eilen wir früher oder später zu diesem einen Sitz Alle streben wir hierher, das ist das letzte Haus und ihr habt, Die längste Herrschaft über das Menschenreich inne.

Auch diese wird, wenn sie als reife Frau die ihr zustehenden Jahre vollendet hat,

Euch gehören: Nur leihen sollt ihr, nicht schenken.

Versagt aber das Schicksal diese Gnade für meine Gattin, so bin ich entschlossen Nicht zurückkehren zu wollen, dann freut euch am Tode von zweien.

C Erfüllung des Wunsches mit einer Regel

Während er solches sang und zu den Worten die Saiten schlug,

Beweinten ihn die blutleeren Seelen; Nicht schnappte Tantalus

Nach dem zurückweichenden Wasser, Ixions Rad blieb stehen,

Die Vögel hackten nicht nach der Leber, die Krüge liessen

Die Danaiden stehen, und du, Sisyphus liessest dich auf deinem Stein nieder.

Dann, so geht die Kunde, seien die Wangen der Eumeniden, die von den Tränen bezwungen waren,

Zum ersten Mal feucht geworden. Weder die königliche Gattin

Noch er, der die Unterwelt lenkt, bringt es über sich, ihm die Bitte abzuschlagen, Und sie rufen Eurydike. Sie war unter den noch neuen Schatten Und schritt einher mit von der Wunde noch langsamem Schritt. Zugleich mit ihr empfängt der thrakische Orpheus das Gebot, Seine Augen nicht zurückzuwenden bis er des Avernus Täler verlassen habe; Oder die Gabe würde zunichte.

D Aufstieg aus der Unterwelt und 2. Verlust der Eurydice

Im stummen Schweigen wird der ansteigende Pfad zurückgelegt, Der steil, dunkel und von schattiger Düsternis rings umhüllt war.

Und nicht mehr weit waren sie entfernt vom Rand der Erdoberfläche:

Hier wandte der Liebende, aus Furcht sie ermüde und voll Verlangen sie zu sehen, Seine Augen; Und sogleich glitt jene zurück, und indem sie ihre Arme ausstreckte Und sich bemühte gefasst zu werden und ihn zu fassen,

Ergreift die unglückliche nichts als die weichenden Lüfte

Und nun zum zweiten Mal sterbend beklagte sie sich in keiner Weise

Über ihren Gatten [worüber nämlich hätte sie sich beklagen sollen, ausser dass er sie geliebt?] Und sie sprach ein letztes Lebewohl, das er mit den Ohren schon kaum mehr Vernahm, und sank dahin woher sie gekommen.

E Orpheus‘ Entsetzen, Trauer und Resignation

Über den zweifachen Tod seiner Gattin war Orpheus so entsetzt wie ein Mann, Der voll Grauen die drei Hälse des Höllenhundes -den mittleren in KettenErblickte (und die Angst nicht eher verliess

Als seine bisherige Natur, da sein Leib zu Stein wurde) Oder wie Olenus, der den Vorwurf auf sich selbst lenkte Und als der Schuldige gelten wollte, und wie du,

Unglückliche Lethaea -allzu viel hast du dir auf deine Schönheit eingebildet-;

Einst wart ihr zwei engverbundene Herzen, jetzt seid ihr Steine auf dem quellenreichen Ida. Wie er flehte und vergeblich wiederum hinüber zu gehen trachtete,

Hatte ihn der Fährmann abgehalten; doch blieb er sieben Tage Vor Schmutz starrend am Ufer sitzen ohne Gabe der Ceres;

Leid und Schmerz der Seele und Tränen waren seine Nahrung.

Die Götter der Unterwelt seien grausam, beklagte er sich und zieht sich aufs hohe Rhodope Gebirge und den von Nordwinden gepeitschten Haemus zurück.

Nachwort: Nach drei Jahren ohne Frauenliebe (Ovid lässt offen, ob wegen der schlechten

Erfahrung oder aus Treue) hat der Spöde viele Feindinnen. Er gilt als Erfinder der

Knabenliebe. Der Verzicht auf Frauenliebe ist die Ursache von Orpheus Tod. (Õ 11. Kapitel)

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Details

Titel
Ovid - Orpheus und Eurydike (X, 1-77)
Autor
Jahr
2000
Seiten
6
Katalognummer
V95569
Dateigröße
400 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ovid, Orpheus, Eurydike
Arbeit zitieren
Raphael Stirnimann (Autor), 2000, Ovid - Orpheus und Eurydike (X, 1-77), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/95569

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