Deutschrap und Jugendsprache. Sprachverfall oder Sprachbereicherung?


Hausarbeit, 2020

24 Seiten, Note: 1.3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Textsorte

3. Die Sprache im Rap

4. Jugendsprache und Deutschrap

5. Die Lexik des deutschsprachigen Rap
5.1. Anglizismen
5.2. Anglizismen in deutschen Rap-Texten
5.3. Ethnolekte
5.4. Ethnolekte im Deutschrap
5.5. Vulgärsprache

6. Verkürzungen und Auslassungen

7. Weil-Verbzweitstellung

8. Fazit

9. Literaturverzeichnis

10. Songtexte-Verzeichnis

11. Anhang

1. Einleitung

Beim „durch Rhythmus und Reim gebundene[n] Sprechtext“1 steht die Sprache im Vordergrund, während die Musik eher als Begleitung fungiert. Im Gegensatz zu anderen Musikgenres ist Rap-Musik textzentrierter und unterscheidet sich vor allem durch die von ihr erreichte Komplexität der Artikulation von anderen Musikrichtungen wie z. B. der Popmusik.2 Aufgrund ihrer umgangssprachlichen Orientierung wird die Sprache im Rap oft als „Sprache der Strasse [sic]“3 bezeichnet. Gerade diese Nähe zu der gesprochenen Alltagsprache macht die sprachlichen Äußerungsformen deutscher Rapper zum Gegenstand öffentlicher Auseinandersetzungen. Doch nicht allein die normfernen Sprechweisen im Rap, sondern auch die Songthemen sind bis heute Auslöser von Kontroversen. Im Mittelpunkt solcher Diskussionen steht der sogenannte „Gangsta-Rap“, bei dem kriminelles, gewalttätiges oder sexuell anstößiges Verhalten propagiert wird.

In dieser Hausarbeit wird der Sprachgebrauch im deutschsprachigen Gangsta-Rap analysiert. Untersucht werden einzelne Merkmale auf den Ebenen der Lexik, Grammatik und Syntax, die im Zentrum der aktuellen Sprachkritik stehen. Diese sprachlichen Phänomene wurden anhand ihrer Gebrauchsfrequenz in den Rap-Texten und ihrer Erwähnung in sprachkritischen und sprachpuristischen Kontexten ausgesucht. Einen abgetrennten Analyseteil wird es in dieser Untersuchung nicht geben, da die Nennung und theoretische Erläuterung der sprachlichen Merkmale mit illustrierenden Beispielen aus den Rap-Texten einhergehen werden. Da Rap als Teil der HipHop-Kultur eine der weltweit einflussreichsten Jugendkulturen darstellt, wird auch die Jugendsprache und ihre Verbindung zur Sprache im Rap näher betrachtet.4

Obschon Rap in zahlreichen unterschiedlichen Disziplinen (z. B. Psychoanalyse oder Konsumforschung) verhandelt wird und dadurch etliche Beiträge zu der Thematik verfasst wurden, genügen nur wenige davon wissenschaftlichen Standards, da es sich bei den meisten um populärwissenschaftliche und journalistische Publikationen handelt.5

Das Ziel dieser Arbeit ist zu überprüfen, ob die Negativurteile über den Sprachgebrauch im Deutschrap berechtigt sind und ob in diesem Zusammenhang von einem negativen Einfluss auf die Standardsprache die Rede sein kann.

2. Textsorte

In dieser Arbeit wird Rap als Textsorte behandelt, die sich über formale Textoberflächenmerkmale bestimmen lässt. Um dieser Klassifikation anzugehören müssen die Texte die Kennzeichen „orale Realisation“, „basale Einstimmigkeit“, „rhythmische Bindung an den 4/4-Takt“ und „Reimgebundenheit“ aufweisen, die konstitutiv für alle Texte dieser Textsorte sind.6 Auf der inhaltlichen Ebene unterliegen Rap-Texte keinen Einschränkungen, da der Rap „zur Behandlung aller erdenklichen Themen und Gegenstände geeignet“7 ist. Im Nähe-Distanz-Modell von Koch/Österreicher sind Songtexte allgemein dem Pol der Schriftlichkeit und der Mündlichkeit zuzuordnen, da die Texte sowohl schriftlich konzipiert als auch mündlich realisiert werden.8 Wolbring definiert Rap nicht nur als Textsorte, sondern auch als Gattung, da es sich dabei um eine Lyrikform handelt.9

3. Die Sprache im Rap

Die Sprache stellt das Zeichensystem des Rap dar, wodurch die Tätigkeit der Rapschaffenden als eine sprachgebundene bzw. literarische bezeichnet werden kann.10 Die Prädominanz der Sprache im Rap ist unter anderem etymologisch zu erklären, da das Sprechgedicht in der „spoken-word poetry“ wurzelt.11 Doch die Ursprünge der Kunstform reichen noch weiter zurück. Das Verb „to rap“ wird von Wolbring und Androutsopoulos mit afroamerikanischem Slang assoziiert, allerdings schreiben die Autoren ihm unterschiedliche Bedeutungen zu („quatschen“ bei Wolbring und „lebhaftes Daherreden/ prahlen“ bei Androutsopoulos).12 Nichtsdestotrotz verdeutlichen beide Bedeutungszuschreibungen die inhärente Sprachbezogenheit des Verbs und somit auch des Musikgenres.13

4. Jugendsprache und Deutschrap

Neuland definiert Jugendsprache als die „Praxis eines besonderen Sprachgebrauchs Jugendlicher“14. In der linguistischen Forschung ist der Begriff Jugendsprache umstritten, da die Annahme von der Sprache der Jugend problematisch ist, weil es einerseits die Jugend als homogene Gruppe nicht gibt und andererseits der Zeitraum in dem die Jugend stattfindet schwer zu bestimmen ist, denn „ihr [Jugend] Umfang variiert je nach individuellen Lebensumständen und kann einschließlich der Postadoleszenz bis zum Ende des dritten Lebensjahrzehnts ausgedehnt werden.“15 Linguistisch gesehen handelt es sich beim Sprachgebrauch Jugendlicher nicht um eine „eigene“ bzw. „andere“ Sprache. Sprachstile greifen vielmehr auf den Bestand der Standardsprache zurück, wie z. B. auf Wortbildungsmittel wie Abkürzungen oder semantische Prozesse wie Bedeutungsveränderungen.16

Gegen Ende der 70er Jahre hat sich Jugendsprache, infolge der sogenannten „Jugendrevolten“, als internationales Phänomen herausgebildet.17 Ihre massenmediale Verbreitung in der Öffentlichkeit (Jugendsprache als „mediales Konstrukt“18 ) führt zur Bildung von Negativurteilen, wie z. B. zur Behauptung, dass die Jugendsprache die Ursache von Verständnisproblemen zwischen den Generationen ist und zudem noch Auslöser negativer Einflüsse auf die Allgemeinsprache.19 Die Zeitung „Sprachnachrichten“ des Vereins für deutsche Sprache schrieb 2008 hierzu: „Ihr [Jugendliche] gesprochenes Deutsch ist fehlerhaft. Grammatik, Lexik und Aussprache weichen ganz erheblich von anerkannten Regeln ab.“20

Die Sprache im Rap wird in dieser Untersuchung als Teil der Jugendsprache verstanden, da „die Kategorie ‚Jugend‘ untrennbar mit den Medien verbunden ist“21 und Jugendliche „in vergleichbaren Gegenstandsfeldern (Musik, Freizeit, Sozialkontakte) differenzierte Wortschatzregister ausgebildet haben.“22 Die Musik gehört zu den wichtigsten Bereichen des jugendlichen Medienkonsums, so kann die Vielfalt der verschiedenen Musikstile und -szenen den Jugendlichen als mögliche Identitätsquellen dienen.23 Verschiedene Medien können als „Sprachspender“24 agieren, d.h. dass „sprachliche Elemente aus verschiedenen kulturellen und medialen Bereichen […] aus der Matrix der bestehenden Kontexte herausgelöst und in einen neuen sprachlichen und jugendkulturellen Kontext überführt werden.“25 Zwischen der Rap- und Jugendsprache beobachtet man ein wechselseitiges Beeinflussungsverhältnis, bei dem auf der einen Seite die Rapschaffenden einen großen Einfluss auf das Sprechverhalten von Jugendlichen ausüben, da letztere Wörter aus den Liedern aufgreifen und in ihre Sprache integrieren. Auf der anderen Seite finden sich dadurch, dass die Rapschaffenden generelle Tendenzen der Jugendsprache fortführen und weiterentwickeln, viele jugendsprachliche Merkmale in den Songtexten wieder.26 Aus diesem Grund betrifft die Kritik an der Jugendsprache zugleich auch die HipHop- bzw. Rap-Sprache.

5. Die Lexik des deutschsprachigen Rap

In seiner lexikalischen Ausgestaltung zeichnet sich der deutschsprachige Rap durch seine große Variabilität aus. Durch die grundsätzliche Orientierung an der gesprochenen Alltags- und Jugendsprache sowie an Slangs verfügen die Rapper über einen gewissen Spielraum, der es ihnen erlaubt, kreativ mit Sprache umzugehen, da diese Sprachvarietäten weniger normiert sind als die Standardsprache. Das Vorurteil über den begrenzten Wortschatz der Rapschaffenden erklärt Wolbring mit der Orientierung an informellen „Substandard“-Sprachregistern. Durch den Gebrauch von Schimpf- und Vulgärausdrücken oder dem Einbeziehen von Slangs wie der Kanak Sprak wird den Rappern oft ein „antiintellektueller Habitus“ vorgeworfen.27

In den folgenden Kapiteln wird der Wortschatz der Rapschaffenden auf die Verwendung von gruppenspezifischen Sprechweisen hin untersucht. Vor allem das „Codeswitching“, d.h. das flexible Hin- und Herwechseln zwischen unterschiedlichen Sprachregistern, wird hier genauer betrachtet.28

5.1. Anglizismen

Die englische Sprache übt als „Lingua franca“29 einen kontinuierlichen Einfluss auf die deutsche Sprache aus, „insbesondere im lexikalisch-semantischen Bereich“30. Der Terminus Anglizismus bezieht sich auf Wörter, die „ganz oder in Teilen aus dem Englischen stamm[en]“31. Der Begriff meint nicht nur aus dem Englischen stammende lexikalische Einheiten, sondern „sämtliche sprachliche Phänomene (Morpheme, Lexeme, Phraseologeme), die englischen sprachlichen Phänomenen ihre Existenz verdanken“32.

Die Übernahme englischstämmigen Wortguts kann je nach Standpunkt als Sprachpurismus oder als Sprachbereicherung wahrgenommen werden. Allerdings repräsentiert der erste Aspekt eher die Ansicht der öffentlichen Meinung. Dadurch, dass der Begriff vermehrt in sprachkritischen Kontexten verwendet wird, haftet der Bezeichnung Anglizismus eine negative Konnotation an.33 Die Ablehnung der englischsprachigen Fremdwörter beruht auf der Auffassung, dass sie, trotz Einpassung in das deutsche Sprachsystem, fremd bleiben und zudem noch unverständlich sind, da durch ihren Gebrauch die Verständigung erschwert wird.34 Ein weiterer Kritikpunkt bezieht sich auf das angebliche Übermaß an Anglizismen.35 Die englischsprachigen Fremdwörter, vor allem die neueren, werden von Kritikern als überflüssig charakterisiert.36 Andere assoziieren den Gebrauch von Anglizismen auch mit Angeberei oder einem mangelnden nationalen Selbstbewusstsein der Deutschen.37

Beim Betrachten der Sprachgeschichte wird deutlich, dass derartige Argumente nicht neu sind, da Sprachpuristen bereits im 17. Jahrhundert das „Problem der Fremdwörter“38 in satirischen Texten, Geschichten und Epigrammen thematisierten. Außerdem visierten Sprachkritiker schon im 18. Jahrhundert Entlehnungen aus dem Französischen.39 Die ablehnende Haltung gegenüber Fremdwörtern betrifft also nicht allein englischsprachige Wörter, sondern jegliche fremde Einflüsse.40

Seit dem 20. Jahrhundert und vor allem in den Jahrzehnten nach 1945 ist die Zahl der Anglizismen erheblich gestiegen und damit auch die Furcht vor einer deutsch-englischen Sprachmischung.41 Das sogenannte „Denglisch“ oder „Germeng“ wird vor allem in der medialen Berichterstattung als Hauptursache für den „Verfall“ der deutschen Sprache gesehen.42

5.2. Anglizismen in deutschen Rap-Texten

Die Anglizismendichte in deutschen Rap-Texten ist darauf zurück zu führen, dass es sich beim deutschsprachigen Rap um einen Ableger des amerikanischen handelt.43 Gruppenspezifische Sprechweisen bzw. Slangs, vor allem der afroamerikanische (African American Vernacular English „AAVE“), haben den Rap, insbesondere auf der lexikalischen Ebene, in allen Sprachen und Nationen beeinflusst.44 Wolbring sieht die Ursache für die Verwendung der englischen Fremdwörter in deutschen Rap-Songs in einer „generellen Anglophilie“, die allerdings auch die Jugend- und Werbesprache betrifft.45 Androutsopoulos verbindet die Frequenz des Anglizismengebrauchs mit der dadurch vermittelten „Coolness“.46 Die Jugendsprache und der intensive Gebrauch von Fremdwörtern, besonders von Anglizismen, werden oft in Verbindung gebracht. So bezeichnet Zifonun Jugendliche als „experimentierfreudige Vorreiter einer sprachlichen Integration von Anglizismen“47. Pauli zählt Entlehnungen aus dem Englischen zu jugendsprachlichen Besonderheiten, allerdings spezifiziert sie, dass die Übernahme englischsprachigen Wortguts nicht spezifisch für Jugendsprache ist, sondern dass der Gebrauch einzelner Entlehnungen wie „cool“ kennzeichnend für Jugendliche ist.48

Ende Januar 2020 hat das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ einen Artikel veröffentlicht, in dem der Wortschatz deutscher Gangsta-Rapper anhand einer Analyse der “Häufigkeit ausgewählter Begriffe und Synonyme in den Top-100 der Deutschrap-Jahrescharts“ in Form einer Grafik dargestellt wurde.49 Von den 34 Wörtern handelt es sich bei neun um Anglizismen. Auch das am häufigsten verwendete Wort „Cash/Money“ (173 Mal) stammt aus dem Englischen. Insgesamt sind es acht englischsprachige Substantive und ein Adjektiv. Andere Wörter, die aus dem umgangssprachlichen afroamerikanischen Englischen übernommen wurden und vermehrt in deutschsprachigen Rap-Texten vorkommen sind z. B. Schimpfwörter wie bitch oder Synonyme wie blunt (Joint).

Deutsche Rapper wie z. B. Shindy oder Kollegah betreiben beständig Codeswitching, indem sie in ihren Liedern englische Vokabeln anstelle von deutschen verwenden. Hierbei bleibt der Satzbau unverändert. Statt „Und ihr Missgeburten dachtet, ich wär' pleite“ heißt es bei Shindy „Und ihr Missgeburten dachtet, ich wär' broke “ (Shindy: „Affalterbach) und statt „Du willst Streit“ heißt es bei Kollegah „Du willst Beef “ (Kollegah: „King“). Manchmal trifft man auch auf größere Codeswitching-Anteile innerhalb eines Textes, wie z. B. bei Shindy, der für sein Intro ein Sample eines englischsprachigen Liedes verwendet hat (‘Yeah, don't get it twisted, this rap shit is mine, motherfucker! It's not a fucking game!’ – Shindy: „Affalterbach“/Sample von DMX: „ X Gon’ Give It to Ya”).

Zahlreiche deutsche Rapper übernehmen Phraseologismen aus dem amerikanischen Rap und übertragen sie ins Deutsche, so sagt z. B. Fler „wir machen unser Ding“ (Fler: „Loyalität“) statt „We do our thing“ oder Kollegah sagt „was geht?“ statt „What’s going on?“ (Kollegah: „Mondfinsternis“). Diese Formulierungen haben sich bereits im deutschen Sprachgebrauch etabliert. Auch das Codemixing ist typisch für den deutschsprachigen Rap. So findet man in zahlreichen Liedern deutscher Rapper eingedeutschte Slang- und Mischbegriffe wie gedisst („jetzt wird dein Block gedisst“ – Eko Fresh: „1000 Bars“), Gehate („Euer ganzes scheiß Gehate“ – Summer Cem: „Weinen“) oder aufpimpen („ich tauch auf mit aufgepimptem Bentley“ – Kollegah: „Discospeed“).

Manche Anglizismen werden von den Rappschaffenden verwendet, weil kein bedeutungsgleiches deutsches Wort existiert. Der Rapper Capital Bra verwendet z. B. das Fremdwort „One-Night-Stand“ mehrmals in seinem gleichnamigen Lied (Capital Bra: „One Night Stand“). Junker et al. vertreten in ihrer Arbeit eine sprachpuristische Einstellung, denn derartige Bildungen werden von den Autoren als überflüssig bezeichnet. Solchen Fremdwörtern wird vorgeworfen, dass sie die Verständigung unnötig erschweren. Doch der Versuch, englischsprachige Wörter zu ersetzen bzw. einzudeutschen ist nicht immer umsetzbar, wie z. B. das von Junker et al. vorgeschlagene Äquivalent „ Einnachter “ verdeutlicht.50

Bei den meisten Anglizismen die in deutschsprachigen Rap-Texten vorkommen handelt es sich um Wortentlehnungen, d. h., dass die englischen Wörter übernommen und an das deutsche Grammatiksystem angepasst wurden (z. B.: englische Substantive werden im Deutschen großgeschrieben). Außerdem finden sich Beispiele für Lehnübersetzungen („Guck, die Medien machen Gehirnwäsche “ – Nate 57: „Fick die Welt“), Lehnübertragungen („ich hab Häuser, groß wie Wolkenkratzer “ – Kollegah: „Königsaura“), Lehnbedeutungen („ Realisiere immer mehr, dass das Leben mich liebt“ – Bonez MC: „Dankbarkeit“) und Scheinanglizismen („mein Handy ist am klingeln“ – Capital Bra „Nur noch Gucci“) in den Rap-Texten.

5.3. Ethnolekte

Europäische und somit auch deutsche Rapsongs beschränken sich nicht mehr nur auf eine spezifische ethnische Varietät des amerikanischen Englisch. Die innere und äußere Mehrsprachigkeit in den europäischen Ländern führt dazu, dass „Regionalsprachen, soziale Dialekte, Migrantensprachen und nicht-muttersprachliche Varietäten der Landessprache Eingang in die Raptexte“51 finden. Beim Betrachten der „Top 20“ der deutschen Hip-Hop-Charts (Stand 25.02.2020) wird deutlich, dass sich in Deutschland überwiegend Rapper mit Migrationshintergrund (14/20) einer großen Beliebtheit erfreuen. Im Vergleich dazu haben es nur drei Deutsche und zwei Amerikaner in die Top 20 geschafft.52 Dementsprechend liegt es nahe, dass die Rapper zahlreiche Fremdwörter, vor allem aus ihrer Muttersprache, in ihre Texte integrieren und sie mit dem Deutschen vermischen. Dadurch spiegeln die Musiker, laut Canoğlu, den Zeitgeist sowie die sozialen und sprachlichen Tendenzen der Gesellschaft wider.53

[...]


1 Wolbring, Fabian (2015): Die Poetik des deutschsprachigen Rap. Göttingen: unipress Verlag. (= Westwärts. Studien zur Popkultur Band 2), S. 15.

2 Vgl. ebd., S. 128.

3 Androutsopoulos, Jannis (2003) (Hrsg.): HipHop. Globale Kultur – lokale Praktiken. Bielefeld: transcript Verlag. (= Cultural studies Band 3), S. 119.

4 Vgl. Neuland, Eva (2000): Jugendsprache in der Diskussion. Meinungen, Ergebnisse, Forderungen. In: Eichhoff-Cyrus, Karin M./Hoberg, Rudolf (Hrsg.): Die deutsche Sprache zur Jahrtausendwende. Sprachkultur oder Sprachverfall? Mannheim [u.a.]: Dudenverlag, S. 111. (= Thema Deutsch Band 1)

5 Vgl. Wolbring (2015, 25 f.)

6 Vgl. Wolbring (2015, 247)

7 Ebd.

8 Vgl. Stein, Stephan (2004): Texte, Textsorten und Textvernetzung. Über den Nutzen der Textlinguistik (nicht nur) für die Fremdsprachendidaktik. In: Lüger, Heinz-Helmut/ Rotenhäusler, Rainer (Hg.): Linguistik für die Fremdsprache Deutsch. Landau. S. 177 f.

9 Vgl. Wolbring (2015, 246)

10 Vgl. Androutsopoulos (2003, 111 & 129)

11 Vgl. Wolbring (2015, 129)

12 Vgl. Wolbring (2015, 16) & Vgl. Androutsopoulos (2003, 119)

13 Vgl. Wolbring (2015, 15)

14 Neuland, Eva (2008): Jugendsprache. Eine Einführung. Tübingen: A. Francke Verlag, S. 1.

15 Androutsopoulos, Jannis (2001): Von fett zu fabelhaft: Jugendsprache in der Sprachbiographie. In: Osnabrücker Beiträge zur Sprachtheorie 62, S. 56. & Vgl. Neuland (2008, 25)

16 Vgl. Neuland (2000, 115 ff.)

17 Vgl Neuland (2008, 25) & Vgl. Bußmann, Hadumod (2002) (Hrsg.): Lexikon der Sprachwissenschaft. Dritte, aktualisierte und erweiterte Aufl. Stuttgart: Alfred Kröner Verlag, S. 326.

18 Vgl. Neuland (2008, 19)

19 Vgl. Neuland (2008, Vorwort) & Vgl. Neuland (2000, 108)

20 Pogarell, Rainer (2008): Mittelgroße Katastrophe: Eine Million sprachloser Jugendlicher. In: VDS Sprachnachrichten 7, S. 1.

21 Pauli, Stephanie (2010): "Ey Alter, du bist voll der Wort-Checker!" Jugendsprache: Eine empirische Untersuchung der Spracheinstellungen von Jugendlichen und Erwachsenen. Hamburg: tredition Verlag, S. 22.

22 Neuland (2000, 110)

23 Vgl. Pauli (2010, 22 f.)

24 Ebd.

25 Neuland (200, 118)

26 Vgl. Wolbring (2015, 478)

27 Vgl. ebd., S. 266-269)

28 Vgl. Wolbring (2015, 267)

29 Hoberg, Rudolf (2000): Sprechen wir bald alle Denglisch oder Germeng? In: Eichhoff-Cyrus, Karin M./Hoberg, Rudolf (Hg.): Die deutsche Sprache zur Jahrtausendwende. Sprachkultur oder Sprach-verfall? Mannheim[u.a.]: Dudenverlag, S. 303. (= Thema Deutsch Band 1)

30 Eggarter, C. (1995): Anglizismen im Deutschen. Zur Integration des englischen Wortgutes ins Deutsche. In: Moderne Sprachen 39, S. 123.

31 Eisenberg, P. (2011): Das Fremdwort im Deutschen. Berlin: Walter de Gruyter, S. 3.

32 Götzeler, Christiane (2008). Anglizismen in der Pressesprache. Bremen: Hempen Verlag, S. 171.

33 Vgl. Götzeler (2008, 158)

34 Vgl. Pinnau, Heike (2015): Anglizismen in der deutschen Gegenwartssprache. Umgang und Auswirkungen. URL: https://kufs.repo.nii.ac.jp/?action=repository_action_common_download&item_id=223&item_no=1&attribute_id=22&file_no=1 [06.03.2020], S. 69.

35 Vgl. Neuland (2008, 17)

36 Vgl. Hoberg (2000, 313)

37 Vgl. ebd., S. 313 f.

38 Pinnau (2015, 67)

39 Vgl. Neuland (2008, 17)

40 Vgl. Hoberg (2000, 313)

41 Vgl. ebd., S. 306.

42 Vgl. Neuland (2008, 17)

43 Vgl. Wolbring (2015, 21)

44 Vgl. ebd., S. 256.

45 Vgl. ebd., S. 276.

46 Vgl. Androutsopoulos, Jannis (1998): Deutsche Jugendsprache. Untersuchungen zu ihren Strukturen und Funktionen. Frankfurt am Main [u.a.]: Peter Lang Verlag, S. 578.

47 Zifonun, Gisela: (2000). Grammatische Integration jugendsprachlicher Anglizismen. In: Der Deutschunterricht 4, S. 71.

48 Vgl. Pauli (2008, 35)

49 https://www.instagram.com/p/B73YyrFBPM9/?igshid=7oxjo06cm2az [06.03.2020]

50 Vgl. Junker, Gerhard (2003) (Hrsg.): Die VDS-Anglizismenliste 2003. Paderborn: IFB Verlag, S. 15.

51 Androutsopoulos (2003, 120)/ Regionalmerkmale werden in dieser Untersuchung nicht beachtet, weil sie im deutschen Rap nur gelegentlich zu hören sind. (siehe auch Androutsopoulos 2003, 120)

52 https://www.offiziellecharts.de/charts/hiphop [25.02.2020]

53 Vgl. Canoğlu, Hatice Deniz (2012): Kanak Sprak versus Kiezdeutsch - Sprachverfall oder sprachlicher Spezialfall? Eine ethnolinguistische Untersuchung. Berlin: Frank & Timme Verlag. (= Sprachwissenschaft Band 11)

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Deutschrap und Jugendsprache. Sprachverfall oder Sprachbereicherung?
Hochschule
Universität Trier
Veranstaltung
Gegenwartsdeutsch
Note
1.3
Autor
Jahr
2020
Seiten
24
Katalognummer
V956956
ISBN (eBook)
9783346301390
ISBN (Buch)
9783346301406
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rap, Deutschrap, Gangsta Rap, Jugendsprache, Anglizismen, Ethnolekt, Vulgärsprache, Sprachverfall, Gangsta-Rap, Rapper
Arbeit zitieren
Lisa Krack (Autor), 2020, Deutschrap und Jugendsprache. Sprachverfall oder Sprachbereicherung?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/956956

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