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Das Motiv der Grausamkeit in Grimms Märchen

Titel: Das Motiv der Grausamkeit in Grimms Märchen

Seminararbeit , 2019 , 28 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Valdrina Stublla (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Beginnend mit einem Einblick in den theoretischen Hintergrund der Märchen, werde ich zunächst das Märchen aus literaturwissenschaftlicher und literaturpädagogischer Sicht beleuchten, um einen groben Überblick über das Volks- und Kunstmärchen zu schaffen. Darauf folgt eine Einführung in die Entwicklung und Rezeption der Grimm’schen Märchen. Hauptsächlich soll sich diese Seminararbeit mit den grausamen Elementen in den Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm beschäftigen. Dabei soll vor allem auf folgende Fragen eingegangen werden: Wie veränderte sich das Motiv der Grausamkeit im Laufe der Jahre? Haben die Gebrüder Grimm besonders grausame Stellen gestrichen oder verändert? Wo genau findet sich das Motiv der Grausamkeit in den Grimm’schen Märchen wieder? Sind es die Kinder, die besonders grausam sind/handeln? Und weshalb wird diese dunkle Seite der Märchen oft übersehen, manchmal gar nicht wahrgenommen?

Grimms Märchen – bewundert und vielfach kritisiert! Die Kinder- und Hausmärchen der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm gelten, mit ihrer 180 Jahre währenden Rezeptions- und Wirkungsgeschichte, als die Klassiker der deutschsprachigen Kinderliteratur. Nach der Erstveröffentlichung ihrer Bände in den Jahren 1812 bzw. 1815 erhielten sie neben begeisterter Zustimmung auch deutliche Kritik. Allein die Sammlung Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm bietet eine Vielzahl grausamer Handlungen. Zwar haben die Gebrüder Grimm einige der grausamen Elemente später rausgestrichen, um die Sammlung kindgerechter zu gestalten, doch das meiste ist stehen geblieben. Die Frage nach der Grausamkeit im Märchen führt heute noch zu einer kontroversen Diskussion. Einerseits tragen die grausamen Elemente zu einer Anti-Märchen-Stimmung bei ("Böses kommt aus Kinderbüchern"), andererseits führen sie auch zu neuen Rechtfertigungen des Märchens ("Kinder brauchen Märchen").

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretischer Hintergrund

2.1 Definition von Märchen aus literaturwissenschaftlicher und literaturpädagogischer Sicht

2.1.1 Volksmärchen

2.1.2 Kunstmärchen

2.2 Bedeutung und Funktion des Märchens

2.3 Märchen in der Erziehung

3 Entwicklung und Rezeption der Grimm’schen Märchen

4 Grausamkeiten in den Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm

4.1 Das böse Kind im Märchen

4.2 Konkrete Beispiele physischer und psychischer Grausamkeiten im Volksmärchen

4.3 Zwecke der Grausamkeit

5 Die Volksmärchen in der literaturpädagogischen und literaturdidaktischen Diskussion des 19. und 20. Jahrhunderts

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das ambivalente Motiv der Grausamkeit in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm, analysiert dessen Funktionen innerhalb der Erzählungen sowie deren Rezeption in literaturpädagogischen Diskursen.

  • Literarische und pädagogische Definition von Volks- und Kunstmärchen
  • Entwicklung und editorische Bearbeitung der Grimm’schen Märchen
  • Phänomenologie und Ausprägungen von Gewalt in den Märchentexten
  • Funktion und Zweck der Grausamkeit (straend, lehrend, erlösend)
  • Kontroverse Diskussion über Grausamkeit in der Kinder- und Jugendliteratur

Auszug aus dem Buch

4.2 Konkrete Beispiele physischer und psychischer Grausamkeiten im Volksmärchen

In den Märchen treten die Grausamkeiten in unterschiedlichster Form auf, wobei man zunächst zwischen Grausamkeiten unterscheidet, die dem Körper sichtbaren Schaden hinzufügen und Grausamkeiten, die psychische Folgen mit sich bringen. Unter sichtbaren Schäden des Körpers meint man sichtbare Verletzungen, Verstümmelungen, Verwandlungen oder Taten, die letztlich zum Tod führen.

In den Grimm’schen Märchen lassen sich am häufigsten jene Grausamkeiten finden, die zum Tod führen. Dabei kommt es öfters nicht nur zu einem Tod, sondern gleich zu mehreren, wie beispielsweise im Märchen Der liebste Roland. Erst schlägt die böse Stiefmutter ihrem eigenen Kind den Kopf ab und dann muss die Stiefmutter so lange in einer Dornhecke tanzen, bis ihr die Dornen die Kleider vom Leibe reissen, sie blutig stechen und sie einen qualvollen Tod stirbt. Es gibt noch ein weiteres Märchen, in dem der Musizierende jemanden zwingt zu tanzen, doch dabei kommt es nicht zum Tod. In Der Jude im Dorn muss ein geiziger Junge so lange in einer Dornenhecke tanzen, bis er sichtlich verletzt ist, jedoch am Leben bleiben darf. Die Strafe soll dem Jungen eine Lehre sein.

Im Grimm’schen Märchen Tischchen deck dich, Goldesel und Knüppel aus dem Sack sind viele Grausamkeiten zu erkennen, die sichtbare körperliche Schäden zur Folge haben. Ein magischer Knüppel, der mit böse Menschen solange tanzen lässt „bis [sie] auf der Erde [liegen] und um gut Wetter [bitten]“. Am Ende der Strafe lebt der Wirt noch, zwar am Ende seiner Kräfte und sichtlich geschädigt, allerdings noch in der Lage, um Vergebung zu bitten und um das gestohlene Tischchen und den Esel zurückzubringen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Grausamkeit in Grimms Märchen und Darstellung der kontroversen Diskussion über deren pädagogische Eignung.

2 Theoretischer Hintergrund: Theoretische Abgrenzung zwischen Volks- und Kunstmärchen sowie Erörterung der pädagogischen Bedeutung von Märchen für die kindliche Entwicklung.

3 Entwicklung und Rezeption der Grimm’schen Märchen: Darstellung der editorischen Entwicklung der Märchensammlung und der bewussten redaktionellen Bearbeitung durch die Brüder Grimm.

4 Grausamkeiten in den Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm: Analyse der Formen und Funktionen von Gewalt, unterteilt in die Darstellung böser Kinder, konkreter Beispiele von Grausamkeit und deren didaktische Zwecke.

5 Die Volksmärchen in der literaturpädagogischen und literaturdidaktischen Diskussion des 19. und 20. Jahrhunderts: Aufarbeitung der fachwissenschaftlichen Auseinandersetzung über Gewalt in Märchen, insbesondere ab den 1970er Jahren.

6 Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfragen und Reflexion über das Fortbestehen der Faszination für grausame Märchenstoffe trotz moralischer Kritik.

Schlüsselwörter

Grimms Märchen, Grausamkeit, Volksmärchen, Kunstmärchen, Kinderliteratur, Gewalt, Erziehung, Literaturpädagogik, Motivforschung, Rezeptionsgeschichte, Kindheit, Bestrafung, Märchenforschung, Symbolik, Didaktik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Motiv der Grausamkeit in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm und beleuchtet dessen Bedeutung sowie die Debatte darüber, ob diese Märchen für Kinder geeignet sind.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Märchen, der editorischen Entwicklung der Grimm-Sammlung, der Analyse konkreter Gewaltdarstellungen und der literaturpädagogischen Einordnung dieser Aspekte.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die Rolle und Funktion grausamer Elemente zu analysieren, zu klären, wie sich diese im Laufe der Jahre veränderten, und warum sie trotz Kritik fester Bestandteil der Märchen blieben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die auf der Auswertung von Fachliteratur, Märchenforschung und historischer Rezeptionsgeschichte basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Entwicklung der Märchen und eine umfassende Untersuchung der Gewaltmotive, inklusive ihrer Funktionen und pädagogischen Zwecke.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Grimms Märchen, Grausamkeit, Volksmärchen, Kinderliteratur, Erziehung, Didaktik und Rezeptionsgeschichte.

Wie gehen die Brüder Grimm mit dem Motiv der Grausamkeit in den verschiedenen Auflagen um?

Obwohl die Brüder Grimm einige Stellen im Laufe der Zeit kindgerechter überarbeiteten, blieben die meisten grausamen Gewaltszenen erhalten, da sie als konstituierender Bestandteil der Gattung und ihrer pädagogischen Wirkung angesehen wurden.

Welche Rolle spielt die „lehrende Grausamkeit“ innerhalb der untersuchten Märchen?

Die lehrende Grausamkeit dient als Instrument, um Kindern die Konsequenzen von Fehlverhalten (wie Ungehorsam oder Hochmut) aufzuzeigen und ihnen moralische Orientierung zu vermitteln.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Motiv der Grausamkeit in Grimms Märchen
Hochschule
Universität Basel  (Deutsches Seminar)
Veranstaltung
Poetik der Kindheit
Note
2,0
Autor
Valdrina Stublla (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
28
Katalognummer
V956873
ISBN (eBook)
9783346299918
ISBN (Buch)
9783346299925
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Grausamkeit Grimm Märchen Kind
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Valdrina Stublla (Autor:in), 2019, Das Motiv der Grausamkeit in Grimms Märchen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/956873
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  28  Seiten
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