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Voyeurismus und Intimität in Degas' "Frau bei der Toilette". Werkanalyse unter dem Aspekt des "Male Gaze" nach Laura Mulvey

Titel: Voyeurismus und Intimität in Degas' "Frau bei der Toilette". Werkanalyse unter dem Aspekt des "Male Gaze" nach Laura Mulvey

Hausarbeit , 2020 , 22 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Max Brenner (Autor:in)

Kunst - Kunstgeschichte
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit beschäftigt sich mit zwei von Edgar Degas' Akt- und Boudoir-Werken und arbeitet die darin bewusst evozierte Intimität heraus. Als theoretischen Ausgangspunkt der Werkanalyse wird der Begriff des "male gaze" angewandt – der männliche beobachtende Blick, der insbesondere von der britischen, feministischen Filmtheoretikerin Laura Mulvey besprochen und geprägt wurde. Damit wird aufgezeigt, wie man als Betrachter von Degas’ "Frau bei der Toilette" einer sehr privaten und intimen Szene beiwohnt und durch die bemerkenswerte Bildkomposition eine spannende und reziproke Beziehung eingeht, die in einem charakteristischen Wechselspiel zwischen Nähe und Distanz resultiert. Als Rezipient und Rezipientin nimmt man, möglicherweise ungewollt, eine voyeuristische Rolle ein.

Edgar Degas war ein aufmerksamer Beobachter seiner Umwelt. Er verfolgte die impressionistischen Ideen durchaus kritisch, stand der akademischen Malerei stattdessen weniger kritisch gegenüber und beschäftigte sich Zeit seines Lebens besonders mit Werken diverser 'großer Meister' (bspw. Giotto di Bondone, Giovanni Bellini, Diego Velázquez, Rembrandt van Rijn, Tizian, Andrea Mantegna), die er beispielsweise im Louvre oder bei diversen und regelmäßigen Italienaufenthalten studierte und kopierte.

Degas bevorzugte die Arbeit im Atelier, anders als seine damaligen Zeitgenossen, welche sich intensiv mit der Freiluftmalerei auseinandersetzten. Hinzu kommt die durchaus differente und kritische sozial-gesellschaftliche Themen- und Motivauswahl, die sich weitestgehend auf die Darstellungen von Menschen in diversen Lebens-, Arbeits- und Alltagssituationen beschränkte. Seine wohl umfangreichsten und bekanntesten Werkgruppen thematisieren einerseits die künstlerische und bewegte Anstrengung, die er im Ballett, teils auf der Bühne, teils bei Proben und im Umkleideraum zeigt. Andererseits beschäftigte er sich generell mit dem Körperlichen und der Nacktheit und dessen Darstellung im Medium diverser Akt- und Boudoir-Szenen in Bordellen oder im Privaten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Paris als Stadt der Moderne

2.1 „Weibliche Räume“

3. Laura Mulvey – Visual Pleasure and Narrative Cinema

4. Werkbeschreibung

5. Konklusion

6. Abbildungen

7. Literaturangaben

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Voyeurismus und Intimität in Edgar Degas’ Gemälde „Frau bei der Toilette“ (1886). Durch die Anwendung der feministischen Filmtheorie von Laura Mulvey, insbesondere des Konzepts des „male gaze“, wird analysiert, wie die bildkompositorische Gestaltung des Künstlers den Betrachter in eine voyeuristische Machtposition versetzt und eine private Szene der Körperpflege zum Objekt männlichen Blicks macht.

  • Historische Einordnung von Paris als Stadt der Moderne
  • Konzeptualisierung „weiblicher Räume“ im 19. Jahrhundert
  • Analyse des „male gaze“ nach Laura Mulvey
  • Werkanalyse unter Berücksichtigung von Perspektive und Bildstruktur
  • Diskussion über das Wechselspiel von Nähe und Distanz in Degas' Werk

Auszug aus dem Buch

4. Werkbeschreibung

In diesem Kapitel setze ich mich konkret mit der Werkbeschreibung- und Analyse auseinander. Als theoretische Grundlage erörtere ich dafür Degas’ Arbeitsweise- und Methodik und versuche dabei einen überblickshaften Werkbegriff zu formulieren, auf welchen ich mich im Verlauf der folgenden Kapitelabschnitte beziehen werde. Das Werk von Degas lässt sich im beschriebenen dynamischen Wirkungsfeld des modernen Paris in die „neue Wirklichkeit“ einordnen. Bernd Growe beschreibt ihn zunächst allgemein als „[…] Maler des Menschen, ein Maler der veränderten Verfassung des Menschen in der Welt der Moderne.“ Er fügt hinzu: „Alles ist in Bewegung bei Degas, eine Welt ohne Stillstand und Ruhe“ und somit ist „[d]ie Kunst Abbild der Wirklichkeit, der Maler auf der unablässigen Jagd, der Realität unerwartete Eindrücke abzulisten“. Mit besonderem Augenmerk auf seine Ballett- sowie Akt- und Boudoir-Szenen lässt sich Degas also als durchaus wachsamer Beobachter seiner Umgebung beschreiben, welcher stets nach lebendigen und dynamischen Motiven suchte, mit denen er sich in Werkgruppen teils über Jahre hinweg in diversen Variationen beschäftigte, um diese neu zu aufzugreifen und zu reflektieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Thema, Vorstellung des Künstlers Edgar Degas und Erläuterung der methodischen Vorgehensweise sowie des theoretischen Ausgangspunkts.

2. Paris als Stadt der Moderne: Historische Kontextualisierung von Paris als Zentrum des gesellschaftlichen und städtebaulichen Wandels, der die visuelle Wahrnehmung der Zeit prägte.

2.1 „Weibliche Räume“: Untersuchung der geschlechtsspezifischen Trennung von öffentlichen und privaten Räumen und deren Auswirkungen auf die Lebenswelt von Frauen.

3. Laura Mulvey – Visual Pleasure and Narrative Cinema: Darlegung der feministischen Theorie des „male gaze“ und ihrer Anwendung zur Analyse patriarchaler Strukturen in der visuellen Darstellung.

4. Werkbeschreibung: Konkrete formanalytische und theoretische Untersuchung des Gemäldes „Frau bei der Toilette“ unter Anwendung der zuvor erarbeiteten Kriterien.

5. Konklusion: Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisse und abschließende Reflexion über die Wirkung des Werkes im Kontext des Voyeurismus.

Schlüsselwörter

Edgar Degas, Frau bei der Toilette, Moderne, Voyeurismus, male gaze, Laura Mulvey, Aktmalerei, Boudoir, Intimität, Bildkomposition, patriarchale Struktur, Paris, Körperpflege, Skopophilie, Geschlechterrollen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Darstellung von Intimität und Voyeurismus in Edgar Degas’ Gemälde „Frau bei der Toilette“ aus dem Jahr 1886.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der Wandel des urbanen Raums im Paris des 19. Jahrhunderts, die Rollenverteilung zwischen den Geschlechtern sowie die theoretische Auseinandersetzung mit dem männlichen Blick (male gaze).

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Degas durch kompositorische Mittel den Betrachter in eine voyeuristische Rolle drängt und wie dies kritisch im Sinne der feministischen Filmtheorie gedeutet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die methodische Analyse der Bildkomposition in Kombination mit kulturhistorischen Einordnungen und der psychoanalytisch geprägten Filmtheorie von Laura Mulvey.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil erfolgen die historische Einordnung in die Moderne, die theoretische Grundlegung durch Laura Mulvey sowie eine detaillierte formale und inhaltliche Werkanalyse des Gemäldes.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere male gaze, Voyeurismus, moderne Kunst, Degas und die Konstruktion privater Räume.

Wie unterscheidet sich die Darstellung in diesem Werk von anderen Degas-Motiven?

Im Gegensatz zu seinen Darstellungen des Ballettbetriebs oder öffentlicher Szenen zeigt das Werk eine explizit private Situation der Körperpflege, die einen „Zwischenraum“ der Intimität definiert.

Welche Rolle spielt die Perspektive des Betrachters?

Die steile Draufsicht positioniert den Betrachter physisch über der dargestellten Frau, was eine Machtposition suggeriert, die laut der Analyse den voyeuristischen Charakter des Bildes unterstreicht.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Voyeurismus und Intimität in Degas' "Frau bei der Toilette". Werkanalyse unter dem Aspekt des "Male Gaze" nach Laura Mulvey
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin  (Institut für Kunst- und Bildgeschichte)
Veranstaltung
Malerei des Impressionismus: Modernität, Industrialisierung, Wahrnehmungstheorie
Note
1,0
Autor
Max Brenner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
22
Katalognummer
V957050
ISBN (eBook)
9783346299000
ISBN (Buch)
9783346299017
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Impressionismus Edgar Degas Modernität Paris
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Max Brenner (Autor:in), 2020, Voyeurismus und Intimität in Degas' "Frau bei der Toilette". Werkanalyse unter dem Aspekt des "Male Gaze" nach Laura Mulvey, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/957050
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  22  Seiten
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