Zu Böll, Heinrich - Die verlorene Ehre der Katharina Blum


Referat / Aufsatz (Schule), 1998

4 Seiten


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1. Autor:

Geb. 1917 in Köln, nach der Matura Buchhändlerlehrling, 1939- 1945 Soldat, nach 1945 Germanistik - Studium in Köln, zeitweise Hilfsarbeiter, seit 1951 freier Schriftsteller.

Böll ist einer der bedeutendsten deutschen Schriftsteller der Gegenwart. Thema seiner ersten Erzählungen sind die Sinnlosigkeit des Krieges und die trostlose Nachkriegszeit. ,,Helden" seiner Werke sind Soldaten und Heimkehrer, Durchschnittsmenschen und Opfer der Gesellschaft. In seinen späteren Erzählungen und Romanen kritisiert Böll aus der Sicht des kritischen Katholiken unserer heutigen Wohlstandsgesellschaft.

Er wendet sich gegen die Lieblosigkeit, Scheinheiligkeit und Gleichgültigkeit mancher Mitmenschen, aber auch gegen die kirchliche Obrigkeit.

2. Werke:Der Zug war pünktlich: Kriegserzählung

Wo warst du, Adam ?: Kriegsroman

Und sagte kein einziges Wort: Roman vom Zusammenbruch der Ehe eines Heimkehrers

Das Brot der früheren Jahre: Liebesgeschichte aus der Nachkriegszeit Haus ohne Hüter: Roman vom Los der Kriegswitwen und -Waisen Billard um halbzehn: Zeitkritischer Roman vom Aufbau, Zerstörung und Wiederaufbau einer Abtei in drei Generationen

Ansichten eines Clowns: Zeitkritischer Roman gegen die Scheinheiligkeit katholischer Funktionäre, die die Lebensgefährtin eines Clowns dazu veranlassen, ihren Geliebten zu verlassen, weil er die Ehr als Vertrag ablehnt. Von allen gemieden, wird der Clown zum Bettler.

Gruppenbild mit Dame

Die verlorene Ehre der Katharina Blum: Kritik an der Sensationsgier der Journalisten

3. Entstehung und Einordnung:

1974, Roman, Gegenwartsliteratur

4. Inhalt:

Katharina Blum, eine 27 jährige Frau, ist am Land im einer armen Familie aufgewachsen. Nach ihrer unglücklichen Kindheit folgt eine ebenfalls unglückliche Ehe. Sie zieht in die Stadt und hat wegen ihres Fleißes nie Schwierigkeiten eine Anstellung zu finden. Zuletzt führt sie beim Ehepaar Blorna, die beide berufstätig sind, den Haushalt, und sie ist auch Architektin. Mit deren Hilfe kommt sie zu einer Eigentumswohnung, und Katharinas Leben scheint in sicheren Bahnen zu gleiten. Nach langer Zeit beschließt sie wieder tanzen zu gehen, wofür sich ein Fest bei ihrer Patentante Else Woltersheim anbietet. Katharina Blum verliebt sich dort in einen jungen Mann, von dem sie nur weiß, daß er Ludwig Götten heißt. Doch er ist ein gesuchter Verbrecher. Götten verbringt die Nacht in Katharinas Wohnung, wo die Polizei am nächsten Morgen einbricht, aber ihn nicht mehr auffindet. Die nichtsahnende Katharina wird verhaftet, abgeführt, verhört und eingesperrt, weil sie offensichtlich Eine Komplizin des entwichenen Götten sei. Plötzlich scheinen sich alle, bis auf die Blornas, Frau Woltersheim, deren Lebensgefährte Konrad Reiters und einige Ausnahmepersonen, gegen Katharina verschworen zu haben, wobei die Medien, besonders die ZEITUNG, einen beträchtlichen Anteil zu dieser Entwicklung beigetragen haben. Während sich Ludwig in der Villa eines von Katharinas Verehrern, Alois Sträubleders (´Herrenbesuch`),aufhält, wird die durch den Streß und den enormen Druck von allen Seiten verzweifelte Katharina zu einer wirklichen Straftat getrieben. Katharina Blum tötet den verhaßten Journalisten Tötges, der entscheidend viel an den falschen Artikeln in der ZEITUNG beigetragen hat.

5. Interpretation:

a, Thema: Entstehungsgeschichte eines Kriminalfalls (,,Wie Gewalt entstehen und wohin sie führen kann")
b, historischer Zusammenhang: Ende der 60-er Jahre wollte die Baader- MeinhofGruppe gewaltsame Änderung der Gesellschaft (Bankraub, e.t.c.)

_ BILD- Zeitung (1972): ,,B.- M.- Bande mordet weiter" _ Proteste Bölls im ,,Spiegel" (,,Verhetzung")

_ Böll von BILD als Sympathisant der Terroristen bezeichnet,

Hausdurchsuchung bei Böll durch Innenminister Genscher _ Literarische Rache Bölls (,,Praktiken der BILD- Zeitung")

c, Erzähltechnik: 58 Kapitel, zuerst objektive Erzählbericht (Polizeiprotokolle, Lebenslauf Blums, Recherchen), später immer stärker werdende Ironie (Karneval, Bewaffnung, Vernehmungsmethoden der Polizei, Abhören), schließlich subjektive Parteinahme für Blum. Einmischung des Erzählers (Erklärungen, Vorgreifen, Rückblenden)

Zeitung = niveaulose, gewalttätige Sprache, Beweis, wie aggressive Sprache Gewalt provozieren kann

d, Ansatzpunkte der Kritik:

1.,Sensations- Journalismus (BILD- Zeitung)

erste Meldung: ,,Räuberliebchen Katharina Blum verweigert Aussage über Herrenbesuche"

Ziele: 1. Sensation, ,,Story"

Mittel: Übertreibung, Verdrehung der Wahrheit

z.B. Blorna: Blum = ,,klug und kühl" =>,,eiskalt und berechnend"

Mutter: ,,Warum mußte das so kommen ?" => ,,Das mußte ja so kommen !" Dr. Hiepertz: ,,radikal hilfsbereit" => ,,in jeder Beziehung radikal"

ausgesuchte Interviewpartner (Pfarrer: Mutter Blums = Meßwein gestohlen, Orgien in Sakristei)

2., polit. Manipulation:

Fr. Blorna = ,,rote Trude"

Vater Blums = Kommunist gewesen

dagegen positive Interviews mit geschiedenem Mann (mißtraut Gewerkschaft, lobt bestehende Gesellschaftsordnung)

Aggression des Lesers ( Drohanrufe)

Eingreifen in das Privatleben

Provozierung von Gewalt ( Mord Blums an Journalisten)

3.,Staat (Polizei)

Vernehmungspraktiken, Einsatzmethoden, Abhören

4., ,,Deutscher Humor"

Karnevalsverkleidung (Scheich, Beduinenfrau)

6. Notizen: Erzählbericht, Recherchen

Erzähler: täuscht Objektivität vor (steht auf Katharinas Seite), Schlagzeilen, Ergänzungen, Einschübe um ZEITUNG zu korrigieren, Idealisiert Katharina; Katharina = die Reine

Götten = wie Gott verehrt Tötges = Tod

Gold Ente (Lokal) = Zeitungs Ente Zischlaute: Beizmenne, Hach, macht sich über Polizei lustig Zusammenarbeit Presse - Polizei

keine Systemkontrolle, keine Schuldgefühle

4 von 4 Seiten

Details

Titel
Zu Böll, Heinrich - Die verlorene Ehre der Katharina Blum
Autor
Jahr
1998
Seiten
4
Katalognummer
V95629
Dateigröße
374 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Kurzreferat, 4 Seiten
Schlagworte
Böll, Heinrich, Ehre, Katharina, Blum
Arbeit zitieren
Roman Huditsch (Autor), 1998, Zu Böll, Heinrich - Die verlorene Ehre der Katharina Blum, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/95629

Kommentare

  • Gast am 20.3.2001

    Faulheit und wohin sie führen kann.

    Sehr gute Ansätze vs. sehr schlechte Ausformulierungen

  • Gast am 5.4.2001

    Mein Kompliment....

    Eine intensive Interpretation ist viel wichtiger als die Inhaltsangabe.Gut kombiniert-gut gelungen.Danke.

  • Gast am 4.6.2001

    Re: Faulheit und wohin sie führen kann.

    |
    |sarah schrieb:
    ||Sehr gute Ansätze vs. sehr schlechte Ausformulierungen

    MEiNE Meinung!!!!!

  • Gast am 18.11.2001

    Sehr gute arbeit.

    Sehr gute arbeit nur manchmal kompliziert formuliert

  • Gast am 26.2.2002

    Kleiner Fehler unterlaufen.

    Kleiner Fehler in der Inhaltsangabe: Katharina war nie als Architektin tätig! Sie hatte lediglich die Pläne ihres Wohnkomplexes von einer Bekannten...

  • Gast am 4.4.2002

    ...Es ist der einzige Beitrag und somit auch der beste

  • Gast am 10.4.2002

    naja.

    geht so, einige ansätze und interpretationen sind wirklich sehr gut gelungen, allerdings wurde dann wohl nicht mehr zu ende gedacht oder irgentwann einfach aufgehört, außerdem sind einige informationen wirklich überflüssig, trotzdem ganz nett, 3+

  • Gast am 17.4.2002

    Von wegen faul..

    Ich finde nicht, dass es so aussieht, als ob da keine Mühe dahinter steckt. Besonders der Teil über den Journalismus hat mir weitergeholfen. Mir hätte es zu viel Arbeit gemacht, das Buch nochmal nach den Stellen durch zu suchen. Danke

  • Gast am 2.5.2002

    ach du meine güte.

    die sprachliche richtigkeit lässt sehr zu wünschen übrig, dennoch konnte ich mir aus den zusammenfassungen ein paar fakten herausziehen-danke

  • Gast am 2.5.2002

    Diese Hausarbeit ist den Webspace nicht wert....

    Hi!
    So leid es mir für den Autor tut, aber diese Hausarbeit ist, eine der minderwertigsten die ich je gelesen habe! Der sprachliche Stil ist erschreckend, ebenso verhält es sich mit der Grammatik! Fachlich versiert ist der Autor bedauerlicherweise auch nicht. Wirklich schade, daß hier nicht besser formuliert wurde. Aber es scheint an jeglicher sprachlicher Kompetenz zu mangeln!
    Aber lieber Autor: Mach weiter, es ist noch kein Literaturnobelpreisträger vom Himmel gefallen!

    MfG

    Gregor

  • Holger Heckmann am 9.9.2002

    ...ist OK, gute BASIS.Meineserachtens gibt Deine Aufstellung einen vollen Überblick über den Stoff und ist eine gute Basis für eigene Arbeiten. Wenn man dazu das Buch liest ist Deine Ausarbeitung gut.
    Die Faulheit die hier bemängelt wird, wird wohl die derjenigen sein, die hier bequem abschreiben wollten. :-)
    ...soll es auch gebenH.

  • Gast am 27.3.2007

    ok.

    Der Beitrag ist vom inhaltichen her ziemlich gut gelungen und es gibt nie überflüssige Informationen!
    Wären einzelne Textstellen besser ausformuliert wäre er natürlich sehr viel besser!
    Das nächste Mal also bitte AUCH auf Ausdruck und Grammatik achten!!

  • Gast am 21.7.2008

    @gregor.

    Es handelt sich hier nicht um eine Hausarbeit! Wie auch der Kategorie zu entnehmen ist, handelt es sich hier um ein Referat, das ich damals in der 11 Schulstufe geschrieben habe.

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