Feuer und Brandschutz im Sachunterricht. Entdeckung, Nutzung und Bedeutung von Feuer in der Vergangenheit


Unterrichtsentwurf, 2019

22 Seiten, Note: 2,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Begründung der Relevanz des Lerngegenstandes

2. Bezug zum Bildungsplan / Perspektivrahmen Sachunterricht
2.1. Bezug zum Bildungsplan
2.2. Bezug zum Perspektivrahmen Sachunterricht

3. Kompetenzerwerb

4.1 Fachliche Teilkompetenzen
4.2 Methodische Teilkompetenzen
4.3 Personale und soziale Teilkompetenzen

5. Sachanalyse

6. Verlaufsplanung
6.1 Einordnung der Stunde in die Unterrichtseinheit
6.2 Fachliche Voraussetzungen
6.3 Didaktisch-methodische Vorüberlegungen
6.4 Strukturskizze

7. Literaturverzeichnis

8. Internetquellenverzeichnis

9. Anhang

Der Anhang wurde aus urheberrechtlichen Gründen durch das Lektorat entfernt.

1. Begründung der Relevanz des Lerngegenstandes

Feuer, eine Faszination, und seine Erscheinungsformen sind seit Jahrhunderten für den Menschen von großer Bedeutung. Es hat dem Menschen in seiner Entwicklung entscheidend beeinflusst. Es war nutzbringend, aber auch schädlich. Man konnte nicht darauf verzichten, aber es war trotzdem sehr gefährlich. Feuer kann ein Risikofaktor darstellen. Brennt ein Haus, versetzt uns das in Angst. Wenn eine Kerze oder der Ofen zuhause brennt, so haben wir davor keine Angst, da es uns Wärme und Licht bringt. Feuer wirkt hier gemütlich und angenehm. Auch die Heizung bringt uns Wärme in unser Zuhause. Nur selten konnten die positiven Effekte von Feuer für uns Menschen nutzbar gemacht werden ohne gleichzeitig Risiken zu erzeugen. Genau dieser Gegensatz kann erklären, warum Feuer für uns Menschen eine so große Faszination darstellt.

Nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Kinder ist die Faszination groß. Feuer stellt in Kinderhänden eine viel größere Gefahr dar, wie ohnehin schon. Eltern verbieten ihren Kindern meist den Umgang mit Feuer, um das Risiko eines Brandes zu senken. Aber gerade Kinder möchten in diesem Alter viel entdecken und erforschen. Da hält sie kein Verbot der Eltern ab. Das Verbot kann sogar die Neugierde verstärken. Die Kinder verschaffen sich dann meist heimlich Zugang zu Feuer, was äußerst gefährlich ist. „Heimliches Zündeln“ ist riskant und hat schon einige Brandschäden verursacht, vor allem in den eigenen vier Wänden.

Um diesem Forscherdrang und der Wissensbegierde der Kinder gerecht zu werden, ist es sinnvoller den Kindern den richtigen und sicheren Umgang mit Feuer aufzuzeigen und beizubringen. Somit sinkt das Risiko des „heimlichen Zündelns“ und des unerlaubten Spielens mit Feuer. Nicht nur der richtige und sichere Umgang mit Feuer muss gelernt werden, sondern auch, wie man sich im Falle eines Brandes richtig verhalten soll. Wichtig ist, den Kindern die Angst zu nehmen und zum Tausch die nötige Sicherheit zu geben, um die Gefahren eines Brandes einschätzen und verhindern zu können. Die Kinder sollen ein Verständnis zum Feuer bekommen und auf eventuelle Gefahren vorbereitet werden. Sie sollen Möglichkeiten der Brandbekämpfung erlernen. Ein Besuch bei der Feuerwehr ist daher empfehlenswert. Des Weiteren sollen sie die Nützlichkeit des Feuers, damals sowie heute, kennenlernen. Daraus abgeleitet können die Kinder herausfinden, wie die Menschen früher Feuer gemacht haben und warum es für sie so wichtig war.

Während der Unterrichtseinheit werden Experimente durchgeführt. Hierbei können die Kinder ihre eigenen Vorstellungen durch Experimente überprüfen und diese gegebenenfalls weiterentwickeln oder verändern. Somit können sie erste Modellvorstellungen aufbauen. Sie lernen ihre Erkenntnisse und Erfahrungen mittels Versuchsprotokollen zu dokumentieren und diese mit ihren Mitschülerinnen und Mitschülern zu vergleichen.

2. Bezug zum Bildungsplan / Perspektivrahmen Sachunterricht

2.1. Bezug zum Bildungsplan

Laut dem Bildungsplan aus dem Jahr 2016 sollen Schülerinnen und Schüler „ausgewählte [Errungenschaften], deren Entwicklung und die Auswirkung auf die Lebenswelt beschreiben und mit Blick auf die Zukunft reflektieren“1. Die Kinder beschäftigen sich in der Schulstunde mit der Entdeckung von Feuer. Wo kam das Feuer her? Wie konnte der Mensch Feuer nutzen und wie haben die Menschen früher den Umgang damit gelernt?

Des Weiteren lernen sie welche Auswirkungen der Umgang mit Feuer auf das Leben der Menschen in der Vergangenheit hatte. Sie können diese Entwicklung und Auswirkung beschreiben und erklären.

Auch die Vernetzung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft wird geknüpft. Die Schülerinnen und Schüler sollen reflektieren, wie das Leben heute wäre, wenn die Menschen früher den Umgang mit Feuer nicht erlernt hätten. Wie würde die Welt heute aussehen? Was würde sich konkret bei den einzelnen Schülerinnen und Schülern verändern?

Die Schülerinnen und Schüler vertiefen die prozessbezogene Kompetenz „Welt erleben und wahrnehmen“2. Sie können sich dem natürlichen Phänomen des Feuers zuwenden, sich darauf konzentrieren und darüber staunen3. Dies geschieht vor allem bei der Thematisierung der Entdeckung des Feuers. Die Kinder entwickeln Vorstellungen darüber und können interessengeleitete Fragen formulieren4.

Durch die Zusammenarbeit in Kleingruppen fördern die Schülerinnen und Schüler die Kompetenz „kommunizieren und sich verständigen“5.

Auch das Reflektieren der Vergangenheit (Was hat sich bei den Menschen durch die Nutzung von Feuer verändert?) und der Zukunft (Wie würden wir heute leben, wenn die Menschen früher den Umgang mit Feuer nicht erlernt hätten?) wird gefördert. Die Kinder nehmen einen Perspektivwechsel vor, um dies beurteilen zu können. Dies alles fördert die prozessbezogene Kompetenz „reflektieren und sich positionieren“6.

2.2. Bezug zum Perspektivrahmen Sachunterricht

Der perspektivenbezogene Themenbereich „Nicht lebende Natur – Eigenschaften von Stoffen/Körpern“ wird während der Unterrichtsstunde gefördert. Die Schülerinnen und Schüler können „die Bedeutung (Nutzen und Gefahren) der entsprechenden Eigenschaften für den Menschen erfassen […]“7. Diese Kompetenz wird durch das Auseinandersetzen mit der Nutzung des Feuers früher gestärkt. Die Kinder müssen darüber nachdenken, was sich im Leben der Menschen geändert hat und weshalb.

Auch die naturwissenschaftliche Denk-, Arbeits- und Handlungsweise „Konsequenzen aus naturwissenschaftlichen Erkenntnissen für das Alltagshandeln ableiten“8 wird gefördert. Die Schülerinnen und Schüler können „die Abhängigkeit der lebenden ([…] Menschen) von der nicht lebenden Natur ([Feuer]) erkennen, exemplarisch begründen und dabei die Begründungen verständlich kommunizieren“9. Dies geschieht vor allem bei der Frage, wie die Welt heute wäre, wenn der Umgang mit Feuer nicht gelernt worden wäre. Hierbei müssen die Schülerinnen und Schüler „Vorstellungen und Vermutungen entwickeln, sprachlich verständlich darstellen und miteinander vergleichen; dabei auswählen, begründen und argumentieren, was besonders überzeugt und warum“10.

Auch die historische Perspektive wird in einigen Hinsichten durch die Unterrichtsstunde gefördert und vertieft. Da die Entdeckung, Nutzung und Bedeutung des Feuers untersucht wird, stellen sich die Schülerinnen und Schüler Fragen. Sie stellen historische Fragen und können „Veränderungen menschlichen Handelns […] zu zwei verschiedenen Zeitpunkten erkennen“11. Einerseits betrachten sie das Handeln in der Vergangenheit. Andererseits überlegen sie, wie Feuer heute durch den Menschen genutzt wird. Die Schülerinnen und Schüler können „historische Veränderungen benennen und zielgerichtet nach ihren Ursachen fragen“12. Beispielsweise haben die Menschen miteinander kommunizieren können, obwohl sie nicht zur selben Zeit am selben Ort waren. Die Kinder fragen hier nach der Ursache, welche sie nach der Auseinandersetzung mit der Nutzung des Feuers beantworten können.

„Alterität und Identität“ werden ebenfalls thematisiert. Die Kinder beschäftigen sich mit der Fremdheit der Vergangenheit. Die Schülerinnen und Schüler nehmen einen Perspektivwechsel vor und überlegen, wie die Menschen damals mit Feuer gehandelt haben und wie es das Leben der Menschen verändert hat. Diese Überlegungen werden am Ende mit ihrem eigenen Leben verglichen13.

Durch die Besprechung zu Beginn und zum Ende der Schulstunde werden die Kinder aufgefordert zu überlegen, wann und wo wir heute Feuer nutzen und was das für die Menschen heute bedeutet. Hier werden die Kinder konkrete Gegenstände aus ihrer Lebenswelt nennen, die genutzt werden. Die Schülerinnen und Schüler lernen aber auch damalige Mittel kennen, um Feuer zu erzeugen. Im Laufe der Zeit haben sich die Phänomene (Gegenstände, mit denen man Feuer erzeugen kann) verändert und weiterentwickelt. Anhand dieser können sie den Wandel der Zeit aufzeigen und verstehen14.

Weiterführend werden die perspektivenübergreifende Denk-, Arbeits- und Handlungsweisen aufgeführt, die während der Unterrichtsstunde gefördert und unterstützt werden können.

Erkennen und verstehen wird vor allem durch die selbstständige Erarbeitung des Themas unterstützt. Die Schülerinnen und Schüler gehen mit den vorher gesammelten Vermutungen in die Erarbeitungsphase. Am Ende der Stunde werden diese Vermutungen mit den Erkenntnissen der Arbeitsphase verglichen, verbessert, verworfen oder angenommen15.

Durch die „Verbalisierung von Vermutungen und Vorerfahrungen vor der Erarbeitung neuen Wissens“16 und das anschließende Bestätigen oder Ablehnen dieser Vermutungen wird das Evaluieren und reflektieren unterstützt.

Die Gruppenarbeit während der Erarbeitungsphase fördert die Kompetenz kommunizieren und mit anderen zusammenarbeiten 17.

3. Kompetenzerwerb

4.1 Fachliche Teilkompetenzen

Die Schülerinnen und Schüler

- können die Entdeckung des Feuers wiedergeben.
- können vielfältige Nutzungsmöglichkeiten des Feuers aufzählen und erklären.
- können Gründe nennen, weshalb die Entdeckung des Feuers enorm wichtig war beziehungsweise ist für die Menschen.
- können Mittel nennen und erklären, mit denen Feuer entzündet wurde.
- können Gründe nennen, weshalb dem Feuer eine hohe Bedeutung zukommt.
- erkennen, dass „Erkenntnisprozesse und Neugierde die Weiterentwicklung des Menschen beeinflussen“18.
- können die Lebensbedingungen von anderen Kulturen und früheren Zeiten kennenlernen.
- können zwischen Realem und Fiktiven unterscheiden.

4.2 Methodische Teilkompetenzen

Die Schülerinnen und Schüler

- können sich auf mehrere Partner einlassen.
- können in einer Gruppe zusammenarbeiten.
- können miteinander kommunizieren und kooperieren.
- können Aufgaben in einer gewissen Zeit bearbeiten.
- können Lösungen dokumentieren.
- können ihr neu gewonnenes Wissen strukturiert wiedergeben und vorstellen.

4.3 Personale und soziale Teilkompetenzen

Die Schülerinnen und Schüler

- können eine Geschichte nachvollziehen und wiedergeben.
- können bei einer Gruppenarbeit freundlich und respektvoll miteinander umgehen.
- können miteinander kommunizieren und sich verständigen.
- können kooperativ zusammenarbeiten.
- können während der Bearbeitung stets konzentriert und motiviert arbeiten.
- können erarbeitete Ergebnisse vor der Klasse vortragen.
- können die Bedeutung des Feuers zur damaligen Zeit verstehen.
- erkennen welche Folgen es hätte, wenn die Menschen damals den Umgang mit Feuer nicht gelernt hätten.

[...]


1 http://www.bildungsplaene-bw.de/,Lde/LS/BP2016BW/ALLG/GS/SU/IK/3-4/05/01 abgerufen am 03.01.20 um 14:29 Uhr

2 http://www.bildungsplaene-bw.de/,Lde/LS/BP2016BW/ALLG/GS/SU/PK/01 abgerufen am 03.01.20 um 14:34 Uhr

3 http://www.bildungsplaene-bw.de/,Lde/LS/BP2016BW/ALLG/GS/SU/PK/01 abgerufen am 03.01.20 um 14:35 Uhr

4 http://www.bildungsplaene-bw.de/,Lde/LS/BP2016BW/ALLG/GS/SU/PK/01 abgerufen am 03.01.20 um 14:36 Uhr

5 http://www.bildungsplaene-bw.de/,Lde/LS/BP2016BW/ALLG/GS/SU/PK/03 abgerufen am 03.01.20 um 14:38 Uhr

6 http://www.bildungsplaene-bw.de/,Lde/LS/BP2016BW/ALLG/GS/SU/PK/05 abgerufen am 03.01.20 um 14:42 Uhr

7 Gesellschaft für Didaktik des Sachunterrichts, 2013, S.43.

8 Gesellschaft für Didaktik des Sachunterrichts, 2013, S.41.

9 Vgl. ebd.

10 Gesellschaft für Didaktik des Sachunterrichts, 2013, S.42.

11 Gesellschaft für Didaktik des Sachunterrichts, 2013, S.59.

12 Vgl. ebd.

13 Gesellschaft für Didaktik des Sachunterrichts, 2013, S.61.

14 Gesellschaft für Didaktik des Sachunterrichts, 2013, S.61f.

15 Gesellschaft für Didaktik des Sachunterrichts, 2013, S.21.

16 Gesellschaft für Didaktik des Sachunterrichts, 2013, S.23.

17 Gesellschaft für Didaktik des Sachunterrichts, 2013, S.24.

18 Landwehr, 2016, S.30.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Feuer und Brandschutz im Sachunterricht. Entdeckung, Nutzung und Bedeutung von Feuer in der Vergangenheit
Hochschule
Pädagogische Hochschule Heidelberg
Note
2,5
Autor
Jahr
2019
Seiten
22
Katalognummer
V957045
ISBN (eBook)
9783346321428
ISBN (Buch)
9783346321435
Sprache
Deutsch
Schlagworte
feuer, brandschutz, sachunterricht, entdeckung, nutzung, bedeutung, vergangenheit
Arbeit zitieren
Laura Stein (Autor), 2019, Feuer und Brandschutz im Sachunterricht. Entdeckung, Nutzung und Bedeutung von Feuer in der Vergangenheit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/957045

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Feuer und Brandschutz im Sachunterricht. Entdeckung, Nutzung und Bedeutung von Feuer in der Vergangenheit



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden