Mit dieser Hausarbeit soll zunächst der historisch-gesellschaftliche Hintergrund des Ansatzes der lebensweltorientierten Sozialen Arbeit beleuchtet werden. Hierbei sollen die durch die Arbeitsteilung im Industriekapitalismus bedingte Entstehung von sozialstrukturellen und individuellen Problemen sowie das Paradigma von Freisetzung und Bewältigung im Fokus stehen.
Anschließend werden die theoretischen Grundlagen des sozialpädagogischen Konzepts Lebensbewältigung dargestellt. Dabei wird neben allgemeinen Grundzügen auch auf das Drei-Ebenen-Modell und die analytische Abgrenzung der verschiedenen Stufen eingegangen. In diesem Zusammenhang sollen die subjektive Handlungsfähigkeit von Adressat*innen Sozialer Arbeit und die damit einhergehenden Herausforderungen beschrieben werden.
Aus der Perspektive der Lebensbewältigung lassen sich mehrere Dimensionen des Gegenstandsverständnisses Sozialer Arbeit festmachen, welche im Verlauf dieser Ausarbeitung charakterisiert werden sollen. Konkret betrachtet werden dabei die Kategorien Bewältigungstatsache, Zuständigkeit der Sozialen Arbeit sowie Lebensbewältigung in der zweiten Moderne.
Anschließend werden übergreifende Implikationen für das methodische Handeln in der Sozialen Arbeit vorgestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der historisch-gesellschaftliche Hintergrund des Ansatzes
3. Erläuterung der theoretischen Grundlagen
3.1 Allgemeine Grundlagen
3.2 Die personal-psychodynamische Ebene
3.3 Die relational-intermediäre Ebene
3.4 Die sozialstrukturelle und sozialpolitische Ebene
4. Der Gegenstand der Sozialen Arbeit aus der Perspektive der Lebensbewältigung
5. Implikationen für das methodische Handeln in der Sozialen Arbeit
6. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept der lebensbewältigungsorientierten Sozialen Arbeit nach Lothar Böhnisch und Wolfgang Schröer. Ziel ist es, die theoretischen Fundamente des Ansatzes darzustellen, den Gegenstand der Sozialen Arbeit aus dieser Perspektive zu klären und daraus resultierende Implikationen für die praktische methodische Arbeit abzuleiten.
- Historische Entwicklung des Paradigmas von Freisetzung und Bewältigung
- Das Drei-Ebenen-Modell der Lebensbewältigung
- Subjektive Handlungsfähigkeit von Adressatinnen und Adressaten
- Soziale Desintegration und deren Bewältigung
- Methodische Handlungsrichtlinien in der Sozialen Arbeit
Auszug aus dem Buch
Die personal-psychodynamische Ebene
Böhnisch und Schröer zufolge kennen die Adressat*innen verschiedene Wege, ihr Verlangen nach sozialer Anerkennung und Selbstwirksamkeit auszudrücken bzw. zu realisieren. Dies kann auf eine kulturell-anerkannte, jedoch auch auf eine auffällige und/oder gewaltbasierte Art und Weise geschehen. (Vgl. Böhnisch/Schröer 2018, 320). Die Autoren nehmen Bezug auf das bereits erwähnte Coping-Konzept und transformieren dieses im Kontext aktueller politischer und sozialer Herausforderungen (vgl. ebd.).
Laut Böhnisch und Schröer liegt die Ursache von problematischen Konstellationen im persönlichen Leben oft in Entgrenzungen und sozialen Ungleichheiten. Daher ist es von hoher Relevanz, im Rahmen der sozialpädagogischen Perspektive der Lebensbewältigung neben der personalen auch die relationale bzw. intermediäre, sozialstrukturelle und sozialpolitische Ebene zu betrachten. (Vgl. Böhnisch/Schröer 2018, 320).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein, benennt die Zielsetzung der Arbeit und beschreibt die methodische Vorgehensweise sowie die genutzten Quellen.
2. Der historisch-gesellschaftliche Hintergrund des Ansatzes: Hier wird der Ursprung des Konzepts beleuchtet, insbesondere der Wandel von der ersten zur zweiten Moderne und die damit einhergehenden Veränderungen für die Lebensführung.
3. Erläuterung der theoretischen Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert das Drei-Ebenen-Modell und definiert verschiedene Stufen der Handlungsfähigkeit von Adressatinnen und Adressaten.
4. Der Gegenstand der Sozialen Arbeit aus der Perspektive der Lebensbewältigung: Hier wird der Fokus auf die Bewältigungstatsache und die Unterstützung zur Wiedererlangung der subjektiven Handlungsfähigkeit gelegt.
5. Implikationen für das methodische Handeln in der Sozialen Arbeit: Dieses Kapitel überträgt die Theorie in die Praxis und nennt konkrete Anforderungen an das professionelle Handeln.
6. Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und reflektiert die Anwendbarkeit des theoretischen Konzepts in der sozialarbeiterischen Praxis.
Schlüsselwörter
Lebensbewältigung, Soziale Arbeit, Handlungsfähigkeit, Desintegration, Coping, Lebenslage, Industriekapitalismus, soziale Anerkennung, Selbstwirksamkeit, Bewältigungstatsache, funktionale Äquivalente, zweite Moderne.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das sozialpädagogische Konzept der „Lebensbewältigungsorientierten Sozialen Arbeit“ von Lothar Böhnisch und Wolfgang Schröer.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die historische Einordnung des Ansatzes, das Drei-Ebenen-Modell der Lebensbewältigung, die Förderung subjektiver Handlungsfähigkeit sowie methodische Anforderungen an Fachkräfte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Darstellung der theoretischen Grundlagen, die Klärung des Gegenstands der Sozialen Arbeit aus dieser spezifischen Perspektive und die Ableitung praktischer Implikationen für das methodische Handeln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf Fachliteratur und ergänzenden Präsentationsunterlagen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Einordnung, die theoretischen Ebenen der Lebensbewältigung (personal, relational, sozialstrukturell) sowie die methodische Umsetzung in der professionellen Praxis.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Lebensbewältigung, Handlungsfähigkeit, soziale Desintegration, Coping und funktionale Äquivalente.
Was bedeutet der Begriff „funktionale Äquivalente“ im Kontext dieser Arbeit?
Es handelt sich um Verfahren zur Stärkung der Lebens- und Bewältigungslagen, durch die Adressatinnen und Adressaten Anerkennung und Selbstwert ohne normabweichendes oder delinquentes Verhalten erfahren können.
Wie unterscheidet sich die zweite Moderne von der ersten Moderne in diesem Modell?
Die zweite Moderne ist durch Entgrenzungen und eine Pluralisierung der Lebensformen gekennzeichnet, was den Menschen zwar Freiheit bietet, ihn aber gleichzeitig vor neue, komplexe Bewältigungsaufgaben stellt.
- Arbeit zitieren
- Nadja Wittig (Autor:in), 2020, Lebensbewältigungsorientierte Soziale Arbeit nach Lothar Böhnisch und Wolfgang Schröer, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/955819