Kleists "Das Erdbeben in Chili" als Auseinandersetzung mit dem Aufkärungsoptimismus


Seminararbeit, 1999

15 Seiten, Note: 1


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Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. verschiedene zur Zeit Kleists diskutierte Theodizeevorstellungen

III. Kleists eigene Vorstellungen von der Welt

IV. Umsetzung des Weltbildes in der Novelle

V. Schlußbetrachtung

VI. Literaturverzeichnis

I. Einleitung

Es kann kein böser Geist sein, der an der Spitze der Welt steht; es ist ein bloß unbegriffener! (II, S. 768)1

Kleists philosophische Annahme eines für den Menschen nicht erfaßbaren gottähnlichen Prinzips ist nur einer von vielen Entwürfen, die im 18. Jahrhundert die Frage nach dem Ursprung des Übels in der Welt und seine Vereinbarkeit mit einem guten Schöpfergott klären wollten. Die 1806 verfaßte Novelle ,,Das Erdbeben in Chili" nimmt religiöse und metaphysische Spekulationen des vergangenen Jahrhunderts auf - man betrachte hier allein die Thematisierung einer Naturkatastrophe, deren Erklärung einen großen Teil der Theodizeediskussion darstellte. Welche Position nimmt Kleist ein gegenüber dem Übel in der Welt; wie steht er zu dem philosophischen Modell Leibniz´, das zu dieser Zeit das weitverbreitetste war?

In seinem Werk ,,Essais de théodicée sur la Bonté de Dieu, la liberté de l'homme et l'origine du mal"2 entwirft Leibniz sein System von der ,,besten aller Welten", das von einer von Gott prästabilierten Harmonie aller Dinge ausgeht, in der alle Ereignisse im Vorhinein festgelegt sind, zwangsläufig auch das Übel, weil alles Geschaffene nicht perfekt sein kann, da es in diesem Falle gottgleich wäre. Neben diesem Weltentwurf ist noch das Modell Popes anzuführen, daß in dem Werk ,,An Essay on Man" (1733/34) entworfen wird. Es endet in der griffigen Formel ,,Whatever is, is right."3

Wie für Kleist die Welt, die er wiederholt als ,,eine gebrechliche Einrichtung" bezeichnet, beschaffen ist, wird nun zu klären sein. Basierend auf der Theodizeediskussion des 18. Jahrhunderts thematisiert er in der Novelle das grundlegend Paradox zwischen dem Schöpfergott, der nur Gutes geschaffen hat, und dem existierenden Übel, welches den Hauptdiskussionspunkt der zeitgenössischen

Philosophen und Theologen bildete. Über die Frage, wie oder warum das Übel in die Welt kam, entbrannte, ausgelöst durch das Erdbeben von Lissabon 1756, eine hitzige Debatte. Wütend klagt beispielsweise Voltaire ,,die getäuschte[n] Philosophe[n]" an, ,,die behaupten, alles ist gut" - zu denen zählt er auch Leibniz - und das existierende Elend bzw. dessen Opfer verhöhnen.4 Die Diskussion, die Voltaires Gedicht auslöste, hat sicherlich auch Kleist nicht unberührt gelassen.

Das Beben in Lissabon gab der aufklärerischen Philosophie den entscheidenden Impuls auf dem Weg vom Optimismus hin zum Skeptizismus. Die ,,Essais de théodicées" und ihre vorangegangenen streng rationalistischen Weltentwürfe waren nicht mehr haltbar; ein Übel wie die Naturkatastrophe von Lissabon konnten sie nicht hinreichend erklären. Rousseau verdammt die Theodizee Leibniz´ nicht vollkommen, eher versucht er, sie so zu modifizieren, daß der Mensch nicht Verursacher des Erdbebens ist, aber durch seine städtische Kultur und die damit verbundene Bevölkerungsdichte das Ausmaß des Übels enorm gesteigert hat.

II. verschiedene zur Zeit Kleists diskutierte Theodizeevorstellungen

Hier folgend sind zum Verständnis der Novelle und der der tatsächlich stattgefundenen Erdbebenkatastrophe in Santiago de Chile im Jahre 1647 entlehnten Ereignisse widersprüchliche Erklärungen von Vorsehung im Sinne der überlieferten Theodizee angeführt, wie sie zur Zeit Kleists in der Diskussion gewesen sein dürften. Einer unstatthaften Liebesaffäre wegen zum Tode verurteilt, wird das junge Paar Jeronimo und Josephe durch das Erdbeben zunächst vor der Vollstreckung des Urteils bewahrt, beim folgenden Gottesdienst allerdings durch einen wütenden Mob brutal getötet. Dieser Mord ist die Folge der differierenden Deutungen des Bebens. Jeronimo und Josephe verspüren zunächst Verwunderung darüber, ,,wie viel Elend über die Welt kommen mußte, damit sie glücklich würden!" (II, S. 150) Ebenso empfinden die übrigen Überlebenden der Katastrophe, die sich vor der Stadt in Sicherheit gebracht hatten, ein Gefühl der Zusammengehörigkeit, das von dem Unglück erzeugt zu sein scheint:

,,Es war, als ob die Gemüter, seit dem fürchterlichen Schlage, der sie durchdröhnt hatte, alle versöhnt wären." (II, S. 151)

Man meint, das Schema der antiken Tragödie wiederzuerkennen und ist versucht, dem Beben die reinigende Kraft einer Katharsis zu unterstellen; ebenso scheint ein guter Endzweck das anteilige Übel rechtfertigen zu können. Die Realität sieht aber anders aus: Kleist läßt den predigenden Bischof die Katastrophe dogmatisch als ,,Zorn Gottes" über die Verfehlungen der Liebenden auslegen und hetzt somit die in der Kirche feiernde Gemeinde zum Lynchmord an den beiden auf.5 Ein alttestamentarischer Gott vernichtete St. Jago gleich ,,Sodom und Gomorrha" wegen der Verfehlung der beiden Protagonisten. Ihre Missetat wird Jeronimo und Josephe tödlich vergolten.

Als weitere Deutungsmöglichkeit des Übels wird Popes Lehrsatz vom ,,universellen Guten" offenbar, wird jedoch im Endeffekt geradezu auf den Kopf gestellt. Gaukelt die Talidylle auf den ersten Blick noch den guten, die Mittel heiligenden Zweck vor, entpuppt sie sich bei genauerer Betrachtung als bloßer Schein6 und mündet in die Katastrophe, die dadurch um so tragischer wirkt. Dem partikularen Übel folgt das universelle Übel.

Allerdings bleibt ein ,,Fünkchen Hoffnung", denn Philipp, Jeronimos und Josephens Sohn, überlebt, wenn auch nur durch Zufall, den blutrünstigen Mob und wird an Sohnes statt von Don Fernando angenommen:

,,[...] und wenn Don Fernando Philippen mit Juan verglich, und wie er beide erworben hatte, so war es ihm fast, als müßte er sich freuen." (II, S. 159)

Das versöhnliche, harmonische Ende der Novelle bricht nun endgültig mit dem ,,guten

Endzweck", denn das Glück des Einzelnen, nämlich Don Fernandos, wird über das Glück der Protagonisten und sogar der Allgemeinheit gestellt. Die überholten Theodizeen können das Geschehen nicht mehr erklären, die postulierte prästabilierte Harmonie muß dem Zufall und dem Chaos weichen.

Was für Kleist selbst an die Stelle der Harmonie und des festen Weltgefüges tritt bzw. was diese Krise ausgelöst hat, ist in der Forschung umstritten.7 Seine mit einer erkenntnistheorethischen Krise verbundene Titulierung der Welt als eine ,,gebrechliche Einrichtung" als Kant-Krise zu bezeichnen,8 scheint zu oberflächlich, bleiben doch andere nicht-kantische Einflüsse unberücksichtigt. Näher möchte ich nicht auf die kontrovers geführte Forschungsdiskussion eingehen, denn dafür erforderlich wäre ein genauerer Blick auf die Bildungsgeschichte des Autors und seine mit der Zeit wandelnde Weltanschauung, was den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde.

III. Kleists eigene Vorstellungen von der Welt

Es ist anzunehmen, daß die durch das Erdbeben in Lissabon ausgelöste philosophische

Diskussion Kleist den Anstoß für die Novelle gab. Der junge Kleist, der emsig daran arbeitet, sich durch Lernen zu vervollkommnen und so zur Glückseligkeit zu gelangen,9 gerät durch das Studium vermutlich kantischer Texte in eine erkenntnistheoretische Krise und entwickelt eine ausgeprägte Aversion gegen philosophische Systeme, führen sie seiner Meinung nach an der Wirklichkeit vorbei:

,,Zuweilen, wenn ich die Bibliotheken ansehe, wo in prächtigen Sälen und in prächtigen Bänden die Werke Rousseaus, Helvetius´, Voltaires stehen, so denke ich, was haben sie genutzt? Hat ein einziger seinen Zweck erreicht?" (II, S. 681)

An die Stelle des festgefügten, streng rationalen Weltbilds tritt nun eine Idee eines ,,erahnten

Sittlichkeitsgrundes in der Natur",10 der seine Entsprechung im Menschen hat. Mit der Zeit rückt diese Annahme mehr und mehr in den Mittelpunkt der Kleistschen Forschungen nach Erkenntnis; die Zweifel an seinem eigenen Tun können aber niemals völlig ausgeräumt werden, da dieser Urgrund rational nicht erfaßt werden, sondern man nur ,,[...] mit der Seele den Eindruck der Sinne auffassen und denken [...]" kann. (II, S. 604 f.) Kleist hält folglich nach wie vor an der These fest, daß ,,[...] ein gleiches Gesetz über die moralische wie über die physische Welt [waltet]." (II, S. 308) Den sich daraus ergebenden Korrespondenzen von Natur und Mensch widmet Kleist seinen ganzen Eifer. Während Leibniz versucht, die Gesetzmäßigkeiten der Schöpfung durch Betrachtung der Natur aufzudecken, geht der Dichter noch einen Schritt weiter, indem er darüber hinaus die in der Natur betrachteten Vorgänge auf den Menschen zurückbezieht, um aus der Natur für das menschliche Dasein zu lernen - ein deutliches Indiz für Kleists fortwährenden Anspruch an die eigene Vervollkommnung und das Streben nach Erkenntnis. Diese Entsprechungen zwischen menschlicher Seele und Natur sammelt Kleist in seinem Metaphernmagazin, dessen Begriffe in seine Werke und Briefe immer wieder Eingang finden, so auch in die hier behandelte Novelle. Wiederholt spiegeln sich Naturereignisse im Innern der Protagonisten, in den meisten Fällen in äußerst paradoxen11 Empfindungen, wie sich am Beispiel Josephens zeigt, in deren Innern sich hier das Erdbeben offenbart:

,,[...] der Schmerz in jeder Menschenbrust [war] mit so viel süßer Lust vermischt, daß sich, wie sie meinte, gar nicht angeben ließ, ob die Summe des allgemeinen Wohlseins nicht von der einen Seite um ebenso viel gewachsen war, als sie von der anderen abgenommen hatte." (II, S. 152 f.)

Die Paradoxa sind allerdings nicht zwingend an das Seelenleben einzelner Figuren gebunden. Gerade in der arkadisch anmutenden Szene im Tal verbreitert sich die Erzählperspektive und extreme Gegensätze werden zur Schilderung der menschlichen Empfindung aller Anwesenden gewählt, um die Gewalt der Naturkatastrophe zu beschreiben und so etwas wie eine menschliche Meta-Seele zu kreieren:

,,Und in der Tat schien, mitten in diesen gräßlichen Augenblicken, in welchen alle irdischen Güter der Menschen zu Grunde gingen, und die ganze Natur verschüttet zu werden drohte, der menschliche Geist selbst, wie eine schöne Blume, aufzugehn."

(II, S. 152)

Die unzweifelhafte Deutung dieser Gegensätze ist schlicht unmöglich. Das Paradoxon entwickelt sich bei Kleist zu der einzigen Möglichkeit, den Sittlichkeitsgrund adäquat in Sprache zu fassen.12 Die Wahrheit über die Beschaffenheit der Seele, die er sein ganzes Leben lang zu ergründen sucht, kann sich nur angesichts essentieller Naturgewalt offenbaren. Die im Moment der Erdbebenkatastrophe freigewordenen emotionalen Extreme von Glückserwartung/(Über-)Leben und Zerstörung sind in ihrer Gesamtheit Wahrheit. Auf dieser Wahrheit gründet nun der Erzähler sein Weltbild, welches nur funktioniert, wenn die ,,Summe des allgemeinen Wohlseins" im Gleichgewicht gehalten bzw. jede Verschiebung in Richtung des Übels ausgeglichen werden kann durch ein weiteres darauf aufbauendes Gleichgewicht. Auf diese Weise entwickelt sich, fußend auf dem Ausgangsparadoxon, eine Art Turm aus Gleichgewichtsverhältnissen. Jedes Paradox in diesem Gebilde steht quasi auf einer Wippe, wodurch sie sich alle gegenseitig bedingen. So droht ständig die Verschiebung und als deren Folge die Vernichtung der ursprünglichen Verhältnisse. Folglich ist das einzige Gesetz, das tatsächlich über die ,,physische wie die moralische Welt waltet", nur in der Novelle selbst existent und regelt die Balance der aus Paradoxa bestehenden Welt. Der Erzähler fungiert als Schöpfer und verändert einzelne Gleichgewichtsverhältnisse, wodurch er letztendlich auch das Ausgangsparadoxon verschiebt, entweder in Richtung der ,,Summe des allgemeinen Wohlseins" oder in Richtung des Übels. Durch das Beben kommen Jeronimo und Josephe in den Genuß der ,,Summe des allgemeinen Wohlseins". Sie erfahren beide eine wunderbare Rettung und finden anschließend im Tal zueinander. Später wird der dort herrschende paradiesische Zustand auf die anderen Überlebenden ausgeweitet (Parallel dazu wird, wie oben beschrieben, die Erzählperspektive erweitert). Der ins Auge stechende Widerspruch zwischen den sorglosen Momenten im Tal und dem durchlebten Schrecken wird wiederum durch die Tragödie im Dominikanerdom revidiert und schließt somit die Vorsehung endgültig aus dem hier propagierten Weltbild aus. Das zweifach verschobene Gleichgewicht ist die Ausgangssituation, in der Don Fernando und Donna Elvire die (Eltern-)Rolle Jeronimos und Josephens einnehmen in einer Welt, die sich sehr wohl als eine ,,gebrechliche Einrichtung" offenbart.

IV. Umsetzung des Weltbildes in der Novelle

Die Beinahe-Katastrophe der Hinrichtung des Paares und die oben angeführten zwei tatsächlichen Katastrophen bilden die Wendepunkte, an denen sich eine Unterteilung der Novelle in vier Abschnitte durchführen läßt, in denen jeweils widersprüchliche, einander bedingende Zustände der menschlichen Psyche offenbar werden. Diese vier Systeme, deren erstes und letztes durch ihre Korrespondenz der Novelle einen sowohl strukturellen als auch inhaltlichen Rahmen geben, basieren auf dem Gleichgewichtsverhältnis/Paradoxon der Beziehung zwischen Natur und Mensch und neigen sich so weit, bis beinahe die Balance verloren geht und einer der Pole verwirklicht wird: Verderbnis oder Harmonie. Kurz bevor das Gleichgewicht verlorengeht, etabliert sich ein neues, ebenfalls paradox angelegtes System.

1. Das Geschehen vor dem Erdbeben bildet das erste paradoxe System. Die unstatthafte Liaison zwischen Jeronimo und Josephe und die Geburt ihres Kindes sind der Auslöser. Das Neugeborene als personifizierte Unschuld wird bedrängt von gesellschaftlichen Maximen kirchlicher und patriarchalisch-gesellchaftlicher Art. Der arkadisch angehauchten Szene im Klostergarten, wo ,,durch einen glücklichen Zufall" Jeronimo ,,die Verbindung von neuem anzuknüpfen gewußt" hatte, (II, S. 144) wird als Negativ die Fronleichnams- (bzw. später die Hinrichtungs-) Prozession gegenübergestellt, die, verursacht durch die Geburt auf den Stufen der Kathedrale, das Paar an den Rand des Todes manövriert. Kurz bevor dieses erste System aus dem Gleichgewicht zu geraten droht, setzt sich mit der hereinbrechenden Naturgewalt des Erdbebens das nächste System in Gang: die entfesselte Natur bringt dem Paar die Rettung im Angesicht des Todes und stellt die Heil-Verderbnis-Situation auf den Kopf. Im ersten System werden Motive eingeführt, die im weiteren Verlauf wiederholt aufgegriffen werden: die hysterische Gemeinschaft, die sich noch an moralische und staatliche Gesetzmäßigkeiten gebunden fühlt,13 und der Topos des Locus Amoenus - die Szene im Klostergarten -, der im Gegensatz zur Talidylle noch durch religiöse Gesetzmäßigkeiten und Verbote überschattet wird. Der Liebesort und die ihm gegenübergestellte Entweihung des Klostergartens durch die Schwängerung einer Novizin (und ihre Niederkunft auf den Stufen des Doms) lassen schon an dieser Stelle eine Theodizeevorstellung vom Übel als Strafe des alttestamentarischen Gottes für begangene Sünden anklingen, die dem Paar während des Gottesdienstes im Dom zum Verhängnis wird. Das Motiv der Sünde wird in der Talidylle wieder durch Waschung und Reinigung aufgenommen. Von Beginn an sind zukünftige Verschiebungen der paradoxen Ausgangssituation angelegt, deren Pole von Unschuld, Reinheit und gesellschaftlich bedingtem Verderben durch Vokabeln wie ,,glücklicher Zufall" und ,,unglückliche Josephe" noch stärker voneinander abgegrenzt werden. Dieser erste Abschnitt enthält Momente sowohl des größten Glücks als auch des drohenden Todes. Als keine Rettung mehr möglich scheint und das Verderben im Begriff ist einzutreten, etabliert sich das nächste System, setzt das vorangegangene außer Kraft und reinstalliert das Gleichgewicht.

2. Die losbrechende Naturgewalt hebt die gesellschaftlichen Normen und Gesetze auf, rettet das Liebespaar vor dem Tode und reißt Tausende von Menschen, darunter die Oberhäupter der herrschenden Instanzen, ins Verderben.14 Das somit völlig verkehrte Verhältnis von Glück und Vernichtung führt zu einer Verschiebung des Gleichgewichts.

Was diese Neugewichtung noch unterstützt, sind die oben angeführten Empfindungen einer Meta-Seele in Relation zur Natur, die in der Talidylle gehäuft auftreten. An Jeronimos widersprüchlichen Emotionen, die sich von Todessehnsucht in der Stadt bis zur Glückseligkeit in der Talidylle verwandeln, läßt sich diese Verschiebung gut nachvollziehen. Sein Innenleben hat seine Entsprechung in der wankenden Natur und den Auswirkungen des Bebens. Bis die Natur und damit auch die Figuren zur Ruhe kommen, schwankt das Gleichgewicht des Systems und droht ständig, zu einem der Pole Verderben oder Heil zu kippen.

Der eingekerkerte Jeronimo wird durch das Beben an seinem Vorhaben gehindert, sich an einem Pfeiler aufzuhängen und klammert sich mit Entsetzen an eben diesen Pfeiler:

,,[...]der Boden wankte unter seinen Füßen, alle Wände des Gefängnisses rissen, der ganze Bau neigte sich [...] einzustürzen, und nur der, seinem langsamen Fall begegnende, Fall des gegenüberstehenden Gebäudes verhinderte, durch eine zufällige Wölbung, die gänzliche Zubodenstreckung desselben." (II, S. 145 f.)

Seine Todessehnsucht verwandelt sich, ,,als ob sein Bewußtsein zerschmettert worden wäre", in Todesangst und wieder zurück nach der Ankunft im Tal:

,,Er wünschte, daß die zerstörende Gewalt der Natur von neuem über ihn einbrechen möchte. Er begriff nicht, warum er dem Tode, den seine jammervolle Seele sucht, in jenen Augenblicken, da er ihm freiwillig von allen Seiten rettend erschien, entflohen sei." (II, S. 147)

Seine Empfindung schwankt zwischen Glück und Verzweiflung, scheint sich aber bei Rettung einzupendeln, als er auf Josephen trifft. Dieses Ereignis spoegelt wie die gesamte Talszene durch seinen paradiesischen Charakter die Möglichkeit vor, das Paradox zwischen Heil und Verderben aufzuheben, scheinen doch beide Pole zu verschmelzen zu einem aus dem Verderben entsprungenem Heil einer sozialen, geläutert wirkenden Gesellschaft, in der ,,seit dem fürchterlichen Schlage [...] alle versöhnt" anmuten.

Unter diesem Aspekt bekommt die Szene der Talidylle eine weiter Konnotation: Neben den paradieshaften Zügen, die auf den Klostergarten hinweisen, muß berücksichtigt werden, daß die Katastrophe den Wegbereiter dieser Idylle darstellt. Somit bleibt ihr zwiespältiges Wesen erhalten, das bereits im Einstürzen des Kerkers angelegt ist. Das vernichtende Erdbeben fungiert als Rettung vor dem Selbstmord; ein Verderben hebt das andere auf - ähnlicher Symbolgehalt kommt dem Pfeiler zu. Auf das Motiv des zufälligen Nichteinstürzens geht Kleist an anderer Stelle bei der Beschreibung eines gewölbten Tores ein:

,,Warum, dachte ich, sinkt wohl das Gewölbe nicht ein, da es doch keine Stütze hat? Es steht, antwortete ich, weil alle Steine auf einmal einstürzen wollen [...]." (II, S. 593)

Wen man den ,,gemeinsamen Fall, der sich selbst aufhält" als zum Bereich des Zufalls (,,Zu und Fall") zugehörig deutet15 und das Motiv des Fallens auf Kleists Erzähltechnik selbst überträgt, muß der Schluß zwangsläufig sein, daß in der Talidylle der Fall scheinbar gestoppt wird, in Wirklichkeit das herrschende Gleichgewicht aber nur von begrenzter Dauer ist und unaufhaltsam ins Verderben führt. Insofern ist es mehr als gerechtfertigt, es ein ,,Gleichgewicht des Schreckens"16 zu nennen. Arkadische Züge im Tal und Kerkerszene sind nur kurze Momente des Gleichgewichts, wie auch die stattfindenden religiösen Rituale, z.B. die Waschung Philipps in der Quelle, die als Reinigungsakt sowohl auf die Versündigung im Klostergarten rückwärtig, als auch auf das noch folgende Verbrechen im Dom Bezug nimmt. Die Idylle entpuppt sich als ebenso falsch wie die überkommenen Theodizeevorstellungen.

3. Da durch die Talidylle im zweiten Gleichgewichtssystem eine Verschiebung zum Pol des Heils stattgefunden hat, setzt sich, da der Verlust der Balance droht, das nächste System in Gang. Die vom ,,schrecklichen Schlag" des Bebens noch bewegten Gemüter sehen sich nicht mehr an Moral und Gesetz gebunden und greifen zur Gewalt. Wie in den vorigen Systemen werden Bestanteile der überkommenen philosophischen Weltbilder übernommen: Don Fernando, der ,,göttliche Held", kämpft gegen die durch die ,,heilige Ruchlosigkeit" des Demagogen aufgehetzte ,,satanische Rotte". Die unheilschwangere Atmosphäre im Dom wird durch die Mischung von religiösem und archaisch-gewalttätigem Vokabular noch weiter aufgeheizt:

,,Niemals schlug aus einem christlichen Dom eine solche Flamme der Inbrunst gen Himmel, wie heute aus dem Dominikanerdom zu Jago [...]." (II, S. 155)

Inbrunst schlägt in Mordgier um. Bei der Beschreibung des neuen ,,schrecklichen Schlag[es]" stellt Kleist religiöse und gewalttätige Motive der kindlichen Unschuld gegenüber:

Don Fernando, dieser göttliche Held, stand jetzt, den Rücken an die Kirche gelehnt; in der Linken hielt er die Kinder, in der Rechten das Schwert. Mit jedem Hiebe wetterstrahlte er einen zu Boden; ein Löwe wehrt sich nicht besser. Sieben Bluthunde lagen tot vor ihm, der Fürst der satanischen Rotte selbst war verwundet. Doch Meister Pedrillo ruhte nicht eher, als bis er der Kinder eines bei den Beinen von seiner Brust gerissen, und, hochher im Kreise geschwungen, an eines Kirchpfeilers Ecke zerschmettert hatte. (II, S. 158)

Offensichtlich liefert Kleist hier eine Beschreibung der Hölle, die sich problemlos in die Vielzahl biblischer Motive einpaßt. Die Talidylle, die sich im Nachhinein als Spiegelung des Lynchmords offenbart, zeigt ein Bild des Paares mit ihrem Kind, das an Jesus, Maria und Josef denken läßt:

,,Hier ließ sich Jeronimo am Stamme nieder, und Josephe in seinem, Philipp in Josephens Schoß, saßen sie, von seinem Mantel bedeckt, und ruhten." (II, S. 150)

Desweiteren betitelt Jeronimo seine Geliebte beim Zusammentreffen bei der Quelle mit ,,O Mutter Gottes, du Heilige!". Die Vielzahl christlicher, insbesondere katholischer Motive17 hat verschiedene Literaturwissenschaftler dazu veranlaßt, Kleists Einstellung der Kirche gegenüber neu zu bewerten, denn neben kirchenfeindlichen Botschaften zeigt sich eine deutliche Faszination von Religion und katholischer Bildgewalt.18 Der Einbezug überlieferter Theodizeefragen läßt ihn in Bildbereiche vordringen, denen er zumindest ambivalent gegenübersteht. Ob dies aber reicht, die Novelle als ,,Neuinszenierung der Leidens- und Erlösungsgeschichte Christi"19 zu interpretieren, zumal Philipp/Jesus überlebt und die Menschen nicht durch seinen Tod erlösen kann, bleibt fraglich.

4. Das vierte und letzte Gleichgewichtssystem ist nur in den letzten Sätzen der Novelle ausgeführt und stellt im Grunde nur eine modifizierte Wiederholung des ersten Systems dar. Es gibt der Erzählung damit ihre Kreisform. Der anfängliche Widerspruch zwischen unschuldiger (Wieder-)Geburt und gewalttätiger Gesellschaft wird von neuem thematisiert, wobei der Austausch der beiden Kinder an die Stelle der Geburt tritt. Von diesem Punkt aus, der zugleich End- wie Anfangspunkt der Ereignisse bildet, setzt sich der ständige Kreislauf von sich gegenseitig auslösenden Systemen unerbittlich fort.

V. Schlußbetrachtung

Kleists Erzähltechnik trägt in dieser Novelle ähnlich kühle und rationalistische Züge, wie die Theodizee Leibniz´, auch wenn die Handlung die von Leibniz angenommene prästabilierte Harmonie ad absurdum führt.

Es ist nicht Gott, der im Akt der Schöpfung alle Ereignisse festgelegt hat, obwohl die circuläre Erzählstruktur der Novelle, das ausgeklügelte Ursache-Wirkungs-Prinzip der aus

Paradoxa bestehenden Gleichgewichtssysteme und vor allen Dingen deren erzählerische

Ausbalancierung zumindest die Idee eines Schöpfers in Person des Erzählers aufkommen läßt. Die Welt entpuppt sich als eine Art Maschine, in der, um das nötige Gleichgewicht zwischen Heil und Verderben zu erhalten, ständig neue Gleichgewichtsysteme in Gang gesetzt werden müssen. Diese von keinem Gott, sondern vom Zufall geregelte Mechanik bedingt die Welt, deren Bestandteile auf komplexeste Weise miteinander verbunden sind. Die Novelle versucht nun, die Erschütterung nachzuahmen, die der Aufklärungsoptimismus durch die

Erdbebenkatastrophe in Lissabon erfahren hat. Noch für gültig erachtete Gesetzmäßigkeiten gaukeln mehrfach eine Rettung vor. Kurzfristiges Zurückdrängen des Übels gelingt sowohl durch passives Sich-Fallenlassen in ein Gleichgewicht des Schreckens, als auch durch Opferung und Läuterung nach biblischen Mustern, was an die Bestrafung durch den alttestamentarischen Gott für begangene Sünden erinnert. Diese Phasen des Stillstands sind in die strudelförmig auf das nächste Unheil zusteuernde Erzähldynamik integriert. Die somit geschaffene Endlosigkeit impliziert ständig neue Systeme, die zwischen Rettung und Untergang pendeln.

VI. Literaturverzeichnis

1. Quellen

- Kleist, Heinrich von, Sämtliche Werke und Briefe, hg. von Helmut Sembdner, München 71984
- Leibniz, Gottfried Wilhelm, Die philosophischen Schriften von G.W. Leibniz, hg. von C. J. Gerhardt, Bd. 6, Hildesheim 1965
- Pope, Alexander, An Essay on man, übers. von B.H. Brockes, hg. von F. Winkler, Hamburg 1740, Rüsselsheim 1995
- Voltaire, Poéme sur le Désastre de Lisbonne, in Complete Works of Voltaire, hg. von Th. Bestermann, Bd. 12, Oxford 1968ff., S. 118 - 124
- Voltaire, Candide ou l´optimisme, hg. von R. Pomeau,1980, in Complete Works of Voltaire, hg. von Th. Bestermann, Bd. 48, Oxford 1968ff.

2. Darstellungen

- Cassirer, Ernst, Heinrich von Kleist und die Kantische Philosophie, Berlin 1922
- Hamacher, Werner, Das Beben der Darstellung, in: Positionen der Literaturwissenschaft. Acht Modellanalysen am Beispiel von Kleists ,,Das Erdbeben in Chili", hg. von David E. Wellbery, München 1985, S. 149 - 173
- Hoffmeister, Johannes, Beitrag zur sogenannten Kant-Krise, in: Deutsche Vierteljahresschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte, 33 (1959), S. 574 - 587 · Ledanff, Susanne, Kleist und die ,,beste aller Welten", in: Kleist-Jahrbuch, 1986, hg. von Hans J. Kreutzer, S. 123 - 155

Schneider, Helmut J., Der Zusammensturz des Allgemeinen, Positionen der

Literaturwissenschaft. Acht Modellanalysen am Beispiel von Kleists ,,Das Erdbeben in Chili", hg. von David E. Wellbery, München 1985, S. 110 - 129

[...]


1 Brief an A. Rühle von Lilienstern, 31. 8. 1806, in: Heinrich von Kleist, Sämtliche Werke und Briefe, hg. von Helmut Sembdner, München 71984, S. 768. Alle folgenden Zitate aus Kleists Werken oder Briefen beziehen sich auf diese Ausgabe.

2 Die philosophischen Schriften von G. W. Leibniz, hg. von C. J. Gerhardt, Bd. 6, Hildesheim 1965.

3 Alexander Pope, An Essay on man, übers. von B.H. Brockes, hg. von F. Winkler, Hamburg 1740, Rüsselsheim 1995.

4 Voltaire, Poéme sur le Désastre de Lisbonne, in: Complete Works of Voltaire, Bd. 12, hg. von Th. Bestermann, Oxford 1968ff., S. 118 - 124 , , S. 118 - 124; mit seinem Roman Candide ou l´optimisme, hg. von R. Pomeau, Paris 1980, in Complete Works of Voltaire, hg. von Th. Bestermann, Bd. 48, Oxford 1968ff. entwirft Voltaire einige Jahre später eine beissende Satire auf den Aufklärungsoptimismus, in der der Hauptfigur Candide eine Unzahl von Unglücken und Katastrophen widerfahren, was diesen aber nicht von seinem Optimismus-Glauben abbringen kann. Erst im Angesicht des Todes, zu dem er durch sein Bekenntnis zur Optimismus-Philosophie verurteilt wird, kommen ihm, bevor er dem Wahnsinn verfällt, Zweifel: ,,Wenn dies die beste aller möglichen Welten ist, wie mögen dann erst die andern sein?"

5,,Er schilderte, was auf den Wink des Allmächtigen geschehen war; das Weltgericht kann nicht entsetzlicher sein und als er das gestrige Erdbeben gleichwohl [...] einen bloßen Vorboten davon nannte, lief ein Schauer über die ganze Versammlung." (II, S. 155)

6 Man beachte die wiederholten ,,als-ob"-Formulierungen, die den Teil der Novelle durchziehen, in denen das Tal die Züge eines Locus Amoenus bzw. des Garten Eden annimmt.

7 Relevant für die hier zu behandelnde Thematik sind vor allem Susanne Ledanff, Kleist und die ,,beste aller Welten", in: Kleist-Jahrbuch, 1986, hg. von Hans J. Kreutzer, S. 123 - 155; Werner Hamacher, Das Beben der Darstellung, in: Positionen der Literaturwissenschaft. Acht Modellanalysen am Beispiel von Kleists ,,Das Erdbeben in Chili", hg. von David E. Wellbery, München 1985, S. 149 - 173; Helmut J. Schneider, Der Zusammensturz des Allgemeinen, S. 110 - 129, in: ebd.. Die zwei zuletzt genannten Autoren deuten die Novelle als Ausdruck für Kleists Verlust ,,religiöser und ersatzreligiöser Sinnmechanismen".

8 U.a. Ernst Cassirer, Heinrich von Kleist und die Kantische Philosophie, Berlin 1922; Johannes Hoffmeister, Beitrag zur sogenannten Kant-Krise, in: Deutsche Vierteljahresschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte, Bd. 33 (1959), S. 574 - 587.

9 Hier sei hingewiesen auf Kleists ,,Aufsatz, den sichern Weg des Glücks zu finden und ungestört - auch unter den größten Drangsalen des Lebens - ihn zu genießen" (II, S. 301 - 314).

10 Ledanff, a.a.O., S. 136.

11 Brockhaus - Die Enzyklopädie, Mannheim/Leipzig 201996: ,,Paradoxon: der allgemeinen Erfahrung zuwiderlaufende, scheinbar widersinnige Aussage, die auf die Vielfalt, Widersprüchlichkeit und Komplexität von Erscheinungen und eine sich darin spiegelnde spezifische Form von Wahrheit hinlenken will [...]". Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Definition Rousseaus (J.J. Rousseau, Emile oder Über die Erziehung, hg. von Martin Rang, Stuttgart 1965): das Paradoxon ist ,,die provokative Einleitung zu der begründeten Darlegung einer Erkenntnis [...], die bisherigem allgemeinen Urteil zuwiderläuft".

12 Das Paradoxon taucht bei Kleist noch in anderem Zusammenhang auf in dem Aufsatz ,,Von der Überlegung - Eine Paradoxe" (II, S. 337f.): ,,Die Überlegung [...] findet ihren Zeitpunkt weit schicklicher nach, als vor der Tat. Wenn sie vorher [...] ins Spiel tritt: so scheint sie nur die zum Handeln nötige Kraft zu verwirren." Weitere Ausführung erfährt es in dem Aufsatz ,,Über das Marionettentheater (II, S. 338 - 345): ,,Wir sehen, daß in dem Maße, als, in der organischen Welt, die Reflexion dunkler und schwächer wird, die Grazie darin immer strahlender und herrschender hervortritt."

13 Prozession, Prozeß und Hinrichtungszug seien hier nur exemplarisch angeführt.

14,,[Josephe] hatte noch wenige Schritte getan, als ihr auch schon die Leiche des Erzbischofs begegnete, die man soeben zerschmettert aus dem Schutt der Kathedrale gezogen hatte. Der Palast des Vizekönigs war versunken, der Gerichtshof [...] stand in Flammen." (S. 148 f.)

15 Hamacher, a.a.O., S. 154.

16 ebd.

17 Exemplarisch sei hier hingewiesen auf die Marienverehrung und die Rolle des Fronleichnamstages als nicht-protestantischer Feiertag.

18 Vgl. Schneider, a.a.O., S. 119: ,,Ein Blick auf Kleists Briefe zeigt, wie zur Zeit der Kantkrise sich die protestantisch-aufklärerische Idiosynkrasie gegen den Katholizismus in Faszination wandelte, die ihre Energie, so möchte man meinen, noch aus dem rationalistischen Tabu bezog."

19 Hamacher, a.a.O., S. 163.

15 von 15 Seiten

Details

Titel
Kleists "Das Erdbeben in Chili" als Auseinandersetzung mit dem Aufkärungsoptimismus
Veranstaltung
Einführungsseminar
Note
1
Autor
Jahr
1999
Seiten
15
Katalognummer
V95751
Dateigröße
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Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kleists, Erdbeben, Chili, Auseinandersetzung, Aufkärungsoptimismus, Einführungsseminar
Arbeit zitieren
Lutz Tobias (Autor), 1999, Kleists "Das Erdbeben in Chili" als Auseinandersetzung mit dem Aufkärungsoptimismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/95751

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