Intelligente technische Assistenzsysteme werden als eine Antwort auf die Herausforderungen des demografischen Wandels gehandelt. Sie können älteren und pflegebedürftigen Menschen neue Möglichkeiten eröffnen und ein längeres und selbstbestimmtes Leben im eigenen Zuhause ermöglichen. Erreicht werden soll das durch die Prävention, Unterstützung und schnelle Hilfe in Notsituationen und bei gesundheitlichen Problemen, aber auch durch eine Erhöhung des Komforts und die Erleichterung der Kommunikation mit dem sozialen Umfeld. Verschiedene Aspekte dieses Konzeptes werden in dieser Arbeit beleuchtet.
Inhaltsverzeichnis
1. Gesundheit und Pflege
2. Sicherheit und Privatsphäre
3. Haushalt und Versorgung
4. Kommunikation und soziales Umfeld
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Beitrag von Ambient Assisted Living (AAL) zur Bewältigung der demografischen Herausforderungen in Deutschland. Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie technikbasierte Assistenzsysteme die Selbstständigkeit, Sicherheit und Lebensqualität älterer Menschen im häuslichen Umfeld fördern und gleichzeitig Pflegesysteme entlasten können.
- Technologische Lösungsansätze zur Unterstützung im Alter
- Anwendungsbereiche in Gesundheit, Sicherheit und Haushalt
- Rolle moderner Kommunikation und Robotik für soziale Teilhabe
- Faktoren für die Marktdurchdringung und gesellschaftliche Akzeptanz
- Potenziale zur Reduzierung stationärer Pflegebedarfe
Auszug aus dem Buch
Gesundheit und Pflege
Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der Zunahme von Patienten mit körperlichen und demenziellen Erkrankungen ist der Bereich Gesundheit und Pflege von höchster Bedeutung für die zukünftige Entwicklung der (häuslichen) Pflege. Im Fokus stehen hierbei chronische Krankheiten (z.B. metabolische, kardiovaskuläre und onkologische Erkrankungen), typische Alterskrankheiten (z.B. muskuloskelettale und neurologische Erkrankungen) sowie die Gesundheitsvor- und -fürsorge (Prävention, Telemonitoring, Telerehabilitation, Pflege und Sozialdienste) (ebd.). Betroffene sollen mit Hilfe von AAL-Systemen die Möglichkeit haben, ein selbstbestimmtes Leben führen zu können, ohne auf eine durchgängige Betreuung durch Angehörige oder Pflegepersonal angewiesen zu sein.
Viele chronische Erkrankungen bedürfen einer ständigen Erfassung und Kontrolle von Vitalwerten. Dies ist gerade in ländlichen Regionen oftmals problematisch, da in Deutschland hier ein zunehmender Ärztemangel herrscht. Hier bietet sich der Einsatz von Telemonitoring-Systemen an: Risikopatienten für Herz-Kreislauf-Erkrankungen könnten zum Beispiel ein mobiles EKG-Gerät oder die Smartwatch dazu verwenden, die Herztätigkeiten von zu Hause aus kontinuierlich zu überprüfen und auswerten zu lassen. Auch ein sogenanntes „Remote Assistance System“ kann zur Überwachung und Dokumentation des Gesundheitszustandes verwendet werden. Hierbei zeichnen Sensoren verschiedene Vital- und Bewegungsdaten wie Körpertemperatur, Puls und Herzfrequenz auf und übermitteln diese an den behandelnden Arzt oder ein telemedizinisches Zentrum. Bei Abweichung von Normwerten werden jene durch einen automatisch ausgelösten Notruf alarmiert, sodass der Nutzer schnellstmöglich entsprechende Hilfeleistungen erhalten kann (Rehrl 2013, S. 13 f.). Durch dieses Vorgehen kann eine stationäre Einweisung verzögert oder gar verhindert werden.
Zusammenfassung der Kapitel
Gesundheit und Pflege: Dieses Kapitel erläutert den Einsatz von Telemonitoring und Assistenzsystemen zur Überwachung chronischer Erkrankungen und zur Unterstützung der Prävention.
Sicherheit und Privatsphäre: Hier werden technische Schutzsysteme wie Sturzerkennung und Zugangskontrollen thematisiert, die das Sicherheitsgefühl zu Hause erhöhen, ohne die Privatsphäre zu verletzen.
Haushalt und Versorgung: Dieser Abschnitt beschreibt die Vernetzung von Haushaltsgeräten im „Smart Home“, um älteren Menschen eine eigenständige Bewältigung des Alltags zu ermöglichen.
Kommunikation und soziales Umfeld: Das Kapitel untersucht den Nutzen moderner Kommunikationstechnologien und Robotik, wie etwa die Roboter-Robbe Paro, zur Vorbeugung sozialer Isolation.
Fazit: Das Fazit fasst die Potenziale von AAL zusammen, weist jedoch auf bestehende Herausforderungen wie Interoperabilität, Kosten und Akzeptanzhürden hin.
Schlüsselwörter
Ambient Assisted Living, AAL, Demografischer Wandel, Altersgerechte Assistenzsysteme, Häusliche Pflege, Telemonitoring, Smart Home, Sturzerkennung, Soziale Isolation, Robotik, Lebensqualität, Technikakzeptanz, Prävention, Gesundheitssystem, Selbstbestimmtes Leben
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Möglichkeiten und Herausforderungen von Ambient Assisted Living (AAL) als Lösungsansatz für die alternde Gesellschaft in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die gesundheitliche Versorgung, die Steigerung der häuslichen Sicherheit, die Unterstützung bei Haushaltstätigkeiten sowie die Förderung der sozialen Interaktion.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es zu verdeutlichen, wie technische Assistenzsysteme ein unabhängiges Leben im Alter ermöglichen und den Druck auf das Pflegepersonal reduzieren können.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Dokumentenanalyse aktueller Studien, Fachberichte und Projektberichte aus dem Bereich der AAL-Forschung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in vier inhaltliche Bereiche: Gesundheit/Pflege, Sicherheit/Privatsphäre, Haushalt/Versorgung sowie Kommunikation/Soziales Umfeld.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Kernbegriffe sind AAL, demografischer Wandel, Assistenzsysteme, häusliche Pflege, Smart Home und soziale Teilhabe.
Warum spielt die Interoperabilität laut Fazit eine so große Rolle?
Die mangelnde Interoperabilität führt laut Autor dazu, dass derzeit oft isolierte Lösungen („Insellösungen“) existieren, was die Effizienz und Akzeptanz der Systeme beeinträchtigt.
Welche Rolle spielen soziale Roboter wie „Paro“?
Soziale Roboter dienen dazu, Demenzkranke emotional anzuregen und das Gedächtnis zu fördern, wobei sie laut Anmerkung des Autors menschliche Zuwendung nicht ersetzen können.
Welchen Einfluss hat das Sicherheitsbedürfnis auf die Technik?
Da viele Unfälle im häuslichen Bereich passieren, werden technologische Lösungen zur Sturzerkennung und Gebäudeüberwachung als essenziell für den Verbleib in den eigenen vier Wänden angesehen.
- Arbeit zitieren
- Susann Schultz (Autor:in), 2019, Ambient Assisted Living. Potenziale und Anwendungsmöglichkeiten altersgerechter Assistenzsysteme, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/955951